Blogartikel 500: Oki Stanwers Kinder

Posted März 5th, 2023 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

wie ihr, die ihr dem Blog hier lange genug folgt, sicher wisst, ist ein Hunderter-Eintrag für mich immer etwas ganz Besonderes, ein Jubiläum eben. Und aktuell in Zeiten der immer noch umge­henden Corona-Pandemie (wir schreiben jetzt in diesem Mo­ment, wo ich die ersten Sätze an diesem Artikel formuliere, den 10. Juli 2021), da mache ich mir schon Gedanken, was ich in diesen Artikel thematisch einbringen könnte. Er liegt zwar ver­öffentlichungstechnisch noch ziemlich weit in der Zukunft (kon­kret erscheint er am 5. März 2023 auf meiner Homepage), aber mir kam eine schöne und sehr passende Idee für diesen Eintrag, und ich entwickele sie in Etappen über Monate hinweg, weil das so seine Zeit braucht (genau genommen hat es dann fast an­derthalb Jahre gedauert, bis ich ihn fertigstellen konnte … daran seht ihr, dass ich mir die Arbeit an diesem Text nicht eben leicht gemacht habe. Am Ende werdet ihr vermutlich verstehen, war­um das so ist).

Wie sieht es eigentlich im OSM mit Oki Stanwers Kindern aus?

Die Frage ist durchaus nicht rein akademischer Natur. Physiolo­gisch ist Oki Stanwer immerhin ein viriler Mann im gesunden Mannesalter, und selbstverständlich hat er diverse Beziehungen zu Frauen gehabt … auch wenn das in der sehr fernen Zukunft eher ein wenig ungläubig konstatiert wird … ich komme dazu noch weiter unten.

Wie kam ich auf die Idee dieses Themas?

Nun, in den zurückliegenden Wochen und Monaten habe ich mich sehr stark mit zentralen thematischen Episoden des KON­FLIKTS 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ befasst. Das ist chro­nologisch der äußerste Bereich des Oki Stanwer Mythos, wo die Wirklichkeit schon brüchig wird, wo Gewissheiten spröde und fragil und fragwürdig werden. Und in diesem Bereich kommt es zu einem epochalen Bündnis zwischen zwei legendären Persön­lichkeiten … und beide sind Töchter Oki Stanwers.

Und dann gab es ja noch seinen Sohn Marconius.

Effektiv haben wir hier also schon drei Personen, die zu themati­sieren sind. Von weiteren habe ich (bislang) keine Kenntnis, aber das muss ja nicht als in Stein gemeißelte Aussage für die Zukunft Bestand haben. Vieles im OSM ist bis dato noch nicht ergründet, und es gibt zweifellos in den vielen Jahrtausenden von Oki Stanwers verschiedenen Leben Zeiten, in denen er Zweisamkeit mit Frauen pflegte. Das kann dann natürlich höchst biologische Konsequenzen gezeitigt haben.

Im Folgenden möchte ich also ein wenig die Gefährtinnen Oki Stanwers thematisieren, soweit das nicht Veröffentlichungen der nahen Zukunft unangemessen vorgreift, und sodann die ge­meinsamen Kinder zumindest knapp darstellen (bei einer Per­son davon muss ich unvermeidlich sehr vage bleiben, da kann ich nur jetzt schon um Entschuldigung bitten). Ihr werdet so je­denfalls sehen, dass Oki Stanwer in biologischer Hinsicht dem traditionellen Menschen sehr viel ähnlicher ist, als das vielleicht meist gemutmaßt wird. Immerhin ist er ja kein Mensch, auch wenn er wie einer aussieht (das hat er, wie ich heute weiß, durchaus mit einem gewissen Timelord gemeinsam – aber sein Liebesleben ist deutlich lebhafter als bei Doctor Who).

In der Frühzeit des OSM – und da gehen wir jetzt mal serien­chronologisch und nicht handlungschronologisch vor – , da ist Oki Stanwer noch nicht so klar als biologisches Individuum greif­bar. Leser, die meinen KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ im E-Book-Format seit Jahren verfolgen, werden im­mer wieder mal gegrübelt haben, warum die Serie wohl so heißt, wie sie heißt. Denn von Oki ist zwar gelegentlich die Rede, aber er ist doch insgesamt sehr, sehr fern, mehr wie ein Regierungsoberhaupt für einen einfachen Otto-Normalbürger. Man hört von ihm, sieht ihn vielleicht auch in Bildsendungen, aber er ist quasi unerreichbar entrückt.

Zu seiner Rolle in KONFLIKT 3 kann ich zurzeit noch nichts sa­gen, da er in Bearbeitung ist.

In KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ ist er als durch­aus menschlicher Repräsentant der Baumeister Lenker des IN­SEL-Imperiums. Aber auch dort ist er seit über zweitausend Jah­ren eine eher öffentliche Person, die aus ihrem Privatleben ver­ständlicherweise ein Geheimnis macht … es ist sehr wahr­scheinlich, dass er hier temporär liiert war, aber es ist fragwür­dig aufgrund seiner physischen Unsterblichkeit, dass diese Be­ziehungen von langer Dauer waren. Das schließt potenzielle Nachkommen natürlich nicht aus, ich weiß hiervon nur noch nichts.

Zu den KONFLIKTEN 5-8 kann ich wenig sagen. KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ ist in Arbeit, aber ob er sich dort jemanden anlacht, ist zurzeit reine Spekulation.

In KONFLIKT 9 „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“ ist das grund­legend anders, was schon im Band 1 der Serie thematisiert wird. Hier ist er leitendes Besatzungsmitglied der Raumyacht STERNENFLUG der abenteuerlichen und temperamentvollen Kleini-Millionärin Viane Vansin el Descorin del Sante von der Kleini-Kolonialwelt Descorin, und sie wälzen sich oft und ausgie­big im Bett in eindeutig sexueller Aktion. Ich gehe allerdings davon aus, dass beiden nicht der Sinn nach Nachwuchs steht, und zumindest Viane sehr klare Verhütungsvorkehrungen trifft.

Die KONFLIKTE 10 und 11 sind aktuell weitgehend unerforscht und harren noch der Realisierung. Hier kann zu ihnen deshalb nichts gesagt werden.

Anders sieht das dann wieder im 1993 fertig gestellten KON­FLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ aus. Hier treten diverse weibliche Personen in Erscheinung im direkten Umfeld Oki Stanwers. Die wichtigste davon ist die Helferin des Lichts Salketh-en-torion, die schlussendlich eine intensive Beziehung zu Oki Stanwer unterhält. Hier ist aber von Kindern ebenfalls keine Rede.

Als ich den KONFLIKT 13 „Oki Stanwer Horror“ (OSH) verfasste, geschah das in einer Zeit, in der ich selbst mit Mädchen eher wenig anfangen konnte, und folgerichtig ist die OSH-Serie doch sehr männerlastig. Das betraf damals auch Oki Stanwer als Handlungsperson … erst gegen Ende hin wird das etwas aufge­lockert durch Tina McCall und ihre Tochter Serena, die aber phy­siologisch mit Oki Stanwer nichts zu tun haben. Als ich dann al­lerdings anno 1988 damit begann, diese Serie in das Buch „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ umzuarbeiten, wurde diese bio­logisch recht einseitige Sichtweise grundlegend aufgeweicht.

Hier macht Oki beizeiten die Bekanntschaft mit der hochintelli­genten, temperamentvollen und leidenschaftlichen Yard-Wissen­schaftlerin Dr. Elizabeth Quine, und hier entsteht eine so innige Beziehung, dass sie tatsächlich von ihm schwanger wird … doch kann ich hier in diesem Kontext leider nicht deutlicher werden, ohne massiv zu spoilern. Seht es mir also nach, wenn ich hier aktuell vage bleiben muss.

Man sieht allerdings schon an diesen Beispielen: Oki Stanwer ist wirklich alles andere als ein asexuelles Wesen, und es gibt für Frauen daher durchaus Möglichkeiten, ihm auf erotische Weise näherzukommen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Über seine Vaterqualitäten sagt das allerdings nichts aus – ich komme dazu noch weiter unten.

In KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“, das wis­sen die Leser, die meinen Close Up-Beiträgen gefolgt sind, er­gibt sich anfangs aufgrund von Okis Physis, später wegen sei­nes Umfeldes keine Gelegenheit, sexuelle Beziehungen mit Frauen einzugehen und Nachwuchs zu erzeugen. Diesen KON­FLIKT können wir also außer Betracht lassen.

Auch in KONFLIKT 15 Oki Stanwer“ (geschrieben von 1982 bis Anfang 1984) kommt noch die damals sehr distanzierte Haltung zum weiblichen Geschlecht insgesamt zum Tragen, sodass sie dort quasi gar nicht als Handlungspersonen existent sind, schon gar nicht in Okis Gegenwart. Eindimensional und unrealistisch? Eindeutig, aber so war ich damals eben drauf. Bei einer Ausar­beitung sollte das ebenfalls gründlich geändert werden.

Als KONFLIKT 16 „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“ all­mählich kontinuierlich geschrieben werden kann, befinden wir uns historisch schon in den späten 80er Jahren, was für die dif­ferenziertere Geschlechterdarstellung erkennbar hilfreich ist. Parallel hierzu entwickelte sich ja auch der in dieser Beziehung flexiblere KONFLIKT 12, was nicht ohne Auswirkung blieb. So stolpert Oki hier auf dem Planeten ELDORADO in KONFLIKT 16 über eine Herbergsbesitzerin, die ihn sogleich für sich reklamie­ren will. Die Rede ist von der feuerhaarigen Zynolerin Miriam, die leider nie einen Nachnamen erhält.

Miriam, eine Nachfahrin von terranischen Kolonisten aus dem Altair-System, bringt dem bis dahin eher unbedarften und sexu­ell offenbar recht unerfahrenen Mann, der aber über einen höchst attraktiven Körper verfügt, sehr bereitwillig sinnlich-ero­tische Lektionen aus nächster Nähe bei. Darin ist sie als tempe­ramentvolle Nymphomanin mit sehr leichtlebigem Lebenswan­del ohnehin Expertin. Zwar hält die Beziehung nicht sehr lange, aber sie ist ausgesprochen leidenschaftlich. Man kann es nicht anders sagen – die beiden haben eine Menge Spaß im Bett, was gelegentlich amüsante Nebenwirkungen nicht ausspart.

Kaum wieder solo, stolpert Oki Stanwer dann in die Hände der wilden Raumpiratin Death-Zhonya, hinter deren martialischer Maske sich eine intelligente und zutiefst traumatisierte junge Frau verbirgt. Sonja, so ihr bürgerlicher Name (die leider auch keinen Nachnamen bekommt), hat durch die Machenschaften der Raupenwesen aus dem Volk der Zyw-Grynoth ihre Eltern und ihre Heimat verloren und das Hassen wirklich gründlich ge­lernt.

Das ändert sich überraschenderweise auch nicht, als sie Oki Stanwer in ihr Bett zieht – etwas, was augenscheinlich unvermeidbar war, denn Sonja ist eine Helferin des Lichts. Während es allerdings meistens so ist, dass die Aktivierung eines Helfers des Lichts durch Oki Stanwer eine wesentliche Veränderung des Wesenskerns eines Helfers erzeugt, ist das bei ihr nicht so. Sie hasst die Zyw-Grynoth immer noch und vernichtet sie, wo im­mer sie sie finden kann. Dass Oki das in ein moralisches Dilem­ma stürzt, ist recht verständlich.

Es ist Sonja ebenfalls klar, dass Oki nicht langfristig bei ihr blei­ben kann (die Gründe dafür werde ich in den Close Up-Artikeln thematisieren, denen ich hier nicht vorgreifen möchte), und so muss sie ihn nach wenigen Wochen gehen lassen … Er hat lan­ge Zeit keine Ahnung davon, dass sie in dieser Zeit des Beisam­menseins schwanger von ihm geworden ist. Er trifft sie bedauer­licherweise erst Jahrzehnte später wieder und lernt bei dieser Gelegenheit ihren gemeinsamen Sohn Marconius Stan­wer kennen.

Da diese Geschichte im Rahmen der Close Up-Artikel aber als­bald deutlicher entwickelt wird, halte ich mich bei ihm auch bes­ser nicht weiter auf, selbst wenn das gerade bei Marconius sehr lohnend wäre (ich deute nur mal an, dass er auch in KONFLIKT 18 eine wichtige Rolle spielt, auch wenn das eher unmöglich scheint … ich komme dazu beizeiten noch, aber logischerweise dauert das noch ein paar Jahre). Tatsache ist nur, dass Oki hier durch Abwesenheit glänzt und nicht eben das darstellt, was man einen traditionellen Vater nennt. Die Umstände sind aller­dings hier wie auch im Fall von Liz Quine gegen ein idyllisches Familienleben gerichtet. Ihr werdet das in den Close Up-Beiträ­gen erkennen.

In den KONFLIKTEN 17 „Drohung aus dem All“ und 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ wird der sexuelle As­pekt Oki Stanwers eher unterbelichtet dargestellt oder ganz ausgeblendet. Im ersteren KONFLIKT ist das der Schreibzeit ge­schuldet, die ja schon 1986 endete, im zweiten Fall gab es an­dere Komplikationen, die mich gründlich ablenkten. In Anbe­tracht der geringen Handlungszeit beider KONFLIKTE ist das al­lerdings zu verschmerzen, finde ich.

Der KONFLIKT 19 Oki Stanwer – Der Missionar“ ist noch in Ar­beit, aber er zeigt durchaus, dass er ein gestandener Mann ist. Hier kommt es zu einer Liaison mit einer zum Planeten Dawson ausgewanderten Terranerin namens Tanith Tassier. Dazu sage ich weiter unten noch etwas mehr. Von Kindern ist hier aktuell nichts bekannt, aber es ist deutlich, dass er kein Kind von Trau­rigkeit ist, da ich hier schon eine weitere Gespielin eingebracht habe, die sich mit ihm munter im Bett wälzt (die ich hier aus Schicklichkeitsgründen aber nicht mit Namen nenne). Denkbar wären solche Weiterungen hier also durchaus, sie sind nur noch nicht spruchreif.

In KONFLIKT 20 „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“ ist es in­diskutabel, dass er irgendwelche erotischen Gefühle entwickelt. In dieser 1997 abgeschlossenen Serie ist seine Seele schließlich in einen Terminator-ähnlichen Körper eingepfercht, den so ge­nannten „Robotkaiser“, und man kann davon ausgehen, dass sexuelle Aktivität auf seiner Agenda nicht eben hoch angesie­delt ist.

Die KONFLIKTE 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ und 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“ sind noch in Arbeit, Bezie-hungen zu Frauen sind hier zurzeit nicht bekannt.

Interessant wird es dann wieder in KONFLIKT 23 „Oki Stanwer – Der Dämonenjäger“, geschrieben von 1988 bis 1994. Denn hier, in der mit 147 Episoden längsten fertig gestellten OSM-Ebene überhaupt, wird die Frage von Oki Stanwers Nachkommen gera­dezu existenziell.

Warum? Nun, das hat mit den Plänen seiner Gegner zu tun. Oki Stanwer wird sehr früh von der Dämonenwaffe GOLEM gefan­gen genommen. Und die Dämonenwaffe hat einen infamen Plan ersonnen, Oki Stanwer zu töten … allerdings erst, nachdem er gezwungenermaßen mit der Hexe Davina einen Nachkommen gezeugt hat, in dessen Leib Oki Stanwers Primärenergieseele übergehen kann. Denn wenn das passiert ist, kann er Oki Stan­wer ohne Probleme töten.

Tja, aber auch perfekte Pläne scheitern manchmal auf bizarre und unerwartbare Weise. Die schwangere Davina entschwindet nämlich auf eine höchst unkonventionelle Art und Weise aus ihrem ägyptischen Gefängnis – durch eine Tür aus Licht, die sich direkt ins Innere der Matrix öffnet!

Nie dagewesen, ich weiß. Aber dieser KONFLIKT 23, den ich we­sentlich während meines Zivildienstes in Hameln Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er entwickelte, sprengte sowieso alle Grenzen, die bis dato bekannt waren … leider ist er noch nicht digitalisiert, aber ich freue mich sehr darauf, das alsbald in An­griff nehmen zu können. Wenn ich mit den Digitalisaten von KONFLIKT 13 und 16 fertig bin, ist es soweit.

Nun, zurück zu Davina, der glückseligen oder glücklosen Hexe, das kann man sehen, wie man möchte. Sie entkommt in das In­nere der Matrix, was früher für unmöglich gehalten wurde, und hier kommt die gemeinsame Tochter zur Welt: Sarai Stanwer.

Ein Kind, das das Universum umstülpen wird. Die Universen, um genau zu sein. Die vorherigen und die zukünftigen, auch wenn das undenkbar scheint (die Baumeister und Sieben Lichtmächte halten das jedenfalls auf fatale Weise für undenkbar, eine sehr lange Zeit).

Sarai Stanwer wird schon sehnlichst erwartet. Es heißt im In­nern der Matrix, ihre Geburt wurde schon vor Jahrtausenden vorausgesagt. Auch, dass sie die Fürstin der Matrix sein wird und den KONFLIKT auf eine völlig neue Weise modellieren soll, als es bislang vorstellbar war.

Das trifft tatsächlich auf ungeheuerliche Weise zu, und sie ist über Jahrmilliarden hinweg das wirkungsmächtigste Kind Oki Stanwers, wenngleich ich auch dazu sagen muss, dass Sarai im Kern eine durchaus tragische Person darstellt … ich wünschte, ich dürfte euch dazu schon mehr verraten, aber da auch Sarais Leben noch im Werden begriffen ist, müsst ihr an dieser Stelle ein wenig Verständnis aufbringen, dass ich auch hier etwas vage bleibe.

Nach dem ungeheuerlichen KONFLIKT 23 verändert sich, nicht zuletzt durch Sarais Aktivitäten, die Struktur der folgenden KON­FLIKTE. Es entsteht etwas, was man das „Netzuniversum“ nennt und was die bisherigen KONFLIKTE auf eine Weise entgrenzt und neue Freund- und Feindlager erschafft, die zuvor undenkbar wa­ren.

Ich bin im KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“, wie­wohl er bereits 1994 begonnen hat und Band 50 überschritten hat, immer noch nicht weit genug, um hier sagen zu können, wie es mit Oki und seinen potenziellen Lebenspartnerinnen und möglichen Nachkommen ausschaut. Sorry, Freunde. Die Serie ist auch nach bald 30 Schreibjahren immer noch in Arbeit.

Die KONFLIKTE 25-27 sind dunkel, weil noch nicht geschrieben. Aber nach dem, was ich aus KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ weiß, findet in diesen Universen etwas statt, was man einen galoppierenden Zerfallsprozess nennen mag. Die kosmischen Strukturen unterliegen einem Degenerations- und Schwächungsprozess, der in KONFLIKT 28 schließlich in das Phä­nomen des RANDES mündet.

In diesem Universum wird Oki Stanwer zwar von der Mutantin Sandra de Casalle angehimmelt, er ist aber nicht lange genug in ihrem Umfeld, um ihrem Charme zu erliegen. Ich denke also nicht, dass er hier Liebeleien erleben wird, was von Sandra durchaus bedauert wird. Stattdessen fliegt er zu TOTAMS Leiche und trifft auf atemberaubende Weise eine weitere Nachkommin von sich.

Insgesamt haben wir also derzeit drei Kinder Oki Stanwers: Mar­conius, Sarai und jenes Mädchen, das in KONFLIKT 13 gezeugt wird, aber auf eine sehr unkonventionelle Weise eine Art von di­mensionalem Zwischenleben führt, um bis in KONFLIKT 28 zu überleben … Details werde ich euch sehr viel später dazu verra­ten.

Daran merkt ihr deutlich, dass die Frage nach Oki Stanwers Kin­dern alles andere als einfach ist und die Kinder, die ich nachwei­sen konnte, allesamt keine „einfache“ Biografie haben. Ihnen al­len ist leider gemeinsam, dass in der Kindheits- und Jugendpha­se ihr Vater durch Abwesenheit glänzte. Entschuldigend muss man natürlich ergänzen, dass Oki das selbst ebenfalls bedauert hat. Die Zeitumstände waren schlicht gegen ihn. Davon erfahrt ihr in den Close Up-Artikeln zu KONFLIKT 16 mehr und könnt das dann vielleicht etwas besser nachvollziehen und seine Abwe­senheit entschuldigen.

Auch ihre Mütter, die selbst eher tragische Gestalten darstellen, haben kein langes Leben gehabt (von Sonja in KONFLIKT 16 mal abgesehen … aber dass das trotzdem tragische Züge trägt, er­fahrt ihr beizeiten in den Close Up-Artikeln). An ein harmoni­sches Familienleben ist hier also nicht zu denken, und heutzuta­ge fühle ich mich ein wenig an die Skriptschreiber der DC-Co­micverfilmungen erinnert, wo die Beziehungen der Helden auch immer irgendwie tragisch gestaltet werden. Ob man da nun an Superman denkt, an Batman, an Flash, an Arrow … lauter Tragö­dien und düster-melancholische Fatalismus-Dramen. Gar so me­lodramatisch ist der OSM dann glücklicherweise doch nicht.

Kehren wir dorthin zurück.

Was ist nach KONFLIKT 28, könnte man sich fragen. Denn nach der 1985 entwickelten Struktur umfasst der OSM ja insgesamt 33 aufeinander chronologisch folgende KONFLIKT-Universen, was einen Handlungsraum von wenigstens 165 Milliarden Hand­lungsjahren eröffnet. Man sollte annehmen, dass es dort irgend­wie Möglichkeiten gibt, Oki Stanwer so etwas wie ein harmoni­sches Familienleben zuzugestehen. Aber das ist nicht der Fall, aus grundsätzlichen Strukturerwägungen heraus.

Es ist aktuell einigermaßen schwierig, über diese fünf Folgeuni­versen etwas Verlässliches zu sagen. Das hat mit den dortigen Entwicklungen zu tun, von denen ich zwar schon seit rund 25 Jahren weiß, die ich aber immer noch kaum gescheit einzuord­nen verstehe.

Soviel ist zum aktuellen Zeitpunkt sicher: Jenseits des RANDES in KONFLIKT 28 entwickelt sich etwas, was man eine post-biolo­gische Lebenssphäre nennen könnte, in der die traditionellen physikalischen Gesetze weitgehend außer Kraft gesetzt sind – das ist eine direkte Folge der „Netzuniversum“-Bildung. Metalli­sche Lebensformen übernehmen dort mehrheitlich die Kontrolle. Mächte wie die AUTARCHEN und Kybernoiden entwickeln sich. Und sie beherrschen die transuniversale Zeitreise … ebenso wie ihre Antagonisten, die nicht minder unbiologischen GRALSJÄ­GER, die von einer Nachfahrin Oki Stanwers ausgesandt wer­den, um Entwicklungen in untergegangenen Universen umzu­schreiben und so die Zukunft zu verändern.

In diesen Universen ist nur eins ziemlich offenkundig: Oki Stan­wer ist inzwischen das geworden, was der Komplextitel des Ge­samtwerks aussagt – ein Mythos. Eine substanzlose Legenden­gestalt. Physisch offensichtlich nicht mehr existent.

Und deshalb wird er, fast schon folgerichtig, wie eine Mythenge­stalt behandelt. Das bringt uns auf interessante und recht ver­blüffende Weise in den KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missio­nar“ zurück und auf den Planeten Dawson.

Das mag überraschen, denn hier ist er ja noch vollständig aus Fleisch und Blut und sehr wohl zu erotischen Beziehungen zu Frauen imstande. Aber KONFLIKT 19 ist außerdem – wie viele andere frühe KONFLIKTE – Schauplatz eines transuniversalen Zeitkrieges. Und so kommen Gesandte beider Kampffraktionen jenseits des RANDES hier auf Dawson zum Einsatz.

Eine dieser Personen ist eine unscheinbare, zierliche und sanft­mütige Asiatin namens Ghani. Sie ist wirklich alles andere als unscheinbar und ungefährlich. Sie ist in Wahrheit, wie der 2018 abgeschlossene Annalen-Roman „Eine scharf geschliffene Waffe“ titeltragend andeutet, sehr gefährlich. Und sie verfügt über erstaunliche Fähigkeiten, die sie unter anderem dazu ein­setzt, Oki Stanwer zu schützen.

Da es noch weit hin ist, bis ihr die entsprechenden Originaltexte zu sehen bekommen werdet (was ich schade finde, serienchro­nologisch aber einfach nicht anders zu machen ist, weil ihr da­für mehr Vorwissen akkumulieren müsst, um die Querpfade die­ser Geschichte nachvollziehen zu können), kann ich hier ein Zi­tat bringen. Es stammt aus dem Folgeroman „Licht und Schatten auf Dawson“, wo Ghani im LAGER Oki Stanwers wirkt und schon einen Vertrauenspersonstatus genießt.

Ghanis Genese erfolgte jenseits des RANDES, also gut 50 Milliar­den Jahre nach dem Untergang von Dawson. In jener Zeit ist Oki Stanwer ein Mythos, eine Legende. Und nun kommt es zu einer Begegnung zwischen Ghani und der deutlich verzweifelten Ta­nith Tassier, die die Asiatin mit einer Sorge behelligt:

Ghani nahm an, dass Tanith irgendjemanden im LAGER heim­lich begehrte, sich aber aus irgendeinem Grund nicht getraute, zur Tat zu schreiten – wiewohl das bei ihrer sonst so energi­schen Persönlichkeit wirklich bemerkenswert war.

„Ich spreche nicht über meine Ratschläge, Tanith. Alle Men­schen, die ich je beraten habe, wissen das.“

Gleichwohl bestand Tanith darauf, dass sie zum Ringweg um den runden Kratersee hinuntergingen, wo sich derzeit niemand in Rufweite aufhielt. Erst hier sagte sie, wo das Problem be­stand.

„…siehst du … es geht um Oki, Ghani …“ Sie hatte wirklich ei­nige Schwierigkeiten, die gescheiten Worte zu finden, aber die zierliche Asiatin war binnen Minuten völlig im Bilde.

Und ja, Tanith hatte vollkommen Recht – es WAR ein Problem.

Sie liebte Oki Stanwer.

‚Ein faszinierender Gedanke’, kommunizierte sie ihren Sub­routinen. ‚Seht ihr irgendeine realistische Chance der Verwirkli­chung dieses Wunsches?’

Sie selbst konnte sich das irgendwie nicht vorstellen. In Gha­nis Augen war Oki Stanwer allein schon von seinem Primärener­giepotential und seiner phantastischen, singulären Bedeutung im Rahmen des KONFLIKTS eine Person, die sie, wiewohl masku­lin geschaffen, irgendwie als Neutrum verstand.

So kam die Antwort ihrer unterbewussten Routinen denn auch völlig überraschend: #prinzipiell steht dem nichts im wege.#

In einer Informationsblende erfuhr Ghani, dass Oki Stanwer sich durchaus schon in diversen Universen mit Frauen verbun­den hatte, etwa in KONFLIKT 13 mit einer Wissenschaftlerin von New Scotland Yard namens Dr. Elizabeth Quine (über deren Le­bensende im Rahmen des CLOGGATH-KONFLIKTS dann aller­dings eine sehr interessante Informationsrestriktion bestand! Nachbohren blieb nutzlos).1 Zwei kürzere Affären hatte er in KONFLIKT 9 mit der Kleini-Millionärin Viane Vansin el Descorin del Sante gehabt2 und mit der irdischen Raumkorsarin Death-Zhonya in KONFLIKT 16, mit der er den gemeinsamen Sohn Mar­conius Stanwer gezeugt hatte.3

Es gab auch nicht verifizierte Informationen darüber, dass er sich in KONFLIKT 12 mit der Helferin des Lichts Salketh-en-tori­on erotisch amüsiert hatte4, zudem diverse Vermutungen, was Beziehungen Oki Stanwers zu Sternenfeen oder Terranerinnen in diversen KONFLIKTEN anging.

Nein, Oki Stanwer war wirklich alles andere als ein asexuelles Wesen.

„…und siehst du, ich WEISS doch, dass er etwas für Frauen übrig hat. Ich spüre das einfach. Er ist nicht jemand, der auf Männer steht oder reiner Intellekt ist oder so … aber es ist eben einfach nicht so, dass ich auf ihn nun munter zugehen könnte und … ihn fragen und so …“ Tanith machte nervöse Handbewe­gungen, und ihre pheromonale Aura war aufgeladen mit Frus­tration, Verdruss und einer sehr subtilen, aber deutlich spürba­ren Verzweiflung.

Sie brauchte es wirklich dringend.

Und damit war nicht einfach nur Sex gemeint, den hätte sie mit ihrer Statur und ihrem Aussehen mühelos jeden Tag hier in der Geheimkolonie oder auch im LAGER haben können, und es mangelte wirklich nicht an Anmachversuchen, ob sie nun von Trappern, Handwerkern, Wachleuten, Jägern, Rohstofftauchern oder anderen Männern kamen.

Nein, sie brauchte Sex mit genau der einen Person, nach der sich ihr Herz verzehrte. Und das war nun einmal gerade Oki Stanwer.

Knifflig, befand Ghani.

Wie sich diese Situation letztlich löst, habe ich in der Serie dar­gestellt – und wie erwähnt, sie ist immer noch im Werden, dar­um kann abschließend hierzu nichts weiter ausgesagt werden.

Insgesamt würde ich als Fazit Folgendes festhalten: Auch wenn ihr davon, weil ihr den KONFLIKT 1 „Der Zathuray-Konflikt“ (beendet 1991) noch nicht kennt, keine rechte Vorstellung ent­wickeln könnt, so darf ich hier doch andeuten, dass Oki Stan­wers ungewöhnliche Genese möglicherweise ein wichtiger Grund dafür ist, dass seine bisher bekannt gewordenen Bezie­hungen so eigenartig verlaufen sind. Nicht vollkommen unglücklich, aber auf jeden Fall unüblich in Bezug auf das, was man traditionell von einem harmonischen Familienleben erwar­tet.

Wir haben oben gesehen, dass er mit seinen leiblichen Kindern keine traditionelle Vaterrolle einnehmen konnte und ihnen in der Regel erst sehr viel später in deren Leben begegnete. Hinzu kommen die meist erzwungenen Trennungen von den Lebens­partnerinnen, die meist von den Umständen, manchmal aber auch von den Frauen selbst herbeigeführt wurden.

Das alles verführt natürlich zusammen mit seiner geradezu my­thologisch aufgeladenen Bedeutung im KONFLIKT insgesamt dazu, ihn aus der Spätzeit – das Ghani-Zitat beweist es – abwe­gig als asexuelles Wesen zu ikonisieren. Das ist allerdings irreführend und trifft in keiner Weise die Realität seiner Lebenszeit. Und seine Kinder betrifft das schon gar nicht. Die sind äußerst lebendig, lebensnah und haben vielleicht – so hoffe ich – ein eigenes erfülltes Leben, soweit es ihnen möglich ist. Das trifft zumindest auf Marconius zu. Seine Töchter hingegen … nun, das ist eine völlig andere Geschichte, und sie ist zu sehr großen Teilen erst noch zu schreiben.

Ihr werdet es mir darum nachsehen müssen, wenn ich den Gentleman spiele und an dieser Stelle wohlwollend den Mantel des Schweigens über diese ungeschriebenen Zeilen decke.

In der kommenden Woche werde ich dann wieder zielstrebig in den KONFLIKT 16 des OSM überleiten und Oki Stanwers Lebens­weg auf dem Planeten ELDORADO weiterverfolgen. Ich verspre­che: das wird spannend!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Vgl. dazu die Umarbeitung des KONFLIKTS 13 „Oki Stanwer Horror“ (1982-1985) in Form des BUCHES „DER CLOGGATH-KONFLIKT“, begonnen 1988.

2 Vgl. dazu den KONFLIKT 9 „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“, begonnen 2011.

3 Vgl. dazu den KONFLIKT 16 „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“ (1983-1998).

4 Vgl. dazu KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (1987-1993).

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