Liebe Freunde des OSM,

du lieber Himmel, eben war ich noch dabei, Wochen-Blog 100 zu schreiben, und nun bin ich schon bei der Nr. 125! Die Zeit rast aber echt dahin, man glaubt es kaum. Wir schreiben den 1. Mai 2015, und ich möchte wie üblich etwas zu meinen kreativen Aktivitäten des abgeschlossenen Monats erzählen, diesmal also zum April 2015.

Da ich pünktlich mit dem 1. April 2015 mit der Neuerung des „Rezensions-Blogs“ begonnen habe, versteht es sich von selbst, dass ich einen erheblichen Teil des Monats dafür aufwandte, diesem Blog einen gewissen Vorsprung zu verschaffen. Er bezieht sich nicht auf den OSM, deshalb werde ich hier nicht sehr viel mehr dazu schreiben. Nur soviel: die ersten 17 Blogbeiträge für diese Rubrik sind inzwischen fertig. Zwischendrin kam ich dann zu einer ganzen Men­ge Aktivitäten bezüglich des OSM.

Behindert wurde ich im Schreiben durch die jüngst schon referierte Tatsache, dass ich an dem hochkomplexen Band 1750 des OSM arbeite, an Band 54 der Serie „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ (NK) mit dem Titel „Tödliche Entschei­dung“. Auch hier mag der Hinweis genügen, dass das Manuskript inzwischen 90 einzeilige Seiten umfasst, aber alles andere als fertig ist. Es werden deutlich mehr als hundertzwanzig werden, vielleicht mehr als hundertfünfzig. Und es gibt darin so viele Protagonisten, Handlungsschauplätze und Szenerien zu be­rücksichtigen, das ist wirklich harte Arbeit.

Wozu kam ich sonst noch in diesem Monat April? Hierzu:

Blogartikel 121: Work in Progress, Part 28

(NK 57: Sardoons Plan)

Erläuterung: Nein, da kam ich doch nicht so flink voran, wie ich jüngst dachte… dafür taucht die Dämonenwaffe Sardoon nun in Band 54 der Serie auf. Das ist auch nicht witzig.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

(E-Book-Glossar)

(OSM-Wiki)

(Der Zathuray-Konflikt – OSM-Roman)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“)

(E-Book 27: Auf Götterpfaden)

(NK 54: Tödliche Entscheidung)

(Glossar der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

Präsentationsskript 11hoch11 trifft Buchmarkt – Phantastik aus Braunschweig

Erläuterung: Das war meine Vortragsgrundlage für meinen neulich schon er­wähnten Vortrag in der Buchhandlung Graff am 29. April 2015. Die dazu gehöri­ge Präsentation kann sich auch sehen lassen:

https://prezi.com/bkwxpbqpe6d_/phantastische-literatur-aus-braunschweig/

(18Neu 70: Der kretische Fluch)

(Im Feuerglanz der Grünen Galaxis – OSM-Roman)

Beam-Blog 10

Die Cestai – ein rätselhaftes Volk – OSM-Hintergrundtext

Erläuterung: Dies ist ein Hintergrundtext zum KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), der notwendig wurde, als ich jüngst mit Lars Vollbrecht zusammen die Cover für die Cestai-Episoden realisierte. Ihr findet die meisten davon inzwischen auf seiner Website www.dasauge.de. Allerdings erscheinen diese E-Books doch erst 2016, schneller klappt das nicht.

18Neu 67: Der COMMANDER

Erläuterung: Der Titel dieses Bandes wird später für die E-Book-Publikation ge­ändert werden müssen, weil er sich eigentlich nur auf die letzten paar Seiten be­zieht. Aber das ist sonst schon eine spannende Sache, zu erleben, wie Oki Stan­wer und sein Sohn Marconius von den beiden Ghost-Agents Richard Winer und Leonard Telkow zu ihrem Chef gebracht werden, dem geheimnisvollen COMMANDER… OSM-Altleser wie Michael Breuer werden diesen COMMANDER sogar aus den 80er Jahren noch kennen…

(IR 33: Traum-Experimente)

Erläuterung: Bei dem Band juckte es mich verdammt in den Fingern, weiterzu­schreiben. Hierin geht es um die rätselhafte Frage, ob es so etwas wie präko­gnostische Träume gibt. Der Techno-Träumer Torkeron träumt ständig von Zer­störung und Vernichtung und wird darüber ganz fatalistisch. Aber der Baumeis­ter Naam und seine Fehlersucher glauben nicht an derlei Dinge… bis Torkeron davon träumt, dass der Ort, an dem sie sich gerade alle aufhalten, in Bälde rest­los vernichtet sein wird. Und das Verhängnis ist unaufhaltsam…

Na ja, und das ist ja erst der Anfang eines Mehrteilers, der noch sehr viel gräss­licher wird.

(18Neu 68: Auf TOTAMS Spuren)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“)

(Lexikon der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

(Ani und das Wolkenmädchen – OSM-Story)

(Ungleiche Freunde – OSM-Story)

Erläuterung: Wer zu Gast war auf meiner Lesung am 6. Juni 2015 (um jetzt mal ein wenig kontrafaktisch zu sprechen, denn für mich liegt diese Lesung noch in der Zukunft, für euch Leser dieser Zeilen, die ihr diese Worte erst am 26. Juli le­sen könnt, ist das schon Vergangenheit), der kennt inzwischen ein Stück dieser Story. Ich habe nämlich vor, ein oder zwei Passagen daraus dort vorzutragen, gewissermaßen als „Weltpremiere“. Und ich glaube, ihr werdet die Geschichte und ihre Protagonistin Senyaali lieben lernen.

Senyaali… Senyaali… woher kommt euch dieser Name nun vertraut vor? Ach, das ist ganz einfach zu beantworten: schaut euch mal das Baby in dem Roman „Annalen 2 – Ian und der Stein der Götter“ an, dann wisst ihr Bescheid. In der obigen Story ist Senyaali aber schon ein paar Jährchen älter und deutlich unter­nehmungslustiger als noch zuvor. Das führt dann zu einigen ziemlich turbulen­ten Geschehnissen.

Nein, ich kann noch nicht sagen, wann ich diese Story fertigstellen werde, aber soviel ist sicher, es wird ein Mordsvergnügen werden, sie zu schreiben, sobald der Bilderstrom wieder fließt. Ich halte euch da auf dem Laufenden.

Tja, und dann war der Monat schon wieder um. Blogartikel schreiben und Kor­respondenz erledigen plus die obligatorische Jobsuche, das kostet alles un­glaublich viel Zeit. Die Konsequenz besteht darin, auf vielen Baustellen unter­wegs zu sein, aber nirgendwo richtig voranzukommen. Angesichts eines Jubilä­umsbandes wie der Nr. 1750 ist das doppelt schwer.

Ich bin zuversichtlich, dass ich diesen Band im Mai schreiben kann, um anschlie­ßend mit neuer Energie alte Themenfelder – etwa den KONFLIKT 4 „Oki Stan­wer – Der Insel-Regent“ (IR) – bearbeiten zu können. Von TI mal ganz zu schwei­gen…

In der kommenden Woche findet ihr hier an dieser Stelle Teil 8 der Subserie „Der OSM im Bild“, da entführe ich euch wieder zurück in den KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC). Nicht verpassen, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 17: Das Ungeheuer aus dem Sumpf

Posted Juli 22nd, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute bereisen wir mal wieder ein neues, bislang im Rahmen des Rezensions-Blogs nicht beleuchtetes Terrain, nämlich das der Fantasy im weitesten Rah­men, durchmischt mit eindeutigen Horror-Einflüssen. Der Verfasser, Robert E. Howard, ist aus Fantasykreisen wohl bekannt, beispielsweise als Erschaffer des Barbaren Conan. Er hat aber auch andere Werke verfasst, die weniger bekannt sind. Die unten vorgestellte Storysammlung entführt euch in diesen Bereich der Howardschen Prosa, die nicht ohne Reiz ist, wie eine eigene Lektüreerfahrung schnell zeigt…

Das Ungeheuer aus dem Sumpf

(OT: Black Canaan)

von Robert E. Howard

Terra Fantasy Band 84

162 Seiten, TB (antiquarisch)

April 1981

Aus dem Amerikanischen von Klaus Mahn

Der Amerikaner Robert E. Howard gilt in Fantasy-Kreisen als einer der Begrün­der der modernen Fantasy, und das ist zweifellos gerechtfertigt. Als Schöpfer solcher Figuren wie Conan, Kull von Valusien, Red Sonya und anderen hat er das Genre in der Frühzeit des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum ein anderer, und durch diverse Epigonen und Verfilmungen, die auf seinen Stoffen basierten, durch Comicadaptionen und ähnliches hat sich sein Ruhm bis ins 21. Jahrhun­dert verlängert.

Allerdings wäre es unfair, Howard allein auf die Fantasy zu beschränken. Seine schriftstellerischen Fähigkeiten dehnten sich durchaus auch auf gänzlich andere Gebiete aus, und gelegentlich gab es Crossovers, also Vermischungen von Gen­res. In seinen historischen Geschichten gibt es unübersehbare Fantasy-Anlei­hen, und ebenso gilt das für seine Horrorgeschichten. Die Freundschaft mit dem Großmeister des Horrors, Howard Phillips Lovecraft aus Providence, Rhode Island, trug hier reichliche Früchte, die unbändige, abenteuerlustige Phantasie Howards ergänzte das, und der sprachgewaltige Stil, der seine Geschichten selbst heute noch so lebendig und plastisch werden lässt, so banal vielleicht manchmal der Plot auch sein mag, tat sein Übriges.

Im Pabel-Verlag erschienen in den 70er Jahren dreizehn Werke und Storysamm­lungen mit Geschichten Howards in der Terra Fantasy-Reihe (sie wurde 1982 eingestellt).1 Doch wurden dort im Wesentlichen nur die Fantasy- und die histo­rischen Abenteuer aufgelegt. Der vorliegende Band war ursprünglich für die VAMPIR HORROR-Reihe geplant2, doch bevor er in Druck gehen konnte, kam das Aus für die Reihe. So verfielen die Herausgeber darauf, den Band in der Ter­ra Fantasy-Reihe zu publizieren, damit die redaktionelle Arbeit des Perry Rho­dan-Autors Klaus Mahn (alias Kurt Mahr, wie sein dortiges Pseudonym lautete) nicht umsonst war.

Diese Storysammlung umfasst 8 Geschichten sehr unterschiedlicher Qualität, die zum Teil zu einem Zyklus um die Familie Kirowan gehören, von denen aber nur eine, „Der Dämon des Ringes“ jemals zu Howards Lebzeiten publiziert wurde (1934). Die Titelstory selbst, das längste Werk der Anthologie, fand in Howards Todesmonat Juni 1936 den Weg zu den Lesern. Alle restlichen Stories und teil­weise fragmentarische Werke in der Sammlung sind posthum publizierte Wer­ke.

In „Das Ungeheuer aus dem Sumpf“, die in einer fiktiven Gegend im Süden der USA namens Kanaan spielt – der Zeithorizont dürfte etwa das späte 19. Jahr­hundert sein – , geht es um eine finstere, magische Intrige, die von einem Schwarzen namens Saul Stark ausgeht und die Vormacht der Weißen in der Re­gion brechen soll. Der Held der Geschichte, der junge, dynamische Kirby Buck­ner, wird aus New Orleans zurück in die Heimat gerufen, um das Verderben aus dem Sumpf aufzuhalten, allerdings gehört dieser Ruf in die Heimat mit zu der Falle, die ihn und alle anderen ins Verderben locken soll…

Delenda est“ kündet schon durch seinen lateinischen Titel an, dass sie im Al­tertum spielt. Hier vermischt sich reale Geschichte um die Vandalen im Mittel­meer, römische Geschichte und Geisterstory. Dem Vandalenführer Geiserich er­scheint während einer Überfahrt über das Mittelmeer ein unheimlicher Besu­cher, der sich aber weigert, seinen Namen zu nennen. Und er kündet ihm von Verrat in den eigenen Reihen…

Der Dämon des Ringes“ ist eine vergleichsweise schlichte Geschichte: Durch einen Zufall findet John Kirowan heraus, dass sein nun seit einem Jahr verheira­teter Freund Gordon der festen Überzeugung ist, seine Frau Evelyn wolle ihn tö­ten. Sie habe es drei Mal in der letzten Zeit versucht, und er ist der finsteren Überzeugung, dies geschehe deswegen, weil er selbst möglicherweise die Rein­karnation seines Urgroßvaters sei, Sir Richard Gordon von Argyle, der damals seine Frau ermordet habe. Zwar ist es, wie der in den magischen Wissenschaf­ten bewanderte Kirowan herausfindet, durchaus so, dass Evelyn Mordversuche unternommen hat, aber es hat damit eine ganz andere Bewandtnis…

In „Das Haus unter den Eichen“ kommen die Protagonisten James Conrad und John Kirowan auf der Suche nach der Muse des völlig aus der Familie geschlage­nen Dichters Justin Geoffrey einem Ort auf die Spur, der nicht ganz von dieser Welt ist. Wer immer sich dorthin begibt, zu diesem „Haus unter den Eichen“, wird von Einflüssen aus einer anderen Dimension heimgesucht. Und dabei bleibt es durchaus nicht bei bösen Träumen oder mystischen, solcherart inspi­rierten Dichtungen…

Der Todestraum“ ist vermutlich eher ein Fragment, aufgrund seiner Kürze und brüsken Direktheit liegt das nahe: Der Abenteurer John Murken hat in Indien ein traumatisches Erlebnis gehabt. Auf der Suche nach einem verborgenen Schatz wurde er von seinen Helfern betrogen und in einer Höhle allein mit einer Schlange zurückgelassen, die ebenso wie er auf raffinierte Weise gefesselt war, aber im Laufe der Zeit imstande sein würde, ihn zu erreichen und damit zu tö­ten. Zwar konnte er dieser Falle entkommen, aber seit jüngster Zeit träumt er immer öfter genau von dieser Situation, und in jedem Traum kommt ihm der Kopf der Schlange näher…

Dermods Fluch“ zählt wieder zum Kanon der Kirowan-Geschichten und spielt diesmal in Irland, der ursprünglichen Heimat der Kirowans, wo der gemütskran­ke Protagonist heimkehrte, um seine Seele ein wenig zu kurieren. Doch hier stolpert er mitten über einen Fluch seiner Familienvergangenheit, der ihn um ein Haar ins Verderben reißt…

An der Schwarzen Küste“ weist starke Einschläge von Lovecrafts Cthulhu-My­thos auf. Der Erzähler und seine Frau Gloria fliegen mit einem kleinen Flugzeug von Manila nach Guam, kommen dort aber nicht an. Stattdessen müssen sie vor einer steilen schwarzen Küste notlanden und können sich ans Ufer retten. Auf den ersten Blick scheint diese menschenfeindliche Landschaft leer und kahl, aber das täuscht. Es existiert hier Leben, intelligentes Leben, fremdartiger und unmenschlicher, als man sich das jemals vorstellen konnte…

Die letzte Story, „Die unter den Gräbern hausen“ gehört wieder zu den Kiro­wan-Stories, und wer die ganze Storysammlung gelesen hat, wird begreifen, dass sie deplatziert ist und eher an den Anfang der Storysammlung gehört hät­te. Sie ist unzweifelhaft auch früher geschrieben als etwa „Das Haus unter den Eichen“. Der alte Job Kiles stört seine Freunde O’Donnell und James Conrad mit der alarmierenden Nachricht auf, sein vor Wochen verstorbener, nichtsnutziger Bruder Jonas, der auf eigenen Wunsch in dem abgelegenen Grabmal auf den Hügeln beerdigt worden sei, sei wieder am Leben und damit unzweifelhaft ein Vampir. Job Kiles will ihn deshalb auf die einzige Weise töten, die sich für einen Vampir geziemt – nämlich mit einem Pflock, den er durchs Herz treibt. Aber dazu kommt es nicht… es ist alles viel schlimmer, denn die Freunde entdecken hinter dem Grabmal eine geheime Tunnelanlage, und was dort lebt, ist weitaus grässlicher als alles, was sie sich vorstellen können…

Die Storysammlung ist wirklich sehr durchmischt, was ihre inhaltliche Ausrich­tung angeht. Während die kürzeren Geschichten eher banal anmuten, was ih­ren Inhalt angeht, so fallen die längeren doch durch eine detailreiche Ausgestal­tung auf, die ihre Vorbilder nicht verleugnen kann. So findet man bei der Haus-Geschichte Anklänge an William Hope Hodgsons „Haus an der Grenze“, bei der Schwarzen Küste deutliche Anleihen bei Lovecraft, und die Titelgeschichte so­wie die Delenda-est-Story zehren vom historischen Flair. In der Titelstory fällt al­lerdings unangenehm der rassistische Jargon auf, den die einen zeithistorisch nennen mögen, heutzutage finde ich es aber beunruhigend, in einer Geschichte von Schwarzen durchweg als „Nigger“ zu sprechen.

Aus den meisten Ideen hätte man natürlich noch sehr viel mehr herausholen können, aber der Grund, warum dies nicht geschah, lag in Howards frühem Tod 1936, der für die Fantasy jener Zeit ein herber Verlust war. Aus diesem Grund sollte man an die Werke nicht jenen Qualitätsstandard anlegen wie an die Ge­schichten, die Howard zu Lebzeiten veröffentlichte. Daran können sie begreifli­cherweise nicht anknüpfen. Ansonsten lohnt die Storysammlung sich durchaus zur Wiederentdeckung, nicht nur für Howard-Fans, sondern auch für solche, die sich vielleicht vorstellen könnten, welche zu werden…

© by Uwe Lammers, 2009

Man kann also sagen, was man möchte – mit Robert Howard habe ich wieder mal einen Autor aus dem Dämmer des Halbvergessens gerissen, der eine Neu­entdeckung durchweg lohnt. Wer aufgrund meiner obigen, vor sechs Jahren ge­schriebenen Zeilen neugierig geworden ist, der möge dieses Werk antiquarisch suchen.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Es handelt sich dabei um folgende Bände: TF 3 Herrscher der Nacht, TF 11 Degen der Gerechtigkeit, TF 17 Rächer der Verdammten, TF 23 Krieger des Nordens, TF 28 Kull von Atlantis, TF 29 Herr von Valusien, TF 37 Horde aus dem Morgenland, TF 42 Die Bestie von Bal-Sagoth, TF 50 Geister der Nacht, TF 55 Gespenster der Vergangenheit, TF 75 Der Dolch mit den drei Klingen, TF 77 Im Land der Messer und TF 80 Der Schatz der Ta­taren. Davon kann man als Rezension nachlesen die Betrachtung über das Buch Horde aus dem Morgenland, einmal in BWA 276 (September 2006), ein zweites Mal in HISTORIKERZEIT 2 (November 2006).

2 Dort erschienen von Howard die Storysammlung VH 52 Das Haus des Grauens und die Story „Die Stunde der Ab­rechnung“ in VH 42.

Liebe Freunde des OSM,

es ist schon ein Weilchen her, seit ich am 29. April 2015 die phantastische Gele­genheit erhielt, in der Braunschweiger Traditionsbuchhandlung Graff über mein Herzensprojekt reden zu dürfen – über mein E-Book-Programm und besonders auch darüber, dass ich seit gut 35 Jahren tätiger und rühriger Phantast bin und stetig unterwegs in einer Vielzahl höchst ungewöhnlicher Welten und Univer­sen.

Möglich wurde diese Präsentation durch das, was ich immer gesagt habe: prak­tiziertes Teamwork und rege Netzwerkarbeit. Wie das oft so ist, kamen hier vie­le Faktoren nach und nach einfach zusammen, ganz so wie bei organischem Wachstum. Ich erzwang rein gar nichts, aber als sich die Möglichkeit bot, eine Chance wahrzunehmen, griff ich eben einfach beherzt zu und trat ins Rampen­licht der Öffentlichkeit.

Was kam in meinem Fall zusammen? Zum einen die über ein Jahr rege und kon­stant gepflegte Verbindung mit den Akteuren des Braunschweiger Vereins Krea­tivRegion e.V. (www.kreativregion.net), von denen ich wusste, dass sie auch ein­mal einen Event in ihrer Eventreihe „11hoch11“ zum Thema „Buchmarkt“ an­bieten würden. Als ich dann Anfang 2015 kontaktiert wurde, ob ich für dieses Thema als Referent zur Verfügung stehen würde, da sagte ich sehr bereitwillig zu. Ebenso, als ich bald danach um ein Interview für die Homepage des Vereins gebeten wurde.

Da ich natürlich darauf abzielte, einen möglichst positiven Eindruck zu bieten, waren weitere Vorarbeiten vonnöten, und auch dafür hatte ich tatkräftige Un­terstützung. Dr. Claudia Hagedorn vom Förderverein Phantastika Raum & Zeit e.V. (www.sciencefiction.de), die mir schon bei der Erstellung der Homepage www.oki-stanwer.de und bei der Realisierung der ersten Flyer-Generationen ge­holfen hatte, stand mir hilfreich zur Seite, als ich sie darum bat, aus meinen Tex­ten und gelieferten Grafiken schließlich eine Präsentation zusammenzustellen.

Parallel dazu war ich gerade dabei, mit der Braunschweiger Grafikerin Valentina Romanenko einen ausführlichen E-Book-Folder zu entwickeln. Was lag also nä­her, als Claudias fertige Folien zu nehmen und sie Valentina zur Verfügung zu stellen, damit sie daraus dann eine wunderbar dynamische Präsentation mit Hilfe von www.prezi.com anfertigte. Und das war es dann, was am Abend des 29. April 2015 zum Einsatz kam. Für alle, die nicht dabei sein konnten, folgt hier noch mal der Link zur Präsentation selbst:

https://prezi.com/bkwxpbqpe6d_/phantastische-literatur-aus-braunschweig/

Was soll ich sagen? Der Abend war ein voller Erfolg, und selbst meine sonst üb­liche Nervosität legte sich bei dem Kurzvortrag atemberaubend schnell. Am Schluss stand ich den gut 60 versammelten Zuhörerinnen und Zuhörern sehr bereitwillig Rede und Antwort, durchaus ein wenig launig.

Ich meine, das ist doch auch ganz normal gewesen – ich sprach über mein Lieb­lingsprojekt, ich befand mich in der absoluten Traum-Location, wo ich immer schon mal hatte sein wollen… und ganz so, wie ich es den Lauschenden versi­cherte: ich hätte durchaus auch sehr viel mehr erzählen können. Es gab leider so gar keine Chance, in die Tiefen vorzustoßen, thematisch betrachtet, weil ich mich an den Randparametern halten musste. Aber das wird beizeiten sicherlich grundlegend geändert werden können.

Sobald es also weitere Möglichkeiten gibt, ähnlich wie zu diesem Event wieder einmal in die Tiefen der Öffentlichkeit vorzustoßen und den direkten Kontakt mit neugierigen Leserinnen und Lesern zu suchen, werde ich das ganz gewiss tun. Mit jedem einzelnen solchen Ereignis, so mein Empfinden, verringert sich die Kontaktnervosität. Es ist vielleicht nicht so, dass ich das sprichwörtliche „Bad in der Menge“ in Bälde genießen werde… aber es macht tatsächlich Spaß.

Sobald sich also weitere solche Events ereignen, werde ich frühzeitig in meinem Autorenprofil bei „Amazon Autor-Central“ darüber etwas schreiben, ggf. dann auch hier auf dem Blog. Dank meines Kontaktes zum Verein KufA e.V. werde ich da sicherlich in Bälde die eine oder andere Möglichkeit finden, Lesungen zu ver­anstalten.

Gewiss – bis sich bewahrheitet, was mein argentinischer Brieffreund Ernesto schreibt, dass ich nämlich „bald ein berühmter Autor“ sein werde, bis dahin vergeht zweifellos noch geraume Zeit. Aktuell verkaufe ich im Monat ja nur ma­ximal hundert E-Books. Aber mittelfristig wird sich das bestimmt ändern.

Der 11hoch11-Event ist auf alle Fälle eine schöne Möglichkeit gewesen, zum einen wieder in die Öffentlichkeit zu gelangen und neue Akteure des Buchmark­tes kennen zu lernen, zum anderen hat mir diese Veranstaltung jede Menge Selbstbewusstsein mehr eingeflößt als vorher. Und da ich auf jedem weiteren 11hoch11-Event als Gast dabei sein möchte, ist das für jeden, der diese Zeilen hier liest, die Chance, mit mir dort dann ein persönliches Gespräch zu führen. Ich freue mich drauf.

Heute in einer Woche lest ihr dann an dieser Stelle, was ich im Monat April 2015 alles so an kreativen Werken geschaffen habe, wenigstens bezogen auf den Oki Stanwer Mythos (OSM).

Ich hoffe, ihr schaut einfach wieder vorbei!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde meiner E-Books,

mit dem neunten Band der TI-Serie habt ihr nun also die Gelegenheit, die Aben­teuer der kleinen Wissenschaftlercrew der RHON-2-Mission weiter zu verfolgen und zu entdecken, dass der Pilot Yuuricor ein unglaubliches Wagnis eingeht, in­dem er seinen Missionsdirektiven zuwider handelt… mit gutem Grund, wie er denkt.

Vor dem kleinen yantihnischen Beiboot liegt eine Welt jenseits ihrer Vorstellung, ein mechanischer Alptraum, eine mondgroße Vernichtungsmaschine, die offen­kundig das Sternenvolk der Tassaier gerade ausgelöscht hat. Und Yuuricor nimmt direkt Kurs auf diese Vernichtungsmaschinerie.

Was sich daraus ergibt, erfahrt ihr in diesem E-Book, das ab sofort auf www.beam-ebooks.de zum Preis von nur 1,49 Euro erhältlich ist.

Ich wünsche angenehme Lektüre! Und wer am Schluss auf den Nägeln kauen sollte (durchaus verständlich), der darf sich dann schon auf Mitte August freuen, wenn der Schluss dieses Abenteuers erscheint…

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 16: Keiner von uns

Posted Juli 15th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heutzutage mag die Kenntnis über die Krimiautorin Patricia Highsmith ein wenig eingerostet sein, wo sie doch schon so viele Jahre nicht mehr unter uns weilt. Aber glücklicherweise ist es mit Romanen und Kurzgeschichten nicht so, dass sie mit dem Tod ihrer Verfasser sich kurzerhand in Nichts auflösen. Das wäre eine seltsame – wenn auch ohne Zweifel interessante und reizvolle – Welt, in der es sich so verhielte. Man lasse nur mal die muntere Spekulation weiter wu­chern und frage sich, mit welchem Personal heutzutage vielleicht Filmklassiker bestückt wären, wenn ihre visuellen Anima mit dem Tode der Schauspieler erlö­schen würden…

Ah, solche Gedanken mögen wir ein anderes Mal verfolgen, manchem Interes­sierten könnten sie als Anstoß für eigene Geschichten dienen. Heute kümmern wir uns um das vorliegende Buch. Und das hat es wirklich in sich, meine lieben Freunde:

Keiner von uns

(OT: The Black House)

von Patricia Highsmith

detebe 21179

Elf Geschichten

352 Seiten, TB, 1982

Aus dem Amerikanischen von Anne Uhde

(und Ulla Neckenauer)

Der Kenner ist schon vorgewarnt, wenn er den Klappentext liest: „Elf Erzählun­gen von gewöhnlichen Leuten: Feiglinge, Betrüger, Ehebrecher, Matrosen, Sa­disten, Senioren, begabte und weniger begabte Kinder und vor allem die Schwa­chen, die im Kampf gegen die Gemeinheiten des Alltags auf der Strecke blei­ben…“

Und dann blättert man das Buch dennoch auf und beginnt, in die furchterre­gende Welt der Patricia Highsmith einzutauchen, die man im ersten Moment durchaus mit der unsrigen verwechseln könnte. Ja. Und das ist das Gemeine daran. Denn auf subtil-bösartige Weise untergräbt sie unsere Erwartungen, oder, wo sie sie bestätigt, unterspült sie unsere Moral. Die Konsequenz ist, dass man sie nicht so eben mal „am Stück“ lesen kann, sondern nach jeder Geschich­te ein paar Stunden Erholung benötigt. Schauen wir uns einfach mal ein paar Beispiele an.

Edmund Quasthoff, die Hauptfigur der Titelgeschichte, hört mit dem Rauchen auf, ebenso mit dem Trinken. Sympathisch, hm? Leider. Er ist Steuerberater in einer Anwaltsfirma, seit einem Jahr geschieden, und nun hat er wieder geheira­tet. Seine Freundesrunde um die wohlhabende Lucienne Gauss ist hochkarätig besetzt: ein Rechtsanwalt, eine Bibliothekarin, ein Journalist, ein Verlagsredak­teur… und insgeheim kritisieren sie ihren „gefallenen“ Freund Edmund. Eigent­lich mögen sie ihn ganz gern, nur seine Frau nicht. Und dennoch beginnen sie ganz subtil einen Vernichtungsfeldzug gegen ihn…

Was mag man sich unter einem Storytitel wie „Die Schrecken des Korbflechtens“ vorstellen? Ich wusste es nicht, und darum las ich die Story als erste: Dia­ne ist Pressereferentin in einer Werbeagentur, mit ihrem Mann Reg besitzt sie ein kleines Cottage an der Küste von Massachusetts, das sie beide am Wochen­ende meist aufsuchen. Die handwerklich recht unbegabte Diane findet hierbei am Strand einen beschädigten Weidenkorb, den sie sich gut als Dekorations­stück vorstellen kann. Das Reparieren geht flink von der Hand, aber kaum ist sie fertig, beschleicht sie das Grauen. Warum? Das soll hier nicht verraten werden.

Unter eines dunklen Engels Auge“ kommt so heimtückisch daher, dass man ei­gentlich gar nicht anders kann, als zu frösteln. Wie vielen Menschen mag es so gehen wie Lee Mandeville, der ein Antiquitätengeschäft in Chicago führt? Seine alte, steinalte Mutter ist im heimatlichen Indiana in einem Altenheim, und seit vielen Jahren sind die beiden furchtbar zerstritten (oh, es gibt gute Gründe), weswegen sie sich über den Vermittler Winston Greeves unterhalten und nicht mehr persönlich verkehren. Lee bezahlt nur alle Rechnungen für seine alte Mut­ter über Greeves. Aber bei diesem Besuch, bei dem er sich entscheiden muss, ob er das alte Elternhaus verkaufen soll, um für die Unkosten der nicht sterben wollenden Mutter aufzukommen, sind einige Dinge anders. So legt etwa Winston Greeves ungewöhnlich großen Wert darauf, dass er bei ihm im Haus übernachtet, nicht in einem Hotel. Und dann begeht Lee auch noch den Fehler, ungefragt auszugehen, wobei er einen Bekannten trifft. So erfährt er etwas, was seine Welt schier zum Einsturz bringt…

Fast romantisch könnte „Der Traum der Emma C.“ sein. In dieser Geschichte ret­tet eine Fischkutterbesatzung ein wunderschönes Mädchen aus dem Meer, das beim Schwimmen aufs Meer hinausgetrieben worden ist. Und obwohl das sehr romantisch ist, kann man sicher sein, dass es fast unweigerlich ab jetzt an Bord Mord und Totschlag gibt…

Die für mich mit Abstand furchtbarste Geschichte ist zugleich die mit dem an­heimelnden Titel: „Trautes Heim“. Das ist die Heimstatt von Lois und Herbert McIntyre, die recht wohlhabend, kinderlos und sozial engagiert sind. Als sie ei­nes Tages von Skrupeln geplagt werden, „weil sie auf diesem Gebiet (des Kinder Großziehens) ihre Pflicht nicht ganz erfüllten“, beschließen sie, aus einem Pfle­geheim ein älteres, aber noch recht rüstiges Rentnerehepaar ohne Angehörige zu übernehmen und bei sich unterzubringen. Leider denken sie nicht an die Konsequenzen und leben bald im eigenen Haus im Kriegszustand mit den neu­en, sehr beharrlichen Hausbewohnern. Und am Ende gibt es nur noch eine Ra­dikallösung

Bei Patricia Highsmith kann man wirklich nicht behaupten, dass sie ein Men­schenfreund gewesen sei, diese Geschichten beweisen es aufs Neue schlagkräf­tig. Ihre Protagonisten geraten oft durch kleinste Anlässe in stürmische Untiefen des Schicksals und werden gleichsam zwischen den Mühlsteinen der Alltags­grausamkeit zermahlen. Der Leser bangt natürlich und hofft, dass sich irgend­wie eine Lösung ergibt, aber wenn sie denn kommt, ist sie nur halbwegs erleich­ternd. Häufig muss man sich dann fröstelnd fragen, ob es denn keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Ob diese Personen, die überleben, noch sympa­thisch sind (so sollte es ja eigentlich sein… aber kann man beispielsweise gegen­über Mördern uneingeschränkt Sympathie empfinden? Ich habe da so meine Probleme. Patricia nicht).

Ihre Sprache ist schlicht, knapp und treffend, insbesondere ihre Analysen der menschlichen Unzulänglichkeiten sind bisweilen quälend zielsicher, und der be­bende Leser sieht die Handlungspersonen auf den Abgrund zuschlittern, gewis­sermaßen auf die Klippe zu, an der das Schiff der Handlung und des individuel­len Lebens zerschellen muss. Wer üppig ornamentierte Geschichten liebt, wird sich hier ein wenig kalt abgefertigt vorkommen. Wer hingegen Wert darauf legt, knappe und präzise Personenbeschreibungen zu finden, in die Tiefen der menschlichen Psyche einzutauchen, der liegt völlig richtig. Und auch darin hat der Klappentext absolut recht: Diese Geschichten sind „ein außerordentliches Lesevergnügen.“

Nicht umsonst habe ich gleich mit dem nächsten ihrer Kurzgeschichtenbände angefangen: „Kleine Mordgeschichten für Tierfreunde“. Demnächst in diesem Theater…

© by Uwe Lammers, 2004

Ja, ich denke, Patricia Highsmith lohnt eine Neuentdeckung, wenn ihr sie noch nicht kennen solltet. Nicht alles, was heutzutage vielleicht nicht mehr sofort in der Buchhandlung greifbar ist, ist deshalb automatisch altbacken oder uninter­essant. Jeder Buchhändler könnte euch das sagen. Heute sage ich das mal aus­nahmsweise… und ich bin sicher, der obige Band kostet gar nicht allzu viel Geld, wenn man ihn sich antiquarisch besorgen möchte.

Lohnen tut er sich unbedingt.

Soviel für heute an Buchempfehlungen. Wir sehen uns in einer Woche wieder an dieser Stelle, dann machen wir einen Abstecher in den Bereich Fantasy und Horror.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des Oki Stanwer Mythos,

in den vergangenen Wochen ging es an dieser Stelle ein wenig chaotisch zu. Pri­vate schwere Tage waren der eine Grund dafür, Serverkomplikationen ein weite­rer. So konnte ich in den zurückliegenden Wochen keine rechte Ordnung in die neuesten Entwicklungen bringen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Wer regelmäßig mein Autorenprofil unter Amazon Author Central im Blick hat, weiß natürlich schon Bescheid, weil ich da regelmäßig jede Woche aktualisiere.

Worum geht es?

Im Monat Juni 2015 habe ich jetzt die dritte Publikationsplattform für meine E-Books betreten, www.xinxii.com. Ich gebe zu, ich schwankte, als ich das erste E-Book am 16. Juni veröffentlichte, noch ein wenig, ob ich als nächstes gleich einen ganzen Schwall E-Books auf den Markt bringen sollte, schreckte aber vor solchem Aktionismus zurück. Es schien mir sehr viel angebrachter, die Dinge behutsamer anzugehen. Ich schwenkte um auf wöchentliche Erscheinungswei­se… aber nicht so richtig.

Im Juni erschienen drei E-Books, definitiv im klaren Wochentakt, nämlich TI 1: „Das Erbe der Forscherin“ am erwähnten 16. Juni, TI 2: „Das ausgeplünder­te System“ am 23. Juni, und schließlich TI 3: „Vhentars Schicksal“ am 30.

So weit, so gut.

Aber warum erschien dann in der ersten Juliwoche kein weiteres E-Book? Das mögen sich manche von euch durchaus mit Recht gefragt haben. Aufklärung folgt hier:

Ich stelle mir vor, dass ich pro Monat bei XinXii.com drei E-Books veröffentli­chen werde, stets beginnend gegen Monatsmitte. Das heißt, es gibt eine „Lese­pause“ gegen Anfang eines jeden Monats, aber dafür wird der Abstand zu den E-Book-Ständen bei www.beam-ebooks oder www.amazon.com langsam, doch stetig verringert. Der weitere Plan dessen, was ich ironisch die „XinXii-Offensive“ genannt habe, schaut für den Monat Juli darum so aus:

XinXii 4: „Im Zug“ (14. Juli 2015)

XinXii 5: TI 4 „Der Schiffbrüchige“ (21. Juli 2015)

XinXii 6: TI 5 „Wenn der Sternenhammer fällt…“ (28. Juli 2015)

Der Preis der E-Books liegt sämtlich auf 1,49 Euro. Über den Publikationsplan der nächsten E-Book-Triade entscheide ich dann gegen Monatsende und sage euch im kommenden Monat Bescheid.

Und wer zwischendurch Langeweile bekommen sollte, den mache ich an dieser Stelle gern mal auf einen kleinen Appetithappen im Internet aufmerksam. Schaut euch doch einfach mal die Homepage und das Programm des kleinen, jungen Verlages Thrillkult-Media (TKM) an (www.thrillkult-media.de). Das sind Part­ner, mit denen ich erfolgreich seit einiger Zeit im Rahmen meines E-Book-Pro­gramms zusammenarbeite… und das sage ich jetzt nicht nur, weil dort unter „Freunde des Hauses“ auch auf einige meiner Publikationen hingewiesen wird. Da gibt es wirklich spannenden Lesestoff, der für euch vielleicht auch inter­essant sein könnte.

Morgen geht es hier also mit einem XinXii-E-Book weiter… am Tag darauf wird die Veröffentlichung bei www.beam-ebooks mit „Ins Innere der Maschine“ fortgesetzt, gewissermaßen flankiert vom nächsten Rezensions-Blog… ja, ich würde sagen, hier ist ganz schön was los. Und der schnelle neue Server macht den rasanten Zugriff auf die Homepage leichter als je zuvor – häufiger mal rein­schauen lohnt sich also.

Soviel für heute an neuen Informationen, meine Freunde.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

dieser Blogartikel entsteht einmal mehr aus aktuellem Anlass und in schwerer Zeit. Wir schreiben, während diese Zeilen entstehen, den 7. Mai 2015, und der Tod meiner Mutter liegt jetzt aktuell gerade einmal zwei Tage zurück. Ihr könnt euch denken, dass der Schmerz noch frisch ist und Gedanken über Tod, Jenseits und Nachleben mein Denken bestimmen. Gleichwohl habe ich nicht vor, im Ge­gensatz zu vielen trauernden Hinterbliebenen in ähnlicher Lage, wochenlang in Seelenfinsternis zu versinken.

Glücklicherweise besteht dafür von meiner Warte aus auch kein Grund. Ich habe meine geliebte Mutter am 21. April 2015 noch einmal mehrere Stunden lang gesehen und mit ihr gesprochen, und so in ihrem fragilen Lebenszustand bleibt sie in meiner Erinnerung dankbar eingefroren für alle Zeiten.

Ferner wisst ihr, wenn ihr meinem Blog seit zwei Jahren gefolgt seid, dass ich zum Thema Tod, Jenseits und Reinkarnation eine überaus positive Einstellung habe und verschiedentlich hier bereits zu diesem Thema referierte. Diese Form des „auf den Tod hin Denkens“ und die schon seit Jahrzehnten in meinem Werk praktizierte Auseinandersetzung mit der finalen Grenze unseres Daseins bringt mich zu dem Gedanken, dass es auch heute am sinnvollsten ist, wenn ich mich dem Thema kreativ nähere.

Nennen wir es eine Sublimation des seelischen Schmerzes – denn ungeachtet der Tatsache, dass ich so positiv darüber denke, versteht ihr doch ohne Zweifel, dass der Verlust stets gegenwärtig bleiben wird. Aber er hat nicht die alles er­drückende Gewalt, diese Absolutheit, die außer Qual und Seelenhader nichts mehr übriglässt… dafür bin ich dem Tod immer schon viel zu nahe gewesen.

Auch in meinem Werk begegnet ihr dem Komplex des Todes und dessen, was wohl hinter dem rätselhaften Vorhang liegen mag, der das Diesseits vom Jen­seits scheidet, immer wieder, und darum soll es heute gehen. Zwar ertappe ich mich ebenfalls bei dem Gedanken, es sei vielleicht zu früh, über diese Dinge im Rahmen der Kosmologie-Lektionen meines Blogs zu schreiben, aber auf der an­deren Seite ist schlicht der Moment gekommen, dies zu tun. Haltet euch also fest, wir begeben uns auf eine Achterbahnfahrt durch die metaphysischen Tie­fen des Oki Stanwer Mythos… teilweise werden diese folgenden Sätze noch rein theoretisierend bleiben müssen, weil euch die Details notwendig in der Lektüre noch nicht begegnen konnten und womöglich einige Lese-Jahre lang noch nicht begegnen werden. Aber ihr könnt das hier ja jederzeit wieder nachlesen und die Erinnerung auffrischen.

In verschiedenen Blogartikeln habe ich schon über das im OSM variierend be­handelte Thema des Todes und des Nachlebens referiert. Das begann schon mit dem Blogartikel 9 (5. Mai 2013), ging mit Blogartikel 15 (16. Juni 2013) weiter, dann über Blogartikel 57 (6. April 2014) und 66 (8. Juni 2014) hin zu Artikel 88 (9. November 2014). Da das ein ziemlich unerschöpfliches Terrain ist, könnt ihr sicher davon ausgehen, dass das noch fortgesetzt werden wird.

Wir erinnern uns: im OSM gehe ich davon aus, dass Leben allgemein eine meta­physische Komponente besitzt, die so genannte „Fadenmatrix“. Basierend auf der Theorie, dass alle universellen Strukturen ein Analogon in der primärener­getischen Matrix besitzen, entwickeln sich biologische Strukturen unterschied­lichster Formen durch eine feine, fadenförmige Struktur, die die biologischen Körper mit der Matrix konstant und dauerhaft vernetzt.

Aufgrund dieser bei höheren Lebensformen komplexer werdenden Fadenmatrix entsteht so etwas wie Intelligenz und damit die Basis für diverse kulturelle Aus­prägungen, die im Oki Stanwer Mythos dann durchaus auch die Gestalt von kos­mischen Weltraumimperien erreichen können.

Interessant wird es hingegen in dem Moment, wenn Intelligenzwesen sterben. Wenn also durch Absterben des physischen Leibes die Verbindung zur Matrix via Fadenmatrixseele gekappt wird. Das mächtige Volk der Baumeister ging einst davon aus – ihr werdet in KONFLIKT 2, also der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), von der gegenwärtig, wenn diese Zeilen erscheinen, hof­fentlich schon 19 Bände vorliegen werden, noch die Auswirkungen davon zu spüren bekommen – , dass die „Seele“ eher ein Wunschtraum und Hirngespinst sei. Allein ein einziges Wesen war fest einer völlig anderen Überzeugung (davon lest ihr auch noch mehr in der TI-Serie, da gehe ich jetzt nicht in die Details, weil das zu viel Vorfreude auf die Serie rauben könnte).

Im Laufe weiterer KONFLIKTE des OSM stellte sich aber heraus, dass diese Auf­fassung wenigstens unvollständig sein musste. Denn, auch davon sprach ich hier schon gelegentlich, es kam zum Auftauchen so genannter „Matrixfehler“.

Matrixfehler aber waren strukturell stets Dinge, Personen, Welten oder ganze Völker, die in früheren Universen der Vernichtung anheim gefallen waren und mithin einfach nicht mehr existieren KONNTEN. Das taten sie indes sehr wohl, und oft war ihre Erinnerung getrübt oder bizarr verändert.

Die Baumeister nahmen deshalb begreiflicherweise an, dass TOTAM, der ewige, finstere Antagonist, hinter dem Phänomen der Matrixfehler stecken müsse, und sowohl die Baumeister als auch die ihnen übergeordneten Mächte, die Sieben Lichtmächte, verfolgten die Matrixfehler mit der unverhohlenen Vernichtung. Dummerweise änderte das am Problem absolut gar nichts, sondern verschärfte es eher noch. Die Matrixfehler nahmen an Zahl weiter zu, und auf bizarre Weise schienen sie die Baumeister und deren Bedienstete fast zu verhöhnen. Beson­ders grässlich wirkte sich das in KONFLIKT 4 aus, an dem ich gerade in der Serie „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR) schreibe. Ich hoffe sehr, ich kann euch die­sen Alptraum in den nächsten Jahren im E-Book zugänglich machen. Besonders für Leser der TI-Serie wird es da eine ganze Reihe gruseliger Aha-Effekte geben.

Die Matrixfehler waren also offensichtlich eine Form, wie man die leibliche Ver­nichtung überstehen konnte, wenn man so wollte, eine diesseitige Jenseitsva­riation. Unbegreiflich für die Baumeister und jeden sonst. In KONFLIKT 4 began­nen die kosmischen Wesen deshalb damit, sich teilweise mit den Matrixfehlern zu arrangieren.

Dummerweise war das nicht das einzige Indiz dafür, dass der Tod durchaus nicht das Ende aller Dinge darstellte. TOTAM, der ewige Widersacher der Licht­mächte und Oki Stanwers, war offensichtlich schon einen entschiedenen Schritt weiter.

Im – noch nicht geschriebenen – KONFLIKT 5 des OSM setzte TOTAM eine neue, grässliche Waffe gegen die Völker der Allianz des Lichts ein und trieb sie reihen­weise in den Wahnsinn: wie sollte man sich wohl auch das Auftreten ganzer Le­gionen knöcherner, humanoider Untoter erklären, der so genannten Totenköp­fe, die in unermesslicher Zahl und scheinbar unerschöpflich als Armee des Bö­sen in Erscheinung traten? Wesen, die sich bei einer tödlichen Verletzung in kal­tem Feuer buchstäblich in Nichts auflösten?

Man konnte bald ausschließen, dass es sich um so etwas wie morbide geformte Roboter handelte. Aber was das für Kreaturen waren und wie sie „funktionier­ten“, blieb für die Baumeister ein alptraumhaftes Rätsel. Mit Totenköpfen gab es keine Art der Verhandlung, und in einer gewissen Weise war das erleich­ternd, konnte man sie doch so als eine Art von „Roboter“ verstehen, monströse Ausstülpungen TOTAMS womöglich, kaum zu begreifen, aber wenigstens defini­tiv KEINE „Untoten“, keine Gespenster aus dem Jenseits.

So konnte man von ihnen denken, solange man nicht auf die andere Seite zu blicken verstand. Doch das gelang in späteren KONFLIKTEN auf gruselige Weise. Ihr werdet das noch in den Romanen, Kurzgeschichten und Serien lesen kön­nen, und hier greife ich deshalb etwas voraus. Aktuell bereite ich für das Jahr 2016 einen weiteren Band der Reihe „Aus den Annalen der Ewigkeit“ vor, der euch genau in dieses Grenzland des Daseins führen wird. In dem Roman „Mein Freund, der Totenkopf“ landet ihr im KONFLIKT 25 und der Galaxis Beltracor und erfahrt quasi hautnah, dass die Totenköpfe durchaus von Seelen Gestorbe­ner gelenkt werden, die dort schon eine groteske Eigenverantwortlichkeit ent­wickelt haben. Ebenfalls wird dies in der Story „Heimweh“ thematisiert, die im KONFLIKT 21 spielt (an diesem KONFLIKT arbeite ich gerade im Rahmen der Se­rie „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ (FvL)).

Mit den Totenköpfen haben wir darum die zweite Variante des Jenseits im Dies­seits vor uns. Aber dabei bleibt es durchaus nicht. Während ich in den Jahren 1993/94 an dem rasanten KONFLIKT 23 schrieb (vgl. dazu beizeiten die Serie „Oki Stanwer – Der Dämonenjäger“ (DDj)), schleuderten mich sterbende Geis­ter mit hinüber in einen weiteren Bereich, der mich verwirrte und bald faszi­nierte: in das so genannte Matrixland.

Im KONFLIKT 23 wird Oki Stanwers Tochter Sarai geboren, mitten im Innern der Matrix selbst, was dann eigentümliche Auswirkungen auf das Innere der Matrix nach sich zieht, die ich hier erstmals zu sehen begann. Dort kondensierte näm­lich auf einmal eine Art von „inner space“, und alles das, was einstmals in der Matrix entstanden war, gewann eine neue Form von Wirklichkeit.

Das sah dann so aus, dass Sarai Stanwer, als sie erst einmal das entsprechende Alter erreicht hatte, sich auf eine schier endlose Wanderung durch eine phan­tastische Kulisse der Wirklichkeit begeben konnte, wie man sie niemals zuvor gekannt hatte. Es sah für mich ganz so aus, als wenn alle Welten, die einstmals in den untergegangenen Universen ausgelöscht worden waren, hier neue Reali­tät gewonnen hätten. Alle Wesen, auf die Sarai hier traf, waren definitiv mit ei­nem Grundkonsens hier gelandet: sie waren alle gestorben und lebten nun ein neues Dasein, das ihrem früheren in gewisser Weise glich.

Ja, in gewisser Weise, denn es gab hier keinen klaren Schematismus. Die „Toten“ kamen in den so genannten „Sümpfen der Wiedergeburt“ erneut ins Dasein zurück, und diese Sümpfe waren willkürlich über eine schier unendliche Landmasse verteilt. Starb man hier, aus welchem Grund auch immer, ein weite­res Mal, versank man in den Sümpfen und wurde aus ihnen ein weiteres Mal neu geboren.

Die Parallele zu der Genese der Totenköpfe auf TOTAM war absolut frappierend und faszinierend. Meine vormalige Ansicht, die durchaus etwas finster klingen konnte – man werde, wenn man sterbe, sozusagen „automatisch“ auf TOTAMS Knochenstraßen gesogen und dann Teil von TOTAMS LEGION, der unermessli­chen Armee der Totenköpfe, und zwar für alle Zeiten – , diese Ansicht war of­fenkundig ebenso ein Irrtum wie damals die Vorstellung der Baumeister, es gebe keine Seele.

Mit KONFLIKT 23 endete 1994 die alte Vorstellung des OSM, und der neue OSM begann – eine verwirrende, ungeheuerliche Welt, in der es verschiedene For­men des Lebens nach dem Tode gab (wenigstens drei Varianten, möglicherwei­se noch mehr), in der interuniverselle Zeitreisen möglich waren und es Inter­ventionen von Mächten aus der Zukunft in den Handlungskontexten der Ver­gangenheit gab.

Von all diesen Dingen erlebt ihr aktuell in der TI-Serie kaum etwas mit. Aber in den Annalen-Bänden werdet ihr davon einiges zu sehen bekommen, beginnend meiner Ansicht nach mit „Annalen 5: Jaleenas zweites Leben“ im Frühjahr 2016.

Aber wie ihr aus meinen obigen Erörterungen auch ablesen könnt, ist der Pro­zess des Durchdenkens dieses Komplexes noch lange nicht abgeschlossen. Be­sonders der Komplex der Totenköpfe und des Matrixlandes, aber auch der der Matrixfehler beinhaltet noch jede Menge Rätsel und Überraschungen. Doch eins kann ich euch heute schon versichern: wann immer ihr lieb gewonnene Protagonisten, etwa aus dem Volk der Yantihni, in den nächsten Monaten oder Jahren der Lektüre verlieren mögt – es ist jederzeit denkbar, dass sie auch jenseits ihres Todes wieder irgendwo in Erscheinung treten. Es lohnt sich darum, die Augen offen zu halten und für verblüffende Überraschungen gewappnet zu sein.

Das hat der Oki Stanwer Mythos meiner Ansicht nach den klassischen Geschich­ten des phantastischen Genres elementar voraus: Während dort ein Leben nach dem Tode im Grunde genommen nur auf der Basis der religiösen oder magi­schen Anschauung in Form von Untoten oder „magisch wieder Heraufbeschwo­renen“ bzw. durch Zeitexperimente und Zeitreisen möglich ist, gibt es im OSM andere Handlungsstrukturen, die auf derlei Hintertüren nicht angewiesen sind.

Dies macht aus dem Thema des Todes im OSM, meiner Auffassung nach, ein positives Thema, das eure Besorgnis verringern helfen wird. Und wenn wir uns vorstellen, dass vielleicht ein Teil dieser Gedanken reale Hintergründe besitzen könnte, lindert dies auch den Seelenschmerz im Falle des Verlustes naher Ange­höriger. Dies spüre ich gerade jetzt, nur deshalb kann ich diese Zeilen schreiben.

Wo also auch immer die Seele meiner verehrten, geliebten Mutter jetzt auch sein mag – ich hoffe, es geht ihr besser als noch in ihrer physischen Existenz hier auf Erden, die zum Schluss doch sehr von Leid und Qual geprägt war. So be­greife ich ihren Tod als Erlösung für sie. Und bin dankbar dafür, dass sie stets lie­bevoll für mich da war.

Damit möchte ich für heute enden, meine Freunde.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Serverumzug

Posted Juli 11th, 2015 by Holger Pellmann

Liebe Freunde des Oki Stanwer Mythos,

nach den wiederholten Problemen mit der Erreichbarkeit der Webseite in den letzten Wochen ist Oki-Stanwer heute umgezogen. Uwe hatte das ja bereits angekündigt. Der neue Server ist deutlich schneller und läuft mit aktueller Hard- und Software. Anlässlich dieser Migration habe noch einige Optimierungen vorgenommen. So haben die Beiträge nun suchmaschinenfreundliche URLs bekommen, was die „Sichtbarkeit“ bei Google stark verbessert und uns ganz nebenbei Caching erlaubt.  Wenn der eine oder andere Leser beim Aufrufen der Startseite nun den Eindruck hat, dass die Seite förmlich fliegt, dann liegt das genau an diesen kleinen Änderungen.

Gruß Holger

 

Rezensions-Blog 15: Sternenträume / Drachenfeuer

Posted Juli 8th, 2015 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

mit älteren Rezensionen ist das so eine Sache… die unten stehende hat mehr als 10 Jahre auf dem Buckel, und aus der Gegenwart betrachtet möchte ich doch einige Positionen darin als etwas… sagen wir, voreilig ansehen. Beispiels­weise die Schlussposition, in der ich Hamilton auf der Grundlage meines dama­ligen Lesehorizontes einstufte und ihm, wenig schmeichelhaft, eine gewisse „Geschwätzigkeit“ attestierte.

Peter F. Hamilton ist ohne Frage ein Autor der Langform, das ist unbestreitbar. Aber meine anfängliche Skepsis, die sich unten noch äußert, ist inzwischen voll­kommen verdampft. Und man merkt ja auch deutlich, dass ich schon bei die­sem ersten Roman, den ich von ihm las, Feuer und Flamme war. Gewisse Ein­schränkungen bleiben selbstverständlich, die meisten würde ich heute aber so krass nicht mehr gewichten.

Da dieser im Deutschen in zwei Bänden erschienene Roman zu keinem von Ha­miltons konzeptionellen Zyklen gehört (also nicht zu „Mindstar“, „Armageddon“ oder „Commonwealth“ – dazu kommen wir beizeiten noch), eignet sich das Buch schön zum Einstieg in seine Prosa. Und hierum geht es im Detail:

Sternenträume / Drachenfeuer

(OT: Fallen Dragon)

von Peter F. Hamilton

Bastei 23254 und 23256

560 und 624 Seiten, TB

November 2002 und Januar 2003

jeweils 8.90 Euro

Übersetzt von Axel Merz

Lawrence Newton kommt zu spät und wird vom Leben bestraft. So sieht er es wenigstens, als er im Jahre 2310 auf dem Kolonialplaneten Amethi geboren wird, einer tristen, von einem planetaren Gletscher dominierten, froststarren Welt. Im Jahre 2098 von der MacArthur Corporation entdeckt, wird dieser Pla­net seit über hundert Jahren allmählich daran „gewöhnt“, wie die Erde zu funk­tionieren. Es ist ein zäher, langwieriger Prozess, und die Welt verwandelt sich zunächst einmal in ein sibirisches Schlammbad, einige Jahrzehnte lang.

Lawrence, Sohn begüterter Eltern, die im Dienste der Corporation im die ge­samte Entwicklung auf Amethi regieren, sehnt sich schon bald danach, andere Welten zu sehen, er möchte Raumfahrtkapitän werden, Entdecker anderer Wel­ten. Doch sein Vater verhindert dies und lenkt den Ehrgeiz seines Sohnes in an­dere Bahnen. Schließlich lernt er auch noch ein Mädchen kennen und lieben, al­les scheint in bester Ordnung…

Doch der Wunsch seiner Jugend lässt sich nicht langfristig unterdrücken. Schließlich befreit sich Lawrence und schafft es, Amethi zu entkommen und zur Erde zu gelangen. Hier tritt er in die Dienste des Industriegiganten Zantiu-Braun, der noch Kolonien per Sternenportal zu gründen versucht. Um die hor­renden Kosten, die das verursacht, wieder hereinzubekommen, hat Zantiu-Braun eine perfide Strategie ersonnen, zu deren Teil auch Lawrence wird: der Konzern bildet Elitekrieger mit organischen Panzerungen aus und überfällt schon etablierte, abgenabelte Kolonialsysteme, um sogenannte „Gewinnreali­sierungskampagnen“ durchzuführen. Konkret heißt das: sie überfallen die Pla­neten, erpressen die Bevölkerung, sie mit Gütern zu beliefern, die sie mit hoher Gewinnspanne auf der Erde absetzen können. Dann wird das System wieder in Ruhe gelassen.

Lange Zeit geht das relativ gut. Bis Zantiu-Braun sich entschließt, den Planeten Thallspring anzufliegen. Denn Thallspring, eine Welt mit mehreren Millionen Kolonisten und ohne Orbitalverteidigung, besitzt einige Eigenheiten, und eine davon ist höchst unangenehm: eine hocheffiziente Guerilla-Organisation, die sich seit der letzten Gewinnrealisierungskampagne gegründet hat und lange un­terschätzt wird. So lange, bis auf Thallspring eine Seuche ausbricht, die offenbar von den Invasoren stammt – und bis die Sabotage und der Volkszorn überhand nehmen.

Parallel dazu läuft ein zweiter Handlungsstrang, der Lawrence Newtons Vergan­genheit zeigt und in konterkarierenden Blenden bis zur Gegenwart führt. In die­ser Gegenwart (etwa im Jahr 2350) ist Newton der Kampagnen und Desaster – das prominenteste ist „Santa Chico“, wo die Company eine blutige Niederlage erlebt – absolut überdrüssig und hat beschlossen, auf eigene Rechnung zu arbeiten.

Während die Guerillas immer furchtbarere Attacken gegen die gelandeten Trup­pen durchführen und der Geheimdienst von Zantiu-Braun Gegenangriffe initi­iert, nutzt Lawrence eine ideale Chance, um sich abzusetzen. Er war bereits ein­mal vor zehn Jahren auf Thallspring und meinte zu diesem Zeitpunkt, einen Schatzhort entdeckt zu haben. Es ist auch wirklich einer, allerdings wird der Schatz von tödlichen Gegnern bewacht; und es handelt sich auch um eine völlig andere Art von Schatz, als er sich vorzustellen wagte – um einen leibhaftigen außerirdischen Drachen, der den Schlüssel zu den Sternen in sich birgt…

Fangen wir mit den positiven Aspekten des Zyklus „Der Drachentempel“ an: auf fast 1200 Seiten entwirft Hamilton mit breiten Strichen ein lebendiges Portrait fremder Welten und faszinierender Lebensformen, wie man sie sich unter­schiedlicher nur schwer vorstellen kann. Der Autor versteht es auch immer wie­der, den Leser zu überrumpeln und solche Dinge wie Datenkryptografie, Hacking, Vergewaltigung, Gegenspionage, virtual reality und dergleichen in die Handlung einzufügen.

Die Darstellung der Fronten ist geschickt, keine der beiden Seiten wird als über­mäßig „dumm“ dargestellt, wie es oft leicht passiert, und in die ideologische Falle geht Hamilton erst relativ spät. Die Übersetzung des Romans – denn es ist ein einziger, der aus Gründen des Umfangs in zwei Teile zerlegt wurde – ist flüs­sig gelungen, man kommt ohne Schwierigkeiten 200-300 Seiten weit je Tag und muss sich manchmal als Leser zwingen, aufzuhören. Was ein gutes Zeichen ist.

Soviel zur positiven Seite. Es ist gutes Lesefutter, unterhaltsam und manchmal zum Nachdenken anregend. Aber es gibt auch Schwächen, die nicht verschwie­gen werden sollten.

Die erste davon ist für geübte Leser rasch zu finden. Man stolpert unwillkürlich darüber, wenn man von Kapitel 1 zu Kapitel 2 wechselt und sich auf einmal un­vermittelt auf der Welt Thallspring wiederfindet. Schauplatzblende, ist noch okay, denkt man und schaut auf Seite 66 nach, um wieder in die Ursprungs­handlung zurückzutauchen. Fehlanzeige: auf einmal befindet man sich zwanzig Jahre in der Handlungsvergangenheit!

Der Grund wird rasch deutlich: Kapitel 3 behandelt Lawrence Newtons Kindheit und soll seinen Hintergrund klar machen. Ein Hintergrund, der, sagen wir es freundlich, nicht gerade vom Hocker reißt. Ich schätze, der Verlag sagte dem Autor, er solle ein „Action“-Kapitel an den Anfang stellen (weswegen dann auch gleich vorne eine Schießerei stattfindet und Tote zu beklagen sind), damit sich das Buch besser verkauft.

Die Konsequenz davon ist indes, dass – mit einigen weiteren Blenden – die ei­gentliche Haupthandlung des Buches erst nach Seite 200 beginnt. Was, mit Ver­laub, bei allen intelligenten und informativen Details, die der Roman zuvor bie­tet, für ein Buch doch etwas sehr spät ist.

Man merkt also, dass Hamilton ähnlich Diana Gabaldon in epischer Breite er­zählt, ohne im Mindesten ihre Unterhaltsamkeit zu erreichen. Das liegt an dem kaum vorhandenen Humor, freilich auch an der fehlenden Ich-Perspektive und der leider daraus resultierenden Eindimensionalität der meisten Charaktere. Bei vielen wird das Statistendasein sehr rasch erkennbar.

Von den intellektuellen „Fronten“ des Romans betrachtet, ist die Geschichte hingegen äußerst interessant. Wir treffen auf „Globalisierer“, auf „Umwelt­schützer“, eine Art „Zurück-zur-Natur“ und „Anti-Konzern-Gruppierung“, auf ebenso fanatische „genetische Weltverbesserer“ und auf die altruistischen Dra­chen, die mir eigentlich am besten gefallen haben.

Hier wird Hamiltons Weltsicht am klarsten und am schlüssigsten, während sie sonst überall da, wo sie mit der menschlichen Gesellschaft zu tun hat, gewisse zwanghafte Züge trägt. Er versucht sie zu umschiffen, entkommt den ideologi­schen Untiefen nicht so recht. Es wird besonders klar erkennbar gegen Ende des zweiten Bandes, wo in einer Diskussion zwischen einem Zantiu-Braun-Vertreter und einer Rebellin letztere unterstellt, der Konzern huldige einer „faschistischen Ideologie“.

Das ist zwar richtig, aber ich dachte da: hm, du hast nicht überlegt, Hamilton. Es ist doch höchst unwahrscheinlich, dass rund 400 Jahre nach dem Ende des Na­tionalsozialismus eine Umweltaktivistin, die nicht auf der Erde geboren ist und noch niemals im Weltraum war, jemals von den Nazis gehört und das Wort „Fa­schismus“ verinnerlicht hat.

Ähnlich ist es mit der Technik, wo er zwar beeindruckende Beschlagenheit an den Tag legt, aber ungeniert mit „Tokamak-Reaktoren“ seine Raumschiffe an­treibt. Die Tokamak-Fusionsreaktoren gibt es nämlich wirklich, sie befinden sich gegenwärtig aber noch im Experimentalstadium. Doch selbst wenn sie im 21. Jahrhundert funktionsfähig werden sollten, ist schwer vorstellbar, dass sich die­se Technologie in 200 und mehr Jahren nicht mehr verändert. Der Autor hätte darum wohl besser daran getan, einen genialen Erfinder des 22. Jahrhunderts zu postulieren und den Reaktoren seinen Namen zu geben.

Am Ende des Zyklus merkt der aufmerksame Leser leichte Ermüdungserschei­nungen. Hamilton begradigt die Handlung, was im wesentlichen auf eine Bruta­lisierung hinausläuft, die in vielen Fällen hätte vermieden oder subtiler darge­stellt werden können. Viele Charaktere werden einfach per Exitus aus der Hand­lung geräumt, ganze Handlungsstränge vernachlässigt. Da wird gebogen, dass sich sinnbildlich die Balken biegen. Vermutlich musste er das machen, um nicht NOCH einen Band zu schreiben (was ihm schätzungsweise keine Probleme be­reitet hätte).

Hamilton vertritt eine Reihe von sehr sympathischen Positionen und versucht recht ausgewogen, Dingen wie Dogmatismus, Fremdenhass, Elitebewusstsein und dergleichen entgegenzutreten. Er kann gut erzählen und schlüssige außerir­dische Welten beschreiben, z. T. bis in die funktionellen Einzelheiten hinein. Technik ist definitiv seine Sache, ähnlich wie bei Stephen Baxter (letzterer be­kommt aber die Kosmologie besser in den Griff). Das alles verpackt er indes in eine Storyline, die sich relativ knapp zusammenfassen ließe und für die er mei­ner Ansicht nach nicht annähernd soviel Platz bräuchte. Man sollte ihn also als geschickten SF-Autor einschätzen mit enormer Phantasie und Begabung, aber als überragend würde ich ihn wegen eines Hanges zur Geschwätzigkeit nicht einstufen. Dennoch, es gibt weitaus schlechtere Unterhaltung als dieses.

Fazit: empfehlenswert.

© by Uwe Lammers, 2004

Ich denke, man kann deutlich spüren, dass ich ungeachtet meiner kritischen Einwände durchaus pro-Autor argumentierte, und es fiel mir auch vergleichs­weise leicht, dann bald danach seinen „Armageddon-Zyklus“ zu verschlingen (demnächst in diesem Kino, versprochen!). Heutzutage schätze ich ihn als einen höchst lesenswerten Science Fiction-Autor, der seine Bekanntheit wirklich verdient. Er lohnt unbedingt eine Entdeckung, falls ihr ihn noch nicht kennen solltet und der Ansicht seid, die klassische Space Opera sei in den heutigen Buchhandlungen eher unterbelichtet (was leider immer noch zutreffend ist).

Macht euch auf die Jagd, Freunde! Ansonsten – wir sehen uns an dieser Stelle wieder in der kommenden Woche mit einer frischen Leseempfehlung.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

ich hoffe, sieben Wochen Nägelkauen waren nicht zu viel der Geduldsprobe, bis diese Fortsetzung der Artikelreihe nun endlich vorliegt. Wenn doch: dann müsst ihr noch ein bisschen Geduld trainieren, meine lieben Leser. Im Oki Stanwer Mythos erfährt man einfach nicht alles auf einmal, manchmal nicht innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten, bisweilen – siehe etwa die Kosmologie-Lektionen, von denen ich schon einige veröffentlicht habe – kann das sogar eine Frage von mehreren Jahren sein.

Im Laufe von rund 38 Schreibjahren bin ich mit einer Vielzahl von sehr komple­xen Sachverhalten im OSM konfrontiert worden, und wie ich gelegentlich be­reits erzählt habe, sind manche bis heute nicht restlos durchschaut. Betrachtet mich darum nicht als eine Form von Orakel, das alles weiß, sondern als einen Wissenssucher, der euch lediglich das voraus hat, dass ich im Rennen schon län­ger dabei bin.

Ich habe euch im Teil 27 dieser Artikelreihe im verwirrenden Jahr 2005 meiner kreativen Vita verlassen, wo ich bis Mai mich gründlich in KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ verheddert hatte. Im gleichen Monat schloss ich die kommentierte Abschrift des KONFLIKTS 15 „Oki Stanwer“ (1981-1984) ab. Das war am 16. Mai 2005. Und da ich wusste, wie groß das Potential an „Baustellen“ im OSM ist, begann ich wirklich am gleichen Tag mit der kommen­tierten Abschrift der nächsten wichtigen OSM-Serie, nämlich mit KONFLIKT 17 „Drohung aus dem All“ (1983-1986). Weniger Episoden, ja (vgl. dazu die Über­sicht im Wochen-Blog 100 vom 1. Februar 2015), aber: die Serie war mit Schreibmaschine geschrieben, die in KONFLIKT 15 sämtlich handgeschrieben.

Und dann war ich zugleich noch in KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorim­perium“ (TI) zugange, wo ich inzwischen nach nur knapp anderthalb Schreibjah­ren bereits Band 30 erreicht hatte. Und „Das Kriegernest“, so der Titel der Epi­sode, der wies dann doch deutlich Bilderspuren von Peter F. Hamiltons „Arma­geddon-Zyklus“ auf… ihr werdet es erleben, wenn ihr beizeiten diese Episode lest. Außerdem wucherte dann parallel ein weiterer Roman „Aus den Annalen der Ewigkeit“ heran, der fast wie „Annalen 4: Heiligtum der Shonta“ wirkte.

Gegen Ende Juni ereignete sich dann der „Zeitenwandel“ im Reich der Yantih­ni… und ratet mal, wohin es mich dann wieder verschlug!

KONFLIKT 28, völlig richtig.

Und, wie schon im letzten Beitrag dieser Reihe gesagt, erneut ein völlig anderer Schauplatz, mit dem ich eine alte Handlungsspur aufnahm. In Band 42 der Serie mit dem Titel „Monicas Odyssee“ rollte ich die gespenstische Geschichte von Klivies Kleines´ Geliebten auf: Monica Bascia, so der Name dieser Frau, war mit dem Helfer des Lichts Klivies Kleines auf der Erde des Jahres 1999 in Venedig zu­sammengetroffen. Er folgte ihr dann zu ihrem schottischen Familiensitz in der Nähe von Oban und wurde mit ihr zusammen schließlich auf dem entsetzlichen „Schädelfriedhof“ (ein Matrixfehler, der schon in KONFLIKT 13 „Oki Stanwer Horror“ (1983-1985) und KONFLIKT 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ (1984-1989) existierte) durch ein magisches Grab auf die Kristallwelt gesogen.

Die Kristallwelt, einer der sieben Planeten in direkter Nähe zum Dämonenpla­neten TOTAM, wurde zu diesem Zeitpunkt von einer magischen Spezies be­herrscht, die man die MASKEN nennt und deren Zentrale die so genannte „Zen­traleinheit“ darstellte. Hier machte man Kleines zu einer MASKE… und dabei er­eignete sich ein SIEGEL-magischer Überschlagblitz, der es Monica Bascia ermög­lichte, zu flüchten – hinaus in eine absolut tödliche Welt, in der es quasi nur magisches, kristallines oder kristall-affines Leben gab.

Dummerweise wurde sie einer Metamorphose unterworfen und war später im­stande, eine Art von Kristallklingen auszuprägen (erst wesentlich nach diesem Schreibprozess entdeckte ich dann einen gewissen X-Men namens Wolverine, bei dem die Klingen allerdings aus Metall bestehen… eine verblüffende Koinzi­denz).

Monicas Odyssee begann, aber der Bilderstrom riss ab.

Das lag nahe, denn die TI-Impressionen wurden immer stärker und stärker. Im Juli entstand der oben erwähnte Roman und eine TI-Episode um die Shonta… dann kam ein kurzes Intermezzo in der stagnierenden Ebene 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR), und dann rutschte ich unvermittelt ab in KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM) ab. Dort traf ich überraschend in Oki Stan­wers direkter Umgebung ebenfalls auf Shonta… allerdings sehr verschieden von den Shonta des KONFLIKTS 2. Und hier konnte ich den Jahrmilliardenplan aus­breiten, in den sie verstrickt waren.

Faszinierend, aber der Slalomkurs zwischen verschiedenen Universen verwirrte mich ebenso wie euch vermutlich an dieser Stelle auch. Noch wilder wurde es, als ich Ende des Monats Juli eine Stippvisite in KONFLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ (FvL) einlegte und am Schluss jählings auf die Zentralwelt des KONFLIKTS 4 geschleudert wurde. Mitten hinein in ein hyperenergetisch aufgeladenes Gewitter, in dem ein Forscher aus dem Volk der Kleinis „Das Mäd­chen aus dem Nichts“ rettete. Am Monatsende wusste ich auch ihren Namen bereits – Jaleena. Eine bildhübsche, junge Frau… und unabweislich seit etwa zehn Milliarden Jahren mausetot.

Denn Jaleena war eine Yantihni, und dieses Volk gab es nicht mehr. Ihr werdet mehr von ihr im fünften „Annalen“-Band erfahren. Damals ging ich noch davon aus, es würde eine Story werden. Das änderte sich im Laufe der kommenden Zeit gründlich.

Für eine Weile verharrte ich auch Anfang August 2005 im KONFLIKT 4 und be­suchte ein neues OSM-Volk, die insektoiden Jinminqui, die von tödlichen Geis­tern heimgesucht und schließlich durch eine Baumeister-Blockade unter Qua­rantäne gestellt wurden. Vermutung der Baumeister: dies ist TOTAMS lange er­warteter Generalangriff.

Mir war, während ich das allerdings schrieb, schon völlig klar: Nee, Leute, völli­ge Fehlanzeige. Aber davon hatten die Baumeister keinen blassen Schimmer… ich leider schon.

Ebenfalls im Monat August schlitterte ich in eine neue Story des Oki Stanwer Mythos hinein, die in KONFLIKT 2 spielen sollte, nämlich in „Verderben auf Tu­wihry“. Wie man in der OSM-Wiki nachlesen kann, ist diese Geschichte inzwi­schen fertig und ein Roman geworden.

Tja, und damit befand ich mich dann unabweislich wieder in KONFLIKT 2. Erst bei den Shonta, dann beim „Krisenherd Xoor’con“. Aber der Slalomkurs ging immer noch munter weiter. Heute bei den Yantihni und Shonta in KONFLIKT 2, gleich darauf in KONFLIKT 19 (in einem Text, den ich auch noch für eine Story hielt – ihr wisst aber besser, dass „Ian und der Stein der Götter“, der in diesem Monat begann, längst als Roman das Licht der Welt erblickt hat).

Ach ja, und Ende August rutschte ich dann außerdem wieder in KONFLIKT 21 zu­rück, auf die rückständige Welt Höolyt mit ihren käferartigen Bewohnern, den Oheetirs, die sich dem Ewigen Reich angeschlossen haben, d. h. TOTAM, und die nun das Problem bekamen, dass die aus ihren Reihen entstandenen Solda­ten, die Totenköpfe, „Heimweh“ bekamen und illoyal wurden. Symptomatisch dafür ist der Band 33 der Serie mit dem prägenden Titel „Die Bäuerin und die Toten“.

Haarsträubend war das Mindeste, was man dazu sagen konnte.

Wirkliche Konzentration auf einen klaren Handlungsstrom konnte ich nicht aus­machen. Heute halte ich das für eine Auswirkung höchst disparater Einflüsse. Ich las sehr viele Comics aus dem CrossGen-Universe, nebenbei steckte ich durch die Arbeit an der kommentierten OSM-Ebene 17 „Drohung aus dem All“ (17Neu genannt) in Handlungsmustern der frühen 80er Jahre, wissenschaftlich in historischen Artikeln einerseits, im 18. Jahrhundert im Umfeld des jüdischen Aufklärers Moses Mendelssohn andererseits… das war eine Mischung, die mich wie im Stop-Motion-Verfahren nur ruckweise vorankommen ließ. Unangenehm, eindeutig, und sehr schwer zu beschreiben.

Dennoch – ich KAM voran, soviel lässt sich nicht leugnen. Langsam und zäh, aber ich kam vorwärts.

Freilich überschattete mein Plan, auch die Comics zu rezensieren, nahezu alles andere. Ich meine, die Comics waren es absolut unbestreitbar wert, rezensiert zu werden, aber ihr könnt euch das vielleicht denken – es handelte sich dabei ja nicht um MEINE Handlungsstrukturen, und Rezensent bin ich im Grunde immer nur so nebenbei, wenn mir Geschichten auffallen, die ich gern weiterempfehlen möchte. Ebenso, wie ich heutzutage eigentlich nicht hauptberuflich Blogger bin, würde ich mich auch nicht primär als Rezensent verstehen.

Gegen Ende 2005 wurde ich dies beinahe. Und das hatte nachteilige Auswirkun­gen auf den Oki Stanwer Mythos.

Ehe ich weiter auf den Schluss des Jahres 2005 und den Beginn des Jahres 2006 eingehe – das wird das Thema des nächsten Abschnitts dieser Reihe sein – , werde ich für ein paar Wochen auf andere Schauplätze des Oki Stanwer Mythos umblenden. Lasst euch einfach mal überraschen, was ihr in der kommenden Woche an dieser Stelle hier findet… interessant wird es allemal sein.

Soviel für heute, was den historischen Abriss meiner kreativen Vita angeht. See you later…

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.