Rezensions-Blog 2: Die Gehäuse der Zeit

Posted April 8th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

mit allen neuen Rubriken und Dingen allgemein ist es so, dass sie sich erst ein wenig warmlaufen müssen, ehe man sich an sie gewöhnt hat. Das ist mit neuen Wohnungen so, mit neuen technischen Programmen, mit Newsletter, die man abonniert und deren Aussehen stetem Wandel unterliegt (man nennt das im Neudeutsch gern „Relaunch“, ein Wort, das ich persönlich etwas seltsam finde… aber sei es drum). Und natürlich ist das auch mit meinem Rezensions-Blog der Fall.

Wer bisher immer gewohnt war, einmal in der Woche hier nur was über den Oki Stanwer Mythos zu lesen, mag vielleicht zunächst verwirrt oder irritiert sein, dass der Rezensions-Blog gar nichts in dieser Richtung bietet. Aber diese Ge­wöhnung ist vermutlich etwas, was sich rasch einstellen wird.

Während ich im Auftakt-Blog auf Ray Bradbury zu sprechen kam, kümmere ich mich heute um ein weiteres Steckenpferd, das ich wahrscheinlich mit sehr vie­len von euch teile: Zeitreisegeschichten! Es gibt da eine phantastische Antholo­gie, die ich mit großem Genuss durchgeschmökert habe. Sie ist auch schon et­was älter, aber unbedingt noch immer lesenswert. Überzeugt euch selbst da­von:

Die Gehäuse der Zeit

Die besten Zeitreisegeschichten aller Zeiten

Herausgegeben von Karl Michael Armer & Wolfgang Jeschke

Heyne 5075

784 Seiten, München 1994

ISBN 3-453-07268-5

Eins vorweg, und nehmt es als freundliche Mahnung, die man nicht als War­nung missverstehen sollte: wer dicke Bücher scheut und sich allein des Umfangs wegen von diesem Werk fern hält, wird zweifellos eine phantastisch bereichern­de Erfahrung seines Lebens nicht machen. Wie ich immer zu sagen pflege: der Umfang von Büchern sagt über die Qualität vergleichsweise wenig aus, das ist besonders heutzutage der Fall, wo viele Verlage gern auf protzige, dicke Buchausgaben Wert legen, deren Nährwert etwa dem eines luffigen Toastbrots entspricht. Dickes Papier, breite Ränder, anderthalbzeilig und für augenschwache Senioren gigantisch groß gedruckte Buchstaben, da wird deutlich mehr suggeriert als wirklich enthalten ist. Ich halte mich von derlei Mogelpackungen fern.

Dieses Buch ist nichts davon. Die Schrift ist einzeilig gehalten, schön klein, um das Lesevergnügen möglichst in die Länge zu strecken, und der Inhalt… ja, der Inhalt ist sowieso das Sahnehäubchen darauf. Aber gehen wir das Ganze mal methodisch an, wie es Karl Michael Armer in seinem kurzen Nachwort „Zeit – eine variable Konstante“ gemacht hat. Wer diesen Titel übrigens für paradox hält, hat vollkommen Recht – und ist damit auf das Thema bestens einge­stimmt. Es geht um Zeitreisen.

Karl Michael Armer macht im Nachwort klar, das man übrigens durchaus nicht vorweg lesen muss, aber tun könnte, weil es nicht zuviel vom Inhalt verrät, aber schön auf das Thema einstimmt, dem Leser unmissverständlich klar, dass das Thema der Zeit, das wir Alltagsmenschen als monokausal verstehen, d. h. von der Vergangenheit in die Zukunft gerichtet und sowieso allgemeingültig und nicht reversibel, nun einmal etwas ist, dem wir alle nicht ausweichen können und das uns, egal, ob interessiert an der Phantastik oder nicht, generell nicht kalt lässt. Somit haben wir hier ein Zentralthema des menschlichen Lebens ge­nerell, und das macht einen wesentlichen Reiz der Thematik der Zeitreise aus.

Da wir die Zeit üblicherweise nicht beeinflussen können, ist die Vorstellung, dies unter gewissen Umständen vielleicht doch zu können, äußerst faszinierend. Kontrafaktische Vorstellungen („Was wäre gewesen, wenn…“) findet man über­all im Alltagsleben, allerdings stets als Wunschvorstellung, weil eben, lineare und monokausale Zeit als Grundkonstante stets vorausgesetzt, die Dinge halt so nicht gelaufen sind.

Zeitreisegeschichten bieten die Möglichkeit, dies zu ändern. Ob das, wie in frü­heren Jahrhunderten, auf die dramaturgische Weise geschieht, dass jemand kurzerhand einschlummert und ein paar Jahrhunderte später oder früher wie­der erwacht, ob jemand einen Schlag auf den Kopf erhält und sich an König Ar­tus´ Hof wieder findet (Mark Twain handelt dergestalt, beispielsweise), oder ob man in der modern-technischen Zeit eher Zuflucht zu Zeitmaschinen (H. G. Wells und Nachfolger) sucht, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Der imaginative Reiz, der von einer Zeitreisegeschichte ausgeht, die in die menschliche Vergangenheit eingreift, lässt sich nicht wegdiskutieren.

Gleichzeitig macht Armer aber auch klar, dass das Verfassen solcher Geschich­ten aufgrund der damit zwangsläufig verbundenen Paradoxiengefahr vom Ver­fasser höchste Denkleistungen abverlangt, wenn er sich nicht kläglich in Wider­sprüche verwickeln und scheitern möchte. Die Folgerung, die Armer daraus zieht und die ich ausdrücklich bestätigen möchte, besteht in einer enormen Qualitätssteigerung der entsprechenden Zeitreisegeschichten. Das führt auto­matisch zu einer weiteren Konsequenz: auch an den Leser werden erhöhte in­tellektuelle Anforderungen gestellt, weil diese Geschichten eben nicht der schlichten 08/15-Kost entsprechen, die namentlich die phantastischen Ge­schichten Anfang des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet haben. Das intellektuelle Denkvergnügen, das solche guten Zeitreisegeschichten auslösen, die übrigens oft mit dystopischen und sozialkritischen Gedanken gepaart sind, lässt sich in der landläufigen Phantastik nur schwerlich übertreffen.1

Und somit haben wir hier nun ein dickleibiges Buch vorliegen, das ein wenig pa­thetisch „die besten Zeitreisegeschichten aller Zeiten“ ankündigt. Ich halte mich mal heraus, was den Superlativ angeht, aber dass die versammelten 37 Ge­schichten mehrheitlich sehr gut sind, kann ich nach der Lektüre durchweg be­stätigen. Ich rezensiere dieses Buch schließlich nicht umsonst. Schauen wir uns einfach mal ein paar dieser bunt gestreuten Geschichten an.

Der Zeitreisende Paley ist Shakespeare-Kenner und möchte eigentlich nur einige Details aus dem London des Jahres 1595 aufschnappen und natürlich Shakes­peare persönlich sehen. Aber wer beschreibt sein Entsetzen, als er es auf ein­mal mit dreiköpfigen Wesen zu tun bekommt und anderem monströsen Zeug? Offensichtlich sind die „Halluzinationen“ nervlich zerrütteter anderer Zeitreisen­der nicht nur Illusionen gewesen. Und wie war das noch mit Meister Shakes­peare…?2

Wenn man auf der Suche nach einem ruchlosen Dieb, der einen arglosen Bür­ger bestohlen hat, nächtens eine seltsame Kutsche aus dem Nichts auftauchen sieht und sich hineinschleicht, dann kann man unter Umständen auf üble Weise eine Reise in die ferne Zukunft erleben, die durchaus nicht das Jahr 1683 ist. Und da kann man in gar wunderliche Formen von Geschäften und zugleich recht menschliche Aktivitäten verwickelt werden, die sich offensichtlich auch in Jahrhunderten nicht ändern…3

Was passiert, wenn ein genialer, eigenbrötlerischer Wissenschaftler eine Zeit­maschine erfindet, die durchaus nicht das tut, was er will? Sie funktioniert, ja, aber ins Heilige Land reisen wie erhofft, das kann er nicht, um den Worten des Herrn zu lauschen – sie reist nur und ausschließlich 20 Jahre in die Vergangen­heit und an einen einzigen Ort, nämlich vor die Tür des Schlachters an der Hauptstraße. Da braucht es eine pragmatische Person, um das nicht völlig nutz­los zu finden…4

Zeitmaschinen sind bestimmt eine faszinierende Entwicklung, aber sind sie auch tatsächlich nützlich? Kann man ihre Prinzipien überhaupt verstehen, oder setzen sich diejenigen, die sie benutzen, nicht vielmehr einer Art von Höllen­strafe aus? Könnte schon passieren, und ehe sie begreifen, was los ist, sind sie eine Art von Attraktion für die Massen…5

Manchmal kommt man auch ohne Zeitmaschine aus und altert einfach rück­wärts. Dafür gibt es verschiedene Beispiele, eins davon, das später durch die Verfilmung vor einigen Jahren wieder ins allgemeine Bewusstsein gerückt wur­de, ist in diesem Band enthalten: F. Scott Fitzgeralds 1922 geschriebene Ge­schichte „Der seltsame Fall des Benjamin Button“.6

Conrad Newman lebt in einer seltsamen Welt des Ungefähr, des Unbestimm­ten. Eine Kleinstadt auf einem bescheidenen zivilisatorischen Level scheint sei­ne Heimat zu sein, und das Gefährlichste, was man hier besitzen kann, ist eine Uhr. Zeit zu messen, ist ein Verbrechen. Aber er bekommt schließlich heraus, was eine Uhr ist und wird von der fixen Idee besessen, selbst eine zu bauen, auch wenn die „Züpo“, die Zeitüberwachungspolizei, das strikt ahndet. Warum das so ist, bekommt er erst heraus, als ihn sein Lehrer Stacey mit in die Vergan­genheit nimmt – mit nach Chronopolis, die Stadt der Zeit, eine gewaltige Rui­nenstadt, der zertrümmerte Rest eines Menschheitstraumes…7

Vielleicht ist das mit der Zeit auch ganz anders. So passiert das etwa, als die Menschheit unterirdische Zeitkavernen anzapft und Leitungen für „Zeitgas“ über Land führt, damit man sich temporal sein neues Landhaus schön einrich­ten kann. Aber Zeitgas ist weder richtig verstanden, noch hat irgendwer eine Ahnung, was bei Störfällen geschieht. Fifi Fevertrees und ihr Mann geraten je­denfalls in haarsträubende Turbulenzen, als die Zeitleitung ein Leck bekommt und sie sich neugierig in die Nähe des Lecks begeben…8

Oder was ist, wenn es Blumen gäbe, die Zeit beim Verblühen schubweise freige­ben? Könnte man mit ihnen ein drohendes Verhängnis aufhalten? Graf Axel ver­sucht das jedenfalls, um einen drohend heranrückenden Mob auf Distanz zu halten – bis es zum Desaster kommt…9

Wenn Zeitreisen eines Tages ins Touristik-Angebot aufgenommen werden soll­ten, kommt es vermutlich unzweifelhaft zu zwei Entwicklungen, die man aus der Jetztzeit schon kennt: es gibt die Nepper und Schlepper, die den Reisenden mit halbseidenen Angeboten über den Tisch ziehen wollen… und es entwickeln sich mit derselben Folgerichtigkeit massentouristische Brennpunkte, in diesem Fall in der Zeithistorie. Das kann dann dazu führen, dass man möglicherweise massiv die Zeit verändert und buchstäblich vom Glauben abfällt…10

Vielleicht ist die Zeit auch so ein absonderliches Ding, dass die Menschheitsge­schichte darin quasi überhaupt keine Rolle spielt und man sich an Knotenpunk­ten der kosmischen Raumzeit, die wie ein ungewöhnliches Gebäude, etwa in Venedig, aussehen, bis zur Zerstörung seines eigenen Lebenstraumes vollstän­dig verirren kann…11

Oder wie ist das mit Zeitlöchern, die stationär sind, etwa auf einer Seineinsel? Professor Barry Pennywither ist ein Wissenschaftler, der sich eher erfolglos wie­der nach Paris zurückgezogen hat, um eine Person des 15. Jahrhunderts zu er­forschen, aber alles sieht ganz danach aus, als sei er restlos am wissenschaftli­chen Leben gescheitert – bis er im April 1961 auf einmal spurlos verschwindet, um quasi an derselben Stelle im 15. Jahrhundert im Beschwörungskreis eines erfolglosen Studenten der Wissenschaften wieder aufzutauchen, der eigentlich den Teufel beschwören wollte… und das ist nur der Anfang, denn dann ist da auch noch die römische Sklavin aus der tiefen Vergangenheit und die Archäologin aus der fernen Zukunft, die auch noch mitmischen…12

Oder, als letzter Blick für heute, wie ist das mit einer Zukunft, in der die Men­schen einzig und allein an einem Wochentag leben, etwa Dienstag? Den Rest der Woche verbringen sie in Tiefschlafsärgen mit transparenten Deckeln. Die gesamte Menschheit ist auf diese Weise „gephast“, ein notwendiges Korrektiv gegen die Überbevölkerung. Und was passiert dann, wenn sich plötzlich ein Mann aus dem „Dienstag“ in eine Frau vom „Mittwoch“ verliebt, die er aus or­ganisatorischen Gründen niemals sprechen kann? Offensichtlich muss er eine „Zeitreise“ zum Mittwoch unternehmen…13

Dies sind nur dreizehn Vignetten aus der sehr viel größeren Vielfalt der schö­nen, abstrusen, amüsanten und verwirrenden Zeitreisegeschichten. Einige sehr bekannte, etwa Alfred Besters „Die Mörder Mohammeds“, R. A. Laffertys „So frustrieren wir Karl den Großen“, Robert A. Heinleins „Entführung in die Zu­kunft“, Philip K. Dicks „Eine Kleinigkeit für uns Temponauten“, Robert Silverbergs „Was heute in der Morgenzeitung stand“ oder Herbert Rosendorfers „Briefe in die chinesische Vergangenheit“, die sich hierin ebenfalls finden (von Rosendor­fers Roman natürlich nur ein Auszug), habe ich beiseite gelassen – mehr aus quantitativen Erwägungen denn aus qualitativen. Denn Karl Michael Armer hat völlig Recht: gut sind sie auf ihre Weise alle, die einen schelmisch-ironisch, die nächsten raffiniert-vertrackt, die nächsten fast schon garstig und bösartig. Le­senswert sind sie alle.

Und deshalb wiederhole ich meine eingangs gemachte Bemerkung gern: wer dieses Buch allein seines „abschreckenden“ Umfanges wegen ignoriert, wird ein phantastisches Lesevergnügen verpassen, und eines dazu, das ich ausdrücklich als sehr inspirierend empfinde. Zweifellos übrigens hätten die Herausgeber munter noch einmal so viele Zeitreisegeschichten finden können. Wie immer ist eine solche Anthologie nur eine Auswahl. Es lohnt sich, in dem Genre weiter zu wildern, es gibt da noch jede Menge zu entdecken. Das Buch hier ist jedenfalls ein (inzwischen vergriffenes) Kleinod, das kein ernsthaft am Thema interessier­ter Phantast in seinen Bücherregalen fehlen haben sollte.

© by Uwe Lammers, 2012

Na, Freunde, ich glaube, an dem Band habt ihr ziemlich lange zu knabbern, denn es empfiehlt sich tatsächlich, die Geschichten zu dosieren und nicht alle auf einmal zu inhalieren. Ich glaube, für den nächsten Rezensions-Blog sollte ich mal wieder was Kürzeres heraussuchen. Versprochen, mache ich.

Schaut einfach in einer Woche mal wieder nach, was ich da für ein Leckerli aus­gegraben habe.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1Vom Reiz der Zeitreisegeschichten künden übrigens auch die überall zu entdeckenden analogen Seitenpfade in anderen Medien. Ob es sich um Filme handelt, in denen Zeitrei­sen ein beliebter Topos sind, ob man sich bei HARRY POTTER auf einmal in einer Zeit­schleife wieder findet (so geschehen in „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“), ob es in STAR TREK geschieht oder in Comics (etwa in CrossGen, aber auch bei Marvel recht beliebt, bei Superman entsinne ich mich an ähnliche Ausflüge schon vor Jahrzehn­ten). Selbst die Belletristik und die historischen Romane (Audrey Niffenegger, Diana Gabal­don usw.) werden davon nicht verschont, was schlagend den allgemeinen Reiz dieser Idee dokumentiert. Die so genannten dystopischen Entwürfe, also die Zukunftskatastrophen, finden sich mehrheitlich in den Geschichten der Vertreter der New Wave, hier etwa bei Brian Aldiss oder James Graham Ballard. Durch die Bank auch stilistisch sehr lesenswert.

2Zum Vertiefen empfohlen: Anthony Burgess „Die Muse“.

3Zum Vertiefen empfohlen: David J. Masson „Reis durch zween Zeiten“.

4 Zum Vertiefen empfohlen: Marion Gross „Die tüchtige Hausfrau“.

5 Zum Vertiefen empfohlen: Ian Watson „Die Sehr Langsame Zeitmaschine“.

6Allerdings habe ich an dieser Geschichte – ich wusste nicht, dass die Vorlage zum gleich­namigen Film mit Brad Pitt in der Hauptrolle (weswegen ich ihn mir nicht angeschaut habe, ich mag den Kerl nicht) von Fitzgerald stammte – zahlreiche wirklich ärgerliche Lo­gikfehler entdeckt, die den Genuss der Geschichte doch sehr einschränken. Man erkennt, dass Fitzgerald sich von Details, die nicht zu seiner Grundidee passten, nicht aus dem Kon­zept bringen lassen wollte. Aber diese Geschichte funktioniert so weder 1860 noch sonst irgendwann in der nahen Gegenwart. Wo etwa ist die Mutter geblieben? Wieso kommt Benjamin schon mit Bart und vollständigem Sprachvermögen auf die Welt? Was ist mit der Taufe? Was ist später mit den Dokumenten hinsichtlich seiner Firma, Sterbeurkunden, Friedhof usw.? Das ist alles sehr vage und unausgegoren ausgeführt. In jederlei Hinsicht weiter entwickelt ist da James Graham Ballard in seiner Geschichte „Das Ende ist nur der Beginn“ (1964), die etwas irritierend in der Anthologie „Das unentdeckte Land“ (Hg. Pa­mela Sargent und Ian Watson, Bergisch-Gladbach 1988) enthalten ist, die eigentlich das Thema „Leben nach dem Tod“ thematisiert, was diese Geschichte nur teilweise erfasst.

7Zum Vertiefen empfohlen: James Graham Ballard „Chronopolis“, mit Abstand eine der be­eindruckendsten Geschichten der Anthologie.

8Zum Vertiefen empfohlen: Brian W. Aldiss „Als die Zeit ausbrach“. Es ist übrigens beeindru­ckend, wie diese 1967 entstandene Geschichte paradigmatischen Charakter selbst noch in heutigen Zeiten von Fukushima und ungelösten nuklearen Entsorgungsproblemen entfal­tet. Stimmt überaus nachdenklich.

9 Zum Vertiefen empfohlen: James Graham Ballard „Der Garten der Zeit“.

10Zum Vertiefen für Punkt 1 empfohlen: John Brunner „Der galaktische Verbraucher-Service. 1. Bericht: Preiswerte Zeitmaschinen“, für Punkt 2: Garry Kilworth „Auf nach Golgatha“.

11 Zum Vertiefen empfohlen: Renato Pestriniero „Knoten“.

12 Zum Vertiefen empfohlen: Ursula K. LeGuin „April in Paris“.

13 Zum Vertiefen empfohlen: Philip José Farmer „Die Welt, die Dienstag war“.

Liebe Freunde des OSM,

ich verließ euch am 1. März dieses Jahres, als ich gerade im Bericht dieser Arti­kelserie die Mitte des Jahres 2004 erreicht hatte. Nach fünf Wochen „Absti­nenz“ ist es also an der Zeit, dort fortzufahren, wo ich den Erzählfaden fallen ließ. Vielleicht seid ihr zwischenzeitlich ja durch die anderen erschienenen Blog­artikel und das eine oder andere MOBI- oder EPUB-E-Book getröstet worden.

Ich schrieb im Blogartikel 104, dass ich den phantastischen Ausblick auf KON­FLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ entwickelt hatte, niedergelegt in dem OSM-Hintergrundtext „TOTAMS Langzeitplan“. Dann fing mich Anfang Juli endgültig der Archipel wieder ein.

Es gelang mir am 3. Juli endlich, ein digitales Skript des Romans „Rhondas Weg“ zu vollenden, und ihr könnt euch denken, bei einem Roman von fast zweitau­send Druckseiten ist das ein ziemlich zeitraubendes Unterfangen. Ich war ja auch schon seit Monaten damit zugange, das hier war dann nur das Enddatum, sozusagen das Sahnehäubchen.

Danach folgte ein Sprung in den KONFLIKT 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“, wo ich das denkwürdige Erlebnis hatte, an der Seite des „Ma­trixgeistes“ Whoorigon, eines völlig verstörten Crellys, inmitten eines Kohle­flözes (!) wieder zu erwachen, das durchsetzt war von den Trümmern der Ves­koy-Zivilisation. Äußerst faszinierend und sehr verwirrend, drum seid mir nicht gram, wenn ich hier jetzt nicht verweile.

Ein weiterer temporaler Satz führte mich dann zurück in die Überarbeitungsver­sion des KONFLIKTS 15 „Oki Stanwer“ (1981-1984), d. h. OSNEU, wo ich jenseits des Bandes 50 allmählich vorankam, aber weit langsamer als eigentlich erhofft.

Historische Artikel und das Jubiläum des Historischen Seminars der TU Braun­schweig, an dem ich maßgeblichen Anteil hatte, verzögerten Weiterarbeiten am OSM. Ende Juli fing mich dann auch wieder der Archipel in Form von „Rhondas Reifejahre“ ein, weitere historische Artikel folgten.

Eigentlich gelang es mir erst, mich wieder freizuschwimmen, als die Mitte des Monats August durchquert war. Und dann wurde ich gleichsam magnetisch in die Galaxis Leucienne zurückgezerrt. Ihr wisst schon – KONFLIKT 21 „Oki Stan­wer – Fürst von Leucienne“, die Serie mit den autonomen Totenköpfen und den Veskoy. Es ist mir allerdings einigermaßen rätselhaft, wie ich innerhalb eines Vierteilers im Band 2 absterben konnte… aber wie mein Blick in die Unterlagen offenbart, habe ich tatsächlich mit Band 30: „Koordinaten des Verderbens“ hier aufgehört und den Vierteiler dann erst Ende 2005 (!) vollendet.

Vielleicht hatte das etwas damit zu tun, dass schon wieder Gedanken in mir brodelten, die zunächst am 11. September 2004 in meinem „OSM-Kompendi­um: Die Tiefen des inneren Universums“ kulminierten. Damals hatte die Re­daktion im Science Fiction-Club Baden-Württemberg (SFCBW) wieder gewech­selt, ich war seit der Ausgabe 252 (September 2004) erneut für das Fanzine „Ba­den-Württemberg Aktuell“ (BWA) verantwortlich, und da entstanden dann zwei Pläne, die in dieser Zeit in Richtung des OSM ausgebrütet wurden.

Teil 1 war zu diesem Zeitpunkt schon realisiert: als Teil der BWA-Jubiläumsaus­gabe 250 war ein gesamter OSM-Roman, nämlich „Der Feuerspürer“, im Heft abgedruckt worden. Und im Anschluss daran wurde an mich die Frage herange­tragen, ob ich nicht mal eine Art „Leitfaden“ durch die Tiefen des OSM schrei­ben könnte. Dieser Leitfaden sollte dann als Bonusheft zu BWA 255 im Dezem­ber publiziert werden.

Irgendwie traf das einen Nerv bei mir, und ich machte mich an die Arbeit. Am 11. September lag dann das fertige Manuskript vor, das tatsächlich im Dezem­ber 2004 veröffentlicht wurde. Es ist freilich müßig zu erwähnen, dass dieses Manuskript heute längst veraltet ist und längst ein Update erfordert (eins habe ich 2006 tatsächlich erstellt, das ist aber nie publiziert worden).

Im Monat September entstand zudem TI 15: „Die Macht der Liebe“, und dann folgten in rascher Geschwindigkeit die Episoden 24 und 25 bis Monatsende, ich arbeitete an der Story „Quisiins letzter Fall“ weiter und zappte Anfang Oktober wieder in den KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“, um Band 26: „Baumeister-Pläne“ niederzuschreiben.

Dann vereinnahmten mich meine Aktivitäten für BWA und Rezensionsarbeiten, historische Aufsätze und Fragmente… erst Anfang November gelang es mir, mich aus dem Alltagsgeschäft etwas zu lösen und mit einem vehementen Satz in den KONFLIKT 24 überzuwechseln, also in die Serie „Oki Stanwer – Der Neu­tralkrieger“, wo ich mit Band 45: „Das absolute Tabu“ einen monströsen Ort er­reichte. Ich deute es nur kurz an:

In der Galaxis Damirtin, irgendwo im Netzuniversum des KONFLIKTS 24 gelegen, existieren drei Intelligenzvölker mit Raumfahrtzivilisation, die friedlich beieinan­der leben. Eines schönen Tages taucht der so genannte KONVOI des AUREUS auf, des Hauptbevollmächtigten der Sieben Lichtmächte in diesem Universum. Und die KONVOI-Techniker errichten drei so genannte AREALE – gigantischen Würfelwelten mit einem Durchmesser von rund 14.000 Kilometern. Auf das so genannte AREAL 61 verschlägt es Jahrzehnte später einige hundert Millionen zwangsevakuierte Tassiner aus der Galaxis Bool.

Eine dieser Tassinerinnen, ein hübsches und intelligentes Mädel namens Es­siaad, hat – Tassiner sind Gestaltwandler – das Aussehen eines mausähnlichen Wüstennagers angenommen, freilich deutlich überproportioniert und damit etwa menschengroß. Wer beschreibt Essiaads Überraschung, als sie hier auf AREAL 61 mit Crellys zusammenstößt – mausähnlichen Intelligenzwesen, die hier in Damirtin Kontrakte mit dem KONVOI geschlossen haben und einen Teil des Personals von AREAL 61 stellen. Sie sehen das als eine Form von lukrativem Geschäftsmodell.

Der Crelly aber, an den Essiaad gerät, Innaghondir, ist traumatisiert durch den Verlust seiner Geliebten, einer Crelly-Frau namens Viariid. Und so verliebt er sich in Essiaad und kann die Tassinerin schließlich im oben erwähnten Band dazu überreden, dass sie ihm hilft, seine Geliebte noch ein einziges Mal zu se­hen.

Viariid, die einst einem grässlichen Unfall zum Opfer fiel, ist nämlich keineswegs tot, sondern die Grauhäutigen, die AREAL 61 verwalten und leiten, haben den Tod zum ultimativen Verbrechen erhoben. Es darf nicht gestorben werden auf AREAL 61, aus Sicherheitsgründen (was die Crellys nicht begreifen und die Tassi­ner auch nicht, sie haben keinen Einblick in die KONFLIKT-Interna und kennen TOTAMS Knochenstraßen nicht).

Die Grauhäutigen haben den „Kontinent des Nicht-Todes“ innerhalb von AREAL 61 geschaffen, ein Kontinuum, in dem die Naturgesetze von Raum und Zeit auf­gehoben sind. Und in dieser Episode begleitete ich Essiaad und Innaghondir an diesen wirklich grässlichen Ort. Ich sage euch, Freunde… das ging mir unter die Haut! Ich war echt froh, von dort wieder wegzukommen…

Tja, und während ich bald darauf im Zuge des Monats November weiter an der TI-Serie arbeitete, passierte es dann wieder.

Was?

Mir lief wieder jemand über die Füße, ganz unvermittelt.

Auf einmal rannte ich neben einem verzweifelten jungen Mann durch die ster­nenklare Nacht auf einen Berghang zu, auf eine Steilwand, um exakt zu sein, und ich wusste genau: hinter mir kommt der Tod und will mich umbringen!

Und exakt das passiert auch – und dann wacht der arme Kerl auf und weiß, es ist nur ein Traum.

Eigentlich unproblematisch? Na ja… leider nicht. In mehrerlei Weise nicht. Der arme Kerl entstammt dem humanoiden Volk der Technos, aber die Umgebung war mir vollkommen fremd. Die Galaxis Mysorstos nicht, die kannte ich schon seit etwa zwanzig Jahren… allerdings nicht in dieser Form. Ich war dort zu Gast gewesen in den Jahren nach 1984, als ich durch das Imperium der MACHT in KONFLIKT 20 „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“ (1984-1997) reiste.

Die Galaxis Mysorstos, in der ich mich nun aufhielt, war sehr viel archaischer, was nicht überraschen konnte. Nun befand ich mich nämlich satte 80 Milliarden Jahre in der Vergangenheit!

Einmal kurz nachrechnen, Freunde: die Distanz zwischen den OSM-Universen beträgt nach meiner bisherigen Schätzung rund fünf Milliarden Handlungsjahre. Wo landen wir, wenn wir KONFLIKT 20 – 80 Milliarden Handlungsjahre rechnen? Richtig, in KONFLIKT 4.

KONFLIKT 4? Aber das ist doch mitten im Nirgendwo! Von da wissen wir über­haupt gar nichts… ja, das galt für mich auch bis 2004, bis zu diesem Moment. Aber das änderte sich von jetzt ab vollständig.

Der 28. November 2004 markierte den Augenblick, wo ich Band 1 der neuen Serie „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR) vollendete, wirklich binnen eines einzigen Tages. „Torkeron, der Träumer“, so der Titel der Episode, und das war auch der Name des verzweifelten jungen Mannes, spielte auf dem Planeten Tushwannet, einer Techno-Welt mit mäßiger Besiedelung. Und Tushwannet war Teil der INSEL.

Tja, die INSEL… eine phantastische Sache, die ihr in diesem Jahr noch genauer kennen lernen werdet, wenn ihr den fünften Roman „Aus den Annalen der Ewigkeit“ zu lesen bekommt, denn der spielt genau in der INSEL. „Jaleenas zweites Leben“ heißt dieses Werk, dessen Lektüre ich euch wärmstens ans Herz legen möchte, in dem es auch um Matrixfehler, Yantihni, die Zentralwelt, ZY­NEEGHARE, Baumeister und einiges mehr geht. Da bekommt ihr einen kleinen Einblick in die INSEL.

Und die INSEL selbst ist ein Vielvölkerimperium, das seit über zweieinhalbtau­send Jahren von den Baumeistern in Mysorstos errichtet worden ist und eine beispiellose Wohlstandssphäre darstellt. Einen kleinen Einblick darin habt ihr übrigens schon gewinnen können in dem ersten „Annalen“-Roman „In der Höl­le“ (2013). Dummerweise steht nur TOTAMS Angriff nun unmittelbar bevor, und Torkeron, der arme Tropf, träumt genau davon.

Noch einmal könntet ihr jetzt einwenden: Ach, Träume sind doch Schäume, das sehen die Technos sicherlich ganz genauso… prinzipiell in beiderlei Weisen kor­rekt. Aber für Tushwannet wieder falsch – denn Torkeron ist Mitglied der „Traumgilde“ von Tushwannet, und seine Träume eignen sich hervorragend, verschwundene Gegenstände oder verschollene Personen wieder ausfindig zu machen. Alles, was er in seinen Träumen „sieht“, wird wahr oder ist wahr.

Also auch sein Tod? Auch die brennenden Städte, die er darin sieht?

Ihr könnt euch Torkerons Verzweiflung vorstellen, als dieser Traum unablässig wiederkehrt und ihn völlig blockiert.

Hölle und Teufel noch einmal, dachte ich bestürzt. Was soll daraus jetzt nur werden?

Ich bekam es nicht heraus, denn Band 2 der Serie, „Adepten der Baumeister“, wechselte jählings die Perspektive und beschrieb eine Operation von Techno-Raumfahrern, die durch das Herz eines Schwarzen Loches in einen Raum „unter dem Universum“ vorstoßen, in einen fremdartigen Raum, den man ein „unter­kosmisches Niveau“ nennen wird.

Ich sage euch, hier war auf einmal was los! Da war ich einigermaßen von der Rolle und irgendwie sehr froh, als ich denn in die 20er-Bände der TI-Serie zu­rückkehren konnte, um mich kreativ wieder etwas abzukühlen… das gelang im „Sternenreich des Windes“ auch sehr gut. Und wisst ihr, was das Schönste ist? Die Abenteuer des Wissenschaftlers Noshtoy und seiner Gefährten im „Ster­nenreich des Windes“ erwarten euch in diesem Jahr 2015 in der E-Book-Versi­on. Diesmal müsst ihr also gar nicht mehr lange warten, bis ihr die Substanz hin­ter den obigen Worten entdecken könnt. Ich wünschte halt nur, das ginge mit dem restlichen OSM ähnlich… aber das ist vorerst noch Wunschdenken.

Als das Jahr 2004 sich dem Ende zuneigte, begann, und das erwähne ich doch noch kurz, weil es vielleicht wichtig ist für den kreativen Input des Folgejahres, ein Abenteuer ganz eigener Art – meine Brieffreundin Babette hatte mir den „Armageddon-Zyklus“ von Peter F. Hamilton empfohlen und komplett ge­schenkt… und ich versank voller Wonne darin.

Das sollte Folgen haben. Davon erzähle ich im kommenden Teil dieser Artikelrei­he.

Nächste Woche reisen wir dann wieder zurück in den KONFLIKT 15 des OSM und schauen uns die „Kindergartenzeit des OSM“ an. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit von der Partie wärt.

Bis dann als, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

PS: Und falls ihr zwischendurch Langeweile haben solltet… schaut doch einfach am kommenden Mittwoch in meinen Rezensions-Blog herein, steht hier an derselben Stelle.

Info-Blog 1:

Posted April 2nd, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde meiner E-Books,

wie ich das jüngst schon mal angedeutet habe, muss ich euch heute mal eine unschöne Nachricht überbringen, und ich möchte mich dabei so kurz als mög­lich halten.

Da sich meine finanzielle Situation im Moment leider noch nicht stabilisiert hat, ist genau das eingetreten, was ich schon seit Monaten befürchtete – das regulä­re, monatliche Publikationsprogramm meiner E-Books gerät ins Stocken. Ich weiß, das ist zu diesem Zeitpunkt sehr ungünstig, und natürlich würdet ihr be­stimmt gern am 4. April 2015, also übermorgen, erfahren, wie die Abenteuer des jungen Shonta-Sezessionisten Abenteurerherz und seiner „Göttin“ Vaniyaa weitergehen. Natürlich ist der Band 17 der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), Eigentitel „Zurück zu den Sargkolonnen“, schon längst fertig geschrieben und beim Formatieren…

…aber ich habe es nicht hinbekommen, das auch zu bezahlen. Und folgerichtig kann dieser Band leider erst am 2. Mai 2015 veröffentlicht werden. Daran lässt sich wirklich nichts ändern.

Aber um künftigen derartigen Engpässen vorzubeugen – und ihr seht an der Tatsache, dass ich derzeit an Band 20 der Serie (Eigentitel: „Auf Götterpfaden“) arbeite, wie gut voraus die Serie schon gekommen ist – , möchte ich an dieser Stelle einen Appell an euch richten: Ihr könnt mein E-Book-Programm, die Ver­öffentlichung des Oki Stanwer Mythos (OSM) insgesamt und damit langfristig auch euer Lesevergnügen erhalten, wenn ihr einfach im Freundes- und Bekann­tenkreis ein wenig Werbung für meine Werke macht. Jeder neue Leser, der hin­zustößt, hilft sowohl mir als auch euch.

Wenn das gelingt, daran habe ich keine Zweifel, dann wird die konstante Belieferung mit weiteren E-Books aus meiner „Feder“ sichergestellt sein, und solche unan­genehmen Zwangspausen gehören so hoffentlich der Vergangenheit an.

In der Zwischenzeit könnt ihr ja mal schauen, ob euch meine neue Einrichtung, der „Rezensions-Blog“ zusagt, der euch einmal jeden Mittwoch in Zukunft mit weiterem Lesestoff auf meiner Homepage versorgt.

Ich zähle auf euch, Freunde! Lasst mich nicht hängen!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 1: Zen in der Kunst des Schreibens

Posted April 1st, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

nein, dies ist kein Aprilscherz, auch wenn ich diese Idee tatsächlich am 1. April 2015 realisiere. Es handelt sich vielmehr um die Ausweitung des Denkhorizonts und um eine neue Rubrik, die ihr ab sofort auf meiner Homepage finden könnt… es mag sein, dass es dabei anfangs ein wenig unsortiert zugeht, aber folgendes ist mein Hintergedanke:

Ebenso, wie ich seit über 35 Jahren Geschichten schreibe, mehrheitlich solche aus dem Oki Stanwer Mythos (OSM), meinem designierten Lebenswerk, von dem ja bislang erst ganz wenig bekannt ist, so habe ich auch schon seit Jahr­zehnten Rezensionen verfasst. Deshalb würde ich mich aber nicht als klassischer Rezensent betrachten… es ist mehr so, dass ich halt dann und wann Bücher lese, von denen ich sage, die verdienen es, mehr neugierige Seelen zu finden, die von ihren Inhalten profitieren. Und um das dann einerseits besser in mei­nem wuseligen Verstand zu verankern, schreibe ich entsprechend zeitnah eine Rezension dazu.

Der zweite Aspekt an diesen Rezensionen ist der, dass ich das natürlich nicht al­lein fürs stille Kämmerlein mache. Da ich mit zahlreichen phantastischen Clubs im Fandom verbandelt bin und in deren Fanzines schon seit sehr langer Zeit Ge­schichten veröffentlichte, lag es irgendwann auf der Hand, dort auch die Rezen­sionen unterzubringen. Ein Plus für meine Publikationsliste und zweifellos auch für die Leser der Fanzines.

Nun war aber auf der anderen Seite die Auflagenhöhe der Fanzines stets das Problem. Höchst selten erreichten sie dreistellige Ziffern, zumeist lag die Höhe unter 50 Exemplare, d. h. ihre Reichweite war doch sehr eingeschränkt. Jüngst kam ich nun auf den Gedanken, dies zu ändern. Und das war die Geburtsstunde dessen, was ich ab sofort „Rezensions-Blog“ nenne.

Hier möchte ich künftig, soweit sich das realisieren lässt, jeden Mittwoch – also alternierend mit meinem regulären Wochen-Blog, der weiterhin jeden Sonntag auf Sendung geht – ein Buch mit Hilfe dieser Rezensionen vorstellen und euch ein wenig zeigen, was für Literatur bzw. Sachbücher mir gefallen haben und euch Werke empfehlen, auf die ihr vielleicht von selbst nicht kommen würdet. Die weitaus meisten von ihnen sind wahrscheinlich heutzutage nur noch anti­quarisch zu erhalten, aber im Zeitalter von Internet-Antiquariaten ist es durch­aus nicht unmöglich, diese Bücher noch zu finden, falls euch meine Rezensio­nen den Mund wässrig gemacht haben.

Wir fangen heute einfach mal an mit einem Buch, das ich mit großem Gewinn gelesen habe und mit einem im Jahre 2012 hoch betagt verstorbenen Phantas­ten namens Ray Bradbury. Mal schauen, ob euch das wohl gefallen wird.

Zen in der Kunst des Schreibens

(OT: Zen in the Art of Writing)

Von Ray Bradbury

Autorenhaus-Verlag, Berlin 2003

176 Seiten

Aus dem Amerikanischen von Kerstin Winter

ISBN 3-932909-70-4

Wenn Menschen, die mit Worten umgehen, damit beginnen, über ihre Tätigkeit zu erzählen, dann sollte man ihnen lauschen, zumal dann, wenn man selbst da­bei ist, im gleichen Metier wie sie aktiv zu werden, also das Schreiben um des Schreibens willen zu üben… oder gar, um es als Lebenszweck und Broterwerb auszuüben.

Ray Bradbury, der jüngst in hohem Alter verstorbene Romancier und Phantast, ist jemand, der sich die Mühe machte, genau dies zu tun… wiewohl diese For­mulierung in die Irre geht, denn Bradbury empfand das Schreiben an sich eben nicht als originär anstrengend, sondern hatte von Kindesbeinen an ein Mords­vergnügen daran, zu schreiben, zu fabulieren, phantastische Ideen wie ein Al­chimist in Worte zu transformieren und das Gemüt der Leser in Aufruhr zu ver­setzen, fassungsloses Staunen, Erheiterung, Schrecken auszulösen. Lauschen wir kurz seiner eigenen Darstellung:

Wir alle brauchen jemanden, der erfahrener, älter, weiser ist, der uns versi­chert, dass wir doch nicht verrückt sind, dass das, was wir tun, in Ordnung ist. In Ordnung? Von wegen – sehr gut!

Denn man zweifelt sehr schnell an sich, weil man ständig mit Ansichten anderer Intellektueller oder Schriftsteller konfrontiert wird, die einem die Schamesröte ins Gesicht treiben. Da ist zum Beispiel die weit verbreitete Ansicht, dass das Schreiben schwierig und quälend ist, eine furchtbare Mühsal, eine schreckliche Beschäftigung sei.

Mich aber, wissen Sie, haben meine Geschichten durchs Leben geführt. Sie rufen mich, ich folge ihnen. Sie kommen herbeigerannt und beißen mich ins Bein; ich reagiere, indem ich alles aufschreibe, was während des Beißens geschieht. Wenn ich fertig bin, lässt die Idee los und stürmt davon.

Das ist die Art Leben, das ich geführt habe. Betrunken, und am Steuer eines Fahrrads, wie es einst in einem irischen Polizeibericht zu lesen war. Trunken vom Leben und nicht wissend, wohin es als nächstes gehen soll. Hauptsache, man ist noch vor Tagesanbruch wieder auf dem Weg. Und der Ausflug? Genau eine Hälfte Entsetzen, genau eine Hälfte Heiterkeit…“

Hört sich so jemand an, der sein Schreiben als Fronarbeit verstand, der mühsam um jedes Wort, jede Formulierung rang, der vor dem weißen Blatt Papier ratlos saß?

Nein.

Und Ray Bradbury, der die obigen Zeilen 1980 in dem Essay „Betrunken, am Steuer eines Fahrrads“ formulierte, war in der Tat ein in jederlei Beziehung phantastischer Zeitgenosse. Jemand, der schon von Kindesbeinen an umgeben war von Literatur. Jemand, der sich schnell das Ziel setzte, aus seinen phantasti­schen Einfällen Geld zu machen und mit eiserner Disziplin jeden Morgen tau­send Worte schrieb, um in steter Übung zu sein. Jemand, der Begriffslisten an­legte und zu den einzelnen Begriffen Prosagedichte schrieb, die, wie er bekann­te, stets nach einigen hundert Wörtern zu Kurzgeschichten mutierten. Jemand, der sich dazu entschloss, 52 Geschichten pro Jahr zu schreiben… und darunter natürlich auch ein paar Perlen fand, die er schließlich veröffentlichte und tat­sächlich Geld damit verdiente… und nicht zu wenig.

Ray Bradbury war ein ungemein belesener Zeitgenosse, sehr vielseitig in seinem schriftstellerischen Werk, und es wäre grundverkehrt, ihn nur – wie man es gern tut – als reinen Phantasten einzuordnen. Oder auch als reinen Kurzge­schichtenautor. Er war dies alles, natürlich. Aber dazu kamen auch Drehbücher, Theaterstücke, Essays, Krimis, Vorträge und vieles andere. Er war jemand, der einen unbändigen Hunger auf Leben hatte, der für sein Leben gern schrieb und seine Erkenntnisse – wiewohl natürlich wissend, dass ihre Anwendung von Person zu Person individuell verschieden ausfallen müsse – gern an den Mann und die Frau brachte.

In vielen seiner Essays und Vorträge – das vorliegende Buch versammelt elf da­von, und ein jedes Werk ist auf seine Weise ein funkelnder Juwel der Formulie­rungskunst, der bisweilen süffisanten Wortspiele und der tiefen Gedankenfülle – teilte er diese Erfahrungen mit seinen Lesern und seinen Zuhörern bei Vorträ­gen, und wer das vorliegende Werk gemächlich durchschmökert, ja, genießt, sollte man sagen, der wird auf nahezu jeder Seite diese unbändige, vitale Kraft spüren, die in Bradburys Formulierungskunst versteckt liegt. Diesen Hunger auf Erfahrungen, auf Neues, Unbekanntes, schlicht auf das Leben. Und es ist wahr­lich nicht übertrieben, zu sagen, dass er an sehr vielen Stellen Ratschläge für den kommenden Autor der Zukunft parat hat. Zwar betont er, dies sei kein Rat­geberbuch, das jemandem das Schreiben beibringen solle, aber das heißt nicht, es sei unintelligent, es zu lesen. Ganz im Gegenteil. Manche der Ratschläge, die Bradbury hier erteilt, sind so elementar, dass sie universell anwendbar sein dürften. Dieser hier beispielsweise:

Jeden neuen Tag müssen wir wieder zu den Waffen greifen. Auch wenn wir vielleicht wissen, dass die Schlacht nicht gänzlich gewonnen werden kann, müs­sen wir doch kämpfen, und sei es nur ein leichtes Gefecht. Jede noch so kleine Anstrengung bedeutet am Ende des Tages eine Art von Sieg. Hören Sie auf den Pianisten, der einmal sagte:

Wenn ich einen Tag nicht übe, merke ich es, wenn ich zwei Tage nicht übe, mer­ken meine Kritiker es, und wenn ich drei Tage nicht übe, merkt mein Publikum es.

Dies ist in gewisser Hinsicht auch auf den Schriftsteller übertragbar. Was nicht heißt, dass sich Ihr Stil – was immer das sein mag – in diesen paar Tagen verfor­men würde.

Was aber geschieht, ist, dass die Welt Sie wieder einzuholen beginnt und Sie zu schwächen versucht. Wenn Sie nicht jeden Tag schreiben, sammelt sich das Gift der Wirklichkeit in Ihnen, und Sie beginnen zu sterben oder durchzudrehen – oder beides…

Bleiben Sie berauscht vom Schreiben, damit die Realität Sie nicht vernichten kann.“

Drastisch? Vielleicht. Aber es steckt ein Körnchen Wahrheit darin.

Und in diesen Essays (manche sind nicht datiert), die wenigstens im Zeitraum von 1961 bis 1990 entstanden, steckt gewissermaßen die Essenz eines jahr­zehntelangen Schriftstellerlebens, das an sich schon biografisch interessant und packend ist und Bradburys Höhen und Tiefen der Karriere aus der Innenper­spektive nachzeichnet. Bradburys Sprache führt dazu, dass das Buch – wie übri­gens jedes gute Buch – viel zu schnell ausgelesen ist, selbst wenn man seinen Lesehunger zügelt und langsam liest. Und drittens würzt der 2012 verstorbene Verfasser seine Beiträge mit den oben erwähnten faszinierenden Lebensweis­heiten, die eigentlich jeder angehende Schriftsteller, sei er Profi oder Amateur, ins Stammbuch schreiben könnte.

Ich denke, dieses Buch gehört, wie mir ein Schriftstellerkollege bestätigte, un­bedingt auf das Bord der Nachschlagewerke eines jeden Literaten. Und zwar aus allen genannten Gründen. Bradbury zu entdecken, lohnt sich immer, ganz einerlei, ob man es aus stilistischen, biografiegeschichtlichen oder inhaltlichen Gründen tun will.

Lest dieses Buch, Freunde!

Ihr werdet es lieben!

© by Uwe Lammers (2013)

Und wenn ihr neugierig geworden sein solltet… dann schaut doch einfach kom­mende Woche wieder herein im zweiten Teil des Rezensions-Blogs. Ich freue mich auf eure Neugierde.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

da staunt ihr genauso wie ich… schon den 25. Monat in Folge berichte ich also, was ich so den lieben langen Monat in punkto Oki Stanwer Mythos (OSM) ar­beite. Aktuell dauert draußen das Silvesterfeuerwerk noch an, wir haben Neu­jahr 2015, es ist kurz nach 2 Uhr nachts. Ich dachte mir, es kann nicht schaden, solange ich noch beisammen und nicht müde bin, diesen Blogeintrag zu schrei­ben. Was man geschafft hat, das hat man geschafft, gell? Und es gibt in den nächsten Tagen noch genug Listenarbeit zu erledigen, von liegen gebliebener Korrespondenz und wichtigeren Sachen ganz zu schweigen.

Der Monat Dezember 2014 stand primär unter dem Banner der gründlichen Überarbeitung meiner Magisterarbeit von 2002. Schon im Jahre 2013 war ja ge­plant, diese Schrift in einer aktualisierten Version bei einer kulturellen Instituti­on in Braunschweig zum Druck einzureichen, aber leider habe ich dann mehr als zwölf Monate nichts mehr von der anderen Seite gehört. Nun wird eine digi­tale Veröffentlichung in die Wege geleitet.

Das bedeutete: viel Arbeit.

Für den OSM hieß das im Umkehrschluss: wenig Zeit. Und ich würde sagen, das sieht man auch sehr deutlich. Ich meine… ich habe an vielen Projekten gearbei­tet. Aber wirklich fertig geworden ist nicht sonderlich viel. Das hier ist das Bild, das sich aktuell bietet:

Blogartikel 103: Work in Progress, Part 24

(DM 64: Der Raumzeitgletscher)

(Die kontrollierte Illusion – OSM-Hintergrundtext)

14Neu 23: DIE STELE DER EWIGKEIT

(Eine scharf geschliffene Waffe – OSM-Roman)

(OSM-Wiki)

(NK 29: Die Chronik der Totenköpfe (Abschrift))

12Neu 27: Im Reich der Allis

(NK 30: Aufbruch in den C-Quadranten (Abschrift))

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

(NK 31: Geistersturm (Abschrift))

Erläuterung: Dies ist der letzte noch nicht digitalisierte Band der Serie „Oki Stan­wer – Der Neutralkrieger“. Damit wird, voraussichtlich noch im Januar 2015, die Abschrift der letzten noch in Bearbeitung befindlichen Serie des OSM aufhören. Danach gibt es nur noch a) fertig digitalisierte Serien, an denen ich weiterarbei­ten kann und b) Altserien, die zwar einerseits fertig, aber noch nicht digitalisiert sind. Ihr seht, es geht gaaanz allmählich voran. Hiernach kann ich mich dann auf die Glossare und das Weiterschreiben der noch aktiven Serien konzentrie­ren… ah, und da juckt es mich schon an vielen Punkten der Serienhandlungen, kann ich euch sagen…

(Monsterjagd – OSM-Story)

(Exil auf Hushhin – OSM-Story)

(18Neu 62: Der Antichrist und GOLEM)

(18Neu 63: Fluchtpunkt TOTAM)

12Neu 28: Verrat in der Einszone

Erläuterung: In der legendären Einszone in der Galaxis Koopen schläft im KON­FLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ niemand Geringeres als Oki Stanwer selbst. In dieser Episode bekommt die „Station Eins“, wo Stanwers Do­mizil ist, gleich Besuch von zwei Zeitreisenden. Einer soll „nur“ die Erinnerung des Bezwingers ändern.

Der andere ist eine Dämonenwaffe von TOTAM mit klarem Mordauftrag… und ich sage euch, dieser Zweiteiler hört mit einem echt ÜBLEN Cliff-hanger auf! Mehr sei hier noch nicht verraten.

(12Neu 29: Aufstand in Pholyar)

NK 25: Die erste Prüfung (Abschrift)

NK 26: Jagd auf die Transversalen (Abschrift)

(NK 27: Die Transversalisten (Abschrift))

(NK 28: Vorstoß zur Oberwelt (Abschrift))

Blogartikel 102: Der OSM im Bild, Teil 6

Silvesterblog 2014

Im Feuerglanz der Grünen Galaxis – Projektentwurf

Erläuterung: Das ist eine phantastische Idee, die mir Mitte Dezember gekom­men ist, die ich in den kommenden 12-18 Monaten versuchen möchte, umzuset­zen. Ich habe dazu schon einiges im gestrigen Silvesterblog skizziert. Das Skript, das ich in Bälde mit ein paar Freunden durchsprechen werde, ist der mit Ab­stand ambitionierteste Entwurf für einen groß dimensionierten Roman des Oki Stanwer Mythos, in dem ich beginnen möchte, den KONFLIKT 12 gründlich aus­zuarbeiten.

Wenn die Arbeit so verläuft, wie ich mir das erhoffe, dann könnte dies der Be­ginn einer packenden Buchreihe werden, an deren Ende dann der gesamte KON­FLIKT 12 nicht in erster Linie in Form eines E-Books, wie ihr das gewöhnt seid, sondern tatsächlich in Form eines soliden Buches existiert. Am Schluss also ein ganzer Stapel solcher Bücher.

Ihr werdet darin die Aufklärung finden, was es mit der Galaxis Bytharg auf sich hat, was tatsächlich im Totensektor von Maran-Ghaal geschah, was es mit der Macht CROSSATH auf sich hat. Ich führe euch darin in die Kleingalaxis Pholyar und zu einem wirklich monströsen Wesen, das über Milliarden von Jahren hin­weg sich einen schrecklichen Namen als „Täuscher von Pholyar“ gemacht hat… und vieles mehr. Darin werdet ihr erleben können, wie es ist, wenn die Baumeis­ter Krieg führen und außerdem, wie die Macht der Dämonenwaffen von TOTAM tatsächlich ist…

Großes Abenteuer, zuallererst für mich selbst. Drückt mir die Daumen, Freunde, und unterstützt mich dabei, damit ihr das auch alles wirklich zu lesen bekommt.

(Der Zathuray-Konflikt – OSM-Roman (Abschrift))

14Neu 22: Chaos auf Senaax

Blogartikel 100: Der OSM auf einen Blick

(14Neu 24: Rookax´ Kriegsflotte)

(Im Feuerglanz der Grünen Galaxis – OSM-Roman)

Erläuterung: Ja, ich habe schon mit dem Schreiben begonnen. Zunächst aber wurden die ganzen Texte zusammengefügt, die ich schon hatte… jetzt schon beinahe 300 Manuskriptseiten. Spannender Stoff, es juckt mich in den Fingern…

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“)

Tja, meine Freunde, und dann war der Monat jählings herum… und er hatte ja dann noch solche Dinge wie Weihnachten, Weihnachtspost, Amazon-Steuerda­tenänderung und dergleichen parat, von Behördenformularen ganz zu schwei­gen.

Ich hoffe, der Januar 2015 lässt sich besser an… in ein paar Wochen werdet ihr das wissen. Nächste Woche an dieser Stelle entführe ich euch wieder einmal in die „historische“ Reihe von Blogartikeln „Was ist eigentlich der OSM?“ Und dort nehme ich euch mit auf eine neue Abenteuerreise, die mich aus dem Jahr 2004 um 80 Milliarden Jahre zeitversetzte. Wieso das? Tja, das solltet ihr nächste Woche mal nachlesen.

Macht es gut und bis demnächst, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

du liebe Güte, ist das tatsächlich schon so lange her? Bin ich echt in dieser Ru­brik am 16. November letzten Jahres (Wochen-Blog 89) gewesen? Tja, schaut so aus… tut mir echt leid, meine Freunde, das war keine böse Absicht, hiermit so lange zu warten. Aber wie ihr zwischenzeitlich von meiner Homepage und aus den veröffentlichten E-Books und anderen Blogartikeln erfahren habt, ist ja eine ganze Menge geschehen seither.

Kursorisch gesprochen: die Neuorientierung meines E-Book-Programms, d. h. der Wechsel auf einen neuen Anbieter, was die Konvertierung der Geschichten angeht; es hat eine Verschiebung der Geschichten gegeben, weil das Oktober-E-Book ausfiel; ich habe in der Storysammlung „Ein Passagier der R.M.S. TITANIC und andere phantastische Geschichten“, die im Januar erschien, eine andere OSM-Story eingefügt, die es natürlich gründlich zu überarbeiten und mit Glossar zu versehen galt. Und last but not least ist vor wenigen Wochen mit „Heiligtum der Shonta“ der vierte Band der neuen Annalen herausgekommen.

Langeweile sieht also anders aus, wie man sich denken kann.

Nun, und bei all dieser Planung und umtriebigen Arbeit blieb dann just diese Artikelreihe etwas auf der Strecke. Ich kehre darum kurz in den November zu­rück und wärme noch mal auf, womit ich dort schloss: Ich sagte, dass das Jahr 1987 ein ausgesprochenes „Romanjahr“ gewesen sei, und ich mich zu der Zeit in zahlreiche „Luftschlösser“ verirrte und manches dann bald wieder auf der Strecke blieb. Wie ihr aus meinen Artikeln der Reihe „Was ist eigentlich der OSM?“ wisst, waren die späten 80er Jahre persönlich und beruflich etwas chao­tisch und unstrukturiert.

Das wirkte sich dann natürlich auch auf meine OSM-Geschichten aus und selbstverständlich auch auf die junge Geschichtensammlung „Aus den Annalen der Ewigkeit“. Damals gab es gerade mal einen Ordner, und der war noch nicht mal sonderlich stark gefüllt. Heute sind es inzwischen acht (!), und für den sieb­ten davon muss ich demnächst noch einen Platz in meinem Regal finden… ja, als ich jüngst „Hüter des Shanna Djannir“ überarbeitete, fiel dabei natürlich auch ein Neuausdruck an. Und da der siebte Annalen-Ordner noch eine Baustelle darstellte, in dem zahlreiche Ausdrucke fehlten, war hier in den letzten Wochen ebenfalls Nachbessern angesagt…

Zurück in die Vergangenheit!

Ich schloss mit dem Roman „Gilde der Dämonenjäger“ im Dezember 1987. Be­reits im Januar 1988 ging es bei den alten Annalen weiter. Ich beendete dort die Story „Ullikummi“. Wer damit jetzt nichts anfangen kann, da die Geschichte bis heute nicht publiziert ist – wenn sie mal abgeschrieben und gründlich überar­beitet ist, werdet ihr sie aber ohne Zweifel in den neuen Annalen zu Gesicht be­kommen, möglicherweise als Teil einer Storysammlung (sie ist für sich genom­men im momentanen Zustand nicht allzu umfangreich, aber das besagt ja gar nichts, die Überarbeitung mag völlig anders ausschauen), – dem kann ich dar­aus natürlich keinen Vorwurf machen. Ich helfe euch auch schon auf die Sprün­ge:

Ullikummi ist eigentlich ein historischer Name. Wenn ihr ihn googelt, werdet ihr möglicherweise auf ihn stoßen und nicht wenig verblüfft sein. Es handelt sich um einen Gott der Hethiter, eines kleinasiatischen Volkes, das im KONFLIKT 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ (1984-1989) eine wichtige Rol­le spielt. Und wenn ihr jetzt glaubt: aha, die Story spielt in Kleinasien im zwei­ten Jahrtausend vor Christi oder so, so wäre das naheliegend, ist aber falsch.

Ullikummi hat nämlich im OSM eine etwas andere Identität: er ist eine der le­gendären sechzehn Dämonenwaffen von TOTAM, und ich würde sagen, mit Ab­stand die schrecklichste. Vermutlich geht die historische Überlieferung auf einen antiken Vulkanausbruch zurück. Und ich beschrieb dieses Wesen denn auch nicht vordergründig im KONFLIKT 18, sondern in dem KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (1987-1993), den ich ja während dieser Jahre verfasste. Und dort ist er mit Abstand der schlimmste Massenmörder der Grü­nen Galaxis Bytharg, und die Opferzahlen, die er erzeugt, geht in die Hunderte von Milliarden. Ein entsetzliches Massaker, kann ich sagen.

Gleichzeitig war Ullikummi, eine staubförmige Existenzform hochtoxischer Na­tur, mit der man wirklich so überhaupt nicht reden kann, mehr wie eine Art von Naturgewalt, monströs, undurchschaubar und nahezu unaufhaltsam… also frag­te ich mich, wie ich wohl Näheres über diese Kreatur herausbekommen könnte. Und während ich so sinnierte, entstand die obige Geschichte.

Ich kann immer noch nicht exakt sagen, wann oder wo sie spielt, aber das be­komme ich vermutlich im Zuge der Überarbeitung heraus. Ohne zu viel vorweg­nehmen zu wollen: bei der Lektüre dieser Story sind starke Nerven definitiv von Vorteil…

Im März 1988 ging der Romanschreibrausch weiter. Mit „Die Geheimnisse von Arc“ entstand der dritte Roman der Edward-Norden-Saga (ENS), und diese als Trilogie konzipierte Geschichte hörte an einem ziemlich desaströsen Punkt in reichlicher Hoffnungslosigkeit auf. Doch es war bereits geplant, eine zweite Tri­logie anzuschließen. Ich werde dazu beizeiten, wenn ich explizit auf diese Ro­manreihe eingehe, mehr sagen.

Während ich mich im ersten Halbjahr dann gründlich in die Non-OSM-Roman­serie um den Raumagenten Mike Cole verirrte (hier entstanden, das sei nur kur­sorisch angedeutet, die Romane 13: „Das Kosmos-Tor“, 14: „Im Bann der Qua­si-Realität“, 15: „DIE GEFÄHRLICHEN TOTEN“ [eine Trilogie, nebenbei bemerkt], 16: „Todesorder Mike Cole“, 17: „System Geistersonne“ und 18: „Das Rätsel der Banshees“ [ein Zweiteiler] – alles Romane von gut 120 Manuskriptseiten, alle bis heute unpubliziert), entstand im Mai 1988 noch ein weiterer OSM-Ro­man.

Ich glaube, ich habe ihn – „Kosmos des Terrors“ – schon mal erwähnt. Es han­delt sich um einen klassischen Parallelweltenroman, der als fünfter in KONFLIKT 15 „Oki Stanwer“ (1981-1984) spielt und die entsprechenden Episoden der Se­rie ausarbeitet. Damals war schon deutlich zu merken, dass ich in die Roman­fassungen sehr viel mehr steckte, als jemals in den Episoden vorhanden war. Die reichliche Lektüre von Parallelweltenromanen zu jener Zeit tat natürlich ihr Übriges.

Aber diese Welt hatte es auch mächtig in sich: dort wird Oki Stanwers treibende Seele nämlich tatsächlich in den Körper eines Totenkopfs direkt nach TOTAM verschlagen, in ein Kontinuum, in dem TOTAM den Krieg gewonnen hat und das rudimentäre terranische Imperium unterwandert, um es nun ebenfalls einzu­nehmen… eine gruselige Geschichte, die sich selbst heute noch faszinierend liest, auch wenn der OSM sich inhaltlich deutlich weiter entwickelt hat… beizeiten werdet ihr auch dieses Werk sicherlich zu Gesicht bekommen.

Tja, und dann kam das Jahr 1989, und der OSM stürzte, was fertig geschriebene längere Werke anging, wirklich gründlich ab. Es entstanden im Vergleich zu 1988 (dort 19 Werke) nur noch 5 Geschichten. Der Grund lag auf der Hand: ab März fraß mein Zivildienst nahezu jede freie Zeit auf, die ich besaß. Und wenn ich Energie besaß, investierte ich sie sinnvollerweise in Episoden des OSM, von denen ich ja eine ganze Menge in der Zeit schrieb.

Dennoch, völlig kamen auch die Annalen nicht zum Stillstand.

Mich trieb insbesondere eine Geschichte seit längerem um, die ich im Januar 1989 noch vollenden konnte, während ich an den Schlussepisoden von KON­FLIKT 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ schrieb. Und zwar handelte es sich um die Story „Aktion TOTAMS Ende“, die im Januar fertig wur­de. Das ist, bis heute übrigens, quasi die Grundlage des OSM. Und sie geht den fundamentalen Fragen nach: Woher, um alles in der Welt, kam TOTAM? Was ist der Ursprung der legendären Baumeister? Was hat es mit der ursprünglichen Konzeption der gigantischen ZYNEEGHARE auf sich? Wie sieht der Ursprung der kosmischen Matrix aus?

Die meisten dieser Fragen werden in dieser Geschichte soweit beantwortet, dass man daraus Furcht erregende Gedankenkathedralen an Weiterungen er­richten kann. Dummerweise stellte sich, als ich diese Geschichte vor geraumer Zeit abschrieb und kommentierte, heraus, dass ich sie in dieser Form definitiv überhaupt nicht veröffentlichen kann. Sie ist so dermaßen komprimiert und un­genießbar, dass ihr sie wohl nach wenigen Seiten verwirrt und verstört beiseite legen würdet.

Das kann nicht verblüffen: Ich verfasste diese Insider-Geschichte vor dem Hin­tergrund von fast 600 fertigen OSM-Geschichten… und so wimmelt auch diese Story natürlich nur so vor Seitenpfaden, Andeutungen und kryptischen Hinwei­sen. Auf diese Geschichte müsst ihr darum leider noch ein ganzes Weilchen warten. Sie wird derzeit in Romanform umgearbeitet, und gestern sagte ich ei­ner guten Freundin, es könne gut sein, dass dieser Roman vermutlich um die 500 Seiten Umfang bekommen könnte (derzeit ist er nicht mal bei 200)…

Im März 1989 schrieb ich dann in aller Eile noch den zweiten Roman der Über­arbeitung des KONFLIKTS 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (1983-1988). Mit „Das Böse kommt!“ trat ich in die Untiefen dieses KONFLIKTS ein… aber da ließ mich die Energie dann auch völlig im Stich. Sicherlich, ich hatte inzwischen diese OSM-Ebene abgeschlossen (Anfang 1988, wie erinnerlich), aber die Men­ge der Aufgaben wuchs mir zunehmend über den Kopf, und ich hatte immer weniger Zeit: die Mike Cole-Serie hatte Band 18 erreicht und eine ziemliche Komplexität dazu, ich überarbeitete KONFLIKT 15, derzeit noch KONFLIKT 14, ich schrieb nach wie vor am CLOGGATH-KONFLIKT, also der Romanumarbeitung des KONFLIKTS 13 „Oki Stanwer Horror“ (1982-1985), und der Zivildienst sowie die brodelnde OSM-Ebene 12 fraßen mich schier auf.

Es war höchste Zeit, irgendwo einen Schlussstrich zu setzen, und der erfolgte dann unter der Romanumarbeitung des KONFLIKTS 14. „Das Böse kommt!“ war bis heute der letzte Band dieser Umarbeitung, und es bedarf kaum eines aus­führlichen Kommentars, um zu betonen, dass beide Romane natürlich längst in­haltlich und stilistisch völlig veraltet sind. Ich werde es merken, wenn ich sie dereinst abschreibe (von den Romanen habe ich mich bislang tunlichst fern ge­halten… sie fressen halt doch sehr viel an Schreibzeit).

Doch dann machte ich in diesem Jahr 1989 im September doch tatsächlich noch einen Abstecher zu den Annalen. Mit „Der Gen-Missionar“ entstand eine kleine Vignette, möchte ich sagen, die sich mit dem Volk der tropfengestaltigen Soogrer aus KONFLIKT 14 befasste. Ich vermute, das war dann mit inspirativer Anlass, warum ich einen Soogrer in KONFLIKT 22 „Oki Stanwer – Der Schatten­fürst“, die ich am 17. Oktober 1989 zu schreiben begann, als Handlungsperson mit einführte.

Ich glaube, die obige Geschichte kann ich bestimmt in absehbarer Zeit abschrei­ben und dann in einem Storyband für euch im E-Book-Format präsentieren. Wer weiß, vielleicht im kommenden Jahr. Mal schauen.

Nun, das Jahr 1989 war eher trübe, was die Abfassung längerer Geschichten an­ging, ihr habt es erlebt. Besserte sich das wohl im kommenden Jahr 1990? Oh ja, das kann ich versichern. Allerdings… da driftete ich dann mehr in den belle­tristischen Bereich ab, wie ich vor vielen Monaten schon mal an dieser Stelle in der Reihe „Was ist eigentlich der OSM?“ geschrieben habe (wer es genauer wis­sen möchte: schaut euch dazu den Blogartikel 20 (!) an, der am 21. Juli 2013 er­schien… ja, ja, das liegt schon ein Weilchen zurück. Aber ich sage ja immer: wer sich auf das Abenteuer OSM einlässt, braucht ein wenig dickes Fell und eine Menge Geduld).

Zu dem Jahr 1990, aus der Sicht der Annalen, dazu sage ich in der nächsten Fol­ge dieser Reihe etwas Genaueres. Aber ich verspreche euch an dieser Stelle: diesmal lasse ich euch nicht so lange zappeln wie neulich! Doch keine 18 Blog­artikel-Wochen lang! Wie lange dann…? Wird noch nicht verraten.

Stattdessen sage ich euch, was euch in der kommenden Woche hier erwartet, nämlich der Beitrag „Work in Progress“ – diesmal geht es um meine OSM-Schreibaktivitäten im Dezember 2014. Ich denke, das könnte euch durchaus in­teressieren.

Schaut einfach wieder vorbei, ich freue mich drüber.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

heute ist mir ein wenig wie in einem Traum zumute, und ich glaube, ihr könnt das ein kleines bisschen nachempfinden, wenn ich diesen Beitrag schließe. Ich möchte etwas über meinen aktuellen Aufenthaltsort zurzeit sagen und wie ich dorthin gelangte. Natürlich, rein physisch sitze ich in Braunschweig in meinem Arbeitszimmer, lausche dem Album „Delta Machine“ von Depeche Mode oder der Singles-Collection von Kim Wilde, aber in Gedanken bin ich vollkommen ab­gedriftet und in einer anderen Welt daheim, bei guten Freunden…

Alles fing gegen Anfang Oktober an.

Damals, vor rund drei Wochen also – dieser Blog erscheint ja mit ein paar Mo­naten Verzögerung – beschäftigte mich rege die Vorbereitung für meine Lesung in Dettum am 8. Oktober (vgl. dazu auch meinen „Lesungs-Blog 1“ vom 9. Okto­ber 2014). Dieser Event war ein voller Erfolg.

Parallel dazu war ich mit mehreren anderen Angelegenheiten beschäftigt. So brachte mich die Umorganisation meines E-Book-Programms etwas aus dem Takt (was definitiv nicht meinem neuen Partner anzulasten ist; sollte das irgend­wo mal so geklungen haben, war das ein Versehen meinerseits). Und dann ar­beitete ich ja noch an zwei wichtigen OSM-Bänden.

Zum einen stand ich kurz vor der Vollendung des TI-Bandes 16, des Romans „Abenteurerherz“, der nach der aktuellen Planung bereits erschienen sein soll­te, bis ihr diese Zeilen lest. Und dieser Band, mein 22. reguläres E-Book, wurde dann tatsächlich erst am 13. Oktober fertig gestellt, mitten in der „Geburtstags­saison“ und vier Tage vor meinem eigenen Geburtstag. Es handelte sich dabei um den Band 1724 des Oki Stanwer Mythos.

Ihr ahnt, was dann anstand, nicht wahr? Richtig, Band 1725. Und wie das im­mer so mit „kleinen“ Jubiläumsbänden ist, brauchen die mehr Zeit und stellen gewisse Schwellen im kreativen Bilderfluss dar. Auch Band 1725 – es handelt sich dabei um Band 63 des KONFLIKTS 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“, Eigen­titel: „Gekapert!“ – bildete solch eine Schwelle, die mich im sonst geschwinden Arbeiten etwas stocken ließ. Mein Geburtstag brachte die nächste Stockung mit sich.

Dennoch: Band 1725 wurde dann mit seinem hochdramatischen Ende am 18. Oktober beendet und ausgedruckt. Und dann tat ich in der Folge etwas, was ich schon sehr lange machen wollte… ich gönnte mir eine Entspannung, wohl wis­send, dass sie vielleicht riskant sein könnte.

Ich zog einen roten Ordner aus meinem „Archipel“-Regal und begann zu lesen. Und binnen Stundenfrist, ungelogen, verfiel ich wieder dem Zauber des Archi­pels. Das ging so unglaublich schnell, dass ich das immer noch nicht recht fas­sen kann.

Der Roman, den ich zu lesen begann und den ich tatsächlich seit vier Jahren nicht mehr genauer angeschaut habe, heißt „Rhondas Reifejahre“. Ich habe zwischen Januar 2002 und April 2010 daran geschrieben, und ihr werdet euch vielleicht entsinnen, dass ich mal andeutete, der Handlungsbogen dieses Bu­ches sei noch nicht vollkommen abgeschlossen. Das stimmt tatsächlich.

Es spielte auf einmal keine Rolle mehr. Nichts spielte mehr eine Rolle, wirklich, gar nichts.

Das E-Book-Programm? Kann ein wenig warten, dachte ich.

Korrespondenz wegsortieren? Später.

Briefe beantworten? Na ja… die werden nicht schlecht… später.

Mails anschauen? Mal sehen, heute nicht, morgen vielleicht… oder übermor­gen…

Ernstlich, Freunde, mich überkam eine derartige wunderbare Seelenruhe und warmherzige Dankbarkeit, dass es diese Ordner voll erlebter Archipelgeschichte gab… mir fehlen da ein wenig die Worte, zu beschreiben, was ich empfinde, wenn ich das alles lese.

Der Ort, an dem ich mich gedanklich aufhalte, ist der „Garten der Neeli“ in der tropischen Archipel-Hauptstadt Asmaar-Len auf der Insel Coorin-Yaan. Jener Ort, an dem das geheimnisvolle Mädchen Rhonda mit all ihren närrischen, lie­benswerten, voller Überraschung steckenden Freundinnen und Bekannten lebt, und ebenso wie sie machte ich damals, als ich diese Seiten beschriftete – Aberhunderte davon anfangs, nachher waren es, ungelogen, Tausende – , eine faszinierende Reifezeit durch.

Es ist Rhondas zweites Lebensjahr im Refugium des Maklers Panjit al Choor, im „Garten der Neeli“ also. Sie selbst ist inzwischen etwa zwölf Jahre alt und entwickelt sich, ohne das eigentlich zu wollen, zu einem ernsten Problem. Auf der Oberfläche sieht das weder sie noch irgendwer ihrer leichtlebigen Freundin­nen. Aber sie hat noch nicht realisiert, an was für einem Ort sie sich befindet.

Der Makler Panjit al Choor ist in einer prekären Situation, nicht allein wegen seiner geschiedenen Ehe mit der Adeligen Melissa Vollash, er ist zudem mit sei­nem Haushalt Brennpunkt juristischer Auseinandersetzungen, die ihn durchaus Kopf und Kragen kosten können… und das Zünglein an der Waage ist die arglose Rhonda. Ein Mädchen, das ihm aus dem Urwald Coorin-Yaans zugelaufen ist und keinen blassen Schimmer hat, dass es den modus vivendi in Asmaar-Len bedroht.

Und dann ist da noch Rhondas innige Liebe zu Panjits Haushälterin Carina… de­ren vollen Namen Carina al Cooresh sie jetzt erst erfährt. Dass ihr Vater indes Vaased al Cooresh ist, zugleich der Kommandant der Stadtwache von Asmaar-Len, der sich lange Jahre strikt dagegen gesträubt hat, dass seine einzige Toch­ter in Panjits Haushalt einzieht… davon hat Rhonda absolut keine Ahnung.

Sie weiß auch nichts davon, dass der Tempel der Neeli und seine Orakelprieste­rin, ihre ganz eigenen Pläne mit Rhonda und dem „Garten der Neeli“ verfolgen. Und erst recht kann das Mädchen nicht ahnen, welche Rolle der unscheinbare Greis Gunhoor im Haushalt Panjit al Choors spielt und in welcher Verbindung er zu der Vergangenheit Asmaar-Lens steht.

Eine Vergangenheit, das sei angedeutet, die weder tot noch vergessen ist.

Rhonda selbst wird von der eigenen Vergangenheit in diesem Roman eingeholt, auf eine grässliche, intrigantenhafte Weise, die fast ihr Schicksal ruiniert… und bald nach einem Orkan, der sich über Asmaar-Len austobt, muss Rhonda durch einen dummen Zufall auch noch eine ungeheuerliche Entdeckung machen, die die innenpolitische Lage der Archipel-Hauptstadt geradewegs eskalieren lässt.

Rhonda findet die legendären „Heiligtümer von Cooriday“, unermessliche sakra­le Schätze, die seit Jahrzehnten spurlos verschwunden sind und die den herr­schenden Adelsclans von Asmaar-Lens – zum Teil erklärten Gegnern Panjit al Choors! – recht eigentlich gehören. Damit ist sie endgültig, ungeachtet ihres ge­ringen Alters, mitten in der turbulenten Innenpolitik Asmaar-Lens angelangt, was sie sehr verschreckt.

Doch nun kann sie nicht mehr ausweichen und wird selbst zum Spielball der entfesselten Intrigen und doppelbödigen Planspiele. Es scheint nur eine Frage von Monaten zu sein, ehe sie völlig ruiniert ist…

Geschieht das? Ach, ich mag das nicht verraten. Ich sagte ja, der Handlungsbo­gen ist nicht völlig beendet worden, aber die Ereignislinien zeigen in eine positi­ve Richtung… für manche Personen jedenfalls. Andere finden es schrecklich, dass die intelligente, doch naive und sehr gläubige Rhonda so sehr manipuliert wird. Wirklichen Aufschluss darüber wird dann erst der dritte Rhonda-Roman geben, denke ich, „Rhondas Aufstieg“, von dem ja schon ein paar hundert Pla­nungsseiten existieren (allerdings erst 63 fertige Skriptseiten).

Doch, je tiefer ich in die Lektüre dieses Werkes eindringe, desto mehr erweist es sich als striktes Erfordernis, an dem dritten Rhonda-Roman zu arbeiten. Es gibt noch soviel zu erzählen… doch vorher gilt es, den zweiten Rhonda-Roman aus­zulesen.

Das scheint aber nicht so schwierig zu sein, wie ich jahrelang annahm. Warum nicht? Nun, schaut euch das doch nur mal selbst an: Ich habe am 18. Oktober damit begonnen, also effektiv vor drei Tagen, und inzwischen bin ich mehr als zweitausend Seiten tief in die Geschichte eingedrungen, die in keiner Weise langweilig wird (der gesamte Roman hat 3702 anderthalbzeilige Manuskriptsei­ten, sollte ich vielleicht erwähnen). Allein am 20. Oktober habe ich deutlich mehr als 500 Seiten daran gelesen und diese Lektüre wirklich allem anderen vorgezogen.

Vorhin gelangte ich bis zu der schrecklichen Sturmszene, die über Asmaar-Len dahinfegte und zu den grauenhaften Nachwirkungen… und es riss mich so mit, dass ich ein wenig pausieren musste, um nicht wieder vor Rührung feuchte Au­gen zu bekommen (ah, ich flunkere, ich HATTE feuchte Augen! Warum soll ich euch das verschweigen?).

Alles, was mit den „Heiligtümern von Cooriday“ zu tun hat, liegt noch vor mir, und die Enthüllung der wahren Intentionen des Vollash-Clans, ein Teil der Rolle des alten Gunhoor (mehr darüber steht dann im dritten Rhonda-Roman, die Szenen sind teilweise schon anno 2011 formuliert worden, und sie sind echt heftig für Archipel-Verhältnisse!). Und ich freue mich unbändig darauf, das alles wieder zu lesen.

Es ist phantastisch auf eine weitere Weise: man sollte doch denken, dass wäh­rend einer Schreibzeit von acht Jahren (!) gewisse inhaltliche oder stilistische Brüche auftreten könnten. Oder dass ich, mit einem Abstand von mehr als 10 Jahren zu den Anfangsseiten, sagen könnte, dies oder jenes gefiele mir nicht mehr, das bekäme ich heute besser hin…

Ich habe mich seither fraglos gut weiterentwickelt. Aber, ernsthaft, Freunde – auch am Anfang habe ich stilistisch so gut wie überhaupt nichts auszusetzen. Vielmehr bin ich unglaublich verblüfft darüber, was auf diesen Seiten alles so steht. Manche Wendungen sind mir völlig entfallen.

Das ist nur halb so überraschend, wie ihr vielleicht jetzt denken mögt. Bedenkt nämlich, dass ich ein intuitiver Autor bin, der dem Fluss der Bilder unterliegt. Vieles entsteht einfach so, quillt aus meiner Seele wie Wasser aus einem tiefen, kühlen Quell, und in diesem Schreibrausch bleibt dann wenig langfristig haften. Es ist indes faszinierend, wie konsistent das alles geworden ist, wie lebendig Rhonda und ihre Freundinnen oder auch so herzensgute Personen wie der et­was beschränkte Wächter Thauwyn oder der hünenhafte Bäcker Gwannish zum Vorschein kommen.

Schweigen wir von Asmaar-Len selbst und den faszinierenden Details, die Rhon­da dort entdeckt und mir so mitteilt. Asmaar-Len ist eine höchst beeindrucken­de, hoch komplexe Stadt mit Strukturen, die Rhonda und ich gerade erst entde­cken lernen. Das Städtische Bauamt etwa, den Baumeister Antaganash, die Zir­kel in den Häusern Asmaar-Lens. Die Stadtwache und ihre Struktur. Die kniffli­gen Verbindungslinien zwischen den Adelshäusern. Geldwirtschaft. Psychologi­sche „Kriegführung“ zwischen den Verantwortlichen des „Gartens der Neeli“ und den Gästen der wöchentlichen Feste.

Da kann man wirklich buchstäblich in jeder Unterhaltung über unerwartete Fak­ten stolpern, und Rhonda muss sich bald sehr zusammenreißen, ihrem kühnen Fragen und ihrer kessen Art Zügel anzulegen… im eigenen Interesse.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass dieses Werk so wunderbar geraten ist, wie es ist. Dass ich hier mühelos über viele Stunden hinweg Hunderte von Seiten lang einfach diesem Traum der Archipel-Hauptstadt Asmaar-Len verfallen darf und das Vergnügen noch eine ganze Weile lang nicht endet. Ihr macht euch keine Vorstellung, wie toll das ist. Wie stolz es mich macht, imstande gewesen zu sein, diese Geschichte aufzuschreiben. Das kann echt nicht jeder.

Ob ihr sie beizeiten mal lesen werdet? Nun, das kann ich noch nicht verspre­chen. Wenn ich daran denke, dass jüngst ein Leser mir gegenüber meinte – al­lerdings ist das bislang eine Einzelmeinung – , dass der sehr viel kürzere OSM-Roman „Die schamlose Frau“ eine Art „Monstrum“ dargestellt habe, das ir­gendwie nicht zu meinen bisherigen E-Books passte, so zögere ich sehr, euch solche „Schwergewichte“ von Archipel-Romanen zugänglich zu machen. „Rhon­das Reifejahre“ würde wahrscheinlich dann sowieso auf mehrere Veröffentli­chungen verteilt werden.

Jedoch habe ich schon vor, euch Archipel-Geschichten zu lesen zu geben. Eine erste werdet ihr in diesem Jahr in der dritten Storysammlung vorfinden. Und je nachdem, wie das ankommt, können wir schauen, ob ihr noch mehr davon le­sen mögt. Wie ich schon gelegentlich andeutete: die naive Liebesreligion der Göttin Neeli und ihres Gemahls Laraykos ist in der sozialen Umsetzung doch… recht gewöhnungsbedürftig.

Wir werden sehen.

Momentan begnüge ich mich aber damit, weiter durch die Gassen von Asmaar-Len zu schlendern und Rhondas Weg zu verfolgen. Mal schauen, wie lange das noch so währt.

Wir sehen uns in einer Woche an diesem Ort, meine Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde meiner E-Books,

heute gibt es einmal ein bisschen Abwechslung von meinen ständigen Science Fiction-Geschichten des Oki Stanwer Mythos (OSM). Diesmal entführe ich euch mit dem phantastischen Katzenmärchen „Die Katze, die die Sonne stahl“ in das alte Ägypten.

In alter Zeit, als die Geschicke der Menschen noch durch die Macht der Götter geleitet wurde und es durchaus vorkam, dass sie mit Tieren reden konnten wie mit ihresgleichen, da wuchs entlang des Leben spendenden Stromes Nil ein klei­ner schwarzer Kater mit dem Namen Meaunz heran, der irgendwie anders war als seine Altersgenossen.

Schneller, stärker und ausdauernder war er, und seine Fähigkeiten machten ihn zu einem Außenseiter… so ersann er eines Tages einen wagemutigen, atemberau­benden Plan, der ihn in die Ferne führte und in ein Abenteuer, das die Welt ins Chaos stürzte…

Ab heute ist dieses romantische Katzenmärchen aus dem alten Ägypten zum Preis von 1,49 Euro auf www.beam-ebooks.de erhältlich. Ich wünsche euch ein angenehmes Lesevergnügen.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Wochen-Blog 105: Kommunikationsprobleme

Posted März 8th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich glaube, jeder kennt das, der diesen Blogeintrag liest – wie oft ist euch das schon so gegangen, dass euch an den Kopf geworfen wurde „Du verstehst mich einfach nicht!“ Ein völlig unverfänglicher, alltäglicher Satz, nicht wahr? Und er hat eigentlich mehr mit psychologischem Feingespür zu tun als mit dem wort­wörtlichen Inhalt.

Aber was wäre, wenn es tatsächlich irgendwo in den Weiten des Universums ein Volk gäbe, in dem diese Worte absolut TODERNST gemeint sind? Wo sich Wesen ein und desselben Fleisch und Blutes, selbst wenn sie sich gegenüber­stehen, beim besten Willen nicht miteinander verständigen können, ja, wenn sie sich dann nicht einmal als gleichartig erkennen können?

Im OSM geriet ich im Jahre 2004 in eine derartige, verrückte Situation, und ihr könnt mir glauben – ich war arg konsterniert. Dergleichen hatte ich, wiewohl doch recht belesen im phantastischen Genre, noch nirgendwo gelesen oder ge­sehen.

Wir befinden uns, wie ihr in den aktuellen E-Books auf Amazon.de nachlesen könnt, im Oki Stanwer Mythos (OSM), KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI). Und das Volk, von dem ich spreche, sind die schwarzen, humanoiden Zwergenwesen, die Shonta, die dort die monströse technische In­nenwelt eines so genannten MINEURS der Troohns bewohnen.

Dachte ich noch, als ich Band 10 schrieb, „Das Maschinenvolk“, es hier mit ei­ner besonders perfiden Sklavenspezies der Troohns zu tun zu haben, die auf heimtückische Weise sowohl die verzweifelten Tassaier um den Wissenschafts­rat Yunsh als auch die kaum minder verstörten Yantihni von der RHON-2 in eine Falle gelockt und überwältigt hatten, so musste ich, als ich dann den jungen „Abenteurerherz“ (Bd. 16 der Serie) kennen lernte, bemerken, dass die Dinge nicht so einfach lagen. Ihr werdet das auch schon festgestellt haben.

Es gibt mindestens zwei verschiedene Sorten von Shonta. Die so genannten „li­zenzierten“ sind jene, die immerzu im Fokus der Aufmerksamkeit der „Herren des Imperiums“ stehen, also der Troohns und deren mechanischer Vollstrecker. Sie sind nicht viel besser dran als rigide überwachte Sklaven.

Dann aber gibt es eben auch noch die anderen Shonta – die Abspalter. Und da­mit beginnen die Rätsel.

Die Abspalter sehen exakt so aus wie die lizenzierten Shonta, aber im Gegen­satz zu diesen führen sie eine Art von Vagabundenleben, am Rand der Legalität und oftmals fast in Sichtweite ihrer Artgenossen, von denen sie aber gründlich ignoriert werden.

So schaut es auf den ersten Blick aus, aber das trügt. Die Dinge liegen ein wenig komplizierter, als man denkt. Es gibt hier nicht eine Art von stillschweigendem „Gentleman’s Agreement“ in der Art, dass die beiden Shonta-Gruppen einander einfach ignorieren. Weit gefehlt.

Abenteurerherz bekommt das auf die harte Tour heraus, als er mit seinem Freund Maschinenpuls in den Drachenhort der lizenzierten Shonta eindringt und hier von Kindern überrascht wird, die ihm vorhalten, er „stinke“. Und als er später bei seinem alten Abspalter-Techniker Stahlbohrer nachfragt, erfährt er, dass die lizenzierten die Abspalter-Shonta völlig anders wahrnehmen.

Die Abspalter-Shonta seien für die lizenzierten „Schatten“, Ungeheuer gerade­zu, die nur Verderben brächten. Sie könnten sie nicht wirklich erkennen, son­dern sähen nur peinigende Schemen in ihnen, und egal, was die Abspalter auch sagten, die Lizenzierten verstünden sie nicht. Das hänge irgendwie mit der Nah­rung zusammen…

Abenteurerherz glaubt ihm anfangs kein Wort.

Er muss aber erleben, dass das die reine, lautere Wahrheit ist.

Als er dem jungen lizenzierten Shonta Klippenspringer das Leben rettet, erlebt er das alles hautnah. Und es ist beklemmend, zu beobachten, wie sich tatsäch­lich nach dem Genuss der Abspalter-Nahrung das optische, olfaktorische und semantische Wahrnehmungsproblem verflüchtigt.

Irre, dachte ich, das kann doch alles gar nicht wahr sein! Ich glaube, euch geht das heute sehr ähnlich. Aber ich versichere euch – dies ist genau die Wahrheit. Allerdings bin ich in einer etwas besseren Situation als der findige und pfiffige Abenteurerherz. Ich habe schon eine Ahnung, was eigentlich vor sich gegangen ist und wie diese paradoxe Wahrnehmungsstörung vonstatten geht.

Angefangen hat das alles, nehme ich an, als die Troohns, die „Herren des Impe­riums“, erstmals Shonta in ihren MINEUREN vorfanden und feststellen mussten, dass es äußerst schwierig war, diese zähen Zwergenwesen auszurotten. Also machten sie aus dem Problem eine Art von Tugend.

Wie haben sie das geschafft? Recht simpel: sie trafen mit einer Reihe von Shon­ta-Clans eine Übereinkunft, dergestalt gehalten, dass sie die nunmehr „lizen­zierten“ Shonta, gewissermaßen als Hilfsarbeiter duldeten. Sie boten ihnen eine Heimstatt (unter Überwachung) an und konstante Nahrungszufuhr. Damit konn­ten die vorher nomadisierenden Shonta sich ansiedeln und hätten unter nor­malen Umständen natürlich jetzt mehr Nachwuchs in die Welt gesetzt.

Die Troohns vereitelten das, indem sie die Nahrung, die sie den lizenzierten Shonta zukommen ließen, manipulierten. Über die Art der Manipulation be­steht derzeit noch Unklarheit, aber offensichtlich reguliert diese Manipulation die Fruchtbarkeit der lizenzierten Shonta zum Negativen. Außerdem werden sie zu Hilfsarbeiten herangezogen… und wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, kommt es durchaus zu Vertreibungs- oder sogar zu Vernichtungsaktionen ge­genüber den lizenzierten Shonta.

Beneidenswert ist die Lage also nicht.

Die Folge war, dass manche lizenzierten Shonta desertierten und sich aus der Bevormundung der Troohns lösten. Dies waren die ersten Abspalter. Da sie nun nicht mehr auf die Nahrung der „Herren“ zurückgreifen konnten, mussten sie alternative Nahrungsquellen suchen.

In dem Moment beginnt das eigentliche Mysterium. Denn vorher war von Wahrnehmungsstörungen keine Rede. Es ist zu vermuten, dass das, was nun ge­schah, eine eher unbeabsichtigte Nebenwirkung war: dadurch, dass die Abspal­ter andere Nahrung zu sich nahmen als die lizenzierten Shonta, trat eine se­mantische und wahrnehmungsbedingte Differenz der Shonta-Stämme ein.

Wie Abenteurerherz feststellen konnte, gilt das aber nicht flächendeckend – die Kinder der Lizenzierten waren imstande, ihn als Shonta zu erkennen und mo­nierten lediglich seinen Körpergeruch. Daraus lässt sich etwas schließen: die modifizierte Nahrung der lizenzierten Shonta scheint das Hauptproblem zu sein. Und sie wirkt altersspezifisch. Das legt nahe, dass es einen Zusammenhang mit dem hormonellen System der Shonta gibt.

Denken wir genauer darüber nach: Kinder der Shonta vermögen Abspalter rela­tiv mühelos zu erkennen und auch mit ihnen zu kommunizieren. Sobald sie aber in die Pubertät gelangen, kann man plausibel schlussfolgern, wirken irgendwel­che Stoffe in der Nahrung der Shonta auf die Wahrnehmungszentren der Lizen­zierten ein und blockieren die optische Wahrnehmung ebenso wie die akusti­sche.

Der Prozess scheint nicht vollständig irreversibel zu sein, wie der Fall von Klip­penspringer und seinen Freunden anzeigt. Der Genuss von Abspalter-Nahrung führt offensichtlich dazu, dass die Lizenzierten imstande sind, sich selbst zu Ab­spaltern zu wandeln.

Ohne jetzt sehr weit vorausgreifen zu wollen… ihr werdet es erleben, dass die­ser Komplex der nahrungsbedingten Kommunikationsprobleme noch ziemliche Komplikationen hervorrufen wird. Und dann geht es buchstäblich um Leben und Tod… ich habe die entsprechenden Geschichten schon geschrieben, aber es wird noch geraume Zeit dauern, bis ihr sie hier im E-Book lesen könnt.

Eins darf ich aber schon an dieser Stelle versichern: die scheinbar harmlosen und schlichten schwarzen Zwerge sind verdammt wichtige Protagonisten in die­sem KONFLIKT, und in ihnen steckt deutlich mehr, als man auf den ersten Blick sehen kann.

Ihr solltet die kleinen Wesen im Blick behalten und auch ihre „Göttin“, die un­glückselige Vaniyaa. Ihre Abenteuer haben gerade erst begonnen…

Soviel für heute. Macht es gut, bis nächste Woche an dieser Stelle.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des Oki Stanwer Mythos,

vielleicht schaut der eine oder andere von euch verwirrt wegen der Tatsache, dass nun nach dem Band 16 der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) mit dem Eigentitel „Abenteurerherz“ verblüffend nicht gleich Band 17 kommt. Das wäre zumal deshalb zu erwarten, weil TI 16 ja der erste Teil eines Vierteilers ist.

Nun, die Überraschung kann ich mildern. Wie ich schon im oben erwähnten E-Book schrieb, ist „Annalen 4: Heiligtum der Shontaein Crossover-Band zwi­schen den Annalen und der TI-Serie. Das heißt, um den Vierteiler der Serie voll­ständig inhaltlich zu erfassen, ist es nutzbringend, den vorliegenden Annalen-Band ergänzend zu lesen.

Um folgendes geht es:

In der TI-Serie ist die yantihnische Expedition des Raumschiffs RHONSHAAR nahe der „Bebenzone“ von Twennar angekommen, um dort die Heimstatt des Volkes der Tassaier zu erforschen und Kontakt mit diesen Extrayantihni aufzu­nehmen. Das Beiboot RHON-2 wird vorausgeschickt, um den Wahrheitsgehalt des einzigen bisherigen Berichts über das Schicksal der Tassaier zu erkunden.

Die Crew der RHON-2 findet ein völlig verwüstetes Sonnensystem vor und eine mondgroße Vernichtungsmaschine, die offenbar die tassaiische Zivilisation auf dem Gewissen hat. Der Pilot Yuuricor lässt abstimmen und dringt dann mit dem Beiboot in den Maschinenstern ein, den so genannten „Sternenhammer“, wo die Yantihni auf das Zwergenvolk der Shonta stoßen und letztlich betäubt wer­den (so geschehen in den Bänden 8-10 der Serie).

Monate später entdeckt der Shonta Abenteurerherz in den Laderäumen des MINEURS der Troohns – wie die Leser inzwischen wissen, ist das die präzise Be­zeichnung – die yantihnischen Späher wieder, gefangen im Tiefschlaf… und un­ter ihnen ist die Linguistin Vaniyaa, die Abenteurerherz auf unergründliche Wei­se in einem wiederholten Traum erschienen ist (so geschehen in Bd. 16 im vori­gen Monat).

Seine Artgenossen schaffen es, die Tiefschlafwabe Vaniyaas zu entführen und in ihren verborgenen Hort zu verschleppen.

Doch was ist dann weiter mit ihr geschehen, mit der desolaten Vaniyaa? Was wird aus Abenteurerherzens brennendem Wunsch, sie wieder zu sehen? Wie gestaltet sich Vaniyaas Auftauchen aus dem Dämmer des Bewusstseins und was widerfährt ihr weiter?

Diese Fragen, deren Fortgang dann außerdem in TI 17 „Zurück zu den Sargko­lonnen“ in Bälde weiter verfolgt wird, könnt ihr in dem vorliegenden E-Book ge­nauer betrachten. Und ihr werdet entdecken, dass hier ein paar sehr, sehr ei­gentümliche Dinge geschehen sind, die noch massiven Einfluss auf Vaniyaas Da­sein und das der Shonta ringsum haben.

Wenn ihr neugierig geworden seid – schaut rein. „Heiligtum der Shonta“ steht ab sofort zum Download als EPUB-Datei auf Amazon-KDP zur Verfügung. Es kos­tet 3,49 Euro. Der einmalige Gratisdownload ist am 17. März 2015 möglich.

Ich wünsche euch eine angenehme Lektüre und freue mich jederzeit über Kom­mentare und Bewertungen des Werkes auf Amazon-KDP.

Ansonsten sehen wir uns morgen wieder an dieser Stelle, wo ich in meinem Wochen-Blog aus gegebenem Anlass – Annalen 4! – etwas zu „Kommunikati­onsproblemen“ erzählen werde… da das noch wichtig werden wird, empfehle ich, diesen Beitrag nicht zu versäumen!

Bis morgen dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.