Rezensions-Blog 547: Dr. Who – Kampf um die Erde

Posted Februar 11th, 2026 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

das hier war ein überraschendes Freundesgeschenk, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Das wirklich schon sehr alte Buch entstammt einem Buchpaket, das ich gesandt anno 2025 be­kam, und da ich ja ohnehin ein Faible für die britische BBC-Fern­sehserie Doctor Who habe, lag es nahe, dieses dünne Taschen­buch ziemlich weit oben auf dem Stapel der noch zu lesenden Bücher zu platzieren.

Wie ihr sehen könnt, hat es auch nicht allzu lange gedauert, bis ich es geschmökert habe und dann umgehend eine Rezension dazu verfasste.

Und wie es sich für eine Zeitreisegeschichte gehört, führt diese Reise natürlich in die Zukunft. Damit ist meine Bemerkung von der Vorwoche zur Hälfte erklärt. Aber zugleich ist dies die Ver­schriftlichung eines Filmskripts, das in den frühen 60er Jahren als BBC-Episodenreihe in der Doctor Who-Serie ausgestrahlt wurde. Insofern passt auch die Feststellung, dass wir hier in die 60er Jahre zurückgehen.

Wer immer von euch die rollenden „Pfefferstreuer“ der Daleks, der Urfeinde des Timelords vom Planeten Gallifrey, zu schätzen weiß, die einstmals der BBC-Serie vom Eintagsfliegen-Phäno­men zum jahrzehntelangen Kultabenteuer verhalfen, der ist hier genau richtig.

Hier erobern die Daleks die Erde.

Und dann taucht die TARDIS mit dem Doktor auf …

Dr. Who. Kampf um die Erde

(OT: Doctor Who and the Dalek Invasion of Earth)

Von Terrance Dicks

Schneider Verlag, München 1977

160 Seiten, TB

Übersetzt von Ulla Neckenauer

ISBN 3-505-07302-4

Durch einen schönen Zufall fiel mir dieses antiquarische Buch vor kurzer Zeit in die Hände. Es handelt sich um die frühe deut­sche Übersetzung eines Subzyklus der alten Doctor Who-Serie. Mit solchen Büchern wurde von Seiten des Schneider-Verlages Mitte der 70er Jahre versucht, die seit 1963 im britischen Fern­sehen laufende SF-Kultserie „Doctor Who“ auch im deutschen Ausland prominenter zu machen. Wie wir wissen, war diesen Versuchen lange kein Erfolg beschieden, und als die alte Serie 1989 eingestellt wurde, hatten diese Ansätze längst das Zeitli­che gesegnet. Erst nach dem Wiederaufleben der Serie im Jahre 2005 kam es bis heute zu einer stärkeren Verbreitung von Doc­tor Who-Abenteuern in Übersetzungen und Comicform bei uns.

Dieses Buch adaptiert in Romanform die Episoden 4-9 (The Da­lek Invasion of Earth) der damaligen zweiten Staffel der Origi­nalserie, die mutmaßlich 1964/65 ausgestrahlt wurde (nach der Gesamtzählung waren es die Episoden 46-51). Für die Zuschau­er einigermaßen überraschend tauchten hier die nachmaligen Erzfeinde des Doktors, die Daleks, wieder auf. Erstmals waren sie im zweiten Subzyklus der ersten Staffel, also den Episoden 5-11 (The Daleks) aufgetreten, als es die TARDIS des Doktors zum Dalek-Heimatplaneten Skaro verschlug. Damals schien es so, als seien die von Terry Nation ersonnenen Daleks allesamt vernichtet worden und die Gefahr vorbei … aber ganz so wie weiland bei Arthur Conan Doyle und seinem Meisterdetektiv Sherlock Holmes sehnten sich die Zuschauer wieder nach den seltsam schnarrend sprechenden, mörderischen „Pfefferstreu­ern“, die bis heute zu dem Hauptbösewichten der alten wie neu­en Serie zählen.

Die TARDIS ist auf dem Weg zurück zur Erde und in ihre Heimat­zeit, also das Jahr 1963, um dort die Lehrer Barbara Wright und Ian Chesterton wieder abzusetzen. Sie landen zwar auf der Erde, ja, sogar in London, aber man schreibt das Jahr 2080 … und die Metropole ist eine Geisterstadt, bevölkert von monströ­sen marionettenartigen Robomännern und deren nicht minder Furcht erregenden Gebietern: den Daleks! Sie haben, wie Über­lebende alsbald berichten, die Erde überfallen, Millionen Men­schen ausgelöscht und den Rest versklavt. Sie betreiben im Norden Englands dem Vernehmen nach ein gigantisches Berg­werk mit menschlichen Sklavenarbeitern, aber der Zweck ist völlig unklar.

Während Ian, Barbara und Susan Foreman, die angebliche Enke­lin des Doktors, voneinander getrennt werden und sich ver­schiedenen Rebellen anschließen, zum Teil auch in Gefangen­schaft geraten, gelangen sie schließlich auf verschiedenen We­gen tatsächlich in das unheimliche Bergwerk, in dem die Daleks einen für die Erde in jederlei Weise verheerenden Plan zu reali­sieren versuchen, der unbedingt vereitelt werden muss …

Mit einem stimmungsvollen und sehr passenden Cover von Da­vid A. Hardy, das ein Dalek-Raumschiff und kämpfende Daleks vor Big Ben zeigt, liegt sowohl für die Kenner der alten Episoden – die ich glücklicherweise mit deutschen Untertiteln gesehen habe, als ich mich ab 2015 für die Serie insgesamt zu interes­sieren begann – wie für moderne Fans, die die klassische Serie noch nicht kennen, ein Buch vor, das ausdrücklich für LeserIn­nen der Altersstufe 11-14 Jahre übersetzt worden ist. Man spürt das deutlich an der Schlichtheit des Duktus, der sich eng an das gleichfalls schematische Skript der Staffel anlehnt.

Gemessen an den modernen und deutlich anspruchsvoller ge­stalteten Abenteuer der aktuellen Serie ist diese Adaption der kurzen Filmepisoden, die in der Regel 25 Minuten Länge nicht überschritten und stets mit einem dramatischen Cliff-hanger schlossen, durchaus geeignet und locker lesbar. Wer die alten Episoden kennen sollte, kann auf diese Weise noch einmal le­send in das alte Setting eintauchen.

Alles in allem eine nette Nebenbeilektüre, die für die hundert­prozentigen Fans vermutlich ein Muss für ihren Bücherschrank darstellt.

© 2025 by Uwe Lammers

Nächste Woche beginne ich dann mit der Vorstellung eines wei­teren erotischen Zweiteilers, den ich schon vor geraumer Zeit geschmökert und rezensiert habe. Die beiden Rezensionen schlummerten allerdings bis heute unveröffentlicht in meinen Werkordnern. Mehr sei hier noch nicht verraten.

Bis nächste Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

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