Blogartikel 662: Das Autoren-Nachlassarchiv-Projekt, Teil 18

Posted April 11th, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich weiß, dass ich euch schon wieder geraume Zeit auf diesen Beitrag habe warten lassen … seht es mir bitte nach. In den vergangenen Wochen und Monaten ist, wie so üblich, wieder eine Menge passiert, und zahlreiche Termine, Treffen, Geburts­tage und so weiter haben neben vielfältigen Projektarbeiten meine Zeit an diesem Thema sehr eingeschränkt. Das bedeutet aber nicht, dass das Autoren-Nachlassarchiv-Projekt aus dem Blick ist.

Ich denke vielmehr immer sehr intensiv daran herum, wenn sich die Gelegenheit ergibt, und ich führe Gespräche mit Freunden und AutorenkollegInnen. Und manchmal stoße ich auch auf fas­zinierende Gedanken in Publikationen, die mich unweigerlich dazu inspirieren, diese hier in Verbindung mit dem Projektge­danken zu bringen.

Ihr habt dergleichen schon manches Mal in dieser Rubrik in den zurückliegenden Jahren entdecken können. Diesmal ist es wie­der ein Gedanke, den ich in einer über 20 Jahre alten Zeitschrift las, deren Titel hier nichts zur Sache tut.

Es ging in dem Artikel um eine belgische, in Frankreich lebende Schriftstellerin namens Amélie Nothomb, die mir vorher nichts sagte. Damals war sie 34 Jahre alt, hatte aber schon eine reiche Publikationskarriere hinter sich und blickte auf 54 veröffentlich­te Romane zurück.

In dem Artikel wird sie ziemlich zu Beginn mit einem Satz zitiert, der mich elektrisierte. Es ist dieser Satz, um den es heute gehen soll. Ich zitiere:

Einen großen Schriftsteller erkennt man nicht an dem, was er veröffentlicht hat, sondern an dem, was er nicht veröffentlicht.“

Ein Satz, der im Grunde genommen, wenn man ihn gründlich durchdenkt, nichts weniger darstellt als Sprengstoff. Man über­liest ihn leicht, aber nur deshalb, weil die meisten Menschen in­zwischen verlernt haben, gründlich zu lesen und die Konsequen­zen der Worte wirklich zu verinnerlichen. Leisten wir uns also mal ein wenig Interpretationsarbeit.

Unter einem Schriftsteller stellt man sich landläufig eine Person vor, die eigene Texte zu Papier bringt und diese veröffentlicht. Im idealen (und sehr seltenen) Fall führt das dazu, dass diese Person damit so erfolgreich ist, um ihren Lebensunterhalt davon bestreiten zu können. Wir wissen, dass das in den seltensten Fällen möglich ist und die überwältigende Mehrzahl von interna­tionalen Schriftstellern darum genötigt ist, einen Brotberuf zu praktizieren, um gewissermaßen in der Freizeit ihrer schriftstel­lerischen Karriere zu huldigen und einen meist bescheidenen Nebenerwerb damit zu erwirtschaften.

Texte, die ein Schriftsteller nicht veröffentlicht, können deshalb nicht monetarisiert werden. Im Grunde genommen werden sie also für die Schublade geschrieben und finden nicht den Weg in die Öffentlichkeit.

Ihr merkt schon hieran den direkten Verbindungspfad zum Auto­ren-Nachlassarchiv-Projekt, aber es geht ja noch weiter.

Ich würde vermuten, dass sich das Selbstverständnis und die Anerkennung eines Autors wesentlich aus den Werken speist, die er veröffentlicht und für die er zunehmend öffentlich wahr­genommen wird. Wenn Nothomb nun also genau das Gegenteil behauptet, bürstet sie im Grunde alles gegen den Strich, was dem Selbstverständnis der Verfasser wie auch des Publikums und der verlegenden Zunft originär zukommt. Vorsichtig gespro­chen formuliert sie eine Paradoxie.

Wie kann es sein, dass sie solch einen provokativen Gedanken als Absolutum in den Raum wirft? Ist das nicht absurd? Und mehr noch: Wenn sie damit die Wahrheit spräche, was bedeutet das letztlich für die Schriftstellerzunft, für den Literaturbetrieb selbst? Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Öffentlichkeit mit … sagen wir … nebensächlichen Werken abgespeist wird, während die wirklich wichtigen Texte der VerfasserInnen unter dem Radar laufen und das Licht der Öffentlichkeit gar nicht er­blicken?

Ihr spürt schon, denke ich, was für abenteuerliche Weiterungen sich abzeichnen, wenn man mal länger über diesen oben so schlicht zitierten Satz nachdenkt. Da entsteht durchaus eine fundamentale Unsicherheit.

Ich denke, der Satz war wesentlich als Provokation gedacht. Als ein Mittel zum Zweck, um etwa eine landläufig gern praktizierte Schubladendenkweise zu konterkarieren und Irritation zu entwi­ckeln. Wir wissen, dass zumal der Buchmarkt dazu neigt, gewis­se Schematismen zu plakativen Werbezwecken zu verwenden. Ein paar schlichte Beispiele mögen dazu hinreichend sein.

Patricia Highsmith, eine großartige Thrillerautorin, die schon lange von uns gegangen ist, ist als genau dies in Erinnerung. Als vor einigen Jahren ihre Tagebücher entdeckt wurden, musste man realisieren, dass sie eben auch auf diesem Gebiet kreativ tätig war. Nicht veröffentlichte Werke, die deutlich mehr über sie aussagten als die Thriller und Kurzgeschichten, für die sie durch die Verlage bekannt wurde.

Auf einmal bekam die Schublade „Thriller“ für die Highsmith sinnbildlich Schlagseite.

Die Autorin Anaïs Nin war bekannt für ihre erotischen Geschich­ten, die sie zum Beispiel im Band „Das Delta der Venus“ veröf­fentlicht hatte. Lange Zeit unbekannt blieb, dass sie in erster Li­nie exzessive Tagebuchschreiberin war. Auch das kam erst sehr spät in ihrem Leben zum Vorschein, zunächst noch in Auszugs­form und von ihr deutlich reduzierter gestatteter Veröffentli­chung. Inzwischen sind die Tagebücher deutlich umfassender ediert, sodass man auch die Dinge nachlesen kann, die zu ihren Lebzeiten nicht publik werden sollten.

Auch hier haben wir durchaus einen klaren Fall, der Nothombs provokante Worte bestätigt.

Dennoch: Im Umkehrschluss summarisch zu behaupten, die wichtigsten Werke von AutorInnen seien die, die nicht veröffent­licht wurden, bleibt provokant und vielleicht überzogen.

Überlegen wir noch etwas weiter. Was für Gründe mag es ge­ben, dass Autoren bestimmte Geschichten nicht veröffentli­chen? Zum einen haben wir hier natürlich jenen Fall, für den das Autoren-Nachlassarchiv da sein soll: Wenn Autoren zu krank werden oder sterben, ehe sie Werke vollenden können, sind das Werke, die aus dem Nachlass das Licht der Welt erblicken kön­nen. Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit.

Zum zweiten hat die Veröffentlichung von Werken etwas mit Konjunkturen zu tun. Wir kennen das, wenn wir den Buchmarkt verfolgen. Es gibt ein stetes Auf und Ab von Themen, die gera­de en vogue sind und die Verlage darum favorisiert in ihr Portfo­lio aufnehmen. Werke, die gewissermaßen „antizyklisch“ ge­schrieben werden, haben es schwer, einen Verleger zu finden. Solche Werke, die gerade nicht der gängigen Literaturwelle ent­sprechen, gelten als verlegerisches Risiko, und viele scheuen dementsprechend, sich darauf einzulassen.

Auch hier sind Beispiele sinnvoll, um das näher zu konkretisie­ren. Als vor einigen Jahrzehnten eine arbeitslose Britin eine Ge­schichte schrieb, die sie ihren Kindern als Gutenachtgeschichte vorgetragen hatte und die sich um einen Zauberlehrling und eine magische Schule drehte, war sie jahrelang erfolglos am Klinkenputzen, weil niemand diesen Stoff haben wollte.

Heutzutage kann man sicher davon ausgehen, dass alle Verlage und Verlagslektoren, die diesen Stoff ablehnten, im Nachhinein dies als eine ihrer größten Fehlentscheidungen ansehen. Denn der Zauberlehrling Harry Potter und die Zauberschule Hogwarts wurden bei einem risikofreudigen Verlag zu einem Megabestsel­ler und die arbeitslose Autorin namens Joanne K. Rowling ist in­zwischen nach meiner Kenntnis Milliardärin.

Auch auf sozialen Schreibplattformen wie Wattpad tauchen in der Zeit des Selfpublishings immer mehr neue Schreibtalente auf, die sich dort verwirklichen und bisweilen äußerst gefragte AutorInnen werden. Als in den ziemlich stockkonservativen USA sich niemand für einen Stoff, in dem sich ein jungfräuliches Mädchen in einen sadistischen Superreichen verguckt und in dessen BDSM-Lebensstil eingeführt wird, interessieren mochte, war diese Geschichte im Internet dennoch ein Bestseller … und als „Fifty Shades of Grey“ machte der Stoff dann ihre Autorin E. L. James zu einer internationalen Berühmtheit und trat eine ganze Welle von Epigonenwerken los.

Werke, die dieses Potenzial (noch) nicht haben, landen dessen ungeachtet häufig in den sprichwörtlichen Schubladen oder Festplattenspeichern von Computern und marinieren da vor sich hin … im Extremfall bis zum Ableben der VerfasserInnen.

Das, was auf dem Buchmarkt also gängig ist, stellt in der Regel einen literarischen Konsens zwischen den Verlegern und den Buchkritikern dar. Über die Qualität dessen lässt sich häufig trefflich streiten. Und ja, hier mag Nothombs Gedanke, dass die wichtigsten Werke von Autoren diejenigen sind, die nicht veröf­fentlicht werden, eine gewisse Berechtigung haben.

Es bleibt gleichwohl Fakt, dass der Gedanke an sich provokant ist. Er zeigt aber sehr deutlich in meinen Augen an, und deshalb hielt ich ihn für zitierenswert, dass Werke von AutorInnen nicht nur deshalb zu verwerfen sind, weil sie nicht publiziert wurden. Dafür kann es, wie oben gezeigt wurde, zahlreiche Gründe ge­ben. Es gibt zweifellos noch mehr, beispielsweise intrinsische: Die VerfasserInnen wollen möglicherweise, dass ein bestimmtes Bild von ihnen in der Öffentlichkeit prominent bleibt, wobei es sinnvoll sein kann, gewisse persönliche Befindlichkeiten (etwa die sexuelle Orientierung) oder Vorlieben nach außen nicht zur Schau zu stellen.

Man kann sich etwa gut denken, dass religionskritische AutorIn­nen in religiös-doktrinären Staaten ihre kritischen Schriften lie­ber nicht an die große Glocke hängen, weil ihnen das wirtschaft­liche und persönliche Nachteile einbringen könnte. Ich vermute beispielsweise, dass Patricia Highsmith es sehr viel schwerer gehabt hätte, als Autorin offiziell in Amerika anerkannt zu wer­den, wenn die Öffentlichkeit gewusst hätte, dass sie lesbisch ist. Das war üblicherweise ein solide gehütetes Geheimnis.

Wie sähe das in meinem Fall aus, um mal in medias res zu mei­nen eigenen Werken zu kommen? Ich bin inzwischen 59 Lenze alt, und es ist offensichtlich absehbar, dass sehr viele meiner Werke wohl zu meinen Lebzeiten (die hoffentlich noch geraume Zeit andauern wird) nicht mehr veröffentlicht werden. Das ist ja auch ein wichtiger Beweggrund für mich, diesen Archivgedan­ken intensiv zu verfolgen, er dient auch der Bewahrung dieser Schriften.

Viele meiner Werke befinden sich in einem Entwicklungsstadi­um, das eine intensive Nachbearbeitung erfordert. Darunter fal­len nahezu alle Werke des Oki Stanwer Mythos und zahlreiche aus dem Segment des Archipels. Von den Schriften des Erotic Empire gibt es aktuell ausschließlich Fragmente, wenn auch manche 100 und mehr Textseiten überschreiten. Es gibt weit mehr als tausend Rezensionen, eine Handvoll Gedichte und Serienwerke wie etwa „Horrorwelt“, die ich bislang nicht mal entfernt für veröffentlichungsreif halte.

Dazu kommen sicherlich mehrere hundert Fragmente und zahl­reiche Serien-Entwicklungslinien, von denen ich immer wieder mal in meinen „Work in Progress“-Blogartikeln berichte. Der Ge­danke, all dieses Material könne nach meinem Ableben summa­risch den Weg in instinktlose Papiercontainer finden, ist zu schmerzlich, um darüber länger nachzudenken.

Ja, ich würde sagen, in meinem Fall ist es tatsächlich so, dass Nothombs Worte die Wahrheit treffen – die weitaus meisten Werke, die ich für wichtig halte, sind tatsächlich derzeit noch nicht veröffentlicht.

Wer jetzt aufschreit: Ja, verdammt, dann MACH das doch, veröf­fentliche das wichtige Zeug, solange du noch da bist!, der hat leider ein bisschen zu wenig Ahnung von meiner Arbeitsorgani­sation und der vernetzten Struktur meiner Geschichten. Das kann ich natürlich niemandem zum Vorwurf machen, und davon bin ich weit entfernt. Aber wer sich mal die Zeit genommen hat und zwei oder vielleicht auch drei Stunden durch meine OSM-Wiki auf der Webseite www.oki-stanwer.de gesurft ist, dem wird ziemlich deutlich geworden sein, wie komplex allein das Werk des Oki Stanwer Mythos mit seinen bald 2500 fertigen Werken ist.

Wer im Internet schaut, wie viel davon inzwischen veröffentlicht wird, zieht zweifellos ein langes Gesicht: Wir sind hier nicht mal im niedrigen dreistelligen Bereich, sondern noch weit davon entfernt. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, die meisten sind tech­nischer und monetärer Ursache. Deshalb denke ich, ist es wich­tig, den Projektgedanken weiter zu verfolgen und langfristig si­cherzustellen, dass zumindest ein guter Teil dessen, was ich ge­schrieben, aber noch nicht publik gemacht habe, erhalten bleibt. Wer sich nur anhand dessen, was ich veröffentlicht habe, ein Bild von meiner Persönlichkeit zu machen sucht, wird zwei­felsohne ein ziemlich schiefes Bild meiner selbst zu sehen be­kommen.

Ihr merkt an diesen ziemlich ausufernden und letztlich auch persönlichen Worten, dass mich die schlichten Zeilen der belgi­schen Autorin doch sehr beschäftigt haben. Und das ist auch gut so, sie lohnen nämlich ganz eindeutig, auch wenn das hier jetzt kein abschließendes Statement sein kann.

In der kommenden Woche erzähle ich euch Näheres zu dem jüngsten Jubiläum der Serie „Horrorwelt“. Und beizeiten geht auch die Reise in der Artikelreihe zum Autoren-Nachlassarchiv-Projekt weiter, versprochen!

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 555: Die goldene Göttin

Posted April 8th, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich lese gern Zeitreise-Romane, und da ich bekanntlich Histori­ker mit ausgesprochenem Faible für den alten Orient bin, also jene Epochen, in denen die alten Pharaonen, die mesopotami­schen Hochkulturen, das Reich der Keftiu auf Kreta und das he­thitische Großreich existierten, war es von dort bis hin zum my­thischen Atlantis, um das es in diesem Roman geht, nur noch ein kleiner Schritt.

Grundsätzlich gefiel mir die strukturelle Grundidee, aber die zahlreichen inhaltlichen Fehler machten im Verein der doch eher schwerfälligen Übersetzung diese Geschichte nicht wirklich zu einem Lesevergnügen. Meiner Einschätzung nach ist das ein klarer Pflichtroman, den Maddock hier verfasste, mit wenig Schreibzeit und wenig Gelegenheit, sich gescheit vorzubereiten. Ausgehend von einer schlichten Grundidee schrieb er einfach drauflos (einen ähnlichen Fall, der witzigerweise auch mit Atlan­tis zu tun hat, hat sich mal vor Ewigkeiten Clive Cussler geliefert … und dann den haarsträubendsten und schlechtesten Roman seiner Karriere abgeliefert, jedenfalls meiner Ansicht nach; viel­leicht ist das Thema Atlantis also mit einem Fluch belegt …? Man könnte man drüber nachdenken).

Ist das also ein schlechter Roman? Man könnte das nach der Einleitung mutmaßen. Aber soweit würde ich nicht gehen. Er hat schon einigen Unterhaltungswert, und gerade wenn man historisch nicht so sattelfest ist wie ich und vielleicht mehr fan­tasy-affin, als ich es bin, dann kann das eine durchaus vergnüg­liche Lektüre werden.

Schaut am besten mal selbst:

Die goldene Göttin

(OT: The Golden Goddess Gambit)

Von Larry Maddock

Terra-Taschenbuch 155

160 Seiten, TB, 1968 (1967)

Aus dem Amerikanischen von Walter Brumm

Keine ISBN

In seinem zweiten Abenteuer nach „Agenten der Galaxis“, das ein paar Jahre nach dem Erstling geschrieben wurde, hat sich die Handlungsstruktur des Hintergrundes verändert. Wir haben es mit einem im Hintergrund tobenden Zeitkrieg zu tun. Die Ge­heimorganisation T.E.R.R.A. („Temporal Entropy Restructure and Repair Agency“), die die Geschichte der Menschheit bewahren will, agiert gegen die antagonistische Macht der Organisation „Empire“ (hier immer wieder zwischen „Empire“ und „Imperi­um“ oszillierend). Während im Erstling noch ein Mann namens Drofox Johrgol diese Organisation leitete, wird er in diesem Ro­man nicht mehr erwähnt, sondern nun ist jemand namens „Gre­gor Malik“ an dessen Stelle getreten. Das kann natürlich bedeu­ten, dass Maddock seine eigene Historie nicht mehr recht im Blick hatte, als er den Roman schrieb, aber das ist hier nur Spe­kulation. Vielleicht ist das auch die Auswirkung einer Zeitmani­pulation.

Schauen wir uns an, worum es diesmal ging. Während der T.E.R.R.A.-Agent Hannibal Fortune im ersten Abenteuer in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts äußerst passend agierte und es mit UFOs zu tun bekam, wird er jetzt vom Wissenschaftler Pohl Tausig auf eine historische Manipulation aufmerksam ge­macht, die viel älter ist. Auf Kreta wird im Jahre 1509 vor Chris­tus von einem T.E.R.R.A.-Agenten eine Grabstätte archäologisch – quasi nebenbei – erforscht, die sonst wenige Jahrzehnte später durch eine Flutwelle zerstört werden würde. Darin taucht eine rätselhafte Plakette auf, die anzeigt, dass hier eine Zeitmanipu­lation vorgenommen wurde.

Hannibal Fortune und sein 15 Pfund schwerer, zur Gestaltwand­lung befähigter Symbiont Webley werden mit ihrem Zeittrans­porter in diese Zeit zurückgeschickt, um diskret den Fund zu präparieren, damit dessen Ursprung herausgefunden werden kann … aber ich gewann bei der Lektüre den Eindruck, als wenn der Autor das Prinzip radioaktiven Zerfalls nicht recht begriffen hätte. Man überlege: Wenn man im 16. Jahrhundert das Fund­stück radioaktiv präpariert und dann die „Spur“ Jahrhunderte weiter zurückverfolgen möchte (also ehe die Präparierung er­folgt ist), dann kann das strukturell nicht funktionieren. Dessen ungeachtet „folgt“ Fortune dieser „Fährte“ und gelangt so ins Jahr 11.642 vor Christus, zudem auf eine große Landmasse, die direkt vor der Straße von Gibraltar liegt – nach Atlantis.

Zu ihrer nicht geringen Überraschung besteht hier ein hoch ent­wickeltes Staatswesen in einem Land, das Nodiesop genannt wird. Und hier ist ein raffinierter Zeitfälscher namens Kronos da­bei, den Kult der goldenen Göttin zu etablieren und ein Ge­schlecht von Unsterblichen zu erschaffen. Er benennt das Land nun in Manukronis um und etabliert eine Zweiklassengesell­schaft. Und zu Hannibal Fortunes Unbehagen stellt er fest, dass diese Gesellschaft zivilisatorisch nahezu nur Vorteile für die Be­herrschten bietet … wie also soll er nun diesen illegalen Herr­scher stürzen und die Manipulation rückgängig machen?

Zu seinem Glück läuft ihm eine „verrückte alte Frau“ zu, die ihm wesentliche Informationen vermitteln kann, um die Zeit viel­leicht ins rechte Bett zurückzulenken …

Der zweite Roman um Hannibal Fortune kam sehr viel schlep­pender daher als der erste, was vielleicht nicht zuletzt auch auf die Übersetzung zurückzuführen ist. Zum anderen krankte der Roman spürbar an einer Reihe von Logikfehlern, die nicht recht zueinander passen wollten, wovon die obige Zeitverfolgungs-Problematik nur ein Teil ist. Außerdem war Fortune hier sehr we­sentlich auf die ausufernden Erzählungen Dritter angewiesen, was die Geschichte noch deutlich sperriger machte als zuvor. Ich vermisste auch ein wenig Nebenpersonen, die den Erstling noch so amüsant ausgestalteten … aber bekanntlich war Maddock in den 60er Jahren in den USA natürlich mehr zuhause als in diese vorgeschichtlichen Epoche, wo man nicht mal hinrei­chende Kenntnisse der Sprache nachweisen konnte … die Inte­gration Fortunes in diese Zeit gelingt also nur bedingt, und es ist dem Autor zugute zu halten, dass er das nicht bagatellisiert, sondern durchaus akzeptabel thematisiert.

Ignorieren wir dagegen mal die hier ventilierte Atlantis-Ge­schichte, die noch fest davon ausgeht (eine Theorie, die ja auch in der frühen Perry Rhodan-Serie noch Usus war … aber dort galt ja auch die Venus noch als Dschungelplanet mit Sauriern und urwüchsiger Vegetation), dass die Azoren die Spitzen eines untergegangenen mythischen Kontinents sind. Inzwischen ist relativ sicher, dass der platonische Atlantis-Mythos wesentlich inspiriert wurde durch die Vulkaneruption von Thera/Santorin im 15. Jahrhundert vor Christus und das atlantische Reich eine Mi­schung des untergegangenen minoischen Inselreiches und pla­tonischer Idealstaatvorstellungen darstellt.

Herausgekommen ist ein recht fantasy-lastiger Roman mit recht wilden Adelsintrigen, Schwertkämpfen, Kerkern und derglei­chen. Was man sich nicht so einfach klarmacht, auch weil es in dem Buch nicht richtig thematisiert wird, ist der mythologische Hintergrund. Während der Name des Landes ein wenig einfältig ist (lest ihn mal von hinten!), ist die Wahl des Namens Kronos viel sinniger. Der griechischen Mythologie zufolge war Kronos der Vater des olympischen Göttergeschlechts, der getötet wur­de, als er sich anschickte, seine gesamte Kinderschar zu ver­schlingen … man vergleiche das mal mit der vorliegenden Ro­manhandlung, das ist doch ein netter Aha-Effekt, würde ich sa­gen.

Alles in allem ist diese Geschichte indes nicht gar so eingängig und flüssig lesbar wie der Erstling, sondern schwächelt etwas … aber ich bin gleichwohl immer noch neugierig, wie die Geschich­te wohl weitergehen mag. Zwei weitere Romane der Reihe gibt es immerhin. Ich werde berichten.

© 2022 by Uwe Lammers

In gewisser Weise bleiben wir in der kommenden Woche im my­thologischen Fahrwasser, und doch gelangen wir zugleich wie­der in den Handlungsstrom erotischer Romane zurück. Denn es geht um die leibhaftige Göttin Aphrodite und ihre Söhne.

Mehr dazu erzähle ich euch in sieben Tagen hier.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Blogartikel 661: Close Up: Der OSM im Detail – Teil 73

Posted April 5th, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

beim letzten Mal kam es schon zu dramatischen Höhepunkten dieser Serie. Die Erde erhielt eine Invasionsdrohung der All-Hü­ter, das QUANTAGORN und die Ultrasav-Station gingen zugrun­de. Alle irdischen Kolonialwelten verstummten.

Aber das ist leider erst der Anfang. Was einst mit dem Leicht­sinn zweier terranischer Prospektoren begann, entwickelt sich zunehmend zu einer kosmischen Bedrohung, die nicht allein die Menschheit mit der Auslöschungsgefahr konfrontiert, sondern auch zahlreiche weitere Weltraumvölker in der Milchstraße.

Den meisten Protagonisten ist dabei nicht einmal im Ansatz klar, dass sie hiermit lediglich das leichte Vorbeben einer ausge­wachsenen kosmischen Katastrophe erleben, dafür sind die durchlittenen Schrecken schon zu umfassend.

Doch der KONFLIKT naht mit großen Schritten.

In den folgenden fünf Episoden, deren Inhalte ich wie üblich skizzieren möchte, werdet ihr die ersten zentralen Weichenstel­lungen dazu entdecken:

Episode 41: Das zweite Reich der Terraner

(1985, digitalisiert 2009)

Schauplatz: Syl-System

In relativer Nähe zum solaren System haben die All-Hüter eine neue Zivilisation aus dem Boden gestampft. Fußend auf den Überresten einer sehr viel älteren Kultur (über die ich in der Serie leider nicht viel sagte, das ist mutmaßlich ein Themenfeld für einen späteren Roman Aus den Annalen der Ewigkeit) ist die Kultur der humanoiden Sylons entstanden.

Dass es sich um Humanoide handelt, dass sie mit Raumschiffen der All-Hüter fliegen und diese Roboterwesen als Wohltäter und Beschützer verstehen, ist kein Wunder – die Sylons sind die gründlich manipulierten und gehirngewaschenen Terraner von den überrumpelten Kolonialwelten.

In diesem Band werden sie allerdings unerwartet mit einem Schwarm von kleinen Tropfenraumschiffen konfrontiert und in verheerende Gefechte verwickelt. Selbst als die All-Hüter mit massierten Kräften einschreiten, ist dieser Angriff nur schwer abzuwehren. Und schlimmer noch – einer der Angreifer flüchtet in den Halo der Galaxis. Hier landet er auf einer eisigen Welt, auf der er Tausende von Artgenossen trifft … monströse Kreatu­ren, die nahezu unzerstörbar sind und die als Invasionsarmee TOTAMS herangezüchtet worden sind.

Sowohl die Terraner in der Strahlenhölle Deneb IV als auch im QUANTAGORN haben mit diesen Ungeheuern im Einzelfall schon Kontakt gehabt – den Micaroii.

Aber sie selbst verstehen sich nur als Vorhut dessen, was nach ihnen kommen wird.

Ein grauenhafter Begriff taucht auf: DIE SCHWARZE MAUER.

Die Galaktiker ahnen von alledem noch nichts, und selbst die All-Hüter halten die Micaroii für die größte Bedrohung …

Episode 42: Kugelriesen über Terra

(1985, digitalisiert 2009)

Schauplatz: Sol-System, September 2092

In der Raumüberwachungszentrale Terra Central werten die Analysten mit Hilfe der uuranischen Kristall-Translatoren, die sie von den Hekaronern erhalten haben, die bislang kryptischen Funksprüche aus den Weiten der Milchstraße aus … und ihr Ent­setzen wächst stetig.

Da ist die Rede von Welten, die spurlos verschwinden.

Da ist die Rede von Raumschlachten, bei denen ganze Völker ausgelöscht werden.

Und da ist immer wieder die Rede von den All-Hütern.

Und schließlich kommt ein Klarspruch in Terranisch. Er stammt von den unheimlichen All-Hütern und ist direkt an die terrani­sche Regierung gerichtet: „HIER SPRECHEN DIE ALL-HÜTER! DIE TERRANER HABEN UNSERE WARNUNGEN MISSACHTET. DAFÜR WERDEN SIE JETZT BESTRAFT! DER ANGRIFF AUF TERRA ER­FOLGT UM 17.35 UHR TERRA-WELTZEIT!“

Über den Hauptstädten der Erde heulen die Alarmsirenen.

Invasionsalarm.

Dies ist keine Übung!

Doch was ist das für ein sonderbarer Angriff? Drei unscheinbar wirkende Kastenschiffe fliegen in aller Seelenruhe ins System ein … allerdings assistiert von einem Schwarm von 900-Meter-Kugelschiffriesen, die augenscheinlich als Begleitschutz fungie­ren.

Die terranischen Verantwortlichen stellen verstört fest, dass je­der Stützpunkt und jeder Planet, den die Kastenschiffe passie­ren, kurzerhand funktechnisch verstummt.

Abfangschiffe drehen um und schließen sich den Invasoren an!

Raumtorpedos werden von den Kugelraumern abgeschossen.

Die Kastenschiffe sind so genannte Gehirnschiffe der All-Hüter, die massive paramentale Beeinflussungswellen ins System schi­cken und alle Schutzbarrieren und Abschirmungen durchdrin­gen, als wären sie nicht vorhanden.

Als die Menschheit durch die Gehirnschiffe geradewegs paraly­siert worden ist, landen die riesigen Kugelschiffe auf den Raum­häfen der Erde.

Und dann beginnen die All-Hüter damit, die willenlosen Men­schen zu kommandieren.

Sie sind nicht gekommen, um ein Volk auszulöschen.

Sie haben viel Schlimmeres im Sinn.

Und es ist niemand mehr da, der sie davon abhalten kann …

Episode 43: Unter dem Augenstern

(1985, digitalisiert 2009)

Schauplatz: Tiefen der Milchstraße, 67.900 Lichtjahre von Terra entfernt – Terraner-Hekaroner-Mission

Neun Raumschiffe sind annähernd zur gleichen Zeit ohne Kon­takt mit der Heimat unterwegs in den Weiten der Galaxis, um den überlebenden Hekaronern unter ihrem Kommandanten Ha­lum Ceselar die Heimkehr nach Hekaron zu ermöglichen.

Doch wie zu befürchten war, gibt es Probleme. Der geheimnis­volle „Augenstern“, jene Supersonne, von der aus man den Heimweg nach Heka finden kann, ist nicht auszumachen. Tech­nische Schwierigkeiten legen zudem einige der Schiffe lahm.

Unter diesen Umständen entschließen sich die Kommandanten Colonel Wolf Dietrichs an Bord der FOX und Colonel Ben Jackson an Bord der MÜNCHEN, sich zwei Sternkandidaten in relativer Nähe im Alleingang anzuschauen. Während Jackson mit seinem Stern eine Niete zieht, registrieren sie in nicht einmal dreitau­send Lichtjahren Distanz eine massive Raumschlacht und fürch­ten, dass die flüchtenden Schiffe die Riesensonnen, in deren Nähe sie sich aufhalten, als Sammelpunkte nutzen könnten.

Parallel dazu stößt die FOX in ein bizarres System vor, in dem fünf Sauerstoffwelten auf derselben – stabilen! – Umlaufbahn ihren Heimatstern umkreisen. Eindeutige Zeichen einer hoch­technischen Zivilisation, was sie alarmiert.

Sie haben den Fünf-Planeten-Wall gefunden, und auch wenn alle Ortungen nach Leben vergeblich bleiben, ist das System alles andere als unbewohnt. Unter der Oberfläche der Welten exis­tiert lauernde Intelligenz.

Als Dietrichs auf einer der Welten landet, auf der zahlreiche Stadtkomplexe entdeckt worden sind, kommt es an Bord seines Schiffes zu verheerenden Fehlschaltungen, die so zerstörerisch sind, dass das Schiff keine Hyperraumflüge mehr absolvieren kann. Sie sind in diesem System gefangen!

Als Jackson von der Entdeckung des Fünf-Planeten-Systems er­fährt, befiehlt er den wartenden Einheiten, unverzüglich den Standort zu wechseln und fliegt Dietrichs hinterher.

Dort hat ein Hekaroner inzwischen herausgefunden, dass die Sonne des Fünf-Planeten-Systems identisch ist mit dem so ge­nannten Augenstern seines Volkes, der Sonne Cirud (was freilich etwas sonderbar ist, da das vorher nicht festgestellt werden konnte). Von hier seien es nur noch 283 Lichtjahre bis Heka, bis zu ihrer Heimat.

Leider nutzt ihnen das wenig, weil sie hier festsitzen.

Und es wird noch schlimmer, denn mit der Landung der FOX er­wachen weitere Wesenheiten unter der Oberfläche des Planeten – sie nennen sich „Eliminatoren“ und wollen kontrollieren, ob die Gelandeten Diener TOTAMS sind. Dann werden sie ihrem Auf­trag gerecht werden und sie auslöschen.

Die Leser kennen diese Wesen bereits – identische humanoide Roboter, die ursprünglich auf die Bezeichnung OKIS hörten …

Episode 44: Jungfernflug der STAR

(1985, digitalisiert 2009)

Schauplatz: Zolog, die Dschungelwelt

Nachdem der verheerende Parasturm beendet werden und der verrückte Rontat getötet werden konnte, ist das Rontat-Raum­schiff in die Hand des Commanders Terry Jones gefallen.

Als die überlebenden Terraner der TERAB und die Weelon, die unter dem Kommando von Raskorw alias Harald Kronberg ste­hen, wieder erwachen, erläutert Jones ihnen, dass sie durch den Parasturm allesamt ins Koma gefallen und dem Tode nahe ge­wesen sind. Nur mit massiver medizinischer Hilfe des Schiffes konnte er sie retten.

Er hat noch bessere Neuigkeiten: Das Kommandogehirn des Schiffes, der so genannte SELAG, hat ihn und die Gefährten als neue Kommandanten des Schiffes akzeptiert. Damit haben sie nicht nur ein außerordentlich schlagkräftiges Raumschiff in ihrer Hand, auch ihrer Rückkehr nach Terra steht – wie sie glauben – nicht mehr viel im Weg.

Sie sollen sich irren.

Nachdem der Start von Zolog, mit einigen verblüffenden techni­schen Überraschungen, mühelos gelingt, schlägt Dr. Ramirez aus der Astrozentrale vor, ein Sonnensystem anzusteuern, das 32 Lichtjahre entfernt ist und über 12 Planeten verfügen soll.

Terry Jones hält das für ein sinnvolles nahes Flugziel und weist den SELAG an, sie dorthin zu bringen. Er ahnt nicht, dass der Rontat zuvor noch ein anderes Vorrangflugziel programmiert hatte und der SELAG sie nun dorthin fliegt.

Sie transistieren über 154 Lichtjahre und werden sofort nach Er­scheinen von einem Verband von All-Hüter-Kampfschiffen ohne Vorwarnung attackiert.

Im nächsten Moment sind die Raumfahrer hilflos – der SELAG blockiert alle Schaltungen … und eröffnet gnadenlos das Feuer auf die All-Hüter-Schiffe, die er brutal vernichtet.

Aus der Funkzentrale kommt die Info, dass ständig der Alarm­spruch „Whog julhy Rontat!“ ins All gehämmert wird.

Raskorw begreift, was das bedeutet, und er spricht es entsetzt aus: „Man hält uns für die Rontat! Dieser Computer spricht un­ser Todesurteil!“

Er spricht vom SELAG, der gnadenlos die Kugelraumer aus dem Universum pustet.

Und nach der abgewehrten Attacke fliegt die STAR, wie Terry Jo­nes das Schiff genannt hat, auch weiterhin unter automatischer Kontrolle.

Niemand an Bord hat eine Ahnung, dass das Sonnensystem, in das sie einfliegen, einst das Heimatsystem der stabgestaltigen Lokes war. Ein Volk, das vor kurzem erst durch die All-Hüter aus­gerottet wurde.

Dummerweise existiert auch hier eine Automatik, die auf rigoro­se Abwehr programmiert ist – der Wächter von Loon II lauert nur darauf, dass Schiffe einfliegen, die auf die Feindmuster passen.

All-Hüter.

Weelon.

Rontat.

TOTAM.

Als die STAR den entscheidenden Radius überschreitet, schlägt der Wächter von Loon II zu und aktiviert DEN WEG.

Die Raumschiff-Falle, die noch jedes Schiff gepackt und gnaden­los vernichtet hat, schleudert den Kastenraumer der Rontat in die Ewigkeit …

Episode 45: QUERSCHLÄGER

(1985, digitalisiert 2009)

Fortsetzung von Band 44: QUERSCHLÄGER-System

DER WEG, aktiviert vom robotischen Wächter von Loon II, dem kybernetischen Rache-Erben der ausgelöschten Lokes-Zivilisati­on, hat die STAR in einen Abgrund aus Raumzeit geschleudert, dem noch kein Schiff entkommen ist. Aber DER WEG hat keine Erfahrungswerte mit Rontat-Schiffen … was alle anderen Rau­mer mit ausgebrannten Triebwerken am Endpunkt des WEGES stranden ließ, schadet der STAR nicht so sehr.

Dennoch sieht das Ende des WEGES auch für die Besatzung der STAR alles andere als witzig aus.

60.000 Lichtjahre außerhalb der Milchstraße fällt das Schiff wie­der in den Normalraum zurück, in einem bizarren Sonnensys­tem, das voll ist mit ausgebrannten All-Hüter-Schiffen, und den Wracks zahlreicher anderer Intelligenzen, die DER WEG scho­nungslos hierher verfrachtet hat. Niemand von diesen Raumfah­rern hat den Transit überlebt.

Kaum materialisiert, stellen die Besatzungsmitglieder fest, dass sie in der Hölle gelandet sind – ein Strahlenschauer, der von der Sonne des Systems ausgeht, stürzt sie geradewegs in geistige Umnachtung und Wahnsinn, wobei sie aufeinander losgehen.

Erst als Terry Jones von einem unauffälligen fahlen Lichtstrahl getroffen wird, lichtet sich seine geistige Umnachtung. Er hat keine Ahnung, dass er durch diesen Lichtstrahl gerade zu einem Helfer des Lichts geworden ist und dessen Primärenergieaufla­dung ihn gegen die Irrsinnsaura immunisiert.

Zusammen mit Meltrag, dem veränderten Weelon, zu dem nun er eine seltsame Affinität verspürt, gelingt es ihm, das Schiff aus der Irrsinnsstrahlung zu steuern.

Doch die innere Stimme der Helferpersönlichkeit empfiehlt ihm nun, auf einem Planeten zu landen … einer Welt, die wie ein Querschläger durch einen Magnetsturm auf sie zugerast kommt!

Zwar gelingt die Landung, aber sobald der Planet die Zone des Magnetsturms verlassen hat, stürzt unvermittelt der Landeplatz unter der STAR in sich zusammen, die zuvor nach einer massi­ven Erzfläche aussah. Es handelt sich um ein durch den Magnet­sturm an die Oberfläche gerissenes Erzvorkommen … nun stürzt die STAR mehrere hundert Meter tief in eine Erzhalde und ist unverzüglich zwar nicht beschädigt, aber doch so verschüt­tet, dass ein sofortiger Start unmöglich wird.

Fürs erste sind sie auf der Welt QUERSCHLÄGER gestrandet.

Als sie innerhalb des Rontat-Schiffes „Ghosts“ finden, beschlie­ßen sie, während der Havariezeit den Planeten und vielleicht auch das restliche Sonnensystem zu erforschen.

Und als Epilog wird zu einer rätselhaften Flotte geblendet, die 35.000 Lichtjahre außerhalb der Milchstraße angekommen ist und die menschliche Heimatgalaxis zielstrebig ansteuert. Kom­mandant ist ein hagerer, schwarzhaariger Humanoider, der im Auftrag der Sieben Lichtmächte unterwegs ist, um den Krieg ge­gen die Schergen TOTAMS zu führen. Und dies möglichst, ehe ein tödliches Verhängnis die Galaxis trifft, das er die „Nullfront“ nennt.

Er ist ein Mann namens KLIVIES KLEINES …

Ihr merkt hieran, dass mit Band 45 der richtige Umschwung in den Oki Stanwer Mythos vollzogen wird. Helfer des Lichts wer­den namhaft gemacht, TOTAMS Invasionsarmee, die Micaroii, werden mobilisiert, Terra erobert … die Dinge fangen an, richtig schlimm zu werden. Im nächsten Teil werde ich davon weiter er­zählen.

In der kommenden Woche kehre ich zu meinem Traumprojekt zurück, zum Autoren-Nachlassarchiv-Projekt, und erzähle euch ein wenig mehr davon.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 554: Fesselnde Lust

Posted April 1st, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

manchmal kann es sehr interessant sein, Romane mit einigem Abstand ein zweites Mal zu lesen – mir geht das gerade so mit meinen eigenen alten Romanen aus dem Jahre 1984, die ich einst mit der Absicht verfasste, sie im Zauberkreis-Verlag zu veröffentlichen. Da mache ich durchaus spannende Entdeckun­gen, die mich nicht eben wenig verblüffen … mehr dazu in mei­nen diesbezüglichen Blogartikeln im Rahmen der „unveröffent­lichten Romane“.

Auch der vorliegende Roman wurde von mir ein zweites Mal ge­lesen. Während er aus rätselhaften Gründen beim ersten Mal nicht soviel Eindruck bei mir hinterließ, dass ich ihn rezensierte, änderte sich das dieses Mal gründlich.

Woran lag es? Zum einen hatte ich in der Zwischenzeit intensi­ve Berührung mit den Werken von E. L. James gemacht und die Verfilmungen von „Fifty Shades of Grey“ angesehen. Außerdem war mir Eden Bradley als Verfasserin des damals von mir eher distanziert gelesenen Romans keine Unbekannte mehr, und ich begann deshalb – ihr werdet das unten entdecken – , Parallelen zwischen ihren Romanen zu ziehen und Rückschlüsse auf die Psyche der Autorin (mit aller Vorsicht) einzuarbeiten.

Herausgekommen ist eine Rezension, die ich euch nicht vorent­halten möchte:

Fesselnde Lust

(OT: The Dark Garden)

Von Eden Bradley

Blanvalet Avenue 37034

288 Seiten, TB (2007)

ISBN 978-3-442-37034-4

Aus dem Amerikanischen von Claudia Müller

Eigentlich ist die Unternehmensberaterin Rowan Cassidy in Los Angeles eine selbstbestimmte, erfolgreiche Frau, die genau weiß, was sie will. Und das wissen auch alle regelmäßigen Gäste im Club Privé, in dem Rowan in ihrem zweiten Leben tätig ist – dort ist sie als stolze, intelligente und zugleich einfühlsame Do­mina bekannt, die unter anderem einen Gesprächskreis für Neu­einsteigerinnen und Neueinsteiger leitet, denen sie die Regeln und mentalen Klippen des BDSM-Lebensstils erklärt und ihnen dabei hilft, mit ihren dunklen erotischen Leidenschaften klarzu­kommen. Denn ihr ist völlig klar, dass die Lust an bisweilen sa­distischer Dominanz einerseits und der Wonne der völligen Un­terwerfung andererseits psychisch höchst belastend sein kann. Gar zu leicht können sich Menschen, die derlei Veranlagung in sich fühlen, dasselbe spüren, wie es schlichte Gemüter der Um­welt annehmen: dass es sich hierbei um eine Form von Perversi­on handelt, um Sünde, etwas, für das man sich schämen muss und das man in den Abgrund der Hölle zu verdammen hat.

Doch Rowan hat zugleich seit einiger Zeit ein Problem – wiewohl es ihr üblicherweise Vergnügen bereitet, die Neulinge zu initiie­ren und dabei auch aufgeregte junge Männer mit zahlreichen In­strumenten wie Nippelklemmen und Peitschen ihrem Willen zu unterwerfen, ist sie doch inzwischen seltsam abgestumpft. Sie findet in dieser Art von Beschäftigung weniger Befriedigung, als es üblicherweise der Fall ist. Stattdessen hat sie insgeheim be­gonnen, einen erotischen Roman zu schreiben, in dem es um eine junge Frau namens Ashlyn geht, die sich willig einem domi­nanten Gebieter namens Gabriel unterwirft. Und das sind zu ih­rer Beunruhigung Phantasien, die sie feucht werden lassen.

Devote Phantasien.

Aber sie IST nicht devot! Sie weiß doch ganz genau, dass sie do­minant veranlagt ist. Sie hat vor Jahren ein Experiment in der Gegenrichtung unternommen, das grässlich fehlgeschlagen ist und über das sie sich in vollkommenes Schweigen hüllt.

Nein, sie ist einwandfrei und unwiderruflich dominant!

Als der unübersehbar dominante Künstler Christian Thorne den Club Privé betritt, geraten ihre Grundsätze allerdings bestür­zend rasch ins Wanken. Er verunsichert sie ebenso, wie er sie auf subtile Weise erregt … aber leider ist er andererseits, ein­fach qua seiner Dominanz, für sie unerreichbar, was sie sehr bedauert. Immerhin, er ist seit langem der erste Mann, der sie wieder faszinieren kann. Zu schade, dass aus ihnen nichts wer­den kann …

Christian scheint das völlig anders zu sehen – und schließlich fordert er fast schon vergnügt ihren Stolz heraus, weil er der Auffassung ist, in Rowan schlummere insgeheim eine devote Seele. Sie solle das Experiment wagen und privatim 30 Tage mit ihm „spielen“, d. h. sich seinem Willen unterwerfen, um heraus­zufinden, ob an dieser Vermutung etwas Wahres ist.

Das ist eine Unverschämtheit, die sie schäumen lässt. Wütend stimmt Rowan aber schließlich zu, macht indes unmissverständ­lich klar, dass es dabei nicht zum Sex kommen werde. Das hat weniger mit körperlicher Unattraktivität Christians zu tun als vielmehr mit dem exakten Gegenteil – Rowan spürt sich extrem zu ihm hingezogen und fürchtet, wenn sie sich miteinander ver­einigen, dass sie für nichts mehr garantieren kann.

Beide bedauern diese Übereinkunft schon bald, aber das ist nur der Anfang.

Rowan fürchtet den völligen Kontrollverlust allerdings so un­glaublich, dass es bald zu abenteuerlichsten Fluchtreaktionen kommt, die nun wiederum Christian überrumpeln, der mit der­gleichen nicht gerechnet hat. Zugleich zeigen sie ihm, dem ge­rade aus Europa heimgekehrten Künstler, der gegenwärtig in ei­ner Schaffenskrise steckt, aber auch, dass Rowan ein stilles, tie­fes Wasser voller Probleme und Geheimnisse ist – und sie elek­trisiert ihn wie noch keine Frau zuvor. Sie geht ihm buchstäblich unter die Haut und okkupiert geradezu spielend seine Seele.

Könnte es sein, fragt er sich, der in ihrer Vereinbarung eine ge­meinsame Beziehung konsequent ausgeschlossen hat, dass die­se Verbindung deutlich mehr ist, als er anfangs annahm? Könn­te es vielleicht sogar möglich sein, dass Rowan das ist, was er seit langem gesucht hat, eine neue Muse für seine kreative Ader? Denn mehr und mehr fokussieren sich seine Gedanken auf sie, und während sich Christians Vermutung hinsichtlich der devoten Ader bei Rowan auf köstliche Weise zu bestätigen be­ginnt, nehmen im gleichen Maße Rowans Fluchtbewegungen zu. Ein Drama bahnt sich an …

Auf einer Parallelschiene wird eine weitere sich entwickelnde Beziehung verfolgt, die explizit sexuellen Charakters ist. Die junge Devote namens April, die seit jüngster Zeit in Rowans Be­ratungsgruppe ist und sich mit ihr angefreundet hat, verguckt sich zunehmend in einen neuen Master im Club Privé, den Iren Decker.1 Rowan warnt sie davor, denn es ist allgemein bekannt, dass Decker sich mit devoten Mädchen stets nur vorübergehend einlässt und sie in der Regel nach einem gemeinsamen Abend wieder fortschickt.

Doch auch hier entwickeln sich die Dinge auf interessante Weise anders, obsessiv anders …

Dieser erste auf Deutsch bei Blanvalet von Eden Bradley veröf­fentlichte Roman wurde von mir bereits anno 2009 gelesen, da­mals allerdings in einem sehr behäbigen Lesetempo, deren sechs Lesetage sich auf fast drei Monate verteilten – heutzutage etwas rätselhaft, denn nun kostete er mich nur zwei direkt auf­einander folgende Lesetage. Das zeigt deutlich, dass ich inzwi­schen eine andere Form des Leseumgangs mit romantischen BDSM-Romanen habe als damals. Ich lasse mich sehr viel leich­ter darauf ein als einst.

Wenn man sich die Charakteristika von Bradleys weiblicher Hauptperson Rowan anschaut und außerdem als Parallelfolie ihren später veröffentlichten Roman „Dunkle Begierde“ (2014) heranzieht, dann wird ziemlich klar, wie sehr sie ihren Protagonistinnen persönliche Züge verleiht. Wie Bradley ist Ro­wan Schuhliebhaberin und begeisterte Museumsgängerin, liest viel und ist in der BDSM-Szene tätig. Auch die Schreibbegeiste­rung – hier eher diskret als eine Art sehr lustvolles „alter Ego“ in den Hintergrund gedrängt – spiegelt offensichtlich frühe schrift­stellerische Gehversuche der Autorin, ehe sie ihre ersten Roma­ne veröffentlichte. Das ist nicht ohne Reiz, wie ich zugeben muss.

In der Konsequenz macht diese Mischung ihren Romancharakter durchaus glaubwürdig und führt dazu, wenn man sich darauf einlässt, dass sich der Roman quasi wie von selbst liest. Vergli­chen mit Dylan Ivory aus dem späteren Roman hat man aller­dings das Gefühl, dass nur geringe Abwandlungen vorliegen. Gewiss: Dylan ist Schriftstellerin und Newcomerin in der BDSM-Szene, wohingegen Rowan als erfahrene Domina präsentiert wird. Aber die Veranlagung beider Frauen ist doch ganz dieselbe und, für romantische BDSM-Romane nicht verblüffend, auch das Lösungsszenario funktioniert auf die gleiche Weise. Zentral ist beide Male der Akzeptanzkonflikt der weiblichen Protagonistin, der primär in mangelndem Selbstwertgefühl wurzelt. Das lässt natürlich schon gewisse Schlüsse auf die Psyche der Verfasserin zu.

Gleichwohl hat das Lesen Vergnügen bereitet, und es war über­raschend zu entdecken, wie viel von dem Inhalt ich doch nach gerade mal knapp 10 Jahren schon wieder völlig vergessen hat­te. Auf diese Weise war die Neulektüre tatsächlich fast mit einer Frischlektüre identisch. Das hätte ich so nicht gedacht. Ich kam auf diesen Gedanken eben genau deswegen: weil ich beim Ein­sortieren von „Dunkle Begierde“ entdeckte, dass ich mir beim besten Willen nicht mehr konkret vorstellen konnte, wor­um es in diesem älteren Buch genau gegangen war. Also lohnte sich die Neulektüre durchaus.

Allerdings würde ich, gemessen an den oben dargestellten Par­allelen, schon vorschlagen, dass jemand, der beide Romane neu entdecken möchte, zwischen die Werke ein paar Monate Lese­differenz und einige andere Autoren zur Abwechslung einstreu­en sollte. Andernfalls könnte er/sie von einem der beiden Roma­ne oder von beiden vielleicht gerade wegen ihrer strukturellen Ähnlichkeit etwas enttäuscht sein.

Ich schätze, diese Gefahr hat auch die Verfasserin geahnt und deshalb neben dem doch lange Zeit auf kleiner Flamme kö­chelnden Rowan/Christian-Handlungsstrang den deutlich härte­ren und direkteren zweiten Handlungsfaden um April und Decker eingearbeitet … um durch die explizite Erotik den Leser bei der Stange zu halten. Nun, ein Rezept, das – mit der erwähnten Einschränkung – durchaus funktionierte. Und es sind ein paar wirklich sehr phantasievolle und raffiniert geschriebene erotische Szenen im Buch enthalten, die die obigen Abschattungen klar aufwiegen.

Also: von meiner Seite aus letzten Endes doch eine klare Lese­empfehlung.

© 2017 by Uwe Lammers

In der kommenden Woche sind wir dann wieder auf Zeitreise. Und diesmal geht Hannibal Fortune wirklich weit zurück. Mehr dazu erfahrt ihr in sieben Tagen an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Bedauerlicherweise gewährt uns die Autorin zwar bereitwillig Einblick in Deckers und Aprils Lebenswelt, aber Nachnamen gestattet sie ihnen nicht – vielleicht, um klarzumachen, dass es sich um Protagonisten zweiter Wahl han­delt und die Konkurrenz zum Haupterzählstrang niedrig zu halten … in meinen Augen keine glückliche Form des Schachzugs. So wird der richtige Zugang zu dieser Erzählebene erschwert.

Liebe Freunde des OSM,

das war vielleicht ein kurioser Monat … während viele meiner Freunde sich in die Urlaubstage absetzten, Karten aus heißen Weltregionen schickten oder alle möglichen anderen Dinge rund um Ferien und dergleichen zu tun hatten, machte ich das, was ich im Sommer stets mache: Ich zog mich in den Schatten zu­rück, bemühte mich, Hitzespitzen nach besten Kräften auszu­weichen und … kreativ zu sein.

So kennt ihr mich halt.

Besonders setzte ich die Glossararbeiten an der Serie „Horror­welt“ fort, und das hatte – im Verein mit einem erstaunlich re­genreichen und meist durchaus nicht so glühenden Klima – in­teressante Konsequenzen, gerade für die genannte Serie, auf die ich in diesem Monat sehr viel Zeit verwandte.

Alles begann damit, dass ich schon am Anfang des Monats in Horrorwelt-Band 200 hineinstolperte. Da war nicht nur der Titel „Aus den Tiefen des Meeres“, sondern mir war sofort klar, dass hier buchstäblich ein neues Zeitalter begonnen hatte. Viel­leicht macht das die Dimension deutlicher – das letzte Mal, als ich so ein Gefühl hatte, verfasste ich Horrorwelt-Band 100. Und das war im Jahre 1985 (!). Kein Witz, das ist tatsächlich über 40 Jahre her.

Diesmal hatte ich aber einen sehr wichtigen strategischen Vor­teil: Schon in Band 125 hatte ich einst angekündigt, wie der Zy­klus nach Band 200 heißen würde, nämlich „Das Zeitalter der Feen“. Auch wenn ich noch 1998 glaubte, diese Zeit nie errei­chen zu können, sah das nach den jüngsten Schreibexplosionen dieser Serie, die mich immerhin bis Band 193 brachten, doch ganz anders aus.

Aber dann, 2023, stockte mal wieder der Schreibprozess. Und jetzt, im Juli 2025, begann er von neuem, während ich tagtäg­lich bis zu 6 Lexikonseiten schrieb … ihr werdet das weiter un­ten merken, wo ich ausnahmsweise mal, weil diese Serie dies­mal soviel Raum einnimmt, darauf explizit eingehe. Sonst ma­che ich das ja allenfalls in separaten Artikeln zur Serie Horror­welt, wovon ich aktuell aus gegebenem Anlass wieder einen plane. Kann sehr gut sein, dass ihr den, bis diese Zeilen hier Ende März 2026 erscheinen, längst gelesen habt.

Aber ja, ich weiß, ich zäume gerade das Pferd von hinten auf. Fangen wir mal vorne an: Das Monatsergebnis waren 22 fertige Werke, und darunter waren wirklich ein paar Hochkaräter (und allesamt aus der Horrorwelt-Serie). Im Detail schaut das wie folgt aus:

Blogartikel 655: Work in Progress, Part 151

(Horrorwelt-Glossar)

(Horrorwelt 200: Aus den Tiefen des Meeres)

(Horrorwelt-Lexikon)

(OSM-Wiki)

23Neu 77: Siegelkraft gegen Verrat

(20Neu 42: DIE ÜBERRASCHUNG)

(20Neu 41: Der Ewigkeits-Plan)

(Glossar der Serie „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“)

(Lexikon der Serie „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“)

(20Neu 40: Verdammte der Zeit)

(23Neu 78: Gestrandet auf TOTAM)

Horrorwelt 194: Jahrtausendpläne

Anmerkung: Diese Episode schrieb sich fast wie von selbst, und da merkte ich überdeutlich, dass es dringend an der Zeit war, hieran weiterzuarbeiten. Schwierig würde es nur werden, dach­te ich mir, in den kommenden beiden Zweiteilern 196/97 und 198/99 zwei Handlungsebenen aufeinander abgestimmt bis zu einem runden Abschluss zu bringen … jedenfalls kam es mir schwierig vor.

War es das? Na ja, nicht so richtig.

Horrorwelt 195: HOOGHYLS Audienz

Anmerkung: Das hier ist wirklich die heftigste Episode der ge­samten Serie. Normalerweise werden diese Bände 12-15 Seiten lang … nun, dieser hier kam auf geschlagene 60 Seiten. Was auch dringend nötig war. Hier wurden eine ganze Menge Hand­lungsebenen der Serie seit Band 175 zusammengeführt: Die Waldhexe Firona, die inzwischen die designierte neue Feenköni­gin Firona-Fisch ist; ihr unheimlicher Berggeist-Vater HOOGHYL, ihre Ratgeberin, die Feengeist-Königin Zhyani; dann wurde eine Zwergengruppe von den Kristallgeistern, den Viyiini, gewisser­maßen „eingefangen“, zusammen mit dem Walddämon NANE­RAEK und seiner Lebensgefährtin Franca. Außerdem wurde über einen magischen Monitor eine Verbindung ins Totenland des Fürsten Anawandaal von Salgoorin hergestellt. Hier sah Fi­rona dann die Hexendämonin TOOWATAER wieder, die verschol­lene Waldhexe Mira und ihren Werwolf-Liebhaber Jonesh, die Amazonengruppe von Cayyon … und Firona traf ihre eigene, verstorbene Mutter Janina.

Eine weitere Verbindung schlug einen Bogen zu dem Blutdschungel von Ogis, wo die HOOGHYL-Tochter Nayila und der verstorbene Regent von Wertan, Hlymor Cur, zugeschaltet wurden … und hier wurde ein Bündnis geschmiedet, das noch den so genannten „Jenseitspakt“ aus dem Jahre 2022/23 bei weitem übertraf.

In einer konzertierten Aktion sollte hier daran gearbeitet wer­den, das Reich Wertan zu konsolidieren und zugleich die größte Gefahr für Wertan auszuschalten: Graf Corians Werwolf-Armee, die sich ja bald auf den Weg gen Süden machen sollte …

Also echt, die seit vielen Jahren entwickelten Handlungsfäden passten sich wunderbar aneinander an, und es war eine un­glaubliche Freude, das anzusehen.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Schattenfürst)

(23Neu 80: Der Schock)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Dämonenjäger)

(Lexikon der Serie „Oki Stanwer – Der Dämonenjäger)

20Neu 39: Aufstand gegen die MACHT

Anmerkung: Ja, das waren ein paar kraftlose Versuche, neben dem Horrorwelt-Strom noch auf einen grünen Zweig zu kom­men … völlig nutzlos. Im Kopf war ich immer noch auf dem Nordkontinent der Horrorwelt, und so suspendierte ich die OSM-Arbeiten erst einmal.

Ich entwickelte die vier nächsten Rohdateien, aber ich schrieb sie nicht in der Reihenfolge fertig. Die wahre Schreibreihenfolge sieht so aus: Band 198, 199, dann 196 und 197. Gedanklich wusste ich halbwegs, wie Band 195 aufgehört hatte, und das war dann der Auftakt für das Folgende.

Horrorwelt 196: Im Reich der Fehrer

Anmerkung: Dieser und der nächste Band spielte im von den vulkanischen Folgen des Titanenkampfes gebeutelten Insel­reichs der Fehrer und setzte damit die Handlungen der Episo­den 179/80 fort, die ich 2022 verfasst hatte. Hier war der junge Sklave Satajon auf die vormalige Schwarze Hexe Carina gesto­ßen und hatte mittels magischer Dolche, in denen die Macht des Roten Dämons steckte, die Kontrolle über einen kleinen Stamm von geflüchteten Jugendlichen aus dem Fehrer-Reich übernommen. Sie standen ihrerseits im Bann des verletzten Echsendämons YTHOKAAN. Und dieser hatte seine letzten Die­ner der Schlangenkopf-Armada bei der monströsen Begegnung mit Feuerwesen an der Küste der Fehrer-Insel Ciryo II einge­büßt.

Dieses Faktum wollte der Rote Dämon nun dafür nutzen, mit ih­nen und ihrer Herrin, der Feuergöttin Shalaa, Kontakt aufzuneh­men. In dieser Episode machten sie sich auf den Weg dorthin.

Und Carina träumte während der Reise schreckliche Alpträume, in denen ein Kuttenträger mit Perlmuttmaske in Erscheinung trat – der Wurmdämon MOEDERAAN …

Horrorwelt 197: Magische Metamorphose

Anmerkung: Die Reise der Gruppe wurde auf einer Lichtung mit alten Ruinen unterbrochen, und hier trat MOEDERAAN tatsäch­lich direkt in Erscheinung und erklärte dem Roten Dämon heim­tückisch, dass er der große Meister der Selbsttäuschung sei … er werde mit seiner Gruppe die Küste gar nicht erreichen.

Das stimmte tatsächlich – denn diese Episode endete dann in einem allumfassenden Massaker, das am Ende den Roten Dä­mon und YTHOKAAN zum Selbstmord zwang. Damit war der Rote Dämon zwar nicht tot, weil nur sein Gastkörper eliminiert wurde, aber er war nun in seinem Arsenal auf dem Meeres­grund im Fehrer-Reich gefangen und hatte nur noch eine magi­sche Verbindung zum Nordkontinent – zu Graf Corian.

Und natürlich brannte er nun vor Hass darauf, dass MOEDERAAN, der im hohen Nordosten des Nordkontinents sein Wurmreich besaß, nun bestraft werden müsse.

Zu dumm nur, dass MOEDERAAN das auch schon vorhergese­hen hatte…

Horrorwelt 198: Unter dem Wolfsbanner

Anmerkung: Corian, und damit schrieb ich ja direkt nach Band 195 weiter, hatte derweil ganz andere Sorgen – er wurde näm­lich von grässlichen Alpträumen geplagt, während derer er sich in eine wilde Furie verwandelte, die alles um sich kurz und klein schlug.

In diesen Alpträumen machte ihm sein alter Freund, der Bera­terdämon COORAET, der im Band 153 (anno 1990!!) gestorben war, übelste Vorhaltungen … und damit kamen auch ein paar historische Informationen Konturen, die hier einfach wunderbar passten.

Corians Lebensgefährtin, die weiße Werwölfin Chagarthe, über­redete ihn nun dazu, sich in der Werwolf-Metropole Whookart einem magischen Ermittlungsverfahren zu unterziehen, was er auch tat: Und zu seinem Entsetzen zeigte sich, dass er beses­sen war – von COORAETS Geist, der ihn quälte. Um eine erneu­te Besessenheit zu verhindern, brandmarkte ihn der Werwolf-Zauberer Krandur mit einem magischen Mal, was tatsächlich half.

Erst im Epilog dieser Episode kam zutage, auf wessen Geheiß er das tat: Auf Anordnung des Wurmdämons MOEDERAAN …

Horrorwelt 199: Irrgarten aus Kristall

Anmerkung: In diesem Band kam dann die Direktverbindung zwischen Corian und dem Roten Dämon zustande, der ver­ständlicherweise wegen der Geschehnisse in Band 197 immer noch fuchsteufelswild war … aber das magische Mal vereitelte jede Einflussnahme auf Corian. Und der Graf beharrte darauf, die Werwolf-Armee gen Wertan zu führen. Zähneknirschend gab der Rote Dämon nach. Danach solle er aber MOEDERAAN bestrafen!

Das Heer der Werwölfe marschierte … gut 15.000 Werwölfe, zum Teil auf ihren Riesenwölfen als Reittieren, schwer gerüstet, mit ein paar tausend menschlichen Sklavenarbeitern. Wochen­lang war dieser riesige Heertross durch das Herz des Nordkon­tinents unterwegs (wobei ich auf alte Schauplätze der ersten 100 Episoden zurückkehrte, die ich vor über 30 Realjahren ver­lassen hatte).

Und hier wurde Corian dann von einem Emissär Anawandaals von Salgoorin aufgesucht mit der dringenden Bitte einer Audi­enz über seinen magischen Spiegel.

Als dieses Gespräch schließlich wirklich stattfand, verlief es völ­lig anders als erwartet – weil auf der Gegenseite auch Mira und TOOWATAER standen. Und TOOWATAER kündigte an, die Invasi­on Wertans werde nicht stattfinden. Aber sie brach nach dieser Warnung den Kontakt brüsk ab und verunsicherte so insbeson­dere Chagarthe … und schürte Corians heißen Zorn.

Die Konsequenz war in jederlei Weise fatal – denn als das Wer­wolfheer im Vorfeld der Teufelsberge, der letzten Barriere vor Wertan, keinerlei Widerstand entdeckte, ließ er das ganze Heer einmarschieren … und direkt hinter ihm schloss sich der un­sichtbare magische Bann, und das gesamte Heer wurde in ei­nem magischen Labyrinth unwiderruflich eingesperrt.

Ihr könnt mir glauben, Freunde … das war eine wahnsinnig be­friedigende Schreiberfahrung. So einen Schlussstrich unter den Zyklus „Die Erben des Chaos“ (Horrorwelt-Bände 101-199) zu ziehen, wenn auch erst nach 40 realen Jahren … das tat richtig gut. Nun hatte ich auch wieder den Kopf frei für den OSM.

(23Neu 79: Odyssee durch die Totenwelt)

(Licht und Schatten auf Dawson – OSM-Roman)

(Lonny – Erotic Empire-Story)

(Die Kolonie Saigon II – Erotic Empire-Roman)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts)

(Lexikon der Serie „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts)

Nun, ihr merkt, sehr viel Zeit war vom Monat Juli nicht mehr üb­rig. Ich habe zwischendrin noch ein paar Rezensionen und Re­zensions-Blogs verfasst, die hier ja nicht explizit aufgeführt wer­den. Aber ich kann, gerade wegen der vielen Stunden Arbeits­zeit, die ich auf die Horrorwelt-Serie in diesem Monat verwende­te, sagen, dass das ein sehr arbeitsreicher und erfüllender Mo­nat war.

Da zwischen Horrorwelt-Band 199 und 200 immerhin 18 Hand­lungsjahre liegen, werde ich mir erst mal separat ein Bild der neuen Welt machen müssen, ehe ich hier fortfahre … aber es kann als sicher gelten, dass das eine spannende nähere Zukunft sein wird, ein wahres magisches Zeitalter, in dem alte Wesen zu neuem Leben erwachen, Tote aus dem vorangegangenen Zy­klus wieder auftauchen und Geheimnisse der Vergangenheit ge­lüftet werden.

Wahrlich, es gibt der offenen Enden in der Serie genug. Das merke ich immer wieder, wenn ich das inzwischen zweiteilige Glossar der Serie vervollständige. Und anfangen wird alles mit einem neuen Blick auf den scheinbar toten COORAET … und auf ein untermeerisches Nixenreich in Not.

Doch davon berichte ich zu gegebener Zeit weiter. In der kom­menden Woche führe ich euch stattdessen zurück in den KON­FLIKT 17 „Drohung aus dem All“ mit einem neuen Close Up-Arti­kel.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 553: Seewölfe

Posted März 25th, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

zugegeben: Der Erste Weltkrieg ist eines meiner historischen Steckenpferde, infolgedessen ist es äußerst nahe liegend, dass ich Romanen wie Sachbüchern, die ihn thematisieren, meine be­sondere Aufmerksamkeit zukommen lasse. Ebenfalls eingestan­den: Clive Cussler und seine Protagonisten, zu denen Isaac Bell zählt, der Detektiv, der hier die Hauptperson darstellt, wird von mir in der Regel sehr gern gelesen. Die Konsequenz, wenn beide Faktoren zusammenspielen, führt üblicherweise dazu, dass ich zwar immer noch als kritischer Leser fungiere … aber zugleich mein Lesevergnügen zunimmt.

Bei diesem schlicht gestalteten Roman war ich ein wenig am Zweifeln, da Isaac Bell nun einmal weder Soldat noch Spion ist, sondern ein Detektiv, der ganz wesentlich (mit gelegentlichen Ausnahmen) auf dem amerikanischen Festland agiert. Ihn auf einmal in einem Seekriegs-Setting des Ersten Weltkriegs agie­ren zu sehen, an dem er nicht als Kombattant teilnimmt, war deshalb etwas verwunderlich.

Ohne Zweifel hatte auch Jack du Brul, der von Justin Scott den Staffelstab für die Weiterdarstellung der Bell-Abenteuer über­nommen hat (wie auch Wolfgang Thon, der hierbei Michael Ku­biak als Übersetzer abgelöst hat), einige argumentative Schwie­rigkeiten, diese Dinge in Deckung zu bringen.

Ich muss sagen, ich fand das Resultat äußerst gelungen. Schau­en wir uns das doch einfach mal näher an:

Seewölfe

(OT: The Sea Wolves)

Von Clive Cussler & Jack du Brul

Blanvalet 1293

528 Seiten, TB, 2023

Übersetzt von Wolfgang Thon

ISBN 978-3-7341-1293-5

Krieg ist immer ein blutiges Geschäft, ganz gleich, wie sehr die Propagandisten auch behaupten mögen, er sei „gerecht“. Militä­rischer Massenmord ist, wenigstens in meinen Augen, niemals mit diesem Wort zu rechtfertigen. Aber das ist eine akademi­sche, vielleicht auch philosophische Frage, die hier nur am Ran­de angeschnitten sein mag.

Krieg ist immer auch neben dem reinen Gefechtsfeld ein Ge­schehen, das insbesondere Spionage und Sabotage befördert – und auf der Gegenseite natürlich den Versuch, selbige einzuhe­gen und aufzudecken, um die eigene Seite zu stärken, die der Gegner so im Hinterland zu schwächen sucht.

Als im Sommer des Jahres 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, halten sich die Vereinigten Staaten heraus, weil sie sich für neu­tral erklärt haben. Aber ihre Waffenindustrie möchte möglichst doch noch in den ersten Kriegstagen Geschäfte mit den Briten machen, die dringend Waffenhilfe benötigen. Also ersinnen die Verantwortlichen Mittel und Wege, um noch ein paar Waffenlie­ferungen ins Vereinigte Königreich zu schmuggeln. Für die Be­wachung der Verladung von etlichen hundert Kisten mit Geweh­ren und Munition wird die Van Dorn-Agency engagiert mit ihrem Chefermittler Isaac Bell. Durch einen schieren Zufall stößt er da­bei auf deutschfreundliche Amerikaner, die revolutionäre Funksender in die Waffenkisten schmuggeln – einmal auf See geben diese Sender Signale ab, die feindliche U-Boote zielgenau die Möglichkeit zur Versenkung der Transportschiffe geben. Nur mit größten Anstrengungen können nach einer ersten Versen­kungsaktion weitere Katastrophen verhindert werden.

Dennoch … Bell sagt sich, ebenso wie sein Chef, dass der Krieg ihre Sache nicht ist. So bleibt es dann, bis im April 1915 der jun­ge italienischstämmige Ensign Joe Marchetti in den alarmieren­den Versenkungsziffern von Schiffen aus dem New Yorker Hafen mit Ziel England ein Muster festzustellen glaubt. Seiner Ansicht nach operiert im New Yorker Hafen ein deutscher Agentenring, der – wie auch immer – den Deutschen die vielversprechenden Ziele ankündigt, die dann torpediert werden.

Eher gegen seinen Willen wird Bell überredet, sich um diese Fra­ge zu kümmern. Nicht zuletzt, weil seit dem vergangenen Som­mer der Verdacht an ihm nagt, dass er vielleicht nicht alle deut­schen Spione ausgeschaltet hat. Ein Verdacht, der sich bestäti­gen soll und viele Menschenleben kosten wird. In der Tat gibt es weitere deutsche Agenten und deutschfreundliche Saboteure, die über eine revolutionäre Funktechnologie und ein raffiniertes Netzwerk in den USA verfügen, mit dem sie Bell und seinen Agenten deutlich voraus sind. Hinzu kommt erschwerend, dass die Detektive von moderner Funktechnik keine rechte Vorstel­lung haben – deshalb wird kurzerhand Ensign Marchetti, der sich damit bestens auskennt, an die Agentur ausgeliehen. Gemein­sam beginnen sie mit der Jagd auf den Feind.

Allerdings ahnt Isaac Bell selbst in dem Moment, als er ihm Aug in Auge gegenübersteht, nicht im Traum, wer das ist – ein alter Feind namens Foster Gly, dem er vor drei Jahren in England schon einmal gegenüberstand. Er nahm an, Gly sei inzwischen im französischen Straflager in Französisch-Guayana umgekom­men, doch weit gefehlt.

Gly nutzt diese Chance, die ihm das Schicksal dank deutscher Befreier gegeben hat, um seinen verhassten Todfeind auszu­schalten … ein mörderischer Wettlauf folgt, der zu einem tödli­chen Duell führt …

Ich gebe zu, ich war wirklich verblüfft, Foster Gly wieder zu tref­fen. Wen die Vorgeschichte interessiert, der sollte im Vorab bes­ser den Roman „Die TITANIC-Verschwörung“ lese, in dem Gly auftaucht. Selbst nach vielen Jahren Straflager ist Gly ein höllisch gefährlicher, durchtriebener und reaktionsschneller Gegner, der Isaac Bell in diesem Roman mehr als nur einmal üble Blessuren zufügt. Zugleich ist er solch ein hartnäckiger Überlebenskünstler, dass er, selbst als er tot geglaubt wird, tat­sächlich weiterlebt und weiteres Unheil inszeniert.

Der Schluss des Romans führt dann direkt zu der verheerenden Versenkung des Dampfers „Lusitania“ in der Irischen See, bei der mehr als hundert Amerikaner und sehr viel mehr andere Passagiere ihr Leben verlieren. Hier wird eine alternative Deu­tung gebracht, wie es zu der Versenkung kommen konnte. Aber ich fürchte, du Brul übernimmt zudem eine historische Legende – es ist richtig, dass Kapitän Walther Schwieger an Bord der U-20 nur einen Torpedo abfeuerte und das riesige Passagierschiff in nur 18 Minuten unterging, was damals für allgemeines Entsetzen sorgte. Allerdings hat das wohl weniger mit geladener Munition zu tun (wie während und nach dem Weltkrieg gern ver­breitet wurde).

Soweit ich mich entsinne und es Tauchgänge von Robert D. Ballard später ziemlich sicher ergeben haben, war die verheerende Ex­plosion an Bord des Schiffes, die zum rasanten Untergang führ­te, wesentlich mit einer fatalen Kohlenstaubexplosion zurückzu­führen, die die direkte Folge des Torpedoeinschlags war. Für du Brul scheint allerdings geladene Munition als Untergangsgrund festzustehen.

Ungeachtet des nur partiell zutreffenden Titels – die meiste Zeit wird eben nicht auf U-Booten agiert oder auf von ihnen bedroh­ten Schiffen, sondern an Land – ist bei dieser Geschichte ein durchaus packender Roman herausgekommen, in den du Brul dann sogar noch eine niedliche Lovestory eingewoben hat.

Alles in allem ein wirklich lesenswerter Roman, der besonders durch das detailliert beschriebene technologische Lokalkolorit besticht, wie ich immer wieder finde. Die durch mangelhafte Kommunikations- und Straßenverhältnisse auftretenden Hand­lungshemmnisse im Verein mit den gerissenen, geschickten Feinden dramatisieren die Geschichte dabei ganz ausgezeich­net.

Eine klare Leseempfehlung von mir!

© 2026 by Uwe Lammers

In der nächsten Woche machen wir einen weiten historischen Schritt in die Realgegenwart und kümmern uns um einen inter­essanten Roman, der dann sehr viel weniger historisches Basis­wissen abverlangen wird. Die Autorin Eden Bradley begibt sich einmal mehr auf das Terrain der dominant-submissiven Liebes­erfahrungen.

Mehr dazu in sieben Tagen an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

wer von euch bei dem Titel unweigerlich in Richtung eines öko­logischen SF-Romans denkt, tut dies in gewisser Weise mit Recht. Es geht in der Tat zentral um die Dschungelwelt Lepsoni­as und um Ressourcenausbeutung seiner Flora. Aber das ist zum einen lange Zeit nicht einmal in Ansatz zu erahnen, und was das alles langfristig intendiert, kann man erst recht nicht vorhersehen. Sehr viel mehr werden sich potenzielle Leser mit einer Kette geheimnisvoller Mordfälle befassen müssen, ebenso wie die Justizbehörden des terranischen Reiches.

Schauen wir uns das am besten mal näher an:

Wir befinden uns im Jahre 2247. Die Menschheit hat ein recht ausgedehntes galaktisches Sternenreich geschaffen, das sich über einen Raum von 1100 Lichtjahren ausdehnt und in dem zahlreiche Kolonialwelten existieren. Einer, der zentrale Rolle einnehmen wird, ist der Planet Paumer IV, 123 Lichtjahre von der Erde entfernt. Hier existiert der Sitz des Terranischen Si­cherheitsdienstes, kurz TS genannt, unter seinem cholerischen Dienstherrn Jean Donnet.

Schon hier wird deutlich, dass ich mich von der klassischen Ter­ra-Zentrierung, wie sie sonst überall in der SF nahezu notorisch auftritt, wenn man ein irdisches Sternenreich postuliert, freima­chen wollte. Ich würde sagen, das hat dem Roman durchaus gut getan. Nicht zuletzt stammt die Hauptperson Mike Cole von Paumer IV und hat hier ihren Lebensmittelpunkt.

Der Roman beginnt mit einem Mord. Bei einer Theaterauffüh­rung in einem Orbitaltheater über der Vergnügungswelt Romb wird der dortige planetare Monarch erschossen, ein publikums­scheuer Mann namens Diaz Akor, der überall im Imperium be­deutende wirtschaftliche Unternehmen koordiniert. Eins davon hat er ganz unbescheiden die „Diaz-Corporation“ genannt. Das wird noch wichtig sein.

Der Attentäter, ein Mann namens Vernon Gryde, kann zwar gefasst werden, aber er stirbt wenig später in Haft. Offensicht­lich war er schwer drogenkrank – aber die Art der Droge, durch deren Entzug er starb, ist den Medizinern des TS unbekannt. Auch die Vita des Mörders gibt kein Indiz für sein Handeln preis.

Vernon Gryde war Vater eines kleinen Sohnes und arbeitete zu­letzt auf dem Dschungelplaneten Lepsonias – im Dienst der Diaz-Corporation. Seine Witwe Barbara und den Sohn Jim ließ er auf der lebensfeindlichen Kolonialwelt Kallisto zurück, 812 Licht­jahre von der Erde entfernt.1

Auf Paumer IV rätselt Polizeichef Jean Donnet, wie die verwirren­den Mosaiksteine des Falles zusammenhängen, und auf dersel­ben Welt schaltet die Nichte und Universalerbin Akors, Codette Francieri, den Privatdetektiv Mike Cole ein, um die Hintergrün­de des Ablebens ihres Onkels zu ermitteln. Doch ehe sie ihm auch nur die erste Rate des Honorars überweisen kann, wird sie selbst Opfer eines Attentates! Auch hier kann der Attentäter ge­funden werden, er ist allerdings tot – und an demselben Rausch­gift oder Rauschgiftentzug gestorben, der auch Vernon Gryde schon umbrachte.

Mike Cole, um sein Honorar gebracht, entschließt sich nun, um nicht völlig leer auszugehen, Jean Donnet direkt seine Mitarbeit anzubieten. Die beiden sind sich Jahre zuvor in einem Spionage­fall schon einmal begegnet (diesen Fall um den Doppelagenten Hekhor habe ich später im 5. Roman der Mike Cole-Serie aufge­rollt … ich komme dazu beizeiten noch im Rahmen dieser Arti­kelreihe, ihr müsst euch da allerdings schon noch ein paar Mo­nate gedulden).

Zunächst sind Donnet und Cole wie Hund und Katze, doch dann lässt sich der TS-Chef auf das Arrangement ein und schickt den Detektiv nach Kallisto, wo Barbara Gryde und ihr Sohn inzwi­schen unter Polizeischutz stehen. Hier gibt es allerdings auch schon rätselhafte Todesfälle, und in jedem einzelnen Fall wird das geheimnisvolle Rauschgift erkennbar.

Mike Cole bekommt es mit dem hiesigen TS-Chef, einem herri­schen Mann namens Ernest Cohr zu tun, der eine faszinieren­de Farnpflanze in seinem Büro stehen hat. Als Cole wenig später bei Barbara Gryde über eine analoge Pflanze stolpert und beina­he einem schier hypnotischen Zwang erliegt, kann die Witwe ihn gerade noch aus diesem Bann befreien.

Sie erzählt nun, dass ihr Mann Vernon diese Pflanze vom Plane­ten Lepsonias mitbrachte und definitiv süchtig danach war. Und dass sie seither immer wieder alle drei Tage Besuch von TS-Agenten bekommt, die danach ebenfalls süchtig sind.

Mike stellt den Süchtigen eine Falle und hat zu realisieren, dass Cohr zu ihnen gehört. Die Gegner können überwältigt werden, und der Detektiv gibt die Informationen an Donnet weiter – mit der ergänzenden Information, dass der zentrale Ort der Ver­schwörung augenscheinlich die wilde Holzfällerwelt Lepsonias ist, so irreal das auch klingen mag.

Donnet warnt ihn, weitere Erkenntnisse abzuwarten und Lepso­nias nicht eigenmächtig anzusteuern … aber Cole setzt sich dar­über hinweg, ernennt sich zudem zur Personenschützerin der le­bensgefährlich bedrohten schönen Witwe Barbara und fliegt nach Lepsonias. Dabei trifft er einmal mehr auf den schrulligen Kosmo-Bioaktivisten Professor Abraham Müller, der schon lange für einen Flug nach Lepsonias gespart hat. Die urwüchsige Waldwelt am Rande des Imperiums ist für ihn so etwas wie ein biologisches Eldorado, das er dringend mit eigenen Augen se­hen will.

Sie ahnen nicht, dass auf Lepsonias derweil das Chaos aus­bricht. Als ihr Passagierschiff auf dem Raumhafen der kleinen Stadt Denys-City landet – sonst gibt es nur noch das schwer mit Energieschilden vor der wilden und aggressiven Flora und Fauna geschütz­te Lager der Waldarbeiter – , hat die feindliche Macht, der ge­heimnisvolle „Herrscher von Lepsonias“, längst damit begon­nen, zum Sturm auf die terranischen Invasoren zu blasen … und das soll alles erst der Anfang sein – Mike Cole, Barbara Gryde und der Professor finden sich so recht unvermittelt im Abenteu­er ihres Lebens wieder …

Man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass der Roman schlichter gestrickt ist als der katastrophale Vorgängerband „Der Blutparasit“. Aber man merkt ihm deutlich an, dass ich ihn nicht gar so sehr mit der heißen Nadel strickte: Ich begann mit dem Schreibprozess im September 1984, als ich die letzten Ablehnungen vom Zauberkreis-Verlag nicht vorliegen hatte. Doch beendete ich ihn dann erst am 27. Mai 1985, unmittelbar vor meinem Realschulabschluss im gleichen Sommer.

Schon an der sehr viel konzentrierteren Handlung ist deutlich zu erkennen, dass ich mir erheblich mehr Mühe mit dem World-Building gab. Gewisse Anklänge an „Der Symbionten-Gegen­schlag“ sind wohl unvermeidlich gewesen, aber ich setze schon hier dezente Hinweise, die darauf deuteten, dass dies kein One-Shot sein würde.

Wir haben hier kursorisch mit kugelförmigen Alienwesen, den Koornern, zu tun. Die werden noch eine wichtige Rolle in der sich hieraus entwickelnden Serie spielen. Außerdem werden Raumpiratenüberfälle erwähnt, ebenso Siedlerkriege im irdi­schen Sternenreich. Das kapitalistische Gefälle zwischen Nor­malbevölkerung und der superreichen Elite existiert auch in die­sem 23. Jahrhundert. Sowohl Technologie als auch diverse Kolo­nialplaneten spannen den Rahmen der Handlung deutlich weiter als noch beim „Symbionten-Gegenschlag“. Und die Einbezie­hung einer klar pflanzlichen extraterrestrischen Intelligenz deu­tet schon in diesem Auftaktroman darauf hin, dass da noch viel mehr existiert, als man ahnen kann.

Und so ist es tatsächlich. Der erste Roman der nun beginnenden Mike Cole-Romanserie wimmelt von Namen, bizarren Todesfäl­len, Städten, Völkern und faszinierenden Schauplätzen. Dass ich also dieser neuen Welt gewogen blieb und hieraus dann mehr machte, kann kaum verblüffen.

Obwohl der Zauberkreis-Verlag mir – mit einigem Recht, wie ich einräumen muss – die kalte Schulter zeigte, sah ich nicht ein, das frisch kennen gelernte Format des Heftromans (120 zweizei­lige Textseiten) aufzugeben, sondern es sagte mir immer mehr zu. Ein klares Indiz dafür ist ohne Frage, dass ich noch bis Weih­nachten 1985 mehrere weitere Mike Cole-Romane verfasste.

Der zweite davon, „Operation Overkill“, wird der nächste in der Reihe der vorzustellenden unveröffentlichten Romane sein. Davon erzähle ich euch dann im Blogartikel 671 am 14. Juni. Nächste Woche soll es erst einmal darum gehen, was ich im Mo­nat Juli 2025 an kreativen Texten schreiben konnte. Ich denke, das kann sich durchaus sehen lassen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1Ärgerlicherweise stellte ich bei der Nachlektüre fest, dass ich im Verlauf des Romans den Sohn völlig vergessen habe … das ist natürlich ärgerlich, hand­lungsdramaturgisch indes begreiflich. Ich war damals einfach kein Familien­mensch, und mit Kindern als Handlungsträger hatte ich weder Erfahrung noch daran auch nur Interesse.

Liebe Freunde des OSM,

wie ich kürzlich schon schrieb (Blogartikel 548), ist es durchaus angenehm, nach einer Reihe von Jahren endlich diese Rezension zu veröffentlichen und sich bei der Vorbereitung dazu in das Ge­schriebene noch einmal hineinzuversetzen. Ganz wie beim ers­ten Teil kann ich auch hier nur konstatieren: Solide, interessant geschriebene Unterhaltung, die auch nach all den Jahren das bestätigende, wohlwollende Kopfnicken beim Nachlesen ge­rechtfertigt erscheinen lässt.

Zwar habe ich von der Autorin seither nichts mehr gehört oder gelesen, aber es ist eigentlich kaum anzunehmen, dass sie die letzten 10 Jahre auf der faulen Haut gelegen oder sich auf dem Erfolg des Zweiteilers ausgeruht hat. Ich werde mal nach ihr fahnden müssen.

Jetzt aber erst einmal freie Bahn für den zweiten und abschlie­ßenden Teil der Liebesgeschichte zwischen dem geheimnisvol­len Devon Draper und Anya Summers, der auf einmal ein Stol­perstein im Weg steht, mit dem Anya nicht gerechnet hat.

Devons intrigante Schwester. Doch lest lieber selbst, was das bedeutet:

The Black Game 2: Gefährliche Erlösung

von Karola Löwenstein

Knaur 51752

320 Seiten, TB

März 2016, 9.99 Euro

ISBN 978-3-426-51752-9

Die Katastrophe scheint absolut perfekt.

Die junge Managerin Anya Summers von Transatlantic Coffee (TC) ist der Ausstrahlung des charismatischen Devon Draper von Draper Consulting erlegen und hat das Wagnis auf sich ge­nommen, in seine adrenalingesteuerte Welt einzutauchen. Wie­wohl sie sich seit zwei Jahren erfolgreich von Männern fernge­halten hat und sich Herzensverstrickungen lieber für ihre Rück­kehr ins ländliche Minnesota aufheben wollte, konnte sie seinem hartnäckigen, einfallsreichen Werben nicht lange Widerstand entgegensetzen.

Der Lohn dafür sind orgasmische Ekstasen, wie sie sie noch nie­mals erlebt hat, unglaublich einfallsreiche Liebesnächte … und Geheimnisse. Denn Devon verschwindet ein jedes Mal nach dem Sex, und er behauptet hartnäckig, ihre Begegnungen seien primär sexuell orientiert, tiefer gehende Gefühle seien darin nicht involviert.

Nun, das gilt für Anya definitiv nicht, und sie merkt schnell (wie natürlich auch der Leser), dass sich auch Devon munter selbst belügt. Sie ist zudem so energisch, dass sie nun immer mehr wissen möchte über den Mann, der in ihrem Leben zunehmend eine zentrale Rolle zu spielen beginnt. Aber Devon mauert.

Aus seinen Andeutungen kristallisiert sich aber schon bald her­aus, dass er in das geheimnisvolle „Black Game“ involviert ist, das im angesagten „Club 5“ in der nur für Auserwählte zugäng­lichen „Black Lounge“ gespielt wird. Aber ein erster Besuch, der für Anya möglich wird, weil a) Devon ihr eine persönliche Einla­dung zukommen ließ und b) ihre Freundin Sarah Green so un­endlich darauf drängt, erweist sich als höchst schockierend. Und er ist der Anfang vom Ende, wie es aussieht.

Das „Black Game“ ist ein Spiel, bei dem zwölf verschiedene se­xuelle Phantasien für Frauen ausgelost werden, über deren In­halt sie aber anschließend nicht sprechen dürfen. Dafür wird eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet und ein Schwei­gegeld von 250.000 Dollar gezahlt.

Anya Summers findet das völlig unmoralisch.

Und dann entdeckt sie, dass der Hauptinitiator des Spiels nie­mand Geringeres ist als ihr Geliebter, Devon Draper.

Vollkommen schockiert bricht sie mit ihm und ist sich auf einmal überhaupt nicht mehr sicher, ob sie mit ihm noch etwas zu tun haben möchte … aber ihr Herz schmerzt durch die Trennung un­glaublich.

Nach einer Weile der Distanz wagen sie einen Neuanfang, ver­suchen sich auf annähernd gleicher Ebene wieder zu begegnen. Dabei wünscht sich Devon, dass sie ihn besser versteht und sei­ne Leidenschaften nicht nur auf sexueller Ebene zu teilen be­ginnt – und er demonstriert auch schnell, wie sich das aus­drückt: durch Wandertouren, das Erklimmen steiler Felswände und einen Fallschirmsprung aus dem Flugzeug. Mitunter lebens­gefährliche Abenteuer, die sie nie aus freien Stücken unternom­men hätte.

Im Laufe des vorliegenden Romans kommt dann sehr viel mehr Klarheit in die biografischen Hintergründe des bislang noch un­scharf konturierten Devon Draper, auch die Details des „Black Game“ werden aufgehellt, zum Teil in äußerst praktischer An­wendung der gewürfelten Augenzahlen jener beiden Würfel, die Devon stets dabei hat.

Doch dann erhält Anya Drohbriefe. Schließlich Drohanrufe. Und sie lernt Devons herrische Schwester Shannon kennen, die von ihr ultimativ verlangt, sie solle Devon verlassen und aus ihrem Gedächtnis streichen. Andernfalls werde sie ihr das Leben zur Hölle machen.

Anya nimmt das nicht ernst.

Echt, Shannon Draper kann sie mal gern haben! Sie hat in ihrem gemeinsamen Leben mit Devon echt gar nichts zu suchen.

Diese Handlungsweise ist jedoch ein fataler Fehler, der sehr schnell zu haarsträubenden Szenen führt – und Anya letztlich in die vollkommene Verzweiflung treibt, bis sie endlich etwas tut, von dem sie niemals glaubte, es tun zu können oder zu wollen: sie muss das „Black Game“ spielen, ob sie will oder nicht – oder alles ist verloren …

Schön an diesem zweiten Band des „Black Game“-Zweiteilers ist die unübersehbare Tatsache, dass das Buch sehr viel um­fangreicher ist als der erste Teil. Das kann nun natürlich zweier­lei bedeuten: entweder, dass es von vornherein als ein Band ge­plant war und von der Verlagsseite in zwei Bände aufgespalten wurde (was ich als Geldschneiderei bezeichnen würde). Oder dass die Autorin wirklich viel Spaß daran hatte, die Storyline munter auszubauen und sich im zweiten Band richtig ausgetobt hat. Von einer Inhaltsverknappung, wie sie bei mancher eroti­schen Trilogie (z. B. Susannah Quinn oder Lara Adrian) auftritt, ist hier keine Spur. Und das hat meiner Ansicht nach nicht nur da­mit zu tun, dass es sich „lediglich“ um einen Zweiteiler handelt.

Mit der intriganten Shannon Draper hat Karola Löwenstein zu­dem eine interessante neue Person kreiert, die wirklich ein fie­ses Reaktionsspektrum ausbreitet und zu ganz erstaunlichen At­tacken übergeht. Das nenne ich mal wirklich Gefahr von Format, und insofern ist der Titel des Buches durchaus berechtigt.

Ein wenig schade fand ich, dass Anya so sehr auf dem Schlauch steht, dass sie zahlreiche ziemlich auf der Hand liegende Hand­lungszusammenhänge wirklich nicht sieht. Da wartet auf den Leser bei der Konklusion des Romans nicht so richtig etwas Überraschendes. Aber dessen ungeachtet ist ihr die psychologi­sche Struktur der Shannon Draper gut gelungen.

Etwas sehr melodramatisch war die existenzielle Krise in Minne­sota inszeniert, da holperte die Logik meiner Meinung nach schon etwas und wirkte gekünstelt … aber was tut man nicht al­les, um die Protagonistin in die richtige Richtung zu lenken? Kann man machen. Und da es sich bei diesem Zweiteiler offen­bar um den Romanerstling der 1979 geborenen Autorin handelt, kann man ihr in dieser Hinsicht auch noch ein wenig Nachsicht gönnen. Beim nächsten Roman wird es sicherlich ein wenig glat­ter laufen.

Ich würde mich jedenfalls freuen, von der Autorin mehr zu lesen – das hier ist eine nette Neuentdeckung made in Germany. In­teressante erotische Romane müssen nicht nur aus Übersee kommen, wie man hieran erkennt.

© 2018 by Uwe Lammers

In der nächsten Woche geht es wieder in historische Gefilde – mit dem fiktiven Detektiv Isaac Bell, der einmal mehr im Umfeld um den Ersten Weltkrieg Kriminalfälle zu lösen hat. Wir können wohl davon ausgehen, dass es wie gewohnt äußerst dramatisch und lebensgefährlich werden wird.

Näheres in der kommenden Woche an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

es ist wirklich verblüffend, wie viele Stilblüten sich in meinen 18. OSM-KONFLIKT „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Scher­gen“ eingeschlichen haben. Vor neun Wochen gastierten wir mal wieder in diesem Universum, wo man das Jahr 2034 bzw. 2035 schreibt, und ich habe euch ein paar abenteuerliche und noch launiger kommentierte Stellen von zwei Episoden vorge­stellt. Heute schauen wir etwas weiter im Serienverlauf und be­geben uns in Band 41 der Serie, der den Titel „Das Reich der Grauhäutigen“ trägt. Oki Stanwer und Thor Gordenbeyl sind zu Besuch im (hier noch sozialistischen) Prag und bekommen es mit ziemlich haarsträubenden Dingen zu tun.

Unter anderem gibt es hier ein unterirdisches Gebilde, das man den „Tempel GOLEMS“ nennt, und der Eingang ist natürlich ver­riegelt. Aber der tschechische WEOP-Mann Jaroslav Warnin weiß Rat. Er zückt einen Dietrich. Ich zitiere aus dem Haupttext:

Warnins Dietrich ebnete ihnen den Weg.“

An und für sich ein unverfänglicher Satz, der so ja auch völlig in Ordnung ist. Fand ich anno 2013, als ich die Episode digitalisier­te und kommentierte, nur bedingt. Ich schrieb in der diesbezüg­lichen Fußnote 4921: „Er ist also quasi eine Art von Planierrau­pe, ja? Ich wittere wieder mal eine Stilblüte. Au weia! Dass War­nin Dietriche dabei hat, ist auch etwas unrealistisch. Ist er in der Freizeit Einbrecher? Er ist doch eher Diplomat …“

Das fängt ja gut an, denkt ihr? Oh, Freunde, ihr habt ja noch kei­ne Vorstellung vom Kommenden.

In das Chaos, in dem Grauhäutige, GOLEM-Diener, Geheimagen­ten und der Jesuiten-Pater Joseph Ghastor sowie Oki Stanwer mitmischen, kommt nun auch noch ein Dämon hinzu, der höchst zitierwürdige Worte murmelt:

„‚Prag wird zum Hexenkessel werden‘, sagte das Wesen. ‚Die Interessen überlappen sich. Aber auch ich werde mir eine Scheibe davon abschneiden.‘“

Das war nun völlig desaströs formuliert. Ich interpretierte das in der dazu gehörigen Fußnote 4965 folgendermaßen, allerdings auch reichlich unernst:

Von den Interessen? Klingt nicht sehr plausibel. Vom Hexen­kessel vielleicht? Aber dann ist er ja leck und funktioniert nicht mehr … nein, nein, nein, das ist wieder mal eine Stilblüte, eine besonders ungeschickte diesmal. Der Leser lacht sich wieder scheckig.“

Das ist natürlich immer noch nicht das Ende vom Lied, es gibt noch einen Nachschlag zwei Seiten weiter. Die Szene sieht wie folgt aus: Oki Stanwer besucht die Botschaft in Prag und wird umgehend zum Herrn Genossen Oberkommissar geleitet.

Wir schritten durch den Korridor zum Büro des Genossen Ober­kommissar. Er stellte sich mir als Sztecho Rastin vor. Den Vorna­men ließ ich weg, weil er ein Zungenbrecher war. Mir war er gleich unheimlich, denn er sah wie ein verkappter Militär aus.“

Womit wir zur Kommentierung dieser Passage kommen, die die krasse semantische Desorientierung manifest werden lässt: „Wer? Der Zungenbrecher? Der Vorname? Nein, Rastin. Bezugs­wortproblem. Seufz.“

Es war wohl echt nicht mein Tag, als ich diese Episode schrieb.

Springen wir lieber noch weiter in der Serienhandlung in Band 44 „Die TOTAM-Bibel“. Wer hier als Langleser meiner Blogar­tikel automatisch an das BUCH denkt, TOTAMS Legislative, denkt vollkommen richtig. Genau darum geht es. Normalerwei­se befindet sich das BUCH schier unerreichbar im TURM auf dem Planeten TOTAM … aber nicht in diesem Universum. Es ist vielmehr in eine Mikrowelt ausgelagert, und in Schottland gibt es einen gut versteckten Durchgang dorthin.

Hat man ihn – wie hier ein Team wackerer WEOP-Streiter unter Owen McClark – einmal überwunden, findet man sich in einer nahezu identischen winterlichen schottischen Landschaft mit ei­nem zerstörten Dorf wieder … und einer Kopie des TURMS. Und leider findet man hier auch Wächter, die das BUCH bewachen. Diese sind mit Flammenlanzen bewehrt und bekämpfen die Flüchtenden. Und dabei kommt es zu einem denkwürdigen se­mantischen Ausfall meinerseits:

Eine Lanze aus purem Feuer, wie es schien, raste auf die Grup­pe zu. Die Männer warfen sich zur Seite, und die Waffe prallte gegen eine Wand, zerhieb sie und breitete wie Napalm einen Feuerteppich aus, der rasch weiterrollte.

Schreiend und wild um sich schlagend trieb das Feuer die Ge­fährten noch mehr auseinander …“

Äh, Moment mal, sagt da irgendwer? Gut aufgepasst. Ich stellte 2013 auch fest, dass ich hier augenscheinlich anno 1986 nicht richtig aufgepasst hatte. Schauen wir uns mal meinen damali­gen Kommentar an:

Ich habe schon früher beim Nachlesen ‚das Feuer‘ als hand­lungstragendes Subjekt unterringelt und ein Ausrufezeichen an den Rand gemalt. Denn was ich hier für einen Blödsinn schrei­be, das geht so natürlich nicht. Wer hier schreit und wild um sich schlägt, ist natürlich nicht das Feuer, das sind die WEOP-Männer. Dass es indes das Feuer ist, das sie auseinandertreibt, das ist offensichtlich. Im Eifer des Schreibens habe ich hier zwei disparate Sätze zusammengemixt und den Fehler lange nicht entdeckt …“

Eine Seite weiter machte ich dann eine innovative Entdeckung in einer direkt anschließenden Action-Szene:

Der Schwarze dachte, damit wäre die Gefahr erledigt, aber er hatte das Reittier vergessen. Es wendete und stürmte auf ihn zu, ritt ihn förmlich nieder. Beide zusammen vergingen in blau­er Glut.“

Das animierte mich zu dem launigen Kommentar in Fußnote 5363: „Wie bequem. Ein knöchernes Kamikaze-Pferd. Sachen gibt’s …“

Da die nächste Episode (Band 45) vier weitere Lapsus-Stellen enthält und ich nicht recht abschätzen kann, wie umfangreich ihre Wiedergabe ausfallen wird, lasse ich es für heute einmal mit den obigen Passagen bewenden und schiebe diese Stellen und ihre Kommentierung dann besser in den nächsten Teil die­ser losen Artikelreihe.

In der nächsten Woche kümmern wir uns dann um den sechsten unveröffentlichten Roman aus meinem hausinternen Roman-Ar­chiv. Das ist, das kann ich jetzt schon andeuten, etwas ganz Be­sonderes, aus mehrerlei Gründen. Zum einen zementierte die­ser Roman meinen Entschluss, keine Heftromanskripte mehr einzureichen. Zum anderen entschied ich, nun „für mich“ an diesem Format festzuhalten. Und der erste dieser Romane, der gleich der Auftakt einer ganzen Serie wurde, ist eben das Werk, über das ich in der nächsten Woche berichten werde.

Bis dann also, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 551: Agenten der Galaxis (1)

Posted März 11th, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

SF-Romane von vorgestern, die selbst erschienen sind, ehe ich auf der Welt war (zur Erinnerung oder Info, falls ihr es nicht wis­sen solltet: Das war 1966), sind angestaubt, langweilig und alt­backen? Nun, in vielen Fällen ist dieses Klischee mit Sicherheit angebracht. Doch als ich diesen Roman las … pardon: ver­schlang …, da konnte ich dieses Etikett auf das vorliegende Werk mit Sicherheit nicht aufdrücken. Und ihr tut gut daran, das ebenso zu sehen.

Wer sich schon immer mal mit Fliegenden Untertassen oder Zeitreisen (oder beidem in Kombination) beschäftigt hat, zudem ein Faible für so etwas wie die legendären „Men in Black“ und vielleicht auch noch Gestaltwandler besitzt, der kommt in die­sem Roman sehr solide auf seine Kosten.

Ich präsentiere euch die wohlwollende Rezension zu dem ersten von vier Abenteuern des Zeitreiseagenten Hannibal Fortune:

Agenten der Galaxis

(OT: The Flying Saucer Gambit)

Von Larry Maddock

Terra-Taschenbuch 153

160 Seiten, TB, 1968 (1960)

Aus dem Amerikanischen von Werner Gronwald

Keine ISBN

Die Erde ist in Gefahr.

Nun gut, das ist eigentlich in der Science Fiction nichts Unge­wöhnliches, vermutlich annähernd jeder zweite SF-Roman, der je geschrieben wurde, thematisiert auf die eine oder andere Weise eine Bedrohung für unsere Heimatwelt, sei es in der Ge­genwart, Vergangenheit oder Zukunft, in alternativen Realitäten oder wie auch immer. Wie sieht das hier aus?

Sorobin Kimball ist Journalist im ländlichen Kansas des Jahres 1966, jedenfalls für alle Menschen im weiteren Umkreis. Aber er hat eine zweite Identität, nämlich die eines Geheimagenten für die galaktische Geheimorganisation TERRA (laut dem WIKIPE­DIA-Eintrag zu Larry Maddock steht diese Abkürzung, korrekt ei­gentlich T.E.R.R.A. geschrieben, für „Temporal Entropy Restruc­ture and Repair Agency“). TERRA, um bei dieser Form zu blei­ben, ist eine Zeitreiseinstitution, die im Zentrum der Galaxis im 26. Jahrhundert menschlicher Zeitrechnung sitzt und darüber wacht, dass speziell auf der Ursprungswelt der Menschheit, die Zeitlinie ungestört bleibt.

Wie es sich nämlich für eine Space Opera – und darum handelt es sich hier strukturell – gehört, gibt es selbstverständlich auch „die Bösen“. Sie manifestieren sich in der vom finsteren Drofox Johrgol gegründeten Organisation „Empire“. Diese Organisation strebt eine großflächige Umformatierung der menschlichen Ge­schichte zu ihren Gunsten an. TERRA soll das stets verhindern.

Als der TERRA-Agent Sorobin Kimball jählings verstummt, wird der Elite-Agent Hannibal Fortune zusammen mit seinem Symbi­onten-Partner Webley (ich würde ihn weniger einen Symbionten als vielmehr einen Gestaltwandler nennen) nach Kansas anno 1966 geschickt, um nach dem Rechten zu sehen.

Nun, viel zu retten gibt es nicht mehr. Kimball, dessen letzter Funkspruch brüsk gestört wurde, ist so tot, wie es nur geht, und sein Symbiontenpartner Glarrk ist offenbar wahnsinnig gewor­den. Und es geht, sehr passend für die Zeit, augenscheinlich um UFOs … Empire-Raumschiffe, wie Fortune sofort – mit Recht – argwöhnt. Als er der Fährte nachgeht, stößt er auf die unbedarf­te und vertrauensselige Katzenliebhaberin Marilyn Mostly, die quasi unablässig am Reden ist, geradezu hinreißend naiv, an UFOs und deren Friedfertigkeit sowie die Reinkarnation glau­bend. Da sich Fortunes Partner Webley zu diesem Zeitpunkt in Gestalt einer Katze materialisiert hat, schließen die beiden We­sen unterschiedlicher Zeiten sofort Freundschaft. Was allerdings mittelfristig nicht verhindert, dass Miss Mostly von den Empire-Agenten entführt wird.

Die Fährte führt nach Arizona, in die direkte Nähe der Superstiti­on Mountains (im Roman süß als „Aberglauben-Berge“ irgend­wie drollig übersetzt), wo die TERRA-Agenten mit der aparten Apachin Candy Longfellow zusammenprallen. Sie erfahren bei­spielsweise, dass die Berge heilige Orte der Apachen sind und als verflucht gelten. Außerdem aber läuft dort ein unerbittlicher Countdown, der nur noch nach wenigen Stunden zählt – dann nämlich will Empire die Welt mit einer willenslähmenden Spezi­alwaffe „befrieden“ und im Anschluss die Weltherrschaft an sich reißen.

Keine Frage, so sehr die Welt der 60er Jahre auch Frieden braucht – das muss man natürlich verhindern, weil das die Zeit­linie total verändern würde … nur wie macht man das, wenn man ein naives, UFO-gläubiges Mädchen aus einer Gefangen­schaft zu befreien hat, die es noch nicht mal als solche realisiert hat? Und wie soll man das machen, wenn selbst der eigene Symbiontenpartner auf einmal verrückt zu werden scheint? Da hilft nur noch der massive Einsatz einer Zeitmaschine, und dann wird es erst recht wild …

Dieser Roman, fast so alt wie ich selbst (bezogen auf die deut­sche Veröffentlichung), hat ungeachtet seines Alters einen nicht eben geringen Charme. Blendet man mal die eher skizzenhafte Rahmenhandlung des Antagonismus TERRA – Empire weitge­hend aus und konzentriert sich auf das Zeit- und Lokalkolorit des Romans, dann entdeckt man schnell, dass der Autor Larry Maddock (auf dem Cover durch einen Verlagsfehler zu „Carry Maddock“ mutiert), recht ordentlich recherchiert ist.

Denn alles, was er über die Superstition Mountains, den Zusam­menhang mit den Apachen und sogar die legendäre „Lost Dutchman-Mine“ erzählt (die hier für mich völlig überraschend thematisiert wurde), passt ausgezeichnet zu weiteren Informationen, die ich zu dem Thema kannte. Die allgemeine UFO-Hy-sterie in den frühen 60er Jahren wird ebenso aufgenommen wie gewisse folkloristische Auswüchse der damaligen Zeit.

Maddock hieß eigentlich mit bürgerlichem Namen Jack Owen Jardine (1931-2009) und hat neben der Schriftstellerei, wie das allgemein so üblich war, zahlreiche andere Berufe ausgeübt, zu denen Zeitungsreporter, Rundfunksprecher, Redakteur, Fernseh­techniker, Vertreter und Kreativdirektor zweier Radiostationen in Arizona zählten. Soweit ich weiß, hat er aber neben einer Reihe von SF-Kurzgeschichten (zu dem Symbionten Webley) vier SF-Romane um Hannibal Fortune verfasst, dessen erster hier vor­liegt.

Insbesondere die lockere, an den frühen Connery-Bond erin­nernde Charakterisierung des Helden sowie die bisweilen wirklich goldig gezeichneten Protagonisten und die niedlichen Irrungen und Wirrungen machen die Geschichte wirklich lesenswert und loh­nen meiner Ansicht nach auch heute noch eine Wiederentde­ckung.

Dass ich mit dieser Ansicht offenbar nicht alleine bin, zeigt eine in den 2000er-Jahren realisierte Neuauflage dieses Romanzy­klus, der mir aber physisch nicht vorliegt. Ich für meinen Teil bin jedenfalls gespannt auf die drei weiteren Abenteuer Hannibal Fortunes. Demnächst erzähle ich mehr dazu.

© 2022 by Uwe Lammers

In der kommenden Woche geht es dann erst einmal wieder um das geheimnisvoll-erotische „Black Game“. Bleibt gespannt, Freunde.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.