Liebe Freunde des OSM,

mit dem vorliegenden Band 101 begann damals für mich eine neue Ära in der Serie Horrorwelt. Wie erinnerlich hatte in den ersten hundert Episoden der Serie der zuweilen verzweifelte Kampf der menschlichen und nichtmenschlichen Bewohner der Horrorwelt gegen den brutalen Invasor TOETAAR, den Dämon der Gewalt, die Handlung beherrscht. Nach einem beinahe voll­ständigen Sieg gelang es dem untoten Deserteur Mapun, die „Höhle der Tausend Steine“ zu aktivieren und die darin gespei­cherte Kristallmagie zu entfesseln, die TOETAARS Invasionshee­re buchstäblich in Asche verwandelte. Auch gelang es dem De­serteur des Bösen, TOETAARS Machtbasis, die gigantische schwebende Festung der SCHATTENRESIDENZ oberhalb der weitläufigen, in 72 Segmente zergliederten Dämonenwelt, den Jenseitigen Dimensionen, zu zerstören.

Wieder auf die Horrorwelt und in die Katzenstadt zurückgekehrt, wurde Mapun von TOETAAR am Götterberg zum Duell herausge­fordert, wo ein erbarmungsloser Kampf auf Leben und Tod schlussendlich beide die Existenz kostete.1

Seit diesem Tag, an dem weithin Frieden auf der Horrorwelt ein­kehrte, sind 20 Jahre vergangen. Mapun zwei junge Ehefrauen Gera und Gesa, die am Nordpolarmeer leben, haben keine Kenntnis von seinem Schicksal. Sie haben ihm zwei Töchter – Daniela und Dagmar – und einen Sohn namens Dramon gebo­ren, die fernab der Zivilisation aufwachsen. Doch alle drei tra­gen ein magisches Mal, das von Mapuns Konfrontation mit den dämonischen Schrecken der Vergangenheit kündete. Eines der Mädchen besitzt eine schwarze Stirnmarkierung, die zu dem Spitznamen „Schwarze Seele“ geführt hat, während ihre Schwester über dem Herzen eine analoge Zeichnung besitzt. Sie wird darum gelegentlich „schwarzes Herz“ genannt.

Bis zu ihrem 19. Lebensjahr sind sie völlig normale Mädchen, doch dann erwacht auf einer Eisinsel eine magische Kraft zu neuem, unheiligem Leben, und alle drei Kinder Mapuns werden schlagartig gewissermaßen ferngesteuert. Doch während Dag­mars Herznarbe durch rasches Eingreifen abgemildert werden kann, gelten die anderen beiden Kinder Mapuns als magisch Verdammte und werden des Dorfes verwiesen, um keinen Scha­den über die Dorfgemeinschaft zu bringen. Dagmar, bis dahin ein Herz und eine Seele mit ihren Geschwistern, folgt ihnen, magisch vom Stammeszauberer imprägniert, auf die Verban­nungsinsel.

Dort stoßen die Geschwister auf eine monströse Schiffsbesat­zung von Untoten, die den Dämon XAMANEAK an jene leblosen Kreaturen erinnert hätte, die er auf der Insel Ankiay vor Jahr­zehnten traf und vollständig auslöschte. Es handelt sich um un­tote Nazi-Soldaten, die hier mit ihrem Schiff, der KAISER WIL­HELM, angelegt haben. Sie sind es, die Dramon kurzerhand er­schießen – doch damit aktivieren sie die magische Signatur in ihm, und Dramon erwacht zu neuem, unheiligem Leben, beseelt von einem monströsen Wesen, dem Roten Dämon, der vor Jahr­hunderten schon einmal die Horrorwelt unterwarf.

Er überwältigt die Untoten und bricht mit ihrem Schiff gen Sü­den auf, ins geheimnisvolle Inselreich der Fehrer, das zwischen dem Nord- und Südkontinent liegen soll.

Dagmar vermag inzwischen die magische Bannkraft Danielas zu brechen, sodass auch sie wieder normal wird – und dann ent­führt ein rätselhaftes magisches Wesen die Schwestern an die Nordküste des Nordkontinents ins Kaiserreich Rusian. Es sagt ih­nen, sie sollten etwas folgen, was man die „Schatten-Fährte“ nennt. An ihrem Ende würden sie ihren verschollenen Vater Ma­pun treffen.

Vorher aber treffen sie in Rusian einen schrecklichen Dämonen­herrscher namens Tircoon, der nach der Allmacht strebt. Sie werden seine Gefangenen, aber aufgrund ihrer magischen Nar­ben sind sie von unschätzbarem Wert für ihn … und für jenes Wesen, dessen Kontakt er sucht: eine von TOETAARS legendä­ren 13 Schwarzen Hexen, LAREENA. Gemeinsam und angeleitet von einer Gruppe magisch belebter Skelette, die Tircoon gefun­den hat, gelangen sie tatsächlich, der Schatten-Fährte durch das Herz des Nordkontinents folgend, zum unterirdischen Unter­schlupf LAREENAS.

Hier erweist sich allerdings, dass Tircoon nur Mittel zum Zweck gewesen ist – die Skelette der fünf Ankiay-Hexen arbeiten in Wahrheit gar nicht auf die Wiederkehr TOETAARS hin, was sie suggeriert haben, sondern sind vielmehr auf eine verschrobene Weise magische Wesen in den Diensten der Götter der Schluchtwelt geworden. Und ihr Ziel ist es, die Schwarze Hexe auf die Schluchtwelt zu verbannen, was gelingt. So können sie die Wiederkehr TOETAARS vereiteln, der alle 13 Schwarzen He­xen dafür benötigt.

In dem entstehenden Chaos gelingt Mapuns Töchtern die Flucht, und Tircoon kann ebenfalls entwischen. Dagmar und Daniela kommen so außerdem noch zu der außerplanmäßigen Beglei­tung eines Wasserdämons namens DYROEHN, der beeindru­ckende erotische Fähigkeiten besitzt und für die jungfräulichen Mädchen bald unverzichtbar wird.

Während dies alles geschieht, erhält ein alter Kämpe und Kampfgefährte Mapuns und Corians vom Schattenstein Besuch auf seiner abgelegenen Burg – der einstmals verfluchte und ver­steinerte Rinterson, der eine Weile der heißblütige Geliebte des Hexendämons TOOWATAER war. Er hat sich völlig von der Welt abgekapselt und trauert auch nach rund zwanzig Jahren dem Verlust seiner Gefährtin Kani nach, der Nordhexe, die damals im Chaos Sonofals zu einer geistlosen Kreatur degenerierte und dann vom mysteriösen Priester mit der Perlmuttmaske entführt wurde.

TOOWATAER, wie üblich in einer berückenden Frauengestalt in­karniert, besucht Rinterson nun und vermag ihn dazu zu animie­ren, in ihrem Auftrag den geheimnisvollen Dämon Jekhyar auf­zusuchen, der als „Herr des ewigen Lebens“ gilt. Dort werde er, sagt sie, auch Kani wieder finden.

Rinterson stößt bei seiner Suche auf ein abgeschiedenes Tal vol­ler bezaubernder Nymphomaninnen, die seine Libido sagenhaft auf Touren bringen. Doch Jekhyar bekommt er nicht zu Gesicht, wiewohl sich die Mädchen als seine Töchter bezeichnen. Als er schließlich hartnäckig bleibt, findet er sowohl Kani wieder als auch Jekhyar … aber er ist völlig schockiert.

Kani ist zu einer kreidebleichen Schönheit geworden, aus deren Schultern Schmetterlingsflügel wachsen, und Jekhyar, ein elfen­gleicher, schmaler Mann, wie es scheint, ist in einen glitzernden Kristallblock eingegossen worden. Ein Block, wie er kurz darauf auch Rinterson umhüllt – und dann tritt jenes Wesen in Erschei­nung, das hinter all diesen furchtbaren Dingen steckt: der Pries­ter mit der Perlmuttmaske, der auf den Namen Moedro hört und Kani einer tödlichen Metamorphose vor Rintersons Augen unter­wirft.

Dumm ist nur, dass das alles nur ein winziger Teil einer sehr viel grässlicheren Wahrheit ist, und in der ist der Ritter nun unaus­weichlich gefangen.

Weit im Osten des Nordkontinents beginnt die Handlungsspur des dritten Handlungsstranges jenseits von Band 100. Hier liegt die Burg Schattenstein und das inzwischen moderat wieder be­siedelte Deeburg. Außerdem existieren hier die so genannten „Warmen Inseln“, wo eine Restpopulation von Feen existiert. Sie haben einst in den Tagen von TOETAARS Gewaltherrschaft die verletzte Junghexe Firona aufgenommen und gesund gepflegt. Im Schatten der Zauberbäume hier ist sie seither nicht mehr ge­altert und immer noch optisch ein Mädchen von 12 Jahren. Ihre beste Freundin ist die Fee Berielle, die seit langem mit Corian befreundet ist.

Als Berielle nun auf einmal in ihren Träumen die Blaunebel wal­len sieht, wird ihr himmelangst – was niemand versteht. Und als dann schließlich noch eine verwitterte, mit den Knochen unglü­cklicher Feen gefüllte Feenbarke auftaucht und Firona eine un­heimliche, Kräfte zehrende Begegnung mit einem rätselhaften magischen Wesen hat, muss Berielle ihr Schweigen brechen, das aus Furcht geboren ist: Die Blaunebel, erklärt sie nervös, seien die Vorzeichen, dass Zobon, der Wächter von Trirach, ei­nem magischen Land der Prüfung, sich ankündigte. Er käme im­mer nur dann, wenn es gelte, die künftige Regentin der Feen zu prüfen – und die magischen Bäume und die Feen der Warmen Inseln haben Firona dazu auserkoren.

Doch Firona ist keine Fee, sondern nur ein Mensch. Und um ihren Herrschaftsanspruch zu untermauern, muss sie die Prüfun­gen von Trirach überstehen und das Feenzepter erlangen. Der Wächter der Feenchronik, Zobon, der Firona schon angegriffen hat, entführt sie und Berielle nach Trirach und entzieht sie damit jeder menschlichen Hilfe.

Wechsel der Handlungsperspektive: Dagmar, Daniela und DY­ROEHN irren weiter durch das Innere des Nordkontinents, das vor Jahrzehnten von TOETAAR verwüstet wurde. Nach dem Kno­chenwald, der dort gewuchert ist, wo einst das Hexenheer TOO­WATAERS ausgelöscht wurde, erreichen sie jetzt das einstige Nebelmoor, das versickert ist und die Ruinen einer versunkenen Stadt preisgegeben hat.

Hier geraten die drei Gefährten in eine Falle, die der Sohn TOE­TAARS, der sinistre TOEKAAN, gestellt hat, und sie werden von ihm überwältigt und an einen verfluchten Ort verschleppt.

Mit Band 113 wird der Kontinent verlassen, und der Blick wen­det sich Sin‘ol‘ghe im tiefen Süden zu. Auch hier haben TOE­TAARS Armeen schreckliche Narben und Spuren hinterlassen. Schlimmer als das ist aber das Erlöschen der Kristallmagie – die Hohepriesterin Tian der Katzenstadt merkt das sehr deutlich. Sie altert beschleunigt.

Der Dämon XAMANEAK, der mit letzter Kraft noch am Ende von TOETAARS Ära die Rückreise nach Sin‘ol‘ghe schaffte, ist von seinem Refugium in der Frostbarriere öfters in der Katzenstadt zu Gast – doch als er Tians Zustand erkennt, erschrickt er. Er selbst befindet sich zurzeit auf der Suche nach der so genann­ten „Legende der Kristalle“. Irgendjemand hat damals, als die Kristallmagie erlosch, sieben Legendenteile über Sin‘ol‘ghe ver­streut, und XAMANEAK sucht nun die einzelnen Bestandteile zu­sammenzufügen mit dem Ziel, die Kristallmagie, die auch Quell seiner Kraft war, wieder zu reanimieren.

Während er in der Katzenstadt weilt und eine Reise ins Herz des Dschungelkontinents anstrebt, erwacht in der magisch ge­schwächten Frostbarriere ein unheimliches Wesen der grauen Vorzeit zu neuem Leben. Erst ist es eine Art gestaltloses grün funkelndes Wallen, das XAMANEAKS Diener, die magisch beleb­ten Holzfiguren, atomisiert. Dann aber wird während XAMA­NEAKS Abwesenheit der ganze Gebirgszug dem Erdboden gleich gemacht … und ein zierliches, mädchenhaftes Wesen mit grü­nen Haaren mit gigantischer magischer Kraft macht sich unauf­haltsam auf den Weg zur nördlichen Küste. Ziel: das Inselreich der Fehrer.

Der GRÜNTOD ist inkarniert, einer der beiden legendären Tita­nen der Frühzeit, seit Jahrtausenden durch die Präsenz der Kris­tallmagie gebannt und nun immer stärker werdend.

XAMANEAKS Expedition erleidet derweil am Ayek-See im Herzen von Sin‘ol‘ghe auf grässliche Weise Schiffbruch. In einer Hafen­stadt begegnen sie einem unheimlichen, schattenhaften Wesen, in dem XAMANEAK eine einstige Dienerin wieder erkennt: Re­becca, die an einer magisch verfluchten Stätte von einem monströsen Wesen okkupiert wurde, das nur „Mörderschatten“ genannt werden kann. Während seine Gefährten sterben, schleudert der Kontakt mit dem Schatten XAMANEAK an jene verfluchte Ruinenstätte, die schon Rebecca zum Verhängnis wurde.

Im Band 116 wird ein paar Wochen zurückgeblendet auf die Amazoneninsel Ankiay vor dem verfluchten Landstrich Sonofal, der nach TOETAARS Invasion und dem Untergang seiner Vasal­len als verdammt gilt und von allen gemieden wird. Ankiay hat sich von der Außenwelt abgekapselt. Hier herrscht der Hexendä­mon TOOWATAER und versucht, mit den Herrschern der Schluchtwelt Kontakt aufzunehmen.

Dieser Kontakt gelingt tatsächlich, fordert aber die aggressive Gegenreaktion des Roten Dämons heraus, der im Limbus zwi­schen der Horrorwelt und der Schluchtwelt gefangen gehalten wird … wenigstens so lange, bis Dramon, Mapuns Sohn, stirbt und so als magisch imprägnierter Gastkörper die Rückkehr des Roten Dämons ermöglicht.

TOOWATAER kann nach anfänglicher Reserve der Götter der Schluchtwelt – die formell alle Dämonen einheitlich in die Lager der Chaosdiener einordnen – als Ordnungsmächte überzeugen, selbst geläutert zu sein. TOOWATAER weiß, dass TOETAARS Es­senz immer noch existiert und ebenfalls – wie im Fall des Roten Dämons – darauf lauert, zu inkarnieren. Sie kann mit den Göt­tern der Schluchtwelt einen Pakt schließen und entscheidet sich dann, Rinterson auf seiner Burg zu aktivieren (siehe oben) und selbst in geheimer Mission nach Sonofal zu gehen.

In der Tarngestalt der Menschenfrau Tanja trifft sie hier mit ei­nem unheimlichen Wesen namens Tircoon (!) zusammen. Der angeschlagene Dämon sucht einen neuen Weg zur Allmacht, und der führt ihn nach Sonofal. Hier, so heißt es, lebt ein Dämon namens Vyxol. LAREENA hat ihn hierher geschickt.

Vyxol, sagte sie, ist dabei, den DREIZEHNER zu neuem Leben zu erwecken, und er sei nahe daran, das zu schaffen. Der DREI­ZEHNER diente einstmals in unvollkommener Form TOETAAR als Vorlage für seine Eisernen Krieger. Es handelt sich um ein We­sen, das aus dreizehn identischen schwarzen Metallrüstungen besteht. Mit einigen davon hatten Graf Corian und seine Beglei­ter schon Kontakt, als sie vor zwanzig Jahren nach dem Treffen mit dem Echsendämon ONOGAER Wertan bereisten. Damals wurden diese Metallreiter unter einem riesigen Berg Geröll ver­schüttet und galten seither als vernichtet.

Das ist ein Irrtum gewesen. Sie sind zwar inzwischen inaktiv, aber definitiv nicht tot. Hierunter befinden sich jetzt die letzten Rüstungen des DREIZEHNERS, die Vyxol noch fehlen. Eine einzi­ge muss noch geborgen werden, dann kann auch dieses Wesen zu neuer Machtfülle auferstehen. Das ist das Ziel Vyxols, und er hat schon Aberdutzende von Menschen diesen Rüstungen geop­fert, um sie wieder mit magischer Energie aufzuladen und zu aktivieren.

Was weder Tircoon noch Tanja oder Vyxol ahnen, die bald in ei­ner Schicksalsgemeinschaft vereint sind, ist indes dies: der DREIZEHNER ist der zweite Titan der Urzeit, und sein primäres Ansinnen, wenn er wieder vervollständigt sein wird, besteht dar­in, das frühere Duell mit dem GRÜNTOD von neuem zu führen – mit einer Gewalt, die Berge spaltet, Inseln versenkt und ganze Reiche untergehen lassen wird, wenn man das nicht verhindern kann.

Bevor sich die Handlung wieder diesem Schauplatz zuwendet, blicken wir in den Episoden 119 und 120 zu Firona und Berielle, die das magische Land Trirach erreichen – eine unheimliche Landschaft, die am Rand aus heißem Fels und Geysiren besteht, die die beiden Freundinnen schwer verbrühen, ehe es ihnen ge­lingt, tiefer ins Innere vorzudringen.

Zobon erklärt ihnen vor der Landung an den feindseligen Gesta­den, dass Trirach aus drei magischen, ringförmigen Landkreisen bestehe. Jeder einzelne weise einen Wächter auf und spezielle Gefahren. Das Zentrum der Magie befinde sich buchstäblich am höchsten und zentralsten Punkt Trirachs, und dorthin müssen die beiden vorstoßen.

Nach dem Überwinden des ersten Kreises gelangen sie zum Wächter Cartin, einem einstmaligen Dämon, der ihnen nun sagt, wie sie weiter zu verfahren haben. Die Grenze zwischen dem äußeren Ring und dem zweiten ist ein steiles Flussufer, an des­sen anderer Seite sich ein Grassaum erstreckt, ehe ein gebirgi­ger Anstieg folgt, der mit großen Bäumen bewachsen ist.

Doch das unscheinbare Gras hat rasiermesserscharfe Kanten, die den Freundinnen weitere Pein zufügen. Und kaum haben sie dieses Hindernis überwunden, werden sie von ungeschlachten Barbaren verfolgt, so genannten Jungfräulichkeitsjägern, die Be­rielle überwältigen und vergewaltigen.

Firona gelingt schluchzend die Flucht in den verfilzten Hain der Zauberbäume, doch als sie sich hier erschöpft ausruht, fällt sie in einen tiefen Schlummer, in dessen Verlauf magische Energien auf sie einwirken … und auf einmal beginnt sie zunehmend zu altern und zu reifen, bis aus dem schmalen Mädchen eine aufre­gende, rassige Frau geworden ist … und in diesem Schlummer wird sie von riesigen Spinnenwesen beobachtet … und als wenn das noch nicht reichen würde, stellen sich bei Firona gespensti­sche Zukunftsträume ein, die sie niemals hatte. Und in einem davon sieht sie, wie ein furchtbarer Schatten namens TOETAAR Burg Schattenstein betritt und den Hausherrn Corian erschlägt …

In Sonofal gelangen TOOWATAER/Tanja und Tircoon zur Burg Vy­xols, und während die Konfrontation durch unabsichtliche Ent­fesselung von Magie fast Tircoons Vernichtung zur Folge hat, wird Tanja von dem lüsternen Vyxol hungrig beäugt … und dann von Tircoon eiskalt verraten. Sie soll erst in Vyxols Bett Gespie­lin sein und anschließend dem DREIZEHNER geopfert werden, damit er zu neuem Leben erwachen kann.

Rinterson ist derweil im Tal der Liebeshexen von dem Priester mit der Perlmuttmaske, Moedro, in einen magischen Glaskokon gleich dem eingesponnen worden, der auch den Dämon Jekhyar umgibt und zugleich magisch konserviert. Auf diese Weise gleichgeschaltet, taucht Rinterson in Jekhyars Träume ab. Inzwi­schen hat er allerdings begriffen, wer hinter Moedro wirklich steht – es handelt sich bei ihm um einen intriganten Dämon na­mens MOEDERAAN, der seit Jahrhunderten aus dem Hintergrund die Geschehnisse lenkt … und um den Bruder TOETAARS!

In der Geschichte Jekhyars erlebt Rinterson die Genese des halb feenhaften, halb dämonischen Wesens, das sich einst ein Ver­gnügen daraus machte, Feen zu vergewaltigen und in den Selbstmord zu treiben. Indem der Ritter Einfluss auf seine Träu­me nimmt, verändert er Jekhyars Persönlichkeit. Leider ändert das nichts daran, dass sie beide Leidensgenossen und Gefange­ne MOEDERAANS sind.

Blende zu Dagmar und Daniela, die von TOEKAAN auf der Schatten-Fährte weiter geleitet worden sind. Sie erreichen den „Turm der Sklavinnen“, wo der sinistre, verwitterte Hejokh die beiden Schwestern in eine Falle lockt. DYROEHN, von ihnen ge­trennt, stößt bei einem Teich auf zwölf wunderschöne, hüllenlo­se Mädchen, die bei Hejokh leben. Erst mit etwas Verspätung versteht er, dass sie seine Gefangenen sind, aber dass er sie alsbald alle zu TOETAARS höherer Ehre töten möchte, erfährt er erst sehr spät – fast zu spät.

Doch Hejokh kann seine Pläne nicht ausführen. Schwarze, in Metall gerüstete Reiter, eine so genannte TOETAAR-Truppe, stürmt den Turm, tötet Hejokh und durchquert dann das im Kel­ler vorhandene schwarze Leuchten mitsamt den beiden Töch­tern Mapuns und dem Wasserdämon. Dahinter soll sich die vier­te Stufe der Schatten-Fährte befinden.

Die Lage Dagmars und Danielas ist definitiv nicht besser gewor­den …

Blende nach Sin‘ol‘ghe: Nach Mapuns Tod am Götterberg wurde ebendort in eisiger Höhe ein Mausoleum für den Heroen im Kampf gegen TOETAAR errichtet. Als nun Gerüchte umgehen, dass es dort spuken würde, schickt die Priesterin Tian Mapuns frühere Quasi-Geliebte Janine, die vormals Feldherrin des Stein-Clans war, bis sie in der „Höhle der Tausend Steine“ die Erinne­rung daran restlos verlor und ein neues Leben beim Katzen-Clan begann, zum Götterberg. Angehörige des Bergvolkes der Dhako helfen ihr in der sturmumtosten, eisigen Höhe.

Aber dort, wo das Amazonen-Kloster liegt, das nach dem Kampf wieder instandgesetzt und neu mit Frauen bemannt wurde, er­wartet sie ein Hinterhalt. Monströse Krieger mit Schlangenköp­fen lauern ihnen auf! Bis auf ihre Dolmetscherin Tina und weni­ge Begleiter werden alle Gefährten Janines niedergemetzelt, ehe sie Zuflucht im Kloster finden können.

Doch auch hier sind alle lebenden Wesen ausgelöscht worden. Und, schlimmer noch, eine schattenhafte Kreatur geht hier um, die sich als „Schatten TOTAARS“ bezeichnet und nach Vollstän­digkeit sehnt, während sie alles umbringt, was um sie herum existiert.

Draußen ist die Schwarze Hexe Sara, die Herrin über YTHO­KAANS Schlangenkopfsoldaten, dabei, einen Sperrriegel zwi­schen dem Grabmal Mapuns und dem Kloster zu ziehen, und drinnen saugt der Schatten TOETAARS Tina und Janine zuneh­mend das Leben aus und lässt sie vergreisen.

Buchstäblich im allerletzten Moment taucht ein Gesandter der Schluchtwelt auf, Tjokaan, der Gott der Bogenschützen, der den Schatten wie auch die Schwarze Hexe und ihre Schergen in die Flucht zu schlagen versteht.

Sie sind aber immer noch in Gefahr – der einzige Ort, wo sie si­cher zu sein glauben, ist das Grabmal, in dem Mapuns konser­vierter Körper schlummert. Und nur Janine kann das Grabmal öffnen – doch haben sie alle keine Ahnung, was für furchtbare Schrecken sie darin erwarten werden …

Mit dem Band 125, Teil 2 der Götterberg-Trilogie, schließe ich diesen vierten Teil der Handlungsübersicht der „Horrorwelt“-Serie. Im nächsten Abschnitt werden die Episoden 126-150 ab­gehandelt werden, das ist aber noch eine Weile hin.

Bis dahin wünsche ich viel Unterhaltung mit anderen Themen, die in den kommenden Wochen hier für interessante Abwechs­lung sorgen werden.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Vgl. dazu den Blogartikel 402 vom 15. November 2020.

Rezensions-Blog 304: Über Patricia Highsmith

Posted Januar 20th, 2021 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es ist manchmal faszinierend, wie man im Laufe der Jahre über Personen, von denen man anfangs denkt, man kenne sie eigent­lich doch recht gut, Neuigkeiten herausfindet, die das Bild der Person völlig umkrempeln. So geschah das bei mir auch im Falle der amerikanischen Krimiautorin Patricia Highsmith.

Ich mochte sie schon vor dem Jahr 2002, als ich das unten be­sprochene Buch über sie erwarb und äußerst wohlwollend re­zensierte. Aber ich ahnte zu dem Zeitpunkt nicht, dass dieses Bild nur ein zu Lebzeiten nach außen reflektiertes Bild, gewis­sermaßen die offizielle Highsmith-Lesart projizierte. Sie hatte, wie wir heute wissen, guten Grund, gewisse Details ihres Le­bens unter den Teppich zu kehren und der Öffentlichkeit, den Journalisten und selbst ihren Autorenkollegen gegenüber konse­quent zu verschweigen.

Als ihre langjährige Freundin und Geliebte Marijane Meaker ihre Erinnerungen an Patricia Highsmith anno 2008 veröffentlichte (ich habe das Buch 2016 rezensiert und diese Rezension ein Jahr später in meinem Rezensions-Blog veröffentlicht1), kam bei­spielsweise Highsmiths lesbische sexuelle Orientierung zutage, die möglicherweise erklärt, warum sie sich dann in ihren Wer­ken zumeist von Frauen-Identifikationspersonen üblicherweise ferngehalten bzw. sie eher schematisch dargestellt hat. Eventu­ell fürchtete sie, unbewusst autobiografisch-enthüllende Ele­mente einfließen zu lassen, die unangenehme Fragen induzie­ren würden.

Vor einigen Monaten wurde zudem bekannt, dass im Nachlass der Highsmith ihre Tagebücher gefunden wurden, die zurzeit ediert und zur Veröffentlichung vorbereitet werden. Die Corona-Krise verzögert das alles zweifellos, aber es steht zu erwarten, dass wir etwa anno 2021 oder 2022 noch etwas genaueren Auf­schluss über die Verbindung von Highsmiths Leben und Werk er­halten werden – womit wir wieder einmal lernen, dass eine Künstlerpersönlichkeit auch dann, wenn sie nicht mehr unter uns weilt, immer noch für Überraschungen gut ist.

Wer mit Patricia Highsmith bzw. ihrem Werk noch keine nähere Bekanntschaft geschlossen haben sollte, dem empfehle ich wärmstens, nun weiterzulesen. Es lohnt sich.

Glaubt ihr nicht? Ihr werdet überrascht sein:

Über Patricia Highsmith

Herausgegeben von Franz Cavigelli und Fritz Senn

Diogenes 20818

240 Seiten, TB

Erschienen im Jahr 1980

ISBN 3-257-20818-9

 

Mich haben immer nur die kriminellen Anlagen und Möglichkei­ten der Normalmenschen in der Gesellschaft beschäftigt, dabei ist mir die Aufklärung eines Mordfalles völlig gleichgültig. Gibt es etwas Langweiligeres und Gekünstelteres als Gerechtigkeit? Weder das Leben noch die Natur scheren sich einen Deut dar­um, ob einem Geschöpf Gerechtigkeit widerfährt. Ich erfinde Geschichten, und mein Ziel ist es nicht, den Leser moralisch aufzurüsten, ich will ihn unterhalten. Leute ohne Moral, wenn sie nicht sture, brutale Charaktere sind, amüsieren mich. Sie haben Phantasie, geistige Beweglichkeit und sind dramatisch nahrhaft.“

Jemand, der so redet, scheint mindestens interessant zu sein, so interessant, dass man sich mit ihm oder ihr beschäftigen soll­te, wenn diese Gedanken allzu provokant daherkommen.

Die Frau, die diese Sätze sagte, hieß Patricia Highsmith, eine Autorin, von der zahlreiche Kollegen gesagt haben, dass sie die „Suspense“-Literatur ungemein bereichert habe und Kriminalro­mane dem Standard hoher Literatur nahe brachte. Sie selbst sah das freilich nicht ganz so, wie ein Interview sagte.

Auf die Frage von Holly-Jane Rahlens (anlässlich einer Highsmith-Lesung am 16. November 1977) „Meinen Sie damit, dass Sie Ihr Werk nicht als ‚Literatur’ betrachten?“ wusste Highsmith lediglich zu antworten: „Nein … na ja … ich denke nie an die Li­teratur. Mit Ediths Tagebuch, ja, da habe ich mir Mühe gege­ben. Es ist ein ernstes Buch. Die Kritiker meinen, dass ich mit diesem Buch eine hohe Ebene erreicht habe, dass ich auf der gleichen Stufe mit bekannten guten Schriftstellern stehe. Leider nannten sie Ernest Hemingway. Ich mag ihn nicht.“

Ich muss ganz subjektiv gestehen, dass ich von diesem Buch die beiden Interviews zuerst gelesen habe. Und spätestens nachdem ich mich dabei vor amüsiertem Gelächter in den Sit­zen der Straßenbahn gewunden habe, sehr zum verblüfften Schauen der anderen Mitreisende, spätestens da habe ich diese verhärmte Frau mit Schuhgröße 40 und den derben Handwer­kerhänden einfach geliebt. Sie hat so eine erfrischende Offen­heit und Direktheit am Leibe gehabt, dass es mir leid tat, von ihrem Tod im Jahre 1995 nachträglich zu erfahren. In vielen De­tails erinnerte sie mich schrecklich stark eine liebenswerte Brieffreundin, deren Namen ich hier aus Vertraulichkeitsgründen weglassen möchte, ganz im Ernst. So, wie sich Patricia manch­mal im Interview … nun, … tapsig anstellt, das ist goldig.

Im gleichen Interview geht es auch um Frauen, ein gefährliches Thema für die Highsmith (Leser ihrer Romane werden diesen Satz verstehen). Die Interviewerin fragt: „Könnten Sie sich vor­stellen, Frauen anders darzustellen, als Sie es bisher getan ha­ben, unabhängige Frauen zum Beispiel?“ Highsmith: „Ja, ich könnte das machen, natürlich. Man würde sie ‚Karriere-Frauen’ nennen, nehme ich an … ich weiß es nicht.“

Noch ein Beispiel dieser Unentschlossenheit gefällig? Auf die Frage, woher sie die Informationen für ihre Bücher herholt, kommt Highsmith auf ihren Roman Die gläserne Zelle zu spre­chen und darauf, dass man ihr verweigerte, ein Gefängnis auf­zusuchen, um die Atmosphäre einzufangen. Dann las sie einen Dokumentar-Bericht über Gefängnisse, der ihr half.

Sie fährt fort: „… Der Autor … wendet sich in dem Buch generell gegen Gefängnisse – persönlich bin ich auch dagegen … na ja, ich weiß aber nicht, wie man das Problem lösen kann. Ich mei­ne, irgendwie muss man die Kriminellen im Auge behalten. Ich weiß nicht …“

Patricia Highsmith, 1921 in den Vereinigten Staaten geboren, hat eine harsche Kindheit hinter sich: die Eltern trennen sich noch vor ihrer Geburt, sie wächst zunächst alleine mit ihrer Mut­ter auf, die sich aber bald danach wieder verheiratet und den Namen Highsmith annimmt. Patricia kann ihren neuen Vater zeitlebens nicht leiden. Streitet sich mit ihrer Mutter, die der Tochter nichtsdestotrotz das Studium finanziert.

Von jungen Jahren an fasziniert und angezogen vom Schreiben, beginnt sie als Comictexterin ihr erstes Geld zu verdienen, zieht in ein eigenes Apartment, schreibt Geschichten und schließlich den ersten erfolgreichen Roman: „Strangers on a train“, fast sofort von Alfred Hitchcock verfilmt (deutsch: Zwei Fremde im Zug (1950)). Ihr wird durch den plötzlichen Ruhm ermöglicht, sich mehr oder weniger voll aufs Schreiben zu konzentrieren.

Sie reist viel und lässt sich an verschiedenen Orten der Welt nie­der, mal in den Vereinigten Staaten, dann in England, in Frank­reich, schließlich im Tessin, wo sie 1995 stirbt. Bis dahin schreibt sie kaum zwei Dutzend Romane und etliche Kurzge­schichten, die in mehreren Storysammlungen erscheinen.

Obgleich Patricia Highsmith sich eines metaphernarmen, nüch­tern-pragmatischen Stils befleißigt und eigentlich keine weltbe­wegenden Dramen erzählt, saugen die Romane die Leser mit beklemmender Intensität in sich ein. Das liegt an den akribi­schen, fast pedantischen Charakterstudien, die sie erarbeitet, an der natur-realistischen Darstellung der Umgebung, die sie oftmals aus ihrem eigenen Wohnumfeld wählt. So spielt der au­tobiographisch angehauchte Roman „Carol“ zum Teil in einem Warenhaus, in dem sie einst einmal zur Aushilfe arbeitete. Fon­tainbleau, wo sie zu Beginn der 80er Jahre wohnt, ist Schauplatz eines guten Teils ihres Romans „Ripley’s Game“.

Und so weiter.

Sie ist Eremitin aus Passion, hat nur einmal kurzzeitig der Nei­gung nachgegeben, heiraten zu wollen, sich aber vor der Hoch­zeit wieder „entlobt“, wie sie es selbst beschreibt. Sie braucht viel Einsamkeit um sich herum, wird unleidlich und ungenieß­bar, wenn man ihr zu eng oder zu lange auf die Pelle rückt. Ihre besten Freunde sind die Schreibmaschine, die Katze, die Ziga­retten und der Alkohol – sowie Freunde auf Distanz.

So eigenwillig wie sie selbst ist auch die Art und Weise, wie sie mit ihren Personen umgeht, wie sie Dialoge gestaltet und damit Drehbuchautoren schier in den Wahnsinn zu treiben imstande ist (z. B. Raymond Chandler). Und ihre Sympathien – man merkt es am einleitenden Zitat – gehören den „Bösewichtern“. Ihre prominenteste Verbrecherfigur Tom Ripley wird jedenfalls nie­mals erwischt. Ein Rezensent schrieb mal, er sei fast sympa­thisch, seltsam nur, „dass irgendwie in seiner Gegenwart immer ein Mord geschieht“.

Ich musste lachen, als ich das las.

Dieses Buch, noch zu Lebzeiten der Highsmith zusammenge­stellt und von ihr abgesegnet, bringt zwei Besuchsreports bei der Autorin (mir drängte sich das Gefühl auf, als würden die Be­sucher sie, so lieb sie es auch meinten, schlicht in die Defensive treiben. „Drei Tage mit Patricia Highsmith“ müssen für die Ärms­te die wahre Folter gewesen sein).

Dann kommt ein analytischer Text der Highsmith selbst, „Der erste Entwurf“, der für jeden angehenden Schriftsteller ohne Frage sehr hilfreich ist. Er ist aber auch – mit dem Rest ihrer kri­tischen Kommentare zum Schreiben, insbesondere am Beispiel ihrer eigenen Romane – in dem Band „Suspense“ enthalten, der ein paar Jahre später bei Diogenes erschien.2

In drei Essays äußert sich Highsmith dann über den „talentier­ten Mr. Poe“, Raymond Chandler und Georges Simenon. Im drit­ten Teil fügen Kollegen ihre Kommentare über Highsmith hinzu. Graham Greene, Raymond Chandler, Alfred Hitchcock, François Truffaut, Julian Symons … eine illustre Runde und jede Menge faszinierender Facetten.

Auch deutsche Autoren kommen auf sie zu sprechen, wobei manche Menschen wirklich bizarre Titel für ihre Beiträge wäh­len. Peter Handke spricht beispielsweise über „die privaten Weltkriege der Patricia Highsmith“. Das macht Sinn, aber erst, wenn man es gelesen hat. Sonst klingt es geradezu monströs.

Kurz vor Schluss finden sich die beiden sehr, sehr lesenswerten Interviews und schlussendlich noch ein Fotoalbum, das Patricia selbst neckisch kommentiert hat. Erster Kommentar gefällig? „Mein ‚englischer’ Großvater Dan’L Coates und meine ‚schotti­sche’ Großmutter Willie Mae Stewart Coates, die ich beide ver­ehrte. Links mein Arm – ich war zehn Jahre alt und lief in je­nem Sommer in Astoria, Long Island, New York, herum.“ (Her­vorhebung von mir)

Es folgen goldige Bilder, eine umfangreiche Bibliografie und so­zusagen eine Checkliste für alle Highsmith-Süchtigen, die sich damit vergewissern können, ob sie auch ja nichts von ihrer Lieb­lingsautorin versäumt haben. Was mich angeht … eine Offenba­rung. Denn die gute Frau schreibt wirklich gut, und es gibt so etwa fünfundzwanzig Bücher, die ich noch nicht von ihr habe. Kein Wunder, dass ich ständig auf welche stoße, die ich antiqua­risch erwerben muss. Demnächst etwa das oben erwähnte Werk „Ediths Tagebuch“.

Wer sich für die Karrieren, Besonderheiten und Exzentrizitäten von Schriftstellern interessiert und nette Leute kennenlernen möchte, der ist hier ganz gewiss an der richtigen Adresse.

Vergesst das Alter, Leute. Wichtig ist der Inhalt! Wenn’s euch packt, kauft es.

© 2002, 2020 by Uwe Lammers

Hat mich die Enthüllung über Highsmiths sexuelle Orientierung von ihr als faszinierender Autorin abgebracht? Nein, natürlich nicht. Ich finde, die sexuelle Orientierung der Menschen und ihre kreativen Fähigkeiten, so sehr sie möglicherweise einander auch bedingen und befruchten mögen, sollte man strikt tren­nen. Und ich betrachte grundsätzlich schwule und lesbische Ori­entierung nicht als Stigma, ebenso wenig wie nationale oder „rassische“ Herkunft (letzteres gibt es ja eigentlich nicht, das ist ein ideologisches Konstrukt des 19. Jahrhunderts. Es gibt nur eine „Menschenrasse“, nämlich den homo sapiens sapiens, mit diversen ethnischen und optischen sowie kulturellen und religiö­sen Ausprägungen, genetisch sind wir alle mehr oder minder identisch, und zu großen Teilen gilt das sogar für die genetische Übereinstimmung mit dem Mehlwurm).

Kurzum: Patricia Highsmith bleibt eine tolle Schriftstellerin, und es ist mir grundsätzlich egal, was wir in ihren Tagebüchern noch für unschöne Details finden mögen – sicher ist nur, sobald sie erhältlich sind, werde ich sie mir natürlich besorgen und lesen. Biografien sind stets faszinierend, ganz besonders die von Per­sonen, die ich sowieso schon schätze.

In der kommenden Woche kommen wir zu einem deutlich aktu­elleren Buch und zu einem brennend-aktuellen Thema, nämlich der bedrohten Biodiversität. Das solltet ihr euch wirklich mal zur Lektüre vormerken, Freunde!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Vgl. dazu „Meine Jahre mit Pat“, im Rezensions-Blog 106 vom 5. April 2017 veröffent­licht.

2 In Vorbereitung für den Rezensions-Blog.

Liebe Freunde des OSM,

vor acht Wochen berichtete ich zuletzt vom März des Jahres 2019, heute fahre ich fort, wie sich meine kreativen Aktivitäten im darauf folgenden Quartal, also den Monaten April bis Juni 2019, entwickelten.

Wie erinnerlich hatte ich im Januar des Jahres mit der lange überfälligen Digitalisierung der Serie „Horrorwelt“ begonnen. Da die Episoden zu Anfang lediglich fünf eng beschriftete Skriptsei­ten umfassten, könnt ihr euch denken, dass die Abschrift recht flink voranschritt. Bis Ende des Monats April kam ich insgesamt bis Band 32, woraus sich zu einem gute Teil erklärt, warum ich in diesem Monat auf phänomenale 50 abgeschlossene Werke kam.

Ansonsten entfiel erwartungsgemäß eine Menge Zeit auf Blog­artikel, die ich schrieb (16 Werke), hinzu kam eine Reihe von Re­zensionen. Aber natürlich beschränkte sich meine Tätigkeit nicht hierauf.

Ich kam weiter (aber leider nicht weit genug) im E-Book „BdC 2: Gestrandet in Bytharg“ und fuhr mit der Digitalisierung der KONFLIKT-Episoden der Serien „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (BdC) und „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ fort. Auch an den dazu gehörigen Glossaren wurde ein Gutteil weitergearbeitet.

Wirklich herausragend war indes, dass ich in diesem Monat eini­ges an Energie auf die Fertigstellung des OSM-Bandes 1900 ver­wandte. Zu meiner nicht geringen eigenen Überraschung han­delte es sich um Band 4 des KONFLIKTS 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ (HdH) mit Eigentitel „Schmelztiegel Shallakhon“, an dem ich schon ein paar Jahre mehr oder minder er­folgreich herumgeschrieben hatte. Ist ein schöner Band gewor­den, wie ich finde.

Ein wenig Stippvisite betrieb ich auch im Archipel (Fragment „Roxanne“), und es gab Versuche, am KONFLIKT 2 außerhalb der E-Books weiterzuarbeiten, da kam ich aber nicht sehr weit.

Im folgenden Monat April ging die schiere Zahl an Texten auf 29 zurück. Hier ist neben zahlreichen Blogartikeln und den laufen­den Arbeiten der Digitalisierung (s. o.) zu vermerken, dass ich endlich mehr Energie auf die Abschrift meines ersten BUCHES, „Die sieben Prüfungen“ (1987, Non-OSM), legte und hier ein erhebliches Stück vorankam. Außerdem investierte ich einiges an Zeit und Energie in die Weiterarbeit des Erotic Empire-Ro­manfragments „Lauren und Alain“, das gleichwohl von der Fertigstellung noch weit entfernt ist.

Beim OSM driftete ich von KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ hinüber zum ferneren KONFLIKT 19 „Oki Stan­wer – Der Missionar“ und KONFLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ sowie zu KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutral­krieger“.

Es gelang mir, die alte OSM-Story „Das Mysterium“ fertig zu digitalisieren und bis zum Monatsende eine deutlich längere kommentierte Fassung davon zu entwickeln, die der Einfachheit halber „Das Mysterium II“ genannt wird. Denn diese Ge­schichte war ursprünglich zu einer Zeit entstanden (1986), wo vieles im OSM noch im Fluss war und gewissermaßen nicht rich­tig synchronisiert. Das merkt man der Ursprungsfassung deut­lich an. Ausführliche Kommentierung konnte also nicht ausblei­ben. Ehe ich diese Geschichte veröffentliche, muss sie grundle­gend überarbeitet werden.

Mit „Brittanys Abenteuer“ kümmerte ich mich um eine wei­tere Erotic Empire-Novelle, die schon etwas angestaubt war (aber auch sie konnte nicht vollendet werden, sondern blieb eine Baustelle für die Zukunft).

Die „3. Perry Rhodan-Tage Osnabrück“ brachten mich in diesem Monat zusätzlich auf ganz andere Gedanken und erforderten ei­niges an Zeitaufwand, um mich darauf angemessen vorzuberei­ten. Schätzungsweise ist der statistische Einbruch im Vergleich zum Vormonat zu einem nicht unwesentlichen Teil hierauf zu­rückzuführen.

Der Monat Juni, der diese Ablenkung nicht aufwies, zeigt jeden­falls mit dem Endstand von 42 abgeschlossenen Werken, dass mein Werkausstoß nach wie vor recht hoch war. Nur 4 der Wer­ke entfallen auf Blogartikel. Ich verwendete stattdessen einiges an Energie auf die Digitalisierung von kreativen Frühwerken jen­seits des Oki Stanwer Mythos – indem ich alte Storyideen ab­schrieb und kommentierte, die in den frühen 80er Jahren in Fan­zines erschienen waren und mir z.T. nur noch in der Fanzinefas­sung vorlagen.

Nein, dabei handelte es sich nicht um OSM-Geschichten, son­dern ich befand mich Anfang der 80er Jahre mehr auf dem Hor­ror-Trip und machte zum Teil massive Anleihen an H. P. Love­crafts Cthulhu-Mythos … was dabei herauskam, kann man aber mit Fug und Recht ziemlich abenteuerlich und versponnen nen­nen. Man müsste sich nur „Die Wüstenpuppen“ anschauen, die ich euch lieber nicht zugänglich mache. Solche Geschichten haben im Grunde genommen nur für mich historischen Wert, li­terarisch anspruchsvoll sind sie in keiner Weise.

Bei den Digitalisaten des KONFLIKTS 14 gelangte ich in diesem Monat bis Band 70, mit KONFLIKT 12 erreichte ich Band 68. Am Monatsende schrammte ich mit „Horrorwelt“-Band 46 fast schon an der 50er-Grenze.

Alles in allem konnte ich, als der Monat sich dem Ende zuneigte, wirklich mit dem Erreichten durchweg zufrieden sein. Das war vermutlich auch ganz gut so, denn in den nächsten Monaten setzte mir die heiße Witterung doch sehr zu und ließ mich krea­tiv etwas ermatten. Davon berichte ich im nächsten Teil dieser Artikelreihe.

Bis bald, meine Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 303: Die Schatzsucher

Posted Januar 12th, 2021 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

also, ich weiß ja nicht, wie es euch geht, Freunde, oder aus wel­chem Jahrzehnt ihr stammen mögt, aber mich hat allein der Ti­tel des Buches elektrisiert. Das kann nicht wirklich überraschen, wenn man weiß, womit ich meine Kindheit aufhellte: ich las nicht nur phantastische Romane, beileibe nicht. Ich folgte statt­dessen auch Piratenabenteuern, studierte ihre Schatzkarten und suchte literarisch nach den vergrabenen Goldkisten. Mit Begeis­terung verschlang ich Jacques Cousteaus Bericht über die „Sil­berschiffe“ der Karibik und war völlig hingerissen von versunke­nen Schiffen und den in ihrem vermodernden Leib zurückgelas­senen Pretiosen.

Als ich etwas älter wurde, versuchte ich mich dilettantisch an Schatzsuchergeschichten (die haben es allesamt nicht in die Jetztzeit geschafft). Aus einem Riesenberg Kronkorken schuf ich mir selbst einen Schatz und vergrub ihn im Wald hinter unserer Kleingartenkolonie … nur um ihn später reumütig wieder ausgraben und entsorgen zu müssen, weil „man so etwas einfach nicht tut“, wie meine Eltern mir erklärten.

Sehr viel später studierte ich dann Geschichte, bewahrte mir aber mein Faible für das Untergegangene, Vergrabene und Ver­gessene, für Gräber, Königsgruften und Abenteuerfilme, in de­nen es um verborgene Schätze ging. So etwas zieht mich bis heute in seinen Bann, womit wir einen roten Faden der Leiden­schaft haben, der mich schon ca. vierzig Jahre beschäftigt.

Dass Schatzsuchen aber auch mit dem Genre des erotischen Romans gepaart werden können, lief mir bislang doch eher sel­ten über den Weg. Entsprechend neugierig war ich auf das vor­liegende Werk, wo exakt das geschieht (und nebenbei, gewis­sermaßen, handelt es sich auch noch um einen Kriminalroman).

Man kann also konstatieren, da ist für fast jeden was literarisch dabei. Herausgekommen ist jedenfalls ein äußerst unterhalts­amer Roman. Folgt mir darum einfach mal ins ländliche England und mitten ins Abenteuer:

Die Schatzsucher

(OT: Game For Anything)

von Lyn Wood

Bastei 14969, September 2003

320 Seiten, 6.90 €

Übersetzt von Sandra Green

ISBN 3-404-14969-6

Fiona Ferris, kurz Fee von ihren Freunden genannt, kommt sich vor wie in einem falschen Film, und in gewisser Weise kann man das als Leser sehr gut verstehen – sie ist nur ihrer Freundin Rachel zuliebe in diese Geschichte hineingerutscht, mit den un­möglichsten Typen zusammen auf diesem Tudor-Anwesen, und die „Spiele“, die sie spielen, die Worte, die dort verwendet wer­den … also, das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Und dann geht es ihr auch noch an die Wäsche …

Moment, noch einen Schritt zurück? Keiner weiß, was los ist?

Gut so, folgendes ist also vorauszuschicken: Fiona und ihre Freundin Rachel sind emanzipierte, moderne Frauen, die auch – und besonders – im Bett wissen, was sie wünschen. Pech für sie: entweder sind die Ansprüche zu hoch oder die Typen, die sie ab­schleppen (darin ist besonders Fiona Spezialistin), entpuppen sich als herbe Enttäuschung. Sie sind also beide noch bzw. wie­der solo, und insbesondere Fee ist mächtig frustriert. Sie hat’s ohnehin nicht leicht, den Perfektionsansprüchen ihrer Frau Mut­ter zu genügen, ist sie doch schließlich „nur“ Floristin geworden, und ihr Lover hat sie gerade mächtig frustriert. Rachel ist eben­falls gerade sitzen gelassen worden – zusammen mit der Einla­dung für zwei Personen auf ein Landhaus in Oxfordshire. Folg­lich fahren sie beide „solo“ hin, einmal, um auf andere Gedan­ken zu kommen und sich vielleicht interessante Männer anzula­chen.

Ihr seid phalakrespisch, nicht wahr?“, werden die beiden auch prompt gleich gefragt, woraufhin Fee, die nicht den blassesten Schimmer hat, was das wohl heißen mag, resolut mit „Nein“ antwortet (und sich insgeheim fragt: „Hatte er wissen wollen, ob sie lesbisch waren?“, womit sie natürlich völlig falsch liegt). Gefragt, was sie so mache, antwortet Rachel, sie sei Übersetze­rin und wird sofort weiterhin gefragt: „Irgendeine interessante Sprache? Mandinka, Potawatomi oder Estnisch?“ „Französisch und Spanisch.“ Was einigermaßen Enttäuschung hervorruft. Die beiden Freundinnen sind halt unter die Exoten gefallen, wie sie rasch erkennen müssen.

Die gewonnene Woche ist die sogenannte „Woche der Sprach­spiele“. Die Leute, die sich hier eingefunden haben (Rachels Ex hätte auch dazu gehört), sind Erfinder oder manische Löser von Kreuzworträtseln, Sprachforscher und Spieler, im Wesentlichen Intelligenzbestien, die sich am liebsten mit vielsilbigen Wörtern unterhalten, Anagramme im Vorbeigehen lösen, literarische Ver­weise und Metaphern mit Begeisterung entschlüsseln, und das Interessanteste aller Spiele, das alles kombiniert, ist die „Schatzsuche“.

Der kürzlich verstorbene Mäzen der Veranstaltung, Alfred Hicks, hat diese Woche konzipiert, und am Ende wartet sein Vermächtnis auf die Lösenden. Je zwei Schatzsucher bilden ein Team, stets Mann und Frau, wobei die Männer sich nach dem Losverfahren die Partnerinnen wählen.

Überzeugt, dass sie beide nicht viel Chancen haben, lassen sich Rachel und Fee auf das Abenteuer ein. Dabei wird Rachel vom attraktiven William „weggefischt“, wie Fee das nennt, während sie den unscheinbaren Eric Summers abbekommt, der sich nicht nur äußerst kühl verhält, sondern weder von Fees weibli­chen Reizen berührt zu sein scheint noch von ihrem Verstand sonderlich überzeugt ist. Fee selbst findet ihn auch kalt wie ei­nen Fisch und neigt dazu, Vergnügen und „Aufgabe“ strikt von­einander zu trennen – was sie rasch ins Bett des talentierten Angus treibt. Das hat natürlich Folgen.

Doch schnell bekommt sie mit, dass sich die Schatzsuche auf sehr hintergründige Weise um das Thema Sex dreht, und das macht dann doch wieder neugierig. Sehr bald muss Fiona ver­stehen, wie nicht nur Worte und Aufgaben doppel- und mehr­deutig sind, sondern auch die Charaktere der Schatzsucher selbst entsprechen dem. Die Leute tragen Pseudonyme wie „Scarab“ oder „Schwalbe“, aber auch ihre angegebenen Berufe entsprechen nicht immer dem, was wirklich stimmt. Und schließlich bekommt die Floristin heraus, dass sich unter den Schatzsuchern sogar Verbrecher befinden, die bereits einmal in das Anwesen eingebrochen sind.

Sehr schnell wird die Schatzsuche so zu einer höchst brenzligen Angelegenheit, voller wilder, verblüffender Wendungen, und sich nackt in einer Wäschekammer wiederzufinden oder stun­denlang in einem Kellerverlies eingesperrt zu sein, sind noch die harmloseren Varianten dieser turbulenten Jagd, die auch Schlammbäder, Verfolgungsjagden und wilde Tiere einschließt. Und Fee hat noch keine Vorstellung, dass es einen ganz beson­deren Preis zu erringen gilt, der nicht einmal ausgeschrieben ist …

Wenn man die zweite Hälfte eines Romans in einem Zug liest, sollte man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass das Buch unterhaltsam ist. Das war hier der Fall. Vermutlich hätte ich das Buch mühelos an einem Nachmittag „inhalieren“ können, aber dann wäre das Vergnügen zu rasch vorbei gewesen. Und ernst­haft, ein Vergnügen ist es. Während manche erotischen Romane sich in einer eher stumpfsinnigen Marathonsex-Struktur durchs Kamasutra zu schlängeln versuchen und man quasi an zwei Händen abzählen kann, was denn als Nächstes kommen müsste (und man meistens nicht enttäuscht wird), ist es hier auf ver­gnügliche Weise anders.

Eingebettet in den Rahmen der Schatzsuche, garniert mit Wort­rätseln, Scrabble, Wörterbuchspielen, Anagrammen und ande­ren kryptografischen Rätseln, gewürzt mit Anspielungen auf My­thologie, Geschichte, Botanik, Biologie und ähnliches ergeben sich die sexuellen Begegnungen eher als Intermezzi, die auf phantasievolle Weise den Text auflockern. Parallel zu der Frage, wie sich die nächste Spirale der Schatzsuche wohl gestalten mag, wohin sie führen wird, treibt die Autorin raffiniert die Erfor­schung der Biografien und Persönlichkeiten der Protagonisten voran, und so, wie man dem Schatz näher kommt, nähern sich Rachel und Fee auch den wahren Persönlichkeiten. Niemand ist eigentlich der, für den man ihn anfänglich hält. Da gibt es Die­be, Verfolger und Vollstrecker des Letzten Willens, und dann sind da noch die „roten Heringe“, zu denen ich nichts sage.

Zwar muss man der Autorin letzten Endes attestieren, dass sie am Schluss leicht überfordert wirkte, aber über 250 Seiten lang wird man aufs Beste unterhalten, bekommt viel zum Kichern und eine Menge Denksportaufgaben geliefert. Zu schade, dass das Buch nicht auch eine Schatzkarte dabei liegen hatte. Das hätte gepasst. Wer also immer sich für solche Lektüre erwär­men kann, der sollte sich das Buch antiquarisch besorgen. Ne­ckische Unterhaltung ist garantiert.

© 2008 by Uwe Lammers

Doch, das sind unterhaltsame Stunden, die man mit diesem Ro­man zubringen kann. Das finde ich auch aus einer Distanz von 12 Jahren immer noch.

In der kommenden Woche stelle ich euch eine grand old dame der Kriminalliteratur vor, die ihr bereits aus mehreren Rezensionen kennt. Aber nun kommt ihr ihr definitiv näher.

Mehr dazu in sieben Tagen.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Blogartikel 410: Close Up: Der OSM im Detail – Teil 23

Posted Januar 10th, 2021 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich weiß, es ist ein komisches Gefühl, den ganzen Background des KONFLIKTS 14, also der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC) im Kopf zu haben und zu wissen, dass ich, als ich über den aktuell zu behandelnden KONFLIKT 15 schrieb, nichts davon zu Papier gebracht hatte. Es ist deshalb gewöh­nungsbedürftig, weil der OSM ja prinzipiell chronologisch aufge­baut ist. Auf KONFLIKT 14 folgt KONFLIKT 15, und man sollte an­nehmen, dass sich die Erinnerungsschichten analog akkumulie­ren.

Das ist bekanntlich im OSM, der eher erratisch und achronisch geschrieben wird, nicht der Fall. Es ist also sinnvoll, für den ers­ten Moment mal die Erinnerungen an alle Details des KON­FLIKTS 14 beiseite zu schieben und sich auf die fundamentalen KONFLIKT-Handlungslinien zu konzentrieren, denn die sind auch in dem eher rudimentären KONFLIKT 15 schon aktiv, wenn auch in sehr gewöhnungsbedürftiger Weise.

In dieser Serie kapriziere ich mich eher auf vages Erinnerungs­wissen aus den „Gedankenspielen“ mit meinem Bruder, so dass dort behandelte Völker hier erscheinen und Matrixfehler-Erinne­rungen an den damals noch ungeschriebenen KONFLIKT 9 „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“ intermittierend hineinmischen. Auch hatte ich bekanntlich noch keine klare Kenntnis von den Totenköpfen, den Dämonen von TOTAM und vielen anderen Din­gen, die ich in KONFLIKT 14 schon deutlich differenzierter be­trachtet habe.

So, nach dieser kurzen Erinnerungsaufwärmung noch mal ein Kurzlauf zum Hintergrund des KONFLIKTS 15:

Rückblick: In der Galaxis Milchstraße schreibt man das Jahr 7473 irdischer Zeitrechnung. Oki Stanwer soll hier erscheinen und das Volk der Terraner auf seine Seite bringen, um es gegen TOTAM und die Dämonen in Stellung zu bringen. Aber eine über Jahrhunderte zerrüttende Welle von Terroranschlägen des rät­selhaften Volkes der Voorks führt dazu, dass die geeinte Menschheit aufhört zu existieren und die Erde vergessen wird. Als 1900 Jahre nach Beginn des Kampfes sich der Staub legt, ist die galaktische Menschheit auf zahlreiche kleine Sternenreiche verteilt und gründlich vergangenheitsvergessen.

Besonders vergessen wurde, dass ein Teil der Menschheit in die Kleingalaxis Zoran ausgewandert ist, vor den direkten Blicken der Milchstraße durch eine große Dunkelwolke verborgen. Hier entsteht ein zweites Menschheitsreich mit der erklärten Absicht, die Galaxis zurückzuerobern. Dafür bedienen sich die Zoraner einer Androidenarmee, die sie nach den mythischen Wesen des untergegangenen okischen Imperiums „Oki Stanwer-Androiden“ nennen.

Als einer von ihnen tatsächlich von Oki Stanwers Seele besetzt wird, erwachen robotische Hinterlassenschaften der Okis und bringen den vermeintlichen „Kaiser der Okis“ (der von seiner Mission nichts wissen möchte) in die Milchstraße. Doch auf der Oki-Stützpunktwelt Ghetor-III gibt es quasi keine Spuren der Oki-Technologie mehr, sondern in die Primitivität zurückgefallene terranische Siedler, die ihre Welt als Garos bezeichnen. Dabei ist das Siedlungsareal von einer undurchdringlichen Schatten­mauer eingehüllt, geschaffen und beherrscht vom Dämon Gor­mus von TOTAM.

Oki Stanwer schafft es, den monumentalen Oki-Roboter „RÄ­CHER“ nach einem Amoklauf auf seine Seite zu bringen und versucht mit den Garosanern, zu denen Thor Gordenbeyl und Marko Chang zählen – formell zwei Helfer des Lichts, was er aber nicht weiß – gegen den Dämon und seine Schergen zu zie­hen. Sie werden besiegt, und die drei Genannten geraten in Ge­fangenschaft und werden direkt durch einen TOTAM-Transmitter zur Welt des Bösen gesandt.

Der KONFLIKT scheint schon jählings entschieden zu sein … aber es kommt anders …

Episode 6: „Voorks mittschiffs voraus!“

(unklar, 1982, digitalisiert 2002)

Eine Vergangenheitsblende unterbricht die serielle Handlungs­führung. Ich brachte in dieser Folge eine aus diversen „Doku­menten“ bestehende Blende in die terranische Geschichte, um den Handlungsschauplatz der Galaxis und vor allen Dingen die einzelnen Fraktionen der Menschheit näher zu bringen.

So wurde die irdische Hauptstadt World City eingeführt, begin­nend mit einem Dokument aus dem Jahr 4596, in dem von den ersten Voork-Attacken berichtet wurde.

Innerhalb von etwas mehr als hundert Jahren spalteten sich Gruppen wie die „Extraterrestrier Killer-Kommandos“ (EKK), die „Stardust-Flibustiers“ (SDF) und die Freien Händler sowie die „Arme Bettler Föderation“ (ABF) ab.

Am Ende flüchtet ein wesentlicher Teil der galaktischen Mensch­heit nach Zoran und gerät hier im Laufe der nächsten Jahrhun­derte mehr oder minder unter die Kontrolle eines zentralen Ro­botgehirns.1

Episode 7: Gefangene des Satans

(unklar, 1982, digitalisiert 2002)

Oki Stanwer landet mit seinen Gefährten Thor Gordenbeyl und dem Asiaten Marko Chang auf der Welt TOTAM. Dass in dieser Folge ständig von „Magie“, „Magiern“, „Dunkelmächten“ usw. geplappert wird, hat mit der damals noch rudimentären Struktur des OSM zu tun, das übergehe ich mal ebenso wie die zahlrei­chen Widersprüche zur modernen OSM-Physik.

Entscheidend ist der weitere Fortgang der Handlung. Die drei Freunde werden getrennt und in unterschiedlichen transporta­blen Gefängnissen untergebracht. Mit Oki zusammen ist ein kleinwüchsiger Mann gefangen, der als „alt“ beschrieben wird und Yorrok heißt (den kennen wir aus KONFLIKT 14, und er ist auch schon in KONFLIKT 13 im E-Book „DER CLOGGATHKON­FLIKT 1: Vorbeben“ in Erscheinung getreten … das mit dem Alter ist eine Täuschung). Als Oki Stanwer ihm seinen Namen nennt, weil er den von seinem Androidenkörper übernommen hat, wird er – nach eigener Vermutung – sofort mit DEM Oki Stanwer verwechselt.

Yorrok scheint nur auf einen Vorwand gewartet zu haben, sich selbst zu befreien, denn er ist seltsamerweise ordentlich bewaff­net. Nachdem er Oki Stanwer erklärt hat, dass er als wiederge­kehrter Herrscher des okischen Imperiums gilt – und als TO­TAMS Todfeind – , wird für den Androiden alles ein wenig trans­parenter. Nicht ungefährlicher, denn sie sollen zum TURM ge­bracht werden, dem Zentrum TOTAMS. Kurzerhand entschließt sich Oki zur Flucht.

Thor Gordenbeyl kann sich mit Hilfe seiner Axt befreien, wird je­doch nach kurzer Flucht bereits wieder eingefangen.

Marko Chang ergibt sich in sein Schicksal und wird von den Un­toten erschossen … aber bizarrerweise kommt unter seiner nor­malen Haut ein Cyborgkörper zum Vorschein, der höchst wehr­haft ist und, wie sich herausstellt, der Oki-Technologie ent­stammt. Er liquidiert seine Gegner und beeilt sich dann, Oki        St­anwers Fährte zu folgen, um ihm zu helfen.

Oki selbst ist mit Yorroks Hilfe ebenfalls geflüchtet und irrt durch die schwarze Kristallwüste auf TOTAMS Oberfläche – doch da nimmt Yorrok Abschied von ihm und löst sich auf, nicht jedoch, ohne ihn darauf hingewiesen zu haben, dass der TURM TOTAMS Schwachstelle ist und er ihn unbedingt erreichen solle …

Episode 8: TOTAMS Todesturm

(unklar, 1982, digitalisiert 2002)

Fortsetzung von Oki Stanwers Abenteuern auf TOTAM. Schon im vorigen Band klang etwas an von den „SIEBEN SIEGELN VON TOTAM“ (von denen ich damals allerdings noch überhaupt nichts verstand, aber es zeigt, wie alt dieser Begriff ist, der in der Folge in dieser Serie allerdings kaum mehr eine Rolle spielt), die Oki Stanwer angeblich lösen soll. Der Titelheld der Serie und des OSM, der in einem sehr robusten Androidenkörper unter­wegs ist, befindet sich auf der Suche nach dem TURM und hat ihn fast erreicht, als ihn Totenköpfe aufspüren und an der Schul­ter verletzen. Mit letzter Kraft gelangt er ins Innere des TURMS und kann ihn verriegeln. Die Totenköpfe halten Abstand … aber aufgrund der rasant zunehmenden Schmerzen verliert Oki Stan­wer das Bewusstsein.

Yorrok hat TOTAM verlassen und ist zu seinem Vorgesetzten zu­rückgekehrt – erst später wird man erfahren, dass es sich dabei um den Matrixkoordinator WÄCHTER handelt, der euch schon aus KONFLIKT 14 bekannt ist. Als Yorrok spürt, dass Oki Stanwer seine Aufgabe nicht erfüllen kann, kehrt er nach TOTAM auf dem Teleportationsweg zurück und befreit Thor Gordenbeyl. Bei­de begeben sich dann direkt zum TURM, wo sie den Schwerver­letzten finden.

Während Oki Stanwer zunehmend im Delirium versinkt und ein schwarzer Kristallsplitter aus TOTAM-Kristall, der in seiner Schul­ter steckt, seinen Körper zunehmend vergiftet, hat er eine Visi­on einer vierarmigen Götzenfigur, die ihm zuruft, dass er sieben Prüfungen zu bestehen hat. Die erste sei, „das Volk, das ständig seinen Namen ändert“ zu finden und dessen designiertem Hel­fer auf den Thron zu helfen.

Er erwacht kurz aus dem Delirium und kann Thor auf das BUCH hinweisen, das er zerstören soll, um TOTAMS Macht zu brechen. Das geschieht auch … aber danach setzen zu ihrer beider Schrecken sofortige planetare Zerfallserscheinungen ein, und die Atmosphäre beginnt sich rapide zu verflüchtigen.

TOTAM stirbt!

Episode 9: TOTAMS ENDE

(unklar, 1982, digitalisiert 2002)

Weitere Fortsetzung der TOTAM-Abenteuer Oki Stanwers. Nach­dem sie den Untergang der Kristallwelt eingeleitet haben, ver­suchen sie, einen Totenkopf-Stützpunkt zu erreichen, um den Planeten noch zu verlassen.

In dieser Situation stößt der ehemalige Marko Chang auf sie, der sich nun als Oki-Roboter X-5 von der Oki-Schutzgarde zu erken­nen gibt (warum er das noch nicht auf Garos tun konnte und sich an seine Funktion nicht mal erinnerte, bis er von den Toten­köpfen „erschossen“ wurde, wird nie geklärt).

X-5 weiß einen ehemaligen Oki-Stützpunkt in der Unterwelt TO­TAMS. Das macht nach dem modernen OSM-Konzept natürlich keinen Sinn, aber das gab es damals noch nicht.

Mit Hilfe des Stützpunktes und des hier befindlichen Transmit­ters schickt X-5 Oki und Thor über eine alte Transmitterverbin­dung fort. Sie führt direkt zu der verwilderten Welt eines alten Oki-Stützpunktplaneten, der heutzutage „Poor Planet“ genannt wird und das Herz eines kleinen terranischen Sternenreichs ist, der Arme Bettler Föderation.

Hier aber wird Oki Stanwer bewusstlos – und dann entwickelt sein sich zunehmend schwärzender Körper ein furchtbares Ei­genleben. Zwar nimmt Thor an, TOTAMS Macht sei gebrochen, aber möglicherweise haben sie zusammen mit Oki jemanden oder etwas von der Welt des Bösen mitgerissen, das nun das Verhängnis in die terranischen Sternenreiche trägt …

Episode 10: Planet der Intrigen

(unklar, 1982, digitalisiert 2002)

Wechsel des Handlungsschauplatzes. Wir sind immer noch in der Galaxis Milchstraße, aber nun befinden wir uns auf einem Planeten, der „Zentralwelt“ genannt wird und im Innern einer dichten Sternenwolke liegt, weitgehend abgeschottet von allen terranischen Kleinstreichen. Als der Voork-Sturm vor rund zweit­ausend Jahren die Galaxis verheerte, hat sich das Volk der Klei­nis, die auch „Helfer“ genannt werden und einstmals Oki Stan­wer zu Zeiten des okischen Imperiums halfen (das sind direkte Handlungslinien aus den „Gedankenspielen“), auf die Zentral­welt zurückgezogen und alle Verbindungen nach außen ge­kappt.

Die Folge war trotz der extrem hochgezüchteten Technologie ein hypertrophes Bevölkerungswachstum, so dass die Zentralwelt heute einen gigantischen Stadtkomplex mit über hundert Milli­arden Bewohnern darstellt, in dem weitgehende Anarchie herrscht.

Befeuert wird diese Anarchie noch durch die terranischen Extraterrestrier Killer-Kommandos (EKKs), die hier aktiv sind und sich als Kopfgeldjäger verdingen. Auch die regierenden Kreise sind daran interessiert, dass der designierte Herrscher dieser Welt, Klivies Kleines, nicht wieder an die Macht kommt. Sie setzen ihre eigenen Sicherheitsleute parallel zu den EKK auf Kleines an – die Angehörigen des SOK (Sicherheitsorganisation der Kleinis). Im letzten Moment gelingt Kleines die Flucht über einen Trans­mitter, der auf den Hangar der 81. Erkunderflotte gerichtet ist – doch Kleines übersieht, dass der Transmitter eine Fehlfunktion aufweist … er wird irgendwo ins Nirgendwo abgestrahlt …

Wohin Kleines gerät, was weiter mit Oki Stanwer und Thor pas­siert und was den terranischen Reichen noch für unheimliche Gefahren drohen, darum geht es in der nächsten Folge der Clo­se Up-Artikel. Für heute soll dies reichen.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Es ist übrigens auch an der Namensgebung mancher neuer Staatengebilde und der Handlungsführung relativ deutlich, dass ich damals noch stark an literarischen Vorla­gen klebte und vieles einfach recht ungefiltert übernahm. Ich gehe auch deshalb nicht en detail darauf ein, sondern beschränke mich auf grobe Skizzierung des Inhalts.

Rezensions-Blog 302: Piranha

Posted Januar 5th, 2021 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

Piranhas sind eigentlich sehr hungrige, in der Regel verrufene Raubfische in südamerikanischen Gewässern. Aber mit diesen Tieren oder einem Horror-Schocker, in dem es um mutierte Fi­sche dieser Spezies gehen könnte, handelt es sich hierbei nicht im Entferntesten. Tatsächlich ist der Titel sogar etwas irrefüh­rend. Zwar weist er auf eine wichtige technische Errungenschaft hin, aber die wirkliche Gefahr schleicht sich unsichtbar an Juan Cabrillo und seine Crew heran, und am Anfang haben sie nichts als eine seltsame Zahlenfolge, die für sie völlig nutzlos ist – und doch bedeutet ihre bloße Kenntnis beinahe den Tod für die ge­samte Mannschaft der OREGON.

Mit Boyd Morrison betritt ein neuer Coautor bei Clive Cussler, dem jüngst verstorbenen Abenteuerroman-Autor die Bühne … und es ist ein echt phantastischer Glücksgriff, wie ich an diesem Roman erleben sollte. Ich empfehle euch ernsthaft: macht es nicht wie ich und versucht, einfach abends nur ein paar Kapitel anzulesen – ich bin sicher, ihr würdet daraus ebenso wenig wie­der aussteigen können, wie ich es konnte.

Das Buch ist ein echter pageturner, nicht zuletzt, weil man drin­gend wissen möchte, wie der Villain, mit dem es Cabrillo hier zu tun hat, eigentlich anstellt, der OREGON-Crew immer, teilweise auf fast mörderische Weise, einen Schritt voraus zu sein.

Das hat alles mit dem legendären und fiktiven Land „Oz“ zu tun, wie es scheint. Und mit einer Technologie, die schiere Science Fiction ist.

Vorhang auf für das Abenteuer:

Piranha

(OT: Piranha)

Von Clive Cussler & Boyd Morrison

Blanvalet 0309

2016, 9.99 Euro

512 Seiten, TB

Übersetzt von Michael Kubiak

ISBN 978-3-7341-0309-4

Man schreibt den 8. Mai 1902, als die SS Roraima im Hafen von St. Pierre auf der karibischen Insel Martinique vor Anker geht. Niemand ahnt, dass sie geradewegs in der Hölle gelandet sind – auch wenn der rauchende Feuerberg im Hinterland der Karibik­stadt finster dräut und das Meer voller Asche ist. Auch der deut­sche Physiker Günther Lutzen ahnt das nicht, der an Bord ist. Er wird ebenso wie nahezu alle anderen Menschen ringsherum ein Opfer des verheerenden Vulkanausbruchs des Mont Pelée, der an diesem Tag die Insel verwüstet und 30.000 Menschen um­bringt. Aber immerhin überlebt er das Inferno noch so lange, dass er einem Besatzungsmitglied der Roraima sein Tagebuch für seine Tochter übergeben kann. Seine letzten Worte lauten: „Sagen Sie ihr, dass ich dort war. Ich habe den Durchbruch ge­schafft. Alles wird sich verändern. Sie schimmerten wie Smarag­de, groß wie Baumstämme. Ich habe Oz gefunden.“

Der Leser, der „The Wizard of Oz“ gelesen hat (wie ich!), ist un­weigerlich fasziniert, denn Oz ist ein fiktives Land, und die Sma­ragdstadt darin hat es nie gegeben. Wie kann Günther Lutzen sie gefunden haben? Was bedeutet das alles? Es dauert sehr lange, bis man das verstehen kann.

Blende in die Gegenwart, neun Monate vor Handlungsbeginn: Das US-Militär testet in der Chesapeake Bay den Prototyp einer neuen Kampfdrohne. Die Konstrukteure Douglas Pearson und Lawrence Kensit haben sie entwickelt und sollen nun auf einem Schiff testen, dass die Drohne nicht von außen zu beeinflussen ist … leider ist sie es, und ehe sich die Forscher versehen, nimmt die Drohne Kurs auf ihr Schiff und sprengt es in die Luft. Es gibt keine Überlebenden.

Zusammenhang mit Prolog? Offensichtlich keiner, aber das täuscht.

Handlungsgegenwart: Puerto de la Cruz, Venezuela. Ein schäbi­ger, heruntergekommener Trampdampfer namens Dolos läuft in den Hafen ein. Der Leser, der mit den Abenteuern von Juan Ca­brillo und seinem Schiff, der OREGON, vertraut ist (dies ist der zehnte der Serie), weiß natürlich instinktiv, dass es sich um die OREGON handelt, das Tarnschiff der „Corporation“, das gele­gentlich für die CIA heikle Aufträge übernimmt, wenn der US-Geheimdienst selbst nicht in Erscheinung treten darf. So auch in diesem Fall. Es gibt Indizien, die darauf hindeuten, dass venezo­lanische Militärkreise dem nordkoreanischen Regime Hilfsdiens­te leisten. Cabrillo ist in Südamerika, um Beweise zu finden und gegebenenfalls zu vernichten.

Was er nicht ahnt, ist Folgendes: er stört auf diese Weise die Kreise einer Person, die man den „Doktor“ nennt, auch wenn das noch in gar keiner Weise erkennbar ist. Schlimmer noch scheint Faktum Nummer 2 zu sein, das er auch nicht kennt: Sei­te an Seite mit den Venezolanern taucht ein Chinese auf, der die OREGON von früher kennt und die Venezolaner vor ihrer Schlagkraft warnt. Dieser Mann namens Gao unterläuft so die Tarnung der „Corporation“ und liefert sie buchstäblich ans Mes­ser. Während Juan Cabrillo und seine Gefährten reichlich Indizi­en für die Verstrickung des venezolanischen Militärs in Rüs­tungslieferungen an die Nordkoreaner finden, laufen sie darum geradewegs in eine Falle und werden alsbald nach mächtigem Feuerzauber im Hafen von einem ausgewachsenen Schlacht­schiff verfolgt und offensichtlich von Admiralin Dayana Ruiz kur­zerhand versenkt. Dabei handelt es sich allerdings um ein höchst raffiniertes Täuschungsmanöver, mit dem sich die ORE­GON aus der Affäre zu ziehen versteht.

Unmittelbar davor jedoch gelingt es Cabrillo, die Chipkarte ei­nes Handys an sich zu bringen, auf der brisante Informationen über die Geschäfte mit den Nordkoreanern gespeichert sind. Und dann ist da etwas, was sie überhaupt nicht begreifen. Eine Reihe von vier Datensätzen. Ein Datum jeweils, und dahinter steht nur: „Alpha siebzehn, Beta neunzehn, Gamma zweiund­zwanzig, Delta dreiundzwanzig.“

Sie schicken diese Information, mit der sie nichts anfangen kön­nen, an die CIA unter Langston Overholt weiter (die damit auch nichts anfangen können), und dann machen sie entspannten Er­holungsurlaub auf Jamaika, den sie sich nach dem venezolani­schen Job verdient haben.

Es ist beinahe ihr letzter Urlaub.

Denn genau diese Datensatzfolge ist fast ihr aller Untergang. Niemand darf sie kennen – und wer von ihr erfährt, ist des To­des.

Jede Urlaubergruppe der OREGON wird auf einmal zum synchro­nen (!) Ziel von Killertrupps, und es ist nur einem unglaublichen Zufall zuzuschreiben, dass die raffinierten Anschläge allesamt scheitern. Dennoch – für Cabrillo und sein Team herrscht schlag­artig Alarmstufe 1. Irgendwer hat irgendwie die geschickte Tar­nung der „Corporation“ durchlöchert. Normalerweise ist keines der Besatzungsmitglieder namentlich bekannt, die Aufenthalts­orte werden sorgsam geheim gehalten. Aber gegen diesen Feind nutzt das überhaupt nichts.

Der Unbekannte im Hintergrund, der „Doktor“, dirigiert unter Zuhilfenahme eines beinharten und nahezu „unkaputtbaren“ Söldners namens Hector Bazin eine Armee von haitianischen Soldaten, die auf so blinden Gehorsam konditioniert sind, dass sie sich lieber selbst umbringen statt irgendetwas zu verraten.

Das ist schon schlimm genug. Aber die Ziele des „Doktors“ sind völlig nebulös, niemand begreift, was er vorhat, und aus den Andeutungen wird der Leser auch lange Zeit überhaupt nicht schlau. Was etwa soll das bedeuten, dass „die Welt in vier Ta­gen eine andere sein wird als jetzt“? Was geschieht in vier Ta­gen? Wo? Wie kann man das aufhalten? Und warum, um alles in der Welt, ist der „Doktor“ imstande, jeden Schachzug, wirklich jeden einzelnen, den Cabrillo und sein Team unternehmen, vor­auszusagen? Er scheint geradewegs durch jede Wand zu sehen, in jedes Gebäude und jeden Bunker, selbst in die Kommando­zentrale der OREGON, eindringen zu können. Als sei er Gott selbst, für den es keine Geheimnisse gibt. Er wird sogar Zeuge eines Mordes auf hoher See und nimmt diesen auf Video auf, um mit ihm einen hochrangigen Politiker in den USA zu erpres­sen. Es ist nachgerade unmöglich.

Das alles hat auf sehr raffiniert verwobene Weise mit dem vor Martinique verstorbenen Günther Lutzen und seinem an die Tochter damals weitergesandten Tagebuch zu tun. Und mit ei­nem unheimlichen Ort, den Lutzen „Oz“ nannte und der inzwi­schen ein technologisches Wunder beinhaltet, mit dem der „Doktor“ die Weltmächte gegeneinander ausspielen kann und sich zum Herrscher über die Welt aufschwingen will.

Doch wie kämpft man gegen einen Feind, der alles sieht und ge­gen den Gegenwehr offenbar sinnlos ist? Juan Cabrillo stand de­finitiv noch niemals einem Gegner gegenüber, der so allmächtig ist … und der Wettlauf mit der Zeit hat längst begonnen …

Eigentlich hatte ich ja nur vor, ein paar Anfangskapitel an dem Buch zu lesen, so als Schlummerlektüre kurz nach Mitternacht … als ich dann mit dem Lesen vorerst stoppen konnte, befand ich mich auf Seite 148, und es war zwei Uhr nachts.

Verdammt, dachte ich, das ist ein Höllenstoff, das ist ja unglaub­lich! Und in der Tat passierte mir dann das, was mir bei Clive Cussler noch nie passiert ist – bis zum Abend dieses Tages hatte ich das Buch komplett verschlungen, weil ich nicht mehr aufhö­ren konnte zu lesen. Das will echt was bedeuten bei jemandem, der mehr als 50 Cussler-Romane gelesen hat.

Mit Boyd Morrison findet der nächste Coautorenwechsel bei den OREGON-Romanen statt. Nach Craig Dirgo, der ja nur die ersten beiden Romane durchhielt, und Jack du Brul, der kongenial die packenden OREGON-Abenteuer weiterschrieb, hat Clive Cussler nun mit dem Ingenieur und Schauspieler Boyd Morrison jeman­den gefunden, der auf sehr bemerkenswerte Weise Hightech-Ideen in die OREGON-Geschichten einwebt. Dieses Debüt ist zu­gleich der schlagende Beweis, dass er nicht nur technisch ver­siert ist, sondern auch dramaturgisch äußerst packend zu schreiben versteht. Man kommt aus dem Buch buchstäblich nicht mehr raus.

Das hat verschiedene Gründe: Zum einen möchte man natürlich wissen, was die Quelle der Allmacht ist, die der „Doktor“ befeh­ligt (die Lösung ist naturwissenschaftlich wirklich Furcht erre­gend und hat eindeutig Science Fiction-Komponenten!). Man rätselt einfach die ganze Zeit herum, wie das, was er macht, möglich ist, und man kommt dabei natürlich auf die verschie­densten Ideen – ob etwa eine KI wie „Eagle Eye“ dafür in Frage kommt (aus dem gleichnamigen Film), eine Art subversiver Computervirus andererseits, vielleicht so etwas wie das „Auge Gottes“ (aus den „Fast & Furious“-Filmen) … aber ich versichere euch, es ist noch sehr viel heftiger.

Auf einer zweiten Schiene fragt man sich, was um alles in der Welt es mit „Oz“, Günther Lutzen und Martinique zu tun haben mag, was da gegenwärtig geschieht. Und was der „Doktor“ letz­ten Endes für einen Plan anstrebt, der immer nur in bizarren, zusammenhanglosen Details zu sehen ist.

Besonders positiv wirkt sich aber aus, dass die Gegenseite Ca­brillos nicht aus ausgesprochenen Dumpfbacken besteht, son­dern aus höchst gefährlichen, klugen und sehr robusten Geg­nern. Ob es die venezolanische Admiralin ist, die sich als sehr viel wichtiger entpuppt, als man anfangs denkt; ob es sich um den skrupellosen Bazin handelt, der wie ein Springteufel immer genau dort auftaucht, um Cabrillos Pläne zu durchkreuzen, wo er der Logik halber überhaupt nicht auftauchen DÜRFTE (etwa in Berlin), weil er von Cabrillos Reiseplänen keinerlei Kenntnis haben dürfte, da sie außer ihm selbst keiner kennt (!), oder eben um den sinistren „Doktor“, dessen Identität und Aufent­haltsort sehr, sehr lange völlig im Unklaren bleiben … das alles zusammen ergibt einen hochexplosiven Cocktail für den Leser, der die Spannung konstant hoch hält.

Garniert wird das alles von den Klassikern bei Clive Cussler: Ver­folgungsjagden zu Land, zu Luft und im Wasser, Unterwasser­abenteuer, verdeckte Operationen, spektakuläre Explosionen und jede Menge Humor. Außerdem hat mir sehr gefallen, dass Boyd Morrison mit Kapitän Maria Sandoval und der Admiralin zwei bemerkenswert starke Frauenfiguren in die Geschichte ein­geschrieben hat, die nicht nur schmückendes Beiwerk der Story sind.

Alles in allem: ein beeindruckendes Romandebüt, das unbedingt empfehlenswert ist und neugierig auf weitere Romane des Duos macht.

Ach, und was es mit dem Titel „Piranha“ auf sich hat? Nein, das Geheimnis sei an dieser Stelle noch nicht verraten, nur soviel darf ich sagen: Es passt perfekt. Vielleicht nicht zum Cover, das schön zum Martinique-Desaster passt, aber der „Piranha“ ist ge­wissermaßen ein Kernstück der Geschichte (wenn auch thema­tisch aus einem Bond-Film etwas geklaut, aber das trübt die Story definitiv nur minimal ein).

Ein rundum empfehlenswerter Roman. Nehmt euch Zeit dafür, Freunde, ihr kommt aus der Story nicht mehr raus, ehe ihr sie in einem Rutsch gelesen habt!

© 2019 by Uwe Lammers

Definitiv – ein Hammerroman! Ich vergebe so ein Prädikat wirk­lich nicht oft oder leichtfertig. Wäre es nicht der zehnte Roman einer Serie, würde ich sagen … wer Clive Cussler & Co. lieben möchte, sollte hiermit einsteigen. So empfehle ich die OREGON-Abenteuer in toto … nach dem ersten, spätestens dem zweiten wollt ihr gar nicht mehr aufhören.

Soviel für diese Woche. In der kommenden Woche gehen wir auf Schatzsuche … na, eine etwas andere Schatzsuche. Ihr werdet es erleben.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

auch wenn der Monat August mit viel Arbeit aufwartet und mit belastendem, weil zumeist viel zu warmem Klima, komme ich doch mit kleinen Schritten an großen Aufgaben voran. So konn­te ich am 14. August 2020 einen weiteren Meilenstein meiner kreativen Arbeit abschließen.

Ich vollendete das Digitalisat des OSM-Bandes 1992. Wenn ich also kürzlich andeutete, dass der Kurs Richtung Band 2000 schon sehr energisch beschritten wird, so war das die lautere Wahrheit. Aber viel wichtiger als das ist die Symbolwirkung, die mit der Episode erreicht wird, die ich an jenem Tag fertig stellte. Es ist die Folge „Lichtschatten über dem Kosmos“, Band 105 des KONFLIKTS 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“. Ihr kennt die Serie, wenn ihr meinem Blog länger folgt, über die Subartikelreihe der „Close Up“-Beiträge.

Mit Band 105 ist der KONFLIKT 14 vollständig erzählt, wie ihr vor acht Wochen schon erkannt habt. Damit ist eine zeitraubende Baustelle erfolgreich bewältigt, das Rohglossar ebenfalls schon erstellt, alles weitere wird sich dann zeigen.

Ich begann mit der Digitalisierungsarbeit an dieser Serie, die ich ursprünglich von Ende 1983 bis Anfang 1988 schrieb, am 6. Juli 2013. Dass ich da anfänglich so langsam vom Fleck kam, hatte u.a. seine Ursachen in: meinem E-Book-Programm, Phasen der Arbeitslosigkeit, mehreren familiären Todesfällen und fordern­den beruflichen Beanspruchungen. Erst in den letzten zwei, drei Jahren, kann man sagen, sah ich mich in der Lage, dieses Seri­endigitalisat konzentrierter anzugehen. Sonst wäre ich vielleicht zügiger durchgekommen.

Einerlei – nach 1.451 Seiten Digitalisat, das fast 11.000 Fußno­ten einschließt, bin ich endlich am Ziel meiner Wünsche ange­langt. Fraglos wurde dieses raschere Bearbeiten durch die Tat­sache beschleunigt, dass die Close Up-Beiträge „drängten“. Das wird für die nächste Zeit nicht mehr passieren, denn wiewohl ich schon zum KONFLIKT 15 „Oki Stanwer“ übergeleitet habe (vgl. dazu den Blogartikel 405 vor vier Wochen), herrscht hier kein Handlungsdruck.

Grund dafür? Die Serie ist komplett digitalisiert, und zwar schon seit mehr als 10 Jahren. Der Zugriff ist darum einfach, ein hasti­ges Digitalisieren erweist sich nicht als zwingend erforderlich. Das ist dann doch ein relativ bequemes Arbeiten.

Die Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ hat euch mit der ersten vollwertig digitalisierten und in knapper Form zusam­mengefassten Inhaltsangabe konfrontiert, und ich könnte voll­kommen verstehen, wenn da jetzt Fragen aufkommen. Themati­sieren wir mal ein paar davon:

Sieht eigentlich jeder KONFLIKT so aus wie dieser?

Ist Oki Stanwers Loyalität immer wieder infrage gestellt?

Wie sieht das mit Intrigantentum und Überläufern aus?

Zur ersten Frage: Nein, das ist nicht der Fall. Die KONFLIKTE sind von Universum zu Universum doch sehr wechselhaft, und man kann sich am Anfang zwar einen Plan machen, wie das etwa die Baumeister in KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ tun, aber ihr Gegenüber (= TOTAM usw.) ist in vielerlei Hinsicht unberechenbar, mit der Konsequenz, dass es eine Menge un­schöne Überraschungen zu gewärtigen gibt. Nicht witzig.

Will also heißen: die KONFLIKTE ähneln einem Roulettespiel oder eben, wie versierte Taktiker wissen, einem Schlachtenverlauf. Der britische Militärhistoriker John Keegan sagte einmal, dass eine Schlacht ab dem Moment, da der erste Schuss fällt, ein Ei­genleben zu entwickeln beginnt, stark abhängig von den indivi­duellen Entscheidungen der Soldaten vor Ort, die durchaus von denen der Schlachtenlenker eklatant verschieden sein können.

Umgemünzt auf den OSM heißt das: Mach dir einen Plan, und du kannst sicher sein, dass das Universum, der Gegner, fremde Einflüsse oder individuelle Entscheidungen, die aus Eigeninter­esse getroffen werden, unkalkulierbare Richtungsänderungen auslösen.

Willkommen im Handlungschaos. Also nein, KONFLIKT 14 kann nicht als Blaupause dienen. Ihr werdet das erleben, wenn ihr KONFLIKT 15 „Oki Stanwer“ verfolgt. Ohne jetzt behaupten zu wollen, dass man jedes einzelne Mal wieder bei 0 anfängt, ist es doch so, dass die Strukturen des neuen Handlungsortes stets von neuem erschlossen werden müssen. Und wie schon angedeutet, da gibt es diverse Möglichkeiten für Verwirrungen. Ich weise nur dezent auf das Problem der Matrixfehler hin, gell?

Wie sieht es, zweitens, mit Oki Stanwers Loyalität aus? Nun, das ist schwierig. Schwierig deshalb, weil seine Auftraggeber, die Sieben Lichtmächte, in der Regel durch einen Filter alles an Er­innerungen des Vorlebens einebnen. Löst dies das fundamenta­le Problem?

Antwort: Nein, natürlich nicht.

Also sind auch auf diesem Sektor Überraschungen unvermeid­lich. Manche davon sind … vorsichtig gesprochen … höchst unschön. Beizeiten werdet ihr das erleben.

Zum dritten Punkt, der in dieser Serie, dem abgeschlossenen KONFLIKT 14, besonders viel Konfusion bewirkt hat: Was hatten wir da nicht für intrigante Persönlichkeiten, von denen man es z.T. so gar nicht erwartete: drei entartete Baumeister, von de­nen am Ende nur zwei starben(!). Klivies Kleines, Oki Stanwers ältesten Freund, der nach TOTAM desertierte und auf dem Weg dahin unermesslichen Schaden anrichtete.

Oder denken wir an den unheimlichen Soffrol, den Rächer von Breeth-Fgahn. Wie rigoros er gerade zum Schluss seine emotio­nale Unterkühlung zeigte, war schon ziemlich moralisch empö­rend. Mein alter und leider seit über zwanzig Jahren toter Brief­freund und OSM-Leser Peter Servay meinte damals, Soffrol sei ein monströser Charakter von abgrundtiefer Bösartigkeit – ich verteidigte den Rächer von Breeth-Fgahn.

Warum tat ich das? Weil er mein Charakter ist und sich das eben für einen Autor so gehört? Nein, das griffe zu kurz. Es ist mehr eine Frage der Verantwortung. Verantwortung gegenüber einem Massenmörder, der ganze Völker ins Verderben stürzt? Ja, durchaus. Man muss Wesen wie Soffrol nicht mögen, aber ich bin auch heute noch der Auffassung, dass er zu den interessan­testen und schillerndsten Charakteren des Oki Stanwer Mythos gehört und deshalb nicht kurzsichtig in Bausch und Bogen ver­worfen werden darf. Selbiges gilt übrigens auch für jemanden wie Klivies Kleines, der gleich Soffrol einen tiefen Abgrund von finsteren Geheimnissen darstellt.

Natürlich könnte man auch Kleines‘ Rolle in diesem KONFLIKT konsequent verurteilen. Aber es stellt sich die Frage, ob das ir­gendwie konstruktiv ist. Ich würde, gemessen an der Informati­onsgrundlage, die euch derzeit zugänglich ist, konsequent sa­gen: Nein. Wie jeder ernstzunehmende Forscher ist in diesem Fall zu konstatieren, dass wir zu wenig valide Daten haben und eine Bewertung deshalb noch nicht vorgenommen werden kann.

Gleichwohl: Intriganten wird es immer wieder geben. Sowohl dem monströsen Soffrol wie auch dem undurchschaubaren Klei­nes werdet ihr wieder begegnen (Kleines schon in der kommen­den Woche in Close-Up 23). Andere Wesen ähnlichen Formats kommen übrigens hinzu, das darf ich schon mal so in den Raum stellen.

Wenn wir uns von derlei Fragen entfernen, zeigt sich recht deut­lich, dass der aktuelle heutige Meilenstein, der Abschluss der Digitalisierung des KONFLIKTS 14, mich einen guten Schritt in Richtung einer vollständigen digitalen Erschließung des schon vorhandenen OSM näher gebracht hat. Schauen wir uns das kurz mal an – was ist jetzt schon an Serien digitalisiert, was steht noch aus?

Fertig sind:

KONFLIKT 15 (2002-2005)

KONFLIKT 17 (2005-2011)

KONFLIKT 18 (2011-2018)

und

KONFLIKT 14 (2013-2020)

In Arbeit befindlich sind derzeit:

KONFLIKT 12 (begonnen 2007, aktuell erreicht ist Bd. 92)

KONFLIKT 13 (begonnen 2020)

Offen für die Digitalisierungsprojekte der nahen Zukunft bleiben folglich noch diese abgeschlossenen OSM-Serien:

KONFLIKT 16 (1983-1998, Digitalisat noch nicht begonnen)

KONFLIKT 20 (1984-1997, Digitalisat noch nicht begonnen)

sowie

KONFLIKT 23 (1988-1994, Digitalisat noch nicht begonnen).1

Ihr seht daran, dass das Ende der Fahnenstange der Digitalisie­rung in den nächsten Jahren noch nicht erreicht ist, nicht mal näherungsweise. Ich hoffe, bis Ende 2021 den KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ abschließen zu können, wäh­rend ich zugleich energische Anstrengungen unternehmen wer­de, die KONFLIKTE 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ so­wohl im E-Book wie in der Episodenform voranzutreiben.

Hinzu kommt die Arbeit an dem sehr kurzen KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“, bei der ich hoffentlich auch 2021 zum Abschluss kommen werde.

Zunächst aber liegt ein weiterer phantastischer Meilenstein un­mittelbar voraus, auf den ich mich konzentrieren werde: OSM-Band 2000, der jetzt schon über 90 einzeilige Seiten umfasst. Ja, wer sagt, das sei doch jetzt eher ein Roman, der hat recht. Aber das EXIL HANKSTEYN, um das es hier geht, rechtfertigt diese Handlungsbreite. Es gibt da wirklich unfasslich viele Prot­agonisten und sehr heterogene Handlungsräume … ich sage euch ein wenig mehr, sobald der Band abgeschlossen ist, das ist nur noch eine Frage weniger Wochen.

Soviel also für heute zum aktuellen Meilenstein. In der kommen­den Woche schauen wir uns weiter auf dem neuen KONFLIKT-Schau­platz um, in der Galaxis Milchstraße im Jahre 7473.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Für die Detailinformationen konsultiert ihr bitte die OSM-Wiki auf meiner Homepage.

Silvesterblog 2020

Posted Dezember 31st, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich würde mal sagen, wenn ich so auf das scheidende Jahr 2020 zurückblicke, so geht es wohl uns allen ähnlich: Pläne und Vor­sätze waren in reichlichem Maße vorhanden, aber deren Umset­zung wurde von einem winzigen Organismus mit dem wissen­schaftlichen Namen COVID-19, auch landläufig als „Corona“ ver­allgemeinert, grundlegend und in unvorhersehbarer Weise ver­eitelt. Die Welt, in der wir uns aktuell befinden und das wohl noch eine recht lange Zeit, ist von der „vor Corona“ so gründlich verschieden, dass sicherlich viele von meinen Lesern – und ich selbst zeitweise auch – das Gefühl hatten, in einer Art von aben­teuerlichem dystopischen Setting festzustecken, eine Art „Ju­manji“ der unangenehmsten Art.

Warum? Weil wir nicht einfach eine Aufgabe erfüllen müssen wie ein Feuerjuwel zurückzubringen, ein Zauberwort zu rufen, und all die Alpträume hinter uns zu lassen. Das ist eine Form von Eskapismus der unterhaltsamen Art. Die Wirklichkeit, in der wir leben, sieht bedauerlicherweise gründlich anders aus, und mit der müssen wir weiterleben, ob es uns gefällt oder nicht.

Nun, mir gefällt diese gründlich veränderte Welt nicht, und auch da weiß ich mich mit Millionen Menschen weltweit in guter Ge­meinschaft. Das Corona-Virus stellt die Systemfrage, strangu­liert die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft gleichermaßen, stellt alte Gewohnheiten auf den Kopf und bringt alles aus dem Takt. Wenn ich das Jahr 2020 als „das Corona-Jahr“ bezeichne, so ist das nichts als die lautere Wahrheit.

2020 ist auch das Jahr gewesen, in dem ich naiv glaubte – siehe Silvesterblog 2019 – , noch eine Menge hochfliegender Pläne umsetzen zu können. Neue E-Books sollten erscheinen, weitere Print-Ausgaben meiner schon publizierten Werke … und tatsäch­lich sah das anfangs ja auch ganz danach aus. Dass im März schon alles Schiffbruch erlitt und ich auf völlig andere Weise dem Jahresende zustreben würde, stand nicht zu erwarten. Schauen wir uns doch mal näher an, was ich schaffte und was nicht.

Punkt 1: Neue E-Books bei Amazon habe ich nicht realisiert. Schade, aber nicht zu ändern.

Punkt 2: Am 14. Januar begann ich – vielleicht etwas voreilig – mit der nächsten Digitalisierungs-Baustelle, dem KONFLIKT 13 „Oki Stanwer Horror“ (1983-1985). Allzu weit gekommen bin ich dort noch nicht, was primär daran liegt, dass ich auch die alten Vorversionen einbeziehen will. Der Stil der Werke ist, zeitgemäß, unterirdisch, aber der Vollständigkeit halber muss das sein. Das ist auch wichtig für die Fortsetzung der CLOGGATH-KONFLIKT-E-Books, die ja auf diesen alten Ideen fußen.

Punkt 3: Am 27. Januar konnte ich das aktualisierte Update des OSM-Kompendiums „Die Tiefen des inneren Universums“ fertig­stellen. Eigentlich wollte ich das mit Daniel Neigel als kleine, ak­tuelle Broschüre drucken lassen, aber da speziell die Corona-La­ge unseren Kontakt zusammenbrechen ließ, konnte dieser Plan nicht realisiert werden … in gewisser Weise sinnvoll, da ich im OSM deutlich weiter kam, als ich im letzten Silvesterblog noch mutmaßte. Das bedeutet: das Kompendium ist eigentlich be­reits wieder veraltet.

Punkt 4: Wie schon vorausgesagt, konnte am 16. Februar der OSM-Band 1950 „Rätsel von EWIGKEIT EINS“ vollendet wer­den (Band 43 der Serie „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“).

Punkt 5: Im Frühjahr starb einer meiner Lieblingsautoren, Clive Cussler, hochbetagt, und es erwies sich als eine selbst gestellte Verpflichtung, mit „Ein Freund der See und des Abenteu­ers“ einen recht ausführlichen Nachruf zu verfassen, der inzwi­schen mehrfach publiziert werden konnte. Sein Sohn und die Coautoren werden aber dafür sorgen, dass sein Name und seine Helden weiterleben, und das ist gut so.

Punkt 6: Am 10. Mai gelang es endlich mit Jahren Verspätung, den Roman „Odyssee in Arc“ (1987!) abzuschreiben und so zu digitalisieren. Eine wichtige, bislang versäumte Vorarbeit für eine gründliche Umarbeitung. Wann ich diese Baustelle weiter bewirtschafte, vermag ich zurzeit noch nicht zu sagen.

Ebenfalls im Mai vertiefte ich mich in die Glossare der sechs Arc-Romane und stellte sie zumindest rudimentär fertig. Mit Le­ben gefüllt werden müssen sie dann aber erst noch.

Punkt 7: Da ich ab dem 1. Juni 2020 wieder an der Universität zu arbeiten begann (zunächst auf einer 85 %-Stelle, ab 1. Okto­ber dann Vollzeit), kam ich bezüglich neuer Geschichten oder Überarbeitungen quasi gar nicht mehr vom Fleck. Eine der letz­ten Baustellen, die ich abzuschließen imstande war, betraf das Digitalisat des KONFLIKTS 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“, das am 14. August endlich vollendet werden konnte. Aber wie oben angedeutet, habe ich ja mit dem Digitalisat des KONFLIKTS 13 begonnen. Es bleibt also bis auf weiteres bei der parallelen Abschrift und Kommentierung zweier alter OSM-Serien.

Punkt 8: Am 24. August kam ich recht unerwartet dazu, die No­velle „Kontrollverlust“ abzuschließen. An der hatte ich be­kanntlich schon ein paar Jahre halbherzig herumgeschrieben, aber als Abkühlung taugte diese Fassung, die fast komplett in der Arktis auf einer geheimnisvollen Insel mit mörderischen Be­wohnern spielt, in der heißen Sommerzeit allemal. Und nein, falls ihr fragt: publiziert ist sie noch nicht.

Punkt 9: Im September begann ich dann eine weitere Baustelle zu bewirtschaften, nämlich das erste von drei noch ausstehen­den OSM-Serienglossaren zu erstellen, diesmal für KONFLIKT 16 „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“. Das ist gewisserma­ßen die Vorarbeit für die weiteren Close Up-Artikel. Während ich das noch nicht mal begonnene Digitalisat der Serie nicht zu Grunde legen kann, wenn ich voraussichtlich im Sommer/Herbst 2021 die letzten Close Up-Artikel zum KONFLIKT 15 verfasse, weiß ich dank der fürs Glossarerstellen notwendigen Lektüre der Serie wieder, wie die Handlung verlief.

Punkt 10: Gleich im darauf folgenden Monat Oktober hatte ich diese Aufgabe des Roh-Glossars für KONFLIKT 16 abgeschlossen und ging über zum Roh-Glossar-Erstellen für KONFLIKT 20 „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“. Damit kam ich dann im No­vember 2020 durch.

Punkt 11: Jetzt, wo ich diese Zeilen verfasse, habe ich gerade damit begonnen, das Roh-Glossar für die letzte noch nicht er­fasste OSM-Serie in Angriff zu nehmen, KONFLIKT 23 „Oki Stan­wer – Der Dämonenjäger“ (1994 vollendet). Das ist sozusagen die Kür des Ganzen, weil hier das neue OSM-Konzept geboren worden ist und die inhaltliche Durchdringung schon seit 20 Jah­ren verschleppt wurde. Zurzeit mache ich da wirklich spannen­de Entdeckungen. Aktuell befinde ich mich in der Verzeichnung der 40er-Bände, es geht also recht zügig voran.

Woran habe ich noch weiter gearbeitet? Zum Beispiel an der Novelle „Das Geheimnis von Church Island“, die ich das letzte Mal erwähnte. Auch hier ist der ursprüngliche Zeitplan in­zwischen obsolet geworden, aber ich kam gut voran und bin gu­ter Hoffnung, im Frühjahr 2021 die Geschichte fertig stellen und wohl auch veröffentlichen zu können. Wo und wie? Das muss ich noch ausloten.

Am direkt daran anschließenden E-Book „DER CLOGGATH-KONFLIKT 2: Monstererwachen“ kam ich nur sehr bedingt weiter, dasselbe gilt für das E-Book „BdC 2: Gestrandet in Bytharg“, die ich nun organisatorisch ins kommende Jahr ver­lagern muss. Selbiges gilt leider auch für das E-Book „TI 32: Krisenherd Xoor‘con“. Ich wünschte sehr, ich wäre weiter ge­kommen, aber das ließ sich beim besten Willen nicht umsetzen.

Relativ überraschend kam für mich dann, dass ich am 2. Okto­ber in einer kurzen Urlaubspause die Energie aufbrachte, den OSM-Band 2000 zu verfassen, ein Werk mit weit mehr als hun­dert einzeiligen Seiten Umfang. Zugleich ist dieser Band mit dem Titel „Tödliche Entscheidung“ (Band 54 der Serie „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“) eine Geschichte, an der ich ge­schlagene 12 Jahre gefeilt habe und der Abschlussband eines mehrteiligen Zyklus, den ich anno 2003 begann … ein äußerst würdiges Ergebnis für diese epochale Bandnummer, wie ich fin­de. Aktuell hat der OSM schon den Band 2007 erreicht und schreitet munter weiter voran, soweit meine Zeit das gestattet.

Was die Digitalisate angeht, so bin ich bei KONFLIKT 12 (Digitali­sat: 12Neu) schon auf Band 100 angelangt.

Werfen wir einen Blick auf die Blogartikelserien. Jüngst habe ich mit dem Rezensions-Blog 300 die dritte Gesamtaufstellung der rezensierten Bücher veröffentlicht. Faktisch fertig sind aber schon alle Blogartikel bis Band 329 … ihr seht, ich bin ein gutes halbes Jahr im Voraus, im regulären Blog konntet ihr vor kurzem Teil 408 lesen. Hier gibt es ebenfalls schon einiges an fertigen weiteren Texten, aber so leicht wie im Rezensions-Blog fällt mir das da natürlich nicht. Da werde ich im Januar wieder deutlich stärker Hand anlegen müssen.

Ebenfalls noch eine Baustelle ist das, was ich damals im letzten Silvester-Blog ankündigte, nämlich eine Übersetzung des „Kat­zen“-Printwerks ins Englische. Da hoffe ich, im Jahre 2021 end­lich einen entscheidenden Schritt voran zu kommen.

Wie sieht die Besucherfrequenz meiner Webseite www.oki-stanwer.de aus? Da kann ich nur einen vorläufigen Stand geben, wie immer. Heute (30. Dezember) kann ich einen Stand von 271.721 Klicks vermelden, was einer täglichen Durchschnittsfre­quenz von rund 744 Zugriffen entspricht. Es ist also wirklich be­merkenswert, wie oft meine Seite besucht wurde. Ich hoffe, das hält weiterhin an.

Abschließend sei wie stets meinen Freunden vom Förderverein Phantastika Raum & Zeit e.V. und dem Team von Thrillkult-Me­dia sowie meinem Grafiker Lars Vollbrecht gedankt, auch wenn ich dieses Jahr aus den oben erwähnten Gründen quasi nicht zur Fortsetzung der Zusammenarbeit gekommen bin, was ich sehr bedaure. Ich hoffe, dies im Jahr 2021 wieder im positiven Sinne ändern zu können.

Mit vollmundigen Planankündigungen für das neue Jahr möchte ich mich heuer lieber zurückhalten … da wir nicht wissen, wie lange uns die Corona-Pandemie noch in Atem halten wird – ich gehe davon aus, dass uns das einen erheblichen Teil des Jahres kosten wird. Hinzu kommen organisatorische und publizistische Arbeiten im Rahmen des universitären Projekts, in dem ich be­schäftigt bin, andere Unwägbarkeiten mögen hinzutreten.

Ich hoffe insgesamt aber schon, dass sowohl ihr wie auch ich gesund bleiben werden, wir uns an die Sicherheitsabstände und die Schutzmaßnahmen halten wollen, und sobald der Impfstoff gegen COVID-19 (zumindest die hauptsächliche aktuell wirksa­me Variante!) in ausreichender Menge vorliegt, wir uns einer immunisierenden Impfung unterziehen werden. Das ist jeden­falls mein fester Vorsatz für 2021.

Im nächsten Silvesterblog, der heute in einem Jahr fällig wird, möchte ich gern wieder ein paar schöne Erfolgserlebnisse ver­zeichnen. OSM 2050 etwa (eine durchaus realistische Vorstel­lung, wenn man sich anschaut, wie rasch ich von Band 1900 zu Band 2000 vorgestoßen bin), weitere Meilensteine (z.B. ein ferti­ges Digitalisat der Serie „Horrorwelt“, wo ich immerhin schon in den 140er-Episoden bin. Es gibt nur rund 175, das sieht also sehr gut aus). Und natürlich möchte ich zu gern eine Reihe von wichtigen OSM-Episoden vollenden, um den Berg an „Baustel­len“ etwas zu verkleinern.

Lasst euch mal überraschen, wie viel ich davon dann auch tat­sächlich umsetzen kann. Bleibt neugierig und verfolgt meine kreative Entwicklung stets zum Monatsende in den „Work in Pro­gress“-Blogs. Danke, dass ihr mir die Treue haltet, auch wenn ich momentan nicht zuverlässig E-Books vorlegen und für neuen ausführlichen Lesestoff sorgen kann. Ich bin guter Dinge, dass sich das alsbald wieder verbessern wird.

Jetzt bleibt mir nur noch, euch einen guten Rutsch ins Jahr 2021 zu wünschen. Bleibt gesund, neugierig und kreativ, Freunde! Danke, dass es euch gibt!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

(BS, 13.-30. Dezember 2020)

Rezensions-Blog 301: Die dunkle Festung (4/E)

Posted Dezember 30th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

tja, und als ich diese Abschlussrezension zum letzten Band des „Commonwealth-Zyklus“ von Peter F. Hamilton anno 2007 nie­derschrieb, war ich – ihr werdet es sehen – vollkommen über­wältigt und im extrem positiven Flow. Nun könnte man glauben, dass ich, als ich anno 2011 den Zyklus das zweite Mal las (um auf seinen Folgezyklus „The Void“ vorbereitet zu sein), deutlich kritischer gewesen und infolgedessen die Rezension abgeändert haben müsste.

War das so?

Nein, keinen Deut. Ich kann durchaus mit The Guardian zustim­mend konstatieren: „Das beste Buch, das Hamilton in den letz­ten Jahren geschrieben hat.“ Das trifft absolut den Kern. Her­ausgekommen ist nicht nur ein rundum gelungener Zyklus­schluss, sondern auch ein hochdramatisches Garn, das jede Menge offene Enden abschließt (und einige weitere bestehen lässt bzw. neue Rätsel aufploppen lässt). Zwar bin ich mit Su­perlativen immer ein wenig vorsichtiger als etwa Journalisten, aber das hier ist wirklich eine gelungene, menschliche Space Opera. Darin unterscheidet sie sich grundlegend etwa von ähnli­chen Zyklen eines Stephen Baxter, bei dem ich immer die ab­weisende Kälte und Unnatürlichkeit der menschlichen (!) Prot­agonisten moniere.

Hamilton versteht es echt, vielschichtige Charaktere mit menschlichen Verhaltensweisen zu kreieren. Das gelingt nicht jedem.

Wer also sich bislang durch die ersten drei – wenn man das Jeff Baker-Präludium hinzuzählt, sind wir sogar bei vier Romanen – genussvoll gegraben hat, wird hier einfach nur rasant weiter­schmökern wollen und ganz dieselbe Leseerfahrung machen wie – gute Bücher wie dieses hier sind viel zu schnell ausgelesen!

Also, Vorhang auf zum letzten Akt des Commonwealth-Dramas:

Die dunkle Festung

Commonwealth-Zyklus Roman 2, Teil 2

(OT: Judas Unchained, Part II)

von Peter F. Hamilton

Bastei 23304 [sic!]1, April 2007

800 Seiten, TB; 9.95 Euro

Deutsch von Axel Merz

ISBN 3-404-23304-2

Lange hat der Leser warten müssen, bis endlich der für Dezember 2006 angekündigte Abschlussband des Commonwealth-Zyklus vorliegt, und man ist wirklich sehr bekümmert, wenn man das Buch zur Seite legt, das ange­sichts der Probleme, die nur andeutungsweise gelöst werden, wirklich gern noch hundert Seiten länger hätte sein können. Aber Moment mal, Freunde … ihr wisst ja noch gar nicht, was ich weiß. Also einen Gang zu­rück und hinein in die Geschichte:

Wir erinnern uns – das irdische Commonwealth mit seinen rund 600 besie­delten Welten, von denen viele von langlebigen irdischen Dynastien be­herrscht werden (eine gewisse Parallele zur edenitischen Gesellschaft zeichnet sich hier ab, wie sie im Armageddon-Zyklus existierte, ohne aber auch nur näherungsweise die dortigen Dimensionen zu erreichen), wird von einer Invasion heimgesucht. Der ferne Stern Dyson Alpha, den vor we­nigen Jahren der Astronom Dudley Bose entdeckte und zum Missionsziel für das erste Weitstreckenraumschiff der Menschheit machte, hat sich buchstäblich als „Stern der Pandora“ entpuppt, denn das Erscheinen der Menschen löste die gewaltige Sphäre auf, die das gesamte Sonnensystem umhüllte. Seither sind die solaren Welten einem unerbittlichen Ansturm von Kampfschiffen und Motile-Fußsoldaten der Primes ausgesetzt, die von einem Wesen namens MorningLightMountain gelenkt werden. Hinter der Attacke steht, aber das ist noch nicht klar, der eindeutige Wunsch Mor­ningLightMountains, die menschliche Rasse auszurotten, ja, alles Leben, das nicht der Prime-Spezies entstammt.

Die Raum-Navy und die Dynastien versuchen so schnell als möglich, Kampfgeschwader zu schaffen und vor allen Dingen furchtbare Vernich­tungswaffen, denn die Primes lernen schrecklich schnell. 23 Welten des Commonwealth, die „Lost 23“, haben sie schon überrannt, Millionen Kolo­nisten sind auf der Flucht, und jederzeit können die Gegner wieder angrei­fen. Das droht umso mehr, als der Überraschungsschlag gegen das so ge­nannte „Höllentor“, den Brückenkopf der Primes, auf halbem Weg zum System Dyson Alpha gelegen, ein Fehlschlag gewesen ist.

Soweit die Außenpolitik.

Innenpolitisch ist ebenfalls die Hölle los, und das hat zu tun mit einem le­gendären Wesen, das man den „Starflyer“ nennt. Der Terrorist Bradley Jo­hansson, der Gründer der „Guardians of Selfhood“, einer sektenartigen und in Clans organisierten Gemeinschaft, die ihren Ursprung auf der abge­schiedenen und rückständigen Welt Far Away hat, behauptet immer: der Starflyer entstammt dem extraterrestrischen Wrack, das auf Far Away von den Kolonisten gefunden wurde, und er habe den Weg ins Commonwealth gefunden, um hier die herrschenden Gruppierungen zu infiltrieren. Er sei ein Erzfeind der Menschheit, der ihrer aller Vernichtung plane. Das Ziel der Guardians sei es, den Starflyer an der Rückkehr nach Far Away zu hindern oder, wenn dies misslinge, dort den letzten Kampf zu führen, sozusagen „die Rache des Planeten“ zu ermöglichen. Was genau das ist, wird erst sehr spät klar, aber dann fallen alle Mosaiksteine seit Band 1 an ihre richti­ge Stelle, auf atemberaubende Weise.

Johansson, um noch mal zu ihm zurück zu kommen, erkennt sowohl in der Entdeckung von Dyson Alpha, dem Flug des Sternenschiffs als auch in der Invasion der Primes die „Handschrift“ des Starflyers.

Natürlich glaubt niemand einem Terroristen, schon gar nicht Chief Investi­gator Paula Myo, die Johansson und seinen Waffenlieferanten Adam Elvin, einen gescheiterten radikalen Sozialisten, schon seit 130 Jahren jagt. Was zeigt, wie gerissen und gefährlich die Gegner sind: Myo genießt den legen­dären Ruf, niemals einen Fall zu verlieren und nie zu versagen.

Inzwischen jedoch haben Attentate, Verrate und Intrigen selbst die Krimi­nalistin von der Existenz des Starflyers überzeugt. Leider zu spät: in ihrem eigenen Pariser Sicherheitsbüro saß über viele Jahre einer der Agenten, der nun auf der Welt Illuminatus ein Blutbad angerichtet hat. Aber dieses Blutbad hat, so pervers es klingen mag, seine positiven Seiten: er bringt Myo und die Starreporterin Mellanie Rescorai zusammen, die sich aus be­greiflichen Gründen nicht ausstehen können. Und sie verhaften eine Diene­rin des Starflyers, unangenehmerweise eine Angehörige der Großen Dy­nastien. Myo lässt sie auf dem außerirdischen stationären Artefakt High Angel von einem Angehörigen der Rasse der Raiel mental durchleuchten, und tatsächlich ist dieser Raiel daraufhin imstande, andere Starflyer-Agen­ten zu enttarnen.

Admiral Wilson Kime und seine engsten Mitstreiter in der Führung der Dy­nastien, allen voran Nigel Sheldon und Justine Burnelli, begreifen jetzt end­gültig, dass sie Kontakt zu Johansson brauchen. Wenn wirklich Far Away der Knotenpunkt des verheerenden Netzes ist, das den Intrigen des Star- flyers zugrunde liegt, dann müssen sie ihn an der Rückkehr hindern. Allerdings müssen sie konsterniert feststellen, dass vor langer Zeit jemand verhindert hat, diese Möglichkeit wahrzunehmen – ein Verschollener namens Ozzie Fernandez Isaacs. Was die bestürzende Frage aufwirft, ob Ozzie selbst zu den Agenten des Starflyers zählt.

Bevor jemand diese Furcht erregende Vorstellung verfolgen kann – Furcht erregend deswegen, weil Ozzie zusammen mit Nigel Sheldon einst die Wurmlochtechnologie entwickelte, auf der das gesamte Commonwealth basiert! – , schlagen die Primes erneut zu. Diesmal schicken sie Zehntau­sende von Kampfschiffen in weitere 48 Systeme, darunter ins Zentralsys­tem Wessex. Und sie feuern rätselhafte Waffen in die Sonnen der Systeme selbst ab …

Derweil „hängt“ Ozzie Isaacs mit dem halbwüchsigen Orion und dem exoti­schen Alien Tochee im „Gashalo“ der gleichfalls außerirdischen Silfen her­um. Wie erinnerlich war er ja eigentlich etwa zeitgleich mit dem Beginn der Dyson-Alpha-Mission aufgebrochen, um über die geheimnisvollen Sil­fenpfade Kontakt mit den menschenscheuen Aliens aufzunehmen, fest davon überzeugt, dass sie über Dyson Alpha Bescheid wissen.

Dummerweise verirrten sich Ozzie und seine Freunde monatelang auf den Pfaden, strandeten auf einer fast tödlichen Eiswelt … und nun erfahren sie im Gashalo tatsächlich, was sie wissen wollen. Nur leider viel zu spät: in der Welt der Menschen sind beinahe drei Jahre vergangen, Millionen Men­schen sind bei den Angriffen der Primes ums Leben gekommen, und Nigel Sheldon hat zwangsweise eine Genozid-Strategie eingeschlagen. Admiral Kime hat seinen Hut nehmen müssen … Ozzie beschließt, schleunigst zu­rückzukehren. Allerdings ist ihm überhaupt nicht klar, was ihn erwartet …

Und dann sind da die Guardians. Sie planen, das momentan weitgehend isolierte Tor auf der Welt Boongate zu durchschreiten, um sich mit ihren Gefährten auf Far Away zu vereinen. Gemeinsam wollen sie verhindern, dass der Starflyer die Möglichkeit zur Flucht wahrnimmt – denn das Institut der Halgarth-Dynastie, das eigentlich das gestrandete Alienschiff untersu­chen sollte, hat es in Wahrheit in Stand gesetzt: alle Bediensteten sind Sklaven des Starflyers, und inzwischen sind sie dabei, die Clans der Guar­dians abzuschlachten. Für Adam Elvin und seinen Mentor Johansson das eindeutige Indiz dafür, dass der Starflyer zurückkehrt, bevor die Primes dem Commonwealth den Garaus machen – ganz wie vom Starflyer er­wünscht.

Dabei scheint ihnen das unheimliche Alien stets einen Schritt voraus zu sein. Schlimmer noch: auf Far Away müssen die seltsamen Verbündeten, die hier schließlich gegen die Macht des intriganten Außerirdischen antre­ten, erkennen, dass da noch immer der Judas ist, der von Anbeginn den Untergang der Menschheit im Auftrag des Starflyers betrieben hat. Und er ist mitten unter ihnen, noch immer nicht entlarvt …

Wollte ich behaupten, das Buch sei spannend, wäre das wohl die Untertrei­bung des Jahrhunderts. Langweilig wird es an keiner Stelle, und es ist wirk­lich – leider, möchte man fast sagen – kein Problem, 200-300 Seiten am Tag an dem Buch zu lesen. Das Lesevergnügen ist damit bedauerlicherwei­se sehr schnell zu Ende (bei mir dauerte es vier Tage, seufz. Und ich ließ mir ZEIT!). Gute Bücher – ihr kennt diese Meinung von mir – sind halt stets immer zu kurz. Das trifft besonders auch auf dieses Buch zu.

Sehen wir mal von dem völlig unzutreffenden Cover und auch dem reich­lich unpassenden Ersatztitel dieses Buches ab, es gibt Schlimmeres. Die Positiva überwiegen bei weitem: Wir bekommen als Leser sehr schnell sehr viel „Input“, und das betrifft nicht nur so obskure, abseitige Themen wie den „Großen Wurmloch-Raubzug“ und die meteorologischen Daten vom Mars, die für die Guardians so wichtig sind. Wir erfahren stattdessen auch einiges über die „Rache des Planeten“, darüber, was der „entfesselte Ju­das“ in der dunklen Festung wirklich gemacht hat, wie der Starflyer aus­sieht, woher er stammt, wo er sich aufhält (und das ist wirklich eine gelun­gene Überraschung, die Zugfans auf ihre Kosten kommen lassen wird!).

Es gibt freilich auch Dinge, die keine Aufhellung finden. Warum beispiels­weise kennen sich die Barsoomianer auf Far Away (die nie von dort wegge­gangen sind) und die Rasse der Raiel, die im „High Angel“ Zuflucht gefun­den hat (und nie von dort weggeht)? Was ist mit dem Gigalife? Was ist mit den Erbauern der Barriere um Dyson Alpha (ja, schon, man erfährt was über sie, aber …)? Was ist mit der menschlichen Supreme Intelligence (SI)? Meine in der letzten Rezension geäußerte Hypothese fiel in sich leider zu­sammen, weil der ganze Handlungsstrang annulliert wurde – vermutlich ging Hamilton da beim Schreiben auf, dass sich Ozzies Habitat doch nicht so sehr von einem edenitischen Konstrukt unterschied (allerdings ist ein Ausblenden dieser Vorstellungen durchaus nicht identisch damit, dass sie nicht der Realität entsprechen könnten, wir haben also noch Hoffnung …).

Als der Kampf in die entscheidende Phase geht, spielt er sich an mehreren Fronten ab, von denen wenigstens eine schwer bis nicht vorhersehbar war. Die andere Kampflinie zieht sich über den Weg nach Far Away, und was hier für ein Feuerzauber entfesselt wird, das ramponiert die Nerven des Le­sers doch manchmal beträchtlich. Und nicht nur der Feuerzauber.

Genaue Leser werden die Identität des „entfesselten Judas“ spätestens seit dem Ende des letzten Romans kennen, aber bis sie dann endlich gelüf­tet wird (für die Leute, die ständig mit dieser Person Umgang haben und ihr vertrauen!), da vergeht peinigend viel Zeit. Zeit, in der dieser „Judas“ und die anderen in hohen Positionen des Commonwealth jede Menge Schaden anrichten und Blut vergießen. Und als es dann eine Hauptperson trifft, ist dem Leser wahrscheinlich so zumute wie mir selbst – ich war ein paar Minuten wie betäubt und dachte, der „Judas“ hätte MIR das Vibrator­messer ins Gehirn getrieben. Fürwahr ein ganz übles Gefühl, Freunde.

Und am Schluss? Was ist denn am Schluss? Wir erinnern uns des eher kläglichen Schlusses am Ende von Hamiltons Armageddon-Zyklus, wo eine Hauptperson quasi göttliche Kräfte erhält, um die Dinge wieder zu richten. Das war wohl eine von Erschöpfung und Frustration diktierte Lösung, die dem Zyklus doch einiges von seinem Reiz nimmt. Keine Sorge – so etwas geschieht hier nicht, und das ist wirklich wohltuend. Stattdessen gibt uns der Autor ein faszinierendes Rätsel auf, das die Neugierde wach hält, näm­lich die auf seine nächsten Romane. Ich deute einmal freundlich an: Die Guardians of Selfhood haben eine seltsame Vorstellung vom Jenseits, und in diesem Buch wird dieses Jenseits wahrlich oft angerufen, die mystischen „träumenden Himmel“. Ein im übrigen sehr physischer Ort, wie gründliche Leser entdecken werden.

Vermutlich steht im Original etwas leicht davon Abweichendes, nämlich etwa „dreaming Void“, was man eher als „träumende Leere“ interpretieren sollte. Und dann darf man natürlich gespannt sein, was Hamilton wohl mit seinem nächsten Zyklus vorhat, dessen erster Band Ende 2007 auf Deutsch erscheinen soll. Im Englischen trägt er den Titel „The Void“, und einer der drei voluminösen Romane soll doch tatsächlich „The Dreaming Void“ heißen und im Commonwealth-Universum spielen, nur eben tausend Jahre in der Zukunft. Und wer noch neugieriger geworden ist, kann sich auf Hamiltons Homepage bereits die „Timeline“ für die zwischen der Jetztzeit („Commonwealth-Zyklus“) und dem neuen Romanwerk („Void-Zyklus“) ver­streichende Zeit anschauen. Es gibt eine Menge Wiedersehen mit guten, alten und liebgewonnenen Personen, soviel kann man jetzt schon sagen. Von den vielen unerwarteten Dingen mal ganz zu schweigen …

Ach ja, und dann ist da natürlich noch Cat. Und wie sagte es ein Leser auf der Homepage von Hamilton so treffend? „What the Hell is the Cat doing?“ Ja, wer weiß? Es klingt danach, als sei der Alptraum des Starflyers noch nicht vollständig „ausgeträumt“. Wir werden es sehen, Freunde. Denn wenn man einmal nach der Commonwealth-Welt süchtig ist, kommt man nicht mehr davon los. Lasst euch anstecken, ihr werdet es nicht bereuen …

© 2007 by Uwe Lammers

Und auch in der kommenden Woche, der ersten im Januar 2021, stelle ich euch ein megaspannendes Buch vor, in dem diesmal mit Boyd Morrison ein neuer Coautor von Clive Cussler die Bühne betritt. Den Namen muss man sich unbedingt merken, ihr werdet nächste Woche sehen, warum.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Ja, auch Verlage machen Fehler, in diesem Fall mit der Nummerierung. Ginge man da­nach, müsste dieser Band vor „Der entfesselte Judas“ publiziert worden sein, was na­türlich Nonsens ist.

Liebe Freunde des OSM,

das Hinübergleiten in einen warmen Herbst war für mich das Schönste, was es seit langem gegeben hatte. Die Hitzewellen des Sommers, ihr wisst das, sind nicht so die Art von Klima, in dem ich meine kreativen Fähigkeiten entfalten kann, und das war anno 2020 wegen der anhaltenden Einschränkungen auf­grund der Corona-Pandemie noch weniger der Fall als in frühe­ren Jahren.

Außerdem war ich gedanklich daheim durch die Arbeiten am Rohglossar der Serie „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“ (KONFLIKT 16) noch ordentlich abgelenkt und kam, weil ich ja dafür die gesamte Serie Zeile für Zeile zu lesen hatte, auf faszi­nierende Gedanken.

Eine Eintrübung stellten diverse Todesfälle dar, die in der phan­tastischen Community zu beklagen waren, angefangen vom Tod des Darstellers des „Black Panther“ in den Marvel-Filmen, Chad­wick Boseman, im Alter von gerade einmal 43 Jahren. Und als dann auch noch Diana Rigg im hohen Alter final in diesem Mo­nat von meinem Radar verschwand, war es an der Zeit, mich an ihre Glanzrolle der „Emma Peel“ in der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ (engl. „The Avengers“) zu entsinnen und mir die Folgen sukzessive wieder einmal zu Gemüte zu führen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Von den anderen, lei­der zahlreichen Todesfällen, schweige ich an dieser Stelle und verweise auf die Ausgabe 445 des Fanzines „Baden-Württem­berg Aktuell“ (BWA), Oktober 2020.

Ich konnte im verstrichenen Monat 18 Werke beenden, was auf den ersten Blick wenig erscheint. Auf den zweiten auch, handelt es sich bei elf davon doch um Blogartikel. Aber dennoch werte ich diesen Monat als durchaus sehr erfolgreich.

Wie komme ich dazu? Nun, schaut euch das mal im Detail an und schmökert euch besonders durch meine kursiven Anmer­kungen:

Blogartikel 404: Work in Progress, Part 93

(OSM-Wiki)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“)

Anmerkung: Auch wenn diese Serie mit 125 Episoden zu den umfangreichsten überhaupt gehört und zu den drei letzten, die noch nicht digitalisiert sind, kam ich überraschend schnell mit der Rohglossierung durch, die letzten Endes auch über 120 Sei­ten Umfang erreichte. Alsbald werde ich hier fortfahren, aber es kann als sicher gelten, dass die finale Form des Glossars erst eine Möglichkeit der Realisierung findet, wenn ich – mutmaßlich in einigen Jahren – mit der Digitalisierung der Serie begonnen habe.

Und ja, ich freue mich schon darauf. Speziell ab Band 50 ist die Serie so rasant und dramatisch, dass ihre Lektüre zum Glossie­ren ein reines Vergnügen war.

12Neu 93: Die Geheimwaffe

12Neu 94: Der Berinnyer-Forscher

(12Neu 95: Austrittspunkt Bestcaan)

(12Neu 96: Oki und die Yesvaa)

(12Neu 97: Spähtrupp nach Tyalcoor)

(12Neu 98: Hauch der Vernichtung)

(NK 54: Tödliche Entscheidung)

Anmerkung: Auf diesen Titel muss ich etwas näher eingehen. Er findet sich zwar relativ früh in der Darstellung, in meinem Heft vor dem 11. September, aber wirklich zum Weiterschreiben an diesem Band kam ich erst ab dem 25. September. Da begann meine eine Urlaubswoche, und nach etwas zögerlichem Start, der mit meiner Steuererklärung zu tun hatte, drehte ich am 29. und 30. September richtig auf.

Wie schon einmal erwähnt wird diese Episode, die ihre Bezeich­nung eigentlich zu Unrecht trägt und schon lange Romanformat erreicht hat, der Band 2000 des Oki Stanwer Mythos sein … und mit vollem Recht. Mit dieser Episode schließe ich den achtteili­gen HANKSTEYN-Zyklus ab, den ich zwischen 2003 und 2008 wesentlich verfasste. Seither ruhte die Geschichte des achten Bandes und Schlussteils des dramatischen Geschehens, das Vergangenheit und Zukunft des OSM ganz fundamental beein­flussen sollte.

Das als Faktum war mir völlig präsent, aber was ich nicht be­griff, war der entscheidende Schlussstein bei den dramatischen Ereignissen im Baumeister-EXIL HANKSTEYN. Und ohne Scherz, Freunde, erst gestern (30. September!), als ich wie in einem Rausch rund 25 der bislang 135 Seiten schrieb, fiel dieser ent­scheidende Mosaikstein an die richtige Stelle, und schlagartig war vieles so unendlich viel einfacher, als ich es mir gedacht hatte.

Fürwahr, es ist eine tödliche Entscheidung, auf die in diesem Band alles hindrängt, und es wird heftig und auf schlimme Wei­se gestorben. Tja, aber andererseits wären wir nicht im OSM, gäbe es da nicht noch metaphysische Falltüren und Auswege.

Mehr dazu schreibe ich noch an dieser Stelle, das wird aber für euch als Leser noch ein paar Monate in der Zukunft liegen, weil vorher kein Raum mehr für einen entsprechenden Artikel in der Planung frei war (das ist halt der Nachteil, wenn man so weit in die Zukunft hineinplant, da bitte ich um Entschuldigung).

(Julianna – Archipel-Story)

(Quisiins letzter Fall – OSM-Roman)

Anmerkung: Auch in dieser Geschichte war ich sehr lange nicht mehr zugange. Das ist absolut begreiflich, denn formell handelt es sich hierbei um eine stark ausgearbeitete Fassung von drei OSM-Episoden aus dem KONFLIKT 16. Und da ich dort lange nicht weiter daran herumgeknobelt habe, geriet auch die Quisi­in-Geschichte auf ein Abstellgleis. Soweit ich das sehen kann, wird das aber nicht mehr lange der Fall sein. Zwar nahm ich zu­versichtlich an, mich eher um das Fragment „Die Optimie­rungsfabrik“ zu kümmern, aber der Vooler-Kommissar Quisiin ist mir einfach aktuell näher. Es ist stark anzunehmen, dass ihr von ihm im kommenden Monat noch etwas hören werdet.

(13Neu 6A: Der Tod als Gast)

(12Neu 99: Staubterror)

Glossar der Story „Kontrollverlust“

(Glossar der Serie „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“)

Anmerkung: Nein, nicht noch eine Baustelle!, höre ich euch ru­fen? Vergebens, meine Freunde, ihr rettet mich nicht mehr (um Goethe abzuwandeln). Doch nein, Spaß beiseite: Die OuC-Serie ist die zweite der drei, die noch nicht mal durch ein Glossar er­schlossen sind, geschweige denn durch ein Digitalisat. Und ich hatte mich in dieser Serie, in der gegen Ende soviel Wichtiges zum Komplex der Dämonenzepter und SIEBEN SIEGEL VON TO­TAM ausgesagt wird, seit mindestens 20 Jahren nicht mehr ge­nähert. Realjahre, sollte ich ergänzen.

Es wurde also allerhöchste Zeit für eine zumindest oberflächli­che Erschließung, und so beamte ich mich zurück ins Jahr 1984 und begegnete einmal mehr einem sehr eigenwilligen OSM. In­zwischen ist das Glossar bis Band 24 gediehen und wächst munter weiter. Ich nehme auch hier an, dass es gut 100 Seiten erreichen wird. Mal sehen, ob ich im kommenden Monat hier schon Vollzug für die Vorerfassung melden kann.

(Glossar der Story „Das Mysterium“)

Anmerkung: Das war noch eine Baustelle aus dem Monat Au­gust, und als ich beim Fertigstellen des „Kontrollverlust“-Glos­sars war, kam es ständig zu Begriffsverlagerungen hierher … aber für die Fertigstellung langte es noch nicht.

Blogartikel 420: Close Up: Der OSM im Detail (25)

(Licht und Schatten auf Dawson – OSM-Roman)

Blogartikel 411: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 74

Blogartikel 416: Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu (XL)

Ja, damit hat es sich schon. Aber ihr seht, ich bin in einigen Punkten doch nett vorangekommen, auch wenn leider das E-Book-Programm völlig außen vor bleiben musste. Dafür bean­spruchte mich einfach die Glossararbeit, mein Brotjob und schlussendlich sowohl die Steuergeschichte wie auch die Arbeit an OSM 2000 zu sehr.

Ich bin neugierig, wie das im kommenden Monat werden wird, wo es Geburtstagstermine nur so hagelt. In vier Wochen an die­ser Stelle seid ihr schlauer, versprochen!

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.