Liebe Freunde des OSM,

wie ich jüngst schon im Fanzine „Baden-Württemberg Aktuell“ (BWA) in Ausgabe 438 schrieb, dessen Chefredakteur ich nach wie vor bin: neues Jahr, neues Spiel. Ich betrachte, und das wisst ihr von mir seit inzwischen bald sieben Jahren, ein neues Jahr als die Möglichkeit, ein bislang unbeackertes Feld der Krea­tivität zu bestellen. Chancen wahrzunehmen. Projekte zu begin­nen oder abzuschließen, Neuland zu betreten. Und das stimmt mich grundsätzlich positiv.

Ja, der Dezember hat mir da einen ziemlichen Stüber verpasst, datentechnisch verstanden. Aber das hat meinen Elan lediglich gebremst, nicht komplett nihiliert. Und so blicke ich nun heute auf den Januar 2020 zurück und konstatiere durchaus zufrieden 27 beendete Werke. Das kann sich durchaus sehen lassen. Selbst wenn mich eine gesundheitliche Unpässlichkeit ein wenig in meinen Möglichkeiten über Tage beschränkte, reichte der Rest der Zeit doch aus, eine Menge zu schaffen.

Drei Ereignisse möchte ich dabei besonders herausheben: Das Beginnen einer neuen Baustelle (nicht die Augen verdrehen, Freunde, ihr werdet sehen, das war zwingend notwendig), das dringende Update eines Textes, der schon seit fast 15 Jahren dasselbe benötigt hätte, und das atemberaubende Abenteuer, eine brandneue SF-Story wirklich binnen eines Tages aus dem Boden zu stampfen. Obwohl sie nicht dem Oki Stanwer Mythos (OSM) entstammt, finde ich es zweckmäßig, sie hier heute zu nennen.

Schauen wir uns mal den Gesamtmonat an, wie er sich der chronologischen Folge nach entwickelte:

Blogartikel 369: Work in Progress, Part 85

(OSM-Wiki)

13Neu 1: TOTAMS Knochensaat

Anmerkung: Und damit sind wir auch schon mitten im Abenteu­er des Digitalisats von KONFLIKT 13 „Oki Stanwer Horror“. Aufmerksame Leser unter euch wissen noch, dass ich vor eini­ger Zeit sagte, diese Serie stelle gewissermaßen den Keim für die heutige E-Book-Reihe „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ (CK) dar. Und wir reden hier von Werken, die in den Jahren 1982 bis 1985 entstanden. Mir war es schon seit sehr langer Zeit ein Herzensanliegen, diese Episoden zu digitalisieren. Aber bislang standen stets andere Dinge dem im Weg, nicht zuletzt die Tat­sache natürlich, dass ich a) anderen Serien den Vortritt gelas­sen hatte und b) es keinerlei Notwendigkeit gab, die Rohfas­sung des CK beschleunigt aufzuarbeiten.

Was hat sich geändert? Nun, dreierlei Sachverhalte bewogen mich, mit Jahreswechsel 2019/20 die Dinge anders zu gewich­ten und diese Arbeit zu beginnen. Genau genommen waren es sogar vier, zum vierten Punkt sage ich weiter unten etwas.

Punkt 1: Es gelang mir, den Textkoloss „DER CLOGGATH-KON­FLIKT“ vor relativ kurzer Zeit endlich vollständig zu digitalisie­ren. Ich erzählte davon.

Punkt 2: Ich fasste den – vielleicht wagemutigen, auf jeden Fall aber lange überfälligen – Entschluss, den CK ins E-Book zu transferieren und begann damit Ende 2018.

Punkt 3: Das Digitalisat von KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ gerät allmählich in den Bereich der Vollendung. Es fehlen nur noch gut 20 Episoden, so dass ich zu­versichtlich davon ausgehe, dieses Digitalisat anno 2020 vollen­den zu können. Da schien es mir nicht zu riskant, dieses neue „Fass“ aufzumachen.

Na ja, was ich nicht ahnte, war, wie haarsträubend das werden würde. Das habe ich im Januar 2020 schon erlebt, und das wird wohl noch schlimmer werden. 1982/83 hatte ich wirklich … ab­surde Vorstellungen von Erzählhandlung. Es ist zum Heulen. In acht Wochen erfahrt ihr Näheres dazu.

(12Neu 80: Brückenkopf Pholyar)

14Neu 81: Expedition der Plegg‘re

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

Blogartikel 365: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 68

(14Neu 85: Der Kristallriese)

(13Neu 2: Die knöchernen Killer)

Anmerkung: Das Abenteuer OSH ging weiter mit Band 2 … je­denfalls sah es so aus. Aber das täuschte, weil ich nämlich am 17. Januar eine spektakuläre Entdeckung in meinen Unterlagen machte, die das weitere Digitalisieren dieses KONFLIKTS 13 auf eine grundlegend neue Basis stellte. Und deshalb ist dieser Band auch immer noch nicht fertig, was sonst geschehen wäre. Das wird wohl jetzt im Februar geschehen.

(12Neu 81: Bei den Traalern)

(14Neu 82: Strahlenstürme)

(Spurensuche in Babylon – OSM-Novelle)

Anmerkung: Das war eine witzige Sache, dass ich auf einmal spontan an diesem OSM-Fragment weiterarbeitete, und gar nicht mal wenig. Wie kam es dazu? Na ja … ich zog in meiner Lektüre der GEO EPOCHE-Reihe, wo ich einen jahrelangen Rück­stand aufweise, weil ich diese toll gemachten Magazine wirklich recht langsam und gründlich lese, ein Heft zum Thema Babylon und Mesopotamien vor und verschlang es tatsächlich binnen weniger Tage (das war eher ungewöhnlich).

Und dann war ich auf einmal wieder im gedanklichen Hand­lungsstrom des KONFLIKTS 18 „Kampf gegen TOTAMS Dä­monen und Schergen“ (KGTDUS) und besonders diesem in Mesopotamien spielenden Sequel. Ergänzend kam wohl die Lek­türe von Philipp Vandenbergs „Der Fluch der Pharaonen“ hinzu, an dem ich immer noch „knabbere“.

Sage also niemand, ich läse nur Bücher zum Zeitvertreib, manchmal hat das direkte Auswirkungen auf das, was ich schreibe.

Blogartikel 366: Close Up – Der OSM im Detail (14)

Blogartikel 370: Close Up – Der OSM im Detail (15)

Blogartikel 375: Close Up – Der OSM im Detail (16)

(14Neu 83: Die Entstehung der Biowelt)

(14Neu 84: Blaue Galaxien)

(13Neu 3A: Der Horror-Garten)

Anmerkung: Äh… Folge 3A? Was ist DAS denn? Ja, Freunde, und jetzt nähern wir uns dem Problem und der phantastischen Über­raschung des KONFLIKTS 13, über die ich in acht Wochen Ge­naueres berichten werde. Hier nur folgende Anmerkung: In mei­ner OSM-Gesamtliste stehen manche Titel doppelt, das ist kein Schreibfehler, ich habe sie tatsächlich doppelt, z. T. sogar drei­fach geschrieben. Das erwies sich als notwendig, weil ich in der Frühzeit leichtsinnigerweise Originalskripte verschickte, ohne davon Kopien, Durchschläge oder dergleichen zu haben.

Euch sträuben sich die Haare? Hey, ja, mir heute auch. Aber in den frühen 80er Jahren gab es kein Internet, der Zugang zu Ko­pierern war schwierig, die Kopierqualität oftmals bescheiden, und ich war zudem als Schüler notorisch knapp bei Kasse. Was also tut man, wenn man seinen Brieffreunden seine Texte zu le­sen geben will? Man schickt sie ihnen! Im Original.

Na ja, also, da ging manches verloren. Und ich ging bei zwei frühen Episoden des KONFLIKTS 13 auch davon aus, sie seien verloren gegangen … und dann tauchten sie am 17. Januar 2020 auf einmal aus einem Fragmentordner wieder auf und grinsten mich freundlich an.

Mann, dachte ich, was mache ich denn JETZT? Ignoriere ich die total? Nein, kann ich nicht machen. Die müssen ja gerettet wer­den, man schaue sich nur mal den ZUSTAND dieser Skripte an!

Also entschloss ich mich dazu, diese „Vorversionen“, wie ich sie heute nenne, kurzerhand in die Zählung zu übernehmen. Aber da sie z. T. titelidentisch mit den späteren Episoden sind, müs­sen sie natürlich irgendwie gegen Verwechslungen abgegrenzt werden. So habe ich die Rohfassungen oder Vorversionen nun als A-Fassungen in die Gesamtreihung integriert.

Wie sieht das konkret aus? Die Reihung ist dann diese:

13Neu 1A

13Neu 1

13Neu 2A

13Neu2 … und so weiter. Es gibt in der Tat erstaunlich viele sol­che Vorversionen, manche umfassen nur wenige handschriftli­che Seiten und sind quasi nur Roh-Textentwürfe. Und Inhaltsab­weichungen gibt es da! Da wechseln Handlungsschauplätze, Protagonisten werden flugs erfunden, von Dialogen schweige ich mal ganz, und ich verzähle mich, mache einen unsagbaren Blödsinn bei der Charakterisierung der Protagonisten, von Lo­gikfehlern mal ganz zu schweigen.

Ein Abenteuer, echt! Haarsträubend. Und das habe ich damals meinen frühen Brieffreunden zugemutet … ich schäme mich heute noch dafür. Aber damals war mein Ego irgendwie hochhausgroß, und ich fand das total in Ordnung. Und von sonderli­cher Kritikfähigkeit auf der Seite meiner meist gleichaltrigen Brieffreunde war auch kaum was zu entdecken. Was sollte ich also denken, wenn ich ständig munter bestätigt wurde? Nun, ich dachte folgerichtig: dann mal weiter so!

Autsch.

(12Neu 82: Kiquaas Hinterhalt)

13Neu 2A: Die knöchernen Killer

13Neu 1A: Die Knochensaat

(13Neu 3: Der Horror-Garten)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer Horror“)

Ende einer Reise – SF-Story

Anmerkung: Das ist also jene Story, die mich nicht schlafen ließ, das könnt ihr buchstäblich verstehen. Es war der Morgen des 24. Januar 2020, als ich mich so gegen 1 Uhr morgens ins Bett legte, und da war plötzlich dieser Gestrandete und sein verrück­ter Rettungsanzug. Und sie fingen an, miteinander zu reden. Und plötzlich waren wir dann bei Miguel de Cervantes Saave­dra, bei Marcel Proust und Harry Potter … ernsthaft, ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen.

Die Geschichte wurde in meinem Kopf jedenfalls immer lebendi­ger, und ich wachte zugleich immer mehr auf. Also blieb mir keine Wahl: Aufstehen, an den Schreibtisch setzen, Computer hochfahren, Skizze machen.

Tja, die Skizze brauchte drei Stunden und bekam 15 Seiten! Der gesamte Handlungsbogen, echt! Und dann haute ich mich aufs Ohr, schlief ein paar Stunden, und nachdem ich aufwachte, setzte ich mich wieder an die Story und feilte sie bis zum Abend fertig aus. Fertig ist eine Geschichte. Sie hat jetzt natürlich über 20 Seiten, aber aktuell gefällt sie mir wirklich gut.

Wann und wo ich sie veröffentliche? Weiß ich noch nicht. Lasst euch überraschen.

Blogartikel 381: Zeitreise ins Jahr 1983

Blogartikel 371: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 69

(FvL 43: Rätsel von EWIGKEIT EINS)

Anmerkung: Äh, ja, ich weiß, dass ich diese OSM-Episode ei­gentlich schon vor Monaten fertig schreiben wollte. Aber es hat sich stets verzögert. Jetzt bin ich bei OSM-Band 1945 angelangt und habe kurzerhand entschieden, dass FvL 43 der Band 1950 des OSM sein wird. Geplanter Fertigstellungszeitpunkt: Februar 2020. Manche Dinge brauchen bei mir einfach länger … aber das ist ja keine Neuigkeit.

Die Tiefen des inneren Universums – Update 2020 = OSM-Kompendium

Anmerkung: Das war dann die nächste Aufgabe, die ich wirklich nicht mehr warten lassen konnte. Die Vorgeschichte hierzu ist nicht minder abenteuerlich als das, was ich dann im Januar machte.

Im Jahre 2004, als ich also mal wieder als Chefredakteur des BWA eine Auszeit nahm, ergab sich die Chance, für die ich heu­te noch dankbar bin, ganze OSM-Romane in BWA-Sonderbände zu integrieren. Damals fiel die Wahl auf den Roman „Der Feu­erspürer“. Und ergänzend dazu wurde mir vorgeschlagen, ich könne ja mal einen Erklärungstext zum OSM verfassen, damit die Leser, die bislang vom OSM und seiner eher erratischen Pu­blikationsweise verwirrt worden waren, so etwas wie eine Bo­denhaftung erhalten könnten.

Das fand ich eine großartige Anregung und verfasste das OSM-Kompendium „Die Tiefen des inneren Universums“. Dum­merweise oder klugerweise wurde das Werk so umfangreich, dass es 20 Seiten Text überschritt. Ich fand das beunruhigend. Der Redakteur nicht. Er machte daraus kurzerhand eine eigen­ständige Ergänzungspublikation zu BWA (dass das mit einem Witchblade-Cover versehen wurde, was zum OSM nun gar nicht passt, steht auf einem anderen Blatt; zumindest war das Mädel recht apart).

Nun, schon nach zwei Jahren merkte ich im damals recht stür­misch sich entwickelnden OSM (die TI-Serie entstand damals ebenso wie der KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Re­gent“, und bald kam auch noch KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ hinzu, von zahlreichen Romanen mal ganz zu schweigen), dass ich dringend ein Update brauchte. Das erstellte ich dann anno 2006. Und hoffte damals, ihr könnt es in dieser Fassung noch im Vorwort nachlesen, dass ich nach 2 Jahren vermutlich ein weiteres Update vorlegen würde.

Dummerweise kam es dazu nie.

Ich kramte das Kompendium vielmehr im Dezember 2019 erst wieder heraus,weil ich einige Leute im Umfeld der KreativRegi­on kennen lernte, denen ich ein bisschen Einblick in die Ge­samtstruktur des OSM geben wollte.

Na ja, und dabei stellte ich dann dumme Sachen fest: unnötige Leerzeilen, „dass“ mit „ß“. Schreibfehler. Grammatikfehler. Und ich dachte so bei mir: Das ist eigentlich kein Aushängeschild, das ist eher ziemlich blamabel. Das muss ich dringend ändern.

Nachdem ich das Update 2006 so mehreren Leuten als Mailan­hang geschickt hatte, grub ich das verdammte Ding endlich wieder in der vorletzten Januarwoche aus und ging mehrfach darüber: Neue Einleitung. Grundlegende Rechtschreibkorrektur. Und vor allen Dingen: Ergänzungen!

Gott, und was es da nicht alles zu ergänzen gab! Neue Kurzge­schichten. Neue Romane. In einer Fußnote eine Aktualisierung zum Thema „Archipel“, wo ich ebenfalls zahlreiche Romane und noch mehr Kurzgeschichten und Novellen nicht nachverzeichnet hatte. Weiter: Neue Hintergrundtexte. Unendlich viele Fandom­veröffentlichungen. Die E-Books …

Heute hat das Update 2020 insgesamt 34 (!) Seiten, und allein daran seht ihr schon: es war verdammt noch mal höchste Zeit für eine Aktualisierung. Der OSM hat sich halt in den vergange­nen 14 Jahren schon ordentlich weiterentwickelt. Und ja, ehe ihr jetzt fragt: zweifelsohne ist dies nicht das letzte Update. Ob ich mich an die nächste Fassung schon anno 2022 mache oder spä­ter, möchte ich jetzt allerdings nicht prognostizieren. Das hängt doch sehr stark davon ab, was mich sonst so im Leben beschäf­tigt.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“)

Anmerkung: Schockartige Überraschungen gibt es im OSM überall – diesmal versetzte mir das Glossar eine solche. Ich be­fand mich mitten in der spontanen Weiterarbeit an der Novelle „Rilaans Geschichte“, als ich nach einem Namen suchte.

Salja … ich glaube, sie hieß Salja … warum steht dieser Name nicht im Glossar des KONFLIKTS 4? Das kann doch nicht sein!“, murmelte ich verdrossen vor mich hin, als die Suche erfolglos blieb.

Dummerweise war das kein Fehler. Ich war bei der Glossierung der Serie in Band 20 abgestorben, und Salja tauchte erst in Band 22 auf. Dumm gelaufen. Und dann stellte ich fest, dass ich wenigstens 250 Seiten Text der Serie noch nicht glossiert hatte! Das ging nun natürlich auch nicht an.

Ich schob also die Weiterarbeit an der Rilaan-Geschichte, so süß sie sich auch entwickelte, erst mal an die Seite, um zu glossie­ren. Was absolut sinnvoll war. Denn während der Glossierung entdeckte ich nicht nur zahlreiche bisher nicht gefundene Schreibfehler, sondern auch massive Inhaltsfehler. Unter ande­rem hatte ich munter Rilaans (!) Heimatplaneten vertauscht und ihren Vater von einer Welt zur anderen versetzt, was natür­lich so nicht möglich ist.

Ein funktionierendes Glossar macht solche Fehler ausfindig. Wenn man das bei einer derart komplexen Geschichte wie einer OSM-Serie nicht hat, kommen solche chaotischen und verrück­ten Werke dabei heraus, wie ich sie aktuell in KONFLIKT 13 zu Gesicht bekomme und fast schon mit Zahnschmerzen abschrei­be und kommentiere. Ich erspare euch die Details hier.

(Rilaans Geschichte – OSM-Novelle)

(14Neu 86: Soffrols Horrorplan)

So, und das war dann der Monat Januar 2020 … ein ziemlicher Gemischtwarenladen, aber sehr anregend. Ich hoffe, das Jahr geht so weiter.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 265: Unterbrich mich nicht, Gott

Posted April 22nd, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

Jugendbücher sind ein interessanter Teil der Gegenwartsliteratur, und wenn sie den phantastischen Bereich tangieren – was zunehmend häufiger der Fall ist – , dann kann es sich dabei tatsächlich um recht bemerkenswerte Werke handeln. Leider, leider, gibt es auch ausgesprochen seichte Vertreter dieses Genres, wie ich zumindest finde. Und die dann diplomatisch zu rezensieren, ist nicht wirk­lich einfach.

Als ich das vorliegende Werk 2006 geschenkt bekam (von einer enttäuschten Leserin, wie ich unten schreibe, die inzwischen leider verstorben ist), ließ ich mich, zur damaligen Zeit schon Harry Potter-gestählt, auf dieses verblüffende Leseabenteuer ein. Und ich machte die etwas ernüchternde Entdeckung, dass die Leseansprüche von amerikanischen Jugendlichen doch offenkundig von den meinen grundverschieden waren. Während die Autorin für dieses Buch in den Staaten ausgezeichnet wurde, fand ich es eher durchsichtig und schlicht. Es blieb denn auch nicht in meinen Bücherregalen … was der Grund ist, warum ich vergaß, die ISBN zu notieren.

Einen Aspekt, der das Buch dann vielleicht aber doch lesenswert machen mag und der mir eine gewisse Neugierde erhielt, war dieser: es geht formell um Le­ben nach dem Tod und die Konfrontation von Jugendlichen genau damit. Damit verbindet sich ein gewisser pädagogischer Anspruch, überzuckert von christlich-naiver Religionsüberzeugung, was fraglos auf US-amerikanisches Jugendpubli­kum zugeschnitten ist. Aber der Gedanke, durch diese inhaltliche Volte dieses an sich sehr ernste Thema Jugendlichen nahe zu bringen, hat schon etwas.

Und wie sieht das jetzt genau aus? Nun, dafür solltet ihr weiterlesen:

Unterbrich mich nicht, Gott

(OT: David v. God)

von Mary E. Pearson

Ravensburger Taschenbuch Band 58177

128 Seiten, TB, 2002

Deutsch von Mechtild Testroet

David James ist ein Teenager auf einem Klassenausflug, und eigentlich findet er das alles ziemlich uncool. Seine Mitschüler vom Biologie-Leistungskurs und ihre Lehrerin Mrs. Dunne, die sind ihm auch nicht so rasend sympathisch. Am liebs­ten würde er mit seinem Freund Jason – auch im Bio-Leistungskurs – eigentlich viel eher Mädchen aufreißen, wie das männliche Teenager halt so tun, und Ja­son kann das echt am besten. Aber nein, stattdessen ist er in diesem vermale­deiten Bus … und erlebt auf einmal das größte Abenteuer seines Lebens. Oder das letzte, je nachdem, wie man das sieht:

Der Bus kriegt nämlich während der Fahrt eine Kurve nicht, und das nächste, was David mitbekommt, ist, dass er irgendwie ziemlich tot aussieht, über und über mit Blut bedeckt … und dann erst realisiert er, dass er auf sich hinab­schaut!

Oh Gott! Ich mach dieses Schwebeding! Das ist nicht gut“, meint er erschro­cken und versucht, die Sache irgendwie in den Griff zu bekommen, zu seinem schlaffen Körper hinabzutauchen. Was nicht klappt. Ehe er begreift, was los ist, findet er sich mit seinen Schulkameraden in einem Bus wieder, der durch ein Wolkenmeer pflügt, mit so einem schrillen Busfahrer namens Leonardo, der in seinem Büchlein nachliest, ob er auch alle Seelen, die ins Jenseits sollen, so richtig eingesammelt sind.

Flugziel: Himmel! Und zwar für immer.

Tja, nur machen auch Engel Fehler, wie es scheint, denn Leonardo sollte eigent­lich einen „David Jones“ einsammeln. Er hat halt in der Tat einen Fehler ge­macht, auch bei der Super-Intelligenzbestie des Bio-LK, Marie Smythe, die man allgemein die Byte-Bitch oder Königliche Hoheit Prinzessin Pappnase nennt, weil sie sich so gar nichts aus Jungs und stattdessen eher auf Streberin und ul­tracool macht.

Egal, sagt Leonardo, erst mal hoch zum Bahnhof.

David will eine Aussprache mit Gott … und erfährt, dass er dafür einen Wett­kampf bestreiten muss. Befragt, worin er denn am besten sei (Boxen? Ring­kampf? Bogenschießen? Poker …?), ist David eine Weile recht ratlos, schließlich verfällt er darauf, dass er im Debattieren am besten sei – ist er doch (wie Marie) Mitglied im Rhetorikclub des Colleges. Dass das in seinem Fall eine Strafverset­zung war und er eigentlich im Wesentlichen nur eine große Klappe besitzt, das kristallisiert sich für den Leser schnell genug raus. Doch da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, und große Anzeigetafeln machen im Himmel bekannt: „Die große Debatte! David gegen Gott. Morgen um 9.00 Uhr. Jeder ist willkom­men.“

Und David bekommt Muffensausen. Nicht nur, weil die einzige Person, die ihm helfen darf und will, Marie Smythe heißt …

Bei diesem Werk handelt es sich um ein Jugendbuch, das ich vor ein paar Jah­ren geschenkt bekam von einer Philosophin, die sich davon deutlich mehr er­hofft hatte, als es hielt. Okay, dachte ich, warum nicht mal so etwas lesen? Vor­teil: Das Buch ist dünn, es liest sich extrem schnell, und es ist sehr schlicht ge­schrieben. Ein wenig nervig ist natürlich die auch in dieser Rezension anklingen­de und im Buch exzessiv verwendete Jugendsprache (da wimmelt es nur so von „cool“, „voll krass“, „hip“ usw.). Und wenn man sich erst mal ein wenig eingele­sen hat, ist die Struktur des Buches äußerst kristallklar und linear. Großartige Überraschungen hat man eigentlich nicht zu gewärtigen.

Zudem fällt einem informierten Leser eine interessante Parallele zwischen den Hauptpersonen dieses Buches und Joanne K. Rowlings „Harry Potter“ auf, ins­besondere bei der Gestalt der Marie (= Hermine Granger bei HP). Die in San Diego lebende Autorin Mary E. Pearson, deren erster Roman dies ist, hat also sichtbar die Lebenserfahrungen mit ihren zwei Töchtern und ihre eigenen Le­seerfahrungen bezüglich Harry Potter in dieses Buch gemixt und die Schicksals­katharsis von Marie und David, die – natürlich – letztlich zueinander finden über das Bindeglied des Ausflugs in den Himmel, miteinander verknüpft.

Nette Idee, zugegeben, aber nichts überragend Neues oder stilistisch Aufregen­des, wie ich finde. Mag sein, dass sie für das Buch in den Staaten schon mehre­re Auszeichnungen bekommen hat, aber ich halte es in vielerlei Belangen für durchschnittlich. Selbst für ein Jugendbuch hätte man erheblich mehr daraus machen können oder eben nicht nur als Leserempfehlung „Lesealter: Jugendli­che aufwärts“ hinten winzig drauf drucken sollen. Ab spätestens 30 Jahren, so meine Einschätzung, haut das Buch niemanden mehr vom Hocker. Ich kann die Enttäuschung der über 70jährigen Erstleserin also verstehen …

Dennoch: Vielleicht bin ich einfach ein garstiger Schrat oder ein zu anspruchs­voller Leser? Das sollte jeder Interessierte selbst nachprüfen.

© 2006 by Uwe Lammers

Ja, manchmal muss hier auch eher schlichtes Lesefutter geboten werden, es kann ja nicht immer so sein, dass die Köpfe rauchen, nicht wahr? Dafür wird es in der kommenden Woche umso unheimlicher. Wir landen dort nämlich in den monströsen Welten von Howard Phillips Lovecraft.

Bis dann, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

ja, ihr könnt gerne weiterkichern, Freunde … ich habe diesen Eigenkommentar vor ein paar Tagen entdeckt, und ich bin immer noch am Prusten, wenn ich an ihn denke. Und da das so ist und ich noch ein paar ähnlich irrwitzige Kommen­tare entdeckte, während ich eifrig am Glossar für den KONFLIKT 17 „Drohung aus dem All“ des Oki Stanwer Mythos (OSM) arbeitete, fernerhin eine Titellücke in meiner Blogaufstellung fand, habe ich das kurzerhand mal als Aufhänger ge­nommen.

Gott, dieser Kommentar ist aber auch so etwas von urig … und zugleich führt er in ein wirklich massives Problem ein, das ich in einigen Jahren haben werde, wenn ich mich darum zu kümmern habe, die im momentanen Zustand recht ungenießbare Ebene 17 des OSM zu überarbeiten. Ich möchte nämlich sehr daran zweifeln, dass dann auch nur ein Satz so stehen bleiben kann, wie er der­zeit ist. Da wir hier über ein Textvolumen von mehr als tausend Seiten reden, könnt ihr euch vorstellen, dass das nicht eben eine witzige Arbeit ist, die ich im Handumdrehen erledige. Weit gefehlt.

Vor neun Wochen erzählte ich im Blogartikel 363, was ich gegenwärtig (wir schreiben aktuell den 24. November 2019, auch wenn ihr das hier erst gegen Ende April 2020 lesen werdet) mitmache und an welchen Glossarbaustellen ich derzeit aktiv bin. Besonders betrifft das den erwähnten KONFLIKT 17, und ich kann erfreulicherweise sagen, dass ich mit der Glossierung der 71 Episoden um­fassenden Serie inzwischen bis Band 43 vorangekommen bin.

Well, ich kann noch keine Entwarnung geben – es handelt sich um die Grobglos­sierung, d. h. ich weiß danach, welche Begriffe, Namen, Völker, Planeten und In­stitutionen ich in welchen Episoden verwendet habe. Viele, die in den Fußnoten auf andere Serien des OSM referieren, kann ich kurz und knapp abhandeln, aber andere Dinge wie etwa die „Schillerfeldwaffe der Rontat“ oder die „Henn-Union“ oder dergleichen, die lasse ich zunächst unkommentiert und gehe auf die strukturelle Erklärung dann erst in einer zweiten Runde ein. Das kann noch dauern.

Während ich mich um diese Episoden kümmere und sie durchscanne, die ich in den Jahren 2005 bis 2011 abgeschrieben und kommentiert haben, stolpere ich über alle möglichen verrückten Dinge. Dass da bei Episodennennungen in der Regel die Jahreszahlen der Abfassung fehlen, habe ich jüngst schon gesagt. Ebenso, dass Serien unvollständig zitiert werden.

Worauf ich nicht wirklich gefasst war, das waren meine zum Teil aberwitzig ko­mischen Kommentare, wenn ich von der Episodenverrücktheit so genervt war, dass ich hätte schreien können. Ich möchte davon nur stellvertretend vier Pas­sagen und die Kommentierungen nennen, damit ihr euch eine Vorstellung davon machen könnt, was hier los ist. Und ich versichere euch, das ist alles noch sehr, sehr harmlos.

Beispiel 1: Episode 35 der Serie, Eigentitel: „Ultrasav-Station“, geschrieben 1984. Beschrieben wird eine Raumschlacht.

Zitat:

Gefügeerschütterung.

Die Emissionen der Antenne waren geortet worden.

Der Raumertyp war bekannt.

Kugelraumer!

900-Meter-Typen!

54 Stück.

Sie kamen nicht zum Schuss.

Das Weltall riss auf…“

Dazu schrieb ich gallig in der Fußnote 3145: „Seufz. Noch eine Stilblüte. Das Universum ist doch keine Chipstüte!“

Ich dachte, ich sterbe vor Lachen. Das Universum eine Chipstüte! Darauf muss man erst mal kommen!

Echt, ich war am 16. November 2008, als ich diesen Kommentar schrieb, merk­lich genervt.

Au weia, dachte ich feixend, während ich brav Begriffe handschriftlich heraus­schrieb, hoffentlich geht das nicht so weiter. Tja, ich sollte Pech haben, denn es GING so weiter.

Beispiel 2: Episode 36 der Serie, Eigentitel: „Die Veränderten“, 1984. Die Situa­tion: Terranische Raumpiraten dringen in ein Sonnensystem ein und werden or­tungstechnisch erfasst.

Zitat:

‚Dreifach-Ortung!‘

Das sagte alles.

Sogar der Colonel kam ins Schwitzen, als er das hörte.

Saßen diese stählernen Teufel denn überall?

‚Funkspruch‘, sagte Bengston.

‚Lass ihn abrollen‘, meinte der Colonel …“

Das „Abrollen“ gefiel mir gar nicht. Ich kommentierte bissig: „Athleten in leicht­athletischen Disziplinen können sich vielleicht auf Matten abrollen, Stempel auf Stempelkissen auch, aber Funksprüche? Bitte!!“

Mann, das wurde ja immer kurioser. Ein bizarrer Befund nach dem nächsten … und schon zwei Seiten später stieß ich auf den nächsten Fauxpas.

Beispiel 3: Gleiche Episode (Nr. 36). Die Situation: Alltagsdarstellung auf dem Planeten Sylonak. Das sieht dann so aus wie folgt.

Zitat:

Auf Sylonak lief das Leben seinen normalen Lauf.

Die kastenförmigen Häuser ragten in den grünblauen Himmel des Planeten, in den Straßen rauschten schnittige Gleiter…“

Unscheinbare Formulierung? Nicht für mich. Ich knurrte in Fußnote 3261 eini­germaßen übelgelaunt: „Ich denke nicht, dass sie Löcher in den Boden gefräst haben, sondern sie gleiten wohl eher AUF den Straßen.“

Man kann auch Haare in der Suppe finden“, murmelte ich kopfschüttelnd. 2008 war ich offenbar auf Krawall gebürstet. Aber völlig unberechtigt war der damalige Einwand natürlich nicht. Indes: Stilistisch liegt bei der Serie soviel im Argen, dass ich quasi jede einzelne Seite monieren könnte. Wenn man Hand­lungslogikfehler, fehlende Personendarstellung, lausige Dialoge, Plagiate und re­lativ plumpe Anlehnungen an die Heftromanserien Ren Dhark und Perry Rho­dan mit einbezieht, müsste man wahrscheinlich wirklich alles neu konzipieren. Mir wird da wohl nur wenig anderes übrigbleiben … aber das soll das heutige Thema nicht sein. Ich komme lieber zum letzten Beispiel für heute.

Beispiel 4: Gleiche Episode (Nr. 36). Die Situation: Ein Gefangener macht einen Fluchtversuch in einem Gefängnis der Sylons.

Zitat:

Er stieß Hard Mender und Som Collon von sich und stürzte davon. Er wollte den All-Hüter vernichten, der unbewaffnet am Rande des Ganges stand und ihn mit großen, leuchtenden und leblosen Augen anstarrte, als begreife er nichts.

Der Terraner war nur noch fünf Meter von ihm entfernt, als sich ein gleißender Blasterstrahl in sein Rückgrat bohrte…“

Arg theatralisch und drastisch, ja. Aber ich fand das auf andere Weise kommen­tierungswürdig und schrieb in Fußnote 3278: „Abgesehen davon, dass die blut­rünstige Art und Weise des ‚Ausschaltens‘ überrascht und nirgendwo geschrie­ben steht, wer ihn niedergeschossen hat, ist es verbal einfach absurd, sich das Bild von einem ‚bohrenden Blasterstrahl‘ vorzustellen. Ein Speer würde das ver­mögen, vielleicht auch noch ein Schwert, eine Stange oder ein Pfeil, aber ein Energieschuss ‚bohrt‘ eigentlich nicht, sondern brennt höchstens eine Wunde. Hier habe ich mich verbal völlig vergaloppiert.“

Diese paar wenigen Beispiele, verstreut über nur vier Textseiten, mögen rei­chen, um zu belegen, dass ich 1984, als ich die Episoden zumeist mit sehr hei­ßer Nadel „strickte“, semantisch fast auf jeder Seite, mitunter mehrfach hinter­einander, eifrig entgleiste. Und die Kommentare, die ich 24 Jahre später bei der Digitalisierung der Episoden anbrachte, legen an sehr vielen Stellen beredtes Zeugnis davon ab, wie unzulänglich die Skripte sind.

Dumm an der Angelegenheit ist aber noch etwas anderes. Wer von euch jetzt denkt: Hey, die Ebene hast du doch fertig digitalisiert (was stimmt), also ist der ärgste Budenzauber jetzt vorbei, und die späteren Episoden sind bestimmt bes­ser, der hat einen Punkt geflissentlich übersehen oder wieder vergessen.

KONFLIKT 17 ist nicht die letzte Baustelle eines bereits vollendeten „alten“ KON­FLIKTS, der noch nicht digitalisiert ist. Es gibt da noch vier weitere Kandidaten, nämlich die KONFLIKTE 13 „Oki Stanwer Horror“ (OSH, 1982-1985), 16 „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“ (DMadN, 1983-1998), 20 „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“ (OuC, 1984-1997) und 23 „Oki Stanwer – Der Dämonenjä­ger“ (DDj, 1988-1994). Das bedeutet, ich habe es hier mit exakt 459 Episoden zu tun, die allesamt noch nicht digitalisiert und logischerweise auch noch nicht kommentiert sind. Da insbesondere die Anfangsjahre, z. T. bis hinauf zum Jahr 1990 als stilistisch und inhaltlich problematisch anzusehen sind, kann man davon ausgehen, dass ich bis zu 200 potenziell problematische Skripte habe, in denen noch die eine oder andere verbale Stilblüte schlummern mag, die mir heute entfallen ist.

Will damit sagen: Der Verbalsprengstoff des noch zu digitalisierenden OSM ist nach wie vor virulent. Die modernen Episoden arbeite ich soweit als möglich gründlich durch, um die Stilblüten und kuriosen Formulierungen nach bestem Wissen und Gewissen einzuschränken (es ist wie mit dem Fehlerteufel: irgend­wo passieren immer Pannen!), aber für die alten würde ich nicht eine Sekunde lang die Hand ins Feuer legen. Never!

Ihr könnt also davon ausgehen, dass ich euch derartige Kuriosa in den kommen­den Jahren noch so manches Mal aufzeigen werde. Grinst oder kichert darüber, das ist das Beste, was man machen kann. Bloß nicht den Humor verlieren!

Bis nächste Woche, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 264: Das Freudenschiff

Posted April 15th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

manchmal kommen Menschen in Diskussionen auf Themen, die abseitig zu sein scheinen, weil völlig unrealisierbar. Ein solches Thema dreht sich offenbar un­vermeidlich bei jenen Personen, die mit ihrer Situation im Hier und Jetzt unzu­frieden sind, darum, sich in die Vergangenheit zu wünschen, in der vermeintlich alles besser war. Die „gute alte Zeit“, jeder von uns kennt derlei nette Diskussio­nen, in denen leider nahezu immer hemmungslos idealisiert wird.

Das ist menschlich – man nivelliert die unangenehmen Erinnerungen und alles, was nicht zu dem vermeintlich paradiesischen Idyll passt, kurzerhand weg und übrig bleibt, vermeintlich, eine „bessere Welt“. Ohne extremistische Parteien, stumpfsinnige Politiker, die den Wählerwillen ignorieren, zu hohe Steuern, Hartz-IV-Gesetzgebung usw. Vieles davon mag stimmen. Aber was gern ausge­blendet bleibt, ist dies: in vielerlei anderer Hinsicht leben wir speziell in Zentral­europa in einem Zeitalter, in dem es uns sehr viel besser geht als in früheren Zeiten – und zwar ist es ziemlich gleichgültig, in welche Epoche wir uns zurück­versetzen.

Ein Blick auf die medizinische Versorgung lässt uns selbst gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch frösteln. Reden wir nicht von Hygiene, Nahrungsmitteln, Seuchen, Hungerkatastrophen, fehlender sozialer Absicherung, Kriegen, Revolu­tionen … es gibt buchstäblich unendlich vieles, was damals alles andere als „gut“ war und was wir, weil wir dies in der Regel nicht im Hier und Jetzt an eige­nem Leib erlebt haben, einfach nicht in unsere Gespräche einfließen lassen (Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak oder vielen afrikanischen Staaten wären ohne Frage überhaupt nicht unserer Ansicht, dass wir aktuell in einem Land leben, das nicht lebenswert ist; sie kommen schließlich nicht grundlos hierher, darüber sollte man mal gründlich nachdenken, zumal jene Personen, die mit den hiesigen Verhältnissen so unendlich unzufrieden sind).

Aber was ich eigentlich sagen wollte, ist Folgendes: werfen wir doch einfach mal einen Blick zurück nur über einen vergleichsweise kleinen historischen Ab­grund, zurück ins 18. Jahrhundert. Schauen wir uns London zu der Zeit an, ohne Frage auch damals schon eine Hochmetropole der Zivilisation … und dann fra­gen wir uns mal kritisch: hätten wir damals in dieser „guten alten Zeit“ leben wollen? Ich für meinen Teil definitiv nicht!

Und hier erfahrt ihr (unter anderem), warum:

Das Freudenschiff

oder: Die wahre Geschichte von einem Schiff und

seiner weiblichen Fracht im 18. Jahrhundert

(OT: The Floating Brothel)

von Sîan Rees

Piper Taschenbuch 3999

296 Seiten, TB

November 2003, 8.90 Euro

London war ein unfreundlicher Ort im Jahre 1788. England hatte gerade den amerikanisch-englischen Krieg gegen die rebellischen Kolonien verloren und sah sich unvermittelt mit einem Problem konfrontiert, das schon seit vielen Jahr­hunderten jeder kriegführenden Nation innere Turbulenzen beschert hatte – mit einem Mal mussten mehr als hunderttausend heimkehrende Soldaten un­tergebracht und versorgt werden. Ein jeder benötigte ein Dach über dem Kopf, einen Beruf, in dem er arbeiten konnte, Essen, das ihn ernähren konnte.

Kein Problem? Oh doch, denn im übervölkerten England des späten 18. Jahr­hunderts war die britische Regierung auf dergleichen nicht eingestellt. Die Au­torin Sîan Rees entwirft ein düsteres Bild der herrschenden Zustände: „Im Jahre 1783 hatte die Übervölkerung in den Städten bedrohliche Ausmaße angenom­men – die entlassenen Soldaten einer gewaltigen Armee waren aus den Kriegen nach Hause zurückgekehrt … – mit dem deutlichen Ergebnis, dass die Arbeitslo­sigkeit bei beiden Geschlechtern stark anstieg. Die erste Folge stach dem Be­trachter sofort ins Auge: In den Straßen wimmelte es von Versehrten, die um Münzen bettelten. Die zweite Konsequenz trat erst mit der Zeit zutage: Als die Männer aus dem Krieg heimkehrten, verloren viele Frauen ihre Stellen und fan­den sich auf der Straße wieder.“

Das alleine ist schon tragisch, aber es wird noch schlimmer.

Normalerweise wären solche Frauen in diesem Fall, wie eigentlich immer nach verlorenen Kriegen, in ihre Familien zurückgekehrt. Aber die Verhältnisse hatten sich gewandelt. Rees führt weiter aus: „In Englands Städten des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts wurde diese Strategie allerdings davon durchkreuzt, dass viele Frauen keinen Haushalt hatten, in den sie zurückkehren konnten.“ Was an der veränderten Mobilität lag – viele Mädchen aus der Provinz versuch­ten ihr Glück in den Großstädten und waren nach dem Verlust ihrer Stellung der Willkür ihrer Mitmenschen weitgehend schonungslos ausgesetzt.

Welche Möglichkeiten blieben solchen unglückseligen Mädchen und Frauen in diesem Fall? Betteln zum einen, Prostitution zum anderen. Und Diebstahl aller möglichen Art.

Die mit dieser Entwicklung einhergehende dramatische Zunahme von Kleinkri­minalität (ein übrigens heute nicht völlig unbekanntes Phänomen!) stellte nun­mehr die Rechtsprechung vor massive Probleme. Es gab zu wenig Gefängnisse, und die Höchststrafe – Verbrennen für schwerkriminelle Frauen, Hängen für Männer – wurde zunehmend durch öffentliche Kritik in der Umsetzung er­schwert. Was blieb? Deportation.

Dummerweise war der einzig mögliche Ort der Deportation – die amerikani­schen Kolonien – gerade unzugänglich geworden. Rees beschreibt die zuweilen wirklich aberwitzigen Versuche der britischen Regierung, Kolonien in Afrika für die Deportation zu nutzen, es werden Pläne geschmiedet, englische Kleinkrimi­nelle als Bergwerkssklaven nach Nordeuropa, als Kolonisten für den Kaukasus an die Zarin oder als Sklavenaustausch nach Tanger zu verschachern. Das kann nur angedeutet werden, es ist wirklich beängstigend zu lesen.

Und dann gab es noch Australien.

Weit entfernt am anderen Ende der Welt, an einem Ort namens Sydney Cove, war eine kleine Kolonie errichtet worden, betrieben von Strafgefangenen, doch bis­lang fehlte von diesen Siedlern jedwedes Lebenszeichen. Die Schiffsreise nach Australien dauerte im günstigsten Fall fünfeinhalb Monate (einfache Fahrt), im schlechtesten Fall mehr als ein Jahr. Ungeachtet der Tatsache, dass niemand wusste, ob die Kolonisten in Sydney Cove überhaupt noch lebten, beschloss die britische Regierung, einen Konvoi von Versorgungsschiffen dorthin in Marsch zu setzen.

Insbesondere die furchtbaren Verhältnisse im hoffnungslos überfüllten Londo­ner Newgate-Gefängnis erzwangen ein rasches Handeln. Außerdem wollte man endlich die Gefängnisschiffe von der Themse entfernen – Schiffe, auf die man schon vor Jahren meist männliche Strafgefangene ausgelagert hatte, da diese bald in See stechen und die Verbrecher in die Kolonien oder andere geeignete Deportationsziele bringen sollten. Sie waren nur nie ausgelaufen. Manche die­ser Schiffe schwappten mitsamt ihrer menschlichen Fracht seit über fünf Jahren auf der Themse, fragile und menschenunwürdige Verlängerungen der eisigen britischen Kerkerzellen. Auslagerungsgefängnisse.

Nun mag der Leser einwenden, dass es sich ja um Verbrecher handelte, und dass Mitleid angesichts ihrer Haftbedingungen hier unangebracht sei … nun, wenn man sich, wie Rees es auch tut, das Gesetz ein wenig genauer anschaut, das hier zur Geltung kam, ist man genötigt, diese Ansicht zu revidieren:

Verurteilt wurden natürlich Menschen, die andere umgebracht hatten, die klas­sischen Verbrecher eben. Aber insbesondere im Falle der kleinen Diebinnen wurde die Härte der Strafe (die zwischen 7 Jahren Deportation, lebenslanger Deportation oder halt der Todesstrafe durch Verbrennen schwankte) nach dem Wert der gestohlenen Güter bemessen, weniger an der Brutalität des Verbre­chens. So konnte man durch vermutlichen Diebstahl eines Mantels, der unter Umständen nur von der Bank unter die der Frau gerutscht war, durchaus zu sie­ben Jahren Deportation verurteilt werden. Ebenso, wenn man, weil man keine Bleibe besaß und sich auf einem Hinterhofabort betrank und dort einschlief, ebenfalls mit sieben Jahren Deportation bestraft werden konnte.

Es war durchaus nicht unüblich, bis zu zwei Jahre dieser Verbannungsstrafe dann in ungezieferverseuchten, überfüllten Provinzgefängnissen oder eben in Newgate abzusitzen und dann vielleicht noch einmal ein paar Jahre auf einem Gefängnisschiff, was viele vorab schon das Leben kostete. Soviel zu den Dra­men, die sich schon vor Beginn der eigentlichen Geschichte abspielten.

Im Jahre 1789 nun, unmittelbar vor Ausbruch der Französischen Revolution, wurde endlich ein Schiff reisefertig gemacht, die Lady Julian. 36 Meter lang, an der breitesten Stelle 10 Meter durchmessend, und vollgestopft bis ans Ober­deck mit nicht weniger als (mutmaßlich, da die Listen schlampig geführt wur­den) 240 weiblichen Strafgefangenen zwischen 14 und 68 Jahren plus der Be­satzung. Hinzu kamen Schafe, Kühe, Schweine, Pflanzen, jede Menge Saatgut, Geflügel und Ähnliches. Eine für heutige Vorstellungen wahnwitzige Menagerie.

Damit die Überfahrt nicht gar so unangenehm und eintönig würde, gibt Rees wieder, durfte „nach dem Gesetz jeder Seemann und jeder Offizier an Bord der Lady Julian die Frau seiner Wahl zwingen, ihm als ‘Gefährtin’ für die Dauer der Reise zur Verfügung zu stehen“, wie es in der TIMES nachzulesen war. Die Regie­rung hatte offenbar sehr klare (und kaltschnäuzige) Vorstellungen davon, wie sich Männer mit ihren ‘Gefährtinnen’ beschäftigen würden: „‘Die Regierung hat sechzig Garnituren Babywäsche geliefert – in der Annahme, dass dank der ge­sunden Seeluft jede richtige Frau auf dieser langen Reise ein Kind empfangen wird.’“

Da bleibt dem Leser schon mal die Luft weg.

Aber dies ist ja erst der Beginn einer rund einjährigen Reise ins Ungewisse, ei­ner Reise, die sie nach Afrika und Südamerika führen würde, einer Reise, die von allen Beteiligten unbeschreibliche Opfer und Leiden abverlangt und überra­schende Erkenntnisse ans Licht des Tages befördert. Denn die Lady Julian stach zwar in See und kam letzten Endes auch in Sydney Cove an, doch was dazwi­schen alles geschah – und was für ein bittersüßes, wenn auch tragisches Nach­spiel sich aus der Beziehung zwischen dem Seemann John Nicol und der sieb­zehnjährigen Sarah Whitelam entwickelte, das sollte man einfach gelesen ha­ben …

Das Buch wurde durch die später diktierten Memoiren John Nicols angestoßen und durch Archivrecherchen der Autorin ausgiebig erweitert. Sîan Rees, eine entfernte Nachkommin einer der deportierten Frauen, die sich schließlich in Australien niederließ, hat mit diesem Werk ein ausgezeichnet lesbares, stellen­weise sehr erschütterndes Sachbuch verfasst, das dem Leser die Alltagswelt des 18. Jahrhunderts in eindringlicher Weise nahebringt.

Rees verknüpft auf faszinierende Weise Stränge der Geschichte einfacher Bevöl­kerungsschichten mit romanhafter Erzählweise, etwas, wofür angloamerikani­sche Wissenschaftler immer schon berühmt waren. Das Buch liest sich also bei­nahe von selbst und lenkt die Neugierde auf bislang unbekannte Szenen der Weltgeschichte, die von Menschen wie Du und Ich beherrscht wurden. Zudem demonstrieren sie, wie dünn manchmal doch die Fäden sind, an denen das Schicksal ganzer Nationen hängt, wenn sie gerade im Entstehen begriffen sind. Hier im Falle von Australien, denn es hätte nicht viel gefehlt, dann wären von den Kolonisten nur gebleichte Knochen übriggeblieben.

Vom Standpunkt des Historikers ist freilich leichte, milde Kritik angebracht. So ist es überaus bedauernswert, dass das Buch keinerlei Verweise der vielen Zita­te bringt. Manchmal hätte ich schon gerne gewusst, was sie da zitiert, ob es sich also etwa um zeithistorische Kommentare oder um nebelhaftere Erinnerungen John Nicols dreißig Jahre nach diesen Geschehnissen handelt. Ebenso wäre ein Personenregister hilfreich gewesen, da man doch mit der Vielzahl von „gefalle­nen Frauen“, wie die Verbrecherinnen im Volksmund genannt wurden, zeitwei­se etwas überfordert ist. Wenige Zeilen Kurzbiografie jeder einzelnen wichtigen Person im Anhang hätten das Verständnis des Buches noch mehr gefördert.

Zuletzt hätte ich dem Buch einen besseren Lektor gewünscht. Es weist leider viele Setzfehler auf, die auf schlampiges Lektorat hindeuten. Einen parallelen Fall gab es mal bei Bastei-Lübbe, als ich das alte Sachbuch von C. W. Wedgwood über den Dreißigjährigen Krieg las. Dass hingegen das Titelbild mit dem Inhalt eigentlich nichts zu tun hat, tut dem Werk von Rees keinen Abbruch. Es ist ein hübscher Blickfang und trägt hoffentlich dazu bei, das Buch zu verkaufen. Die Autorin hätte es verdient.

© 2003 by Uwe Lammers

Ja, diese Rezension mag inzwischen 17 Jahre auf dem Buckel haben, das stimmt. Und das Buch ist vermutlich längst vergriffen und kann nur noch anti­quarisch besorgt werden. Dennoch halte ich es für absolut sinnvoll, es als Lektü­re auf den Leseplan zu setzen.

Die Vergangenheit hat nicht nur ihre Sonnenseiten, sondern auch ausgespro­chen finstere Ecken, und ich fürchte, ich übertreibe nicht, wenn ich sage: die Nachteile des Einst überwiegen bei weitem. Abenteuerlust und Zeitreiseaben­teuer hin oder her – in der wirklichen Welt damals zu leben, das war kein Zu­ckerschlecken. Für niemanden der Zeitgenossen. Viele hätten sich, davon bin ich überzeugt, nach solch einer Rundum-Versorgungswelt, wie sie für uns geradezu selbstverständlich geworden ist, die Finger abgeschleckt.

Wir schätzen wirklich das, was wir haben, erst dann wirklich, wenn es uns verlo­rengegangen ist. Das ist so wie mit lieb gewonnenen Mitmenschen und Freun­den, die jählings von unserer Seite gerissen werden. Am einen Tag ist es noch ganz selbstverständlich, dass sie da sind – und am nächsten Tag sind sie für im­mer verloren.

Seien wir also froh, dass die Welt, in der die armen Frauen der Lady Julian zu leben gezwungen waren, nicht mehr die unsere ist. Ich denke, wir würden dort nicht glücklich werden.

Wohin wenden wir uns in der kommenden Woche? Nun, da kommt die höchste Autorität schlechthin zu Wort – nämlich Gott himself.

Glaubt ihr nicht (lach)? Dann schaut wieder rein!

Bis dann Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

heute starte ich in die Werkschau des Jahres 2018, die mich vor­aussichtlich so vier Teile dieser Artikelreihe beschäftigen wird. Wie letztens berichtet, hatte meine universitäre Anstellung im Sommer 2017 geendet, und der neue Horizont für 2018 ver­sprach nach den Erschöpfungsphasen des Vorjahres doch einige Normalisierung.

Das kann man am Monat Januar 2018 gut sehen, in dem ich auf 24 fertig gestellte Werke kam. Zwar waren darunter fünf Blogar­tikel, um die Blogs grundsätzlich am Laufen zu halten, aber das war natürlich nicht alles. Besonders intensiv war ich mit meiner stärkeren Vernetzung mit dem Terranischen Club Eden (TCE) be­fasst, für den ich in diesem Monat insgesamt drei Geschichten bearbeitete, überarbeitete bzw. grundlegend neu schuf. Letzte­res war die im Doctor Who-Kosmos spielende Story „Die Ku­gel-Invasion“, die auf einer uralten Idee von mir fußte, über die ich im Werkstattbericht „Alles kann die Kreativität be­feuern … – Das Making of von ‚Die Kugel-Invasion‘“ eben­falls für den TCE berichtete.

Einige alte Aktualisierungs- und Digitalisatspläne von Non-OSM-Geschichten konnte ich in diesem Monat auch endlich umset­zen. Eine davon tauchte dann bald darauf im Conbuch für den Garching-Con auf, in dem ich – kurzer Sidestep – auch 2020 wie­der vertreten sein werde. Daneben gingen natürlich die Digitali­satbestrebungen bei den schon in Arbeit befindlichen Serienab­schriften des OSM weiter, also hinsichtlich der KONFLIKTE 12 und 18.

Sonst kann man sagen, war der Monat Januar eher so zum Warmlaufen.

Im Februar stieg das Schreibvolumen auf 30 fertige Werke an, von denen neun auf Blogartikel entfielen, allerdings auch 15 auf Rezensionen (und nein, die meisten davon sind bis heute nicht erschienen, sie werden mehrheitlich im Rezensions-Blog in den kommenden Jahren veröffentlicht werden).

Besonders herausragend für diesen Monat Februar war ein fun­damentaler Entschluss bezüglich eines sehr langen OSM-Wer­kes, dessen Vollendung in immer weitere Ferne zu rücken schien. Die Rede ist von „Eine scharf geschliffene Waffe“. Der Roman hatte bereits mehr als fünfhundert Seiten, aber vom eigentlichen Ziel der Geschichte war ich immer noch ein erheb­liches Stück entfernt.

Was tat ich?

Ich nahm mir ein Beispiel an der OSM-Story „Der Platz der Steine“. Das lag nicht nur deshalb nahe, weil beide Werke auf derselben Welt im gleichen KONFLIKT, KONFLIKT 19 des OSM, spielen. Sondern auch, weil die Art der „Betriebsblindheit“, wie ich das nennen möchte, sehr ähnlich gestaltet war. Ich hatte ei­nen Handlungsbogen in der Skizze gespannt, der einfach zu weit war. Und indem ich nun schlicht einen Schritt zurück mach­te und mich fragte, wo ich ihn wohl am besten unterbrechen könnte, um dann in einen zweiten Teil überzuleiten, da fiel es mir echt wie Schuppen von den Augen.

Ich hatte den Schluss des Romans im Prinzip schon längst konzi­piert, aber schlicht nicht gesehen. Manchmal sollte man echt auf seine Schuhspitzen schauen und nicht in die Wolken.

So schloss ich also am 26. Februar 2018 „Eine scharf ge­schliffene Waffe“ ab und legte zugleich den Grundstein für den Folgeroman, „Licht und Schatten auf Dawson“. Wie lan­ge ich daran arbeiten werde, ist aktuell aber nicht zu sagen.

Interessanterweise, und das ist ein Indiz dafür, wie seltsam, zeitversetzt und erratisch mein kreativer Verstand „kocht“, blühte ebenfalls gegen Monatsende (22. Februar) aus dem Stand eine weitere OSM-Story hoch, die sich im Handumdrehen vollenden ließ. Obgleich ich mich in diesem Monat sonst über­haupt nicht im KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Cha­os“ aufhielt, wucherte diese Story, die in diesem KONFLIKT spielt, spontan in meinem Verstand und wollte dringend aufs Pa­pier. So kam „Die Sternengeborene“ zu ihrem Recht. Es han­delt sich dabei wie schon im Fall „Das winzige Mysterium“ um eine Vignette von relativ kleiner Reichweite. Sie erklärt ei­nen Aspekt einer wichtigen Figur des KONFLIKTS 12, die ich seit Jahrzehnten kenne. Dieser Teil ihrer Vita war bislang aber dun­kel. Nun bin ich definitiv besser darauf vorbereitet, sie ange­messen zu beschreiben und zu charakterisieren, wenn ich sie mit den Hauptprotagonisten des KONFLIKTS zusammenprallen lasse – auch wenn ich natürlich an dieser Stelle eingestehen muss, dass die Ärmste dann mit dem Bild, das sie in der obigen Geschichte bietet, nicht mehr viel gemein hat, leider.

Ihr werdet es erleben. Sowohl diese Story wie auch die OSM-Epi­soden, in denen sie später in der Serie auftaucht, sind aktuell noch nicht veröffentlicht.

Der Monat März (28 beendete Werke) enthielt 7 Blogartikel und stand intensiv im Bann zweier Pläne. Der erste Plan war, für die Veröffentlichung des Etappenromans „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“ im Fanzine Baden-Württemberg Aktuell (BWA) endlich die restlichen Teile vorzuformatieren. Allein das sind 8 Einträge in diesem Monat. Außerdem befand ich mich zusam­men mit Joe Kutzner noch in der Arbeitsphase für die „Grey Edi­tion“-Ausgabe, aus der in diesem Jahr dann überraschend zwei Bände werden sollten, weil der schiere Textumfang, den ich ein­reichte, das Mögliche in einem einzelnen GE-Band überschritt. Mit „Sylphengeflüster“ überarbeitete ich jedenfalls in diesem Monat eine weitere bisher nicht veröffentlichte erotisch-phan­tastische Novelle und konnte sie Joe zusenden.

Ansonsten war der Monat bunt gemischt. Ich hielt mich im Ero­tic Empire auf („Die Kolonie Saigon II“, „Die Paradies-Fal­le“, „Lauren und Alain“, „Saskia bei den Nomaden“, „Das Sklaven-Gras“), schrieb an den Digitalisaten der KON­FLIKTE 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“, 18 „Kampf ge­gen TOTAMS Dämonen und Schergen“ und 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ weiter. Rezensionen rundeten den Monat ab.

Alles in allem war ich mit dem Erreichten durchaus zufrieden. Als nächstes Ziel auf der Agenda setzte ich mir nun, das Digita­lisat für KONFLIKT 18 zu vollenden. Denn dafür bestand einige Aussicht. Nachdem ich „Eine scharf geschliffene Waffe“ als Fokuskonkurrent ebenso mustergültig ausgeschaltet hatte wie „Die Totenköpfe 1“, lag es auf der Hand, dass dies das nächs­te große Stück im Werk-Kuchen 2018 sein würde. Immerhin ar­beitete ich ja schon am Digitalisat von Band 103 „Kriegszug der Skelette“, und die Serie hatte nur 114 Episoden. Da sollte sich doch, nahm ich an, in den nächsten drei Monaten ein Schluss erreichen lassen.

Ob ich das wirklich geschafft habe, das erfahrt ihr beim nächs­ten Abschnitt dieser Artikelreihe. In der nächsten Woche nehme ich euch auf ein völlig anderes Abenteuer mit, und dann werdet ihr auch lesend erfahren können, warum ich empört ausrief: „Das Universum ist doch keine Chipstüte!“

Schön neugierig bleiben, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 263: Der ewige Tag

Posted April 8th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

als James Graham Ballard im Jahre 2009 unsere Welt für immer verließ, bedau­erte ich das wirklich heftig. Mir geht es immer nahe, wenn Literaten, die ich schätze, das Zeitliche segnen, und mag es auch – wie im Fall von Ballard – im 79. Lebensjahr gewesen sein.

Tatsache ist, dass ich James Graham Ballard schon sehr lange als Leser kannte und viele seiner früh bei Heyne publizierten Bücher bereits kannte, darunter zählen auch einige Storysammlungen. Man muss zwar, wie ich eingestehe, in ei­ner gewissen Stimmung sein, um sich vollends auf Ballards Werke einzulassen, aber wenn man das erst mal getan hat, dann kann ich fast mit Bestimmtheit be­haupten, wird man diese Geschichten nicht mehr vergessen können. Mir we­nigstens geht es so.

Dass ich bislang nur eine solche Storysammlung in den zurückliegenden fünf Jahren rezensiert habe1, hat nichts mit Geringschätzung zu tun, sondern mit dem Gegenteil – die Dinge, die man besonders genießt, soll man in kleinen Do­sen inhalieren oder sonst wie zu sich nehmen, sonst nimmt die Wertschätzung ab und der Genuss vergeht gar zu schnell.

Ballards Geschichten sind darum auch nicht etwas, was man eben mal schnell gewissermaßen zwischen Tür und Angel „herunterlesen“ kann, wie es mit vielen flink geschriebenen belletristischen Werken der Fall ist, an die man sich schon eine Woche später nur noch in Umrissen erinnert. Ballards Werke muss man ge­nießen wie einen edlen Tropfen, sich von der packenden Wucht seiner Worte mitreißen lassen, in gespenstische Welten jenseits unserer Vorstellung.

Interessanterweise scheint James Graham Ballard ein äußerst hellsichtiger Pro­phet unserer Zivilisation gewesen zu sein – denn zahlreiche seiner Geschichten lesen sich wie der moderne Widerhall unserer ökologischen Ängste (manche würden sie Zwangsvorstellungen nennen, noch andere, die gern die Augen vor dem wesentlich vom Menschen seit Jahrhunderten in Gang gesetzten Klima­wandel die Augen verschließen, glauben sowieso nicht daran oder halten den Klimawandel für eine chinesische Erfindung – ich werde den Namen der Person, der euch jetzt auf der Zunge liegt, nicht nennen!). Klimawandel? Klimakatastrophe? Stillstand der Zivilisation, das alles findet man in atemberaubenden Formulierungen bei Ballard – sozusagen de luxe-Untergangsvisionen und Projektionen des Möglichen.

Schaut weiter, wenn ihr neugierig geworden seid:

Der ewige Tag

(OT: The Day of Forever)

Von James Graham Ballard

Suhrkamp 727

192 Seiten, TB

Übersetzt von Michael Walter

ISBN 3-518-37227-0

Wer sich auf das Abenteuer einlässt, James Graham Ballards Romane und Ge­schichten zu lesen, sollte einer Tatsache bewusst sein – man sieht sich hier je­mandem gegenüber, in dessen Werken ein feinsinniger Stilist am Werke ist, der seine Geschichten mit doppelten Böden, reichhaltigen Metaphernkontexten und raffinierten Anspielungen versieht. Jemand, der die Psychologie seiner Protagonisten ins Zentrum stellt und für den das phantastische Umfeld gleich­wohl nicht nur Kulisse ist, sondern eine Art von physischer Widerspiegelung in­nerer Zustände. Es ist nicht rein zufällig, dass seine Protagonisten so oft Verlore­ne in einer hoffnungslos wirkenden Welt sind. Es ist ein Strukturprinzip seiner Werke, zumal seiner späteren.

Diese Kurzgeschichtensammlung, erstmals 1967 veröffentlicht, enthält 10 Er­zählungen, beginnend mit der Titelstory „Der ewige Tag“:

Irgendwann in der nahen Zukunft ist die Rotation der Erde zum Stillstand ge­kommen – der Grund wird nicht erklärt – , und die menschliche Zivilisation, wie wir sie kennen, hat aufgehört zu existieren. Verlassene Städte und Einsamkeit regieren, während in Nordafrika der Protagonist Halliday vor seinen Träumen flüchtet und von einer langsam gleitenden Zeitzone in die nächste weiterreist, die sich gemächlich gemäß der solaren Rotation verschiebt. Hier trifft Halliday auf Gabrielle Szabo und die Malerin Leonora Sully, die bizarre Phantasien aufs Papier bringt und zusammen mit ihrem Begleiter, dem Arzt Dr. Richard Mallory, ebenfalls unterwegs ist. Vor der Bühne einer apokalyptisch verlassenen Welt, ausgemalt in unglaublich beeindruckenden Schilderungen, entfaltet sich schließlich ein menschliches Drama …

Gefangener der Korallentiefe“ scheint auf den ersten Blick nur von einem Aus­flug an eine Steilküste zu handeln, wo sich, von der Brandung freigewaschen, Relikte der Millionen Jahre alten Erdvergangenheit finden lassen. Aber hier trifft der Ich-Erzähler auch auf eine rätselhafte Frau und hört den Sirenenruf der Ewigkeit …

Morgen ist in Jahrmillionen“ führt uns auf eine fremde Welt und den ausge­trockneten See der Träume, bevölkert von grotesken Geisterschiffen der irdi­schen Literatur, die an dem Protagonisten Glanville vorbeisegeln. Glanville ist mit seiner Frau Judith auf dieser Welt gestrandet, geflüchtet vor einem unbarm­herzigen Verfolger, der ihn schließlich einholt und der Gerechtigkeit zuführen möchte. Aber Glanville hat nicht vor, sich kampflos zu ergeben. Die Phantome von dem See der Träume sollen ihm helfen, zu gewinnen … doch ihm ist nicht klar, dass das Schicksal andere Pläne mit ihm hat.

Forbis ist „Der Mann im 99. Stock“, der aus unbegreiflichen Gründen heraus, die er selbst nicht versteht, immerzu versucht, den 100. Stock eines Gebäudes zu erreichen. Es gelingt ihm jedoch nicht, und er begreift nicht, was ihn antreibt und nicht, was ihn hindert. Erst sein Psychologe Vansittart macht es ihm ver­ständlich – ein hypnotischer Block wurde Forbis auf irgendeine Weise appliziert, mit einem zweiteiligen Befehl, von dem er nur den ersten Teil aufspüren kann. Den zweiten kann er erst dann erfahren, wenn er sein Ziel erreicht – wenn er das Dach des Gebäudes betritt. So beschließen Vansittart und Forbis schließlich, das Wagnis einzugehen und Forbis in den 100. Stock gelangen zu lassen. Wie sollen sie wissen, dass das ein Fehler ist …?

Die Warte-Gründe“ ist eine faszinierende, man möchte fast sagen, metaphysi­sche Geschichte, in der die Grenzen der Realität verschwimmen, wie so oft in Ballards Werken – der Planet Murak ist eine menschenfeindliche Einöde, nur bevölkert von ein paar finster-depressiven Erzschürfern, die hier festsitzen. An­sonsten gibt es nur noch die felsige, heiße Wildnis des Planeten und ein Radio-Observatorium. Als Quaine seinen Dienst antritt und seinen Vorgänger Henry Tallis ablöst, der es hier 15 lange Jahre ausgehalten hat, ist ihm nicht bewusst, dass Tallis und die heiße Einöde ein Geheimnis umgibt. Aber er bekommt es schließlich mit – dort sind zwei Männer vor langer Zeit verschollen, die offensichtlich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen hergekommen sind, seltsamerweise mit kistenweise Gepäck, gefüllt mit religiösen Traktaten. Aber was das wirklich bedeutet, bekommt er erst heraus, als er unter Lebensgefahr jenen Talkessel entdeckt, in dem das größte Mysterium Muraks verborgen ist, das ihm das Universum aufschließt …

Das Schlachtfeld“ liegt in einem alptraumhaft veränderten England der nahen Zukunft, und leider ist die Geschichte zu kurz, um wirklich transparent zu ma­chen, was geschehen ist, bevor diese Begebenheit geschieht. Nur soviel ist ele­mentar: in der nahen Zukunft fechten die Vereinigten Staaten weltweit Guerilla­kriege a la Vietnam aus, und amerikanische Einheiten haben dabei auch Eng­land besetzt und führen erbittert Krieg gegen die „Einheimischen“ …

Der freundliche Attentäter“ ist eine tragische Geschichte eines Mannes, der eines Tages in London zu den Krönungsfeierlichkeiten von König James III. ein­trifft, sich aber dafür gar nicht interessiert. Stattdessen mietet er sich in einem ganz bestimmten Hotel ein, bezieht ein ganz bestimmtes Hotelzimmer und baut dort sein Scharfschützengewehr auf – um ein Verbrechen zu vereiteln, das er aus seiner 35 Jahre in der Zukunft präsenten Erinnerung sehr genau kennt … doch ein entscheidendes Detail ist ihm unklar …

In „Der unvermutete Nachmittag“ erleidet Familienvater Elliott einen grässli­chen Migräneanfall oder etwas, was er zumindest dafür hält. Die Nebeneffekte, die sich einstellen, sind allerdings … sehr bizarr. Immerhin erinnert er sich auf einmal äußerst farbenprächtig an seine Kindheit in Indien (wo er nie gewesen ist) und an seine psychiatrische Praxis (wobei er gar kein Psychiater ist). Und was ist mit diesem Krishnamurti Singh, der ihm so vertraut ist, wiewohl er ihn nie getroffen hat …?

In der Welt, in der „Die Wahnsinnigen“ spielt, möchte man wirklich nicht leben. Das ist auch ganz Dr. Charles Gregorys Ansicht. Der Psychologe, der aufgrund der geltenden Gesetze nicht mehr praktizieren darf, weil die psychologische Be­handlung von Menschen unter Strafe steht, ist gewissermaßen auf der Flucht vor sich selbst, während „die Wahnsinnigen“ die Straßen bevölkern. So kann es auch nicht überraschen, als sich die Anhalterin, die er mitnimmt, als eine Frau entpuppt, die aus einer Anstalt entflohen ist. Das Drama nimmt seinen Lauf …

Mr. Goddard ist ein freundlicher, rund 65 Jahre alter Kaufhausangestellter, der in der Story „Mr. Goddards letzte Welt“ ruhig und bedächtig seinen Dienst im Kaufhaus versieht. Es gibt nur wenige Dinge, die hier seltsam sind … zum Bei­spiel eine Gruppe von Kaufhausangestellten, die im Hinterhof eine Treppe steil in die Luft richten und scheinbar ins Nirgendwo hineinzuklettern suchen – was natürlich katastrophal fehlschlägt.

Mr. Goddards Heim ist gegenüber der idyllischen Kleinstadt mit seinem Kauf­haus seltsam spartanisch … bis auf einen einzigen Raum mit einer Tresorkam­mer, in der eine große Kiste steht, in die er jeden Abend still vergnügt hinein­sieht. Und er schaut dort hinab auf eine Miniaturwelt mit einem Miniaturkauf­haus und Miniaturmenschen … aber eines Tages geht etwas schrecklich schief …

Ballards Kurzgeschichten, so lapidar sie manchmal auch auf den ersten Blick wirken mögen, haben doch zumeist sprachlich eine unglaubliche Intensität. Be­sonders in seinen längeren, dystopischen Werken kann man sich von der finste­ren, bezwingenden, geradezu psychedelischen Wirkung seiner Sätze nicht frei­machen. Selten lässt er sich naturwissenschaftlich festnageln, was ja ein Kenn­zeichen der „new wave“ ist, der er sich zugehörig fühlte.

Geschrieben in Zeiten des Umbruchs und der finsteren Zukunftserwartungen in den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts – der Kalte Krieg war auf dem Hö­hepunkt, Dürrekatastrophen suchten Afrika heim, politische Instabilität gras­sierte, die wirtschaftlichen Prognosen sahen Umweltkatastrophen, Rohstoffver­knappung, Rohstoffkriege und dergleichen voraus – , spiegeln Ballards Erzählun­gen diese zeithistorischen Verwerfungen. Zugleich gehen sie aber auch auf bis­weilen surreale Weise darüber hinaus und beziehen dabei die zumeist gebro­chene Psyche seiner Protagonisten als Spiegelbilder der nicht minder verworre­nen, oft ausweglos erscheinenden Umwelt mit ein. Dabei lösen sich gelegent­lich die Grenzen von Raum und Zeit auf.

Solche Aspekte wie Religion, Schicksal, Determinismus sind häufige Bausteine von Ballards Geschichten. In ihnen verschmilzt Science Fiction mit naher Zu­kunftsprojektion, soziale Entwicklungen werden in die nahe Zukunft projiziert und in beklemmender Intensität deutlich gemacht. Wer immer also mit Ballards Werken noch keine Tuchfühlung aufgenommen haben sollte, dem seien sie hiermit ausdrücklich ans Herz gelegt – dieser Band wäre ein sehr schöner Einstieg.

Unbedingte Leseempfehlung!

© 2016 by Uwe Lammers

Ihr merkt, diese Leseerfahrung ist noch vergleichsweise frisch. Eine deutlich äl­tere stelle ich euch in der kommenden Woche vor. Dort begeben wir uns statt in die nahe Zukunft in die Vergangenheit und auf die andere Seite der Erdhalbku­gel.

Neugierig bleiben, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Vgl. dazu den Rezensions-Blog 116 vom 14. Juni 2017.

Blogartikel 370: Close Up: Der OSM im Detail – Teil 15

Posted April 5th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

vor ein paar Wochen habe ich euch vollständig ins Reich der Cranyaa, also in die Handlungsgegenwart des KONFLIKTS 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ entführt. Dort sieht es be­kanntlich nicht rosig aus. Aber sehr viel interessanter scheint doch zu sein, wie es in der Zwischenzeit Oki Stanwer und den Zeitreisenden wider Willen ergangen ist. Darum soll es heute verstärkt gehen.

Rückblick: Die Serienhandlung ist nach wie vor zweigeteilt. In der Gegenwart entwickeln sich die Dinge höchst dramatisch, weil den arg dezimierten Cranyaa immer mehr Handlungsoptio­nen verloren gehen. Innenpolitische Krisen werden von exter­nen Feinden und Attacken verschärft, und nun hat sich auch noch Klivies Kleines als Graue Eminenz erwiesen, als heimtücki­scher Intrigant von TOTAMS Gnaden, der offenbar den WÄCH­TER in den Tod gelockt hat.

Das Reich scheint endgültig sturmreif zu sein und dicht vor dem Untergang zu stehen. Dennoch wird dieses Mal umgeblendet ins Zeituniversum, wo Oki Stanwer und seine Gefährten eben­falls mit den Machenschaften der Diener TOTAMS zu kämpfen haben.

Hier ist zuletzt die Lichtfestung OREOC vernichtet worden, wo­bei offensichtlich der Helfer des Lichts Gruhl, der Calnarer Ze­phir-Gort und der Soogrer Goonex den Tod fanden. Das Volk der DIGANTEN ging unter, Dämonen bereiten einen Angriff auf AN­TI-TOTAM vor, und Oki Stanwers STELE DER EWIGKEIT hat im Ovahaan-System massiv an Schlagkraft eingebüßt. Es sieht nicht gut aus …

Episode 71: Jenseits des Todes

(23. März 1986, digitalisiert 2019)

Als der Planet ANTI-TOTAM durch eine eskalierende Entladung des Primärenergiewandlers in Einklang mit Oki Stanwers menta­len Kräften im direkten Umfeld der Schockzone nahe den Gala­xien Risalon und Wukarin entstand, verlockte der Dämon Naa­mie das Volk der Dimensionswanderer, die Gerlakos, dazu, den Planeten zu besetzen. So konnte Oki Stanwer aus den Installationen dieser Welt keinen Vorteil ziehen.

Der Feldherr der Cranyaa entschied daraufhin, dass es besser sei, ANTI-TOTAM zum Sperrgebiet zu erklären, und er wandte den Blick ab.

Das war ein Fehler.

Die Gerlakos, monsterartige Aliens, die nur halbstabil zu sein scheinen, aber die Möglichkeit besitzen, ihre Krallenarme so zu stabilisieren, dass sie jeden Besucher töten können, leiden ebenfalls unter dem konstant absinkenden Energielevel des Zeituniversums, das einen raschen Erkaltungstod stirbt, der derzeit noch ungeklärt ist.

Dadurch erinnern sie sich wieder an ihre Vergangenheit – und die hat es in sich. Die Gerlakos sind während ihrer Wanderschaft durch Raum und Zeit mit Mentalessenzen verschmolzen, mit Seelen, könnte man sagen, die im KONFLIKT 13 („Oki Stanwer Horror“) als so genannte „Irrealstrahler“ Soldaten wider Willen der Dämonenmacht CLOGGATH waren. Nun kommen sie in ihrem zweiten Leben „jenseits des Todes“ zu sich, schwören dem Bösen ab und wollen Oki Stanwer und seinen Freunden hel­fen, die im Transmittermond der Plegg‘re ANTI-TOTAM umkrei­sen.

Dort geht annähernd zeitgleich ein Funkspruch eines Raum­schiffes ein, das sich mit rasender Geschwindigkeit dem Kristall­planeten nähert – ein Schiff, das von der Rasse der Plegg‘re gut 25.000 Jahre später konstruiert und in der Zeit zurückgeschickt wurde, um Okis Freunde auf ANTI-TOTAM vor einem Angriff der Dämonen von TOTAM zu warnen, der offenbar unmittelbar be­vorsteht …

Episode 72: Das Gericht der Irrealstrahler

(30. März 1986, digitalisiert 2019)

Die dramatischen Ereignisse des Bandes 71 werden fortgesetzt. Schauplatz sind der Kristallplanet ANTI-TOTAM am „Punkt Zero“, wo Oki Stanwer und seine Gefährten das Zeituniversum betre­ten haben, jenen temporalen Raum, der rund 600.000 Jahre vor der Gegenwart liegt.

Während Oki Stanwer, Gruhl, UCHULON und Doppelporter als di­rekte Bedienstete des Lichts mit der Lichtfestung OREOC und der STELE DER EWIGKEIT unterwegs sind, kommen die so ge­nannten Gerlakos wieder zu sich und erinnern sich daran, einst­mals „Irrealstrahler“ im Dienste CLOGGATHS in Oki Stanwers letztem Leben auf der Erde gewesen zu sein.

Zeitgleich erreicht ein Zeitraumschiff der Plegg‘re aus der ver­gleichsweise nahen Zukunft den Planeten ANTI-TOTAM, kann aber nicht mehr hinreichend abbremsen und strandet als Hava­rist auf der Kristallwelt.

Im Transmittermond wird derweil der Warnfunkspruch aus dem Raumschiff empfangen, aufgezeichnet von dem UCHULON der Zukunft (!). Ein Angriff von Dämonen von TOTAM stehe unmit­telbar bevor. Doch ehe Details bekannt werden können, reißt der Funkspruch wegen des Absturzes ab.

Außerdem dreht auf unheimliche Weise die Projektion der Dä­monenwaffe GOLEM auf dem Transmittermond durch. Erst mit Verspätung wird klar, dass sich ein Dämon von TOTAM einge­schlichen hat und sich als GOLEM tarnte und so die Sicherheits­einrichtungen des Mondes von innen heraus zerstören soll.

Die einstigen Irrealstrahler unter der Leitung des hünenhaften Schwarzen Nuara Nkimbo entschließen sich auf dem Planeten derweil, den havarierten Plegg‘re zu helfen …

Episode 73: In der Galaxis Srakkonar

(11. Mai 1986, digitalisiert 2019)

Blende zu Oki Stanwer und der sehr stark verkleinerten STELE DER EWIGKEIT: Im Ovahaan-System sind Oki und seine Freunde in eine Falle TOTAMS geraten. Der Kristallroboter Xyllom ist ver­nichtet worden (vgl. Bd. 61), und Oki selbst konnte gerade noch vor Interventionstruppen TOTAMS aus dem dimensionalen Reich Kawekor gerettet werden (vgl. Bd. 65), wobei er aber verletzt wurde. Quasi in letzter Sekunde gelingt es der STELE, den Wüs­tenplaneten des Ovahaan-Systems zu verlassen.

Als sie aber eine Reihe von Transitionen planen, um sich der Verfolgung durch die TOTAM-Schlachtschiffe des Dämons Craa­thava zu entziehen, tun sie exakt, was ihr Gegner insgeheim wünscht. Er aktiviert aus seiner Zentralgalaxis Srakkonar einen entropischen Fangstrahl und zerrt die STELE dorthin, um sie in seinem Residenzsystem mit dem Planeten Hollyr endgültig aus­schalten zu können.

Doch die Dinge verlaufen nicht nach Plan – eine fremde Gewalt reißt die STELE aus dem Sog, so dass sie am Rande von Srakko­nar materialisiert. Aber … ohne Oki Stanwer! Er scheint wäh­rend dieser Aktion seinerseits entführt worden zu sein.

Inzwischen weitgehend wieder gesundheitlich hergestellt, er­wacht der Feldherr der Cranyaa auf einem lebensfreundlichen, subtropischen Planeten, auf dem er eigenartige Pyramidenge­bäude vorfindet – und dann plötzlich auch einen Kampfgleiter mit untoten Cranyaa, der von Unbekannten vernichtet wird.

Ohne das jetzt noch zu begreifen, befindet sich Oki Stanwer bei den Rebellen von Srakkonar. Und sie geben sich ihm zu erken­nen …

Episode 74: Ein Mond vergeht!

(12. Mai 1986, digitalisiert 2019)

Blende wieder zurück zu ANTI-TOTAM und zum Transmitter­mond. Während die Helfer des Lichts Glusem und Ureg-Ni gegen die vermeintliche Dämonenwaffe GOLEM kämpfen, hinter der inzwischen in Wahrheit der Dämon Logaroteen steht, retten die Gerlakos/Irrealstrahler auf ANTI-TOTAM aus dem abgestürzten Zeitschiff die Plegg‘re – doch diese Wesen, die offenbar Jahrhun­derte unterwegs waren, sind auf schreckliche Weise deformiert und degeneriert, ihre ursprüngliche Form ist nicht mehr zu er­kennen. Ehe man sie befragen kann, sterben sie an den erlitte­nen Verletzungen und Schocks des Absturzes.

Im Transmittermond können Glusem und Ureg-Ni den einge­drungenen Feind ausschalten. Aber sie fragen sich nun natür­lich, wie das mit der Warnung vor dem Angriff der Dämonen von TOTAM sein mag – offensichtlich, darauf deutet Logaroteens At­tacke hin, steht er direkt bevor.

Und das stimmt auch. Ehe sie gescheite Gegenaktionen starten können, werden entropiegeladene Lenkraketen ausgemacht, die den Transmittermond zum Ziel haben und nicht mehr abge­wehrt werden können.

Über ANTI-TOTAM geht eine neue Sonne auf!

Episode 75: Im Reich der Plegg‘re

(7. Juni 1986, digitalisiert 2019)

Der Transmittermond ist zerstört worden. Die Helfer des Lichts Glusem und Ureg-Ni wurden dabei offenkundig ausgelöscht … wenigstens hat es den Anschein. Aber zur beiderseitigen Über­raschung ist das irgendwie nicht geschehen. Irgendeine Kraft hat verhindert, dass die Entropieexplosion, die den Mond aus­löschte, auch sie beide vernichtete.

Sie haben noch kurz paramentalen Kontakt zueinander, ehe sie durch die Zeit in unterschiedliche Richtungen geschleudert wer­den. Während Ureg-Nis Reiseziel vorläufig unklar bleibt, findet sich Glusems primärenergetische Beobachterseele in einem Be­reich des Kosmos wieder, den er durchaus kennt – es handelt sich um die Region zwischen den Galaxien Wukarin und Risalon, also nahe an der Cranyaa-Heimatgalaxis Hun‘arc … aber Millio­nen Jahre früher.

Hier verfolgt Glusem als temporaler Beobachter den Aufstieg ei­ner seltsamen amphibischen Spezies, die eines Tages den Ras­sennamen Plegg‘re erhalten wird und dann den Transmitter­mond bauen soll, an dessen Erschaffung er selbst, Glusem, maßgeblich beteiligt gewesen sein soll.

In der Gegenwart aber ist das Reich der Plegg‘re fast vollständig verwüstet (vgl. Bd. 27 der Serie), und es fehlen noch wesentli­che Mosaiksteine des Verständnisses, wie alles sich zusammen­fügt.

Glusem versucht mühsam, Kontakt zu den jungen und aufstei­genden Plegg‘re zu bekommen …

Mit den Bänden 74 und 75 der Serie beginnt die erste von zwei Plegg‘re-Trilogien, die Lücken der Historie der Serie schließen wird. In diesem Fall die Fragen um die Völker der Plegg‘re und der Waaklors. In der kommenden Folge der Close Ups, in der es um die Episoden 76-80 geht, blende ich sowohl in die Hand­lungsgegenwart wie ich auch die Vergangenheitsschiene verfol­gen werde. Ihr werdet sehen, es bleibt spannend.

Bis nächstes Mal, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 262: Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe

Posted April 1st, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

auch sieben Jahre nach Veröffentlichung des vorliegenden Romans vermag die­se Trilogie interessanterweise nach wie vor Menschen auf die Palme zu bringen. Üblicherweise handelt es sich dann um Zeitgenossen, die weder die Bücher ge­lesen noch die Filme (außer in Auszügen) gesehen haben. Und jeder, der Kino­trailer kennt, weiß natürlich, dass diese in der Regel überdramatisiert Szenen zusammenschneiden und nicht selten einen falschen Eindruck der Geschichte vermitteln.

Ich finde außerdem, dass die Verfilmung insbesondere des zweiten Teils der Tri­logie von der Romanfassung deutlich abweicht, so dass man sich als Kinogänger kein qualifiziertes Urteil über das zu Grunde liegende Buch machen kann. Wer das gern tun möchte, ohne gleich in Schnappatmung zu verfallen, der sollte jetzt vielleicht weiterlesen.

Vielleicht entdeckt er/sie ja unerwartete Facetten des Werkes und wird doch neugierig:

Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe

(OT: Fifty Shades Darker)

Von E. L. James

Goldmann 47896

608 Seiten, TB (2012)

ISBN 978-3-442-47896-5

Aus dem Amerikanischen von Andrea Brandl und Sonja Hauser

Die Welt steht Kopf für Anastasia Steele.

Die junge Literaturstudentin hat Wochen hinter sich, die sie selbst bei ruhiger Betrachtung kaum begreifen kann, und sie ist mental und emotional gewisser­maßen vollständig durch den Fleischwolf gedreht. Grund dafür ist eine Verket­tung abenteuerlicher, zufälliger Umstände, die sie in Kontakt mit einem faszinie­renden, sehr komplizierten und zudem überaus reichen Mann gebracht haben.

Christian Grey.

Einige Wochen zuvor hat sie ihn stellvertretend für ihre Mitbewohnerin und beste Freundin, Katherine Kavanagh, interviewt. Grey, der CEO und damit Vor­sitzende von Grey Enterprises, ist Förderer ihrer Hochschule, und Kate die Her­ausgeberin der Studentenzeitschrift. Da sie aber grippebedingt verhindert ist, schickt sie ihre beste Freundin Ana zu dem Termin … und dann beginnt das, was Anastasias Leben völlig umkrempelt: Christian Grey ist nicht nur unglaublich jung und attraktiv, sondern er ist auch von ihr unglaublich angetan, sucht stän­dig ihre Nähe und überhäuft sie mit Beweisen seiner Zuneigung. Dazu gehören sündhaft teure Erstausgaben von Romanen, Computer, Handys, schließlich gar ein neuwertiges Auto.

Sie ist davon einigermaßen überwältigt, aber ehe die meisten dieser Geschenke bei ihr ankommen (die meisten davon gegen ihren Willen, da sie solche Großzü­gigkeit unendlich verlegen macht), wird überdeutlich, dass Christian Grey sich insbesondere erotisch zu ihr hingezogen fühlt. Und zugleich hat er sehr … spezi­elle Vorstellungen von seiner Beziehung zu Frauen. Das hat mit seiner kompli­zierten Persönlichkeit zu tun, wie Anastasia sehr schnell entdecken muss. Er kann offensichtlich gar nicht anders, als ein BDSM-Verhältnis zwischen sich und seiner jeweiligen Gespielin zu dulden. Er ist darin der Dominus, sie die Sub, im Grunde genommen eine Sklavin für seine Bedürfnisse.

Auch wenn Anastasia sehr schnell den berauschenden Sex mit ihm unendlich genießt, selbst gewisse Sonderformen, die Augenbinden, Fesseln und ähnliches einbeziehen, gibt es doch Dinge, die sie immer wieder auf Abstand halten. Und am Schluss des ersten Romans, „Shades of Grey 1: Geheimes Verlangen“ wird Ana diese unglaublich intensive Beziehung zu viel. Schockiert davon, dass Chris­tian von ihr erwartet, sie möge sich von ihm bereitwillig Schmerz zufügen las­sen, weil er nur so vollendeten sinnlichen Genuss erleben kann, bricht sie die Beziehung ab.

Das Ende des ersten Romans ertrinkt in unendlich vielen Tränen.

Der vorliegende zweite Roman des Zyklus setzt quasi direkt nahtlos daran an, und man tut gut daran, die Lektüre unmittelbar an Band 1 anzuschließen.

Zur Handlung:

Seit der Trennung von Christian Grey sind erst wenige Tage vergangen. Hinter Anastasia liegen ihr Studienabschluss, der Umzug nach Seattle, wo Christian Grey auch lebt, und ihr Arbeitsbeginn als Praktikantin in dem kleinen Verlag SIP unter dem Lektor Jack Hyde.

Und Anastasia sieht die Welt absolut grau in grau. Nichts bereitet ihr mehr Ver­gnügen, und ebenso wie sie die stürmischen Liebesmomente mit Christian Grey vermisst, ebenso überzeugt ist sie doch davon, dass sie ihm niemals das wird geben können, was er unbedingt braucht. Es sieht doch sehr danach aus, als wenn Christian eine ihm ergebene Sub benötigt, die bereitwillig für seine Züch­tigungen zur Verfügung steht. Und das kann und will sie selbst nicht geben. Aber vergessen kann sie ihn ebenso wenig. Sie hat keinen Appetit, verliert an Gewicht1, und stets ist sich Ana der Tatsache bewusst, dass Christian in der Stadt ist, dass die Beziehung prinzipiell jederzeit wieder aufflackern kann.

Dennoch … dennoch nimmt sie mit ihm Kontakt auf, als ihr Studienfreund José Rodriguez (ebenfalls bekannt aus Band 1) seine Foto-Vernissage in Portland er­öffnet und sie einlädt. Ein sehr distanzierter Christian Grey nimmt sie höchst bereitwillig mit zur Eröffnung, die einige Überraschungen für die beiden bereit­hält (dies wird, wie Kundige wissen, im zweiten Film völlig anders vermittelt, wie der Film sowieso vieles dramatisiert).

Und das Knistern breitet sich unweigerlich wieder zwischen den Liebenden aus … denn das sind sie, das ist jedem Leser und jeder Leserin schon nach dem ers­ten Band felsenfest klar. Während Ana nun also versucht, bei SIP Fuß zu fassen und nur langsam realisiert, dass Jack Hyde mehr von ihr möchte, als nur ihr Chef zu sein, intensiviert sich ihre aufgefrischte Beziehung zu Christian Grey, und fast scheint es, als sei der grässliche Zwischenfall in seinem „Spielzimmer“ gar nicht vorgefallen.

Vergessen können die beiden ihn gleichwohl auch nicht.

Leider ist die fragile und immer wieder von Missstimmungen durchzogene Be­ziehung zwischen den Liebenden nicht das einzige Problem. Christian Grey hat zugegeben, dass er früher schon Beziehungen zu einer Reihe anderer Frauen hatte, seinen „Subs“, von denen ihm eine ganz besondere Sorgen bereitet: Leila. Während diese Person in der Verfilmung des ersten Romans noch keine Rolle spielt, taucht sie nun unvermittelt in Anastasias Leben auf und verfolgt sie. Vollends dramatisch wird es, als man herausfindet, dass sie offensichtlich mit einer Schusswaffe unterwegs ist und psychisch unzurechnungsfähig.

Außerdem lernt Ana während dieser Folgewochen Elena Lincoln kennen, die sie von Anfang an als „Mrs. Robinson“ charakterisiert und von Herzen zu hassen beginnt. Sie ist die Frau, die den jungen Christian im Alter von fünfzehn Jahren unter ihre Fittiche genommen hat, was in diesem Fall bedeutete, dass sie seine speziellen Neigungen entwickelte und, wie er es selbst drastisch sagt, „das Ficken beibrachte“. In Anas Augen hat sie damit seine jugendliche Entwicklung gestört und gilt im Grunde als Kinderschänderin. Es ist ihr unerklärlich, dass Christian mit Elena immer noch befreundet ist, und im Laufe des Romans entwi­ckelt sich das zunehmend zu einem ernsthaften Problem. Dasselbe gilt für die Sache mit Anas Chef, dem Lektor Jack Hyde.

Auf der anderen Seite lernt Anastasia aber auch einen anderen, einen neuen Christian Grey kennen – nicht den herrischen CEO von Grey Enterprises und auch nicht den grausamen Dom, der seine Sub herumkommandieren möchte … sondern sie hat einen ganz besonderen Einfluss auf ihn und verändert ihn. Sie bringt ihn auf zumeist äußerst amüsant zu lesende Weise und nicht selten wirk­lich berechnend zur Weißglut und dazu, immer mehr von seinem einseitigen Pfad abzuweichen.

Denn, um die Wahrheit zu sagen: Christian Grey ist zutiefst verstört und er­schüttert gewesen, ja, panisch, als sie ihn verlassen hat. Er kann sie nicht ver­gessen und will sie nicht verlieren. Das stürzt ihn in komplizierte emotionale Ab­gründe, die ihm vorher nicht zugänglich waren. Und er hat beschlossen, sein Le­ben grundlegend neu zu überdenken, Ana zuzugestehen, eine Art von Landkar­te zugänglich zu machen, die sein kompliziertes Herz und seine Seele für sie verständlich machen. Dies alles führt Anastasia Steele zu völlig neuen Erfahrun­gen und Horizonten, und dasselbe gilt auch für Christian Grey, der das rätselhaf­te und schwierige Neuland der leidenschaftlichen Liebe zu entdecken beginnt …

Der zweite Roman der Trilogie um Christian Grey und Anastasia Steele wartet zum einen mit einer Vielzahl von sympathischen Charakteren auf, die z. T. schon im ersten Band eine Rolle spielten, hier aber nun klarere Konturen und teilwei­se auch mehr historischen Tiefgang erhalten. Nach wie vor stürmisch und unbe­rechenbar ist die Beziehung zwischen Ana und Christian, die wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit berauschenden Sex praktizieren. Und während im ersten Roman mehrheitlich die anfangs jungfräuliche Anastasia völlig überwäl­tigt war, geht es nun zunehmend auch ihrem reichen Geliebten so.

Er, der bislang alles strikt durchplante, weil er eben ein notorischer Kontroll­freak ist, lernt nun, dass das Herz einer Frau, zumal einer von 21 Lenzen, durch­aus sprunghaft, launisch und schnippisch sein kann. Dass Anastasia auch hier wieder reichliche Szenen bietet, in denen sie zutiefst errötet oder sich vor lau­ter inneren Gewissensbissen kaum retten kann, gehört unbedingt dazu. Wer die Bücher kennt, mag verstehen, dass ich immer wieder kichere, wenn einer von beiden mit den Augen rollt, wenn Ana sich auf die Unterlippe beißt oder die sinnbildlichen Funken zwischen den beiden sprühen. Es ist einfach ein Vergnü­gen, diese Geschichte zu lesen, das gilt auch für den zweiten Teil.

Was die Verfilmung angeht, so weicht sie in zahlreichen Variationen von der Ro­mangeschichte ab. So spielt etwa Ethan, Kate Kavanaghs Bruder, in zahlreichen Stellen des Films überhaupt keine Rolle, sehr wohl aber im Buch. Dasselbe gilt für José, der im Film schnell an die Wand gedrückt wird, was sich im Buch völlig anders liest. Mia Grey, Christians jüngere Schwester, gespielt von Rita Ora im Film, hat im Buch auch einiges mehr zu sagen als in der filmischen Umsetzung. Die Rolle der Elena, im Film faszinierend von der älteren Kim Basinger gespielt, ist im Buch sehr viel komplizierter angelegt, und eine ganze Weile lang hat man das Gefühl, dass sie und Ana vielleicht doch noch einen modus vivendi finden können.

Andere Stellen fehlen in der Verfilmung ganz, was man bei manchen erotischen Stellen gut verstehen kann (ich denke da besonders an diese Badezimmerszene, die Passage auf dem Boot oder auch die Szenen im Spielzimmer, die im Buch z. T. sehr viel anders ausgeschmückt sind). Insbesondere vieles aus dem Leila-Handlungsstrang läuft hier grundlegend anders ab als im Film. Die Szene mit der Hausbegehung kommt überhaupt nicht vor (allerdings gibt es eine kleine Andeutung im Film während der Bootsfahrt auf „The Grace“). Die Rolle, die Kate Kavanagh mit ihrer „Inquisition“ spielt, ist im Film auch sehr heruntergekocht.

Und süß ist zu sehen, dass sich im Buch Ana unabsichtlich als Verkupplerin noch zwischen zwei weiteren Freunden erweist. Es sei nicht verraten, wen es trifft – aber es ist auf alle Fälle ein Indiz, dass den Leser des abschließenden dritten Teils womöglich eine Dreifachheirat erwarten könnte. Gemessen an der bislang zur Schau gestellten romantischen Ader von Frau James dürfte das letzten En­des eines der Ziele der Geschichte sein. Schwierig bleibt aber die allmählich deutlicher zu sehende Grundlinie, dass sadomasochistische Neigungen hin in eine „krankhafte“ Richtung gedrängt werden, die man nur mit bedingungsloser Liebe „kurieren“ kann … das ist höchstwahrscheinlich zu schematisch und eindi­mensional.

Die Geschichte bewegt sich also gründlich von der Basislinie weg. Christian gibt einen guten Teil seiner „hard limits“ ab, während Ana ihm gegenüber einige Zu­geständnisse hinsichtlich seines „Spielzimmers“ gestattet und sie ansonsten so versessen aufeinander sind, dass sie nicht die Finger von sich lassen können. Und gleichzeitig ziehen sich finstere Schicksalswolken über den beiden zusam­men … man darf auf das Finale sehr gespannt sein.

Auch hier eine klare Leseempfehlung.

© 2017 by Uwe Lammers

May be, es mag sein, dass ich zu optimistisch geurteilt habe, und mancherlei Leserkommentare, die ich erhielt, nachdem diese Rezension anderwärts Lesern zugänglich gemacht wurde, fielen recht kritisch aus. Ich bleibe allerdings durch­aus dabei, dass ich diese Geschichte bei allem Schematismus, den sie durchaus besitzt und der mir auch nicht entgangen ist, im Kern zutiefst humorvoll und lei­denschaftlich ist.

Wer diese Geschichte um Anastasia und Christian allein auf die „frauenverach­tende“ und sexistische Ebene herabzerren möchte und denkt, dass Ana doch nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, wenn sie sich wissentlich ein zweites Mal auf diese Beziehung einlässt, der sieht das alles viel zu kurz. Man muss nicht nur ein Negativfaktum herausziehen und dann sofort ein moralisches Vernichtungs­urteil fällen, sondern die Gesamtkomposition sehen und danach versuchen, zu einem ausgewogenen Eindruck zu gelangen.

Für mich überwiegt der zwischenmenschlich-humorvolle Aspekt in der Ge­schichte nach wie vor, auch wenn ein wenig „missionarischer“ Eifer zu erkennen ist, wenn die Autorin etwas eindimensional Sadomasochismus bei dominanten Männern über eine traumatische Kindheit erklären will und sie durch „ehrliche Liebe“ zu läutern versucht.

Was ich aber, wie ich immer noch finde, relativ gut herausarbeiten konnte, sind die Differenzen zwischen Buch und Verfilmung. Das ist zwar immer so, aber mir kam es noch nie so überdeutlich zu Bewusstsein wie hier. Die Filme ersetzen also in keiner Weise die Bücher. Die Romane sind deutlich besser als die filmi­sche Umsetzung – es ist definitiv einen Versuch wert, vertraut mir.

In der kommenden Woche kehren wir in phantastische Landen zurück zu einem Altmeister der Science Fiction und dystopischen Blicken in zukünftige Sphären. Mehr dazu in sieben Tagen an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Ebenfalls etwas sehr Charakteristisches in diesen beiden Bänden des Zyklus ist Anas regelmäßige Appetitlo­sigkeit und Christians besorgter, meist befehlender Appell, sie möge dich etwas zu sich nehmen. Ana könnte – und das ist nun wirklich ein Zustand, den jeder Verliebte bestens kennt – auch nur von Luft und Liebe le­ben … und Liebe in Form von leidenschaftlichem Sex bekommen die beiden hier fürwahr reichlich.

Liebe Freunde des OSM,

also, das neue Jahr 2020 fängt ja witzig an … ihr merkt es vielleicht an der bi­zarren Schriftwechselform, die ich zurzeit noch nicht kontrollieren kann – das Programm erzählt mir munter, „Calibri“ als Schriftart sei nicht vorrätig und wer­de ersetzt. Damit ist das hier vorläufig „Liberation S“ … bis ich das Problem ir­gendwie mit IT-Unterstützung in den Griff bekomme. Witzigerweise ändert das nichts daran, dass in der Überschrift diese Schrifttype durchaus „da“ ist …

Sollte dieser Blogartikel, der erste, den ich anno 2020 am Neujahrstag schreibe, also etwas seltsam auf der Webseite www.oki-stanwer.de abgebildet werden, gebt bitte meinem neuen Betriebssystem die Schuld. Ich schreibe einfach erst mal weiter so, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Der Monat Dezember 2019, der vor wenigen Stunden endete, hat mit respekta­blen 35 fertig gestellten Werken geschlossen. Insgesamt kam ich damit im ver­flossenen Jahr auf bemerkenswerte 419 abgeschlossene Werke. In diese Zahl rechnen natürlich nicht nur OSM- und Archipelwerke hinein, die hier auftau­chen, sondern auch Rezensions-Blogs, Conberichte, Rezensionen, Gedichte und Geschichten, die ich außerhalb meiner beiden großen kreativen Welten neu schrieb bzw. als Rettungsabschriften digitalisierte. Das wird sich unzweifelhaft anno 2020 noch so fortsetzen.

Worauf ich zuversichtlich dieses Jahr hoffe, das ist der Abschluss der Digitalisie­rung des KONFLIKTS 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC bzw. 14Neu). Im Anschluss werde ich, wie schon angekündigt, damit beginnen, den ältesten abgeschlossenen KONFLIKT zu digitalisieren: „Oki Stanwer Horror“ (OSH), den ich schon im Dezember 1985 beendete, also vor gut 34 Jahren. Es wird echt Zeit.

Kommen wir zu den Details:

14Neu 78: Gegenschlag Ghoyyol

(OSM-Wiki)

Blogartikel 364: Work in Progress, Part 84

14Neu 79: Pesthauch über Kareton

14Neu 80: STÜTZPUNKT VIER

(14Neu 81: Expedition der Plegg‘re)

Anmerkung: Mit diesem Band beginnt die zweite Plegg‘re-Trilogie der Serie, in der abschließend das Schicksal dieses geheimnisvollen Volkes der FdC-Serie dargestellt wird. Und ich muss zugeben, manches davon wusste mich tatsächlich wieder ziemlich zu überraschen … immerhin war es über 30 Jahre her, dass ich daran gelesen hatte, und vieles war meinem Verstand längst entfallen. Ich pflege ja zu sagen, und das ist definitiv kein Kokettieren, dass ich KEIN gutes Gedächt­nis habe – ich verfüge über gute Aufzeichnungen als Gedächtnisstützen, aber ein gutes Gedächtnis wird damit selbstverständlich nicht ersetzt.

(Glossar der Serie „Drohung aus dem All“)

Anmerkung: Dass ich dieses anno 2012 schmählich vorzeitig im Stich gelassene Glossar nun endlich vollständig durcharbeiten konnte, ist eine große Erleichte­rung. Es könnte manchen von euch allerdings zu dem Gedanken verleiten, die Klammer sei damit überflüssig, wenn das Glossar doch „fertig“ sei. Nun, diese Vorstellung ist leider voreilig. Ich habe alle Begriffe, Namen usw. der Serie von Band 1-71 erfasst, ja. Aber ich habe sie immer noch nicht alle vollständig ER­KLÄRT. So, wie in der OSM-Wiki viele provisorische Einträge stehen, ist es also auch hier, nur in potenzierter Form. Solange, bis diese provisorischen Stellen alle getilgt sind, kann das Glossar leider nicht als abgeschlossen gelten.

Und ja, wenn sich euch da eine Nachfrage aufdrängt, ja, es sieht mit ALLEN Serienglossaren so aus. Die meisten sind aber noch in weitaus schlechterer Ver­fassung als dieses hier … ihr merkt: hier lauert eine sehr zeitfressende Reihe von Baustellen, die ihr zweifellos anno 2020 immer wieder mal durchschimmern sehen werdet, viele auch in der Folge dieses Beitrags.

Blogartikel 357: Legendäre Schauplätze 16: Pholyar

Anmerkung: Ach, wie musste ich seufzen, als ich diesen Beitrag schrieb. Wieso? Ihr habt ihn doch inzwischen gelesen und wart recht zufrieden damit? Schön, aber das ist nicht das Problem. Das sieht vielmehr so aus: Ich habe Pholyar im Sommer 1993 endgültig verlassen, wie ich damals glaubte. Und abbilden konnte ich, genau genommen, im obigen Blogartikel nur den Informationsstand über die Kleingalaxis Pholyar aus dem Sommer 1987! Alles, was ich später über Pholyar herausfand, alle Handlungsschauplätze und historischen Verknüpfun­gen, die musste ich mir da ausdrücklich verkneifen auszudrücken. Spoilergefahr, und zwar massive. Die Folge war, dass ich mit diesem Beitrag wirklich so gar nicht zufrieden sein konnte.

Auf der anderen Seite kann man das positiv sehen: Auch wenn ihr diesen „Le­gendäre Schauplätze“-Artikel kennt, werdet ihr vielfältig in der nahen und fer­neren Zukunft durch die BdC-E-Books überrascht werden. Und das zaubert mir dann doch ein Schmunzeln aufs Gesicht …

(14Neu 82: Strahlenstürme)

(14Neu 83: Die Entstehung der Biowelt)

Strukturen in KONFLIKT 10 – OSM-Hintergrundtext

Anmerkung: Das war eine faszinierende Nebenwirkung meiner Arbeiten am Glossar des KONFLIKTS 17 „Drohung aus dem All“. Denn wie ihr noch fest­stellen werdet, tauchen in diesem KONFLIKT massive Matrixfehler auf, deren Ursprung im KONFLIKT 10 liegt, an dem ich noch nicht eine Zeile geschrieben habe. Die zwischen 1983 und 1986 in der „Drohung aus dem All“-Serie darge­stellten Strukturen sind gründlich entartet, aber wenn man mal, so dachte ich schlagartig, als ich am Glossar arbeitete, diese Entartung ihrerseits negiert, er­hält man die Strukturen, die in KONFLIKT 10 etabliert worden sein müssen.

Stellt es euch folgendermaßen vor: Ihr kennt von „Star Trek“ nur die finsteren Spiegelwelt-Episoden und werdet daraufhin neugierig, wie wohl die „normale“ Star Trek-Welt aussehen müsste und versucht sie zu rekonstruieren. So ähnlich müsst ihr euch das hier denken. Es war eine überaus faszinierende Erfahrung! Und eine schöne Blaupause für die Welt, die ich dereinst als KONFLIKT 10 ent­stehen lassen werde. Momentan schieben sich noch Serien des OSM in den Vor­dergrund, an denen ich primär arbeite, insbesondere natürlich die KONFLIKTE 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ und 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Re­gent“. Aber wenn die erst mal abgeschlossen sind … ihr merkt, das neue Feld ist schon bereitet …

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Missionar“)

12Neu 77: Im Herz von Koopen

(Anschlag auf Xyriac-Nehm – OSM-Story)

Anmerkung: Nein, natürlich sagt euch Xyriac-Nehm noch nichts. Soweit seit ihr im OSM noch nicht vorgedrungen. Ich verrate auch noch nicht sehr viel dazu, nur dies: Xyriac-Nehm ist ursprünglich ein Universentransmitter, den TOTAM am Ende von KONFLIKT 15 in der Serie „Oki Stanwer“ bauen lässt und durch den der Macht des Bösen die Flucht aus dem sterbenden Universum ermöglicht wird. Das war in unserer Realzeit Anfang 1984!

In der FdC-Serie (OSM-handlungschronologisch also fünf Milliarden Jahre FRÜHER!) tauchte Xyriac-Nehm überraschend ebenfalls auf. Und als ich die obigen Episoden der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ abschrieb (die Bände 78 und 79), da erinnerte ich mich auf einmal, dass ich etwa 1987 eine Seitenstory des KONFLIKTS 14 – etwa so wie „Heiligtum der Shonta“ bei der TI-Serie – zu schreiben begonnen hatte, eben die obige. Es existierte aber noch kein Digitalisat. Das holte ich hiermit nach. Davon, dass ich daran weiter­arbeitete, kann aber keine Rede sein. Dafür sind die Episoden, auf denen sie fußen, viel zu rudimentär ausgearbeitet … aber ich gestehe, dass es mich durch­aus in den Fingern juckte, an diesem Projekt gleich zu arbeiten. Ich unterdrück­te diesen Impuls. Mühsam.

12Neu 78: Soffrols Imperium

Blogartikel 361: Close Up – Der OSM im Detail (13)

Anmerkung: Wer sich an meinen Silvesterblog 2019 erinnert, wird wissen, dass ich diesen Blogartikel zweimal schreiben musste. Der erste, ein wenig laberig und zu viel wiederholend, verschwand im Orkus, weil ich vergaß, ihn gescheit zu sichern, bevor der Betriebssystemwechsel (siehe dazu auch den Anfang dieses Beitrags) am 21. Dezember 2019 anstand. Ich glaube, diese Fassung ist mir besser gelungen.

12Neu 79: Das Konzil der Baumeister

Anmerkung: Das ist schon eine witzige, für euch nicht transparente Koinzidenz – als ich diesen Band erstmals schrieb man den Dezember 1990, es handelte sich also um den letzten BdC-Band des Jahres 1990. Diesmal ist es der letzte Band der Digitalisat-Serie 12Neu für das Jahr 2019, runde 29 Jahre darauf. Schon irgendwie witzig.

(12Neu 80: Brückenkopf Pholyar)

(12Neu 81: Bei den Traalern)

Anmerkung: Beizeiten werdet ihr das vermutlich verstehen, was mich überfiel, als ich diese Episode abzuschreiben begann … ich hätte so gerne, so überaus gerne hier sofort die Überarbeitung begonnen. Die Situation, die ich darin schildere, ist absolut traumatisch. Ich deute es hier nur mal an – stellt euch ein Leben vor, das vollständig sicher durchgeplant ist, geleitet von einer ruhigen, stabilisierenden Stimme in eurem Kopf, die euer gesamtes Leben strukturiert hat, eure Familienharmonie erhält, euren Arbeitsplatz kontrolliert und dafür sorgt, dass niemals so etwas wie Verbrechen, Korruption oder Unfälle passieren können … und auf einmal dreht diese Stimme im Kopf vollständig durch, schreit irgendwelche anderen mentalen Stimmen an, die dissonant und fragmentarisch dazwischen kreischen, und dann … ist alles still.

Die Stimme ist verschwunden, weg für immer … und ringsum merken die Artge­nossen, die ebenso gequält waren bis eben, überhaupt nichts mehr davon, son­dern gehen wie gewohnt ihrem Tagewerk nach. Nur du selbst – du selbst scheinst für sie auf einmal vollständig unsichtbar geworden zu sein. Niemand redet mehr mit dir, sieht dich an, nicht einmal deine Freunde oder deine Fami­lie. Du bist, wiewohl vollkommen physisch, ein Phantom geworden, eine Unper­son. Ein Immuner, der die Stimme im Kopf nicht mehr hören kann. Für dich stürzt die Welt ein. Und das ist erst der Anfang.

Denn dann sind da auch noch die FREMDEN, die plötzlich auftauchen …

Gott, dachte ich, als ich das abschrieb, was für eine grässliche Geschichte! Ihr werdet sie beizeiten in den BdC-E-Books in ausgearbeiteter Form zu lesen be­kommen, aber wie ihr an der Episodennummer seht – das dauert leider noch ei­nige Jahre.

(Das Geheimnis von Church Island – OSM-Novelle)

(DER CLOGGATH-KONFLIKT – OSM-BUCH)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

(Glossar des Romans „Die Kolonie Saigon II“)

(Die Kolonie Saigon II – Erotic Empire-Roman)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

(14Neu 84: Blaue Galaxien)

Anmerkung: Darauf, diese Episode fertig zu digitalisieren, freue ich mich wirk­lich. Denn hier trifft Oki Stanwer im Zeituniversum unerwartet auf alte Bekann­te, die natürlich auch für mich alte Bekannte waren. Ich kannte sie aus der Zeit der „Gedankenspiele“ mit meinem Bruder. Es sei aber noch nicht verraten, um welches Volk es sich handelt. Das bekommt ihr dann ausführlicher in einem bal­digen Close Up-Artikel mit. Freut euch drauf.

(Im Bann der schönen Fremden – OSM-Story)

Und damit ist der Monat dann, soweit das hier abgebildet werden soll, vollstän­dig erschlossen, Freunde. Ihr merkt – es war eine Menge los. Und das ist nur der Teil, den ich hier darstellen kann. In ein paar Wochen erzähle ich euch dann von der „Horrorwelt“, die anno 2019 eine Menge Digitalisierungsraum einnahm. Aber dafür brauche ich mehr Platz, als ich hier habe, darum wird das ein mehr­teiliger Artikel werden. Lasst euch da mal überraschen.

In der kommenden Woche tauchen wir wieder in KONFLIKT 14 ab, hin zu ei­nem in der Urzeit versunkenen Imperium. Das solltet ihr nicht verpassen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 261: Der Schwur der Wikinger

Posted März 25th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

woran mag es liegen, dass Romansequels von wechselnden Coautoren betreut werden? Dass das nicht immer so sein muss, beweist etwa ein Justin Scott, der nach wie vor den Detektiv Isaac Bell betreut, den Clive Cussler sich vor Jahren ausdachte. Aber sowohl bei den NUMA-Wissenschaftlern Kurt Austin und Joe Zavala ist kürzlich ein Autorenwechsel eingetreten, und nun wird schon nach dem zweiten Band Thomas Perry von dem Schatzsucherehepaar Sam und Remi Fargo abberufen und durch Russell Blake ersetzt.

Mag sein, dass Cussler bei den Fargos grundsätzlich nur 3-Romane-Optionen vergibt und dann neue Mitspieler sucht, vielleicht hat das auch was mit Verlags­querelen in den USA oder stagnierenden Absatzzahlen zu tun, no idea. Ärgerlich bleibt jedenfalls, dass die Abenteurer auf diese Weise immer wieder in einer Art von Wiederholungsschleife landen, ohne langfristig Profil entwickeln zu kön­nen.

Positiv bleibt indes zu konstatieren, dass die Fargo-Abenteuer immer noch Spaß machen. Diesmal geht es, wiewohl titelmäßig die Wikinger im Zentrum stehen sollten (was sie nicht tun), um Kontakte zwischen mesoamerikanischen Kultu­ren und Europa lange vor Kolumbus. Wie ich in der Rezension aussage, ist das ein Thema, das selbst bei Cussler nicht eben neu ist. Aber es wird hier auf inter­essante Weise inszeniert, und wer wenig über die Tolteken weiß, lernt hier ver­mutlich noch etwas dazu.

Bei allen unten angerissenen Schwachpunkten fand ich den Roman durchaus unterhaltenswert und für einen Erstling auf diesem Sektor ganz passabel gelun­gen.

Was das im Detail heißt? Schaut es euch mal genauer an:

Der Schwur der Wikinger

(OT: The Eye of Heaven)

Von Clive Cussler & Russell Blake

Blanvalet 0236

März 2016, 9.99 Euro

512 Seiten, TB

Übersetzt von Michael Kubiak

ISBN 978-3-7341-0236-3

Es ist eine ungemütliche, um nicht zu sagen tödliche Sache, im Jahre 1085 A. D. in der Labradorsee mit einem Langboot der Wikinger unterwegs zu sein. Das Langboot Sigrun unter dem Kommando des Wikingers Vidar gerät auf seiner Fahrt in eisige und unerforschte Gewässer und landet schließlich in einem Fjord, wo es in der Vergessenheit versinkt.

In der Gegenwart und Aberhunderte von Seemeilen weiter südlich begegnen wir als Leser dann alten Bekannten – dem Schatzsucherehepaar Sam und Remi Fargo, die befreundeten Wissenschaftlern bei der Kartierung eines versunkenen antiken Schiffs helfen, in dessen Rumpf noch Kunstwerke verborgen sind. Zu dumm, dass sie dabei Besuch bekommen. Auf einmal ankert nämlich eine prächtige Yacht dicht bei dem Bergungsschiff, und die Fargos kennen sogar sei­nen Besitzer – Janus Benedict, einen Mann, der ihren Weg schon verschiedent­lich kreuzte.

Benedict ist ein skrupelloser Mann mit eleganten Manieren, der aber insbeson­dere vom illegalen Waffenhandel lebt. Inzwischen ist er auch in den Antiquitä­tenschmuggel eingestiegen, und nur um Haaresbreite können die Fargos ver­hindern, dass er kurzerhand das gesamte Wrack unter ihnen ausplündert und davonkommt. In der Folge schwelt Benedicts Rachsucht. Sein jüngerer und weitaus impulsiverer Bruder Reginald Benedict, der sehr schnell mit dem Griff zur Waffe ist, entwickelt sich alsbald zum Problem, denn er hat verheerende Vorstellungen, wie er sich an den Schatzsuchern für die zugefügte Schmach rä­chen kann. Janus rät zur Zurückhaltung. Die Zeit zur Rache werde schon noch kommen …

Und das ist dann tatsächlich der Fall, aber auf eine ganz andere Art und Weise, als sie sich das alle vorstellen können. Zunächst nämlich nimmt das Ehepaar Fargo einen völlig anderen Forschungsauftrag an, der mit der Erforschung von Eis an der nordamerikanischen Küste zu tun hat … wobei sie dann zu ihrer eige­nen nicht geringen Überraschung das eingefrorene Langboot der Wikinger aus dem Prolog finden (es sieht nicht ganz so hübsch aus wie auf dem Cover, aber immerhin sehr ähnlich).

An Bord des Schiffes befindet sich, wie die Entdecker fassungslos registrieren, eine Unmenge von mesoamerikanischen Artefakten, die später der Kultur der Tolteken zugeordnet werden. Im Laderaum ist außerdem ein großer Runenstein zu finden, der zunächst nicht weiter beachtet und für Ballast gehalten wird. Es ist einfach faszinierend für die Fargos, plötzlich handfeste Beweise für eine alte Forscherhypothese zu haben, nämlich die Erkenntnis, dass es tatsächlich schon Kontakte der alten amerikanischen Hochkulturen mit Europa gegeben hat. Bis­lang sind das alles nur Legenden.

Da sie erst kurz zuvor in Mexiko gewesen sind und dabei halfen, einen erhalte­nen Maya-Kodex zu restituieren1, ist es nun nur recht und billig, wenn sie ihrer Neugierde nachgeben und sich an Ort und Stelle etwas mehr über die Tolteken kundig machen.

Hier kommt ihnen ein Zufall zu Hilfe – ein Erdbeben hat kurz zuvor einen tolte­kischen Grabkomplex zum Vorschein gebracht, der nun von den mexikanischen Wissenschaftlern erforscht wird. Unter der Leitung von Carlos Ramirez arbeiten die höchst attraktiven Geschwister Antonio und Maribela Casuela an der Aus­grabungsstätte. Und dummerweise stochern die Fargos hier dann wieder in ei­nem Geheimnis der Vergangenheit herum, das ihre Schatzsucherleidenschaft anstachelt.

Es gibt, sagen die Geschwister Casuela, die Legende, dass der mesoamerikani­sche Gott Quetzalcoatl ein Hüne von Mann gewesen sein soll, mit einem völlig untypischen Bart. Er habe den Tolteken die Metallbearbeitung beigebracht und zahlreiche weitere technische Neuerungen, habe Feldzüge geführt und sei schließlich mit einem atemberaubenden Schatz begraben worden. Das zentrale Objekt des Schatzes sei „das Auge des Himmels“, angeblich ein Edelstein von Kopfgröße. Zweifellos eine hemmungslose Übertreibung. Das Grab selbst sei niemals gefunden worden und wahrscheinlich auch nur ein Mythos.

Sam und Remi fragen sich, ob der legendäre Quetzalcoatl wohl ein Wikinger ge­wesen sein könnte. Und ob sie mit dem Fund des Langbootes an der Küste von Labrador ein Mosaikstück eines Puzzles gefunden haben, das es ihnen ermög­licht, das Geheimnis von Quetzalcoatls Schatz zu lüften. Sie machen sich auf die Suche nach exakt diesem Rätsel – nach dem Grab des mythischen Gottes Quetzalcoatl!

Ehe sich der Leser versieht, hat die archäologische Schnitzeljagd a la Indiana Jo­nes schon begonnen. Und es gibt reichlich Reisen: nach Kuba, in den Dschungel von Laos, quer durch Mexiko zur gewaltigen Totenstadt von Teotihuacan, es werden Gräber kartiert und neue gefunden, Schätze kommen zutage … und es gibt Tote. Reichlich Tote.

Denn Mexiko ist leider auch ein Land, das unter einem brutalen Bandenterror leidet. Und die Brüder Benedict verfolgen alles, was die Fargos machen, mit Ar­gusaugen, und sie scheinen auf frustrierende Weise immer genau Bescheid zu wissen, was die Schatzsucher tun. Haben sie einen Maulwurf eingeschleust? Sind Personen aus dem direkten Umfeld der Fargos bestochen worden? Wie viel Information dürfen sie an ihre Freunde und Helfer weitergeben, ohne die Gegner direkt zum nächsten Punkt der Schatzsuche zu geleiten?

Und wie weit würden die Benedicts gehen, um selbst an das „Auge des Him­mels“ zu gelangen? Auch über die Leichen des Ehepaars Fargo …?

Mit dem neuen Coautor der Fargo-Adventures, Russell Blake (auf dem Um­schlag vom Verlag demütigenderweise falsch geschrieben)2 kommt frischer Wind in die Schatzsucherabenteuer, und das ist grundsätzlich begrüßenswert. Die Idee, dass die alten mesoamerikanischen Kulturen Kontakte zu den Nord­männern gehabt haben könnten, ist nicht wirklich neu, partiell klingt sie in man­chen anderen Romanen Clive Cusslers schon an. Nach dem Grab des Quetzal­coatl ist allerdings bislang noch nicht gesucht worden, insofern ist das eine posi­tive Entwicklung. Leider scheint mir die Ausführung nur bedingt gelungen.

Wieso dies?

Nun, wenn man sich den Anfang des Romans ansieht, fällt unschön auf, dass die Wikingerspur gewissermaßen im Nichts verläuft. Das hätte dann doch deutlich besser gehandhabt werden können. Auch die Verfolgung der Schatzfährte selbst ist einigermaßen holprig und manchmal doch arg gekünstelt. Nicht, dass Scheingräber und Ersatz-Schatzgrüfte etwas Ungewöhnliches für antike Kultu­ren wären, aber irgendwie hatte ich bei dieser Geschichte immer ein wenig das Gefühl, gleich lugt Indy Jones um die Ecke und grinst, wobei er bemerkt: „Hey, das Abenteuer habe ich doch auch schon mal erlebt…“ An die Rätsellösungs-Raffinesse eines Grant Blackwood kommt Blake dann leider (noch?) nicht her­an.

Reizvoll hingegen und damit deutlich dem Vorgänger-Coautor Perry überlegen, ist die Charakterisierung der Villains, insbesondere Janus Benedict fand ich durchaus gelungen. Sein Bruder Reginald hingegen … nun, schweigen wir, was ihn angeht. Die Los Zetas-Banditen dagegen sind einfach nur primitiv-böse und einigermaßen einfallslos. Janus Benedict hingegen besitzt die raffinierte Bosheit eines Schurken von Format.

Eher lästig fand ich die vielen Verfolgungs- und Beschattungsaktionen, die manchmal zwar ganz nett sind, aber immer halbherzig ausgeführt werden. Auch hier war Grant Blackwood einwandfrei sehr viel versierter. Ebenfalls wird das muntere „Marken-Setting“ fortgesetzt, insbesondere durch Automobile, Kleidung und Nahrungsmittel signalisiert. Damit deutet der Autor zwar an, auf diesem Sektor sehr versiert zu sein, aber eigentlich liest man Fargo-Romane nicht wegen der gepflegten Mahlzeiten.

Gut gezeigt werden konnte dann freilich durch die Einführung des gescheiterten Wissenschaftlers und Chiffrierexperten Lazlo Kemp, dass die Fargos bei allem Fachwissen nicht perfekt sind. Denn es ist wesentlich der chaotische, versoffene Lazlo, von dem sich die Fargos am liebsten weit fern halten, der ihnen schluss­endlich eine große Hilfe bei diesem Fall ist.

Was hat es mit dem deutschen Titel, dem „Schwur der Wikinger“ zu tun? Das bleibt reichlich rätselhaft, zumal alle Protagonisten der Wikinger ja nach dem Prolog tot sind, und zwar schon seit etlichen Jahrhunderten. Es wäre deutlich klüger gewesen, den Titel 1:1 einzudeutschen, aber so etwas kann man Verla­gen nur in Ausnahmefällen klarmachen. Zu schade. Hier also ein klarer Minus­punkt.

Alles in allem meiner Überzeugung nach ein durchwachsener Einstiegsband von Russell Blake, der noch deutlich hätte optimiert werden können. Eindeutig bes­ser als die beiden vorangegangenen Fargo-Adventures, aber immer noch im Schatten von Grant Blackwood stehend. Schade … aber ich gehe mal davon aus, dass hier noch Steigerungspotenzial existiert. Ich hoffe, das erweist sich auch, wenn Russell Blake seinen Wohnort an der Pazifikküste von Mexiko deutlich hinter sich lässt. Diesmal hatten wir ja einen mehrheitlich „mexikanischen“ Cussler.

Dennoch – durchaus lesenswert und sehr kurzweilig.

© 2017 by Uwe Lammers

Ihr habt gemerkt, bei aller Kritik war ich doch recht wohlwollend gegenüber Russell Blake. Die Zukunft muss zeigen, ob ich dieses Fazit aufrechterhalten kann oder er zu schwächeln beginnt.

In der kommenden Woche kehren wird in den Norden der Vereinigten Staaten zurück. Anastasia Steele gibt ihrem sadomasochistischen Liebhaber eine zweite Chance …

Bis nächste Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Vgl. dazu Clive Cussler & Thomas Perry: „Das Vermächtnis der Maya”, 2015. Vgl. dazu auch den Rezensions-Blog 255 vom 12. Februar 2020.

2 Das ist noch peinlicher als die Tatsache, dass im Impressum alle Fargo-Romane Grant Blackwood zugerech­net werden, auch die beiden Romane, die Thomas Perry verfasst hat …