Liebe Freunde meiner E-Books,

mit dem vorliegenden Band rundet sich ein Handlungsabschnitt der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) ab. Band 10 ist der (vorläufige) Ab­schluss der Abenteuer der wagemutigen – manche Leute würden vielleicht auch sagen: lebensmüden – Forscher von der RHONSHAAR, aber natürlich noch lan­ge nicht das Ende der Spur, die ich mit diesen Episoden gelegt habe.

In den Bänden 8 und 9 der Serie stießen die RHONSHAAR-Yantihni zur „Be­bengrenze“ vor und trafen im Sonnensystem der schlangenarmigen Tassaier auf den monströsen Zerstörer der tassaiischen Kultur – auf den „Sternenhammer“. Und nun befinden sich beide Gruppen der Raumfahrer von der RHON-2 im In­nern des „Maschinenmondes“ und entdecken hier Schrecken und atemberauben­de Wunder zugleich.

Ja, und dann ist da dieses geheimnisvolle, fremdartige Volk, auf das sie prallen: die Shonta. Mysteriöse, undurchsichtige Zwergenwesen, die sich selbst auch als „Maschinenvolk“ verstehen.

Der erste Kontakt gelingt… aber dann laufen die Dinge aus dem Ruder.

Was genau geschieht, lest ihr besser ab sofort in diesem dramatischen Band der TI-Serie nach, der heute bei www.beam-ebooks.de zum Preis von 1,49 Euro so­wohl im MOBI- wie EPUB-Format erschienen ist. Ich denke, es besteht einiger Grund, mit den herumirrenden Raumfahrern mitzuzittern. Und den Namen der kleinwüchsigen Linguistin Vaniyaa solltet ihr euch in diesem Zusammenhang besonders gut merken…

Viel Lesespaß wünscht euch, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 20: Hände aus Samt

Posted August 12th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

na, ihr erinnert euch noch an den Blogeintrag vom 13. Mai 2015, nicht wahr? Heute kehren wir in dieses Terrain zurück, zu den erotischen Romanen. Emma Holly, über deren Werk ich heute eine Rezension allgemein zugänglich mache, hat sich auf diesem Gebiet ebenfalls ausgiebig ausgebreitet. Herausgekommen ist ein aufregendes Werk mit gewissen Ecken und Kanten, insofern ist die Re­zension unten nicht ausschließlich positiv, sondern mit ein paar Eintrübungen versehen worden. Aber ihr seid ja nicht hier, um reine Lobeshymnen zu lesen, nicht wahr? Ihr seid ihr, weil ihr kritische, neugierige Leser seid, die gern mal über den Tellerrand schauen.

Und so schauen wir jetzt mal in die Tiefen der menschlichen Psyche:

Hände aus Samt

(OT: Velvet Glove)

von Emma Holly

Heyne-TB 13910

352 Seiten

Dezember 2003, 6.95 Euro

Übersetzt von Joachim Pente

Euer Rezensent ist ja einiges gewohnt, was erotische Romane angeht, das ist wohl allgemein bekannt, allerspätestens seit dem Artikel „Die natürlichste Sa­che der Welt“.1 Dennoch ist er es gewohnt, dass Romane eher beschaulich an­fangen – so etwa in dem kürzlich beendeten Buch „Die Vermieterin“ von Pat O’Brien.2 Doch wie geht es HIER los? Folgendermaßen:

Die Ketten schabten mit leisem Rasseln über die Stuckwand, als Audrey die Arme streckte. Es musste Stunden her sein, seit Sterling sie nackt ausgezogen und unter dem Säulengang angekettet hatte…“

Man denkt, man ist im falschen Film, insbesondere eingedenk des – völlig irre­führenden! – Titels. Samthände sollte hier wirklich niemand erwarten. Rasch lässt die Autorin den Leser spüren, dass man in eine sinistre Halbwelt abtaucht, in der derlei Dinge zur Tagesordnung gehören. Doch vielleicht sollte ich vorne anfangen und nicht schon in die Interpretation springen.

Audrey Popkin ist ein 22 Jahre junges, bildhübsches Mädchen, das sich von den Eltern gelöst hat und mit wenigen Freunden in Washington zusammen gelebt hat. Sie hat es bereits weit gebracht und ist trotz ihrer Jugend bereits Geschäftsführerin in einer Boutique für Trendkleidung gewesen. Bis zu jener verhängnisvollen Reise…

Ihr bester Freund Tommy, der erkennbar mehr sein möchte als nur ein Freund, macht mit ihr eine Reise nach Florida. Doch bevor sich die Dinge zwischen ih­nen weiter entwickeln können, taucht der charismatische Bankier Sterling Fos­ter auf und wickelt Audrey regelrecht um den Finger, anders kann man es nicht nennen.

Ehe sie begreift, was passiert, reist Tommy wütend zurück gen Norden und sie landet in Fosters Bett – allerdings gefesselt und mit Hieben traktiert, die in Au­drey eine unbegreifliche, nie erlebte Lust wecken. Tief in ihr schlummerte ein Charakterzug, den Foster sofort erkannte, eine Haltung, die Audrey als „Sub“ charakterisiert, als die geborene Dienerin. Und Sterling Foster ist ein überaus erniedrigender, grausamer Herr, ein Dom.

Nach Wochen dieser unglaublich wonnevollen, aber auch von tiefer Verzweif­lung erfüllten Unterwerfung gelingt es Audrey schließlich mit letzter Kraft, vor ihm zu flüchten. Doch sie ahnt nicht, dass Foster mit dieser Entwicklung gerech­net hat – er hält sie nach wie vor an der langen Leine und engagiert einen Pri­vatdetektiv, der ihr weiterhin nachspäht. Wenn sie sich von ihm zu sehr frei­macht, so überlegt sich Audreys „Herr“, dann wird er ihr zeigen, wie kurz die Leine ist, an der sie läuft. Aber er ist davon überzeugt, dass sie ohnehin zu ihm zurückkehren wird, durstig nach der dominanten Macht ihres Beherrschers. Und er hat nicht völlig unrecht.

Die ganz verunsicherte, verstörte Audrey, deren Berufsleben nun in Scherben liegt, ist entwurzelt und kehrt nach Washington zurück, zu ihrem Freund Tom­my. Dieser hat zwischenzeitlich zwar etwas mit der Cliquenfreundin Cynthia an­gefangen, aber am meisten entflammt er nach wie vor für Audrey. Natürlich stürzt er in den Keller des Unglaubens und Entsetzens, als sie ihm gesteht, die Schläge und Peitschenhiebe, die Sterling ihr hat angedeihen lassen, durchaus auch genossen zu haben.

Und dann tritt jener Mann in Audreys Leben, der von Sterling auf Umwegen an­geworben worden ist, um sie weiter zu domestizieren: der Barbesitzer Patrick, der sich ihr Vertrauen erschleicht und zugleich von neuem zu beherrschen ver­sucht.

Aber die Sache gerät außer Kontrolle…

Ich gestehe, nach dem ersten Kapitel brauchte ich erst mal ein paar Tage Ruhe, um den wirren Kopf wieder zu klären. Das lag durchaus nicht an dem Durchein­ander in jenen Seiten, denn dort gab es kein Durcheinander. Nein, es war mehr diese wahnwitzige, surreale Stimmung, diese jähe, unvermutete Existenz einer Halbwelt direkt neben der normalen, in der Dinge normal sind, für die wir sonst eigentlich nur Alpträume reservieren, aus denen wir dankbar aufwachen kön­nen.

Hieraus kann man nicht aufwachen.

Neugierig, wie sich die Sache weiterentwickeln würde, drang ich tiefer und tiefer in den Roman vor, einem Mineur nicht unähnlich, der sich auf der Spur edlen Minerals befindet. Und das Mineral ist, wenn man so will, Audreys Herz und ihre Charakterwandlung, die mit grundlegenden Veränderungen anderer Charaktere der Geschichte einhergeht.

Auf sehr spannende Weise wird hier die Charakterhaltung einer Frau geschil­dert, die sich von dominanten Männern angezogen fühlt und, wenn man die richtigen Signale gibt, gleich einem gut dressierten Tier Dinge tut und ihre Ein­willigung für Handlungen gibt, die dem unvoreingenommenen Leser wenigstens wahnwitzig vorkommen. Es ist aber nicht zu bestreiten, dass diese Handlungen erregend sind. Zwar scheut sich Emma Holly nicht, wortreich sexuelle Taten in zahlreichen Details zu schildern, aber es gelingt ihr stets so, dass es nicht origi­när obszön wirkt.

Diese unheimliche Existenz einer Geheimwelt innerhalb der unsrigen, wo Men­schen ein Doppelleben führen und auf der einen Seite Geschäftsführerin sein können, um nächtens dann ihrer Existenz als Stripperin nachzugehen (um nur eine Rolle von vielen zu nennen), diese Welt ist geeignet, als Fokus zu wirken. Ein Fokus etwa auf die Rolle von amerikanischer Doppelmoral, die hier ebenfalls schön aufs Korn genommen wird, namentlich in der Rolle von Tommy und Cyn­thia, die zwar beide so gerne volle sexuelle Wonnen möchten, ihren Orgasmus erleben wollen usw., sich aber einfach nicht trauen oder zu sehr auf die Gefühle des anderen Rücksicht nehmen, um das zu erreichen, was sie begehren. In die­ser Rolle bedarf es dann – im Roman – einer schamlosen Person, die sich kess über Zaudern und Zögern hinwegsetzt und einfach mit vulkanischer Gewalt die Lust entfesselt. Man kann den Roman also streckenweise auch als ironische Kritik an der üblichen Doppelmoral und Heuchelei lesen, was ihn sehr vergnüg­lich macht. So ein wenig findet man sogar den durchaus amerikanischen Drang zur Psychoanalyse wieder („Komm, lass uns doch drüber reden. Was hast du denn für Probleme im Bett?“ Zum Schreien.).

Bei der Glaubwürdigkeit der Charaktere mutet die Autorin dem Leser, der ein bisschen tiefer sieht als der Leserdurchschnitt, der nur gut unterhalten werden möchte (der ist hier genau richtig), jedoch einiges zu. Weshalb? Nun, schauen wir uns mal die Hauptpersonen näher an:

Audrey, beispielsweise, fällt nachgerade aus dem Nichts. Die Eltern kommen nicht ein einziges Mal zu Wort, ihre Vorgeschichte, die sie ja gerade geprägt ha­ben sollte, wird eigentlich nicht thematisiert, m. E. ein kapitaler Fehler. Wahr­scheinlich wirkt es deshalb auch später so aufgesetzt, als genau das bei Patrick versucht wird.

Eine gute Freundin, die etwa im gleichen Alter von Audrey war, als ich diese Re­zension verfasste, wird wohl bestätigen können, dass es nicht sonderlich realis­tisch ist, mit 22 Jahren schon fernab der provinziellen Eltern zu wohnen, keiner­lei Kontakt mit ihnen zu haben und absolut auf eigenen Füßen zu stehen, erst recht nicht in den allgemein so familienfreundlichen USA. Fernerhin: weshalb flüchtet Audrey nicht zu ihren Eltern zurück, sondern zu Tommy, mit dem sie sich ohnehin verkracht hat? Hier fehlt dem Roman einiges an plausiblen Boden, an kritischen Reflexionen Audreys, die ihre Entscheidungsfindung transparenter machen. Das hat zur Folge, dass Audreys weiteres geschildertes Leben in Wa­shington wie durch einen Tunnelblick wahrgenommen wird. Das ist zwar un­strittig spannungssteigernd, aber sehr unrealistisch.

Über den etwas wackelig dargestellten Homosexuellen Basil, bei dem sich die Autorin offensichtlich bis zum Schluss nicht recht entscheiden kann, ob er nun homo oder hetero sein soll, wird auch nicht allzu viel klar. Ich empfand ihn eher als eine Belastung, aber mir ist bekannt, dass viele Leserinnen von männlicher Homosexualität angezogen werden. Möglicherweise war das also als auflagen­steigernde Ingredienz eingeplant.

Patrick Dugan, der Barbesitzer, macht zwar gleichfalls im Laufe des Buches eine Charakterwandlung durch, aber die Begründung dafür und für sein allgemeines Verhalten stellte mich dann schlussendlich doch überhaupt nicht zufrieden. Hier arbeitete gewissermaßen der große Weichzeichner.

Dasselbe gilt für den „monströsen“ Sterling. Das fand ich wirklich sehr bedauer­lich, weil Emma Holly hier massiv dramatisches Potential verschenkte. Das war unzweifelhaft Absicht, aber es zeigte mir auch, dass sie definitiv davor zurück­schreckte, brutale Gewalt in Szene zu setzen.

Wen jedoch diese Details nicht interessieren und wer eine faszinierende, teil­weise erschreckende erotische Geschichte im Dunstkreis der S&M-Szene lesen möchte, die, was die erotische Anregung angeht, sehr wirksam ist, der ist hier ausgezeichnet aufgehoben. Die Sprache ist gelungen, die Handlung weist keine signifikanten Brüche oder Lücken auf, sie bleibt durchgängig plausibel und hält immer wieder prickelnde Überraschungen bereit. Wenn ich da alleine an die beiden Jadekugeln denke… oh, oh, oh!

© by Uwe Lammers, 2004

Wer neugierig auf das Werk geworden sein sollte, kann es sich bestimmt noch antiquarisch besorgen. Ich denke, da ich es selbst vor mehr als zehn Jahren nur noch auf dem Wühltisch fand, ist es aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher längst entschwunden.

In der nächsten Woche an dieser Stelle kehren wir zurück in Peter F. Hamiltons „Armageddon-Zyklus“. Und ich denke, das solltet ihr nicht versäumen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Nachzulesen in BWA 242, November 2003. Es handelt sich um einen Sammelartikel über erotische Literatur.

2 Vgl. bei Interesse: Pat O’Brien: Die Vermieterin, Bastei 14770. Die erste Hälfte ist ganz neckisch, der Rest so la la.

Liebe Freunde des OSM,

vor fünf Wochen verließ ich euch an dieser Stelle mit dem Versprechen, heute etwas zum Rest des reichlich chaotischen Schreibjahrs 2005 zu erzählen und dann ins Jahr 2006 überzuleiten. Wie ich damals sagte, war ich gegen Ende des Jahres 2005 stark damit befasst, Comicrezensionen zu Publikationen des Ver­lages CrossGen zu schreiben.

Das waren nicht die einzigen Rezensionen von Belang, weitere verfasste ich zu den Harry Potter-Romanen, die ich zeitgleich las, und durchaus mit Genuss. Wir befinden uns damit gegen Anfang September. Bezogen auf den OSM arbeitete ich dort auch schon an einem Werk, von dem ich auch noch nicht genau wusste, wohin es führen würde, und der Einfluss, es anzufangen, kommt unzweideutig aus dem CrossGenUniverse.

Die Rede ist von „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“. Dazu muss ich Näheres erläutern, denn diese Geschichte ist inzwischen fertig und einer der umfang­reichsten OSM-Romane der jüngeren Geschichte (beendet im Oktober 2010, so dass ich, wenn ich auf das Kreativjahr 2010 komme, hierauf rekurrieren werde).

Ich wirbelte anno 2005 durch das wirklich ziemlich chaotische Universum des KONFLIKTS 21, niedergeschrieben in der Serie „Oki Stanwer – Fürst von Leu­cienne“ (FvL). Und während ich daran arbeitete, fragte ich mich, was wohl eine arme Seele erleben mochte, die in diesem KONFLIKT direkt nach TOTAM ver­schlagen werden würde. Bekanntlich erringen die Totenköpfe dort weitgehende Autonomie. Wäre es nicht absolut faszinierend, durch die „Augen“ eines sol­chen Totenkopfes die Geheimnisse des Dämonenplaneten TOTAM genauer in Augenschein zu nehmen?

Dachte es und führte es in dem Sequel zu KONFLIKT 21, das ich pragmatisch „Die Totenköpfe“ nannte, in Textform der Realisierung zu. Dass diese Geschich­te des armen Oheetir-Mönchs Shylviin dann über 200 Textseiten bekommen sollte, ahnte ich noch nicht… ihr seht diese Geschichte beizeiten in der Reihe „Aus den Annalen der Ewigkeit“, versprochen…

Im September 2005 kehrte ich außerdem mit der Episode „Aufbruch in die Milchstraße“ in den KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM) zu­rück, worin ich beschrieb, wie Oki Stanwer mit den Shonta und seinen Getreuen von der MISSOURI den Ausbruch aus der geheimnisvollen NISCHE umsetzte.

Mit dem Fragment „Sherlock Holmes und der Tunguska-Fall“ entstand im Oktober ein Werk, an dem ich nach wie vor feile und in dem der legendäre De­tektiv doch tatsächlich einen Auftritt im Oki Stanwer Mythos hat (das Fragment ist bislang nur wenigen Leuten bekannt, und ich kann noch nicht sagen, wann es vollendet wird… da müsst ihr euch wirklich noch gedulden, das wird kein Schnellschuss).

Im Oktober/November 2005 wurde ich etwas überraschend vom damals noch aktiven Fan Dieter Steinseifer dazu überredet, bei Futurian Amateur News (FAN) mitzumachen, womit ich eigentlich wieder in einem Bereich landete, den ich seit gut zehn Jahren hinter mir gelassen glaubte, nämlich formell dem der Egozines. Auslöser war ein langer Leserbrief zu FAN-Ausgaben, die mir Dieter damals zugänglich machte, der seines Zeichens auch Mitglied im Science Fic­tion-Club Baden-Württemberg (SFCBW) war, in dem er mich seit Jahren als re­gen Rezensenten und Leserbriefschreiber kannte.

Okay, dachte ich, dann zeige ich den FAN-Mitgliedern eben mal ein wenig die Tiefen meiner Kreativität. Sprach’s und entwarf im November meinen ersten FAN-Beitrag mit dem Titel „OSM-Newsletter #1“, dem in den nächsten Jahren noch zahlreiche weitere folgen sollten. Das war gewissermaßen, für Leute, die es gern historisch-analytisch aufarbeiten möchten, der Vorläufer dessen, was heute in meinem Wochen-Blog die Rubrik „Work in Progress“ ist.

Während ich im November 2005 quasi nur zwischen verschiedenen Rezensio­nen und Projekten in Arbeit hin- und herjettete, kam ich erst Anfang Dezember wieder in die Realisierungsphase. In schneller Folge wurden hier Werke des OSM abgeschlossen, die unterschiedlichsten Universen entstammten. Dazu ge­hörte „Tod auf Tyncolaar“ (Band 44 des KONFLIKTS 19), „Tücken der an­deren Seite“ (Band 31 des KONFLIKTS 21) und „Sturz ins Stahlherz“ (Band 33 des KONFLIKTS 2).

Ferner arbeitete ich an „Oki Stanwers Auferstehung“ (Band 50 des KON­FLIKTS 22), an der OSM-Story „Parasiten aus dem Kosmos“ und einer Ge­schichte, die ich „Matrixpest“ nannte und die in KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ (DSj) spielte. Inzwischen ist der Inhalt dieser Geschichte in den gleichnamigen Band 50 dieser Serie überführt worden. Manchmal entwickeln sich die Dinge eben nicht so, wie sie anfänglich sollten.

In den Tagen um Silvester gelang es mir dann noch, die dramatischen Ereignisse in der Galaxis Leucienne um den verbrecherischen Sinarer Shishoy, die un­durchsichtigen Schaltmeister des Yalidaan-Systems, die Veskoy (!), und die Ge­sandten von Oki Stanwers TAA PHESKOO zum vorläufigen Abschluss zu brin­gen, in einem dramatischen Vierteiler, der mit einem ganz üblen Schluss aufhör­te.

Zwar gelingt es, den Angriff TOTAMS auf das Yalidaan-System im Innern der Galaxis Leucienne im letzten Moment abzuwehren, doch die Überläufer des Bö­sen, zwergenhafte Berinnyer aus Bytharg, haben noch eine finstere Information für die erschöpften Verteidiger parat: Oki Stanwers Korrelatorschleuse, mit der er seine Truppen der TAA PHESKOO nach Leucienne evakuieren will, ist intakt geblieben… aber TOTAM hat auch eine Korrelatorschleuse. Und es ist jetzt ein Wettlauf mit der Zeit, den die TAA PHESKOO-Angehörigen nur noch verlieren können, wenn sie nicht die Schleuse finden.

Die Berinnyer lassen auch keine Hoffnung zu:

…aber soweit unsere Informationen reichen, schleust TOTAM von den EWIG­KEIT-Stationen Truppen herüber.“

Was für Truppen? Berinnyer mit Ayk-Kontrolle?“

Nein… sie wären zu rebellisch. Diesmal wird TOTAM seine loyalsten Truppen nehmen.“

Saavorid wurde aschfahl.

‚Gütiger Oki Stanwer! Bitte nicht auch DAS noch!‘, dachte er benommen. Und sein Mund formte das furchtbare Wort, auch wenn er mit so dünner Stimme, dass man ihn kaum verstehen konnte: „Totenköpfe.“

Ja, Totenköpfe. Wahrscheinlich mehrere Millionen auf einmal… ich würde euch wirklich empfehlen, die Schleuse zu finden und restlos zu zerstören – sonst habt ihr verloren.“

Tja, und mit diesem finsteren Ausblick endete der 31. Dezember 2005.

Mann, ich kann euch sagen, ich war vielleicht geplättet. Solch einen Jahresaus­blick wünscht man seinem übelsten Feind nicht!

Nun, wer aber geglaubt hat, ich hätte da sofort weiterschreiben müssen, der hat eins übersehen – ich bin ein intuitiver Schriftsteller, und der Bilderfluss in mei­ner Seele dirigiert das, was ich schreibe. Anstatt also nun rasant im Januar 2006 in der Galaxis Leucienne weiterzuschreiben, wozu ja jeder Grund bestanden hät­te, fand ich mich wo wieder?

In KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ (NK). Dort begann ich vermutlich mit der folgenschwersten Komplikation des modernen OSM. Ziem­lich genau 15 Milliarden Jahre nach dem Yalidaan-Desaster wurde ich nun in der Galaxis Bool Zeuge des monströsen Aufmarsches der Lichtmachttruppen unter dem AUREUS. Ziel: Zerstörung des entarteten Baumeister-EXILS HANKS­TEYN an der Peripherie der Galaxis.

Wie ich schnell entdecken sollte, gab es dabei Probleme. Ich komme darauf in den folgenden Jahresberichten noch zu sprechen, denn bekanntlich befinde ich mich aktuell im Schlussband dieses Zyklus, „Tödliche Entscheidung“, der wohl bis zur Publikation dieses Blogartikels realisiert sein dürfte. Nur soviel für den Moment:

In der Galaxis Bool hatten die Truppen des AUREUS vor mehr als zehntausend Jahren einen Kampf gegen ein Gestaltwandlervolk, die so genannten LECHE­SICC, geführt und gewonnen. Die LECHESICC gelten seither als ausgelöscht. Doch wie der in diesem Monat Januar entstehende NK-Band 48: „Spion der LECHESICC“ schlagend demonstriert, gibt es sie nach wie vor, und sie infil­trieren das „Unternehmen STURMHERZ“, also das Kommandounternehmen gegen das EXIL HANKSTEYN mit der Absicht, dem AUREUS und den Licht­mächten zu schaden…

Bald darauf schlitterte ich, immer noch im Januar 2006 verharrend, wieder tief in die Vergangenheit, überraschenderweise zurück zur INSEL und zu dem Tech­no-Träumer Torkeron. Mit den Episoden „Schrecken auf Talascantor“ und „Die Friedhofsdiebe“ entstand ein bizarrer Zweiteiler… ja, und DIESMAL WAR ich mir sicher – dies IST TOTAMS Intervention in der INSEL der Galaxis Mysorstos. Dummerweise… tja, dummerweise erkannte das niemand, nicht mal die Baumeister.

So ein Pech aber auch!

Aber die Serie war ja auch noch jung, es lag gerade Band 13 vor. Viel Zeit also, diese Sache entspannt anzugehen. Dachte ich. Dummerweise ein Irrtum. Aber bis ich das herausbekam, sollten – ohne Witz – noch Jahre vergehen.

Der Februar war dann weitgehend durch OSM-Ebbe gekennzeichnet, Ähnliches galt für den Monat März. Der Grund dafür lag in den anstrengenden und zeitrau­benden Endredaktionsarbeiten für die Moses-Mendelssohn-Gesamtausgabe. Mein zeitlich befristeter Kontrakt mit der Herzog August Bibliothek in Wolfen­büttel endete Ende März 2006 und damit eine schöne, sowohl wissenschaftlich wie wirtschaftlich phantastische Zeit. Danach begann dann für eine Weile das übliche Spiel: Arbeitslosigkeit, ökonomische Unsicherheit… aber eben auch ab April 2006 Freiraum für weitere kreative Entfaltung.

Und wie das meist so war, wenn ich freie Kapazitäten entwickelte, so lernte ich auch im April 2006 eine neue Welt des Oki Stanwer Mythos kennen, sogar ein völlig neues Universum – KONFLIKT 7 und damit die phantastische Hohlwelt Hyoronghilaar.

Doch davon erzähle ich euch im nächsten Teil dieser Reihe Näheres. In der kommenden Woche berichte ich wieder aus der aktuellen Gegenwart in der Rei­he „Logbuch des Autors“. Wohin genau es euch dann verschlagen wird, sei noch nicht verraten.

Einfach wieder reinschauen, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 19: Der Erste Weltkrieg (Hamann)

Posted August 5th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

das musste ja kommen, meint ihr nun? Ein Historiker und Phantast, der zugibt, dass seine persönliche Neigung sehr in Richtung auf den Ersten Weltkrieg zielt, dessen Schlachten sich im aktuellen Jahr zum 100. Male jähren, MUSS unwei­gerlich mal ein Buch zum Ersten Weltkrieg rezensieren? Nicht verkehrt, Freun­de. Und ich verrate euch noch ein weiteres Geheimnis – es wird noch mehr sol­che Rezensionen geben.

Der Grund ist weniger in manischer Besessenheit zu suchen als vielmehr darin, dass das Phänomen des Ersten Weltkrieges das 20. Jahrhundert und auch alles, was wir bislang vom 21. Jahrhundert gesehen haben, grundlegend strukturiert hat. Wer hier nur kurzsichtig an den 11. September 2001 denkt und an den „Krieg gegen den Terror“, der schaut einfach nicht tief genug auf den Grund der Dinge.

Wer indes imstande ist, so etwas wie die deutsch-französische „Erbfeindschaft“, die glücklicherweise der Vergangenheit angehört, mit der Entstehung solcher Staaten wie Polen, dem modernen Österreich, der modernen Türkei, Syrien, den Golfstaaten, der Staatengrenzziehung im Nahen Osten, dem Staat Israel und vielen anderen aktuellen Ereignissen in Verbindung zu setzen, der landet ganz automatisch beim Ersten Weltkrieg und seinen Konsequenzen.

Das glaubt ihr nicht? Nun, dann lasst euch eines Besseren belehren, liebe Leser. Und damit auch das Auge nicht zu kurz kommt, fange ich mit Brigitte Hamanns Buch zum Ersten Weltkrieg einfach mal an, euch langsam an dieses Thema her­anzuführen, das eine intensivere Betrachtung verdient hat, als wir sie üblicher­weise im Schulunterricht mitbekommen.

Ich wünschte, ich könnte mit Fug und Recht behaupten, wir hätten aus dem Chaos und Schrecken des Ersten Weltkriegs hinreichend gelernt, um uns nicht mehr in solche verrückten Abenteuer zu stürzen… doch wenn wir heutzutage unsere Nachrichtensendungen anhören und anschauen, dann kommen wohl nicht nur mir alleine gewisse nagende Zweifel daran.

Darum sind solche Bücher wichtiger denn je:

Der Erste Weltkrieg

Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten

Von Brigitte Hamann

Serie Piper 5285

368 Seiten, TB

München 2008 (erweiterte Neuauflage)

ISBN 978-3-492-25285-0

Ist es ein Massenwahnsinn gewesen? Und wann und wie wird das Aufwachen sein?“ Das fragt Käthe Kollwitz in einer Notiz vom 10. Oktober 1916, als das Morden noch mitten im Gange ist, als das Erwachen aus dem Alptraum noch nicht erfolgt ist – oder aus dem Massenwahnsinn, den aus der Distanz von fast hundert Jahren jenes unbeschreibliche Gemetzel darstellt, das man beinahe schon euphemistisch den „Ersten Weltkrieg“ genannt hat.

In der Tat, wenn man die Hintergründe durchleuchtet, hat es an vielen Stellen etwas Wahnhaftes an sich, über dieses Phänomen nachzudenken. Der „Welt­krieg“, wie er vor 1939 genannt wurde, hat pathologische, regelwidrige Züge, und man fühlt sich an eine Form von irrationalem Blutrausch erinnert, der sich einfach nicht mehr kanalisieren lässt. Eine Form von gewalttätiger Psychose, die, einmal entfesselt, nicht mehr in die Büchse der Pandora zurückgestopft werden kann, sondern sich austoben muss, gleich einem tropischen Wirbel­sturm, den man auch nicht bekämpfen kann, sondern dem man einfach wehrlos ausgeliefert ist. Eine Art von Naturgewalt grässlichster Art, wie sie vor 1914 ei­gentlich unvorstellbar schien. Danach, das muss man als Historiker des 21. Jahr­hunderts konstatieren, gehörten solche Exzesse leider zu den häufiger anzutref­fenden Erscheinungen der Zeitläufte.

Wenn man den Ersten Weltkrieg folgerichtig als die Entgrenzung bislang relativ klar beschränkter Konflikte begreift, als eine Art von Tür, die aufgestoßen wurde und sich seither nicht mehr schließen ließ, dann wird man wahrscheinlich auch verstehen, dass die Analyse des 20. Jahrhunderts und aller Jahrzehnte und (viel­leicht) Jahrhunderte, die noch folgen mögen, mit diesem Phänomen anzufan­gen hat. Wer den Ersten Weltkrieg nicht begreift, dem bleiben solche Dinge wie die Inflationszeit, der Aufstieg der Nazibewegung, nationale Minderheitenkonflikte, die bis heute teilweise anhalten (man sehe nur nach Ex-Jugoslawien, in die ehemalige Sowjetunion, in die Türkei, in den Nahen Osten…), die Entwicklung der Nuklearwaffen, der Kalte Krieg und die Nachkriegszeit einfach schleierhaft.

Fangen wir also an mit dem Ersten Weltkrieg, und fangen wir an mit Brigitte Ha­manns Buch, das einen leichten, eingängigen Einstieg bildet.

Brigitte Hamann, in Essen geborene Neuzeithistorikerin, die in Wien lebt und besonders zur österreichischen Geschichte und zur Frauengeschichte Werke pu­bliziert hat, wählt mit diesem Buch, wie sie selbst sagt, einen persönlicheren Zu­gang zu dem Thema. Denn wie korrekt bemerkt wird: militärhistorische Werke zum Ersten Weltkrieg gibt es massenhaft, und zwar auf allen Seiten. Allein die deutsche Publikationsflut, die schon während, besonders aber nach dem Krieg einsetzte und bis in die NS-Zeit hinein anhielt (nicht zuletzt zur Rechtfertigung des neuen Weltkrieges, der auch mit dem Ziel geführt wurde, die Schmach der Niederlage des Ersten Weltkrieges zu tilgen und jene damals nicht erreichte Zie­le nun zu realisieren), ist unüberschaubar. Sie ist aber oftmals zu trocken und zu pathetisch, um wirklich breitere Leserschichten zu erreichen. Ihr Zielkreis sind die einstigen Weltkriegsteilnehmer, das ist ziemlich offenkundig.

Hamann kam zu dem Thema des Ersten Weltkrieges durch Sichtung des Famili­ennachlasses, besonders des Vaters ihres verstorbenen Mannes. Dieser Vater, Dipl.-Ing. Walther Hamann (1889-1961) war in der österreichisch-ungarischen Armee von 1914-1918 als Eisenbahnspezialist tätig und hielt seine Erlebnisse in einem Kriegstagebuch fest. Weiteres Material, zum erheblichen Teil aus Brigitte Hamanns eigenen Sammlungsbeständen, kamen hinzu, außerdem vielfältige publizierte und unpublizierte Feldpostbriefe und veröffentlichte Kriegstagebü­cher und weitere Zeugnisse.

Präzise betont die Verfasserin, die sich in dieser Publikation mit voller Absicht nicht auf die militärgeschichtliche Ebene begeben hat, sondern den Alltag der Menschen im Krieg in den unterschiedlichsten Regionen und Stadien des Kon­flikts durch die Zeugnisse transparent machen will, dass man das 20. Jahrhun­dert mit all seinen politischen, wirtschaftlichen, territorialen und ethnischen Verwerfungen nicht begreifen kann, wenn man nicht den Ersten Weltkrieg als den Ausgangspunkt heranzieht.

Der Rezensent kommt nicht umhin, ihr auch darin beizupflichten, dass eine Dar­stellung des Ersten Weltkriegs, wie umfangreich sie auch immer sein mag, nur Stückwerk bleiben wird, und dass der Leser gut daran tut, nicht die eine, end­gültige, allumfassende Darstellung zu erwarten. Es wird und kann sie vermutlich nicht geben. Das liegt zum einen an der schieren Dimension des Konflikts, an seiner weltweiten Ausdehnung, zum anderen aber auch an den Myriaden von Blickwinkeln und einer unüberschaubaren Fülle an Details, die man gar nicht überblicken kann.

Brigitte Hamann macht noch eine sehr wichtige Vorbemerkung, die für die un­vorbereiteten Leser bedeutsam ist: man darf den Aspekt der Propaganda nicht unterschätzen, der insbesondere aus den bildlichen Zeugnissen spricht. Ob es sich dabei um Postkarten – gezeichnete wie fotografierte – handeln mag, um Presseverlautbarungen, Anzeigen, Kartenmaterial oder was auch immer: der Erste Weltkrieg ist der erste wirkliche Propagandakrieg der Weltgeschichte, der mit modernster Drucktechnik und Massenauflagen geführt wird und dazu dient, das Bild des „größten und grausamsten aller Kriege“ (Hamann) zu verharmlo­sen, eigene Verbrechen zu vertuschen, sie anderen in die Schuhe zu schieben, Verluste klein zu reden, bescheidene oder nicht existente Erfolge zu suggerieren und zu übersteigern. Die Propaganda darf besonders in diesem Krieg nicht un­terschätzt werden.

Hamann macht auch mit Recht darauf aufmerksam, dass ein wesentlicher Teil der Illusionen, die sich die Zivilbevölkerung der so genannten „Mittelmächte“ (d. h. Deutschlands und Österreich-Ungarns) machten, auf diese propagandisti­sche Verzerrung zurückzuführen ist. Ein weiterer Faktor, der hier ebenfalls nicht ausgeblendet wird, ist die geflissentliche Selbstgleichschaltung der Medien, die zu Beginn des Krieges und zum Teil bis zu dessen Ende hervorragend funktio­niert und beispielsweise die Mär befördert, das deutsche Heer sei bis 1918 „im Felde unbesiegt“ gewesen. Spätere Politiker machen daraus, wieder aus propa­gandistischen Zwecken, den bequemen, verlogenen Mythos der „Dolchstoßle­gende“.

Das Buch folgt dem chronologischen Ablauf. Das heißt, auf die so genannte „Ju­likrise“, die sich an dem Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolger­paar in Sarajewo entzündet, ist der Ausgangspunkt. Diese Krise führt zu allge­meiner Mobilmachung, als klar wird, dass die Österreicher gegen Serbien mobil machen, womit das internationale Paktsystem greift. Russland tritt an Serbiens Seite, Russland ist mit Frankreich verbündet. Da das Deutsche Reich den Österreichern Bündnistreue zusichert („Nibelungentreue“) und die dortigen Militärs die lange ersehnte Gelegenheit sehen, den früher oder später für unvermeidlich gehaltenen Waffengang mit Frankreich jetzt zu realisieren, beginnt der Weg in den Abgrund.

Die Deutschen setzen den alten „Schlieffenplan“ um und führen einen Heeres­angriff durch das neutrale Belgien, dessen Neutralität sie selbst in internationa­len Verträgen anerkannt haben. Sie verletzen diese Verträge, weil die französi­schen Festungsanlagen einen Direktangriff unmöglich machen. Ziel des Plans ist es, direkt auf Paris vorzustoßen und, in einer Wiederholung der Ereignisse von 1870/71, die Hauptstadt einzunehmen und das französische Heer auszumanö­vrieren. Diesem Plan zufolge wird der Feldzug in spätestens 6-8 Wochen been­det, Frankreich aus dem Konflikt ausgeschieden und zum Frieden gezwungen worden sein. Daraufhin sollen die Truppen an die ostpreußische Front geworfen werden, um die Russen zu schlagen, die natürlich – mit Frankreich verbündet – dort gegen Deutschland mobil machen.

Die Planungen enthalten zahlreiche Schönheitsfehler. Zum einen leisten die Bel­gier Widerstand und halten den deutschen Vormarsch auf. Zum zweiten erklärt nun Belgiens nächste Schutzmacht, Großbritannien, Deutschland ebenfalls den Krieg. Zum dritten sind die Russen sehr viel schneller mit ihrer Mobilmachung und fallen vor dem erwarteten Zeitpunkt in Ostpreußen ein, wo nur schwache Abwehrverbände stehen. Und, um die Dinge vollends zu verkomplizieren, ha­ben auch die Österreicher mit der Strafaktion gegen Serbien nicht den ge­wünschten Erfolg.

Am schlimmsten aber ist die Entdeckung, dass der Vormarsch auf Paris an dem Flüsschen Marne zum Stillstand kommt („Wunder an der Marne“) und sich die gegnerischen Heere hier eingraben müssen, um der jeweils gegnerischen Artil­lerie zu entgehen. So wird aus dem Bewegungskrieg der Stellungskrieg, und vier Jahre lang wird sich daran nichts Grundlegendes ändern. Im Grunde genommen ist der Krieg bereits im Herbst 1914 verloren, alle bisherigen Pläne Makulatur… doch wie in allen Kriegen sind Politiker und Militärs aller Seiten – der Blutzoll ist bereits entsetzlich hoch gewesen – bis heute der festen Überzeugung, sie müss­ten jetzt erst recht weitermachen, anderenfalls seien ja „die Opfer vergebens gewesen“. Was sie sowieso sind. Denn die Toten kann man nicht mehr wieder lebendig machen, und besonders in diesem Krieg sterben die meisten Soldaten buchstäblich für nichts.

Brigitte Hamann geht in ihrem Buch durch all diese Details, sie begutachtet für 1914/15 die Propaganda zu Kriegsausbruch, verfolgt dann die anfängliche Eu­phorie der Soldaten, die Auswüchse des Patriotismus – denn auch die deut­schen Soldaten werden in dem Glauben gewogen, ihr Land sei angegriffen wor­den, was definitiv falsch ist – , es wird der Mythos von Langemarck und Tannen­berg dargestellt, Kriegsweihnacht, die Schützengrabensituation, die Karpaten­schlachten, es geht um Kriegsanleihen, Schiffsversenkungen, Brotrationierun­gen, Frauenarbeit, um Verwundete und Kriegsgefangene.

Für das Jahr 1916 spielt besonders die grässliche Massenschlacht von Verdun eine Rolle, mit der der deutsche Oberkommandierende Erich von Falkenhayn die französische Armee „ausbluten“ lassen wollte (ein Plan, der fehlschlägt, aber Hunderttausende Soldaten auf beiden Seiten das Leben kostet und später propagandistisch ausgeschlachtet wird, weil er geeignet scheint, Falkenhayn als gefühllosen „Spieler“ zu charakterisieren). Die nächste Massenschlacht an der Somme, bei der besonders das englische Expeditionskorps furchtbare Verluste erleidet, die Fliegerkarrieren und die so genannte „Strafexpedition gegen Itali­en“ werden thematisiert. Strafexpedition deshalb, weil Italien sich aus dem neutralen Status auf die Seite der Alliierten schlägt und damit für Österreich-Ungarn eine neue Front bildet. Ebenfalls im Jahre 1916 stirbt der greise Kaiser Franz-Joseph in Österreich.

1917 treten die bislang isolationistischen USA in den Krieg ein, während Deutschlands Plan, durch das Einschleusen des Revolutionärs Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin) nach Russland das Zarenreich zum Wanken zu bringen, von par­tiellem Erfolg gekrönt wird. Er führt ebenfalls dazu, dass die russische Zarenfa­milie ermordet wird. Neue Waffensysteme wie Giftgas oder Panzer („Tanks“) kommen zum Einsatz, und immer mehr macht sich auf allen Seiten Kriegsmü­digkeit, Not und Hunger breit, von der Verbitterung aufgrund der zahllosen To­ten einmal ganz zu schweigen.

1918 beginnt dann mit Streikwellen. Während die Meutereitendenzen im fran­zösischen Heer 1917 noch in den Griff bekommen werden konnten, ist das nun nicht mehr möglich. Immer mehr zerfällt die so genannte „Heimatfront“ unter den zermürbenden Belastungen, insbesondere in Deutschland und Österreich-Ungarn. Zwar kann mit den Russen nun Frieden geschlossen werden, doch die nachrückenden, gut ernährten amerikanischen Truppen auf der Gegnerseite machen diesen Verlust mehr als wett.

Schlussendlich gibt selbst die deutsche Militärführung unter Hindenburg und Ludendorff den Kampf verloren und delegiert die Verantwortung an die demo­kratischen Reichstagspolitiker. Der Kaiser flieht zu Verwandten nach Holland, der wütende Ruf der Alliierten („Hang the Kaiser!“) wird nie realisiert. Der Krieg ist verloren, die Soldaten werden demobilisiert und heimgeschickt… und sinn­vollerweise endet Brigitte Hamanns sehr beeindruckendes Buch denn auch mit Gräbern. Dem eben, was am Ende des grauenhaften Ringens nach Weltgeltung gestanden hat.

Zehn Millionen Tote kostete dieser Krieg die Welt. Vermeintlich wenig im Ver­gleich zu den Opferzahlen des Zweiten Weltkriegs. Numerisch mag das stim­men. Doch verloren die Zeitgenossen des Jahres 1914 noch sehr viel mehr:

Sie verloren etwa in vielen Ländern ihre angestammte, auf Dauer angelegte Re­gierungsform, um ein Beispiel zu nennen. Fast alle Monarchien in Europa stürz­ten von ihren Thronen und kehrten nicht mehr wieder zurück. Große Regionen des Kontinents waren schrecklich verwüstet worden, ganze Städte vom Antlitz der Erde getilgt. Die Zahl der Flüchtlinge und Heimatlosen ging in die Millionen. Nahezu jede Familie hatte Angehörige in diesem Konflikt verloren, von vielen fehlt bis heute jede Spur, weil sie etwa im Granatenhagel der Front zu Knochen­mehl zermalmt wurden oder mit Schiffen in den unergründlichen Tiefen der Meere untergingen.

Staatensysteme brachen auseinander, etwa Österreich-Ungarn und das Osmani­sche Reich, der „kranke Mann am Bosporus“. Neue Staaten entstanden an ihrer Stelle, häufig mit willkürlich gezogenen Grenzverläufen. Diese Staaten – Polen etwa oder die Türkei, Jugoslawien oder Ungarn – hatten auf einmal mit Minder­heitenproblemen zu kämpfen (die Kurdenfrage der heutigen Zeit ist eine direkte Folge jener Tage, das sollte man sich vergegenwärtigen), die früher unbekannt gewesen waren.

Politische Attentate, früher Ausnahmeerscheinungen, nahmen in bestürzendem Ausmaß zu. Inflation, Massenarbeitslosigkeit, verstärkte Auswanderung, Kriegs­versehrte, politische Radikalisierung… die Menge an neuen Problemen, die das junge 20. Jahrhundert bis an sein Ende und darüber hinaus belasten sollten, waren zahllos.

Der Zweite Weltkrieg verschärfte viele davon, soviel ist richtig. Aber die Wur­zeln für die meisten dieser Probleme liegen genau hier, im Ersten Weltkrieg. Und wiewohl Brigitte Hamann nicht angetreten ist, eine allumfassende Darstel­lung des Krieges zu liefern – was vermutlich sowieso unmöglich ist – , bringt sie doch soviel an Fakten und vor allen Dingen an phantastischem Bildmaterial, dass jeder, der sich einen ersten Eindruck von diesem Konflikt machen will, einen wirklich plastischen (und manchmal auch durchaus alptraumhaften) Ein­druck davon verschaffen kann.

Außerdem hat die Verfasserin völlig Recht, wenn sie betont, dass man einen persönlichen Bezugspunkt zu dem Thema braucht. Ob dies die Hinterlassen­schaften eines persönlichen Verwandten sind, der im Krieg gewesen oder dort gefallen ist, ob es ein Dozent ist, der das Thema mit Leidenschaft kommunizie­ren kann – dieser Bezugspunkt ist bei diesem Buch auf beeindruckende Weise realisiert. Am Ende des Buches stellt man sich tatsächlich dann die Fragen von Käthe Kollwitz, die eingangs zitiert wurden: „Ist es ein Massenwahnsinn gewe­sen? Und wann und wie wird das Aufwachen sein?“

Und wie lautet die Antwort darauf? Wir wissen es nicht genau.

Vielleicht schlafen wir noch heute den Schlaf des Schreckens und warten auf das Erwachen…

© by Uwe Lammers, 2013

Wahrhaftig, Freunde, ihr solltet euch mit dem Thema einmal befassen, es lohnt sich sehr und ist vermutlich ein äußerst tauglicher Grundpfeiler einer interes­sierten politischen Bildung der Gegenwart. Letztere krankt nur zu oft daran, dass die mediale Aufmerksamkeit viel zu punktuell ist, um mehr als Ratlosigkeit, Frustration und Verzweiflung in die Herzen und Seelen der Zeitgenossen zu säen. Verständnis und Lösungsansätze kann man für gegenwärtige Probleme aber nur finden, wenn man ein wenig Breitenwissen erlangt, Verknüpfungen zwischen dem Einst und dem Heute herstellt. Und hierzu bietet der Erste Welt­krieg mit seinen vielfältigen Bezügen zur Gegenwart eine ideale Ausgangsbasis.

Lest Hamanns Buch und folgt dann den Schwerpunkten, die euch darin beson­ders interessieren. Zu jedem der dort knapp angerissenen Themen gibt es gan­ze Regale voll Literatur, die die Lektüre lohnt.

Das Studium des Ersten Weltkriegs hat gerade erst begonnen.

Bis zur nächsten Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Wochen-Blog 126: Der OSM im Bild, Teil 8

Posted August 2nd, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

na, ich denke, sieben Wochen Distanz zwischen dem letzten Artikel dieser Reihe und diesem hier lassen sich aushalten… und es hat witzigerweise jüngst auch schon ein alter Bekannter, der sich damals zur Riege meiner Brieffreunde zählen durfte, die den Oki Stanwer Mythos in Episodenform sukzessive zu lesen beka­men, tatsächlich zu dieser Reihe zu Wort gemeldet, und zwar zum Teil 4 der Rei­he, wo ich doch auf so ein witziges Titelbild einging, das damals zur Episode „Saurier-Angriff“ (KONFLIKT 13 „Oki Stanwer Horror“, Band 12) gezeichnet wur­de.

Mein alter Freund Michael Breuer schrieb mir Ende März 2015: „Ach herrje, an den Saurier-Angriff kann ich mich noch erinnern, als wärs gestern gewesen.“ Da sieht man mal, wie sich gewisse Dinge im Guten wie im Schlechten einprägen. Mike las die Geschichte immerhin entweder 1987 oder spätestens 1988. Das nennt man Langzeitwirkung… wer weiß, vielleicht wecke ich ja noch mehr sol­che Langzeiterinnerungen bei früheren OSM-Lesern und Brieffreunden.

Heute möchte ich weiter voranschreiten bei der Beschreibung der Titelbilder, die Lars Vollbrecht annähernd zur gleichen Zeit zum KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ schuf. Ich war vor sieben Wochen bis inklusive Band 14 gekommen, also bis zur Episode „Die Geburt der Todeswelt“.

Wie erwähnt schwenkte dann die Handlung wieder um zur Lichtfestung OREOC, mit der die drei Cranyaa Kama-Ke, Olom-Ra und Lasa-On unterwegs waren, um im Herzen der Galaxis Hun’arc dafür zu sorgen, dass die Macht des Vasallen Rookax geschwächt wurde, der mit seinen Bündnisvölkern dafür sorgte, dass derzeit die spätere Operationsbasis Oki Stanwers erodierte, also das Volk der Cranyaa.

Die Dinge standen nicht allzu gut: Rookax hatte bereits das Bündnisvolk der Mo­golker ausgerottet und sich so den Zorn des zweiten Helfers des Lichts, Klivies Kleines, zugezogen, der nach einer Racheaktion auf dem Planeten Vo’hoccl die nächste wichtige Welt von Rookax´ geheimem Imperium ansteuerte, nämlich die „Düsterwelt“. Hier gelang es, einen der Genforscher vom Volk der Soogrer, aus Rookax´ Bann zu lösen, unmittelbar darauf konnte OREOC den Planeten selbst zerstören. Tragischerweise gelang es Kleines nicht mehr, zurück an Bord zu kommen, und es sah ganz danach aus, als sei er umgekommen.

Schlimmer noch: das von Rookax aufgestachelte Volk der Soogrer begann nun mit einem massierten Angriff auf die Lichtfestung.

Genau mit dieser Szene setzt das Titelbild von Band 15 der Serie ein, der sinni­gerweise „Angriff der Soogrer“ heißt. Wir sehen hier den zentralen Kristallsaal, gewissermaßen die Zentrale OREOCS, aus der Innenperspektive. Links ist eine kleine runde Empore zu sehen, dahinter eine Art von geschwungenem Side­board, das sich von links nach rechts durchs Bild zieht. Direkt darüber erkennt der Betrachter drei elliptische Bildschirme, deren Spitzen nach oben und unten weisen. Auf den Bildausschnitten werden Aspekte der tobenden Raumschlacht schön inszeniert.

Besonders schön an dem Bild gefällt mir aber nach wie vor das Zentrum. Dort sind die drei Cranyaa zu erkennen – knuffig und in den Gliedmaßen ein wenig schlicht dargestellt – , die den tropfenförmigen Soogrer Goonex umringen. Der Eindruck, der auf den Betrachter wirkt, suggeriert Zorn und Empörung seitens der Cranyaa gegenüber Goonex, was völlig angebracht wäre, da er ja scheinbar verantwortlich für Kleines´ Tod ist.

Schön fällt ebenfalls die Schattenführung des Bildes auf, das komplett mit schwarzem Filzstift unterschiedlicher Stärken gestaltet worden ist. Indem mit dünnerem Stift senkrechte Schraffurandeutungen auf dem hellen Boden zu se­hen sind, wird der zutreffende Eindruck von Glas- oder Kristallboden erweckt. Zeichnerisch immer noch ein sehr gelungenes Werk, wie ich finde.

Das Bild weist außerdem eine Doppelsignatur auf. Links unten steht „De Loup“, weiter rechts das „LaVo ’88“ für Lars Vollbrecht und das Jahr. Man könnte nun spekulieren, dass es sich hierbei um eine Coproduktion handelt. Aber soweit ich mich erinnere, war „De Loup“ damals ein Zeichnerpseudonym für Lars.

Das Titelbild für Band 16 „Stoßtrupp nach Suriloom“ ist dann sehr viel schlich­ter gehalten. Die Handlung sei kurz referiert: Nachdem OREOC mit seinen vier Besatzungsmitgliedern sich kurzzeitig dem Zugriff der Soogrer entziehen konn­te, wird nun eine Spähmission zum Planeten Suriloom im soogrerischen Reich gestartet. Außerdem spürt OREOC Klivies Kleines´ Lebenszeichen auf… doch scheinen sie aus unterschiedlichen Sonnensystem zugleich zu kommen.

Das Cover selbst zeigt aber nicht den Planeten Suriloom, sondern die Oberflä­che der Vulkanwelt Onotaak, wo sich OREOC verbirgt und von den Späheinhei­ten der Soogrer gesucht wird, während der Stoßtrupp unterwegs ist. Man er­kennt auf dem Cover unten eine durchweg vulkanisch geprägte Oberfläche mit Schloten und Rauchfahnen, darüber eine gigantische, finstere Wolkenkulisse, die drei Viertel des Bildes einnimmt. Mitten zwischen diesen Wolkenformatio­nen kann man mühsam drei dunkle Späheinheiten der Soogrer ausmachen, die schwerelos von links nach rechts dahingleiten.

Das Cover von Band 17 „Die genetische Armee“ greift dann die Mission der Cranyaa und des Soogrers Goonex auf und ist wieder deutlich detaillierter. Suri­loom, was hier präsentiert wird, ist eine Dschungelwelt, in der diverse Indus­trie- und Genforschungskomplexe der Soogrer eingebettet sind. Dabei existiert hier auch eine Reihe von offenen Käfiggehegen, in denen eine weitere Entwick­lung der Soogrer unter Verschluss gehalten wird, nämlich die so genannte „ge­netische Armee“. Gleich den Tsoffags und den Nuusen war sie einst gedacht, im Kampf gegen die von der Dämonenwaffe Rookax so apostrophierte „Inkarnation des Bösen namens Oki Stanwer“ eingesetzt zu werden.

Dummerweise haben die Krieger der genetischen Armee nie richtig funktio­niert. Optisch sahen sie etwa aus wie recht blutrünstige, horntragende Nean­dertaler mit ausgeprägten Mordgelüsten, aber eben nicht mit sondern starker Disziplin. Was niemand ahnte: in einen der Hordenführer fuhr zwischenzeitlich die wandernde Seele des dritten Helfers des Lichts, eines Wesens namens Gruhl. Er organisierte einen Ausbruch just zu dem Zeitpunkt, da die Cranyaa mit Goonex hier eintrafen. Das führte unter anderem zum Tod eines Cranyaas und zu völligem Chaos auf Suriloom.

Auf dem Titelbild sieht man darum aus dem Käfig der genetischen Armee hin­aus in ein tiefer gelegenes Waldland. Links sind weiter hinten ein paar Gebäude im Wald zu erkennen, in der Bildmitte ein Landeplatz für Raumschiffe der Soog­rer. Eins davon ist dort gelandet, ein weiteres startet gerade. Rechts im Bildvor­dergrund kann man einen der Moogs (so der Artname des Kunstvolkes) erken­nen, in einer Art schwarzer Wolke über seinem Kopf erscheint ein humanoides, männliches Gesicht, das soll die Helferseele von Gruhl sein. Am oberen Bildrand ist das Dach des Käfigareals mit dort verlaufenden Rohren zu sehen. Alles in allem ein schön zum Inhalt passendes Titelbild, unten rechts mit „De Loup & LaVo ’87“ signiert.

Das Cover des sich anschließenden Bandes 18 der Serie, „Kleines´ schwarzes Gefängnis“ ist eine heute immer noch höchst beeindruckende Studie in Schat­tierung und Perspektive, wie ich das niemals hinbekommen hätte. Der Betrach­ter schaut hier von schräg oben in einen runden Saal hinab, dessen Zentrum ein großer, schwarzer Kristallblock quadratischer Natur ist, deutlich höher in der Vertikalen als in der Horizontalen. Eine Feuerschale am oberen Bildrand nahe der Mitte bietet die Lichtquelle, von wo aus der Schattenwurf ausgeht.

Die Kristallsäule steht im Schnittpunkt von zwei Pfaden, die jeweils an runden Portalen enden (man sieht aber nur oben rechts eines dieser Portale, die ande­ren liegen jenseits des Bildrandes). Der Schatten, der nach unten zur Mitte hin durch feine Schraffuren immer mehr verdichtet wird, wird jäh durch einen brei­ten, helleren Kristallarm aufgebrochen, der aus der rechten Seite der Kristallste­le herausbricht.

Der Hintergrund für dieses schöne Bild ist folgendes: Klivies Kleines ist bekannt­lich in Band 13 der Serie (vgl. dazu Wochen-Blog 119) auf der Düsterwelt zu­rückgeblieben und wurde mit dem sicheren Tod konfrontiert. Ehe es aber dazu kam, gelang es dem Helfer des Lichts, der wie Rookax in diesem KONFLIKT kris­talline Gestalt besitzt, in eine Rookax-Stele einzudringen. Da diese Stelen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur ermöglichen, dass die mentale Präsenz des Rookax von einer Welt zur anderen verschoben werden kann, sondern auch ge­wisse physische Transfers ermöglicht werden, konnte Kleines diese Zerstörung des Planeten überstehen, indem er sich in eine andere Rookax-Stele transferier­te.

Nun ist er in einer solchen Stele auf dem Soogrer-Zentralplaneten Senaax ge­fangen. Kleines registriert aber, dass OREOC eine Vernichtungswaffe auf alle Rookax-Stelen in weitem Umkreis angesetzt hat, und er muss nun unter Aufbie­tung aller Kraft versuchen, aus diesem Gefängnis zu flüchten.

Das gelingt auch, aber dummerweise ist er danach völlig entkräftet und kann sich nicht mehr weiter bewegen. Und die auf völlige Zerstörung programmier­ten Lichtroboter kommen näher… und immer näher…

Tja, übler Cliff-hanger, Freunde? Richtig. Denn dann schwenkte ich wieder um in der Serienhandlung, und zwar hinüber zum Dämonenplaneten TOTAM, wo­hin sich nun leichtsinnigerweise eine Cranyaa-Expedition auf den Weg begeben hatte… was das zur grässlichen Folge hatte, davon erzähle ich euch im nächsten Teil dieser Artikelreihe.

In der kommenden Woche an dieser Stelle machen wir wieder eine biografisch-historische Zeitreise zurück in meine kreative Vita mit dem Teil 29 der Reihe „Was ist eigentlich der OSM?“ Das solltet ihr nicht versäumen.

Bis nächste Woche also, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde meiner E-Books,

heute ist wirklich ein ganz besonderer Tag. Nicht nur ist das Wetter toll, das ist sozusagen das Sahnehäubchen darauf, sondern der 1. August 2015 ist der Tag, an dem meine dritte phantastische Kurzgeschichtensammlung das Licht der Öf­fentlichkeit erblickt – „Reinkarnation und andere phantastische Geschichten“. Es handelt sich nämlich darüber hinaus noch um das 30. E-Book, das ich seit An­fang 2013 veröffentlicht habe. Ich halte das schon für eine stolze Zahl und freue mich sehr über dieses solide Teamworkprodukt. Während ich die Geschichten beigesteuert habe, stammt das Lektorat vom Verlag Thrillkult-Media (www.thrillkult-media.de), die Covermontage erfolgte durch die sehr talentierte Angelika Herzog (www.jottfuchs.de).

Die mehr als 200 Seiten des fertigen E-Books enthalten folgende sechs Ge­schichten:

Reinkarnation“ – Die Geschichte des nordischen Kriegers, dessen Aufstieg nach Walhall sich auf seltsame Weise verzögerte…

Shareena und das Mädchen mit dem Zauberhaar“ – Die Geschichte von Jala und der schrecklichen Konsequenz ihrer göttlichen Liebe…

Die Intervention“ – Die Geschichte der chinesischen Taikonauten, die auf dem Mond beinahe ihr Leben verloren und einem Gott begegneten…

Alles Lüge!“ – Die Geschichte des Einsiedlers Barbarossa, für den die Welt nur Täuschung parat hatte…

Ein Traum namens Frafra“ – Die Geschichte von dem Mädchen, das von den Göttern vergessen wurde… vielleicht jedenfalls.

Philosophenalltag“ – Die Geschichte von den tierischen Philosophen, die sich Gedanken über die Zukunft der Menschheit machten…

Hinzu kommen mehrere Prosagedichte und ein Glossar zur Story „Die Interven­tion“, die als Teil der „Annalen der Ewigkeit“ dem Oki Stanwer Mythos (OSM) entstammt.

Das E-Book „Reinkarnation und andere phantastische Geschichten“ ist ab so­fort im EPUB-Format auf Amazon-KDP zum Preis von 2,99 Euro erhältlich.

Ich denke, da ist so ziemlich für jeden was dabei, und ich bin schon neugierig, wie euch dieses Werk gefallen wird und wie ihr es wohl kommentieren mögt. Für die unter euch, die nicht so gut betucht sind, ist auch der einmalige Gratis­download möglich – da solltet ihr am 10. August 2015 gut aufpassen.

Wir lesen morgen wieder voneinander an dieser Stelle in meinem regulären Wochen-Blog.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 18: Die unbekannte Macht (1)

Posted Juli 29th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute mache ich euch mal mit einem echten Abenteuer vertraut, das mir eine liebe Brieffreundin vor über zehn Jahren zugänglich machte… nicht, dass ich diese Romane nicht gekannt hätte. Das hatte ich schon, aber Peter F. Hamilton war mir, als die Bücher herauskamen, eben einfach kein Begriff, und da ich noch reichlich Lesestoff besaß, sah ich keine Veranlassung, mir einen neuen Autor „ans Bein zu binden“, wie ich das damals dachte, der offensichtlich ausschließ­lich Bücher im Umfang von 600-800 Seiten aufwärts schreiben konnte.

Ach, was habe ich doch versäumt. Wer meinen Rezensions-Blog 15 gelesen hat, wird ein damaliges Vorurteil schon entdeckt haben. Spätestens dann, als meine liebe Freundin mir einen Band nach dem nächsten vom „Armageddon-Zyklus“ zu schenken begann und ich mich in ihn regelrecht hineinverbiss, wurde mir klar, dass ich hier eine Menge spannende Unterhaltung verschenkt hatte – et­was, was ich in den folgenden Jahren bis zur Gegenwart dann schleunigst auf­holte. Inzwischen habe ich nahezu alles, was Hamilton geschrieben hat, ver­schlungen und rezensiert… und ich bin schon schrecklich neugierig auf den Herbst 2015, wenn der neue Hamilton-Roman herauskommt, diesmal bei Piper, unter dem schönen Titel „Der Abgrund jenseits der Träume“ (womit der Origi­naltitel „The Abyss beyond dreams“ hervorragend 1:1 übersetzt wird, womit ich im Traum nicht rechnete.

Aber schaut heute erst mal in den Lesestoff dieser Rezensionsrunde. Auf ins 26. Jahrhundert der Menschheit und in ein spektakuläres Abenteuer, das wirklich apokalyptische Ausmaße annimmt, selbst wenn das anfangs noch nicht zu se­hen ist. Hamilton gilt seit diesem Romanzyklus – eigentlich eine Trilogie, wenn man genau ist – als einer der Erneuerer der Space Opera. Ich würde sagen: ab­solut mit Recht.

Auf ins Abenteuer:

Die unbekannte Macht

(The Reality Dysfunction, Part I)

Armageddon-Zyklus, 1. Roman

von Peter F. Hamilton

Bastei 23221

864 Seiten, TB

Februar 2000, 9.90 Euro

Übersetzt von Axel Merz

Wo fängt man in diesem Fall wohl am besten an? Bei der Romanhandlung? Bei der Vorgeschichte? Mit einer umfangreichen Einleitung in das komplexe Univer­sum, das Hamilton hier ersonnen und konstruiert hat? Schwer zu sagen. Versu­chen wir es mal so:

Das späte 26. Jahrhundert irdischer Zeitrechnung ist ein Ort divergierender, ri­valisierender menschlicher Gemeinschaften, die auf Kolonialwelten und speziell für diesen Zweck geschaffenen („germinierten“) Habitaten den Weltraum besie­delt haben. Wie das so oft der Fall war, wenn sich eine Nation aufspaltete und neue Länder besiedelte, hat es auch hier die üblichen Diversifikationsprozesse gegeben. Im wesentlichen aber spaltet sich die Menschheit in zwei große, in­nerlich sehr heterogen gestaltete Gemeinschaften auf.

Da stehen auf der einen Seite die sogenannten Adamisten. Ihre endgültige Prä­gung erhielten sie etwa im Jahre 2090, als die Päpstin Eleanor alle Christen mit dem so genannten Affinitätsgen exkommunizierte. Vorangegangen war die Gründung des BiTek-Habitats (also biotechnisch geschaffenen Habitats) Eden im Orbit um den Jupiter.

Die aus diesem Habitat hervorgehenden, genetisch stark modifizierten Men­schen nannten sich fortan Edeniten – die zweite Menschenfraktion, von der die Rede war – und begannen eigene Welten zu besiedeln. Sie entwickelten auch eigene biologische, hochintelligente Raumschiffe, die sogenannten Voidhawks, mit denen sie eine enge, lebenslange Symbiose eingingen. Außerdem entstand im Rahmen der Symbiose der Edeniten mit ihren germinierten BiTek-Habitaten ein Nachleben nach dem Tode, indem die Seelen sterbender Edeniten in deren Neuralnetzen gespeichert wurde, was die ohnehin langlebigen Edeniten einer Form der Quasi-Unsterblichkeit nahe brachte.

Beide Menschengruppen, sowohl die Adamisten wie auch die Edeniten, koope­rieren inzwischen recht gut miteinander, u. a. in der Konföderierten Navy, ob­wohl es auf beiden Seiten natürlich Extremisten gibt. Die irdische Menschheit, die nach wie vor auf Technik setzt, führt immer noch ehrgeizige Kolonisations­programme durch, unter anderem – seit 2582 – auf der Dschungelwelt Lalonde.

Und was ist mit außerirdischen Rassen, mag man sich fragen? Wie kann die Menschheit Hunderte von Lichtjahren in die Galaxis vordringen, ohne „Xenos“ zu treffen, wie sie hier genannt werden? Oh, sie wurden schon gefunden, aber sehr wenige, meist harmlose Völker wie die Tyrathca oder die friedfertigen, rie­senhaften Kiint.

Und dann sind da die Laymil. Nun, man muss sagen: da waren die Laymil.

Im Jahre 2420 entdeckt ein Raumschiff des edenitischen Königreichs Kulu den Ruinenring, ein siebzig Kilometer breites Band aus technischen Artefakten, das in stabilem Orbit einen Planeten am Rande der menschlichen Einflusssphäre umkreist. Siebzigtausend außerirdische Habitate, durchaus edenitischen Habita­ten nicht unähnlich, allesamt seit Jahrhunderten zerstört. Sie sind das große Rätsel der Menschheit, und das Habitat Tranquility wurde eigens geschaffen, um diesen Ring zu erforschen.

In diesem von Menschen dominierten Sternenreich gibt es ständig irgendwel­che Reibereien, viele von ihnen wirtschaftlich initiiert. Ein solcher Konflikt bricht eines Tages zwischen den Sonnensystemen Omuta und Garissa aus. Als schließ­lich die garissanische Physikerin Alkad Mzu eine spektakuläre Entdeckung macht, die man leider auch als furchtbare Waffe gebrauchen kann, entschließen sich die Omutaner im Jahre 2581 dazu, das Problem endgültig zu bereinigen. Sie bombardieren Garissa mit den verbotenen Antimateriebomben und bringen 95 Millionen Menschen um. Dafür wird eine dreißigjährige Quarantäne über das omutanische System verhängt, nachdem die Staatsführung durch die Militärs der Konföderation exekutiert wurde. Dr. Alkad Mzu und ihre Waffe, der „Alchi­mist“, verschwinden spurlos.

So wenigstens scheint es.

Vor diesem Hintergrund setzt die Handlung des Zyklus ein.

Im Ruinenring macht der junge, aufstrebende Raumpilot Joshua Calvert, dessen Potenz wirklich sagenhaft ist, den Fund seines Lebens: einen Datenspeicher der Laymil, der nach wie vor erhalten ist und Aufklärung über den rätselhaften Tod der extraterrestrischen Rasse verspricht. Durch dieses Ereignis plötzlich reich geworden, gewinnt er das Herz der rätselhaften Ione, die sich als Lady Ruin her­ausstellt, die heimliche Regentin des Habitats Tranquility.

Und auf einmal tritt auch eine unscheinbare Schwarze auf ihn zu, die ihn fragt, ob Joshuas Raumschiff, die Lady Macbeth zu chartern sei. Ihr Name, so erklärt sie, sei Dr. Alkad Mzu. Und sie weilt seit 26 Jahren auf Tranquility, beschattet von jedem namhaften Geheimdienst, den man sich vorstellen kann. Sie arbeitet an Tranquilitys Laymil-Projekt mit.

Während Joshuas Karriere als freier Raumpilot beginnt, die ihn schnell in Schwierigkeiten bringt, verfolgt Hamilton in anderen Kapiteln die zahlreichen Lebensstränge einer Kolonistengruppe auf der Dschungelwelt Lalonde, wo sich seltsame Dinge abzuspielen scheinen. Der Kolonistengruppe Sieben, die hier flussaufwärts in die Region des Schuster County gesandt wird, wird eine Gruppe sogenannter Zettdees zugeteilt, „Zwangsdeportierte“, die 10 Jahre lang Zwangs­arbeit verrichten sollen, bevor sie die Erde wiedersehen können. Das ist schon schwierig genug, aber schlimm wird die Lage, weil die herausragende Person unter den Zettdees von Gruppe Sieben Quinn Dexter ist.

Der junge, absolut gewissenlose Dexter ist ein Mann ohne Moral und Skrupel, und er fiel auf der Erde auf, weil er in einem satanistisch orientierten Geheim­bund tätig war. Sein Hauptziel besteht darin, zur Erde zurückzukehren und sich an seiner dortigen Herrin des Geheimbundes zu rächen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Folter, Mord und Vertuschung sind nur einige der Dinge, die er im Repertoire hat, und als die Gruppe Schuster County erreicht, wird alles nur noch schlimmer.

Dennoch – Quinn Dexter ist eigentlich die kleinere Gefahr. Im Urwald von La­londe lauert etwas, das lange auf Entfesselung gewartet hat. Und als die Siedler in seine Nähe gelangen und eine Welle der Gewalt eskaliert, kommen mehrere begünstigende Umstände hinzu, Umstände, die eine Woge purer Fremdheit es­kalieren lassen, die sich schnell und immer schneller über die Siedlerwelt auszu­breiten beginnt…

Es mag Leser geben, die 13 Seiten Personenregister und 5 Seiten Chronologie am Ende des Bandes abschreckend finden, weil sie meinen, den Überblick rasch zu verlieren.

Lasst euch beruhigen, meine Freunde, ich glaubte das anfangs auch ein wenig und zauderte, doch wenn man erst einmal in der Handlung steckt (und das ist spätestens im dritten Kapitel der Fall), dann gräbt man sich mit wahrer Wonne durch die Seiten dieses dicken, aber – natürlich – zu kurzen Buches, mitunter dreihundert Seiten am Tag. Die meisten Personen des Registers kommen übri­gens auch in diesem Buch noch gar nicht vor, sondern sind für den zweiten Band gedacht, der die abschließenden zwölf Kapitel des voluminösen Romans enthält. Außerdem hat man ja als Leser Finger und kann immer geschwind bei den schön nach Handlungsorten aufgeschlüsselten Personen nachblättern, wer nun eigentlich wer ist, falls man doch mal durcheinanderkommt (zugegeben, bei Joshua Calverts ehemaligen Gespielinnen, seiner Geliebten und seinen ge­genwärtigen Gespielinnen kann man schon mal ins Schleudern kommen…).

Doch wenn man sich erst einmal an die Termini gewöhnt hat und an die grobe Skizzierung der Geschichte, dann taucht man mit Wonne ein in ein farbenpräch­tiges Universum, in dem wirklich jeder Handlungsschauplatz mit Liebe zur Akri­bie geschildert wird, was zum Teil bis zu den Moosen an den Wänden und der Form der Fenster und Türen geht, der Maserung der Baumaterialien und den di­versen Vor- und Nachteilen einzelner Planeten.

Es ist ein wenig schade, dass der Roman so schnell endet, gewissermaßen mit­ten auf dem wirklich üblen Höhepunkt des Geschehens. Die Fragen, die auf dem Rücken des zweiten Bandes stehen, sind außerordentlich sinnvoll, denn das sind wirklich die, die dem Leser auf der Zunge liegen, wenn er diesen ersten Band des Armageddon-Zyklus schließt.

Wer also spannendes, farbenprächtiges Garn und einfach gut, abwechslungs­reich, meist humorvoll und mit viel Liebe zum Detail dargestellte Welten und Personen schätzen lernt und bei Stephen Baxter nun wirklich meint, im Eisfach gelandet zu sein, der kann hier wieder auftauen, wie ich es gerade tue. Und um die Protagonisten bangen, denen vermutlich noch ziemlich üble Sachen bevor­stehen.

Oftmals sind dicke Bücher ja Geschwafel, aber ich kann versichern, kürzer hätte Hamilton sich nicht fassen können. Genießt das Buch und greift nach dem nächsten. Denn nach dem ersten Band könnt ihr nicht mehr aufhören…

© by Uwe Lammers, 2004

Neugierig geworden? Oder vielleicht dazu inspiriert, die dicken Hamilton-Bü­cher mal wieder aus dem Regel zu ziehen und von neuem durchzuknabbern, falls draußen nicht Sonnenschein angesagt ist, sondern überraschend finstere Regenwolken aufziehen? Nun, es könnte schlimmer kommen. Und übrigens: ich habe den Zyklus im Abstand von vier Jahren auch zweimal gelesen… und wer weiß, in der nahen Zukunft greife ich vielleicht ein weiteres Mal dazu.

Klare Leseempfehlung!

Macht es gut bis zur nächsten Woche, dann werden wir uns wieder einem his­torischen Buch zuwenden. Welchem? Nun, schaut einfach rein…

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

du lieber Himmel, eben war ich noch dabei, Wochen-Blog 100 zu schreiben, und nun bin ich schon bei der Nr. 125! Die Zeit rast aber echt dahin, man glaubt es kaum. Wir schreiben den 1. Mai 2015, und ich möchte wie üblich etwas zu meinen kreativen Aktivitäten des abgeschlossenen Monats erzählen, diesmal also zum April 2015.

Da ich pünktlich mit dem 1. April 2015 mit der Neuerung des „Rezensions-Blogs“ begonnen habe, versteht es sich von selbst, dass ich einen erheblichen Teil des Monats dafür aufwandte, diesem Blog einen gewissen Vorsprung zu verschaffen. Er bezieht sich nicht auf den OSM, deshalb werde ich hier nicht sehr viel mehr dazu schreiben. Nur soviel: die ersten 17 Blogbeiträge für diese Rubrik sind inzwischen fertig. Zwischendrin kam ich dann zu einer ganzen Men­ge Aktivitäten bezüglich des OSM.

Behindert wurde ich im Schreiben durch die jüngst schon referierte Tatsache, dass ich an dem hochkomplexen Band 1750 des OSM arbeite, an Band 54 der Serie „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ (NK) mit dem Titel „Tödliche Entschei­dung“. Auch hier mag der Hinweis genügen, dass das Manuskript inzwischen 90 einzeilige Seiten umfasst, aber alles andere als fertig ist. Es werden deutlich mehr als hundertzwanzig werden, vielleicht mehr als hundertfünfzig. Und es gibt darin so viele Protagonisten, Handlungsschauplätze und Szenerien zu be­rücksichtigen, das ist wirklich harte Arbeit.

Wozu kam ich sonst noch in diesem Monat April? Hierzu:

Blogartikel 121: Work in Progress, Part 28

(NK 57: Sardoons Plan)

Erläuterung: Nein, da kam ich doch nicht so flink voran, wie ich jüngst dachte… dafür taucht die Dämonenwaffe Sardoon nun in Band 54 der Serie auf. Das ist auch nicht witzig.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

(E-Book-Glossar)

(OSM-Wiki)

(Der Zathuray-Konflikt – OSM-Roman)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“)

(E-Book 27: Auf Götterpfaden)

(NK 54: Tödliche Entscheidung)

(Glossar der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

Präsentationsskript 11hoch11 trifft Buchmarkt – Phantastik aus Braunschweig

Erläuterung: Das war meine Vortragsgrundlage für meinen neulich schon er­wähnten Vortrag in der Buchhandlung Graff am 29. April 2015. Die dazu gehöri­ge Präsentation kann sich auch sehen lassen:

https://prezi.com/bkwxpbqpe6d_/phantastische-literatur-aus-braunschweig/

(18Neu 70: Der kretische Fluch)

(Im Feuerglanz der Grünen Galaxis – OSM-Roman)

Beam-Blog 10

Die Cestai – ein rätselhaftes Volk – OSM-Hintergrundtext

Erläuterung: Dies ist ein Hintergrundtext zum KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), der notwendig wurde, als ich jüngst mit Lars Vollbrecht zusammen die Cover für die Cestai-Episoden realisierte. Ihr findet die meisten davon inzwischen auf seiner Website www.dasauge.de. Allerdings erscheinen diese E-Books doch erst 2016, schneller klappt das nicht.

18Neu 67: Der COMMANDER

Erläuterung: Der Titel dieses Bandes wird später für die E-Book-Publikation ge­ändert werden müssen, weil er sich eigentlich nur auf die letzten paar Seiten be­zieht. Aber das ist sonst schon eine spannende Sache, zu erleben, wie Oki Stan­wer und sein Sohn Marconius von den beiden Ghost-Agents Richard Winer und Leonard Telkow zu ihrem Chef gebracht werden, dem geheimnisvollen COMMANDER… OSM-Altleser wie Michael Breuer werden diesen COMMANDER sogar aus den 80er Jahren noch kennen…

(IR 33: Traum-Experimente)

Erläuterung: Bei dem Band juckte es mich verdammt in den Fingern, weiterzu­schreiben. Hierin geht es um die rätselhafte Frage, ob es so etwas wie präko­gnostische Träume gibt. Der Techno-Träumer Torkeron träumt ständig von Zer­störung und Vernichtung und wird darüber ganz fatalistisch. Aber der Baumeis­ter Naam und seine Fehlersucher glauben nicht an derlei Dinge… bis Torkeron davon träumt, dass der Ort, an dem sie sich gerade alle aufhalten, in Bälde rest­los vernichtet sein wird. Und das Verhängnis ist unaufhaltsam…

Na ja, und das ist ja erst der Anfang eines Mehrteilers, der noch sehr viel gräss­licher wird.

(18Neu 68: Auf TOTAMS Spuren)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“)

(Lexikon der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

(Ani und das Wolkenmädchen – OSM-Story)

(Ungleiche Freunde – OSM-Story)

Erläuterung: Wer zu Gast war auf meiner Lesung am 6. Juni 2015 (um jetzt mal ein wenig kontrafaktisch zu sprechen, denn für mich liegt diese Lesung noch in der Zukunft, für euch Leser dieser Zeilen, die ihr diese Worte erst am 26. Juli le­sen könnt, ist das schon Vergangenheit), der kennt inzwischen ein Stück dieser Story. Ich habe nämlich vor, ein oder zwei Passagen daraus dort vorzutragen, gewissermaßen als „Weltpremiere“. Und ich glaube, ihr werdet die Geschichte und ihre Protagonistin Senyaali lieben lernen.

Senyaali… Senyaali… woher kommt euch dieser Name nun vertraut vor? Ach, das ist ganz einfach zu beantworten: schaut euch mal das Baby in dem Roman „Annalen 2 – Ian und der Stein der Götter“ an, dann wisst ihr Bescheid. In der obigen Story ist Senyaali aber schon ein paar Jährchen älter und deutlich unter­nehmungslustiger als noch zuvor. Das führt dann zu einigen ziemlich turbulen­ten Geschehnissen.

Nein, ich kann noch nicht sagen, wann ich diese Story fertigstellen werde, aber soviel ist sicher, es wird ein Mordsvergnügen werden, sie zu schreiben, sobald der Bilderstrom wieder fließt. Ich halte euch da auf dem Laufenden.

Tja, und dann war der Monat schon wieder um. Blogartikel schreiben und Kor­respondenz erledigen plus die obligatorische Jobsuche, das kostet alles un­glaublich viel Zeit. Die Konsequenz besteht darin, auf vielen Baustellen unter­wegs zu sein, aber nirgendwo richtig voranzukommen. Angesichts eines Jubilä­umsbandes wie der Nr. 1750 ist das doppelt schwer.

Ich bin zuversichtlich, dass ich diesen Band im Mai schreiben kann, um anschlie­ßend mit neuer Energie alte Themenfelder – etwa den KONFLIKT 4 „Oki Stan­wer – Der Insel-Regent“ (IR) – bearbeiten zu können. Von TI mal ganz zu schwei­gen…

In der kommenden Woche findet ihr hier an dieser Stelle Teil 8 der Subserie „Der OSM im Bild“, da entführe ich euch wieder zurück in den KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC). Nicht verpassen, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 17: Das Ungeheuer aus dem Sumpf

Posted Juli 22nd, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute bereisen wir mal wieder ein neues, bislang im Rahmen des Rezensions-Blogs nicht beleuchtetes Terrain, nämlich das der Fantasy im weitesten Rah­men, durchmischt mit eindeutigen Horror-Einflüssen. Der Verfasser, Robert E. Howard, ist aus Fantasykreisen wohl bekannt, beispielsweise als Erschaffer des Barbaren Conan. Er hat aber auch andere Werke verfasst, die weniger bekannt sind. Die unten vorgestellte Storysammlung entführt euch in diesen Bereich der Howardschen Prosa, die nicht ohne Reiz ist, wie eine eigene Lektüreerfahrung schnell zeigt…

Das Ungeheuer aus dem Sumpf

(OT: Black Canaan)

von Robert E. Howard

Terra Fantasy Band 84

162 Seiten, TB (antiquarisch)

April 1981

Aus dem Amerikanischen von Klaus Mahn

Der Amerikaner Robert E. Howard gilt in Fantasy-Kreisen als einer der Begrün­der der modernen Fantasy, und das ist zweifellos gerechtfertigt. Als Schöpfer solcher Figuren wie Conan, Kull von Valusien, Red Sonya und anderen hat er das Genre in der Frühzeit des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum ein anderer, und durch diverse Epigonen und Verfilmungen, die auf seinen Stoffen basierten, durch Comicadaptionen und ähnliches hat sich sein Ruhm bis ins 21. Jahrhun­dert verlängert.

Allerdings wäre es unfair, Howard allein auf die Fantasy zu beschränken. Seine schriftstellerischen Fähigkeiten dehnten sich durchaus auch auf gänzlich andere Gebiete aus, und gelegentlich gab es Crossovers, also Vermischungen von Gen­res. In seinen historischen Geschichten gibt es unübersehbare Fantasy-Anlei­hen, und ebenso gilt das für seine Horrorgeschichten. Die Freundschaft mit dem Großmeister des Horrors, Howard Phillips Lovecraft aus Providence, Rhode Island, trug hier reichliche Früchte, die unbändige, abenteuerlustige Phantasie Howards ergänzte das, und der sprachgewaltige Stil, der seine Geschichten selbst heute noch so lebendig und plastisch werden lässt, so banal vielleicht manchmal der Plot auch sein mag, tat sein Übriges.

Im Pabel-Verlag erschienen in den 70er Jahren dreizehn Werke und Storysamm­lungen mit Geschichten Howards in der Terra Fantasy-Reihe (sie wurde 1982 eingestellt).1 Doch wurden dort im Wesentlichen nur die Fantasy- und die histo­rischen Abenteuer aufgelegt. Der vorliegende Band war ursprünglich für die VAMPIR HORROR-Reihe geplant2, doch bevor er in Druck gehen konnte, kam das Aus für die Reihe. So verfielen die Herausgeber darauf, den Band in der Ter­ra Fantasy-Reihe zu publizieren, damit die redaktionelle Arbeit des Perry Rho­dan-Autors Klaus Mahn (alias Kurt Mahr, wie sein dortiges Pseudonym lautete) nicht umsonst war.

Diese Storysammlung umfasst 8 Geschichten sehr unterschiedlicher Qualität, die zum Teil zu einem Zyklus um die Familie Kirowan gehören, von denen aber nur eine, „Der Dämon des Ringes“ jemals zu Howards Lebzeiten publiziert wurde (1934). Die Titelstory selbst, das längste Werk der Anthologie, fand in Howards Todesmonat Juni 1936 den Weg zu den Lesern. Alle restlichen Stories und teil­weise fragmentarische Werke in der Sammlung sind posthum publizierte Wer­ke.

In „Das Ungeheuer aus dem Sumpf“, die in einer fiktiven Gegend im Süden der USA namens Kanaan spielt – der Zeithorizont dürfte etwa das späte 19. Jahr­hundert sein – , geht es um eine finstere, magische Intrige, die von einem Schwarzen namens Saul Stark ausgeht und die Vormacht der Weißen in der Re­gion brechen soll. Der Held der Geschichte, der junge, dynamische Kirby Buck­ner, wird aus New Orleans zurück in die Heimat gerufen, um das Verderben aus dem Sumpf aufzuhalten, allerdings gehört dieser Ruf in die Heimat mit zu der Falle, die ihn und alle anderen ins Verderben locken soll…

Delenda est“ kündet schon durch seinen lateinischen Titel an, dass sie im Al­tertum spielt. Hier vermischt sich reale Geschichte um die Vandalen im Mittel­meer, römische Geschichte und Geisterstory. Dem Vandalenführer Geiserich er­scheint während einer Überfahrt über das Mittelmeer ein unheimlicher Besu­cher, der sich aber weigert, seinen Namen zu nennen. Und er kündet ihm von Verrat in den eigenen Reihen…

Der Dämon des Ringes“ ist eine vergleichsweise schlichte Geschichte: Durch einen Zufall findet John Kirowan heraus, dass sein nun seit einem Jahr verheira­teter Freund Gordon der festen Überzeugung ist, seine Frau Evelyn wolle ihn tö­ten. Sie habe es drei Mal in der letzten Zeit versucht, und er ist der finsteren Überzeugung, dies geschehe deswegen, weil er selbst möglicherweise die Rein­karnation seines Urgroßvaters sei, Sir Richard Gordon von Argyle, der damals seine Frau ermordet habe. Zwar ist es, wie der in den magischen Wissenschaf­ten bewanderte Kirowan herausfindet, durchaus so, dass Evelyn Mordversuche unternommen hat, aber es hat damit eine ganz andere Bewandtnis…

In „Das Haus unter den Eichen“ kommen die Protagonisten James Conrad und John Kirowan auf der Suche nach der Muse des völlig aus der Familie geschlage­nen Dichters Justin Geoffrey einem Ort auf die Spur, der nicht ganz von dieser Welt ist. Wer immer sich dorthin begibt, zu diesem „Haus unter den Eichen“, wird von Einflüssen aus einer anderen Dimension heimgesucht. Und dabei bleibt es durchaus nicht bei bösen Träumen oder mystischen, solcherart inspi­rierten Dichtungen…

Der Todestraum“ ist vermutlich eher ein Fragment, aufgrund seiner Kürze und brüsken Direktheit liegt das nahe: Der Abenteurer John Murken hat in Indien ein traumatisches Erlebnis gehabt. Auf der Suche nach einem verborgenen Schatz wurde er von seinen Helfern betrogen und in einer Höhle allein mit einer Schlange zurückgelassen, die ebenso wie er auf raffinierte Weise gefesselt war, aber im Laufe der Zeit imstande sein würde, ihn zu erreichen und damit zu tö­ten. Zwar konnte er dieser Falle entkommen, aber seit jüngster Zeit träumt er immer öfter genau von dieser Situation, und in jedem Traum kommt ihm der Kopf der Schlange näher…

Dermods Fluch“ zählt wieder zum Kanon der Kirowan-Geschichten und spielt diesmal in Irland, der ursprünglichen Heimat der Kirowans, wo der gemütskran­ke Protagonist heimkehrte, um seine Seele ein wenig zu kurieren. Doch hier stolpert er mitten über einen Fluch seiner Familienvergangenheit, der ihn um ein Haar ins Verderben reißt…

An der Schwarzen Küste“ weist starke Einschläge von Lovecrafts Cthulhu-My­thos auf. Der Erzähler und seine Frau Gloria fliegen mit einem kleinen Flugzeug von Manila nach Guam, kommen dort aber nicht an. Stattdessen müssen sie vor einer steilen schwarzen Küste notlanden und können sich ans Ufer retten. Auf den ersten Blick scheint diese menschenfeindliche Landschaft leer und kahl, aber das täuscht. Es existiert hier Leben, intelligentes Leben, fremdartiger und unmenschlicher, als man sich das jemals vorstellen konnte…

Die letzte Story, „Die unter den Gräbern hausen“ gehört wieder zu den Kiro­wan-Stories, und wer die ganze Storysammlung gelesen hat, wird begreifen, dass sie deplatziert ist und eher an den Anfang der Storysammlung gehört hät­te. Sie ist unzweifelhaft auch früher geschrieben als etwa „Das Haus unter den Eichen“. Der alte Job Kiles stört seine Freunde O’Donnell und James Conrad mit der alarmierenden Nachricht auf, sein vor Wochen verstorbener, nichtsnutziger Bruder Jonas, der auf eigenen Wunsch in dem abgelegenen Grabmal auf den Hügeln beerdigt worden sei, sei wieder am Leben und damit unzweifelhaft ein Vampir. Job Kiles will ihn deshalb auf die einzige Weise töten, die sich für einen Vampir geziemt – nämlich mit einem Pflock, den er durchs Herz treibt. Aber dazu kommt es nicht… es ist alles viel schlimmer, denn die Freunde entdecken hinter dem Grabmal eine geheime Tunnelanlage, und was dort lebt, ist weitaus grässlicher als alles, was sie sich vorstellen können…

Die Storysammlung ist wirklich sehr durchmischt, was ihre inhaltliche Ausrich­tung angeht. Während die kürzeren Geschichten eher banal anmuten, was ih­ren Inhalt angeht, so fallen die längeren doch durch eine detailreiche Ausgestal­tung auf, die ihre Vorbilder nicht verleugnen kann. So findet man bei der Haus-Geschichte Anklänge an William Hope Hodgsons „Haus an der Grenze“, bei der Schwarzen Küste deutliche Anleihen bei Lovecraft, und die Titelgeschichte so­wie die Delenda-est-Story zehren vom historischen Flair. In der Titelstory fällt al­lerdings unangenehm der rassistische Jargon auf, den die einen zeithistorisch nennen mögen, heutzutage finde ich es aber beunruhigend, in einer Geschichte von Schwarzen durchweg als „Nigger“ zu sprechen.

Aus den meisten Ideen hätte man natürlich noch sehr viel mehr herausholen können, aber der Grund, warum dies nicht geschah, lag in Howards frühem Tod 1936, der für die Fantasy jener Zeit ein herber Verlust war. Aus diesem Grund sollte man an die Werke nicht jenen Qualitätsstandard anlegen wie an die Ge­schichten, die Howard zu Lebzeiten veröffentlichte. Daran können sie begreifli­cherweise nicht anknüpfen. Ansonsten lohnt die Storysammlung sich durchaus zur Wiederentdeckung, nicht nur für Howard-Fans, sondern auch für solche, die sich vielleicht vorstellen könnten, welche zu werden…

© by Uwe Lammers, 2009

Man kann also sagen, was man möchte – mit Robert Howard habe ich wieder mal einen Autor aus dem Dämmer des Halbvergessens gerissen, der eine Neu­entdeckung durchweg lohnt. Wer aufgrund meiner obigen, vor sechs Jahren ge­schriebenen Zeilen neugierig geworden ist, der möge dieses Werk antiquarisch suchen.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Es handelt sich dabei um folgende Bände: TF 3 Herrscher der Nacht, TF 11 Degen der Gerechtigkeit, TF 17 Rächer der Verdammten, TF 23 Krieger des Nordens, TF 28 Kull von Atlantis, TF 29 Herr von Valusien, TF 37 Horde aus dem Morgenland, TF 42 Die Bestie von Bal-Sagoth, TF 50 Geister der Nacht, TF 55 Gespenster der Vergangenheit, TF 75 Der Dolch mit den drei Klingen, TF 77 Im Land der Messer und TF 80 Der Schatz der Ta­taren. Davon kann man als Rezension nachlesen die Betrachtung über das Buch Horde aus dem Morgenland, einmal in BWA 276 (September 2006), ein zweites Mal in HISTORIKERZEIT 2 (November 2006).

2 Dort erschienen von Howard die Storysammlung VH 52 Das Haus des Grauens und die Story „Die Stunde der Ab­rechnung“ in VH 42.

Liebe Freunde des OSM,

es ist schon ein Weilchen her, seit ich am 29. April 2015 die phantastische Gele­genheit erhielt, in der Braunschweiger Traditionsbuchhandlung Graff über mein Herzensprojekt reden zu dürfen – über mein E-Book-Programm und besonders auch darüber, dass ich seit gut 35 Jahren tätiger und rühriger Phantast bin und stetig unterwegs in einer Vielzahl höchst ungewöhnlicher Welten und Univer­sen.

Möglich wurde diese Präsentation durch das, was ich immer gesagt habe: prak­tiziertes Teamwork und rege Netzwerkarbeit. Wie das oft so ist, kamen hier vie­le Faktoren nach und nach einfach zusammen, ganz so wie bei organischem Wachstum. Ich erzwang rein gar nichts, aber als sich die Möglichkeit bot, eine Chance wahrzunehmen, griff ich eben einfach beherzt zu und trat ins Rampen­licht der Öffentlichkeit.

Was kam in meinem Fall zusammen? Zum einen die über ein Jahr rege und kon­stant gepflegte Verbindung mit den Akteuren des Braunschweiger Vereins Krea­tivRegion e.V. (www.kreativregion.net), von denen ich wusste, dass sie auch ein­mal einen Event in ihrer Eventreihe „11hoch11“ zum Thema „Buchmarkt“ an­bieten würden. Als ich dann Anfang 2015 kontaktiert wurde, ob ich für dieses Thema als Referent zur Verfügung stehen würde, da sagte ich sehr bereitwillig zu. Ebenso, als ich bald danach um ein Interview für die Homepage des Vereins gebeten wurde.

Da ich natürlich darauf abzielte, einen möglichst positiven Eindruck zu bieten, waren weitere Vorarbeiten vonnöten, und auch dafür hatte ich tatkräftige Un­terstützung. Dr. Claudia Hagedorn vom Förderverein Phantastika Raum & Zeit e.V. (www.sciencefiction.de), die mir schon bei der Erstellung der Homepage www.oki-stanwer.de und bei der Realisierung der ersten Flyer-Generationen ge­holfen hatte, stand mir hilfreich zur Seite, als ich sie darum bat, aus meinen Tex­ten und gelieferten Grafiken schließlich eine Präsentation zusammenzustellen.

Parallel dazu war ich gerade dabei, mit der Braunschweiger Grafikerin Valentina Romanenko einen ausführlichen E-Book-Folder zu entwickeln. Was lag also nä­her, als Claudias fertige Folien zu nehmen und sie Valentina zur Verfügung zu stellen, damit sie daraus dann eine wunderbar dynamische Präsentation mit Hilfe von www.prezi.com anfertigte. Und das war es dann, was am Abend des 29. April 2015 zum Einsatz kam. Für alle, die nicht dabei sein konnten, folgt hier noch mal der Link zur Präsentation selbst:

https://prezi.com/bkwxpbqpe6d_/phantastische-literatur-aus-braunschweig/

Was soll ich sagen? Der Abend war ein voller Erfolg, und selbst meine sonst üb­liche Nervosität legte sich bei dem Kurzvortrag atemberaubend schnell. Am Schluss stand ich den gut 60 versammelten Zuhörerinnen und Zuhörern sehr bereitwillig Rede und Antwort, durchaus ein wenig launig.

Ich meine, das ist doch auch ganz normal gewesen – ich sprach über mein Lieb­lingsprojekt, ich befand mich in der absoluten Traum-Location, wo ich immer schon mal hatte sein wollen… und ganz so, wie ich es den Lauschenden versi­cherte: ich hätte durchaus auch sehr viel mehr erzählen können. Es gab leider so gar keine Chance, in die Tiefen vorzustoßen, thematisch betrachtet, weil ich mich an den Randparametern halten musste. Aber das wird beizeiten sicherlich grundlegend geändert werden können.

Sobald es also weitere Möglichkeiten gibt, ähnlich wie zu diesem Event wieder einmal in die Tiefen der Öffentlichkeit vorzustoßen und den direkten Kontakt mit neugierigen Leserinnen und Lesern zu suchen, werde ich das ganz gewiss tun. Mit jedem einzelnen solchen Ereignis, so mein Empfinden, verringert sich die Kontaktnervosität. Es ist vielleicht nicht so, dass ich das sprichwörtliche „Bad in der Menge“ in Bälde genießen werde… aber es macht tatsächlich Spaß.

Sobald sich also weitere solche Events ereignen, werde ich frühzeitig in meinem Autorenprofil bei „Amazon Autor-Central“ darüber etwas schreiben, ggf. dann auch hier auf dem Blog. Dank meines Kontaktes zum Verein KufA e.V. werde ich da sicherlich in Bälde die eine oder andere Möglichkeit finden, Lesungen zu ver­anstalten.

Gewiss – bis sich bewahrheitet, was mein argentinischer Brieffreund Ernesto schreibt, dass ich nämlich „bald ein berühmter Autor“ sein werde, bis dahin vergeht zweifellos noch geraume Zeit. Aktuell verkaufe ich im Monat ja nur ma­ximal hundert E-Books. Aber mittelfristig wird sich das bestimmt ändern.

Der 11hoch11-Event ist auf alle Fälle eine schöne Möglichkeit gewesen, zum einen wieder in die Öffentlichkeit zu gelangen und neue Akteure des Buchmark­tes kennen zu lernen, zum anderen hat mir diese Veranstaltung jede Menge Selbstbewusstsein mehr eingeflößt als vorher. Und da ich auf jedem weiteren 11hoch11-Event als Gast dabei sein möchte, ist das für jeden, der diese Zeilen hier liest, die Chance, mit mir dort dann ein persönliches Gespräch zu führen. Ich freue mich drauf.

Heute in einer Woche lest ihr dann an dieser Stelle, was ich im Monat April 2015 alles so an kreativen Werken geschaffen habe, wenigstens bezogen auf den Oki Stanwer Mythos (OSM).

Ich hoffe, ihr schaut einfach wieder vorbei!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.