Liebe Freunde des OSM,

ich weiß, das war schon etwas garstig, euch so lange auf die Fortsetzung dieser Rubrik warten zu lassen, aber es ging eben nicht anders. Immerhin gibt es einen Redaktionsplan einzuhal­ten, der seit Blogartikel 600 klar sagt: alle 10-11 Blogartikel stelle ich einen unveröffentlichten Roman vor, und wenn es sich dabei dann um Zweiteiler handelt, liegen zwischen Teil 1 und 2 eben rund 10 Wochen. So lange müsst ihr dann den Cliff-hanger aushalten. Das wird sich wiederholen, ich kündige das hier schon mal sicherheitshalber an.

Erinnern wir uns an das, was im vergangenen Teil dieser Artikel­serie passierte. Ich stellte da das zweite Romanskript der Serie „Mike Cole“ vor, und es ging da, sechs Handlungsjahre nach dem ersten Band der Serie, im Jahre 2253. Der Lepsonias-Fall (Blogartikel 659) schien abgeschlossen zu sein … doch das er­wies sich als Irrtum:

Im Jahre 2253 entwickelt sich im Geheimen eine Verschwörung gegen das terranische Sternenreich. Drahtzieher ist der sinistre Herrscher von Lepsonias, aber er hat sechs Mitstreiter ge­wonnen, die aus dem Schatten wirken. Wir haben einen rätsel­haften Unbekannten, der sich als Flammenschemen tarnt und Mike Cole in eine Todesfalle lockt, die ihn direkt zusammen mit dem TS-Chef Jean Donnet und der TS-Agentin Barbara Gryde in die Hände des nächsten Verschwörers schickt: den unehren­haft entlassenen General a. D. Francis York, inzwischen sei­nes Zeichens Raumpirat.

Der Finanzier der Verschwörung ist der Magnat Victor Tyrell in seiner Wohnfestung im Erdorbit. An seiner Seite ist der durch genetische Waffen verkrüppelte Ex-Agent Aescyla, kurz Ace genannt. Ein weiterer Mitverschwörer ist der Mutant Paul Co­teur, ein Mann vom Kolonialplaneten Linden, der die terrani­sche Gesellschaft hasst. Er arbeitet zusammen mit dem krimi­nellen Wissenschaftler Douglas Frances, der wegen verbre­cherischer Experimente auf der Flucht ist.

Der Herrscher von Lepsonias verstärkt mit seinen monströsen paramentalen Kräften Coteurs Maschine, mit deren Hilfe er die Seelen von Betroffenen extrahieren und durch den Raum in an­dere Körper implantieren kann. Auf diese Weise wird Mike Coles Seele einer Achterbahnfahrt des Schreckens unterworfen.

Derweil attackieren Yorks Raumpiraten die terranischen Stütz­punkte auf Lepsonias, und der Herrscher des Planeten nimmt Professor Abraham Müller von der Bio-Bewegung ebenso ge­fangen wie die leitenden Beamten des Holzfäller-Lagers. Dann umgibt sich der Planet mit einem massiven paramentalen Schutzschild und ist nicht mehr erreichbar.

Mike Coles Seele, derzeit erinnerungslos, findet sich wieder im Körper eines Mannes auf dem Mond Arctic einer entfernten Ko­lonialwelt namens Zhyor wieder, wo er damit droht, Nuklear­waffen auf den Planeten abzuschießen.

Kurzum: Es sieht richtig furchtbar aus.

Und nun erklärt Lepsonias, der sich als ein lebender Planet er­weist, dem terranischen Reich den Krieg …!

Die Verschwörer scheinen am Beginn dieses Bandes wirklich alle Trümpfe in der Hand zu haben. Niemand kennt den gehei­men Stützpunkt der Raumpiraten Yorks, in dem die meisten un­serer Protagonisten in Haft sitzen. Barbara Gryde wurde para­mental zudem schon so beeinflusst, dass sie zu einer Raumpira­tin „umerzogen“ werden soll.

Das ist der Moment, wo einer der Gefangenen über sich hinaus­wächst – ausgerechnet der gemütlich wirkende, joviale Chef des Terranischen Sicherheitsdienstes (TS), Jean Donnet. Während Lepsonias mit seinen paramentalen Kräften auf dem Mars ein Massaker anrichtet und Tausende von Raumsoldaten auslöscht, befreit sich Donnet aus seiner Zelle und versucht, sich eine Übersicht über die Lage zu verschaffen.

Zu seiner Überraschung führt ein Vertikallift aus der unterirdi­schen Höhlenfestung der Raumpiraten heraus. Aber er führt nicht an die Oberfläche, sondern in eine oberflächennahe Kaver­nenzone, die sich als ein Labyrinth von Gängen und Hallen er­weist, die Zeugnisse einer uralten Alienkultur enthalten. Hier hat Donnet Kämpfe mit Raumpiraten auszustehen … und dann wird er im Labyrinth der Gänge mit einer unheimlichen para­mentalen Macht konfrontiert, die Menschen einfach so von ei­nem Moment zum nächsten in Rauch auflösen kann.

Nach einem schrecklichen Wechselbad induzierter Gefühle kom­munizieren diese lange schlummernden Wesen mit Donnet. Sie sind, erklären sie, die Keer’yav. Wissende nennen sie auch „die Gefährlichen Toten“, die alles attackieren, was nicht so ist wie sie – also eine vergeistigte Entität. Sie machen auch keinen Hehl daraus, dass Donnet als Feind von ihnen eingestuft wird.

Dennoch lassen sie ihm in Maßen Unterstützung angedeihen, weil sie wünschen, dass die menschliche Präsenz auf ihrer Hei­matwelt endet.

Und dann erkennen sie in Donnets Gedanken, dass die Mensch­heit sich mit dem Herrscher von Lepsonias angelegt hat … und es wird ersichtlich, dass die Keer’yav Lepsonias und Wesen sei­ner Art aus der Zeit eines uralten Sternenkrieges sehr gut ken­nen.

Die Gefährlichen Toten schelten Donnet stellvertretend für die Menschheit aus. Es sei absolut unverantwortlich, die alten Schrecken der Vergangenheit zu wecken, und es würde wahr­scheinlich nun zum Ende des irdischen Imperiums führen … doch für den Moment geben die Keer’yav den positiven Kräften der Menschheit Rückendeckung.

Alsbald zeigt sich, wie weit die ungeheuerliche Macht der Keer’yav reicht: Sie transmittieren Mike Cole direkt vom fernen Mond Zhyor zurück zur Korsarenwelt. Außerdem vereiteln sie ei­nen weiteren Anschlag des Herrschers von Lepsonias, der dar­aufhin die Natur des neuen Feindes sogleich ebenfalls erkennt – und York ultimativ auffordert, den akut gefährdeten Stützpunkt zu räumen. Dieser gehorcht eher widerwillig.

Auch Douglas Frances, dessen Seelentransplantations-Maschine durch die Keer’yav kurzgeschlossen wird und nicht mehr ein­setzbar ist, muss seinen Stützpunkt auf der Wasserwelt Cynt aufgeben. Er ist ebenfalls nicht begeistert davon.

Mike Cole trifft, zurückgekehrt auf die Korsarenwelt, auf einen herkulischen Killer, der Arne gerufen wird und ihn im Zweikampf beinahe umbringt. Allein York verhindert das und will ihn lieber selbst liquidieren … was nicht gelingt, da Jean Donnet im letzten Moment erscheint.

Doch die Hoffnung, nun wenigstens einen der Rädelsführer ge­fasst zu haben, ist trügerisch. Der Herrscher von Lepsonias transmittiert York vor ihren Augen davon. Und dann müssen die beiden Freunde auch schon flüchten, ehe der Stützpunkt in die Luft fliegt. Sie entkommen nur um Haaresbreite.

Zwischenzeitlich hat der Herrscher von Lepsonias allerdings den Erdpräsidenten ermordet, und ein Geschwader von Schiffen der Raummarine über Lepsonias ausgeschaltet. Allein an Mike Cole und Donnet prallt der Paraangriff ab, da die Keer’yav sie noch immunisieren.

Und dann … löst sich zu ihrem großen Unglauben der gesamte Planet Lepsonias auf und transmittiert sich fort, als wäre er selbst ein Raumschiff!

Mike Cole versucht danach, zumindest den einflussreichsten Rä­delsführer, den Medienmogul Victor Tyrell, dingfest zu machen. Aber ihm wird desillusionierend erklärt, dass es keine handfes­ten Beweise gegen Tyrell gibt.

Am Schluss stehen die Freunde also fast wieder am Anfang: der lebende Planet Lepsonias, eine Macht aus der uralten Vergan­genheit, die den Untergang des irdischen Sternenreichs wünscht, ist unbekannt verschwunden. Mit Tyrell, Douglas Fran­ces und General York sind drei der sechs Verschwörer gegen die Menschheit bekannt. Einer ist juristisch offenbar unangreifbar, die anderen beiden untergetaucht. Und von den restlichen drei Feinden weiß ohnehin noch keiner. Barbara Gryde ist verschol­len, alle Menschen auf Lepsonias tot. Und mit den Keer’yav ist eine weitere Alien-Macht aus der Urzeit aufgetaucht, die defini­tiv feindselig und so machtvoll wie der Herrscher ist.

Außerdem sind rätselhafte Fragen aufgetaucht.

Was ist das für ein Krieg vor Urzeiten gewesen, der in der Gala­xis getobt hat? Was für Kräfte, Völker und Personen waren daran noch beteiligt außer den lebenden Planeten a la Lepsonias und den Keer’yav? Was ist das für ein geheimnisvolles „Kosmos-Tor“, das die Keer’yav einst durchschritten und das ihnen ihre heuti­ge Macht verliehen hat?

Außerdem hat sich auch eine Facette der biografischen Vergan­genheit bei Jean Donnet gezeigt, die noch Konsequenzen zeiti­gen wird: Er ist vor Jahrzehnten, während des furchtbaren Ge­netischen Krieges zu einem Genetischen Krieger ausgebildet worden. Und er fürchtet, dass noch wesentlich mehr Personen aus jener Zeit – man könnte sie die Nazis des frühen 23. Jahr­hunderts nennen, nur dass sie massive Genoptimierung und die Perfektionierung genetischer Vernichtungswaffen betrieben – unerkannt in der menschlichen Gesellschaft leben.

Er sorgt sich mit Recht darum, dass diese Leute sich mit der Overkill-Verschwörung verbünden könnten, um eine neue Feind­front innerhalb des Imperiums aufzubauen. Jean Donnet wird bald erkennen müssen, dass diese Sorge alles andere als sub­stanzlos ist.

Ihr merkt: Es bleibt heftig abenteuerlich. In acht Wochen erfahrt ihr mehr. Nächste Woche erzähle ich euch von meiner Kreativausbeute des Monats Dezember 2025.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

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