Rezensions-Blog 286: Mythos Bernsteinzimmer

Posted September 16th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es ist echt verblüffend, wenn man ganz und gar unerwartet mit etwas konfrontiert wird, was man nun wirklich überhaupt nicht erwartet – so ging mir das gestern (9. März 2020!) beim Coa­ching. Ich war mit meinem Coach gerade im Gespräch über Schätze der Vergangenheit, und auf einmal redete er über das Bernsteinzimmer! Ernsthaft! Ich dachte fast, ich bin im falschen Film! Aber in einem zutiefst interessanten zugleich gelandet, muss ich dazu sagen.

Das Bernsteinzimmer ist eine Legende der jüngeren Vergangen­heit, und sein Verschwinden in Ostpreußen in den Schlusswirren des Zweiten Weltkriegs befeuert offenkundig noch heute, nach­dem es in St. Petersburg mühsam wieder aus Bernstein anhand historischer Aufnahmen rekonstruiert wurde, die Phantasie der Altgeborenen wie Nachgeborenen.

Warum ist das wohl so? Nun, manch einer mag darob befremdet sein, andere junge Leute wissen mit dem Begriff wohl gar nichts mehr anzufangen. Das zu ändern, scheint mir darum geboten. Und es gibt da ein faszinierendes Buch, das zumindest meine Meinung zum Thema Mythos Bernsteinzimmer zementiert hat, weil es äußerst glaubwürdig argumentiert. Es ist das Werk, das ich heute vorstellen möchte und das nicht nur zum Einstieg in die Thematik taugt, weil es sich akkurat in historischer Präzision an die Fakten hält, sondern auch, weil es sich in der Art und Weise des investigativen Journalismus wie ein Krimi liest.

Klingt spannend? Ist es! Vertraut mir, Freunde. Und wer neugie­rig geworden ist, der lese weiter:

Mythos Bernsteinzimmer

von Maurice Philip Remy

List-Verlag, 2003

244 Seiten, geb.

ISBN 3-471-78579-5

Das erste Stück, das auftauchte, war von zweifelhafter Her­kunft: ein kleiner, geschnitzter Kriegerkopf aus Bernstein, am frühen Nachmittag des 13. Dezember 1993 unter der Nummer 73 beim Londoner Auktionshaus „Christie’s“. Es wechselte für 10.350 Pfund den Besitzer und verschwand in einer privaten Sammlung. Niemand nahm davon anfangs Notiz.

Die zweite Spur bestand aus einem Florentiner Steinmosaik, das im Jahre 1997 auf dem grauen Kunstmarkt auftauchte und für zweieinhalb Millionen Mark angeboten wurde. Statt dem Verkäu­fer Geld einzubringen, wurde es von der Polizei beschlagnahmt – und als echt klassifiziert!

Das Mosaik stammte unzweifelhaft aus dem seit 1945 verschol­lenen Bernsteinzimmer aus dem Leningrader Schloss Zarskoje Selo. Der SPIEGEL bekam Wind von der Angelegenheit und pu­blizierte einen Artikel – neun Tage später lieferte ein Berliner Rechtsanwalt eine Louis-XIV.-Kommode direkt in der Redaktion des SPIEGEL ab, arg ramponiert zwar (man hatte früher einen Kaninchenstall aufgenagelt), aber auch hier stellten die Exper­ten nach einer eingehenden Prüfung zweifelsfrei fest, dass diese Kommode einst Teil des legendären Bernsteinzimmers gewesen war.

Es schien, als seien die Gerüchte der Schatzsucher von einst doch ernsthafte Realität, die Behauptungen jener fieberhaft den Träumen Nachjagenden, die nicht glauben mochten, was manch einer seit langem dachte: dass das Bernsteinzimmer einst in den Endtagen des Zweiten Weltkriegs der Vernichtung anheim­fiel. Denn – wenn diese Teile noch existierten, warum dann nicht auch der Rest? Der Dokumentarfilmer und Historiker Maurice Philip Remy, der seit fünfzehn Jahren selbst nach den Spuren des Bernsteinzimmers suchte, beschloss, endlich das Gewirr an Mythen und Legenden zu entrümpeln und die Fakten ein für al­lemal zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.

Die Geschichte beginnt vor über zweihundertfünfzig Jahren, am Ostseestrand, wo seit Jahrhunderten bereits das „Gold des Nor­dens“, fossiles Baumharz, also Bernstein, angespült wurde und damals dem kleinen Staat Preußen als unerwarteter Rohstoff diente. Da in den Kunst- und Wunderkammern des 18. Jahrhun­derts sonderliche Objekte aus Bernstein in Hülle und Fülle exis­tierten, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich schließlich der verschwenderische König Friedrich I. von Preußen, der sich auch luxuriöse Jachten bauen ließ, auf die großflächige Verwendung von Bernstein einließ. Nachdem unter dem Baumeister Eosan­der die Umbauarbeiten im Schloss Charlottenburg begonnen hatten, gab er schließlich Anweisung, ein ganzes Zimmer aus dem kostbaren Stoff zu schaffen (vermutlich zu Ehren seiner Frau Sophie Charlotte), unterstützt von venezianischen Leuch­tern und schmalen Spiegelpaneelen.

Die aufwändige Inkrustationstechnik, die besonderen Alterungs­techniken, mit denen der Bernstein verfärbt wurde, um ihm sein spezielles „Feuer“ zu verleihen, all das war nicht zum Nulltarif zu haben, und Gottfried Wolffram, begnadeter Künstler des Bernsteins, war ebenso nicht preiswert. Er machte zwar gute Ar­beit, aber auch teure. Etwa um 1705 muss es schließlich im We­sentlichen fertig gewesen sein, die archivalischen Unterlagen lassen keinen genauen Schluss darüber zu.

Das Gesamtkunstwerk war beeindruckend: der Saal in Charlot­tenburg besaß eine Deckenhöhe von 4.75 Metern, es existierten vier breite Wandpaneele aus Bernstein (1.65 Meter Breite) und vier schmale (1.26 Meter), dazu zahlreiche weitere Sockelpa­neele. Die Spiegelfelder besaßen aufwändig gearbeitete, breite Bernsteinrahmen. Bei Sonnenlicht zweifellos ein Anblick für die Götter, wenigstens anfangs.

Denn das Bernsteinzimmer war zwar ein geniales Kunstwerk, aber die Technik, mit der es geschaffen worden war, besaß ihre Tücken: sie ließ den Bernstein rasch altern, spröde werden und sich vom Untergrund lösen. Die Konsequenz bestand darin, dass sich nach wenigen Jahren schon die ersten Schäden am Bern­steinzimmer zeigten, und diese Schäden machten es zum dauerhaften Sanierungsfall, durch alle Jahrhunderte.

Außerdem, nachdem Friedrich I. verstorben war, hatten seine Nachfolger keine gescheite Verwendung mehr für dieses Prunk­stück, das ihnen als Symbol einer verschwenderischen Epoche erschien. Es war nur konsequent, dass Friedrich Wilhelm I. die­ses Kunstwerk, das durch die Zerfallserscheinungen immerzu Folgekosten verursachte, loszuwerden versuchte. Als die Not­wendigkeit bestand, sich mit dem russischen Regenten Peter I. anzufreunden, wusste er darum auch sogleich einen Weg: er verschenkte im Jahre 1716 sowohl königliche Jacht „Liburnica“ seines Amtsvorgängers (für die er auch keine Verwendung be­saß) wie das Bernsteinzimmer.

Doch in St. Petersburg ruhte das Bernsteinzimmer zunächst ver­packt bis zum Amtsantritt von Elisabeth I. im Jahre 1741. Erst nach 1743 sollte das Bernsteinzimmer aufgestellt werden – in einem Saal, der dafür zu groß war. Also wurde der Graf Bartolo­meo Francesco Rastelli beauftragt, die leeren Flächen mit 26 Pi­lastern aus 28 schmalen, von goldenem Schnitzwerk verzierten Spiegeln – jeweils mit einem dreiarmigen, feuervergoldeten Bronzeleuchter in der Mitte – zu ergänzen. Außerdem gab die Regentin vier Ölbilder in Auftrag, durch die die vier ursprüngli­chen Spiegelflächen im Bernstein ersetzt werden sollten. Es war geplant, die Bildinhalte später in Bernstein nachzuschnitzen, wozu es indes nie kam.

Die Restaurierung des Zimmers dauerte drei Jahre und hätte noch länger gedauert – es fehlte nämlich im ursprünglichen Zimmer ein Bernsteinrahmen, den der ursprüngliche Architekt Wolffram, der sich schon 1707 mit dem Baumeister Eosander überworfen hatte, zusammen mit zahlreichen Bernsteinteilen nach Schweden mitgenommen hatte, zu seiner nächsten Wir­kungsstätte. Friedrich II. sandte allerdings der russischen Zarin einen nachgebauten Bernsteinrahmen, so dass das Zimmer nun komplettiert werden konnte.

Die Ölgemälde wurden durch ein Gastgeschenk der österreichi­schen Regentin Maria Theresia – die Friedrich I. im Werben um Elisabeths Gunst offensichtlich in nichts nachstehen wollte – er­setzt: durch vier florentinische Steinmosaike. Außerdem fanden zwei reich verzierte Kommoden ihren Platz im Bernsteinzimmer. 1755 siedelte das komplettierte Bernsteinzimmer auf den Som­mersitz der Zarin in Zarskoje Selo um, wo es von da an dauer­haft bleiben sollte: noch immer ein Sanierungsfall, wenn auch anfangs sehr repräsentativ. Hier bildete es bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine von zahllosen Kostbarkeiten, die aus der Zarenzeit in den Besitz der kommunistischen neuen Machthaber übergegangen waren. Und schließlich geriet das Bernsteinzimmer in die dramatische Zeit des Vernichtungs­kriegs des Deutschen Reichs gegen die UdSSR und damit in di­rekte Zerstörungsgefahr …

Maurice Philip Remy unternimmt nun in diesem Buch den Ver­such, zu den Quellen zurückzugehen. Er stützt sich nur am Ran­de auf die zahllosen Publikationen der Spätzeit zum Bernstein­zimmer, die von den Hobbyforschern und Historikern stets im­mer wieder unkritisch aufs Neue zitiert wurden. Dabei entlarvt er schon für die Frühzeit zahlreiche unpräzise Angaben, was Er­schaffer und Entstehungszeit des Zimmers angeht, er bringt eine Fülle an Details, die er aus vieler Herren Länder herangezo­gen hat, und schließlich gibt er nicht nur ungeschminkt den Glanz und die Glorie des Bernsteinzimmers wieder, sondern nennt auch die Probleme, die damit einhergingen.

Die mitunter erstaunlich despektierlichen Ansichten der Kurato­ren und Fachleute, die er zu Tage bringt, überraschen bisweilen. Vor allen Dingen aber zeigt Remy durch Gegenüberstellung von bislang unbekannten Dokumenten aus vornehmlich russischen Archiven, wie sehr hier Vertuschung, ideologische Neuzuwei­sung von Zerstörungen und schlichte Ignoranz bzw. Nachlässig­keit dazu beitrugen, den Mythos vom Bernsteinzimmer in der Nachkriegszeit zu schaffen (vorher war das Zimmer, interessan­terweise, gar kein Thema). Man erfährt vieles über Antiquitäten­handel, mit dem die frühe kommunistische Regierung zwischen 1917 und 1930 schwunghaft Devisen erwirtschaftete (wohl nur die sperrige Größe des Bernsteinzimmers verhinderte, dass es selbst verkauft wurde), man liest einiges über die Nachlässigkeit und Plünderungswut russischer wie deutscher Soldaten, die in vielen Fällen von historischem Sachverstand völlig unbeleckt waren … und zu guter Letzt erfährt man auch die Wahrheit.

Ja, die Wahrheit über das Schicksal des Bernsteinzimmers.

Denn die aus zahlreichen Indizien zusammengesetzte Kette von Beweisen, die Remy dem geneigten Leser vorlegt, beweist ein­wandfrei, was für ein Schicksal das Bernsteinzimmer genommen hat, was 1945 wirklich in seinem Auslagerungsort, dem Königs­berger Schloss, geschehen ist und woher die Kommode, das Steinmosaik und der Soldatenkopf stammen.

Wer immer also die Wahrheit über diesen Mythos Bernsteinzim­mer erfahren möchte – die im übrigen spannender ist als der Mythos selbst – , der sollte sich dieses Buch kaufen und lesen. Der Kenner mag zwar Hinweise auf die Wilhelm Gustloff oder auf Mittelbau Dora vermissen, aber wer Remys Indizienreihe folgt, und eigentlich bleibt da gar keine andere Wahl, der wird verstehen, dass man dort nicht mehr nach dem Bernsteinzim­mer wird suchen müssen.

Man wird gar nicht mehr suchen müssen. Nach qualvollen 58 Jahren ist die Jagd endlich zu Ende …

© 2007 by Uwe Lammers

Ehrlich, ich fand, als ich das Buch ausgelesen hatte, beein­druckt, erschüttert und ein bisserl desillusioniert, dass es schlicht und einfach zu kurz geraten war. Gewiss, die Geschich­te (oder Geschichten, je nachdem, wie man das sehen mag) des Bernsteinzimmers war auserzählt, einwandfrei. Aber irgendwie war ich erneut auf das alte Problem hereingefallen, das mich stets packt, wenn ich spannende Bücher lese – sie sind einfach immer notorisch zu kurz und viel zu rasch ausgelesen.

Natürlich ist das ein gewisses Luxusproblem, das all die Zeitge­nossen nicht haben, für die schon eine halbseitige Mail als „Ro­man“ gilt. Aber ich bin Schriftsteller, Freunde, und ich liebe die Worte, die Sätze, die sich aneinander reihenden Seiten. Und ich verschlinge auch bereitwillig tausendseitige Schmöker, wenn sie unterhaltsam genug sind. Da sind doch nun wirklich 244 Seiten eher eine leichte Übung.

Ich seufzte also und dachte mir, es sei echt mal wieder Zeit für einen richtig langen Roman. Und im Rezensions-Blog habt ihr Glück, Freunde, denn in der nächsten Woche versinken wir in ei­nem solchen opulenten, seitenschweren „Ziegelstein“ von Ro­man.

In welchem? Na, lasst euch mal überraschen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

ich verließ euch mit der Berichterstattung über den Kreativmo­nat September 2018 vor inzwischen zwölf Wochen. Die Schreib­pause an dieser Sub-Artikelreihe tut mir leid, aber das ließ sich leider nicht anders realisieren. Ich ging aber ohnehin von An­fang an davon aus, dass diese Artikelreihe in langsamerer Folge erscheinen würde, je näher ich der Gegenwart komme. Und das hat sich ebenso bewahrheitet, wie ich im Rezensions-Blog die Abstände zwischen den Clive Cussler-Romanen vergrößert habe.

Heute soll es um die Monate Oktober bis Dezember 2018 ge­hen. Jüngst schrieb ich, dass ich die Monate davor insbeson­dere durch drückende Hitze, die grundsätzlich meine Kreativität lähmt, nur zu sehr wenig gekommen bin. Der Tiefststand war im September mit 10 beendeten Werken erreicht.

Im Oktober wurde es dann erfreulicherweise kühler, was sich sofort auf mein Schreiben auswirkte. Mit 20 fertig gestellten Texten verdoppelte ich meinen rein numerischen Output quasi … aber lasst euch von den blanken Zahlen nicht beirren. Bei sechs Texten handelte es sich um Blogartikel (inzwischen natür­lich alle lange veröffentlicht). 11 weitere entfallen auf Rezensio­nen, die naturgemäß eher knapp gehalten sind.

Bis zum 23. Oktober wurde ich dann stark von einem E-Book-Projekt in Anspruch genommen. An diesem Tag vollendete ich „DER CLOGGATH-KONFLIKT 1: Vorbeben“ (CK 1), das Ende 2018 digital veröffentlicht werden sollte, mit über 500 Textsei­ten bei weitem mein umfangreichstes E-Book.

Ebenfalls eine Menge Zeit in diesem Monat verwendete ich na­turgemäß auf die Digitalisierung des immer noch fragmentari­schen BUCHES „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ und für das dazu gehörige Glossar. Bei ersterem konnte ich auch weitere Textseiten dazu schreiben und damit die Ursprungsskriptfas­sung ausdehnen. Die Abschrift selbst war aber noch immer nicht beendet.

Sonst hielt ich mich in den Digitalisaten des KONFLIKTS 12 („Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“) auf, kümmerte mich um das dazu gehörige Glossar und machte eine Stippvisite auf dem Pla­neten Saigon II im Erotic Empire. Außerdem entwarf ich die Lückenstory „Das Geheimnis von Church Island“, das ei­gentlich im Herbst 2019 die Handlungslücke zwischen dem CK 1-E-Book und dem E-Book „DER CLOGGATH-KONFLIKT 2: Monstererwachen“ schließen sollte, an dessen Entwurf ich hier ebenfalls weiterarbeitete. Die Fertigstellung hat sich aller­dings zumindest bis zu dem Zeitpunkt der Erstellung dieses Blogartikels (23. Mai 2020) verzögert.

Im Monat November wurde ich – klar temperaturabhängig – noch reger und erreichte eine Gesamtzahl von 27 fertigen Wer­ken. Darunter befanden sich zwar wieder 9 Blogartikel und 7 Re­zensionen, aber auch einige andere interessante Sachen. An den für Oktober oben erwähnten Werken arbeitete ich weiter, konnte mit dem OSM-Newsletter #10 einen weiteren Beitrag für FAN abschließen – aus dem pragmatischen Grund, weil ich über „DER CLOGGATH-KONFLIKT 1: Vorbeben“ berichten wollte.

Im Erotic Empire kümmerte ich mich ein wenig um das Roman­fragment „Saskia und die Nomaden“, legte sonst aber sehr viel mehr Wert darauf, mit den Seriendigitalisaten des OSM vor­anzukommen. Da sind natürlich zu nennen die kommentierten Abschriften von KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (BdC) und 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC). Bei beiden kam ich solide vorwärts.

Am 4. November schloss ich mit „Die Kristalltränen und an­dere phantastische Geschichten“ die nächste E-Book-Story­sammlung ab, die dann bald darauf erscheinen sollte. Und am 24. November schloss ich das Schnell-Digitalisat der Story „Ul­likummi“ ab. Was ein wenig witzig wie „Kaugummi“ klingen mag, ist in Wahrheit ein monströses, absolut tödliches Wesen, bei dem man sich streiten kann, ob es Leben in unserem gängi­gen Sinn ist. Ihr werdet Ullikummi beizeiten in den E-Books der BdC-Serie kennen lernen.

Ich versuchte ferner, ein wenig an der Abschrift des „stähler­nen Todes“ voranzukommen, aber damit hatte ich dann mein Glück überstrapaziert – da war der Monat nämlich schon zu Ende.

Der schon immer sehr aufwändige Monat Dezember begünstig­te mich zwar klimatisch, so dass ich insgesamt auf 33 fertig ge­stellte Werke kam, aber zugleich hatte ich natürlich viel mit der Briefpost, Weihnachtskarten, Weihnachtsmails, der Aktualisie­rung von Listen usw. zu tun. So finden sich quasi naturgemäß eher kurze Werke in diesem Monat, darunter wieder einmal 8 Blogartikel. Außerdem verfasste ich 12 Rezensionen und küm­merte mich um ein paar Non-OSM-Story- und Artikelabschriften.

Beim Digitalisat der BdC-Serie überschritt ich den Band 50, in dem Oki Stanwer zur Baumeister-Galaxis Arc aufbricht, im FdC-Digitalisat näherte ich mich Band 60 der Serie.

Als dann das Jahresende kam, konnte ich mit einiger Erleichte­rung ungeachtet diverser biografischer, beruflicher und gesund­heitlicher Turbulenzen auf runde 312 vollendete Werke zurück­blicken, die ich im Jahr 2018 geschaffen hatte. Mag man auch sagen, dass sehr viele davon auf Rezensionen oder Blogartikel bzw. kommentierte OSM-Episoden entfallen – ich glaube durch­aus, einen Grund zu haben, auf das Erreichte stolz zu sein.

In der nächsten Folge dieser Reihe brechen wir dann auf ins Frühjahr 2019.

Bis bald, meine Freunde,

mit Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 285: Das Tal der Angst

Posted September 8th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

Klassiker sind eine schöne Sache, wie ich finde. Man kann zu Klassikern, zumal solchen der Literatur, verschiedene Stand­punkte einnehmen, aber der meine ist üblicherweise der, dass es gute Gründe dafür gibt, warum ein Werk in den Kanon der Klassiker aufgenommen wird.

Nehmen wir da etwa mal Goethes „Faust“ oder Cervantes‘ „Don Quixote“, die gehören da meiner Ansicht nach auf jeden Fall hinein. Ob dasselbe auch, sagen wir, für die „Budden­brooks“ oder den „Mann ohne Eigenschaften“ oder viel­leicht auch „Homo faber“ gilt, lasse ich mal dahingestellt sein. Es gibt bekanntlich auch unterschiedliche Geschmäcker.

Auf der anderen Seite kann man Romane aber nicht allein des­halb, weil sie alt sind, automatisch zu Klassikern erklären. Und es scheint mir auch inopportun, sie deshalb gewissermaßen au­tomatisch und summarisch zu Klassikern zu stempeln, weil sie von einem Autor verfasst worden sind, der mal einen solchen geschrieben hat. Wir wissen alle, dass auch Schriftsteller mal stärkere und mal schwächere Werke vorlegen.

Wenn man es dann mit jemandem wie Arthur Conan Doyle zu tun hat und mit einem Roman aus seiner späteren Schaffens­zeit, wenn man zudem weiß, dass der „Held“ der Geschichte Sherlock Holmes heißt und Doyle von der Leserschaft und den Verlegern geradewegs dazu gezwungen wurde, ihn nach dem Sturz in die Reichenbachfälle zu reanimieren, der wird ahnen, dass daraus nicht viel Gutes erwachsen kann. Und er behält ab­solut recht mit dieser Einschätzung, soweit es sich um den vor­liegenden Roman handelt.

Als ich anno 2006 diesen Roman las, waren mir die obigen Fak­ten durchaus bewusst, und ich ging mit durchaus gedrosselten Erwartungen an die Geschichte von Vermissa Valley heran. Dar­an tat ich gut. Warum?

Nun, schaut selbst:

Das Tal der Angst

(OT: The Valley of Fear)

von Sir Arthur Conan Doyle

Haffmanns-Doyle-Gesamtausgabe Band IV, 1986

228 Seiten, geb.

Übersetzt von Hans Wolf

ISBN 3-251-20103-4

Alles beginnt mit einer verschlüsselten Nachricht, die dem genialen Detektiv Sherlock Holmes in der Baker Street 226 b ein Rätsel aufgibt und ihm buchstäblich die Laune verhagelt. Die geheimnisvolle Botschaft lautet wie folgt:

534 K2 13 127 36 31 4 17 21 41

DOUGLAS 109 293 BIRLSTONE

26 127 171

Zwar kann er dank seiner Deduktion und der Schützenhilfe von Dr. John Watson die Aufgabe lösen und herausfinden, dass dem Besitzer von Birlstone Manor Gefahr droht … doch ist diese Lö­sung zu spät erfolgt. Ein hereinstürzender Polizist offenbart ihm, dass just an diesem Morgen in Birlstone Manor ein Mord verübt worden ist. Damit geht jene Recherche los, die Holmes schließ­lich auf die Spur des „Tales der Furcht“ führen soll, in dieser Aus­gabe als „Tal der Angst“ übersetzt, was vermutlich treffender ist.

Am Tatort, dem von einem flachen Wassergraben umgebenen Birlstone Manor, das durch eine nächtlich hochgezogene Zug­brücke von der Außenwelt abgeschnitten ist, findet Holmes „die üblichen Verdächtigen“ vor: die junge Ehefrau des verstorbenen Mr. Douglas, einen ebenfalls jungen Freund des Hausherrn, der auf sehr gutem Fuß mit der Witwe steht … und dann ist da jene obskure Karte auf der Brust des mit einer amerikanischen Waf­fe, einer Schrotflinte mit abgesägtem Lauf erschossenen Man­nes. Die Karte ist kaum weniger kryptisch als die Mitteilung des Morgens. Steht doch auf ihr nur V.V. 341.

Es sieht so aus, als sei der Mörder flüchtig und spurlos ver­schwunden, aber Holmes entdeckt interessante Widersprüche in dem Ablauf des Tatmorgens. Und wiewohl die Polizeibeamten sehr gewissenhaft und weitsichtig agieren, ist er ihnen letztlich einen entscheidenden Schritt voraus. Das alles hängt mit dem Graben von Birlstone Manor zusammen und mit dem Zuschla­gen einer Tür … oder dem, was eine Angestellte dafür gehalten hat.

Doch als das Rätsel sich schließlich aufhellt, beginnt die eigent­liche Geschichte erst – sie führt Jahrzehnte zurück nach Ameri­ka, bis in ein Bergarbeitertal, das von einer furchtbaren Gemein­schaft beherrscht wird – nach Vermissa Valley, ins Tal der Angst

The Valley of Fear erschien, wie die meisten Holmes-Geschich­ten, als Fortsetzung im Strand Magazine, und zwar von Septem­ber 1914 bis Mai 1915.1 Schon im Einleitungskapitel bedient sich der sichtbar gereizte Arthur Conan Doyle des legendären Namens seines Erzbösewichts Professor James Moriarty und be­schwört damit sofort einen Konflikt mit der Chronologie der gan­zen Geschichte herauf. Wie überhaupt diese Geschichte diese Erzählung sehr unter Unschärfen leidet. Aber dazu gleich mehr.

Inwiefern gibt es ein Problem mit der Chronologie? Nun, im An­hang von „Sherlock Holmes und der Fluch von Addleton“2 wird The Valley of Fear der Handlungsmonat Januar 1888 beigelegt, was plausibel er­scheint. Nun ist es aber aufgrund der anderen Geschichten um Holmes völlig unbestreitbar, dass Dr. Watson und der Rest der britischen Polizei von den verbrecherischen Umtrieben Professor Moriartys wirklich erst im Jahre 1893 Kenntnis erhielt, als näm­lich Dr. Watson die falschen Behauptungen von Moriartys Bruder zu widerlegen trachtete.3 Holmes weitschweifige Auslassungen über die sinistre Natur des „Napoleons des Verbrechens“ doku­mentieren – vorausgesetzt, die chronologische Zuordnung ist korrekt (und die Geschichte MUSS vor 1891 spielen, da Moriarty danach nachweislich tot ist) – sind infolgedessen als effektha­scherischer und umsatzsteigernder Aspekt der Geschichte leicht zu entlarven.

Auch sonst ist Doyle schrecklich ungenau. So lässt er Holmes auf Seite 25 gegenüber Watson und einem Polizisten über den historischen Verbrecher Jonathan Wild schwadronieren, und zwar mit den Worten „Er war ein meisterlicher Verbrecher und hat im vorigen Jahrhundert gelebt – so um 1750 herum.“ Dazu kommentiert der Übersetzer im Fußnotenapparat peinlicherwei­se: „Hier irrt sich Holmes gleich zweifach. Erstens lebte der 1682? geborene Kopf einer Diebes- und Hehlerorganisation nicht ‚so um 1750 herum‘, sondern wurde bereits am 24.5.1725 auf dem öffentlichen Richtplatz Londons gehenkt; und zweitens kommt Wild sehr wohl in einem Roman vor, ja, er taucht gleich in mehreren Werken der Literatur auf …“

Ein solcher Recherchefehler, der vom Meistergehirn Londons so schlampig wiedergegeben wird, deutet auf hochgradige Unlust des Autors beim Verfassen der Geschichte. Es gibt im Fortgang der Handlung noch einige Stellen, insbesondere in der zweiten Hälfte, die sich um die amerikanische Handlungslinie, die Frei­maurer und die Scowrer im „Tal der Angst“ dreht.

Hier ist von meiner Seite besonders zu kritisieren, dass die Frau­engestalt, die dort eine wesentliche Rolle einnehmen sollte, am Schluss zur völligen Statistin degradiert und aus der Handlung herausgefegt wird, so dass der Leser das unbehagliche Gefühl erhält, Doyle habe die Geschichte nur noch schnell beenden wollen. Womöglich entspricht das der Wahrheit.

Und wie ist es nun mit der erwähnten „Unschärfe“? Nun, übli­cherweise, man erinnere sich, wird die Geschichte von Dr. John Watson im Wesentlichen erzählt (es gibt im ganzen Kanon ei­gentlich nur eine Geschichte, die sich davon abhebt und die Holmes selbst erzählt). In diesem Roman indes verschwindet Watson beinahe vollständig aus der Handlung. Zwar ist er dabei und gelegentlich auch in der Ich-Perspektive vorhanden, aber eigenständige Gedanken, wie sie noch im „Hund der Baskervil­les“ gang und gäbe waren, tauchen hier nicht mehr auf. Watson wird zum Statisten degradiert, was der Geschichte einen ganz erheblichen Teil ihres Reizes nimmt.

Nachdem die Handlung dann ins „Tal der Angst“ und in die Ver­gangenheit wechselt, bekommt man als Leser leider relativ rasch mit, woher der Wind weht, und der als „überraschend“ vorgesehene Schluss ist schon lange vorher deutlich zu erken­nen. Das Pulver hat Doyle also bereits im Kapitel 7 nach nicht einmal 100 Seiten verschossen, der Rest ist leider mehr oder weniger heruntergespulte Routine, da helfen auch die geheim­nisvollen Machenschaften der Freimaurer nicht mehr.

Das Tal der Angst muss daher leider als ein Sherlock-Holmes-Ro­man zum Abgewöhnen beschrieben werden. Man halte sich lie­ber an die jüngeren Werke, in denen noch wirkliches Interesse an der Handlung den Autor bei der Stange bleiben ließ. Oder man lese hier nur die vordere Hälfte des Buches …

© 2006 by Uwe Lammers

Autsch, das ist eine ganz schöne Watsche für Arthur Conan Doy­le? Und das von einem ausdrücklichen Holmes-Fan wie mir? Nun ja, das kann ich leider nicht leugnen. Aber ich pflege hier dar­an zu erinnern, dass ich keinen Schönwetter-Blog verfasse. Wenn es profunde Kritik an Werken gibt, die ich rezensiere, dann nehme ich da durchaus kein Blatt vor den Mund. Das schien mir anno 2006 hier absolut angebracht.

Wird es wieder besser? Aber unbedingt. Auch wenn ich hier schon mal wegen des Artikels der kommenden Woche vorwar­nen möchte – manch einer, der sich an eine faszinierende histo­rische Legende klammert, wird meine Ausführungen in sieben Tagen sicherlich als arg desillusionierend empfinden. Doch ist vermutlich das letzte Wort zum Thema „Bernsteinzimmer“ auch danach nicht gesprochen. Und ihr wisst ja – die Hoffnung stirbt zuletzt.

In diesem Sinne bleibt gespannt, was für ein Buch ich euch in der kommenden Woche an dieser Stelle serviere. Ich glaube, es ist die Vorstellung unbedingt wert.

Bis dann, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Und das einzige zeitgeschichtlich interessante Faktum besteht darin, dass die hier er­wähnten Deutschen aus politischen Gründen bei der Publikation zu „Schweden“ mutie­ren. Eine Folge des Ersten Weltkriegs.

2 Vgl. Mike Ashley (Hg.): Sherlock Holmes und der Fluch von Addleton, Bastei 14916, Juni 2003, S. 727.

3 Vgl. hierzu die Story „Sein letzter Fall“, publiziert im Strand Magazine, Dezember 1893.

Blogartikel 392: Legendäre Schauplätze 19: Siegelwelt

Posted September 6th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

alles fängt auf eine bizarre, unglaubwürdige Weise an – an der Küste der Bucht „The Wash“ an der Westküste von England wird ein toter Fischer angetrieben. In seinen Händen hält er einen seltsamen Kristallzylinder, in der anderen … eine Art von Tenta­kelstück. Diese Entwicklung ruft während des KONFLIKTS 18 des Oki Stanwer Mythos, also innerhalb der Serie „Kampf gegen TO­TAMS Dämonen und Schergen“ (KGTDUS) Oki Stanwer und sei­ne Weggefährten auf den Plan.

Die Fährte führt zur Insel Church Island (ah, wer da jetzt neugie­rig aufhorcht und sagt: „Den Namen kenne ich doch!“, der hat völlig recht … er befindet sich freilich im falschen Universum), und hier existiert ein unsichtbares Portal in eine andere Welt, in der Oki Stanwer ausdrücklich erwartet wird.

Jenseits dieses Portals befindet sich etwas, das als Siegel­welt bezeichnet wird – eine künstliche Welt, die die Gestalt eines Würfels besitzt. Unter jeder der Flächen befindet sich in der Tie­fe eine künstliche Gravitationsquelle, so dass auf jeder Seite Seen, Meere, Wälder und Gebirge existieren können, die man auch begehen kann. Die Verbindung zwischen den einzelnen Seiten der Siegelwelt wird durch halbtransparente Transitquader hergestellt, die offensichtlich aus der technologischen Sphäre des Volks der Baumeister stammen.

Zu dumm: am Himmel über der Siegelwelt steht ein grünes Ge­stirn – und der OSM kennt nur ein einziges grünes Gestirn im Universum, nämlich Granat, die Sonne des Dämonenplaneten TOTAM. Und ja, die Siegelwelt befindet sich in unmittelbarer kosmischer Nachbarschaft zu TOTAM. Wenn es Nacht wird auf der Siegelwelt, kann man die schwarze Welt des Bösen am Fir­mament sehen … und nicht nur sie.

Die Siegelwelt, muss Oki Stanwer auf die harte Tour in diesem KONFLIKT feststellen, befindet sich im so genannten Vorhof TO­TAMS, jener kosmischen Enklave, in der die Welt des Bösen ka­tegorisch geschützt ist vor Attacken der positiven Mächte. Und dimensional benachbart zum Vorhof ist der Ort, der das Zen­trum des Schreckens schlechthin darstellt – die so genannte Knochendimension, ein gigantisches Heerlager TOTAMS, in dem ganze Sonnensysteme, Festungen, Kampfschiff-Flotten und rie­sige Heere eingelagert wurden, um in den ewigen Krieg Gut ge­gen Böse einzuschreiten, sobald es an der Zeit ist.

Aber die Verhältnisse im KONFLIKT 18 sind kompliziert, und vie­les resultiert aus Erschütterungen und Verwerfungen des frühe­ren KONFLIKTS 17, über den ich in der Serie „Drohung aus dem All“ schrieb. Und vielleicht ist es ganz gut, dorthin zurückzukeh­ren, um ein wenig die Wurzeln der Siegelwelt zu erläutern, so­weit sie bis heute klar sind … denn der legendäre Ort der Sie­gelwelt ist einer, der bis zum heutigen Tag erstaunliche Wunder birgt und noch lange nicht vollständig erschlossen ist. Das wäre auch schwierig, weil die Siegelwelt auf ihre Weise so wechsel­haft ist wie die vermeintlich schematische Oberfläche der schwarzen Kristallwelt TOTAM.

Erstmals mit der Siegelwelt in Kontakt kam ich, wie oben ange­deutet, im KONFLIKT 17, und zwar gegen Ende der Serie, also im Jahre 1986. Damals war die SCHWARZE MAUER dabei, die Milchstraße zu verschlingen und die dortigen Zivilisationen samt und sonders zu schleifen. Zahlreiche Kombattanten des KON­FLIKTS um Oki Stanwer verschlug es dabei nicht direkt nach TO­TAM, sondern auf eine bizarre würfelförmige Welt mit gelblichen Meeren, Kristallwüsten, archaischen Festungen und wagemuti­gen Insektenkriegern auf fliegenden Rieseninsekten. Rammwale wurden als biologische Waffen gegen Galeeren eingesetzt, es gab aber auch höher technisierte Regionen dieser Welt.

Leider neigte sich der KONFLIKT 17 sehr rasch dem Ende zu, und ich musste diese Welt verlassen. Ebenfalls dort zurücklas­sen musste ich eine legendäre und sehr umstrittene Person des OSM, einen monströsen Frontenwechsler, den ich Ende 1983 erstmals kennen gelernt hatte – Soffrol. Er wurde zusammen mit der Siegelwelt damals in TOTAMS Knochendimension eingela­gert und verschwand vom Radar.

In KONFLIKT 18, als der Kontakt zur Siegelwelt via Church Island wieder hergestellt wird, ist Soffrol wie ein Springteufel zur Stelle und ermöglicht es Oki Stanwer, in der „Kristallgruft der Erinne­rungen“ einen Teil seines verlorenen Gedächtnisses an frühere Kämpfe mit TOTAMS Dämonen und Schergen zurückzuerlangen. Als formaler Herrscher der Siegelwelt befindet sich Soffrol nun in einer wenig angenehmen Sandwich-Position: auf der einen Seite versuchen die Dämonen von TOTAM und ihre Totenkopf-Truppen, die Siegelwelt einzunehmen. Auf der anderen Seite bricht bald nach dem Kontakt mit Oki Stanwer auf der Erde die Matrixfehler-Seuche aus, die ihre tödlichen Verwerfungslinien bis zur Siegelwelt fortsetzt.

Als Oki Stanwer viele Jahre später von neuem mittels des Di­mensionsportals von Church Island zur Siegelwelt zurückkehrt, erwartet ihn ein grässlicher Anblick vollendeter Verwüstung. Die vormals bevölkerten Hafenstädte sind ausgelöscht, Ruinen und Leichen sind zurückgeblieben, teilweise sind sogar Meere kom­plett leer gelaufen, was darauf hindeutet, dass die Siegelwelt in ihrer strukturellen Integrität ernsthaft beschädigt wurde. Soffrol ist spurlos verschwunden. Eine Aufklärung, warum diese Welt offenkundig mit Baumeister-Technologie aufgerüstet wurde, wo sie sich doch unzweideutig in TOTAMS Besitz befindet, wurde in der KGTDUS-Serie nicht geleistet.

Die Serie endete im Frühjahr 1989, bevor ich meinen Zivildienst antrat … aber das Mysterium der Würfelwelt, wie man die Sie­gelwelt auch nennt, ließ mich nicht in Frieden. Gar zu viele wei­ße Flecken waren dort zurückgeblieben, als dass ich zufrieden hätte sein können. Vor allen Dingen war unklar, warum man eine Welt, die ganz offenkundig nur sechs Seiten besitzt, mit den SIEBEN SIEGELN VON TOTAM in Verbindung bringen konnte, mindestens dem Namen nach.

Als ich in den Folgejahren den KONFLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ (FvL) entwickelte, stieß ich zu meiner nicht eben geringen Überraschung im Vorfeld der Grünen Galaxis Bytharg (ihr merkt, hier verknüpfen sich allmählich interessante Aspekte verschiedener OSM-Serien miteinander, so dass der Netzwerkgedanke, der den OSM grundsätzlich durchzieht, sicht­bar wird) auf was?

Auf eine Welt namens EWIGKEIT EINS.

Ein Planet, der aus dem Weltraum betrachtet würfelförmige Ge­stalt besaß und der ganz offenkundig von den Baumeistern er­schaffen worden war!

Na, dachte ich schmunzelnd, wer da jetzt nicht als Eingeweihter sofort an die Siegelwelt denkt … und dann stieß ich auf weitere dieser EWIGKEIT-Welten … insgesamt waren es sechzehn. Die Koinzidenz, dass es auch 16 Dämonenwaffen von TOTAM gab und dass jede dieser Welten eine Art von lenkender Intelligenz besaß, eine so genannte „Tiefenseele“, ließ mich weiter grübeln. Die technologische Unterwelt dieser Planeten ist, ganz analog übrigens zur Siegelwelt, unübersehbar von den Baumeistern de­signed. Doch die Oberflächen der Planeten werden von den Dä­monen von TOTAM und ihren Schergen beherrscht.

Soviel scheint also heutzutage festzustehen: vor sehr langer Zeit (irgendwann zwischen KONFLIKT 7 und KONFLIKT 11, schät­ze ich mal) haben die Baumeister diese Habitate erschaffen. Ob es nur sechzehn – oder, die Siegelwelt eingerechnet, 17 – gibt, kann aktuell nicht gesagt werden. Auch sind über den Existenz­zweck nur Spekulationen möglich. Die Oberflächen dienen zwei­felsohne Siedlungszwecken und sind planetaren Habitaten nachempfunden.

Wann die Siegelwelt und die anderen Würfelwelten in TOTAMS Gewalt geraten sind, kann ich zurzeit auch noch nicht mit Be­stimmtheit sagen. Ich weiß nur soviel: ich werde unbedingt zur Siegelwelt zurückkehren und versuchen, ihre Rätsel und Ge­heimnisse zu klären. Und euch werde ich da beizeiten auch mit hinnehmen. Das wird mir umso leichter fallen, hoffe ich, da so­wohl KONFLIKT 17 wie 18 inzwischen komplett digitalisiert sind.

Natürlich ist das kein absoluter Garant dafür, dass die Blicke in diese geheimnisvolle Welt voll bizarrer, archaischer Völker und bemerkenswerter Landschaften alsbald möglich sein werden. Aber im Gegensatz zu legendären Orten, die in KONFLIKT 16 „Oki Stanwer – Der Mann aus dem Nichts“ oder KONFLIKT 23 „Oki Stanwer – Der Dämonenjäger“ liegen, kann man die obigen Serien bereits als leichter zugänglich betrachten, wenigstens in der Episodenfassung.

Soviel für heute zum Thema Siegelwelt. Im nächsten Beitrag dieser Artikelreihe reisen wir direkt ins Herz des OSM – zur Welt des Bösen selbst, nach TOTAM. Und über diese geheimnisvolle Welt gibt es eine Menge zu erzählen, wie ihr euch vorstellen könnt …

Macht es gut, bleibt neugierig und vor allen Dingen gesund!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 284: Der Dieb der Zeit

Posted September 1st, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

zugegeben, es ist wirklich schon geraume Zeit her, dass ich mich im Rahmen des Rezensions-Blogs um diesen Autor, den Briten Peter F. Hamilton, kümmerte.1 Das hatte nichts zu tun mit dem Gedanken, er habe seither keine Romane von Bedeutung mehr geschrieben (weit gefehlt) oder ich hätte keine davon mehr in meinem Regal stehen gehabt (auch falsch) oder sie vielleicht einfach noch nicht gelesen (das trifft allerdings auf ein paar seiner Werke definitiv zu2).

Es war vielmehr eher eine Art von Gourmet-Gedanke. Das sollte ich vielleicht genauer ausführen: Es gibt Autoren, die wie am Fließband ständig neue Romane produzieren. Leute wie etwa Wolfgang Hohlbein, Bernd Robker alias Robert Corvus oder Clive Cussler … und dann gibt es die Autoren, die bisweilen Jahre be­nötigen, ehe sie ihr nächstes Opus vorlegen. Zu dieser Art von gründlich und langsam arbeitenden Verfassern gehört Hamilton.

Und die Wirkung, die er mit seinen Büchern entfaltet, gibt ihm und seiner Arbeitsweise Recht: Ich kenne bislang keinen „schwachen“ Hamilton-Roman. Aber sie sind eben durchaus rar. Was wäre also damit gewonnen, wenn ich sie ebenso rasch re­zensierte, wie ich sie üblicherweise verschlinge? Und das muss man wohl so nennen, weil sich selbst achthundertseitige Schmöker aus seiner Feder fast wie von selbst lesen.

Gleichwohl habt ihr auch mit dem Gegenargument Recht: Ich hätte längst schon wieder etwas von Hamilton rezensieren sol­len. Und so mache ich also heute den Einstieg in das Universum seines Commonwealth-Zyklus, der insgesamt 12, vielleicht auch dreizehn Bände umfasst (drei der erwähnten Romane habe ich noch nicht gelesen, deren Rezensionen kann ich also wohl frü­hestens Ende 2021 nachreichen).

Den Anfang macht jedenfalls dieser durchaus exotische und sehr kurzweilig zu lesende erste Band, der unbedingt vor dem formalen Roman „Der Stern der Pandora“ gelesen werden sollte, da er die Vorgeschichte dazu erzählt und die Grundlage für die Commonwealth-Zivilisation legt. Auch wenn meine Re­zensionsworte vielleicht etwas bärbeißig und möglicherweise abschreckend klingen mögen … der Roman ist durchaus defini­tiv empfehlenswert, wenn auch vielleicht sehr gewöhnungsbe­dürftig, was den Inhalt angeht.

Und ja: ihr dürft Jeff Baker hassen. Er wird euch im „Commonwealth-Zyklus“ nicht mehr über den Weg laufen. Denn der spielt, wie unten erwähnt, 350 Jahre später.

Und nun legen wir mal richtig los:

Der Dieb der Zeit

Das zweite Leben des Jeff Baker

(OT: Misspent Youth)

von Peter F. Hamilton

Bastei 23274, August 2004

512 Seiten, TB

Deutsch von Winfried Czech

ISBN 3-404-23274-7

Der ewige Traum des Menschen ist wohl der eines verlängerten Lebens, nach Möglichkeit verlängert bis in alle Ewigkeit, dabei aber befreit zu sein von den Gebrechen des Alters, bar der bio­logischen Ketten, mit denen die Genetik uns alle naturgemäß fesselt.

Nun, etwa im Jahre 2044 ist dieser Traum in erreichbare Nähe gerückt: ein europäisches Team von Biologen unter Dr. Sperber hat eine Therapieform entwickelt, zahllose Milliarden Euro teuer und noch nicht erprobt, mit der es möglich ist, einen einzelnen Menschen binnen 18 Monaten sensationell zu verjüngen, weit über die Grenzen der üblichen Genomproteintherapie hinaus, die inzwischen weltweit zur Verfügung steht und eine ständige Einnahme von Anti-Aging-Substanzen notwendig macht.

Der Jungbrunnen scheint entdeckt, doch wer um alles in der Welt soll das Vorrecht genießen, ihn auszuprobieren? Wem soll man ein neues Leben schenken? Einem Politiker? Einem der zahllosen Superreichen und Industriellen? Oder vielleicht einem Wissenschaftler?

Die Wahl der Europäischen Forschungskommission fällt auf den Briten Jeff Baker. Baker, verheiratet mit dem ehemaligen Model Sue, das Jahrzehnte jünger ist als er, Vater des gemeinsamen Sohnes Tim, ist kein unbeschriebenes Blatt. Er geht stramm auf die 80 zu und ist mit Abstand der berühmteste Mensch der Welt, allerdings auch – zu Recht – einer der am meisten gehass­ten überhaupt. Der Grund dafür liegt Jahrzehnte zurück.

In der Frühzeit des 21. Jahrhunderts entwickelte Baker einen re­volutionären Speicherchip, der zur Grundlage der allgemeinen Datasphäre wurde, einer Weiterentwicklung des Internet. Da­durch, dass Baker diesen Speicherchip nicht patentierte, son­dern zur allgemeinen freien Verwendung freigab, verhinderte er zwar, dass er zum Multimilliardär aufstieg (was sein Sohn Tim lange nicht verstehen konnte), aber zugleich unterhöhlte er die internationalen Copyrightstandards, trieb die Film-, Musik- und Verlagsbranche weltweit in den Ruin und krempelte die gesam­te Unterhaltungsindustrie um.

Außerdem arbeitet Baker nun an einer neuen revolutionären Technologie, die er ganz gewiss erst dann zur vollen Reife entwi­ckeln kann, wenn man ihm ein paar zusätzliche Lebensjahrzehn­te einräumt. Die europäischen Politiker entscheiden deshalb über die Köpfe der europäischen Bevölkerung eigenmächtig, dass es Baker sein wird, dem diese Therapie zugute kommen soll. Also wird er 18 Monate lang einer Gentherapie unterzogen, und sehr zum Unglauben und bald zum Schrecken seiner Ehe­frau und seines Sohnes kehrt der 78jährige Wissenschaftler als 20jähriger, draufgängerischer Mann zurück, bei dem insbeson­dere eines äußerst intakt ist – sein sexuelles Verlangen. Das be­kommt zunächst seine selbst nicht sonderlich treue Ehefrau Sue zu spüren … und dann die Schulkameradinnen seines Sohnes Tim, inklusive dessen eigener Freundin Annabelle. Und damit fangen die Probleme erst richtig an – denn natürlich möchte Jeff Baker, egoistisch, wie er ist, sein neues Leben in vollen Zügen genießen, mit allen Frauen, die ihm über den Weg laufen …

Sehen wir einmal davon ab, dass das Titelbild mit dem Inhalt nichts zu tun hat, sehen wir auch davon ab, dass der Titel doch reichlich irreführend ist und ebenso davon, dass die Kapitel für Peter F. Hamilton-Leser ungewöhnlich kurz sind (59 Kapitel auf gut 500 Seiten ist fast schon abenteuerlich. Zum Vergleich: sein neuer Roman „Der Stern der Pandora“ besitzt auf über 700 Seiten davon nur 14), dann beginnt man als Leser recht schnell die Bemerkungen zu verstehen, die Hamiltons Testleser ge­macht haben und die der Autor dem Buch voranstellt. Beispiels­weise ist da „Graham, der die meisten Figuren am liebsten um­gebracht hätte“ oder „Colin, der sich gewünscht hätte, den Fi­guren wäre mehr Gewalt angetan worden“.

Das hört sich unangenehm an, und das ist es auch. Das Buch ist, würde ich mal vorsichtig formulieren, nicht eben das, was man sich als moralische Richtschnur für sein eigenes Verhalten wünschen sollte, geschweige denn das seiner Mitmenschen. Es ist eher so, dass die Hauptperson so ziemlich alle moralischen Regeln, die wir kennen, herzhaft mit Füßen tritt und damit auch noch (meist) davonkommt.

Jeff Baker benimmt sich in seinem neuen Leben auf frappieren­de Weise so, wie man sich das Leben des alternden Playboy-Gründers Hugh Hefner vorstellt (inklusive Viagra), und zweifel­los hat dieses Leben Hamilton erst auf die Idee zu dem Buch ge­bracht. Die Personen des Romans finden viel Vergnügen an Sex mit verschiedensten Frauen, One-Night-Stands, Alkoholexzes­sen, regelmäßigem Drogenkonsum und ähnlichem. Dennoch er­schöpft sich der Roman darin nicht, und das macht ihn dann wieder interessant. Wie in seinen MINDSTAR-Romanen wirft Ha­milton kritische Blicke auf die Macht der Politiker und der Medi­en, wenngleich man ihm natürlich vorhalten muss, dass er dies halbherzig tut.

Viele Dinge, auf die er eigentlich hätte eingehen müssen, um dem Roman ein plausibleres Fundament zu geben, blendet er der Bequemlichkeit halber einfach aus. Beispielsweise die Fra­ge, wie genau Jeff Baker seinen doch recht aufwändigen Le­bensstil finanziert. Es reicht kaum aus, zu sagen, er lebe auf Kosten der Steuer der Bürger innerhalb der Europäischen Union. Auch spürt man deutlich, dass die Interferenz zwischen Wissen­schaftlerdasein und Privatleben eigentlich nur blass skizziert wird. Hamilton ist viel zu beschäftigt, Jeff Bakers zerrüttetes Fa­milienleben und das ausufernde neue Sexleben seines Protago­nisten zu beschreiben, um den WISSENSCHAFTLER Jeff Baker überhaupt in Erscheinung treten zu lassen. Dieser Aspekt des Romans wird dadurch äußerst unglaubwürdig.

Interessant hingegen ist die Instrumentalisierung Bakers durch die Politiker geraten. Und die schroffen Gegensätze zwischen Arm und Reich, die Protestbewegungen im vereinigten Europa der nahen Zukunft (leider auch nur angedeutet, der Wissen­schaftsgipfel in London reicht da definitiv nicht aus) erzeugen im Leser ein dauerhaftes Unbehagen. Dennoch – man ahnt, dass dieses Buch im Oeuvre aller Werke Hamiltons ein wenig aus dem Rahmen fällt. Insbesondere fällt es durch eine gewisse Oberflächlichkeit und permanente Andeutungen auf, die deut­lich signalisieren, dass er viel mehr über diese Zukunftswelt zu erzählen gehabt hätte, es aber einfach nicht tut. Auch in diesem Punkt wirkt der Roman halbherzig. Da allerdings dieses Buch in derselben Welt spielt, in der später der „Commonwealth-Zy­klus“ spielt, ist es einfach realistisch anzunehmen, dass er nicht schon sein „ganzes Pulver verschießen“ wollte. Nicht schon hier. Allerdings ist auch kritisch anzumerken, dass letztgenannter Zy­klus rund 350 Jahre NACH „Misspent Youth“ spielt.

Und schließlich: Ja, wenn man den Titel wörtlich übersetzt, ist Jeff Bakers zweite Jugend wirklich „zu Unrecht verliehen“. Und wie mit allen Häretikern, die sich gegen die Götter vergehen, so ist auch der Sturz des Jeff Baker brüsk und tief.

Der Leser wird es erleben.

© 2006 by Uwe Lammers

Autsch, sagt ihr euch? Was ist denn das für ein abgefahrener Egotrip gewesen? Nun, sicherlich seht ihr nach der Lektüre des Romans selbst ein wenig klarer. Und vertraut mir, in ein paar Wochen werdet ihr die Grundlagen, die dieses Werk für Hamil­tons „Commonwealth-Zyklus“ gelegt hat, deutlicher erkennen – denn sie krempeln die menschliche Gesellschaft wirklich von Grund auf um.

In der kommenden Woche geht alles wieder etwas gemächli­cher zu, weil wir uns ans Ende des 19. Jahrhunderts beamen, um dem großen Detektiv über die Schulter zu schauen. Und auch das wird sich lohnen, glaubt mir.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Genau genommen war das in Rezensions-Blog 71 der Fall, wo ich am 3. August 2016 den Abschlussband seines unten erwähnten „Mindstar-Zyklus“ rezensierte. Für weitere Details schaut euch den Rezensions-Blog 200 an, der am 23. Januar 2019 erschien.

2 Damit meine ich z. B. den ersten Band seines „Salvation“-Zyklus. Der zweite sollte auch schon erschienen sein, bis ihr diese Zeilen lest.

Liebe Freunde des OSM,

der Mensch kann sich an vieles gewöhnen, offenkundig auch an die Folgen einer globalen Pandemie, die sich auf das individuel­le Leben eines jeden Einzelnen von uns auswirken. Denn auch wenn sich die Infektionszahlen des COVID-19-Erregers in Deutschland deutlich verringert haben, kann man nach wie vor nicht davon reden, dass die Infektionswelle tatsächlich vorbei ist. In diesem Moment, wo ich diese Worte niederschreibe, also am 1. Juni 2020, sind die Neuinfektionszahlen in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) erfreulicherweise auf rund 300-400 pro Tag abgesunken, und es steht zu hoffen, dass das bis zu dem Zeitpunkt, da dieser Blogartikel für euch lesbar sein wird – 30. August 2020 – , noch besser entwickelt haben wird.

Aber was ich sagen wollte: wiewohl wir also weiterhin in schwie­rigen Zeiten leben, habe ich mich daran kreativ doch offensicht­lich gut akklimatisiert. Wenn ich so auf die vergangenen zwei Wochen zurückschaue und darauf, wie heiß meine Kreativität gekocht hat … das war schon sehr beeindruckend, und der Flow hält weiterhin an. Ich muss schauen, wie konstant sich das hal­ten wird, wenn ich ab morgen wieder einer geregelten Brotar­beit nachgehe und endlich das Land der ALG II-Bezieher verlas­se. Im nächsten Eintrag dieser Rubrik seid ihr dann schlauer, also in rund 4 Wochen.

Schauen wir uns nun also mal den Monat Mai 2020 in der Rück­schau an. Was hat sich da in puncto Oki Stanwer Mythos (OSM) bei mir getan? So einiges, was es zu erwähnen gilt. Ihr ent­nehmt die besonderen Highlights dann meinen diesbezüglichen Anmerkungen:

(OSM-Wiki)

Blogartikel 386: Work in Progress, Part 89

13Neu 5: Höllengrüße

13Neu 6A: Den Tod als Gast

Odyssee in Arc – OSM-Roman (Abschrift)

Anmerkung: Auch wenn ich mit dieser Romanabschrift erst am 10. Mai fertig wurde, muss ich sagen, dass dies gewissermaßen einen erheblichen Teil des Monats Mai schon vorweggenommen hat. Denn indem ich mich nach der Entdeckung einer 1:1-Kopie des alten Romanskripts, die ich wohl mal für einen OSM-Leser erstellt hatte, der mir dann wegbrach, endlich dazu durchrang, diesen 1987 geschriebenen frühen OSM-Roman zu digitalisieren – bei immerhin 90 Skriptseiten eine zeitaufwändige Angelegen­heit, die ich aber ziemlich stürmisch erledigte – , und während ich annähernd zeitgleich Oki Stanwers Arc-Abenteuer in der Ga­laxis der Baumeister während KONFLIKT 12 („Oki Stanwer – Be­zwinger des Chaos“) erfasste, wuchs mein Verlangen, mich end­lich wieder mal in die ganze Arc-Thematik einzuarbeiten. Und gottlob hatte ich in diesem Monat auch die Gelegenheit dazu. Ihr werdet das weiter unten noch sehen.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Missionar“)

(DM 54: Der Vergeltungskonvoi)

Anmerkung: Eigentlich hatte ich den Plan gefasst, diese Ge­schichte endlich mal abzuschließen … aber da überrollte mich, wie oben gesagt, die ganze Arc-Thematik und warf mich gründ­lich heraus. Ich kam also nur zu ein paar Nachbesserungen an dieser Episode, und sie blieb eine Baustelle. Seufz. So ist es lei­der mit vielen Werken.

(Die Kolonie Saigon II – Erotic Empire-Roman)

(E-Book BdC 2 – Gestrandet in Bytharg)

Anmerkung: Auch wenn ihr vielleicht denkt, ich hätte das E-Book-Programm vergessen, so kann ich versichern, dass das definitiv nicht der Fall ist. Ich komme damit schon voran, es geht nur langsamer vom Fleck, deutlich langsamer, als ich mir das selbst wünsche. Aber ihr kennt so etwas – nicht immer ver­laufen die Dinge so, wie man das gern hätte. Frust hilft dann wenig, man muss einfach auf die passende Gelegenheit warten, um fortzufahren – das gilt einmal mehr natürlich auch für meine Kreativität und spezielle Projekte.

Blogartikel 388: Abenteuerurlaub im OSM

(Glossar der Serie „Oki Stanwer Horror“)

(E-Book TI 32 – Krisenherd Xoor‘con)

Anmerkung: Auch an dieser E-Book-Baustelle kam ich ein biss­chen vorwärts, auch hier leider nicht so gut, wie ich es mir ge­wünscht hätte.

14Neu 91: Ylor-Yas letzte Stunde

(E-Book DER CLOGGATH-KONFLIKT 3 – Knochensaat)

Anmerkung: Ihr protestiert jetzt und sagt mir „Hey, Band 3 ist doch noch gar nicht an der Reihe! Du musst erst mal Band 2 fertig schreiben und veröffentlichen, wieso machst du mit Band 3 weiter??“ Der Vorwurf ist gerechtfertigt. Aber zu dem Kapitel „Das schleichende Grauen“ kamen mir so viele interessante neue Ideen, dass ich unverzüglich daran weiterschreiben muss­te. Das Schöne daran ist ja, dass das nicht vergebene Liebes­müh oder verschwendete Zeit ist – ihr bekommt diese Passagen schon noch zu sehen, nur eben etwas später. Da müsst ihr euch ein wenig in Geduld fassen.

12Neu 86: Der Held von Pholyar

14Neu 92: TOTAMS Generalangriff

(DM 65: Der Luna-Fehler)

Anmerkung: Woher das plötzliche Interesse an diese Berinnyer-Geschichte in KONFLIKT 19 auf einmal kam, war mir durchweg unklar. Jetzt gegen Monatsende habe ich das Gefühl, dass ich damit schon etwas witterte, was erst Ende Mai wirklich in den Denkvordergrund stieg. Und das, obwohl ich so um den 10. Mai recht eigentlich mit den Endseiten von „Odyssee in Arc“ be­fasst war … auf der anderen Seite aber vielleicht dann doch kei­ne so große Überraschung.

Warum? Nun, es ist immer so, dass ich nach Abschluss größerer Projekte gewissermaßen über freie Kontingente kreativer Ener­gie verfüge, die ich dann gern in andere Themenfelder investie­re. Und da schien aus irgendeinem Grund KONFLIKT 19 nahe zu liegen. Das sollte sich noch auswirken, ihr werdet es merken.

(12Neu 87: Der Täuscher von Pholyar)

(Glossar des Romans „Odyssee in Arc“)

Anmerkung: Das Anlegen eines Romanglossars ist etwas völlig Normales, wenn ich ein Digitalisat abgeschlossen habe. Was ich in diesem Fall eher nicht ahnte, war die Konsequenz, die das ha­ben sollte … ich fühlte mich nämlich auf einmal rasend neugie­rig, herauszufinden, wie ich 1987ff. das Leben des nach Arc ver­schlagenen Terraners Edward Norden weiter entwickelt hatte.

Da ich schon während des Digitalisats des ersten Arc-Romans entdeckt hatte, viel von meiner Schreibarbeit von vor 33 Jahren vergessen zu haben, nahm ich (mit Recht) an, dass das auch auf die restlichen fünf Romane der Edward-Norden-Saga (ENS) zutreffen würde. Und so war mit der grundlegenden Anlage des Arc 1-Glossars natürlich nicht Schluss.

(Das Geheimnis von Church Island – OSM-Novelle)

Anmerkung: Ja, auch an dieser Bindegliedgeschichte zwischen den E-Books CK 1 und CK 2 arbeitete ich solide weiter. Mir spuk­ten diverse neue Szenen dazu im Kopf herum. Neue Protagonis­ten wurden eingeplant, ein blutiger Zwischenfall, und ich opti­mierte die Anfangsseiten gründlich. Inzwischen hat die Novelle fast 50 Seiten, aber ich glaube, sie wird sicherlich doppelt so lang … also, auch hier müsst ihr euch leider noch in Geduld fas­sen, Freunde.

(12Neu 88: Expedition nach Quanier)

(12Neu 90: Dämonenfalle Ghartaion-West)

(Kontrollverlust – OSM-Story)

Anmerkung: Das war nun ein völlig anderer Sektor, nämlich KONFLIKT 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“. Diese Story gehört gewissermaßen zum Handlungsvorlauf der Serie. Während KONFLIKT 18 ja seit Anfang Juni 2018 vollständig digitalisiert ist – das diesbezügliche Glossar ist immer noch eine Baustelle – , ist diese Story eigentlich komplett durchgeplant und müsste sich relativ leicht ausarbeiten lassen … seltsamer­weise gestaltet sich das immer noch etwas zäh. Aber ich bin gu­ten Mutes, sie alsbald vollenden zu können. Ich lasse es euch dann wissen.

Wann und wo man die dann lesen kann … ach ja, das ist so eine Sache. Da viele Informationen der Geschichte nur Sinn ergeben, wenn man sie im Kontext von KONFLIKT 18 liest, kann das leider auch noch dauern. Aktuell kann ich dazu noch nichts weiter sa­gen.

(Glossar des Romans „Der Herrscher von Arc“)

Anmerkung: Und damit begann dann das, was ich für mich als „Arc-Glossar-Marathon“ ironisch bezeichnen möchte. Es hielt mich vom 13. bis 26. Mai in Atem, also etwa den halben Monat. Ich KONNTE einfach nach dem Anfang des Glossars für den obi­gen zweiten Arc-Roman nicht mehr aufhören. Das zunächst handschriftliche Erfassen der Begriffe und die anschließende Übertragung in das digitale jeweilige Glossar, das machte ein­fach einen wahnsinnigen Spaß. Es ist Knochenarbeit, natürlich, und manch einer würde sagen, es sei völlig stupide … aber so kann man nur denken, wenn man dazu keinen Bezug hat. Und da ich während des Glossierens unablässig auf neue kreative Ideen kam, entwickelte sich das einfach toll von selbst weiter.

Definitiv: OSM-Glossararbeit ist ein wichtiger Baustein zur Selbsterkenntnis des Gesamtwerks für mich und macht mir manchmal interessante Sachverhalte wieder präsent und Zu­sammenhänge sichtbar, die ich z. T. noch nie zuvor registriert habe. Ein tolles Gefühl, kann ich euch versichern.

(Glossar des Romans „Die Geheimnisse von Arc“)

(Glossar des Romans „Die Weisen von Arc“)

(Glossar des Romans „Die Stimme von Arc“)

(Glossar des Romans „Inferno in Arc“)

(12Neu 89: Rescaz‘ Vermächtnis)

(14Neu 93: Srakkonar Eins)

(14Neu 97: Die Höllenwelt)

Blogartikel 393: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 72

(12Neu 91: Der Dank der Baumeister)

Anmerkung: Ohne viel vorwegnehmen zu wollen – dies ist der letzte Arc-Band der Serie, damit ist Oki Stanwers Aufenthalt dort, der in den 60er-Bänden begann, beendet. Ob und inwie­fern er von Erfolg gekrönt war, werdet ihr im Rahmen der E-Book-Serie beizeiten erfahren (und wer jetzt meckert, ich hätte doch die Close Up-Artikelreihe mit KONFLIKT 12 beginnen sollen, so dass ihr diesbezüglich schlauer wärt, der hat nicht richtig nachgedacht – das hätte euch doch das ganze Lesevergnügen zerschossen, Freunde!).

Blogartikel 394: Der Name ist Programm – Ein Kosmos na­mens Horrorwelt, Teil 2

Anmerkung: Ah, endlich geht die Seriendurchleuchtung von „Horrorwelt“ weiter, die ich so lange ankündigte? Ja. Und es tut mir leid, dass das so lange dauerte. Aber ich wollte halt abwar­ten, wie Teil 1 ankommt, und bei dem Vorlauf der Blogartikel ist das ein wenig schwierig.

Nun, wie ich hier in dem Beitrag erwähne, fühlte ich mich nach der Publikation des ersten Teils genötigt, mein ursprüngliches Konzept zu revidieren. Dieser Beitrag erfasst darum nur noch 25 Episoden der Serie … und da ich schon deutlich über Band 100 mit dem Digitalisat gekommen war, schloss ich Teil 3 der Artikelreihe, der genau bis dorthin geht, einfach kurzerhand an. Es wird darauf aufbauend also noch drei weitere Artikel zu der Serie geben. Die folgen aber dann erst anno 2021.

Blogartikel 402: Der Name ist Programm – Ein Kosmos na­mens Horrorwelt, Teil 3

(DKdO 30?: Alte Freunde)

(13Neu 7: Der glühende Schädel)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

Blogartikel 398: OSM-Kosmologie, Lektion 13: Das lingua franca-Problem

Anmerkung: Oh, nach so langer Zeit mal wieder ein Kosmologie-Artikel? Ja, in der Tat. Ich war selbst ein wenig erschüttert, wie lange das her war, dass ich zuletzt etwas zu dieser Rubrik ge­schrieben hatte (Artikel 289, erschienen am 16. September 2018!). Aber während ich an diesem Beitrag schrieb, dachte ich mir unwillkürlich – ja, das ist doch von so globaler Dimension, das passt perfekt in die Kosmologie-Beiträge. Und dann machte ich ihn also dazu.

Ich glaube, auf diesen schnippischen Beitrag dürft ihr gespannt sein. Und nicht böse sein, es gibt da schon diverse Spitzen ge­gen Star Trek, Freunde. Sie waren wirklich ganz unvermeidlich.

Blogartikel 400: Storyfiles: Ein Wunder in der Wüste

Anmerkung: Die 100er-Artikel des Blogs sind immer was Beson­deres, Jubiläen halt. Und ich überlegte mir, was ich hier wohl bringen könnte … und irgendwie fand ich es äußerst passend, als ich in meinem „Storybank“-Unterordner diese sehr kurze, fast kursorische OSM-Story entdeckte, die noch niemand kennt (relativierend gesagt: der einzige Leser, der sie kannte, ist lei­der in den 90er Jahren verstorben), sie euch als deutsche Erst­veröffentlichung zugänglich zu machen. Ja, dauert noch ein paar Wochen, aber ich glaube, auf diesen exotischen Blick in den noch nicht digitalisierten KONFLIKT 23 könnt ihr euch freu­en.

(14Neu 94: Flug nach Hun‘arc)

(Licht und Schatten auf Dawson – OSM-Roman)

Anmerkung: Ja, und damit drehte sich der Wind dann vollstän­dig, und das kam für mich durchaus unerwartet … selbst wenn ich, wie oben erwähnt, in diesem Monat bereits in KONFLIKT 19 geweilt hatte, worin dieser Roman spielt.

Es kam folgendermaßen zustande: Als ich am 26. Mai mit dem sehr erschöpfenden „Arc 6“-Glossar fertig war (immerhin noch im rudimentären Zustand 50 digitale Seiten! Das Gesamt-Glos­sar wird sicherlich zwischen 100 und 150 Seiten umfassen, was wirklich außerhalb von Serien singulär für mich ist), dachte ich mir: Es ist wirklich mal an der Zeit, dass ich ein wenig relaxe und was Gutes lese.

Kann man verstehen, oder?

Was man vielleicht weniger verstehen wird – warum suchte ich mir als Lektüre einen meiner eigenen Romane heraus, nämlich „Eine scharf geschliffene Waffe“? Das lag nicht wirklich auf der Hand … aber sobald ich mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören (stets ein gutes Zeichen, nicht nur bei fremden Romanautoren!). Und je weiter ich kam, desto mehr Bilder begannen zu strömen … Bilder für den FOLGERO­MAN „Licht und Schatten auf Dawson“. Aber es dauerte na­türlich ein paar Tage, bis ich den ersten Roman, der immerhin fast 500 Skriptseiten umfasst, ausgelesen hatte.

Und dann setzte ich gleich damit fort und arbeitete in einem stürmischen Prozess die ersten 60 Seiten des Romans solide aus. Heute früh, das kann ich ja vorausschickend sagen, habe ich mit dem diesbezüglichen Glossar begonnen, und es ist ganz unvermeidlich, dass ihr in diesem Monat von diesem Werk noch mehr hören werdet. Er macht mir im Moment einen wahnsinni­gen Schreibspaß, das ist schwer in Worte zu fassen.

(IR 26: Odyssee in Uuridan)

(IR 27: Kettenreaktion)

(14Neu 95: Der Ewige von Wislyon)

Puh, und das waren dann alle begonnenen und beendeten Wer­ke im Monat Mai 2020 … ihr seht schon, die schiere Zahl an Baustellen (eingeklammerte Werke) ist enorm, gerade bei den Glossaren. Das hat damit zu tun, dass ich hier erst mal die Ba­sisdaten erfasst habe, deren Erklärungen dann zur Vervollstän­digung noch fehlen. An fertigen Werken kam ich immerhin auf 26, das ist nicht zu verachten. Und darunter sind eben solche schönen Dinge wie der erste Arc-Roman und diverse zukunfts­weisende Blogartikel.

Lasst euch mal wie ich überraschen, wie meine kreative Ent­wicklung sich im angebrochenen Monat Juni 2020 gestalten wird. In einem Monat sind wir da alle schlauer.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 283: Meeresdonner

Posted August 26th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

immer, wenn Romane versuchen, Historisches und Fiktives mit­einander zu vermischen, erweist sich das als eine Gratwande­rung, die von dem Autor eine ganz besondere Finesse verlangt. Ebenso wie etwa im Fall von Sherlock Holmes-Epigonen gibt es nahezu unzählige Fallen, in die man tappen kann. Sei es, dass man zu flüchtig recherchiert und beispielsweise Krawatten hun­dert Jahre zu zeitig in die Story einführt, sei es, dass man Haus­personal vergisst und kurzerhand irgendwelchen Hausfreunden Schlüssel anvertraut … alles schon erlebt, ehrlich.

In dieser Beziehung erweist sich das Gespann Clive Cussler & Justin Scott als ausgesprochen trittsicher. Insbesondere der Hauptautor Scott taucht richtig in die Zeit ein und versteht es, mit den Isaac Bell-Abenteuern um eine (fiktive) Detektiv-Agen­tur ein historisches Setting zu verbinden, das selbst den gestan­denen Historiker schlicht überzeugt. Ob es da um Technik geht, Alltagskultur, Manieren, Bekleidung oder Verkehrsverbindungen – das sitzt einfach, das wird glaubwürdig kommuniziert und zu­dem noch in eine packende Krimihandlung eingebettet.

So verhält es sich auch mit dem vierten Abenteuer von Isaac Bell, bei dem eine Rückfahrt aus Europa mit einem Ozeanriesen ziemlich aus dem Ruder läuft und ihn und seine Kollegen gera­dewegs in eine mörderische Verschwörungsgeschichte hinein­zieht.

Neugierig geworden? Gut, dann folgt mir ins Jahr 1910 und auf die Mauretania:

Meeresdonner

(OT: The Thief)

Von Clive Cussler & Justin Scott

Blanvalet 38364

480 Seiten, TB, Mai 2014

Übersetzt von Michael Kubiak

ISBN 978-3-442-38364-1

Man schreibt den Mai 19101, als der Ozeanliner Mauretania von England nach Amerika zurückkehrt. Unter den Reisenden befin­den sich Isaac Bell und Archibald Angell Abbott IV., beides Agen­ten der Van Dorn Agency, die in Übersee einen Verbrecher ge­fasst haben und ihn nun, getarnt als Versicherungsangestellte, als Gefangenen zurück in die Staaten bringen. Ebenfalls mit von der Partie sind Bells Freundin, die Schauspielerin Marion Mor­gan, und Archies Frau Lillian. Dass die viertägige Reise der Auf­takt zu einer Kette lebensgefährlicher Ereignisse werden soll, ist nicht einmal entfernt abzusehen … aber dann rettet Isaac Bell, als das Schiff noch dicht an der irischen Küste ist, zwei Männern das Leben, die von einer Gruppe Schläger von Bord entführt werden sollen.

Die Attacke endet auf dramatische Weise – die beiden Opfer werden zwar befreit, aber der Anführer der Angreifer, ein Mann mit bizarr affenartig langen Armen, ist so skrupellos, dass er seine Gefährten kurzerhand über Bord wirft und sich dann selbst in den Tod stürzt. Wenigstens sieht es so aus.

Die beiden Geretteten sind der österreichische Erfinder Profes­sor Franz Bismark Beiderbecke und sein Gefährte Clyde Lynds. Sie vermuten, dass die Entführer unter ihrem rätselhaften An­führer, den man nur „den Akrobaten“ nennt, sie im Auftrag ei­ner deutschen Rüstungsfirma, Krieg-Rüstungswerk-GmbH, ent­führen wollten. Über die Gründe sagen sie wenig – nur, dass die Firma auf diese Weise in den Besitz ihrer Entführung kommen wollte, die sie „Sprechende Bilder“ nennen.

Ist das eine Waffe?

Nein, sagen beide.

Aber warum sollte sich eine Rüstungsfirma sonst darum bemü­hen?

Isaac Bells Misstrauen erwacht. Irgendetwas stimmt hier nicht. Also lässt er nachforschen und entdeckt, dass Clyde Lynds an­geblich wegen Desertion aus dem deutschen Heer gesucht wird. Was Lynds kategorisch bestreitet. Das sei erfunden worden, da­mit die deutschen Behörden ihn verfolgen könnten. Aber wenn sie erst einmal in Amerika seien, würde der lange Arm der Deut­schen ihn nicht mehr erreichen können.

Dies ist ein frommer Wunsch, der fern jeder Realität ist.

Schnell stellt sich nämlich heraus, dass der „Akrobat“ keines­wegs bei seinem unglaublichen Sprung über Bord gestorben ist (und wie er das gemacht hat, bleibt lange ein Geheimnis), son­dern sich immer noch auf dem Schiff befindet. Die Gefahr ist also alles andere als vorbei. Die Kette von Störfällen reißt denn auch nicht ab, und schließlich führt dies dazu, dass der Prototyp der Maschine zerstört wird und der Professor sein Leben ein­büßt. Clyde ist indes der Meinung, dass das den Fortschritt nicht wird aufhalten können, denn – er habe die Idee immer noch im Kopf und werde einfach in Amerika ein Labor benötigen, um die Erfindung zu rekonstruieren und zu perfektionieren. Und damit schwebt er automatisch in akuter Lebensgefahr. Solange er lebt und in Freiheit ist, kann der Auftrag des „Akrobaten“ immer noch scheitern.

Inzwischen ist Bell durch Gespräche mit seiner Lebensgefährtin klar geworden, was ihm zuvor unklar blieb: was gegenwärtig die Unterhaltungswelt dominiert, ist der Stummfilm, der in der mo­dernen Variante durch ein Humanova-Orchester und hinter der Leinwand verborgene Schauspieler mit Leben gefüllt wird, weil es sich als unmöglich erwiesen hat, Tonspur und Bildspur beim Film zu synchronisieren. Beiderbeckes und Lynds’ Erfindung ver­spricht hier Abhilfe – und infolgedessen ein Millionengeschäft. Wenn den beiden gelungen ist, was sie behaupten, haben sie gewissermaßen den Heiligen Gral des Filmgeschäfts entdeckt und damit geradezu eine Goldgrube.

Isaac Bell überredet seinen Chef, Joseph Van Dorn, inkognito auf Lynds´ Verfahren zu setzen und zugleich den Erfinder zu schüt­zen. Denn inzwischen ist klar, dass der „Akrobat“, der titelge­bende „Dieb“ noch dort draußen ist und ihn entführen und seine Erfindung stehlen will.

Dummerweise stellen sich in den USA auch noch andere Proble­me in den Weg: das Filmgeschäft wird an der Ostküste primär vom Edison Trust dominiert, der mit harten Bandagen alles dar­an setzt, Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Und der Ver­such, Clyde und den prominenten Erfinder Thomas Alva Edison zusammenzubringen, geht auch ernüchternd schief. Damit wird deutlich, dass Lynds´ Erfindung eindeutig Potenzial hat und kostbar ist, aber die Realisierung wird zunehmend erschwert. Andere Produzenten, die angesprochen werden, sagen dem Ton­film von vornherein keine Zukunft voraus und haben nicht vor, zu investieren.2

Erst als die Russin Irina Viorets, eine Freundin Marion Morgans, die innerhalb der ersten Romanhälfte zu Marion Bell wird, eine Verbindung zur kalifornischen Gesellschaft Imperial Films her­stellt, bessert sich die Situation. Aber auch an Imperial Films ist irgendetwas sehr eigenartig – niemand scheint die Finanziers dieser Gesellschaft zu kennen, was erneut Bells Misstrauen weckt. Bis der scheinbar sichere Hafen von Imperial Films er­reicht wird, erfolgen allerdings eine Reihe von Attentatsversu­chen auf den Erfinder, die selbst Isaac Bell und die Van Dorn Agency beinahe überfordern.

Rasch wird dem Detektiv klar, dass der phantomhafte „Akro­bat“ nicht allein handelt, sondern über eine regelrechte Organisation in den USA verfügt und über jede Menge Kapital. Beides hat sei­nen Ursprung augenscheinlich in Deutschland, so dass das Ber­liner Van Dorn-Büro eingeschaltet wird … was schließlich zu Mord und Totschlag führt.

Also nimmt Isaac Bell in Amerika die scheinbar aussichtslose Jagd auf den Namenlosen auf und zieht langsam das Netz um den mörderischen Agenten zu – der seinerseits mit gnadenlos-militärischer Präzision sein Ziel verfolgt. Ein Ziel, dessen militä­rischer Wert lange immer noch nicht klar ist …

Auch im inzwischen vierten Roman, den Cussler und Justin Scott über den amerikanischen Detektiv Isaac Bell vorlegen, kann man nicht von einer Art von „Gewöhnungskost“ reden. Erneut finden wir uns als Leser in der Frühzeit des 20. Jahrhunderts und werden mit faszinierenden technischen und gesellschaftlichen Details bekannt gemacht, die zumeist heute in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehört insbesondere die Einrichtung des Hu­manova-Theaters, das mir selbst als Historiker nur vage dem Namen nach bekannt war. Hier erlebt man es in Aktion, das ist schon recht beeindruckend.

Ebenfalls spannungssteigernd – wie das Thema insgesamt schon – wirken sich von neuem die technischen Unzulänglichkei­ten der Zeit aus, die insbesondere in Europa dazu führen, dass sich ein informatorischer Handlungsstrang fast totläuft (und auch hier erfährt man beispielsweise etwas über „Kanonenbah­nen“, die ich so nicht kannte). Grundsätzlich sind es diese klei­nen, detailfreudigen und historisch akkurat recherchierten Puz­zlestücke, die die uns doch inzwischen recht fremde Zeit nahe bringen, die den Roman zu einem faszinierenden Leseerlebnis machen. Und auch der packende Informationskrieg, den sich Isaac Bell mit dem „Akrobaten“ und seiner Organisation liefert, lässt keine Langeweile aufkommen.

Das stimmungsvolle Cover, das gut zum Anfang des Romans passt, trägt zum Gesamtkunstwerk ebenfalls bei. Vom Titel her kann man das indes nicht sagen. Zweifellos klang „Der Dieb“ zu nichts sagend, um vom deutschen Verlag akzeptiert zu werden, aber „Meeresdonner“ passt ebenso wie das Cover nur zu den ersten rund 130 Seiten, danach ist von Meer und Donner nicht mehr viel zu sehen. Wer also einen primär maritimen Roman er­wartet, sieht sich rasch enttäuscht. Es wäre deutlich klüger ge­wesen, einen deutschen Titel in Zusammenhang mit der frühen Filmindustrie zu suchen – aber das hätte sich dann zweifellos mit dem Cover gebissen. Vermutlich gab es hier keinen akzepta­blen Kompromiss.

Ein wenig hilflos war dann die Einführung der deutschen fiktiven Rüstungsfirma, die sich in der deutschen Übersetzung natürlich etwas albern liest, „Krieg-Rüstungswerk“ steht sicherlich im amerikanischen Original in Deutsch geschrieben und macht was her. Es ist allerdings unrealistisch, dass eine deutsche Firma so hieße … aber sei’s drum, der Rest der Geschichtet tröstet über diese Tapsigkeit leicht hinweg.

Ich habe mich jedenfalls über eine Woche lang angenehm von dem Roman unterhalten lassen, den man am besten in kleinen Dosen über eine Reihe von Tagen konsumieren sollte (was dann allerdings dazu führt, dass man die zweite Hälfte des Buches in­nerhalb eines Tages verschlingt, weil es so spannend wird). Es ist sehr verständlich, dass hiernach noch eine ganze Reihe wei­terer Isaac Bell-Abenteuer erschienen sind. Während bei man­chen Coautoren Cusslers – etwa im Rahmen der Fargo-Adventu­res – nach spätestens 3 Romanen die Luft raus war, kann man das von Justin Scott definitiv nicht sagen. Hier haben sich zwei Autorenfreunde gefunden, die wirklich gut miteinander harmo­nieren und ein Langzeit-Setting, die Van Dorn Agency, gefunden haben, das noch in vielerlei Hinsicht ausbaufähig ist. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Abenteuer.

Klare Leseempfehlung!

© 2018 by Uwe Lammers

Ihr seht – ich war absolut beeindruckt. Und da die Cussler- & Scott-Romane ein wenig wie edler Wein reifen können, neige ich dazu, sie mir in ziemlich großen zeitlichen Abständen lesend einzuverleiben. Es wird also ein Weilchen dauern, ehe ich den fünften Band der Reihe bespreche … doch keine Sorge, es gibt ja noch reichlich Cussler-Nachschub, von anderen interessanten Werken ganz zu schweigen.

Das werdet ihr auch in der kommenden Woche erleben – ein Ro­man, der mich schon zum Lachen brachte, ehe ich das Buch selbst wirklich angefangen hatte. Warum? Weil der Autor ein paar Statements seiner Testleser voranstellte. Und einer von ih­nen wünschte sich tatsächlich, „dass den Personen mehr Ge­walt angetan worden wäre“. Das klingt nicht nett? Nein, stimmt. Aber ich konnte dieses Statement nach der Lektüre des Buches bestens verstehen. Jeff Baker in mancherlei Augen einfach ein Mistkerl – aber den lernt ihr nächste Woche kennen, verspro­chen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Dieses Datum ist allerdings so gut im ersten Kapitel versteckt, dass selbst ich als His­toriker Nachschlagewerke zu Rate ziehen musste, um es herauszufinden – eine Knif­felaufgabe, der sich wohl wenige Leser stellen.

2 Eine klassische Fehlkalkulation, wie wir heute wissen, die wir Kino, Fernsehen und Streaming-Serien goutieren … aber solche Fehlentscheidungen von mächtigen, aber visionsschwachen Menschen sind nicht selten. Es sei in diesem Zusammenhang auch an die krasse Fehleinschätzung der Firma IBM erinnert, die noch in den 70er Jahren der festen Überzeugung war, die Personal Computer würden sich nicht durchsetzen, und der Markt sei mit wenigen hundert Exemplaren weltweit bereits gesättigt – darüber kann man heute wirklich nur noch lachen. Aber wer weiß, wie die Welt heute aussähe, wenn Bill Gates diese Prognose akzeptiert und seine Arbeit eingestellt hätte. Wir wür­den sie wohl kaum wieder erkennen.

Blogartikel 390: Close Up: Der OSM im Detail – Teil 19

Posted August 22nd, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute biegen wir mit der Detailbetrachtung der Episoden 91-95 allmählich in die Schlussgerade des „Zeituniversum“-Zyklus im KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC) ein. Ohne lange Vorrede ein kurzer Rückblick auf das, was zuletzt geschehen ist:

Rückblick: In der Gegenwart des Jahres 702 nach Cranyaa-Zeit­rechnung herrscht dramatischer Stillstand in der Galaxis Hun‘arc. Der Intrigantenzug des geheimnisvollen Soffrol, der sich mit Tronlekk und drei Baumeistern sowie dem Volk der Te­kras verbündet hat, führte dazu, dass TOTAM die WAFFE ge­stohlen werden konnte, der negierte Teil der STELE DER EWIG­KEIT, der aus dem Zeituniversum in die Gegenwart transferiert wurde.

Derweil passieren auch im Zeituniversum entscheidende Dinge. Das Schicksal von ANTI-TOTAM und der Dämonen-Allianz ent­scheidet sich ebenso wie das der Gerlakos/Irrealstrahler und des DIGANTEN Timor-Dol mit seinen NEGATIVEN. Sie schließen so eine Zeitschleife, die letztlich in die dramatischen Gescheh­nisse im Reich der Calnarer der jüngsten Vergangenheit mün­den wird (Bd. 36-38 der Serie).

Oki Stanwer begegnet im Zeituniversum auf dem Weg zurück nach Srakkonar, wo er die Konfrontation mit dem Dämon Craa­thava sucht, dem mysteriösen Geistwesen des PROPHETEN, der ihm von dem Untergang von ANTI-TOTAM kündet und erklären hilft, was für eine Primärenergieschockwoge, die vom Kulminati­onsort ausging, die nun das Zeituniversum wiederbelebt und so die Zukunft rettet.

Nun hat Oki Stanwer aber noch mehr Gründe, den Dämon Craa­thava zu hassen und zu verfolgen …

Episode 91: Ylor-Yas letzte Stunde

(3. Oktober 1987, digitalisiert 2020)

Das Reich der Neuen Cranyaa ist tot. Im Zuge des „Unterneh­mens Cranyaatod“ hat TOTAM die neue Zentralwelt Kareton ent­völkert – gerade der Kaiserin Sini-Ag gelang mit Hilfe des WÄCH­TERS im letzten Moment die Flucht.

Als der Helfer des Lichts Klivies Kleines, der als „Graue Emi­nenz“ auf TOTAMS Seite desertiert ist (vgl. Bd. 70), erfährt, dass es doch noch eine unentdeckte Cranyaa-Kolonie geben soll, sucht er sie mit dem Dämon Naamie auf – und entdeckt zu sei­nem Unglauben etwas, das sich „Rebellenrepublik Hun‘arc“ nennt. Geschaffen hat dieses Gebilde der verkrüppelte Ylor-Ya, der fanatische Anführer der Terrororganisation „Kommando Ers­te Stunde“, mit der Kleines schon auf Kareton aneinander geri­et.

Es wird Zeit, findet Klivies Kleines, diese Scharade ein für alle­mal zu beenden …

Episode 92: TOTAMS Generalangriff

(8. Oktober 1987, digitalisiert 2020)

Während Kleines und der Dämon Naamie, unterstützt durch ei­nen weiteren Dämon und Kampfschiffkontingente, den Kampf im Oyskaan-System gegen Ylor-Yas Truppen des Kommandos Erste Stunde führen, entschließt sich das Wesen TOTAM dazu, auch an einem anderen Punkt der Galaxis für Machtbereinigung zu sorgen.

Eine gemischte Flotte von Yozinther-Schiffen, Schwarzen Schif­fen und TOTAM-Kreuzern wird zusammengezogen, um das Teka-System der Tekras zu attackieren. Doch zu TOTAMS Überra­schung erweist sich das von einer Asteroidenschale geborgene System als eine regelrechte Festung – und Tausende von Angrei­ferschiffen gehen auf dramatische Weise verloren. TOTAM muss einigermaßen überrascht entdecken, dass die Tekras von dem tot geglaubten Troohn Tronlekk, dem Intriganten Soffrol und Baumeistern massive Waffenhilfe bekommen haben.

Das würde das Verhängnis nur verzögern … aber Soffrol weist darauf hin, dass die WAFFE nahe dem Galaxiszentrum von Hun‘arc in Stellung gebracht worden ist und jederzeit aktiviert werden kann, um die Galaxis zu verschlingen. Daraufhin nimmt TOTAM von weiteren Attacken Abstand.

Was Soffrol nicht ahnt, ist indes dies: die drei Baumeister, die schon vor Hunderttausenden von Jahren für die Entstehung der erkaltenden Kosmoszone verantwortlich waren, die man später das „Zeituniversum“ nannte, haben kein Interesse, ihm gegen­über loyal zu sein. Und an Hun‘arc haben sie schon gar kein In­teresse. Ohne dass er das mitbekommt, aktivieren sie die WAF­FE.

Der Untergang von Hun‘arc liegt nun nur noch sechs Wochen in der Zukunft …

Episode 93: Srakkonar Eins

(9. Oktober 1987, digitalisiert 2020)

Blende ins Zeituniversum: Knapp sechshunderttausend Jahre tief in der Vergangenheit erreicht Oki Stanwer mit seinem neu­en, von den Schrottis geschaffenen Schiff SIEG DES LICHTS und dem Schrotti-Konvoi 661 die Galaxis der Zoombys, Srakkonar, aus der ihn Craathava durch einen dislozierenden Zeittransit fortgerissen hat (vgl. dazu Bd. 80).

Srakkonar ist nach über 25.000 Jahren Distanz ein unheimlicher, fremdartiger Ort geworden, wie sie feststellen müssen. Der Dä­mon, dem damals das paramental begabte Volk der pyramiden­gestaltigen Zoombys mit seiner Aufsässigkeit ein Dorn im Auge war, hat sich grausam an diesem Volk gerächt. Ein verheeren­der Krieg hat die Zoombys in die Primitivität zurückgeschleu­dert, und so sind 21 Mutantenvölker ohne Parafähigkeiten ent­standen, die weitgehend Craathava hörig sind und ihn als Wohl­täter ansehen.

Craathavas Machtzentrum ist der Orbitaltempel von Kalamaar, in dem sich unter dem Chiffre „Srakkonar Eins“ auch der nächs­te Zeittransmitter befindet. Aber ein Saboteur aus dem Zoom­by-Mutantenvolk der Eslahr-kohner, der sich zu den „Reinkar­nierten Zoombys“ rechnet, einer radikalen Volkssekte, ist gera­de dabei, diese pyramidenförmige Orbitalstation in die Luft zu sprengen, als Oki Stanwer eintrifft.

Im Zuge des „Unternehmens Maskerade“ pirschen sich Oki und seine Freunde heran, die Schrottis werden derweil bei der Grenzsonne Siruhl auf eine Warteposition geschickt, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Der einzige ursprüngliche Zoomby namens Yoghrythekl, der Teil von Oki Stanwers Crew ist, funkt während des Zielanfluges auf den Orbitaltempel eine Sendung hinaus, die eventuelle Rebellen zum Aufstand aufstacheln soll.

Craathava, der es nun doch mit der Angst zu tun bekommt, flüchtet durch den Zeittransmitter in die Zukunft, kann aber den nächsten Zeittransmitter Theradyyl in Hun‘arc immer noch nicht erreichen – er materialisiert darum wieder im Harrakis-System über dem Planeten Kalamaar, allerdings sehr viel später.

Oki Stanwer und die SIEG DES LICHTS folgen ihm …

Episode 94: Flug nach Hun‘arc

(11. Oktober 1987, digitalisiert 2020)

Wir bleiben direkt im Zeituniversum. Unmittelbar nach dem Durchqueren des Zeittransmitters Srakkonar Eins fallen Oki Stanwer und seine Gefährten von der SIEG DES LICHTS fast dem Anschlag Craathavas zum Opfer, nur Doppelporter kann das in letzter Sekunde verhindern. Was er nicht vereiteln kann, ist die Sprengung des Zeittransmitters. So sind sie nun von der Vergangenheit abgeschnitten.

Was das bedeutet, wird ihnen in voller Konsequenz aber erst klar, als sie bald darauf entdecken, dass Srakkonar eine entvöl­kerte Sterneninsel ist. Vor rund 400.000 Jahren (!) hat hier ein umfassender thermonuklearer Krieg stattgefunden und alle Zoomby-Splittervölker ausgelöscht. Soviel Zeit ist seit dem Ein­tauchen in den Orbitaltempel von Kalamaar vergangen.

Zwar befinden sie sich immer noch rund 200.000 Jahre von der Gegenwart entfernt, aber das ist nicht ihr größtes Problem, auch nicht, dass Craathava spurlos verschwunden ist. Yoghrythekl ist außer sich vor Hass, weil sein gesamtes Volk ausgelöscht wur­de. Und die Schrottis wollen nun natürlich wissen, was aus ihren Angehörigen geworden ist. Denn, wie sie richtig sagen: „400.000 Jahre sind eine lange Zeit.“

Das ist auf traurige, geradezu tragische Weise wahr. Sie finden das Grabmal der letzten Angehörigen des Schrotti-Konvois 661, die schon vor vielen tausend Jahren gestorben sind, vergebens auf Oki Stanwers Rückkehr wartend.

Aber sie haben eine Information für ihn hinterlassen, die ihnen ein Baumeister gab: Oki Stanwer, so heißt es darin, solle umge­hend nach Erhalt der Nachricht in die Galaxis Hun‘arc aufbre­chen, denn der Dämon Craathava sei nun dort … und das Volk der Cranyaa sei verloren.

Allerdings ist die Aufzeichnung 67.000 Jahre alt. Gilt die Dring­lichkeit immer noch? Oder ist das Volk der Cranyaa durch eine Zeitmanipulation Craathavas inzwischen ausgelöscht worden? Oki und seine Gefährten machen sich auf den langen Weg nach Hun‘arc, der sie drei Jahre Flugzeit kosten und an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen wird …

Episode 95: Der Ewige von Wislyon

(28. November 1987, digitalisiert 2020)

Oki Stanwer und die SIEG DES LICHTS haben Hun‘arc nach drei Jahren Flugzeit endlich erreicht. Und hier scheint nun Oki Stan­wer selbst ganz eigenwillige eigene Pläne zu verfolgen. Statt, wie es der Baumeister erbeten hat, gleich die Cranyaa-Zentral­welt Wislyon anzusteuern, macht der Feldherr der Cranyaa zu­vor eine unbegreifliche eine Stippvisite auf einer anderen Welt, einer unwirtlichen Wüstenwelt am Rande von Hun‘arc. Hier messen seine überrumpelten Gefährten die klare Primärenergie­schwingung eines Helfers des Lichts an – was aber eigentlich völlig unmöglich ist.

Ist es interessanterweise nicht, denn diese Welt ist Yurok, der Wüstenstern (vgl. Bd. 1), wo die zu diesem Zeitpunkt noch in­takte Orakelzinne existiert. Das Orakel, der erste Helfer des Lichts, das Oki Stanwer besucht, ist allerdings nicht Slek-Im, sondern eine Person, die er im vergangenen KONFLIKT gekannt hat und ihn auf traumatische Weise mit der eigenen Vergangen­heit konfrontiert.

Nachdem er hier noch eine Vorkehrung für die Zukunft getroffen hat, steuert Oki Stanwer mit der SIEG DES LICHTS dann tatsäch­lich das System der Sonne Wyol an, den Planeten Wislyon. Die erste Erleichterung: es gibt die Welt tatsächlich noch. Aber die nächste Überraschung hat es wieder in sich – auch hier messen sie die (wenn auch seltsam flackernde) Präsenz eines Helfers des Lichts an, was scheinbar vollkommen ausgeschlossen ist.

Oki Stanwer nimmt an, es könne sich um seinen alten Freund Klivies Kleines handeln, und von Bord eines sich heranpirschen­den Beiboots der SIEG DES LICHTS teleportiert er mit Yoghrythekl auf die Planetenoberfläche, direkt vor die Tore der Frie­densstadt Hyongg, wo der „Ewige von Wislyon“ residiert. Zu ih­rer aller Überraschung ist das niemand Geringeres als der Cranyaa-Helfer Ureg-Ni, von dem sie alle annahmen, er sei bei der Explosion des Transmittermondes der Plegg‘re Millionen Licht­jahre entfernt von hier ums Leben gekommen (vgl. dazu Bd. 74) …

Ihr merkt, es bleibt spannend. Mit diesem Band, dem dritten ei­nes Vierteilers, nähert sich der Showdown im Machtkampf zwi­schen Oki Stanwer und dem Dämon Craathava von TOTAM, und es gilt noch einige Geheimnisse der Vergangenheit zu entschlei­ern, ehe der endgültige Aufbruch aus dem Zeituniversum begin­nen kann.

Craathava hat seine guten Gründe, auf Wislyon zu sein, und das Rätsel um den Zeittransmitter Theradyyl und das Verstummen des letzten Zeittransmitters Xyriac-Nehm, die seine Rückkehr in die Realgegenwart vereiteln, sind noch aufzuklären.

Die nächste Etappe der Close Up-Artikel wird also die Schlussepisoden aus dem „Zeituniversum“ beinhalten und in Hun‘arc selbst einen neuen dramatischen Handlungsort etablieren, der für einige Überraschungen gut ist.

In fünf Wochen seid ihr schlauer, Freunde.

Bis bald dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 282: Lurchis Abenteuer, Band 1 und 2

Posted August 18th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute machen wir mal eine witzige Zeitreise in meine Kindheit – die, wie meine unten wiedergegebenen Worte aus dem Jahre 2018 demonstrieren, durchaus sehr überraschend für mich zu­stande kam. Während vieles in meiner Kindheit dem Dämmer des Vergessens anheimgefallen und nur zu mutmaßen ist, dass es im Laufe der kommenden Jahrzehnte nach und nach aus diesem Dämmer wieder auftauchen und ins Bewusstsein zurückkehren wird, so habe ich doch nie vollständig diesen wit­zigen kleinen, Schuhe tragenden Salamander vergessen, den Lurchi.

Wer heutzutage noch Salamander-Schuhe einkauft, wird viel­leicht entdecken, dass das in den 30er Jahren begonnene Kin­der-Comicabenteuer heutzutage immer noch Bestand hat, wenn auch nicht mehr so charmant und entzückend wie zu Beginn. Wer aber den Beginn kennen lernen möchte und die witzigen wie auch die durchaus problematischen Seiten, der sollte ein­fach mal weiterlesen. Für manchen von euch ist das eventuell auch eine Reise in die Kindheit:

Lurchis Abenteuer, Band 1 & 2

Das lustige Salamanderbuch

Herausgegeben von Frölich & Kaufmann, 2018

Ursprung: Salamander GmbH, Langenfeld

328 Seiten, TB

Texte: Erwin Kühlewein

Bilder: Heinz Schubel

9,99 Euro

Es gibt schon witzige Entdeckungen in der Welt zu machen, je weiter das 21. Jahrhundert voranschreitet. Eine solche Entde­ckung machte ich jüngst, als ich den Prospekt des Versandhau­ses Frölich & Kaufmann durchblätterte, in dem mir schon viele interessante, preisreduzierte Bücher aufgefallen sind, die in den vergangenen Jahren in meinen Besitz gelangten.

Diesmal machte ich unvermittelt eine Reise in meine Kindheit.

Ich staunte wirklich nicht schlecht, als ich die dreibändige Aus­gabe von „Lurchis Abenteuern“ sah, an die ich vor Urzeiten das letzte Mal gedacht habe. In unserem Elternhaus befanden sich die ersten beiden Bände – die in diesem Paperback zusammen­gefasst sind – , und mich überfiel der Gedanke, dass es doch faszinierend sein könne, diese Werke endlich mal wieder zu le­sen. Ich vermute, die Ausgaben aus den 60er Jahren, an die ich mich erinnere, zum Teil ziemlich arg zerlesen, sind im Haushalt meiner Schwester Susan verschwunden, wie so vieles aus unse­rer Kinderzeit. Sie ist diesbezüglich, muss ich lächelnd konsta­tieren, ein ziemlich Besitz ergreifender Raffzahn … aber daran habe ich mich längst gewöhnt.

Da ich neulich nach Erhalt der Bände feststellte, dass nicht je­dermann in meinem Alter mit Lurchi etwas anzufangen weiß, sollte ich vielleicht erklären, worum es hier geht. Wir haben es in diesem Fall mit einer witzigen Melange aus Product Place­ment zu tun, wie man heutzutage wohl sagt, in der sich Marke­ting und dichterisch-zeichnerische Phantasie auf abenteuerliche Weise mischen. Der Name des Buches ist darum durchaus Pro­gramm.

Die Schuhmarke Salamander ist durch ihr Markenzeichen, einen gelbschwarzen Feuersalamander, ausgezeichnet. Dieses Wesen wurde von Erwin Kühlewein (1915-1971) in Form des „Helden“ Lurchi zum Leben erweckt – ein hübscher, aufrecht gehender und völlig nackter (dabei aber zugleich vollkommen ge­schlechtsloser – es handelt sich ja schließlich formell um Kinder­lektüre – ) Feuersalamander, der einen grünen Tirolerhut trägt. Er, der mit den Eltern in der im Wald gelegenen „Villa Salaman­der“ lebt, zieht sich die Salamander-Schuhe an und beginnt dann damit, die Welt zu erkunden. Zeichnerisch werden die Abenteuer von Heinz Schubel (1906-1997) farbenprächtig in Szene gesetzt, und zwar in großformatigen, halbseitigen Illus­trationen, auf denen sich mal eine, mal bis zu vier Panels drän­geln. Dabei korrespondieren die gedichteten Texte sehr gut mit den Illustrationen.

Zu Beginn ist Lurchi noch allein unterwegs, aber wie in klassi­schen Fabeln bleibt das nicht lange so. Zunächst stößt er auf Störche und Schlangen, dann auf Igel und Zwerge, und recht schnell verschwimmt die Grenze zwischen realer Welt und Mär­chen. Feen treten in Erscheinung, seltsam vermenschlichte Frö­sche (einer davon wird sein Reisegefährte Hopps), Maulwürfe mit unterirdischer Wohnstube und Lehnsessel. In der Waldschu­le stoßen weitere Protagonisten zu Lurchis zukünftiger Freun­desschar: der strenge Ordnungshüter Unkerich (eine Gelb­bauchunke), Lurchis Rock tragende Schwester Trine sowie Pieps, die Maus.

Etwas später während eines Feuerwehreinsatzes im Wald taucht „Zwerg Piping“ auf, der in zahlreichen späteren Abenteuern noch eine Rolle spielen wird, ein Igel („Igelmann“) vervollstän­digt den Reigen. Und es ist wirklich verblüffend, was für wilde Einfälle in diesen Geschichten auftauchen. In mancherlei Fällen glaubt man beinahe, eine Blaupause für James Bond-Geschich­ten vorliegen zu haben.

Wieso dies? Na, man schaue sich nur mal an, wie Lurchi, um schneller zum Einsatzziel zu gelangen, einen Feuerwehr-Leiter­wagen in ein Flugzeug umbaut! Wen das nicht an „Der Mann mit dem goldenen Colt“ erinnert, dem muss man auf die Sprünge helfen. Freilich gibt es dabei ein Problem – die zeichne­rische Vorlage stammt von 1937. Es ist zwar nicht undenkbar, dass sich 007-Designer Ken Adam von Lurchi hat animieren las­sen, stammt Adam doch schließlich aus Deutschland … aber ich halte es für wenig plausibel.

Sprechende Tiere also, alle möglichen Arten, sind hier vollkom­mene Normalität, insofern befinden wir uns strikt auf Fabelni­veau. Dann aber mengen sich immer wieder auf faszinierende Weise moderne Neuerungen hinein – es geht um Olympische Spiele, um Motorrennen, Ballonfahrten und dergleichen.

Und dann auf Seite 74 fiel mir auf, dass die political correctness zugeschlagen hat. Das erkennt man aber nur dann, wenn man die Originalalben kennt, die ich ja in den frühen 70er Jahren las. In vielen Panels findet man durchaus zeitgenössische Anspielun­gen auf politische Strukturen der damaligen Zeit, d. h. der 30er und 40er Jahre. Als Lurchi mit seinen Freunden nach Afrika ge­langt, werden sie – im Originalheft – von einer Gruppe Kanniba­len gefangen und sollen verspeist werden. Dies sind übrigens die einzigen Schwarzen, die im ganzen Band auftauchen (bei den Aborigines ist das später etwas anderes, die wurden beibe­halten). Die gesamte Kannibalenszene wurde entfernt … aber das Folgepanel beginnt bei dem verwüsteten Kochplatz, der ohne das entfernte Panel wenig Sinn ergibt, und hier machen sich Lurchi & Co. einen garstigen Scherz und färben sich mit Asche zu „Afrikanern“ um, woraufhin sie prompt eingefangen und verschifft werden.

Natürlich war man, nehme ich an, bei Frölich & Kaufmann etwas unangenehm berührt, dass der Lurchi-Texter und -Zeichner alle Afrikaner ungeniert als menschenfressende Barbaren hinstellte (passend zum politischen Denkbild der NS-Zeit).

Aber auch sonst enthält das Buch noch mancherlei Details, die den Leser, der diesen Band für seine Kinder zur Verfügung stellt, bedenklich stimmen könnten. Da ist etwa jene Szene, wo Lurchi & Co., aus dem Stillen Ozean mittels eines durch Sturm­wind getragenen Hauses (!) geradewegs nach Spanien geweht werden und in einer Stierkampfarena landen. Hier bricht Lurchi mit beherztem Salamander-Schuhfußtritt einem Stier das Ge­nick. An anderer Stelle werden Tiere hemmungslos in einer Höh­le ausgeräuchert oder Zauberer kurzerhand in Wolkengebilde zerblasen … es gibt, wenn man mit sehr wachen Sinnen liest, schon ein paar sehr problematische Passagen in diesem Buch, die mir als Kind natürlich nicht aufgefallen sind.

Dann aber wieder schäumt die Phantasie munter über und ver­irrt sich in verrückte Gefilde. Unbeschreiblich erheiternd sind etwa jene Stellen, wo Lurchi kurzerhand einen Vulkanausbruch dadurch zum Stillstand bringt, indem er den Krater mit einem Lasso abschnürt. Ebenfalls urig jene Stelle, wo er mit einer Ra­kete in Richtung Mars unterwegs ist und seinen havarierten Freund Hopps, dessen Niesen seine Rakete gesprengt hat (!), einfängt, ihm Sauerstoffgerät und Salamander-Schuhe für den „Weltraumspaziergang“ zukommen lässt. Oder wie sie Rahm von der „Milchstraße“ abschöpfen …

Wer sich also von den oben angemerkten Eintrübungen nicht abhalten lässt und wer zudem ein Faible für Bildfabeln, wilde und einfallsreiche Abenteuer hat sowie eine gewisse Neigung zu gereimten Texte hat – denn alle Bildseiten werden von den ge­reimten Texten Heinz Schubels begleitet, die hat man in Kauf zu nehmen – , der hat hier eine hinreißende Entdeckung zu gewär­tigen.

Ich selbst fand beim Wieder-Lesen nach Jahrzehnten, dass die­ser Band sehr geeignet ist, die Wortvielfalt der deutschen Spra­che im Kind zu vergrößern, die Kenntnis der Tierwelt zu verbrei­tern und grundsätzliches Interesse an Bildergeschichten zu we­cken. Ich nehme sehr stark an, dass es diese Lurchi-Abenteuer waren, die meine Neugierde an der Archäologie, an der Phan­tastik und an phantastischen Comics beförderten, die meine Kindheit – nach meiner massiven Dinosaurier-Phase – stark ge­prägt haben. Vielleicht stammt auch meine frühe Kenntnis über Siebenschläfer, die ich erstmals erst nach dem Jahre 2000 in natura erleben durfte, ebenfalls von hier. Ziemlich sicher aber hat mich unterbewusst das „Abenteuer im Urwald Australiens“ mit dem eingegrabenen Pangolin zu einer Szene in meinem Ar­chipel-Roman „Christinas Schicksal“ inspiriert, in dem ich erstmals einen Cooro sah.1

Heute mag ich also einen „gealterten“, reiferen Blick auf diese Geschichten haben und daher nicht mehr ganz zum idealen Zielpublikum zählen, schon wahr. Aber deshalb machen sie im­mer noch mächtig Spaß, durchaus nicht nur für Nostalgiker und Romantiker wie mich.

Ach ja, und nicht zu vergessen: jede vollständige Geschichte en­det mit einer Variation des Werbeslogans der Firma Salamander: „Lange schallt’s im Walde noch: Salamander lebe hoch!“

Ich denke, dieser Klassiker lohnt eine Neuentdeckung. Vielleicht durchaus auch für die Kinder von heute.

© 2018 by Uwe Lammers

Surprise, surprise, nicht wahr? Tja, so seltsame und überra­schende Entdeckungen kann man in meinem Rezensions-Blog machen. Im kommenden Beitrag reisen wir zurück in die Früh­zeit des 20. Jahrhunderts und auf einen Ozeanriesen, auf dem sich ein kriminalistisches Drama anbahnt.

Es bleibt spannend, das könnt ihr mir glauben, Freunde.

Bis nächste Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Näheres dazu findet man beizeiten in der Archipel-Story „Meister Vansiintas Magie“ (Juli 2009), die bisher noch nicht veröffentlicht wurde.

Liebe Freunde des OSM,

vor sechs Wochen hatte ich über den Monat September des Jah­res 2015 meiner Kreativbiografie berichtet und davon, dass ich damals wieder für die TU Braunschweig zu arbeiten begonnen hatte, meine Alma Mater. Dass sich die Dinge hier rasch ändern sollten und dann massiven Einfluss auf mein kreatives Leben nehmen würden, ahnte ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Das geschah dann tatsächlich auch erst im Frühjahr 2016.

Im Oktober 2015 wirkte sich das naturgemäß noch nicht sehr aus. 15 Monatsstunden als wissenschaftliche Hilfskraft, das ließ sich leicht mit meinen sonstigen schriftstellerischen Aktivitäten vereinbaren. Nicht zuletzt deshalb schloss dieser Monat mit 30 fertigen Werken ab. Davon entfiel aber vieles auf Gedichtab­schriften und andere Werke. Relevant für die Annalen war nur wenig.

So arbeitete ich an dem Digitalisat des Romans „Der Zathu­ray-Konflikt“ weiter, der den ersten KONFLIKT des OSM thema­tisierte und im Skript seit 1991 fertig war. Ihr merkt, es wurde echt Zeit für ein Digitalisat. Eine weitere Langzeit-Baustelle stellte „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ dar. Mit „Das Rätsel von Garos“ entwickelte ich einen diesen flankierenden Hinter­grundartikel, der leider bis heute noch nicht restlos vollendet ist.

Erfolgreich abschließen konnte ich das E-Book Annalen 5: Ja­leenas zweites Leben“ (damit reden wir aber noch nicht über die zweigeteilte endgültige Fassung!) und ebenso das E-Book „Das Sternenreich des Windes“. Alles in allem stufe ich die­sen Monat darum als durchaus ergiebig ein.

Im folgenden Monat folgte dann „Gelüftete Schleier“ als E-Book, und ansonsten ergab sich bei der E-Book-Front das Pro­blem, dass mein „Jaleena“-E-Book für zu umfangreich einge­stuft wurde und ich es in zwei Teile aufspalten und nacheinan­der veröffentlichen musste. Das war, glaubt es mir, Freunde, de­finitiv nicht meine Wunschform, und sie stellte mich dann auch hinsichtlich des Titelbildes vor Probleme. Mein Coverdesigner Lars Vollbrecht löste die Schwierigkeit auf tolle Weise, indem er eine Ausschnittvergrößerung des Originalcovers für den zweiten Teil nutzte. Ich finde diese Lösung ebenso elegant wie anspre­chend.

Auch sonst kam ich im Monat November 2015 gut vom Fleck, wenngleich die Gesamtleistung nur auf 23 fertige Werke zu summieren ist. Ich schrieb nämlich an der nächsten E-Book-Sto­rysammlung „Als Tiyaani noch ein Kind war…“ weiter und kümmerte mich um eine Reihe von OSM-Fragmenten. Dazu zählten „Besuch in der Heimat“, „Ein Alptraum namens Koloron“ und immer noch „Der Zathuray-Konflikt“.

Der Dezember wurde dann – erwartungsgemäß – grenzwertig. Wieso erwartungsgemäß? Nun, es ist Weihnachtszeit, und das bedeutet für mich stets: Weihnachtsmails, Weihnachtskarten, und nicht zu wenig, weil ich halt ein recht kommunikativer Typ bin und eine ganze Menge lieber Brieffreunde habe, die ich dann mit Grüßen bedenke. Und wenn ihr euch daran erinnert, dass ich ja eher nicht der Mensch für die Kurzform bin, dann versteht ihr, warum mich dieser Monat immer wieder zu einem bisweilen schwierigen Spagat zwingt. Das musste sich selbst­verständlich auch auf die Annalen auswirken.

Der Ausstoß fertig gestellter Geschichten sank darum auf 16 ab. Aber dazu zählte das E-Book „Audienz bei Quin“, also der zentrale Teil der Quin-Trilogie. Am Folgeband „Baumeister-Plä­ne“ arbeitete ich selbstverständlich in dem Zusammenhang auch gleich. Außerdem hatten die Arbeiten am nächsten Anna­len-E-Book „Mein Freund, der Totenkopf“ ebenfalls begon­nen – auch der würde dann aufgrund des Textumfangs in zwei Teile gespalten werden müssen.

Außerdem fing ich am Monatsende auch noch an, die alte OSM-Novelle „Die magische Waffe“ zu digitalisieren, mit Sicherheit eine der blutrünstigsten Geschichte, die ich in den Annalen je­mals geschrieben habe. Sie wird einst, so ist der Plan, als Paral­lelwerk zur E-Book-Serie „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ veröf­fentlicht werden, analog zu „Annalen 4“, also „Heiligtum der Shonta“. Wie erinnerlich bot der damalige Band ja einen Paral­lelblick auf die Yantihni-Linguistin Vaniyaa im Shonta-Abspalter­hort.

Mit „Die magische Waffe“ verhält es sich etwas anders. Dort arbeite ich tatsächlich – wie beizeiten auch in der Novelle „Das Geheimnis von Church Island“ ein Bindeglied der Serie auf, dessen Konsequenzen sich in der Serie auswirken, allerdings erst in den 20er-Bänden der einstigen Serie „Oki Stanwer Hor­ror“ (OSH). Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen – denn die Basis dafür wird in „DER CLOGGATH-KONFLIKT 2: Monstererwachen“ gelegt werden. Der Handlungsschauplatz der eben erwähnten Novelle ist dann die Insel Irland bzw. das, was aus Irland geworden ist.

Mehr möchte ich hier und jetzt noch nicht verraten.

Tja, und damit schloss dann das Jahr 2015 mit insgesamt 306 beendeten Werken unterschiedlichster Formate. Im nächsten Abschnitt dieser Artikelreihe werdet ihr dann sehen, inwiefern mich meine universitäre Beschäftigung kreativ ins Trudeln brachte. Und wenn ich ehrlich sein soll, sind die Folgen davon bis heute nicht restlos behoben.

Mehr dazu in ein paar Wochen.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.