Rezensions-Blog 246: Die Spur der Götter

Posted Dezember 11th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute haben wir mal wieder den Fall einer kritischen Rezension meinerseits, die sich mit dem Abstand von rund 18 Jahren beinahe ein wenig karikierend liest. Ich meinte damals aber so ziemlich alles, was ich schrieb, recht ernst. Gut, am Schluss konnte ich mir dann eine ironische Spitze echt nicht verkneifen (und da ihr diese Rezension im Dezember des Jahres 2019 lest, ist offenkundig, dass Hancock und die hypertroph ventilierte Hysterie aus Maya-Zeiten bezüglich des Weltendes im Jahre 2012 erkennbar nicht unsere Welt getroffen hat, sondern allenfalls eine Parallelwelt).

Im Grunde genommen habe ich aber schon während der Lektüre, die ich mit hoher Erwartungshaltung begann, arge Zweifel an ihrem Inhalt und ihrer Beweisführung gehegt, und die Rezension ist denn auch sehr skeptisch ausgefallen. Warum ich das Buch dennoch hier vorstelle, wiewohl die Besprechung beinahe einem Verriss gleichkommt, hat folgenden Grund: Graham Hancock ar­beitet mit sehr interessanten historischen Informationen, die er durchaus an­sprechend zusammengestellt hat. Die Schlussfolgerungen, die er daraus zieht, trage ich definitiv nicht und halte sie auch nicht wirklich für tragfähig, eben ge­rade weil sie, wie ich damals schrieb, in „esoterischen Quatsch“ münden.

Die Folgerungen entwerten aber die Fakten, auf die er rekurriert, eben gerade nicht. Und wer sich grundsätzlich für das Thema der frühen Hochzivilisationen und ihrer potenziellen Verbindungen untereinander interessiert (dass es solche gegeben haben könnte, gilt beispielsweise heutzutage für die vorderasiatischen Kulturen von Catal Hüyük bis zur Spitze der Arabischen Halbinsel als verifiziert, ebenso, dass die asiatische Seidenstraße schon seit den Hochzeiten der Indus-Kultur sehr ausgeprägte Vorläufer besaß), der kann die Grundlagen von Han­cocks Buch immer noch als interessante Materialiensammlung behandeln und von dort ausgehend und mit anderen wissenschaftlichen Gewährsmännern in anderer Sekundärliteratur zu vermutlich zutreffenderen und weniger ideologi­schen Schlussfolgerungen kommen.

Wenn man sich an die Lektüre des unten vorgestellten Buches macht, sollte man ferner wissen, dass Graham Hancock sich relativ ungeniert in die Reihe von Esoterikern, Präastronautikern, UFO-Gläubigen und anderen verläuft, die einen bisweilen engen Schulterschluss zu Verschwörungstheoretikern aufweisen. Dass da eher schlicht argumentiert, plausible Alternativen ausgeblendet und stetig mit Suggestivfragen gearbeitet wird, wie man sehr deutlich in der Fernsehreihe „Ancient Aliens“ sehen kann (in denen Hancock auch gern seinen Senf dazugibt, auf sehr „gläubige“ Weise, wie seufzend zugegeben werden muss), muss man einfach im Hinterkopf behalten.

Mit dieser kritischen und vorsichtigen Haltung im Hinterkopf solltet ihr meine folgenden Rezensionszeilen lesen. Ich wünsche euch dennoch dabei viel Ver­gnügen:

Die Spur der Götter

(OT: Fingerprints of the Gods. A Quest for the Beginning and the End)

von Graham Hancock

Gustav Lübbe Verlag

610 Seiten, geb., 1995

Übersetzt von Xenia Osthelder und Heike Rosbach

Im Jahre 1960 wendet sich der amerikanische Professor Charles Hapgood an die kartographische Abteilung der US Air Force, um Daten einer Karte zu verifizie­ren, die Umrisse der Antarktis und topographische Details der Landfläche zei­gen. Oberstleutnant Ohlmeyer ist die Verblüffung deutlich anzumerken, als er dem Historiker Hapgood gestehen muss, dass die Küstenlinie auf der Karte ex­akt diejenige ist, die erst im Jahre 1949 durch eine britische Expedition durch das zum Teil kilometerdicke Eis hindurch entdeckt werden konnte. Die über­prüfte Karte allerdings stammt aus dem Jahre 1513 und wird Admiral Piri Reis zugeschrieben.

Da die Antarktis erst im Jahre 1818 gefunden wurde, ist also absolut unerklär­lich, wie der Admiral diese Karte hat zeichnen können, zumal die Antarktis seit Menschengedenken als vereist und vergletschert gilt, somit als unerforschbar für Menschen vor dem Ende des 19. Jahrhunderts.

In Bolivien und vielen anderen südamerikanischen Regionen gibt es seit alters her den Mythos von Riesen. Es existieren zahlreiche Gräber von sogenannten Giganten, die auch anderswo auf der Welt ihre Spuren hinterlassen haben – man erinnere sich an den legendären Goliath aus der Bibel oder an die Zyklo­pen in Homers Dichtungen. Gebäude, die wie von Titanen angelegt scheinen, kann man ebenfalls an vielen Orten der Welt entdecken, von Tiahuanaco und Teotihuacan auf dem amerikanischen Doppelkontinent bis hin zu Baalbek im Li­banon und den Megalithbauten auf Malta und zahlreichen anderen Inseln im Mittelmeerraum.

Soweit man weiß, hat es keine Riesen gegeben, genetisch ist das nicht möglich. Aber die Gebäude bestehen, zum Teil mit abstrusen Maßen (riesenhaften Stu­fenabständen, gebaut aus gigantischen Felsblöcken, die selbst heute kaum be­wegt werden können usw.). Wer soll sie erbaut haben, wenn nicht eben Riesen? Und zu welchem Zweck?

In Mittelamerika lebt die Erinnerung fort an den mythischen Quetzalcoatl, ei­nen Wissensbringer und Gott der grauen Vorzeit, der einstmals vom Himmel herabstieg – beziehungsweise über das Meer kam – , um den Menschen Wissen zu geben: er lehrte sie den Anbau von Früchten, gab ihnen Kenntnis der Zeit­rechnung und der astronomischen Gegebenheiten.

Quetzalcoatl ähnelt auf bemerkenswerte Weise dem Gott Viracocha in Südame­rika, der ebenfalls über das Meer kam und Wissen vermittelte. Wie Viracocha auch soll er hellhäutig und groß gewachsen gewesen sein. Ein Riese? Einer je­ner mythischen Riesen, die jene mächtigen Steinbauten zu rätselhaften Zwe­cken errichteten?

Gab es nur einen von ihnen und sind Viracocha und Quetzalcoatl identisch? Oder handelte es sich, wie die Überlieferungen allmählich zu Tage bringen, je­weils um Anführer einer Gruppe, die von einem gemeinsamen Ursprung aufge­brochen waren, um eine rätselhafte Mission zu erfüllen?

Folgt man den Spuren der Götter, dann stößt man unweigerlich auf das Mysteri­um der Sintflut und verwandter Mythen, die kulturübergreifend offensichtlich in allen bekannten alten Hochkulturen und z. T. heute noch in den Legenden der Völker fortleben. Selbst Kulturen im andinen Hochland verfügen erstaunli­cherweise über Sintflutmythen, gepaart mit Erdbeben und dem Niedergang des gesamten Menschengeschlechts.

Und dann kommen die Götter, die die Überlebenden um sich zu scharen verste­hen, ihnen wieder Ziel und Sinn geben, eine göttliche Aufgabe zuweisen und neue Kulturen installieren.

Götter …?

Wie viel Wahrheit enthalten Mythen? Wie kann man altes Wissen aus Mythen destillieren, wenn sie denn solches enthalten? Und ist es möglich, dieses destil­lierte Wissen gegebenenfalls auf eine wissenschaftlich-empirische Basis zu stel­len, damit man die Zeit bestimmen kann, zu der jene offenbar hochbegabten „Götter“ gelebt haben?

Graham Hancock ist der festen Überzeugung, dass das möglich ist.

Seine Suche, die zunächst von unerklärlich scheinenden Landkarten ausgeht, führt den Wissenschaftler und Schriftsteller Hancock über Süd- und Mittelame­rika schließlich nach Ägypten. Hancock, der schon das sehr inspirierende Buch „Die Wächter des heiligen Siegels“ (ebenfalls bei Lübbe, 1992) über die Suche nach der legendären Bundeslade schrieb, hat eine Theorie, woher jene „Götter“, auf deren Spuren er wandelt, gekommen sein können. Und er sucht Indizien dafür, dass er recht hat.

Kurz gesagt ist seine Behauptung folgende: vor etwa 12.500 Jahren existierte eine hochgebildete, wissenschaftlich außerordentlich entwickelte Kultur, die an einem noch zu lokalisierenden Punkt der Erde ihr Zentrum besaß (oh, ER lokali­siert den Ort sehr genau!). Dieses Zentrum wurde durch eine beispiellose Kata­strophe vernichtet, die globale Auswirkungen hatte und in Sintflut- und Endzeit­mythen von Bolivien bis nach Norwegen, von Mesopotamien bis nach Nordamerika ihre Spuren hinterließen. Überlebende Wissenschaftler und Ge­lehrte jener Kultur errichteten später einen Brückenkopf und versuchten von dort aus, dem Rest der zerstreuten Menschheit, die kollektiv in die Barbarei zu­rückgefallen war, die Schrift und den Ackerbau nahezubringen, astronomische Kenntnisse zu vermitteln und zugleich eine Spur zu legen, die die fernen Nach­kommen der Zukunft einstmals auf ihre Existenz aufmerksam machen würde.

Aus Altruismus? Keineswegs, sagt Hancock. Diese sehr irdischen „Götter“ hat­ten ein sehr dringliches Anliegen, das sie der fernen Zukunft unbedingt mittei­len mussten. Eine Warnung vor einer bevorstehenden kosmischen Katastrophe …

Nachdem ich schon „Die Wächter des heiligen Siegels“ mit Begeisterung 1992 gelesen hatte (was zahlreiche Spuren in meinen Geschichten hinterließ), war ich hellauf erfreut, als ich diesen Hancock nach Jahren endlich bekam und an­fangen konnte zu lesen. Allerdings zog sich die Lektüre ab einem bestimmten Punkt des Buches (etwa in der Mitte) hin, weil mir dort erste skeptische Zweifel an der Richtigkeit oder besser: an der Begründung von Hancocks Theorie ka­men.

Erst in den vergangenen Wochen las ich das Buch zu Ende, und die Zweifel ver­dichteten sich und kondensierten in Form zahlreicher Bleistiftanmerkungen auf den letzten Seiten des Buches. Was anfangs als höchst spannendes Werk mit zahlreichen interessanten und anregenden Querverweisen und Verbindungen begann, versumpfte schließlich – um es mal drastisch auszudrücken – in esote­rischem Quark. Das finde ich sehr schade.

Hancocks Indizienführung, insbesondere in Bezug auf die Pyramiden und die Taltempel, die Pyramidentexte und Verbindungen zu Südamerika und einer ur­alten Hochkultur sind durchaus schlüssig.

Wenn er auch mit Fotomaterial dokumentiert, wie ähnlich die Taltempel der Py­ramiden von Gizeh beispielsweise den Megalithbauten auf Malta oder den in­kaischen Festungen sind, dann ist das einfach verstörend. Wenn er nachweist, auf wie dünnem Eis sich die Ägyptologen bewegen, wenn sie Bauwerke, die kei­nerlei Inschriften (!) aufweisen und bautechnisch völlig anders, quasi archai­scher sind als alles, was man aus dieser Epoche kennt, trotzdem in jene Epoche datieren, nur weil man ein paar Tonscherben oder Figuren (die man auch hin­eingetragen haben kann) dort finden, dann verdient das uneingeschränkte Auf­merksamkeit.

Spätestens dann jedoch, wenn Hancock sich in das Gebiet der Kontinentalplat­tendrift und der Eiszeiten verirrt, wird es etwas … hm … unseriös. Wenn er astro­nomische Daten anführt und den Code der Präzession als Grundstruktur jahr­tausendealter Überlieferung in Stellung bringt, dann hat das durchaus Hand und Fuß, nur leider vergisst er dann, dass die STERNBILDER zwar schier ewig gleich bleiben (die Wandlung ist im Laufe von Jahrtausenden minimal), aber die dazugehörigen STERNZEICHEN kulturellen Kontexten unterliegen.

In einem Gedankenspiel versucht er beispielsweise, zu hinterfragen, wie WIR ei­ner zukünftigen Generation in etwa 10.000 Jahren nahe bringen wollten, wann wir gelebt hätten. Er agiert dann munter mit der Bemerkung, man könne doch leicht herausfinden, wann die Sterne im „Zeichen des Fisches“ gestanden hät­ten usw., vergisst nur, wie gesagt, dass das Sternzeichen des Fisches dann durchaus unbekannt sein kann und mit tradiert werden muss, anderenfalls sei­ne schönen astronomischen Daten jeden Sinn verlieren.

Man versuche sich mal zu vergegenwärtigen, was eine zukünftige Kultur, die nur mündlich tradiert wird, mit einer Bemerkung wie „xy ist der Schlüssel zu Shake­speares Hamlet“ anfangen mag. Wenn man weder Shakespeare kennt noch Hamlet, sondern gerade mal weiß, was ein Schlüssel ist, dann wird man wohl annehmen, dass Hamlet ein Haus ist, das einem Mann namens Shakespeare ge­hört hat …

Der Leser merkt manchmal genervt, dass Hancock gegen Ende zwar durchaus diskutierenswerte Fakten auflistet und hinterfragt, aber gar zu oft alternative Erklärungen nicht mal anspricht. Das ist eine suggestive Gedankenführung, die meines Erachtens bei schlichten oder wenig informierten Gemütern zu einer Verfestigung falscher Überzeugungen beitragen kann. Dass Hancock weiterhin fast sklavisch an manchen zitierten Quellen hängt (Hapgood, griechische Histo­riker der Antike, die bekannterweise notorisch übertrieben, Rand Flem-Ath, der ins Esoterik-Lager gerechnet werden muss usw.), nur zu geringem Teil damit rechnet, dass diverse antike Autoren voneinander abgeschrieben haben oder voneinander beeinflusst waren und zum Schluss sogar noch Leute als Gewährs­männer für seine Katastrophentheorie anführt, die er besser nicht erwähnt hät­te (beispielsweise die Zeugen Jehovas!), das diskreditiert einen guten Teil des ansonsten wirklich lesenswerten Buches.

Ich denke, es steckt eine Menge Wahrheit dahinter, insbesondere über jene ge­heimnisvolle Hochkultur VOR der ägyptischen, gelegen auf einem „verlorenen Kontinent“, der nach Hancocks Worten auf … hm … interessante Weise verloren­gegangen ist und durchaus NICHT unter den Weltmeeren verborgen liegt wie das mythische versunkene Atlantis (!). Die Art und Weise aber, wie er diese Theorie schlussendlich zu beweisen versucht, wirkt ziemlich einseitig, ver­krampft und schadet seiner Sache sehr.

Wer sich für versunkene Hochkulturen und interkulturelle Geschichte interes­siert, wird aus „Die Spur der Götter“ eine Menge Stoff zum Nachdenken ziehen. Dem hinteren Drittel des Buches hingegen sollte man mit wachsender Skepsis begegnen.

Nun, vielleicht bekommen wir ja am 23. Dezember 2012 heraus, ob Hancock (und die Mythen) WIRKLICH recht gehabt haben …

© 2001/2006 by Uwe Lammers

Autsch, kann man sagen, das ist eine ziemliche Backpfeife gewesen … ja, zuge­geben. Aber nur auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, ich sagte es einlei­tend, stellt uns Hancock auch eine Menge sehr interessanter historischer Rätsel vor, die der weiteren Betrachtung wert sind. Selbst wenn ihr das Buch lest und den Kopf über Hancocks Schlussfolgerungen schüttelt, verwerft nicht alle Infor­mationen des Bandes. Ich weiß schon, warum das Buch auch 18 Jahre nach Lek­türe immer noch in meinem Regal steht.

Nächste Woche könnt ihr euch dann wieder entspannter geben, dann behandle ich ein sehr viel angenehmeres und bekömmlicheres Thema. Vertraut mir!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

auf Schatten folgt Licht, sagt man. Auf die Nacht der Tag, das ist der natürliche Lauf der Dinge – aber wenn man mit dem Tod im engsten Familienumfeld kon­frontiert wird, fällt es mir doch zumindest schwer, wieder normal durchzuat­men und zu einer wie auch immer gearteten Normalität zurückzukehren.

Im letzten Artikel dieser Reihe berichtete ich zuletzt vom Dezember 2013, wo ich meinen Vater verlor und kreativ in der Folge ziemlich arg abstürzte. Im Janu­ar 2014 und den folgenden Monaten und Jahren, die seither folgten, hatten meine Mutter, meine Geschwister und ich uns also mit der Tatsache auseinan­derzusetzen, dass ein wesentlicher Teil unseres Lebens nicht mehr existierte, und die Folgen wirkten sich selbstverständlich auch auf mein Schreiben aus.

Wenn man allein die Zahl der im Januar 2014 fertig gestellten Werke betrach­tet, könnte man annehmen, ich hätte mich schnell wieder gefangen – es waren 29, fast doppelt so viele wie im Dezember 2013. Aber der Schein trügt, mit Be­zug auf die „Annalen“ sogar doppelt.

Ich formatierte eine Reihe alter Werke neu, schrieb einen Strauß von Blogarti­keln (7 an der Zahl), aber dass ich so völlig neben der Spur war, kann man doch nicht sagen. So konnte ich etwa am 1. Januar schon das OSM-Fragment „Mariann, die Skelettfrau“ abschreiben und als Rettungsabschrift in Sicherheit bringen (ein analoger Fall zu „Horrorsturm“, von dem ich kürzlich berichtete). Zwei Tage später gelang es mir endlich, Band 1675 des OSM fertigzustellen. Dabei handelt es sich um Band 53 des KONFLIKTS 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ mit dem Eigentitel „Fluchtziel Koloron“. Und in den heftigen Kämpfen in dieser Geschichte spiegelte sich unzweifelhaft meine aufgewühlte Seele wider. Mit über 100 einzeiligen Textseiten hatte die Geschichte auch respektablen Romanumfang erreicht.

Nebenbei und parallel zu den damals üblichen kommentierten Abschriften aus den KONFLIKTEN 12, 14 und 18 arbeitete ich ein wenig weiter an der Story „Der Zentralknoten“, begann mit Abschriften der noch nicht digitalisierten OSM-Ebe­ne 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“, sah mich um in dem Romanfragment „Die Totenköpfe 2: Durch die Ruinenwelten“… tja, und das war es schon im Januar gewesen, soweit es die „Annalen“ anging.1

Der Februar „normalisierte“ sich dann quantitativ. Ich kam auf 18 fertige Werke, darunter 5 Blogartikel. Ich feilte an verschiedenen E-Books, kam dort aber nicht schlussendlich zum Zuge. Unter anderem begann ich mit der Ausarbeitung von „Heiligtum der Shonta“, das ihr als Annalen-E-Book 4 seit Jahren kennt.

Ein kleines Stück kam ich weiter an den Geschichten „Beas Freund“ und „Ein zukunftsweisendes Verbrechen“. Aber sonderlich konstruktiv oder innovativ war eigentlich nichts davon im Monat Februar.

Im Monat März ging es noch ein wenig weiter quantitativ hinunter. Ich kam da gerade mal schlussendlich auf 14 Werke. Das hatte zwei wichtige Gründe. Zum einen schloss ich am 13. März Annalen 2: Ian und der Stein der Götter“ im E-Book-Format ab. Und direkt danach konnte ich mit der Literaturwerkstatt Gif­horn erstmals die Leipziger Buchmesse besuchen und dort eifrig mit Flyern Werbung für meine Werke machen. Das lenkte mich wirklich gründlich vom Schreiben ab.

Kam ich dennoch irgendwie vom Fleck? Na ja, durchaus. Ich werkelte zwar pri­mär an kommentierten Episodenabschriften und Glossaren, schrieb Blogartikel und Rezensionen … aber vom Fleck kam ich primär in einigen Archipelwerken – die tun in dieser Rubrik aber nichts zur Sache.2 Das einzige Werk, das zu den „Annalen“ rechnet, ist das Fragment „Mutproben“ von 2012, das bekanntlich im KONFLIKT 28 spielt und damit in einer zutiefst fremdartigen Zeit und Welt, in der ich mich nach wie vor wie durch dichten Nebel bewege. Nicht witzig. Des­halb kam ich hierin natürlich auch nicht allzu weit.

Nach der Buchmesse, im April 2014, stabilisierte sich mein kreativer Output wieder etwas. Ich kam auf 20 abgeschlossene Werke, von denen 8 freilich auf Blogartikel entfielen. In kurzer Folge vermochte ich aber außerdem zwei E-Books fertigzustellen, nämlich TI 11: „Das Archiv der Hushhiner“ und TI 12: „Sternenlegenden“. Außerdem traf ich, wie schon in den Vormonaten, wo ich Non-OSM-Stories abgeschrieben und überarbeitet hatte, intensive Vorkehrun­gen für die nächste Storysammlung „Ein Passagier der R.M.S. TITANIC und an­dere phantastische Geschichten“, die als E-Book 21 erscheinen sollte.

Ich schrieb weiter an der Story „Ungleiche Freunde“ und an den Werken „Auf ewiger Mission“ und „Auf Sklavenjagd“. Und am Ende dieses Monats gelang es mir, die uralte handschriftliche Fassung der OSM-Episode „Gehirn-Parasiten“ mittels einer Rettungsabschrift in Sicherheit zu bringen. Wenn ich sage, sie sei „uralt“, dann müsst ihr euch nur mal die OSM-Kennziffer anschauen, die diese Episode hat: Es handelt sich um OSM-Band 40!

Wenn ihr daran denkt, dass die aktuelle Episode, die ich am 20. September 2019 schrieb (für mich also, vom Schreibmoment aus gesehen, buchstäblich vorgestern), OSM 1927 ist, dann versteht ihr besser, was ich sagen will. Die Epi­sode ist über 35 Jahre alt, und für ihre Rettung war es höchste Zeit. Es gibt da noch so ein paar Kandidaten, die sicherlich beizeiten auch noch auf dieselbe Weise er­scheinen werden.

So, und damit wäre ich auch schon, recht knapp heute, am Ende meiner Aus­führungen für den Moment. In der nächsten Folge kümmern wir uns um den Monat Mai 2014 und die Folgemonate. Ich freue mich darauf, euch davon zu berichten.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 In der Artikelreihe „Was ist eigentlich der OSM?“ habt ihr hierzu schon mehr lesen können.

2 Auch auf diesen Teil meiner Kreativität bin ich in der Artikelreihe „Was ist eigentlich der OSM?“ schon einge­gangen, als ich mich mit dieser Zeit befasste. Vertraut mir, falls ihr die Beiträge verpasst haben solltet. Sie sind noch alle auf der Homepage nachlesbar.

Rezensions-Blog 245: Die Richelieu-Intrige (2)

Posted Dezember 4th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

tja, es ist vielleicht ganz nützlich, wenn man vor Lektüre dieses Romans entwe­der Alexandre Dumas „Die drei Musketiere“ verschlungen hat, sich entspre­chende Verfilmungen zu Gemüte geführt hat… oder einfach Historiker ist. Es reicht zwar auch hin, wenn man einfach ein Faible für verwickelte Spionagege­schichten und Mantel- und Degen-Geschichten hat, aber klar ist eins: wer keine dieser Eigenschaften aufweist, könnte von dem vorliegenden Roman doch ziemlich verwirrt werden.

Es geht wild durcheinander, und der Kopf braust selbst dem Historiker wie mir, der sich mit dem 17. Jahrhundert eigentlich ganz ordentlich auskennt (zugege­ben, ich habe meinen Dumas nicht gelesen, und dass ich Verfilmungen des Musketier-Stoffes ansah, ist auch schon ein arges Weilchen her). Aber ich mag verwickelte Geschichten, die sich schlichten Plots verweigern, erst recht dann, wenn sie mit Zeitparadoxien zu tun haben wie in diesem Fall. Und so wurde ich, anfängliche personale Verwirrung hin, zeithistorischer Kontext her, sehr schnell in die turbulente Geschichte hineingezogen und wahnsinnig gut unterhalten.

Es ist eine Lese-Achterbahnfahrt, aber eine äußerst lohnenswerte, das könnt ihr mir glauben. Am besten ist, wir starten gleich mal ohne längere Vorrede ins Abenteuer:

Die Richelieu-Intrige

(OT: The Timekeeper Conspiracy)

von Simon Hawke

TIMEWARS Band 2

Bastei 23171

256 Seiten, TB

Dezember 1995, 9.90 DM

ISBN 3-404-23171-6

Lucas Priest hat sich in den Zeitkriegen ausgezeichnet und zuletzt die Mission um Richard Löwenherz und Ivanhoe im 12. Jahrhundert glücklich abgeschlos­sen. Von seinen drei Begleitern hat allerdings nur Finn Delaney überlebt, ein ziemlich zynischer Mann, der die Gabe hat, ständig mit der Armeehierarchie in Konflikt zu geraten und ziemlich wenig von den Zeitkriegen zu halten. Um nicht daran zu zerbrechen, hat er sich eine Schale aus Kaltschnäuzigkeit zugelegt und eine manchmal beleidigende Offenheit, die er auch gerne in Handgreiflichkei­ten übergehen lässt, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt.

Konsequenterweise steht Delaney, als Lucas ihn diesmal wieder trifft, vor einem Disziplinarverfahren, das ihn vermutlich als Sträfling in die Asteroidengürtel-Mi­nen versetzen wird. Er kommt um diese Strafe herum, wird aber zusammen mit Lucas von dem altgedienten Schiedsrichter Forrester zu einem Einsatz „ausge­borgt“.

Normalerweise arbeiten die Soldaten des Zeitkorps autonom unter der Anlei­tung eines Schiedsrichters. Diesmal jedoch sind Lucas und Finn nur „Hilfsarbei­ter“ des ZND, des Zeit-Nachrichtendienstes, einer Art CIA des 27. Jahrhunderts, die alle Jahrhunderte infiltriert und dort versucht, gegen abtrünnige Zeitagen­ten vorzugehen, die etwas dagegen haben, dass die irdischen Nationen der Ge­genwart ihre Streitigkeiten in historischen Epochen gegeneinander austragen. Das nämlich stellt den Kern der sogenannten „Zeitkriege“ dar.

Als Dr. Mensinger, der Erforscher der Zeitreise, seine Theorien niederschrieb, hatte er eine furchtbare Angst davor, dass eines Tages die Menschen es schaf­fen würden, eine Teilung des Zeitstromes zu erreichen. Was harmlos klingt, ist in etwa eine Potenzierung des irdischen Holocaust: viele Milliarden Menschen verlören ihr Leben, ja, ihre schlichte Existenz, möglicherweise würde die menschliche Rasse schlechthin völlig ausgelöscht. Konsequent versucht das Schiedsrichterkorps, solche „Unfälle“ zu verhindern, die zu derartigen Störun­gen führen könnten.

Es existieren nun jedoch Idealisten, die als „Mensinger-Partei“ bekannt sind und versuchen, die Zeitkriege zu beenden, auf diplomatischem Weg sozusagen. Wie überall gibt es aber auch hier eine radikale Fraktion, die sich „Zeitwächter“ nennt. Und SIE haben zwar das gleiche Ziel, NOTFALLS ABER ÜBER EINE ZEIT­SPALTUNG! Der ZND versucht nun, in allen Epochen, die anfällig für solche Stö­rungen sind (und das ist quasi jede Epoche!), terroristische Aktivitäten der Zeit­wächter zu vereiteln. Für eine solche Operation werden Finn und Lucas ausge­borgt.

Sehr rasch stellen sie im Paris des Jahres 1625 fest, dass sie im Grunde genom­men nur Kanonenfutter des Geheimdienstes sind, Köder für das geplante Ma­növer des ZND gegen den Zeituntergrund.

Im Jahre 1625 herrscht in Frankreich nominell der König, in Wahrheit aber zieht Kardinal Richelieu die Fäden. Und im April desselben Jahres taucht hier ein jun­ger Mann namens d’Artagnan auf, um seine Dienste als Musketier anzubieten (kennen wir den nicht von irgendwoher???). Bevor er aber in Paris eintrifft, stol­pert er in einem Gasthof außerhalb der Metropole über zwei seltsame Men­schen, jemanden, der sich Dumas nennt und seinen irischen Freund Finn. Die beiden – „Dumas“ ist natürlich niemand Geringeres als Lucas Priest – haben echte Schwierigkeiten, erst mal den Ehrkomplex des jungen Heißspundes zu bändigen und ihn dann WIRKLICH auf den Grafen de Rochefort losgehen zu las­sen, wie es historisch korrekt ist.

Gleichzeitig wird von den hier inkognito arbeitenden ZND-Agenten Verbindung mit ihnen aufgenommen. Leiter ist ein Mann namens „Mungo“, nach eigenem Bekunden ein Meister der Tarnung, Verkleidung und des Meuchelmords. Er hat alle seine Leute mit Tarnbezeichnungen (wie „Kobra“, „Adler“, „Erdhörnchen“ usw.) versehen und entpuppt sich rasch als absolut unsympathisch und sehr un­durchschaubar. Lucas und Finn sollen nach seinem Plan in der Nähe der Muske­tiere bleiben – was durch den Zusammenstoß mit d’Artagnan natürlich sehr er­leichtert wird. Sonst bekommen sie aber kaum Informationen.

Die Zeitwächter, unter ihrem Chefagenten Adrian Taylor, sind hier irgendwo in Paris, aber niemand weiß genau, wie viele es sind, noch, wo sie sich aufhalten. Erst recht kann keiner sagen, was genau sie vorhaben. Denn dummerweise hat Taylor den eingeschleusten ZND-Agenten massakriert, bevor er alles herausbe­kommen konnte.

Doch das nützt sowieso nichts: rasch müssen die beiden Soldaten erfahren, dass Mungo Taylors Intimfeind ist und beide diese gefährliche Attacke auf die menschliche Vergangenheit als ein aufregendes „Spiel“ verstehen, in dem ei­gentlich jeder entbehrlich ist und sie einander nur umkreisen, um eine Blöße des Gegners zu finden und ihn auszuschalten. Dummerweise sind Lucas und Finn für Mungo nur „Bauern“ im Schachspiel, und da sie keinen Zeitschirm besitzen und bald darauf nicht einmal mehr moderne Waffen, stehen sie im alten Paris ziemlich hilflos da. Sie kennen nur Mungo als Ansprechpartner (wissen aber nicht, wo er sich aufhält). Sie kennen keinen der Gegner persönlich und keinen der anderen ZND-Agenten. Diese kennen SIE aber offensichtlich und können sie mehr oder weniger bequem umnieten, falls es ihnen in den Kram passt (denn auch die ZND-Leute sehen in ihnen eigentlich mehr ein Hindernis, das gegebenenfalls „ausgeschaltet“ wird, wenn es nicht „mitspielt“). Kein Wunder also, dass ihre Laune rasch auf dem Nullpunkt angelangt ist und sie auf die Geheimdienstler nicht mehr gut zu sprechen sind.

Richtig unsympathisch wird die Angelegenheit jedoch, als sich Komplikationen einschleichen. Ein „Neutraler“ aus dem Zeituntergrund, der Deserteur Hunter, taucht in Paris auf, in Begleitung einer knabenhaften jungen Frau namens André de la Croix, die im 12. Jahrhundert als fahrender Ritter gelebt hatte (siehe Band 1: „Das Ivanhoe-Gambit“). Er möchte, dass sie ein Implantat erhält, das ihr we­sentlich mehr über die Zeit und viel mehr Wissen vermittelt, als sie es im 12. Jahrhundert jemals haben konnte. Der einzige Mann, der ihr – illegal – ein sol­ches Implantat einsetzen könnte, ist aber ein ebenfalls desertierter Arzt namens Bennett, der als Doktor für arme Leute im Jahre 1625 in Paris lebt.

Dummerweise ist Bennett mit den Zeitwächtern zusammengekommen und ge­zwungen worden, seinen Zeitschirm, der ihm die Reisen in die Zukunft ermög­lichte, abzugeben. Adrian Taylor hat ihn darüber hinaus noch gezwungen, an ihm eine kosmetische Operation vorzunehmen.

Während sich Lucas und Finn noch darüber ärgern, von Mungo als Kanonenfut­ter und Köder benutzt zu werden, läuft ihnen André de la Croix über den Weg. Lucas, der niemals ein Gesicht vergisst, kann sich nur nicht erinnern, wer das ist, folgt ihr aber unwillkürlich … und so geraten sie in einen Strudel intriganter Ereignisse, die sich unablässig verschlimmern: Menschen, die die Masken ande­rer Menschen tragen, Personen, die eigentlich Geheimagenten sind, obwohl sie historische Persönlichkeiten sind, permanentes Misstrauen aller gegen alle und schließlich Doppel- und Dreifachtricks spitzen die Situation so zu, bis endlich, ganz zum Schluss, die Situation eskaliert und der Wahnsinn offen ausbricht …

Was auch immer Simon Hawke macht, eins ist sicher: seinen Alexandre Dumas hat er gut und gründlich gelesen. Die historischen Fakten sind ihm wohlbe­kannt, ebenso die Art und Weise, wie geheimdienstliche Infiltrationsoperatio­nen stattfinden und kontrolliert werden. Einen der am stärksten bleibenden Eindrücke hinterlässt die hysterische Geheimdienstparanoia, die meist sehr hin­derlich, an manchen Stellen aber auch segensbringend ist. Dass Hawke für Ge­heimdienste keine sonderlichen Sympathien hegt, spürt man überdeutlich. So, wie die Agenten geschildert werden, gibt es aber auch keinen Grund, sie sym­pathisch zu finden.

Besonders spannend ist für den Leser die Tatsache, dass die historischen Abläu­fe nach Möglichkeit ja nicht verändert werden sollen. Nur: was tun, wenn Myla­dy de Winter auf einmal mit einem Laser geköpft wird? Da ist guter Rat teuer, nicht wahr?

Weiterhin ist es doch etwas abenteuerlich (und amüsant!), den amourösen Es­kapaden eines d’Artagnan zuzuschauen, der ziemlich ungeniert dem Begriff des „Heißsporns“ eine sehr erotische Bedeutung gibt und sich dabei nicht mal schämt.

Die sehr amüsante und meist äußerst treffende Übersetzung von Bernd Kling trägt das ihre dazu bei, den Roman zu einem regelrechten „pageturner“ zu ma­chen, der gut und gerne noch hundert Seiten länger hätte sein können. Bedauerlicherweise endet er schon knapp nach Seite 250.

Gute Unterhaltung, historisch schön fundiert und als Ergänzung zu Dumas „drei Musketieren“ zu lesen, das kann man wenigen Romanen der Phantastik attes­tieren. Man kann eigentlich dem neugierigen Leser nur noch „Bon Appetit“ wünschen.

© 2001 by Uwe Lammers

Ihr merkt schon, dass es mir ein ordentliches Vergnügen bereitete, diese Rezen­sion vor 18 Jahren zu schreiben. Die Lektüre des Buches selbst ist noch um eini­ges kurzweiliger, versprochen.

Das ist bei dem Werk, das ich in der kommenden Woche vorstellen möchte, schon deutlich anders. Es ist nicht „schlecht“ im üblichen Wortsinne, aber ich stehe definitiv nicht hinter den Überzeugungen des Sachbuchautors, und je mehr ich von seinen Ansichten mitbekomme, etwa in der Fernseh-Dokumenta­tionsreihe „Ancient Aliens“, desto mehr seufze ich, desto skeptischer werde ich. Graham Hancock macht es sich doch gar zu leicht.

Inwiefern?

Das erfahrt ihr in der nächsten Woche an dieser Stelle. Ich freue mich darauf!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

als ich euch vor acht Wochen verließ, versprach ich, mich dieses Mal um das zweite Quartal des Jahres 2017 meines Schaffensprozesses zu kümmern. Und da ich erst kürzlich einen recht umfangreichen Blogartikel verfasst habe, möch­te ich mich heute mal konzentriert und knapp halten. Mal sehen, ob mir das ge­lingt …

Der April des Jahres 2017 fing gleich mit einem schönen, unerwarteten High­light an. Am 3. April entstand in einem Rutsch eine faszinierende OSM-Vignette mit dem Titel „Das winzige Mysterium“. Darin geht es recht eigentlich um ge­nau dies – um ein rätselhaftes Vorkommnis, das weit abseits des normalen Handlungsstroms des KONFLIKTS 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“ seinen Platz findet. Und ich gebe zu, ich musste ziemlich suchen in meinen unveröf­fentlichten OSM-Texten, um die Stelle zu finden, auf der diese Geschichte fußt. Ich möchte das an dieser Stelle aber nur kurz andeuten, alles Weitere würde viel zu weit führen:

Der Ursprung der rätselhaften kristallenen Träne ist auf dem „Balkon der Trä­nen“, einem geheimnisvollen Ort im KONFLIKT 28, über den ich in der Serie „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ schreibe. Er ist vom Handlungsort der obigen Ge­schichte ziemlich genau 30 Milliarden Jahre entfernt. Den genauen Ursprung des Artefakts und seiner Prägung darf ich heute noch nicht enthüllen.

Aber ich möchte andeuten, dass ihr beizeiten noch über weitere dieser Tränen aus Goldkristall stolpern werdet. Einige davon werden eine sehr wichtige Rolle im KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ haben und in naher Zu­kunft in den BdC-E-Books auftauchen. Und ja, auch ihr Ursprung liegt in KON­FLIKT 28 auf dem „Balkon der Tränen“. Wer indes dort und aus welchem Grund und um wen Tränen vergießt, ferner, was das für ein Wesen sein mag, das kris­tallene Tränen weint … das kann ich euch heute noch nicht verraten. Aber ihr seht schon, wer die Story nur als belanglose Vignette abtut, denkt definitiv zu flüchtig. Dabei hat nahezu alles im OSM einen doppelten Boden, mitunter einen dreifachen …

Zurück zum April 2017. Der Monat schloss mit 27 fertigen Werken. Davon ent­fallen wie üblich viele auf Blogartikel (7). Weitere zählen zu den kommentierten OSM-Episoden-Digitalisaten (3), sehr viele werden in dieser Rubrik nicht gelis­tet, weil sie Rezensionen sind (11).

Ein wenig konvertierte ich für BWA Abschnitte des Romans „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“, auch fanden gelegentliche Stippvisiten im Archipel statt (in den Werken „Waldmenschen“ und „Das Geheimnis des Vungash“, eine auch im Erotic Empire („Drei Freundinnen“). Sehr viel mehr Erwähnenswertes gibt es diesen Monat nicht. Viel Arbeitszeit investierte ich im Rahmen meiner universi­tären Beschäftigung in einen Vortrag, der alsbald gehalten werden sollte.

Der Mai zeigte gedrosselte Leistung. Ich kam nur auf 19 fertige Werke, von de­nen 4 auf Blogartikel entfielen. Einige Energie investierte ich diesmal in Archi­pelwerke wie „Roxanne“ und „Rhondas Aufstieg“, „Auf und nieder“ und „Raubgut“, worin ich mich z. T. recht lange aufhielt. Mit „Kay auf Tarragon“ ent­stand der nächste Keim einer Erotic Empire-Novelle, und mit der beginnenden Überarbeitung der Story „Der Handspiegel“ bereitete ich mich auf die Publikati­on meiner ersten Storysammlung im Rahmen der Werkreihe „Grey Edition“ des Terranischen Clubs Eden (TCE) vor. Es sollte dennoch noch ein Jahr vergehen, bis das Werk dann endlich erschien. Manche Dinge brauchen eben ihre Zeit.

Beunruhigend fand ich, dass von den 19 Werken nicht weniger als 11 auf Rezen­sionen entfielen und ich mich, abgesehen von gelegentlichen Episoden-Digitali­saten nahezu vollständig vom OSM und erst recht von meinem E-Book-Pro­gramm entfernt hatte. Das fällt selbst aus der Distanz von mehreren Jahren noch auf. Der Grund dafür ist mir sehr gut erinnerlich: ich war konditionsmäßig ziemlich am Ende, und das hatte mit der Dauerbeanspruchung durch meine Ar­beitsstelle zu tun. Wie ich neulich schon sagte: die innere Balance war gestört, und nun kippte sie allmählich immer stärker um. Das sollte bis Ende Juli noch heftiger werden.

Auf den ersten Blick signalisiert der Juni 2017 eine Besserung der Verhältnisse, denn hier kam ich auf 22 fertig gestellte Werke. Doch der Anschein trügt. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man recht eigentlich eine Verschlechterung:

Von den 22 Werken zählen 7 zu den Blogartikeln. Neun weitere rechnen zu Re­zensionen, zwei sind Auskopplungskapitel aus „Die Totenköpfe 1: Die Alte Ar­mee“. Und da ich in diesem Monat nach vielen Jahren mal wieder bei meiner lieben Brieffreundin Babette in Hessen zu Besuch war und ein kleines hand­schriftliches Reisetagebuch schrieb, rechnete auch das in diese Ziffer hinein. 17 weitere Zeilen in diesem Arbeitsmonat sind eingeklammert, d. h. sie stellen Werke dar, an denen ich arbeitete, aber nicht zum Schluss kam.

Das findet sich natürlich in jedem Monat – die OSM-Wiki ist etwa seit sechs Jah­ren eingeklammert, weil immerzu an ihr „gebaut“ wird. Ohne Frage wird sich daran voraussichtlich in den nächsten sechs Jahren nichts ändern. Bei anderen Werken hoffe ich, dass sich das schon beizeiten ändert. Und mit manchen Wer­ken hatte ich in diesem Monat sogar Glück.

So konnte ich am 11. Juni den OSM-Roman „Kämpfer gegen den Tod“ fertig di­gitalisieren. Da er allerdings in KONFLIKT 24 spielt und zahlreiche Seitenpfade in die dortige Serie „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ besitzt, fürchte ich mo­mentan, dass ich ihn euch in absehbarer Zeit noch nicht präsentieren kann.

Einen Tag später, am 12. Juni, schaffte ich es, ein zweites Romandigitalisat abzu­schließen. Diesmal handelte es sich um „Die magische Waffe“, und dieses Werk werde ich, da es – ähnlich wie einst „Heiligtum der Shonta“ in der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ – eine Ergänzung zum KONFLIKT 13 „Oki Stanwer Horror“ (= „DER CLOGGATH-KONFLIKT“) darstellt, in absehbarer Zeit grundlegend überarbeiten und dann in die Riege der „Annalen“-Publikationen der E-Books aufnehmen. Und Vorsicht: hierbei handelt es sich um heftigen Hor­ror.

Von den eingeklammerten Texten entfielen in diesem Monat auffallend viele auf den Archipel. So schrieb ich an „Raubgut“ weiter, an „Gashoyys Geschichte“, „Tengoor und Malisia“, „Wandlungen“, „Schatzsucher“, „Die Suyenka“, „Die Weghaus-Sklavin“, „Lebensweg zweier Teilzeitdirnen“ und „Sarittas Hilflosigkeit“. Teilweise handelt es sich dabei um Übertragungen aus Kreativkladden.

Mit „Der Handspiegel“ begann ich die nächste Story für die „Grey Edition 12“ zu überarbeiten, deren fertigen Titel ich damals noch nicht wusste. Und mit „Der Herr der Schwarzen Berge“ arbeitete ich an einer weiteren OSM-Annalen-Story, die zu digitalisieren war. Aber ich wurde damit noch nicht fertig. Das sollte mir dann erst im Folgemonat gelingen.

Überhaupt … dieser Folgemonat Juli … der ist eine besondere Zäsur meines Le­bens, ebenso wie der Monat August 2017. Vermutlich hätte ich so etwas ahnen müssen, aber von derartigen Dingen zu hören, das ist eine Sache, sie dann zu durchleben, etwas völlig anderes. Der nächste Schlag dieser Art kam dann erst wieder im Sommer 2019, beizeiten erzähle ich euch davon.

Von den beiden denkwürdigen Geschehnissen der Monate Juli und August 2017 berichte ich hingegen schon im nächsten Teil meiner Kreativbiografie. Und dann werde ich auch auf etwas eingehen, was für die meisten von euch vermutlich recht fremdartig ist: man nennt das einen Archivtag.

Darunter könnt ihr euch wenig vorstellen? Vertraut mir, Freunde. Nach meinem nächsten Beitrag dieser Artikelreihe seid ihr schlauer.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 244: Diamantendiebe

Posted November 27th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

dass man in erotischen Romanen mit handfesten humanitären Problemen und der Weltpolitik konfrontiert wird, geschieht eher selten. Sehr viel häufiger sind die Fälle, in denen man sich in einen personellen Mikrokosmos verirrt. Da hat man es dann zu tun mit zerrütteten Elter-Kind-Beziehungen, Missbrauch in der Kindheit, anstrengenden Dreiecksgeschichten und dergleichen.

Das ist der Normalfall.

Das hier weicht davon gründlich ab. Natürlich gibt es auch für die beiden Hauptfiguren traumatische Erlebnisse in der biografischen Vergangenheit, aber darüber hinaus spielen doch noch ganz andere Aspekte mit in die Geschichte hinein, die man als Leser, der hier nur blanke Unterhaltung erwartet, vielleicht nicht erwartet.

Ich könnte mir vorstellen, dass die internationale Abstammung der Autorin dazu wesentlich beigetragen hat. Sicherlich ebenfalls nicht ohne Wirkung ist der Wohnsitz in Kanada – üblicherweise neigen nordamerikanische Autoren und Autorinnen doch zu etwas mehr Gewalttätigkeit in den Lösungsansätzen ihrer Romane. Doreen Foongs Lösungsvorschläge sind dagegen etwas … nennen wir sie wenigstens unkonventionell. Und manchmal schlicht sexy und voller Humor.

Wie das konkret aussieht? Schaut einfach weiter und macht euch selbst ein Bild davon:

Diamantendiebe

(OT: The Diamant Thief)

Von Doreen Foong

Plaisir d’Amour

168 Seiten, TB (2005)

ISBN 3-938281-09-X

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch auf demselben Gebiet tätig und Erzrivalen: Tess Weathers und Max Edgewater. Beide führen ein aufre­gendes Doppelleben und werden international von FBI, CIA, Scotland Yard und Interpol gesucht.

Sie sind Diamantendiebe.

Tess, eine geschmeidige, sportliche Frau, Waise, Salonlöwin und Jet-Setterin, verfolgt mit ihren raffinierten Diebstählen, bei denen sie die Angehörigen der High Society geschickt und kess um die edlen Steine bestiehlt, ein humanitäres Ziel: sie leistet damit medizinische Hilfe für Flüchtlinge in Ruanda und im Sudan.

Max ist hingegen der Sohn eines ehemaligen Cops, kommt aus einfachen Ver­hältnissen und hat sich inzwischen zum erfolgreichen Kaffee-Tycoon hochgear­beitet und führt ein ausgesprochenes Playboy-Leben auf der Sonnenseite des Daseins. Jedenfalls, wenn er nicht privatim unterwegs ist, um des Nervenkitzels wegen Diamanten zu rauben. Finanziell hätte er es nicht nötig, aber es macht eben einfach Spaß. Zum Teufel damit, dass es hochriskant ist …

In Moskau stehen sich die beiden auf einmal maskiert Auge in Auge gegenüber. Tess hat die von beiden ins Auge gefassten Juwelen, Max und seine Reaktionen retten ihnen beiden das Leben, auch wenn das ein Bad in den Abwässern der russischen Metropole einschließt. Dass Tess wenig später von Max aufgespürt und auf höchst lustvolle Weise dazu überredet werden soll, die Diamanten her­auszurücken, ist dann weniger witzig.

Die Auseinandersetzung endet mit einem Patt und heißem Sex.

Von da an geht Tess dem Ladykiller Max nicht mehr aus dem Kopf.

Von da an geht Max der toughen Tess nicht mehr aus dem Kopf.

Damit fangen die Probleme ernsthaft an.

Natürlich stoßen sie nicht nur bei dieser einen Gelegenheit aufeinander, son­dern es kommt noch zu weiteren „professionellen“ Reibereien. Und in beider Lebensplan ist eigentlich gar kein Platz für die große Liebe und ständige Nähe. Zu dumm, dass es da noch so etwas wie das Herz zu berücksichtigen gibt. Und außerdem ist da noch ein geprellter Verbrecherboss, der die beiden tot und zer­stückelt sehen möchte … ehe sich die Diamantendiebe versehen, haben sie noch ganz andere Probleme als nur Herzensturbulenzen – tödliche Probleme …

Doreen Foong stammt aus Singapur und lebt mit ihrem Ehemann in Toronto, Ka­nada. Sie hat seit dem Jahr 2000 diverse Kurzgeschichten veröffentlicht und ist als Herausgeberin in Erscheinung getreten, dies hier ist ihr erster Roman – und ein wirklich furioser, wie ich mit schmunzelndem Lächeln wissend eingestehen muss. Er liest sich mühelos in zwei Tagen – das war meine Lesezeit, aber ich wurde auch anderweitig terminlich in Atem gehalten, Schnellleser, die ungedul­diger als ich sind, schaffen das Buch sicherlich mühelos an einem Nachmittag. Es empfiehlt sich allerdings, die Lektüre ein wenig auf mehrere Tage zu vertei­len, um die Lachmuskeln zu schonen.

Das klingt irritierend? Ist es nicht. Der Roman ist wirklich erstaunlich amüsant, und es gibt eine Menge zu kichern dabei, besonders dann, wenn Tess ihre schon ziemlich sarkastischen Gedanken zum eher gedankenlosen bis primitiven Jet-Set zum Besten gibt. Auch die Dialoge zwischen den Dieben sind reichlich kess formuliert und gut übersetzt. Man kann sich an sehr vielen Stellen schön plastisch ins Setting hineindenken und schmunzelnd dabei stehen, während sich die Protagonisten munter verbal beharken.

Natürlich ist relativ schnell klar, wohin die Handlung steuert, aber das ist unwe­sentlich. Es sind die interessanten, nachdenklichen Untertöne in der Geschich­te, die sie sehr lesenswert machen. Da wird nicht eben wenig Weltpolitik kriti­siert – etwa die inaktive Großmachtpolitik des Westens gegenüber Konflikten im Herzen Afrikas. Die blasierte Abgehobenheit des westlichen Jet-Sets gegen­über weltlichen Konfliktsituationen. Es wird die Frage thematisiert, ob man mo­ralisch handelt, wenn man die Reichen in Robin Hood-Manier bestiehlt, um da­mit den Armen, um die sich niemand kümmert, zu helfen. Nicht umsonst stellt Max mit einer gewissen Fassungslosigkeit fest, wie handfest und intensiv Tess´ humanitäres Engagement ist und wie aufopferungsbereit sie sich für die afrika­nischen Flüchtlinge einsetzt.

Eine humorvolle, sinnlich explizite, aber doch auch bei aller Leichtigkeit auf der anderen Seite auch wieder zum Nachdenken anregende Geschichte, die man in einem „schlichten“ erotischen Roman eher nicht erwartet hätte. Ein Werk, das man sich mal genauer anschauen sollte, das lohnt es wirklich.

Klare Leseempfehlung!

© 2017 by Uwe Lammers

Tja, und wohin jetten wir das nächste Mal, so ganz ohne TARDIS und Schiff mit Hyperspace-Antrieb? Beides wird auf süße Weise von meinem Rezensions-Blog erfüllt, was ja ein durchweg phantastischer Denkansatz ist.

Nun, es geht mal wieder um Zeitreisen und die nächste Volte in Sachen „Time Wars“. Mehr in einer Woche an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

also, fangen wir mal mit den Positiva dieses Monats an: da ich insgesamt 27 Werke beenden konnte, kam ich rein numerisch auf denselben Wert wie im Vormonat. Eindeutig von Vorteil, es hätte ja auch angesichts der tropischen Temperaturen oder meiner angeschlagenen Gesundheit deutlich anders aus­schauen können.

Positivum 2: Ich konnte am 5. August das E-Book „TI 31: Zeitenwandel“ fertig­stellen, das sich zum Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen schreibe (1. September 2019) in der Konvertierung befindet.

Positivum 3: Ebenfalls in diesen Monat fällt die rapide Korrekturlesung der „Grey Edition 13: Wollust, Wunder und Verhängnis“. Bis ihr diesen Blogartikel lest, wird diese Ausgabe längst im Print vorliegen und für jedermann erhältlich sein.

Positivum 4: Am 30. August gelang es mir noch kurz vor Monatsende, endlich ein Digitalisat eines weiteren langen Werkes meiner Schreibvergangenheit ab­zuschließen, nämlich des ersten BUCHES „Die sieben Prüfungen“ (1987). Für­wahr ein Desiderat, das mir seit 2015, als ich mit der Abschrift anfing, doch ziemlich schwer auf dem Magen lag.

Als Positivum 5 ist zu erwähnen, dass sich mein angeschlagener Fuß grundle­gend besserte, auch ohne medikamentöse Verabreichung. Die begonnene Er­nährungsumstellung schlägt also offensichtlich gut an. Das kam dann natürlich auch meiner Konzentration ganz allgemein sehr zugute.

Ihr könnt euch vorstellen, dass das alles Energien für weitere Projekte freimach­te. Und genauso kam es auch – manches davon wird euch wahrscheinlich ver­blüffen, ebenso wie es mich verdutzte. Schauen wir uns das mal im Detail an, was alles entstand bzw. woran ich arbeitete, aber nicht fertig wurde (Klammer­texte):

12Neu 68: Der Verräter im Rat

Blogartikel 347: Work in Progress, Part 80

E-Book TI 31: Zeitenwandel

(E-Book TI 32: Krisenherd Xoor’con)

Anmerkung: Ich sagte schon im Vormonat, dass ich an diesen beiden Episoden meines E-Book-Programms quasi parallel arbeitete, weil es Teil 1 und 2 eines neuen Vierteilers sind. Es mag an dieser Stelle genügen, dass ich hier schon auf Seite 51 des Skripts angelangt bin, um zu zeigen, wie emsig die Arbeit daran vorwärtsschreitet. Ich lerne, wie ich jüngst bei einer Veranstaltung des Vereins KreativRegion e.V. erzählen konnte, derzeit eine verdammte Menge über die yantihnische Vergangenheit und eine Trabantenstadt von Tarvidd namens Shondaaron. Das ist der Standort der Raumfahrtakademie von Rilecohr. Es macht einen unglaublichen Spaß, hieran zu arbeiten, und ich bin sehr sicher, dass ihr diese Geschichte dieses Jahr noch als E-Book zu Gesicht bekommen werdet …

(OSM-Wiki)

12Neu 69: Zu Besuch beim Bösen

Blogartikel 354: Zahlensalat

Anmerkung: Wenn ich mal durcheinander komme, dann leider auch gleich rich­tig. Und das macht nicht mal vor meinem E-Book-Programm Halt, wie ihr in drei Wochen ernüchtert feststellen könnt. Mann, was war ich frustriert, als ich die­sen Text schrieb … schreiben musste, sollte ich vermutlich eher sagen. Ob er für Durchblick oder eher für zunehmende Verwirrung sorgt, kann ich leider noch nicht abschließend beurteilen. Ich überlasse das eurer Einschätzung.

(12Neu 72: Verbannt nach Arc)

(TI 54: Die Jenseitsarche)

Anmerkung: Ach, wenn ihr nur wüsstet, wie sehr diese Idee drängt… aber solan­ge ich in der TI-Serie noch 40er-Bände zu schreiben habe, fällt es mir schwer, zu extrapolieren, wieweit sich die yantihnische Gesellschaft bis zu dieser Episode verändert haben mag, und ich zögere mit der Umsetzung. Aber ich weiß schon recht genau, worum es hier gehen wird … es gibt allerdings einen Unsicherheits­faktor, der jüngst bei der Bearbeitung von TI 32 wie ein Springteufel aus der Ver­senkung auftauchte, und das war ein Alli-Historiker namens Lhogaarin.

Der Name bringt irgendwas in euch zum Klingeln? Recht so. Ihr müsst dazu mal die E-Books aus der Zeit konsultieren, als die GHANTUURON-Expeditionsmitglie­der noch auf dem Planeten Shookash inhaftiert waren. Damals war Lhogaarin bereits in Twennar unterwegs und untersuchte die Suizide ganzer Stellarzivilisa­tionen, die alle einem Sonnenkult huldigten. Nun, und jetzt heißt sein neues Rei­seziel: Yinihr-System, wo Nogons Truppen stationiert werden und ein Baumeis­ter residiert, der den Yantihni einen Sonnenkult offerierte …

Ich glaube, ihr seht die herandräuenden Schwierigkeiten, nicht wahr? Und doch macht ihr euch gar keine Vorstellung von dem, was da wirklich geschehen wird. Ich sehe das schon deutlicher, und es brennt mir förmlich unter den Nägeln, davon zu berichten. Demnächst, Freunde, demnächst …

Blogartikel 346: Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu (XXXI)

Blogartikel 350: Close Up: Der OSM im Detail (11)

(E-Book CK 2: Monstererwachen)

(E-Book-Glossar)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“)

(Die Wandlung – OSM-Story)

(Die Totenköpfe 2: Durch die Ruinenwelten – OSM-Roman)

Anmerkung: Das war jetzt eher eine zufällige Abirrung, die witzigerweise etwas mit Sherlock Holmes zu tun hatte … wie jetzt, Sherlock Holmes auf TOTAM? Ja, in der Tat … und nein, ich kann davon noch nicht mehr erzählen. Tut mir sehr leid, Freunde.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

(12Neu 73: Die Straßen der Verheißung)

Anmerkung: Tja, und damit war ich dann endgültig in der großartigen Galaxis Arc, der Heimat der Baumeister, gelandet. In einer Episode, die einen Hand­lungsraum von mehreren MONATEN hat, aber nicht mal 12 Seiten ursprüngli­chen Textumfang … ihr wisst sofort, die ihr mich kennt, dass da mindestens 80 % des Inhalts fehlen. Und recht habt ihr, genauso sieht das aus. Während der Ab­schrift juckte es mich unglaublich, gewisse Ausarbeitungen durchzuführen … aber nein, diesem Impuls habe ich einmal vor Jahren in der Non-OSM-Story „Ed­gars Sorgen“ nachgegeben und kam in Teufels Küche … ich lerne durchaus aus meinen Fehlern, und das hier mache ich nicht noch einmal. Aber ihr könnt ge­wiss sein, dass ich diese Episoden favorisiert digitalisiere und glossiere. Das ist das Mindeste, was ich tue.

(12Neu 71: CROSSATHS Revolte)

12Neu 70: Legende der Vernichtung

(Grey Edition Archipel – Publikationsentwurf)

Anmerkung: Überraschung! Tja, hiervon war wohl niemand mehr verdutzt als ich selbst. Und zugleich war das irgendwie eine völlig natürliche Reaktion. Ihr kennt das von mir – nach dem letzten E-Book ist vor dem nächsten E-Book. So verhält es sich ganz offenkundig auch mit der Textreihe „Grey Edition“ des Ter­ranischen Clubs Eden. Während ich im Rekordtempo von zwei intensiven Ar­beitstagen die 144 Seiten der GE 13 durcharbeitete, dabei den „Weltmarkt“ beim Haus der Kulturen in Braunschweig sausen lassen musste, kam mir unwill­kürlich der folgende Gedanke:

Es gibt doch in der Reihe der „Grey Edition“ zweifellos auch Raum für weitere Geschichtenprojekte. Und da ich ja sowieso schon seit Monaten vorhabe, Archi­pel-Geschichten in das Clubfanzine „Paradise“ zu bringen, lag es irgendwie auf der Hand, mir vorzustellen, wie wohl eine „Grey Edition Archipel“ aussehen könnte … und ruckzuck, an einem Nachmittag hatte ich spontan über 150 Seiten Text zusammen. Da blinzelte ich nicht schlecht. Natürlich … solch ein Projekt wird frühestens irgendwann anno 2020 Realität werden können, falls mir das Schicksal gewogen ist. Aber der erste Entwurf dazu ist schon mal da.

(Grey Edition OSM – Publikationsentwurf)

Anmerkung: Überraschung 2! Quasi aus dem Stand und unmittelbar nach der Konzeption einer „Grey Edition Archipel“ kam mir die noch etwas wagemutigere Idee einer „Grey Edition OSM“. Warum das? Das lag ebenfalls nahe: Viele OSM-Geschichten sind in den vergangenen Jahren in diversen Fanzines verstreut pu­bliziert worden, die meisten davon schon in durchaus akzeptablem Bearbei­tungszustand. Aber die Fanzines sind in der Regel nicht mehr erhältlich. Was lag also näher, als mich mit dem Gedanken zu befassen, diese verstreuten Geschich­ten – und einige noch unpublizierte – zusammenzufassen und sie womöglich ebenfalls beizeiten (vielleicht 2021 oder etwas später) im Rahmen der Schriften­reihe des TCE der Öffentlichkeit im Print zur Verfügung zu stellen?

Ich meine, ich habe ja schon gelegentlich mit dem Gedanken geliebäugelt, solch eine Storysammlung als E-Book zu erschaffen, die Idee an sich ist also nicht wirklich neu. Aber da sich die Storysammlungen im E-Book kaum verkaufen (eine gewisse Analogie zu Storysammlungen im Print, seltsamerweise), schien mir der Gedanke hier nicht wirklich reizvoll zu sein. Die Vorstellung aber, so et­was als Print ins Regal stellen zu können … doch, der hat etwas.

Und ja, auch hier kamen ziemlich mühelos mehr als 100 Textseiten zustande.

Wieso ist dieser Gedanke gleichwohl wagemutiger als eine „GE Archipel“? Na ja, das hat mit der inhaltlichen Erschließung zu tun – denn während die Archi­pel-Geschichten nahezu alle in einem Gesamtglossar erfasst sind, ist das mit den meisten OSM-Novellen und -Kurzgeschichten nicht der Fall. Und da beide GE-Bände notwendig Glossare bekommen müssen, um nicht an vielen Stellen ratloses Stirnrunzeln beim Leser auszulösen, werde ich hier deutlich mehr Arbeit investieren müssen.

Aber wie ich schon im Fall der „GE Archipel“ sagte: aktuell ist das noch ein rei­ner Planungsgedanke, dessen grundsätzliche Realisierung noch in den Sternen steht. Belassen wir es also erst mal dabei. Ihr sollt nur wissen, dass es diese Langzeitprojekte gibt.

(12Neu 74: Die Totengräber von Arc)

Anmerkung: Gott, ja, und da gingen Oki Stanwers Abenteuer in Arc in die nächs­te, grauenvolle Runde. Ein direktes Aufeinandertreffen mit den neuen Herr­schern der Galaxis Arc – rudimentär natürlich, wie 1990 nicht anders von mir zu schreiben … aber das ist immer noch eine entsetzliche Geschichte, die mir beim Abschreiben und Kommentieren die Zehennägel kräuselt. Ich wage mir noch gar nicht auszumalen, wie heftig das werden wird, wenn ich diese Folge für die BdC-E-Book-Serie aufbereite. Das ist schon ein veritabler Alptraum, aber definitiv un­ausweichlich. Ihr werdet es erleben …

(Brigitta – Archipel)

Anmerkung: Ja, gegen Ende des Monats spülte es mich kurz noch einmal in den tropischen Archipel zurück. Eigentlich höchst kurios, hatte ich doch zuvor einen reinrassigen SF-Roman aus dem Jahre 1994 gelesen, in dem es um einen auto­nomen KI-Kampfroboter namens Solo ging. Also etwas vollkommen anderes … aber so seltsam funktioniert meine Kreativität. Ich bin heute hier und am nächs­ten Tag in vollständig anderen Welten und Settings unterwegs – so bin ich ein­fach. Ich glaube, daran müsst ihr euch einfach gewöhnen, Freunde.

Nun, und damit bin ich am Ende des Monats August angelangt. Mal schauen, wie sich der nun hoffentlich deutlich kühlere Monat September entwickelt und mit was für abgeschlossenen Werken ich diesen Monat dann verlassen werde. Heute in einem Monat seid ihr schlauer, meine Freunde!

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 243: Todesrennen

Posted November 20th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ja, was könnte an einem Roman über ein Flugzeugrennen quer über den ameri­kanischen Kontinent anno 1910 wohl großartig interessant sein? Was für eine Story kann man daraus entwickeln, und weshalb das Endresultat auch noch theatralisch „Todesrennen“ taufen (zugegeben, der englische Titel war arg nichtssagend, aber das Problem haben alle Isaac Bell-Romane im angelsächsi­schen Raum… ohne dass sich das signifikant negativ auf den Verkauf auszuwir­ken scheint)? Nun, selbst ich wurde von der vielschichtigen Story durchaus posi­tiv überrascht und fand eine enorm spannende, packende Geschichte vor.

Ich kritisierte zwar schon anno 2016, als ich den Roman durchschmökerte und rezensierte, eine gewisse Flüchtigkeit bei der Charakterisierung der zentralen Nebenpersonen, doch dass sich Justin Scott Mühe gibt, jede Menge Verdächtige aufzubauen, daran kann definitiv kein Zweifel bestehen.

Wer Romane schätzt, in denen man nicht dummdreiste und sich allein auf phy­sische Kraft oder finanziellen Verschwörerreichtum verlassende Villains vorfin­det, also solche Feinde, die den positiven Gestalten in der Geschichte ernsthaf­ten Widerstand entgegensetzen und deren Pläne durchkreuzen, der ist hier de­finitiv richtig.

Ich denke, allein das sollte schon neugierig auf das Folgende machen. Einfach weiterlesen …

Todesrennen

(OT: The Race)

Von Clive Cussler & Justin Scott

Blanvalet 38167

512 Seiten, TB, 2013

Übersetzt von Michael Kubiak

ISBN 978-3-442-38167-8

Der Fall scheint ganz simpel zu sein, in den Isaac Bell und seine Kollegen von der Van Dorn Agency dieses Mal geraten. Der Verleger Preston Whiteway – be­kannt aus den vorherigen Romanen – erteilt ihnen den Auftrag, Personenschutz zu geben. Grundsätzlich nichts Problematisches … diesmal aber schon, aus meh­reren Gründen.

Die zu schützende Person ist eine zierliche, kleine Frau namens Josephine Josephs, die eigentlich Frost mit Nachnamen heißt, nach ihrem Mann Harry Frost. Und der hat seiner Frau angedroht, er werde sie umbringen. Was natür­lich ein Grund für den Personenschutz ist, keine Frage. Aber auch das ist nicht das eigentliche Problem, sondern die Umstände, die damit zusammenhängen.

Frost, der mit seiner Frau auf einem festungsähnlichen Landsitz in den Adi­rondacks lebte und hier das teure Hobby seiner Gattin finanzierte – das Fliegen von motorisierten Eindeckerflugzeugen, was im Jahre 1910, in dem der Roman spielt, noch ein echtes Abenteuer darstellt, insbesondere für weibliche Flieger – hatte den Argwohn, sie könne mit dem italienischen, schneidigen Flugzeugkon­strukteur Marco Celere eine Affäre haben. Was ihn dazu bewog, Celere zur Bä­renjagd einzuladen und bei dieser Gelegenheit kurzerhand ins Jenseits zu beför­dern.

Zu dumm, dass Josephine aus dem Flugzeug heraus Zeugin der Tat wird und an­schließend von Harry Frost ebenfalls beschossen wird. Nach diesem Mordver­such ist Frost auf der Flucht. Josephine wendet sich Hilfe suchend an den Medi­enmogul Whiteway, mit einem Hintergedanken: Whiteway plant ein Coast-to-Coast-Rennen von der Ostküste der Vereinigten Staaten zur Westküste. Sie bie­tet sich als Fliegerin an und bittet bei der Gelegenheit um Personenschutz.

So kommen die Van Dorns ins Spiel.

Chefermittler Isaac Bell, der Harry Frost 1899 (siehe Prolog des Buches) in mör­derischer Aktion erlebt hat, hat noch eine ganz persönliche Rechnung mit die­sem Ellenbogenmann offen, der nach einer Zeit in einer Irrenanstalt wieder frei­kam und sich danach ein mächtiges Presseimperium in den USA aufgebaut hat. Er war gewissermaßen Whiteways Vorbild und Konkurrent zugleich. Doch nun ist er ein Nobody, geflüchtet, um nicht für den Rest seines Lebens wieder in die Anstalt eingewiesen zu werden. Aber er ist eben auch ein gerissener, unkalku­lierbarer und machtvoller Nobody, dem unzählige wichtige Personen des öffent­lichen Lebens in den Vereinigten Staaten Gefallen schulden: Bankiers, Polizis­ten, Gangsterbosse und so weiter.

Indem er sich darauf versteift, seine Frau vom Leben zum Tode zu befördern, wird dieser Personenschutz, der sich über Tausende von Kilometern ausdehnt, zu einem haarsträubenden Unterfangen, das die Van Dorn Agency an den Rand ihrer Ressourcen bringt, personell und finanziell.

Und dann gibt es ein ganz spezielles Problem dabei: Wie bewacht man eine Per­son, die in der Regel weit oben am Himmel ihre Kreise zieht, unerreichbar für die Bodyguards, aber eben nicht etwa für die Maschinengewehre, die Harry Frost stiehlt und irgendwo entlang der Rennstrecke aufstellen lässt, um sie aus einer Meile Entfernung kurzerhand vom Himmel zu holen? Außerdem ist Harry Frost ein exzellenter Jagdschütze, der auch mit Scharfschützengewehren umzu­gehen versteht.

Ganz offensichtlich ist Josephine auch in ihrer „flying machine“ in Lebensgefahr, dem Feuer ihres Gatten ausgeliefert, und keiner der Detektive am Boden kann sie dann mehr schützen. Es gibt nur eine Möglichkeit für Isaac Bell: Er muss selbst lernen, ein Flugzeug zu lenken und so nah am Ziel zu bleiben.

Doch auch das erweist sich als nicht hinreichend – denn es gibt am Boden Sabo­teure, die das Rennen manipulieren und stören. Das hat wohl auch mit dem Preisgeld von 50.000 Dollar zu tun, für das manch einer über Leichen gehen würde. Maschinen explodieren oder stürzen ab. Es kommt zu Morden. Perma­nente Aufmerksamkeit, ständiges Misstrauen gegen jedermann ist zwingend er­forderlich und kostet unendlich viele Nerven.

Und dann ist da noch das Rätsel um Marco Celere, dessen Leiche nie gefunden wurde. Wahrscheinlich ist sie in dem Fluss, in den sie stürzte, weggetrieben worden. Aber Morde ohne Leichen machen Isaac Bell immer nervös, und ver­schiedene Gelegenheiten, zu denen Harry Frost tot geglaubt wird, bestärken ihn in seiner Skepsis. Er beginnt auch in diesem Punkt zu recherchieren und stößt auf rätselhafte Dinge. Warum etwa bezeichnet eine in einer Irrenanstalt einsit­zende, bildhübsche Italienerin Celere als „Dieb“? Gibt es hier noch ein Geheim­nis, und geht es bei diesem atemberaubenden Rennen durchaus nicht nur um einen durchgedrehten Ehemann, der seine Gattin ins Jenseits befördern möch­te, sondern noch um weitaus mehr?

Als Isaac Bell die weit verstreuten Puzzleteile zusammenfügen kann, ist es fast zu spät, um eine beispiellose Katastrophe zu verhindern …

Ich habe mich auf diesen Roman gefreut. Das zu leugnen, wäre vollkommen sinnlos. Dafür spricht auch, dass ich ihn mir gleich nach Erscheinen 2013 zum Normalpreis kaufte, was in der Regel bei mir eher selten ist. Dass ich ihn den­noch drei Jahre im Schrank stehen ließ, hatte mit einem Effekt zu tun, den Gourmets vielleicht auch kennen – wenn man sich die Vorfreude möglichst lan­ge erhält, mundet die Speise noch besser, als wenn man sie sofort verzehrt, nachdem man sie sich leisten kann. Das ist mit diesem Buch ähnlich. Ich habe mir denn auch Zeit gelassen, es zu lesen … was bedeutet, dass ich sechs Tage da­für brauchte und jede Minute der Lektüre genossen habe.

Sicherlich, es hörte sich schon etwas kurios an, wenn ich manchen Leuten er­zählte „Ich lese gerade einen Roman über ein Flugzeugrennen im Jahre 1910“. Das hört sich wirklich nicht so spektakulär an, zumal wenn man weiß, wie wenig ich mit Technik üblicherweise anzufangen weiß. Und ja, wenn es allein um den rasenden Ehemann gegangen wäre oder um das Flugrennen, dann wäre das si­cherlich nur halb so unterhaltsam gewesen … aber das ist ja eben nicht die gan­ze Geschichte, sondern vielleicht nur ein Viertel.

Es gibt da beispielsweise noch das Rätsel um Marco Celere, sein rätselhaftes Verschwinden, um sein Leben und seine Taten. Es geht um die Frage, was Harry Frost noch vereiteln will, abgesehen vom Weiterleben seiner Gemahlin. Es gibt zahlreiche kleinere Geschichten, die in die Story verwoben sind, wir erleben Sa­botage, Attacken, raffinierte Gegenangriffe und merken sehr schnell, dass Bell hier wieder einem Feind gegenübersteht – genau genommen sind es mehrere – , der über schier unbegrenzte Mittel und Verbündete verfügt und, ganz wie ein unfassbarer Terrorist, aus dem Hinterhalt zuschlägt. Dagegen sind die Mittel Van Dorns und seiner Detektive durchaus begrenzt, und die Technik ist hier so­wohl Hilfsmittel wie Teil des Problems.

Am gefährlichsten ist aber wohl die allgemeine Meinung, die in einem Gespräch Bells mit einem Buchmacher zum Ausdruck kommt. Als Bell ihm sagt, er solle ihm Informationen über Harry Frost geben, läuft das Gespräch anders, als er­wartet:

Hören Sie auf, Johnny. Sie sind kein Anfänger. Sie wissen genau, dass die Van Dorns Leute beschützen, die ihnen behilflich sind.“

Vor Harry Frost? Dass ich nicht lache.“

Die Buchmacher scheinen ganz der Ansicht zu sein, dass die Paarung Van Dorn-Detektive gegen Harry Bell eine unausgeglichene Partie ist, bei der der Sieger von vornherein feststeht – und es sind nicht die Van Dorns!

Und in der Tat: Geraume Zeit sieht es ganz so aus, als seien Bell und seine Man­nen dem Gegner unterlegen, dessen Attacken immer raffinierter und perfider werden. Harry Frost scheint einer Katze ähnlich, neun oder mehr Leben zu be­sitzen, und während er gleich einer Amok laufenden Lokomotive für Chaos und Tod sorgt, wirkt er nahezu unangreifbar.

Es wird weiß Gott nicht langweilig in dem Roman, der leider deutlich kürzer als der letzte ist und ein wenig den Eindruck erweckte, er sei ebenso rasant ge­schrieben worden, wie das Rennen selbst abläuft. Hatte ich übrigens die ande­ren Feinde schon erwähnt, die das Buch zu einem Abenteuer machen, ebenso wie das Rennen selbst? Nun, da wäre noch das widrige Wetter zu nennen, das mit unberechenbaren Böen, Tornados, Nebel und Stürmen die Flieger vom Him­mel holen kann, und die Technik, die 1910 natürlich noch, was die Fliegerei an­geht, in den Kinderschuhen steckt. Stress gibt es für die Flieger also genug, und Nervenkitzel für den Leser dito.

Aber was ich sagen wollte … es fällt schon auf, dass die Personencharakterisie­rung manchmal auf der Strecke bleibt. Manche Flieger werden nur äußerst blass und en passant charakterisiert, auch hätte ich mir am Schluss deutlich mehr Aufklärung über ein paar Dinge gewünscht. Da wurde etwas zu hastig ge­arbeitet. Doch wer den Roman verschlingt oder ein wahrer Fan ist, der wird der­lei kleine Schrammen am Gesamtwerk kaum der Rede wert finden.

Ein solider, sehr empfehlenswerter dritter Gemeinschaftsroman von Cussler und Scott, wobei anzunehmen ist, dass Cussler kaum viel mehr als nur die Idee beigesteuert hat. Auf den nächsten Roman kann ich mich durchaus schon freu­en … und es liegen ja schon mehrere auf Deutsch vor. Vertraut mir – die Lektüre wird nicht sehr lange auf sich warten lassen.

© 2016 by Uwe Lammers

Auch in der kommenden Woche folgen wir dem modernen Vermischungspfad der Genres. Hatten wir es eben mit einem historischen Krimi zu tun, so geht es dann um die Rivalität zwischen zwei Dieben verschiedenerlei Geschlechts, die sich dann auch erotisch näher kommen.

Mehr in sieben Tagen an dieser Stelle.

Bis dann, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Wochen-Blog 350: Close Up: Der OSM im Detail, Teil 11

Posted November 17th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ja, die Dinge stehen schlecht im Reich der Cranyaa, soviel steht fest. Wer mir durch die ersten zehn Close Up-Artikel gefolgt ist, wird das unvermeidlich so se­hen müssen. Aber es wird noch abenteuerlicher in den Episoden 51-55 der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“, um die es jetzt geht. Zunächst die obligatorische kurze Rückschau:

Rückblick: Oki Stanwer ist fern von Hun’arc, wo er eigentlich als Feldherr des in­sektoiden Cranyaa-Volkes wirken soll. TOTAM hat in der Galaxis vollendete Tat­sachen geschaffen – zwar konnten Klivies Kleines und die Lichtfestung OREOC im Grunde genommen die Dämonenwaffe Rookax und die von ihr unterjochten Bündnisvölker ausschalten, doch liegt das Cranyaa-Reich völlig am Boden, und die Kämpfer des Bösen gewinnen immer mehr Einfluss. Kleines gilt als tot, OREOC ist schwer beschädigt in die Todeszone abgedriftet, wo sich die Helfer des Lichts um Oki Stanwer, den Planeten ANTI-TOTAM, die STELE DER EWIGKEIT und den Transmittermond der Plegg’re in einer Falle TOTAMS wieder gefunden haben. Sie werden bei der Zerstörung der Todeszone hinabgesogen in den Ab­grund der Zeit, ins so genannte Zeituniversum.

Doch in der Gegenwart bleibt die Zeit nicht stehen, sondern die Zeichen stehen auf Sturm in Hun’arc …

Episode 51: Kreuzzug des Bösen

(17. November 1984, digitalisiert 2018)

Blende nach Hun’arc ins zerfallende Reich der Cranyaa. TOTAM hat das Ewige Reich ausgerufen und den Ruf durch das Universum ausstrahlen lassen. Auch das Volk der entropiegeschädigten Yozinther wird davon animiert, in die Hei­matgalaxis der Cranyaa aufzubrechen. Sie werden von einem alles verzehren­den Hass auf gesunde Lebensformen angetrieben und sind technologisch ver­heerend hochgerüstet.

Die Cranyaa haben dieser Flotte von mehr als 24.000 Einheiten wenig entge­genzusetzen, da ein neuer innerer Feind sich bemerkbar macht – Cranyaa ver­weigern auf einmal den Gehorsam und behaupten, sie seien nur loyal zum „Kai­ser von Kareton“. Während auf der Zentralwelt Wislyon noch das verheerende Kommandounternehmen auf der Synox-Zentralwelt Crymon diskutiert wird (vgl. dazu die Bde. 48 und 49 der Serie, besprochen in Teil 10 der Close Up-Reihe), kommt es zu einer Palastrevolte auf Wislyon selbst.

Der Kaiser von Kareton putscht gegen Königin Sini-Ag!

Episode 52: REICHSALARM

(23. Dezember 1984, digitalisiert 2018)

Derweil landet die Yozinther-Flotte auf der Cranyaa-Waffenwelt Iltrian. Da von der Zentralregierung auf Wislyon – aus begreiflichen Gründen – keine Order mit Handlungsanweisungen kommt, verhalten sich die hier weilenden Cranyaa, die nur eine Notbesatzung darstellen, ruhig. Ein Patt tritt ein.

Auf Wislyon vermag derweil die Cranyaa-Admiralin Jeko-Ar die amtierende Kö­nigin Sini-Ag vor den Schergen des Kaisers von Kareton zu retten. Gemeinsam rufen sie über Funk den Alarmfall „Reichsalarm“ aus und warnen vor der Gefahr des Usurpators. Das verhindert allerdings nicht, dass das allgemeine Chaos aus­bricht. Denn auch das terroristische Zellennetzwerk „Kommando Erste Stunde“ (KES) unter dem verkrüppelten Cranyaa Ylor-Ya wird nun aktiv und betreibt den Umsturz.

Noch schlimmer: Auch der Troohn Tronlekk auf TOTAMS geheimer Stützpunkt­welt Ghoyyol wird autorisiert, die verstreuten Wiederaufbauteams der Cranyaa zu attackieren, um die Front der positiven Kräfte weiter zu schwächen. Seine Flotten beginnen mit neuen Attacken gegen die Cranyaa-Welten.

Und dann greift TOTAM selbst ein und lässt einen schwarzen Energiesturm über die Welt Iltrian lodern, der die Yozinther kollektiv in Untote verwandelt und die Cranyaa-Besatzung des Planeten auf der Stelle tötet.

Und ab diesem Zeitpunkt beginnt erneut das große Schweigen im Reich der Cranyaa … alles scheint verloren.

Episode 53: Das Zeituniversum

(12. Januar 1985, digitalisiert 2018)

Einige Wochen zuvor ist im Raum zwischen den Galaxien Wukarin und Risalon das dimensional kavernierte Reich der silberhäutigen Humanoiden aus dem Volk der Waaklors kollabiert, die so genannte Todeszone. Die Waaklors hatten sich hierher vor Zehntausenden von Jahren zurückgezogen, um vor der Aggres­sion durch das Volk der Plegg’re geschützt zu sein. Dann aber wurden sie vom Dämon Carthusuum von TOTAM auf die Seite des Bösen gezogen und sind in den Auseinandersetzungen, zusätzlich noch bedrängt durch das Wachstum der zerstörerischen Schockzone, zugrunde gegangen.

Oki Stanwer und seine Gefährten wurden mitsamt ANTI-TOTAM, der STELE DER EWIGKEIT und dem Transmittermond sowie der angeschlagenen Lichtfestung OREOC in einen dimensionalen Zwischenraum gesogen, in den auch die Trüm­mer der zerstörten Sonnensysteme aus der Todeszone gerissen worden sind. Oki Stanwer konnte soeben noch vor dem sicheren Tod auf der Waaklor-Haupt­welt Rolaan gerettet werden, wo er sich mit zwei Dämonen duelliert hatte. Bei­de fanden den Tod.

Ohne zu wissen, dass sie sich recht eigentlich in einem Zeittunnel befinden, werden Oki Stanwer und seine Gefährten nun in ein nebelhaftes Kontinuum hineingerissen, das man später als „Vorhof des Zeituniversums“ bezeichnen wird. Hier wirkt und herrscht der Dämon mit dem langen Namen, Egromeu­mogsoon, der Oki Stanwer ebenfalls zum Duell herausfordert. Der Feldherr der Cranyaa kann diesen Kampf für sich entscheiden.

Als sie danach endlich in den Normalraum vorzustoßen imstande sind, möchte Oki Stanwer sofort zurück nach Hun’arc … aber es ergibt sich ein Problem. Das GEHIRN der STELE behauptet, sie müssten „mindestens eine Milliarde Lichtjah­re von der Galaxis Wukarin entfernt“ sein.

Leider ist das nicht ganz die Wahrheit.

Episode 54: Der Kaiser von Kareton

(14. Februar 1985, digitalisiert 2018)

Blende ins Reich der Cranyaa: Wer ist der mysteriöse Kaiser von Kareton? Wie kann es sein, dass in einem Volk, in dem die Herrscherlinie grundsätzlich matri­linear vererbt wird, auf einmal ein männlicher Cranyaa die fixe Idee entwickelt, Herrscher werden zu wollen?

Dazu wird hier die Geschichte des Computertechnikers Thom-Ke von Kareton beschrieben. Während der Tsoffag-Invasion gelingt es diesem überdurchschnitt­lich intelligenten Cranyaa, die Natur der Strahlungsattacke zu entdecken, doch begeht er den Fehler, dies nicht an die zuständigen Behörden zu melden, son­dern selbsttätig einen Weg zur Quelle zu suchen. Auf diese Weise gelangt er in direkten Kontakt mit TOTAM und kann sich der Macht des Bösen als Helfer an­dienen.

Thom-Ke nimmt den Titel des Kaisers von Kareton an und gewinnt, durch TO­TAM mit einer Aura der Macht ausgestattet, unter den Überlebenden von Kare­ton eine treue Gruppe von Anhängern, die sich nach dem Abebben der Tsoffag-Desolationsstrahlung zunehmend auch auf andere weitgehend verwaiste Cranyaa-Welten ausbreitet und hier schließlich den gegen Ende der Episode 54 dargestellten Aufstand vom Zaun bricht.

Zugleich kristallisiert sich hier ein innerer Zwist zwischen Ylor-Ya vom Komman­do Erste Stunde und Thom-Ke heraus. Ein neuer Rivalitätsmachtkampf bahnt sich an …

Episode 55: Brennpunkt Wislyon

(16. Februar 1985, digitalisiert 2018)

Nachdem Thom-Ke als Kaiser von Kareton auf der Bühne des Schicksals erschie­nen ist, wird wieder nach Wislyon in die Handlungsgegenwart umgeblendet. Hier ist die Königin Sini-Ag auch weiterhin auf der Flucht vor den Kaisertruppen von Kareton. Zugleich lauert der Troohn Tronlekk darauf, Wislyon vernichten zu dürfen – die Erlaubnis dazu wird aber erst erteilt, als Sini-Ag von den Anhängern des Kaisers von Kareton gefangen genommen und mit dem Kreuzer CRIITHON nach Kareton gesandt wird. Im direkten Anschluss lässt der Troohn Wislyon mit Sonnenbomben eindecken, die einen unlöschbaren Atombrand auslösen.

Die Ursprungswelt der Cranyaa vergeht in nuklearer Glut.

Im Reich der Tekras, die in den letzten Monaten zu einer großen Stütze der er­matteten Cranyaa geworden sind, sind sich die Politiker des Volkes uneins, ob sie weiterhin die Cranyaa unterstützen sollen oder nicht – es sieht doch sehr da­nach aus, als wenn das Reich der Insektoiden unmittelbar vor der endgültigen Zerstörung steht.

Da der WÄCHTER und Yorrok, der Ritter vom Goldkristall, aktuell nicht auf Teko­nar sind, der Zentralwelt der Tekras, ist der Schrecken gigantisch, als ein TO­TAM-Schlachtkreuzer die angeblich unüberwindbare Asteroidenschale um das System durchdringt und die Hauptwelt direkt bedroht. Zur allgemeinen Verstö­rung scheint er aber von selbst zu explodieren.

Dies ist freilich ein Fehler. Ein riesenhaftes, monströses Wesen tritt in Erschei­nung, das vorgibt, dies bewirkt zu haben – es nennt sich SOFFROL. Und Soffrol verlangt als Gegenleistung für seinen Schutz, dass die Tekras künftig mit ihm verbündet sind und sich von den Cranyaa fernhalten …

Ihr merkt, die Lage in Hun’arc verschlechtert sich noch weiter. Neue Fronten werden eröffnet, unbekannte Protagonisten treten in Erscheinung … und Oki Stanwer ist ferner denn je. Wie fern und was seine ersten Eindrücke im unheim­lichen Zeituniversum sind, das erzähle ich euch in der nächsten Folge der Close Up-Reihe.

Bis bald, meine Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 242: Havoc – Verwüstung

Posted November 12th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es gibt manchmal wirkliche Überraschungen, wenn man Autoren, die man aus anderen Kollaborationen kennt, auf einmal im Teamwork mit anderen Verfas­sern erlebt oder sogar, wie im vorliegenden Fall, sogar als Solo-Verfasser. Ich finde es dann stets faszinierend, zu vergleichen, wie sie sich in einer solchen Geschichte schlagen – wenn sie es souverän, spannend und plausibel meistern, weiß man, dass an den Kooperationsarbeiten, die man vorher von ihnen gele­sen hat, das meiste auf die Kappe des aktuellen Verfassers geht.

In diesem Fall kratzt natürlich die Souveränität und Dramaturgiesicherheit von Jack DuBrul an dem Nimbus des Fließband-Bestsellerautors Clive Cussler, der bekanntlich schon in die Jahre gekommen ist. Was ja auch den Grund dafür dar­stellt, dass er solo quasi keine Romane mehr schreibt, sondern mehrheitlich Ideen beisteuert und ansonsten von wechselnden Co-Autoren „schreiben lässt“. Das mag jetzt gehässig klingen, ist so aber nicht gemeint. Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, der weiß, dass ich Cussler eigentlich sehr schätze.

DuBrul versucht nun, Cusslers Rezept leicht zu variieren und dem Grundstruk­turmuster treu zu bleiben – man nehme ein Rätsel der Vergangenheit, inszenie­re daraus eine packende, dramatische Schatzsuche inklusive jeder Menge sinist­rer Konkurrenten, menge politische Themen der Gegenwart ein und erhalte ei­nen spannenden Roman mit Anspruch auf einen Platz auf der Bestsellerliste (keine Ahnung, ob er da je gelandet ist).

Herausgekommen ist auf alle Fälle ein lesenswertes Buch, bei dem man die Welt um sich herum perfekt vergessen kann. Auch wenn das Kernthema … na ja, sagen wir … nicht so richtig neu ist.

Was bedeutet das konkret? Nun, lest weiter, und ihr erfahrt es:

Havoc – Verwüstung

(OT: Havoc)

Von Jack DuBrul

Blanvalet 37366

544 Seiten, TB

ISBN 978-3-442-37366-6

Aus dem Amerikanischen von Michael Kubiak

Man schreibt das Jahr 1937, als ein verzweifelter Mann namens Chester Bowie an Bord des Zeppelins Hindenburg den Atlantik überquert und in die Vereinig­ten Staaten zurückkehrt. Aber er ist todgeweiht, und er weiß sich verfolgt von unerbittlichen Feinden, die ihm überall auflauern. Er war in geheimem Auftrag in Afrika unterwegs und hat etwas entdeckt, was für ihn die Erfüllung seiner wissenschaftlichen Träume war… doch zugleich eine Quelle unermesslicher Ge­fahr, die auf keinen Fall in fremde Hände fallen darf. Kurz vor dem Absturz des Luftschiffes in Lakehurst gelingt es ihm, einen Reisesafe mit den wichtigsten Er­kenntnissen seiner Reise darin über Bord zu werfen. Doch das Schicksal ist ihm nicht gewogen.

Über siebzig Jahre später ist die durchsetzungsfähige Ermittlerin Cali Stowe vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta in den Wirren der Zentralafrikanischen Republik unterwegs. Sie versucht hier ein kleines Dorf zu erreichen, in dem die höchste Krebsrate der Welt ermittelt worden ist, in der Hoffnung, eine Möglichkeit zu finden, ein Heilmittel gegen diese verheerende Krankheit zu entdecken. Das Problem: die Gegend ist politisch instabil, und der Rebellenführer Caribe Dayce ist hier auf dem Vormarsch, der ganze Dörfer aus­rottet. Zu allem Überfluss wird dann auch noch ihr Auto als nächtliche Zielschei­be benutzt, so dass sie in einem Ort in unmittelbarer Nähe ihres Zieles festsitzt.

Hier stößt Cali auf Philip Mercer, einen Bergbauingenieur, der im Auftrag der UN in derselben Gegend solo unterwegs ist, um herauszufinden, ob es auch dies­seits der Grenze zum Kongo Coltan-Vorkommen gibt. Zugleich ist er betroffen von dem unermesslichen Flüchtlingselend und nutzt seinen Wagen dazu, Flüchtlingsfamilien zu evakuieren.

Gemeinsam suchen sie das abgelegene Dorf auf und müssen feststellen, dass hier einiges sehr seltsam ist. Nicht nur, dass nahe dem Dorf ein offensichtlich aufgegebenes und nirgends verzeichnetes Bergwerk liegt, die Krebsfälle sind Realität, stammen nach Mercers geologischer Expertise aber eher von einem – weitgehend abgebauten – Pechblendevorkommen. Das scheint jedoch schon vor Jahrzehnten ausgebeutet worden zu sein.

Und dann gibt es noch diese rätselhafte Steinstele mitten im Dorf, bedeckt mit unbegreiflichen, scheinbar uralten Zeichen. Tja… und während sie noch im Dorf weilen und versuchen, all diese Rätsel zu lösen, wobei ihnen von einer alten Frau etwas von einem Amerikaner erzählt wird, der vor langer Zeit hier war und die Arbeiten geleitet habe, ein Mann namens Chester Bowie, da tauchen Caribe Dayces Schlächter auf und metzeln die Dorfbewohner nieder. Cali und Mercer geraten in Dayces Hände und stehen kurz vor der Exekution, als eine dritte Frak­tion eingreift und ein wirklich unbeschreibliches Blutbad anrichtet. Unter der Drohung, sie umzubringen, falls sie jemals zurückkehren würden, werden Mer­cer und Cali Stowe laufen gelassen.

Mercer, den das ganze Grauen zutiefst ergrimmt, will aber nun wissen, was hin­ter all diesen Vorgängen steckt, und er beginnt damit, nach Chester Bowie zu fahnden. Dass es sich dabei um eine lebensgefährliche Suche handelt, die äu­ßerst überraschende Resultate zeitigt, kann er noch nicht wissen. Aber er er­fährt es recht schnell.

Zu seiner nicht eben geringen Verblüffung muss er nämlich entdecken, dass Bo­wie dem ersten Anschein nach durchaus kein Geologe war, sondern Historiker. Zweitens, dass er recht versponnene Ansichten hegte, was die Vergangenheit der griechischen Antike und besonders der mythologischen Kreaturen angeht. Und drittens gibt es das Problem, dass er sich nun einen Wettlauf um ein tödli­ches Geheimnis der tiefen Vergangenheit liefern muss mit einem bulgarischen Söldner namens Poli Feines, der ihm zum einen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und zweitens eine furchtbare Waffe aus grauer Vorzeit sucht, die einstmals Alexander dem Großen gehört hat: der später so genannte Alambic von Skanderbeg. Und seine Auftraggeber verfolgen ausgesprochen massenmör­derische Ziele.

Ach ja, und um das noch zu dramatisieren, gibt es auch noch einen Geheim­bund, die Janitscharen, die das Geheimnis des Alambic unerbittlich hüten und bereit sind, jeden zu vernichten, der es auch nur ansatzweise ausfindig macht. So befinden sich Philip Mercer, Cali Stowe und ihre Freunde bald in einer atem­beraubenden Hetzjagd rund um den Globus, und ob es sich um Atlantic City handelt, die Niagarafälle, Sibirien, das Schwarze Meer oder den Nasser-Stausee in Ägypten … es wird weiß Gott niemals langweilig in diesem dramatischen Roman …

Jack DuBrul kenne ich schon lange. Er machte bei mir seinen Leseauftakt mit dem Roman „Todesfracht“, den ich im Juni 2012 las, als ich mir die Fortsetzung der „OREGON“-Romane von Clive Cussler antat. Seither kenne ich den Autor gut und weiß, wie rasant er zu schreiben versteht. Er stellt es hier wieder unter Beweis, und man sieht, dass er einiges von seiner Zusammenarbeit mit Clive Cussler gelernt hat.

Der obige Roman entstand ein Jahr nach seiner begonnenen Zusammenarbeit mit Cussler, nämlich 2006. Dass er erst vier Jahre später übersetzt wurde, scha­det dem Buch durchaus, weil darin nämlich komplexe Verflechtungen des inter­nationalen Terrorismus und des arabischen Fundamentalismus eine Rolle spie­len. Manche Kontexte sind inzwischen von der Zeitgeschichte überholt, so etwa, wenn er von einer „radikalen Minderheit“ redet, die „Ägypten in einen Gottesstaat verwandeln“ wolle. Hier wissen die Leser nach dem arabischen Frühling schon deutlich mehr als der Autor damals. Interessant – und höchstwahrscheinlich ein wesentlicher Grund, warum der Roman nicht vorher übersetzt wurde – ist die Verantwortlichkeit saudi-arabischer Kreise für den 11. September 2001 (im Buch peinlicherweise als „9. September“ übersetzt, wohl der Hast der Übertragung geschuldet; Kubiak übersetzt ja gewissermaßen fließbandmäßig Cussler-Romane).

Es liefert zugleich aber außerdem eine faszinierende und durchaus plausible Er­klärung dafür, warum Selbstmordattentate heutzutage nicht mehr – wie im Ko­ran stehend – als Sünde betrachtet werden, sondern als Akte des Märtyrer­tums. DuBrul legt einem Protagonisten des Romans in den Mund, dass dafür maßgeblich Ayatollah Khomeini in den Anfangstagen des Iran-Irak-Krieges ver­antwortlich zeichnete. Wenn man, wie der verstorbene Peter Scholl-Latour in seinen Büchern zeigen konnte, weiß, wie hoch Khomeini heute noch als religiö­se Autorität in islamischen Ländern gehandelt wird, erhält diese Äußerung lei­der einiges an Plausibilität.

Das Buch selbst hat natürlich auch ein paar Punkte, an denen es schwächelte, wie ich fand. An zwei Stellen wird der Leser längere Passagen im englischen Ori­ginal finden, was verwirrt… aber vermutlich hat Kubiak völlig Recht gehabt, als er sie so drinstehen ließ. Immerhin handelt es sich dabei um Briefe an Albert Einstein, die als Grundlage für einen semantischen Verschlüsselungscode gebraucht werden. Und diese Wortspiele angemessen zu übertragen, war wohl in der zur Verfügung stehenden Übersetzungszeit einfach unmöglich.

Auch der Buchtitel ist knifflig gewesen, denke ich. Gut, „verwüstet“ wird in dem Roman weiß Gott hinreichend, das ist nicht zu bestreiten. Aber sowohl Original­titel wie 1:1-Übersetzung sagen doch eigentlich überhaupt nichts über den In­halt aus. Das ist aber mit vielen Romanen dieser Art der Fall. Auch, dass das Werk kein gescheites Titelbild besitzt, muss man einfach mal akzeptieren. Da hat sich der Verlag nun wirklich keine Mühe gegeben.

Interessant wird dann aber auch für den Leser ein Vergleich sein. Schlussendlich geht es bei der Suche nach dem monströsen „Alambic“ ja um die Suche nach dem Grab von Alexander dem Großen, und ohne vorwegzunehmen, was dieser „Alambic“ eigentlich ist und was schließlich mit dem Grab geschieht, so kann man diese Schatzsuche durchaus vergleichen. Inwiefern? Nun, mit dem vorlie­genden Roman habe ich schon die dritte „Alexander“-Suche vorliegen, die ich von unterschiedlichen angloamerikanischen Autoren geboten bekam. Die erste Begegnung erfolgte in dem wirklich guten Buch „Das Alexandria-Komplott“ von Clive Cussler, die zweite in „Der Pandora-Pakt“ von Dave Berry (hier eher mä­ßig, wie ich gestehen muss), und der vorliegende Roman ist dann die dritte Variante.1

In der Tat scheint das verschollene Grab Alexanders des Großen mit all seinen Schätzen eine Art Magnet für Schriftsteller von modernen Thrillerromanen dar­zustellen. Und in realiter ist es ja bis heute noch nicht gefunden worden. Ar­chäologische Meldungen vor rund 10 Jahren, man sei in Alexandria endlich auf Spuren seines Grabes gestoßen, wurden nie ergänzt, so dass man hier wohl ebenfalls von einem Fehlschlag reden muss.

Das Mysterium bleibt also akut, das Geheimnis erhalten. Und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder einmal ein phantasievoller Phantast dieses Themas annimmt und es in eine packende Romanhandlung integriert. Der vor­liegende Roman jedenfalls ist ein äußerst kurzweiliges Leseabenteuer, das auch verblüffende Entdeckungen enthält und beispielsweise – unerwartet – die Frage nach der Selbstbestimmung der eigenen Handlungen aufwirft. Inwiefern?

Nun, meine Freunde, das solltet ihr selbst lesen. Aber soviel ist gewiss: wenn ihr die Coproduktionsromane von Cussler und DuBrul schon gemocht habt, seid ihr hier ganz an der richtigen Stelle, auch wenn ihr Juan Cabrillo natürlich verge­bens sucht.

© 2015 by Uwe Lammers

Ihr merkt, dass ich von dem Roman sehr angetan war, und das war ich mit Recht. Es ist eine verdammt routinierte Schreibleistung, mit weitgehend glaub­würdigen Charakteren (auch wenn man sich manchmal ein bisserl in „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ beim Lesen fühlte – fand ich nicht schlimm, ich mag Indy). Alles in allem, wenn man mal von Alexander absieht, eine runde Sa­che. Und für einen vermutlichen Romanerstling als Alleinautor ist das allemal respektabel. Schade, dass ich bis heute nicht herausfinden konnte, ob DuBrul noch weitere Soloromane geschrieben hat. Wundern würde es mich nicht.

Ach ja … und wo ich eben gerade bei Clive Cussler war – um den geht es dann im Rezensions-Blog der kommenden Woche wieder. Näheres seht ihr in sieben Tagen an dieser Stelle.

Bis dann, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Nachtrag vom 25. April 2019: Inzwischen habe ich Kenntnis von einer vierten Variante, die Chris Kuzneski in seinem zweiten „Hunters“-Roman (2018) vorgelegt haben soll. Der Roman ist mir aber noch nicht inhaltlich bekannt.

Wochen-Blog 349: Logbuch des Autors 30 – KONFLIKT 3 begonnen!

Posted November 10th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es ist wirklich selten geworden, dass ganz neue Welten aufblühen – wirklich groß dimensionierte Welten, meine ich damit. Dass ich im Rahmen meiner schriftstellerischen Entwicklung neue Handlungsräume finde, ist definitiv nicht selten, aber davon spreche ich aktuell nicht. Natürlich ist es für mich ständige Normalität, dass mir Protagonisten in den Geschichten, die in mir aufblühen, über den Weg laufen. Dass unbekannte Völker ins Licht treten, die ich bislang nur dem Namen nach kannte, oder dass ich unbekannte Regionen auf fremden Welten erkunde, indem ich um die sprichwörtliche „Ecke“ herumschaue, die ich vielleicht schon seit Jahren kannte.

Aber auch davon spreche ich nicht.

Ich spreche davon, eine ganz neue Seite im Oki Stanwer Mythos (OSM) aufzu­schlagen, ein völlig neues Universum (!) zu entdecken. Um die Bedeutung die­ses Moments ein wenig klarer zu konturieren, sollte ich vielleicht noch mal aus­holen und zu den Grundlagen des Gesamtwerkes kommen. Dann könnt ihr den Moment, von dem ich heute sprechen will, dem 6. Juni 2019, besser einordnen.

Der OSM erzählt von dem epischen Kampf der Mächte des Guten gegen die Macht der Finsternis, und zwar in Form einer das Universum umspannenden Space Opera … ah, und da wird es schon unscharf. Denn wir sprechen hier nicht über ein Universum, sondern um mutmaßlich 33 an der Zahl, die wie Perlen auf einer chronologischen Kette aufgereiht und durch einen jeweiligen Abgrund von minimal 5 Milliarden Handlungsjahren voneinander getrennt sind (vielleicht sind es auch größere Zeiträume, das ist bislang nicht erforscht). Wir reden also davon, dass der OSM einen Gesamt-Handlungsrahmen von mutmaßlich 165 Milliarden Handlungsjahren umspannt.

Ich begann mit der Schreibarbeit, fußend auf den eher schlichten „Gedanken­spielen“ mit meinem Bruder Achim, um 1981, arbeitete das Gesamtkonzept aber erst etwa 1984/85 aus, als durch das Arbeiten an verschiedenen Parallel­serien mit überlappenden und sich widersprechenden Timelines klar wurde, dass ich hier ein Multiversum komplexer Natur geschaffen hatte. Mittendrin an­fangend – mit KONFLIKT 15 „Oki Stanwer“ – arbeitete ich mich im Laufe der Zeit durch verschiedenste KONFLIKTE in beide Richtungen der Zeitschiene voran. Primär ging es natürlich „vorwärts“ (heute weiß ich: in Richtung RAND) bis hin­auf zu KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“, wobei es dort ab KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ noch viel weiße Flecken gibt. Die chaoti­schen Netzuniversen sind schwierige Handlungsräume.

In der Gegenrichtung schuf ich zwischen 1985 und 2010 zahlreiche Serien, die die bislang nur angedeuteten Lücken füllten. So entstanden relativ zeitnah die KONFLIKTE 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (1987-1993), 13 „Oki Stan­wer Horror“ (1982-1985) und 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (1983-1988). Ein erster Versuch, den KONFLIKT 9 „Der Kaiser der Okis“ zu generieren, schlug in den frühen 90er Jahren fehl. Heute verblüfft mich das nicht weiter.

Das Gros der frühen KONFLIKTE blieb nebulös. Einzig KONFLIKT 1 „Der Zathu­ray-Konflikt“ (1991) entstand in Form eines einzigen kompakten Romans, auch eine Story der Vorgeschichte („Aktion TOTAMS Ende“, 1989), die bis heute we­gen ihrer Form und ihrer inhaltlichen Implikationen unter Verschluss ist. Ich bin dabei, sie in eine Romanform zu übertragen, aber das Projekt ist … schwierig, sagen wir es mal so. Wenn ich dereinst mehr darüber erzähle, werdet ihr das verstehen können.

2003 überwältigte mich dann das Troohn-Universum, der legendäre KONFLIKT 2, an dem ich schon 1984 versucht hatte zu arbeiten (erfolglos). So entstand nun stürmisch die Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“, die zudem zahl­reiche Einzelromane gebar und schließlich ab 2013 in E-Book-Form zu erschei­nen begann. Diese Serie prägt bis heute das Bild des frühen OSM.

Schon vor Entstehung des E-Book-Programms entwickelte ich mit KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ und KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohl­welt“ zwei weitere Trittsteine im dunstigen Niemandsland des frühen OSM. Ak­tuell liefern sich KONFLIKT 2 und KONFLIKT 4 gewissermaßen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welche Serie früher abgeschlossen sein wird. Letztere hat da wohl den Kopf vorn, weil sie einfach jetzt schon bis zum Schluss durchkonzipiert ist und die wohl kürzeste Serie werden wird, die ich je schrieb.

Und dann kam der 3. Januar 2011. Nach sehr, sehr langer Zeit – genau genom­men das erste Mal seit dem 23. April 2006, als ich die „Held der Hohlwelt“-Serie entwickelte – entstand nun eine neue OSM-Welt. Ich startete stürmisch in die Neukonzeption des KONFLIKTS 9, nunmehr „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“ genannt.

War das wirklich eine neue Welt? Nicht ernsthaft. Denn ich kannte diesen Handlungsraum seit Kindesbeinen an, und das muss man wörtlich nehmen. Die Okis, humanoide Roboter, die täuschend menschenähnlich sind, und ihre Kom­mandointelligenz BURTSON, das Denkgehirn des Okiplaneten, kannte ich ernst­haft schon seit den 70er Jahren. Allerdings war ich auch in den 90er Jahren au­ßerstande gewesen, das adäquat darzustellen. Jetzt hatte ich genug dazu ge­lernt, die Allis waren mir inzwischen sehr vertraut, desselben die humanoiden Kleinis und die undurchsichtigen Baumeister, auch hatte ich einiges über die SCHMELZENDEN geschrieben und über ZYNEEGHARE, um endlich den Mut zu haben, dieses Abenteuer zu beginnen.

Danach fuhr ich allerdings mehrheitlich fort, an schon begonnenen Projekten weiterzuarbeiten, Episoden zu digitalisieren, sie neu zu formatieren. Freunde kamen zu meinem Lebenskreis hinzu. Familienangehörige und Freunde starben. Jobs kamen und gingen, Phasen der Arbeitslosigkeit und neue Lebensorientie­rungen brachten mich zeitweise vom Oki Stanwer Mythos ziemlich ab. Ich ver­grub mich beispielsweise jahrelang im tropischen Archipel, den ich heute immer noch gern ansteuere … kurzum, es passierte phantastisch viel Positives und Ne­gatives.

Und während ich so in unterschiedlichsten KONFLIKTEN Episoden schrieb, tauchte immer wieder ein Schatten auf, der mich heimsuchte.

Der Schatten von KONFLIKT 3.

Der KONFLIKT 3, also die Erzählung davon, was zwischen dem Yantihni-Univer­sum und dem Aufblühen des INSEL-Imperiums in KONFLIKT 4 geschah, war durchaus kein undurchdringliches Mysterium. Auch wenn das komisch klingen mag … je mehr ich an KONFLIKT 4 und dem neu geschaffenen KONFLIKT 9 arbei­tete, desto stärker wurde ich in Richtung auf KONFLIKT 3 gedrängt.

Warum war das so?

Weil es seelisch Versehrte gab, die diesen KONFLIKT überstanden hatten und die nicht vergessen konnten.

Weil es seelisch Versehrte gab, die diesen KONFLIKT NICHT überstanden hatten und ihn gleichwohl ebenfalls nicht vergessen konnten!

Letzteres ist ein OSM-Spezifikum. Wir reden hier von „Matrixfehlern“. Dingen, wie der Matrixfehler-Alli Graaleed in KONFLIKT 4 heulend beteuert, „die es nicht mehr geben dürfte“, die aber dennoch existieren. Und die eine qualgela­dene Erinnerung mit sich herumschleppen, die die wahnsinnigsten Folgen nach sich zieht.

In KONFLIKT 9, das nehme ich jetzt mal vorweg, weil es noch Jahre hin ist, bis ihr diese Episoden zu lesen bekommt und diese Zeilen vermutlich bis dahin nicht mehr präsent haben werdet, in KONFLIKT 9 ist eine solch gequälte Kreatur maschineller Herkunft: der ZYNEEGHAR 11, der so genannte spätere „Okipla­net“.

In KONFLIKT 3, so kommt es im Verlauf von Oki Stanwers Abenteuern in Magel­lan im KONFLIKT 9 heraus, bestand die Aufgabe der Kommandointelligenz BURTSON des ZYNEEGHARS 11 darin, die Zentralwelt der Kleinis zu beschützen, das Herz des Friedensreichs in der Baumeister-Galaxis Arc (die übrigens mit der Galaxis Arc, wie ich sie in den 80er und 90er-Jahren in der „Edward-Norden-Saga“ (ENS) beschrieb, nur sehr bedingt etwas gemein hat). Und sie versagte. Die Zentralwelt ging unter, und der ZYNEEGHAR 11 ging mit unter … und dann kam er in Magellan wieder zu sich und nahm sich vor, solch ein Versagen nie­mals wieder zuzulassen.

Okay, dachte ich, da ist der Schatten von KONFLIKT 3. Ein dramatisches, furioses Ende. Offenkundig.

Und dann war da der Baumeister Zomar in der INSEL, also in KONFLIKT 4. Fünf Milliarden Jahre nach dem traumatisch verlorenen KONFLIKT 3 kapselte sich dieser Baumeister auf unergründliche Weise ab. Er hatte seine Gründe dafür, und zum Teil lagen sie im KONFLIKT 2, zum Teil aber auch eben in KONFLIKT 3, den er gewissermaßen hautnah miterlebte.

Immer stärker begannen sich nun Puzzlestücke zusammenzufügen. Sie lauteten wie folgt:

Der KONFLIKT 3 spielt in der Frühversion, der Ursprungsversion der Galaxis Arc.

In diesem KONFLIKT ist der Brennpunkt die Zentralwelt der Kleinis, die dort in Arc existiert.

Über die Zentralwelt wachte der ZYNEEGHAR 11 mit BURTSON.

Die Geschichte von KONFLIKT 3 ist sehr kurz und ausgesprochen blutig.

Und mir wurde noch etwas klar – die Handlungsschiene, die in KONFLIKT 2 mit der yantihnischen Linguistin Vaniyaa und ihren zwergenhaften Shonta-Gefähr­ten begonnen hatte, wurde in KONFLIKT 3 zum Grundstein für die Entwicklung des erotischsten Volkes der Baumeister: der Sternenfeen.

Wenn ich darum über diesen KONFLIKT schreiben wollte, würde ich unabweis­lich auch die erste Sternenfee beschreiben müssen. Die erste Sternenfee und ihre Entwicklung. Ich würde über die Kleinis und ihren Regenten Klivies Kleines schreiben müssen. Über die Baumeister, die damals noch Namen trugen, und über diesen grässlichen ersten Schwall zerstörerischer Matrixfehler, die gerade­wegs aus der Hölle zu kommen schienen und dieselbe in Arc entfesselten.

Der KONFLIKT 3, wurde mir im Mai 2019 immer klarer deutlich, drängte gleich einer prall gefüllten Wasserleitung immer mehr auf den Explosionspunkt hin, auf jenen Punkt, da das Ventil endgültig platzen würde. Ständig schweiften mei­ne Gedanken dorthin ab. Sie begannen akut mein E-Book-Programm zu stören, meine Korrespondenz, meine Blogartikelproduktion, meine Bewerbungsaktivi­täten.

Ich erinnerte mich, dass ich Anfang der 2000er-Jahre, als mich der Archipel in ähnlicher Weise überrollte, mitunter für Wochen aus der Realität ausklinkte und für niemanden ansprechbar war. Damals ging das, ich befand mich in der Finalphase meines Studiums und brachte sowieso jenseits der nur noch weni­gen besuchten Seminare meine Zeit mit Aktenrecherche im NLA Staatsarchiv Wolfenbüttel zu. Aber selbst dafür fand ich damals kaum mehr Zeit, weil die Kreativität so in meinem Hirn brannte und mich völlig ablenkte.

Das durfte ich dieses Mal definitiv nicht zulassen. Es wäre nicht intelligent, Sanktionierungen durch das Jobcenter zu riskieren, nur weil ich meiner Kreativi­tät keine Zügel anlegen konnte.

Also entschied ich am 6. Juni, gewissermaßen den Druck aus der Leitung her­auszulassen, kontrolliert und für eine Weile.

Ich begann damit, den Roman „Sterneninsel der Wunder“ zu konzipieren, die Geschichte des KONFLIKTS 3 (denn es ist wie KONFLIKT 1 ein sehr kurzer KON­FLIKT, der vermutlich nur wenige hundert Seiten Umfang haben wird). Und ich kam aus dem Stand auf 24 Seiten an jenem Tag. Inzwischen sind es deren 55, und der ärgste Druck aus dem Schreibprozess ist heraus, gottlob.

Natürlich … eine kompakte, zusammenhängende Handlung existiert aktuell noch nicht. Aber ich habe die erste Sternenfee schon in Aktion erlebt und muss sagen – sie macht echt was her. Berenice ist ihr Name, und sie taucht unter recht spektakulären Umständen in der Geschichte auf.

Neben dieser mir vorher namentlich unbekannten Person tauchen natürlich jede Menge vertraute Wesen auf, auf die ihr euch beizeiten, wenn die Geschichte fertig und veröffentlicht ist, freuen könnt. Wen haben wir denn da im Detail?

Oki Stanwer natürlich – der oberste Bedienstete der Sieben Lichtmächte, der in Arc das Volk der Kleinis zum zentralen Hilfsvolk des Lichts schmieden soll, eine Raumzivilisation, die schon länger in Kontakt mit den Baumeistern steht (hier kann ich von der Vorarbeit des KONFLIKTS 4 profitieren, denn dort versuchen die Baumeister ja, dasselbe in der Galaxis Mysorstos zu realisieren, wenn auch unter etwas anderen Vorzeichen).

Klivies Kleines – seinen besten Freund und Helfer. Hier Regent über die Zentral­welt.

Die Kleinis – ein Volk, das ich schon seit Kindertagen aus den „Gedankenspie­len“ kenne und seither aus zahlreichen OSM-Geschichten und diversen KON­FLIKTEN. Dies hier ist die Urversion der Kleinis.

Die Zentralwelt der Kleinis – Brennpunkt kosmischer Geschichte in den KON­FLIKTEN 4, 9, 15 und weiteren Universen, dort stets als unterschiedlich ausge­prägter Matrixfehler.

Die Allis – ein Echsenvolk, das den Lesern des KONFLIKTS 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ zurzeit sehr vertraut sein wird.

Die Zhonc – ja, die kennt ihr auch aus KONFLIKT 2, aber auch sie sind natürlich schon sehr alt. Ich entdeckte sie meiner Erinnerung nach im Jahre 1984, wäh­rend ich an KONFLIKT 20 „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“ schrieb. Sie sind eines der ältesten Raumfahrtvölker von Arc und machen in späteren KONFLIKTEN eine steile Karriere.

Der erste Matrixkoordinator, der LENKER – ein machtvolles Wesen, das zu ei­ner neuen Generation von Dienerwesen der Lichtmächte gehört und Oki Stan­wer assistieren soll.

Darroc, der erste Ritter vom Goldkristall – die Ritter, ein 17 Personen umfas­sender Orden von Lichtmachtbediensteten, ist geschaffen worden, um dem LENKER zu assistieren und Oki Stanwer zur Seite zu stehen. Seine Ankunft in Arc wird krisenhaft überschattet.

Und dann ist da noch die dunkle Gegenseite. Wesen, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte: die Troohns und ihre MINEURE. Zielrichtung ihres Vorsto­ßes aus dem Nichts – die Galaxis Arc.

Ihre Intention: totale Vernichtung.

Und damit beginnt das Drama des KONFLIKTS 3 …

Um eure notwendige Frage vorab zu beantworten: Nein, ich weiß nicht, wie schnell ich diese Geschichte, die in meinem Kopf schon sehr schöne Konturen bekommen hat, fertig schreiben werde. Ich kann auch nicht sagen, wie umfang­reich sie ausfallen wird. Aber Tatsache ist, KONFLIKT 3 ist ab sofort keine nebu­löse, ferne Idee, die ich „irgendwann einmal“ in die Tat umsetzen werde. Der Anfang ist gemacht, und spätestens nach Abschluss von KONFLIKT 4 (mutmaß­lich 2020) werde ich mich wohl verstärkt auf den Weg machen, um hier den Handlungsbogen vollständig auszuarbeiten und die Geschichte zu vollenden.

Ihr könnt gespannt sein, Freunde – das wird ein faszinierendes, forderndes Abenteuer für mich werden. Aber auch eins zugleich, das euch, ganz ähnlich wie die Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ auch, zahlreiche Details der Frühzeit des OSM aufzeigen wird. Und wenn ihr dann beizeiten spätere Ge­schichten lest, werdet ihr sicherlich diverse Reaktionen, nicht nur die der Bau­meister, aber ganz besonders deren Reaktionen, deutlich besser verstehen kön­nen, als das bislang der Fall ist.

Der KONFLIKT 3 mag kurz sein, aber er fällt auch ausgesprochen traumatisch aus für jene Personen, die ihn überstehen. Und, Stichwort Matrixfehler!, auch für jene, die ihn eben gerade NICHT überstehen.

Denn mit dem Tod ist für viele Protagonisten des OSM das Drama durchaus nicht vorüber (und nein, ich spreche jetzt nicht vom Totenkopf Shush und den Knochenstraßen TOTAMS! Das kommt doch alles erst sehr viel später. Die schie­re Erinnerung kann schon schlimm genug sein).

Bleibt neugierig, Freunde. Auch wenn das jetzt „schon wieder“ ein neues Pro­jekt am Horizont ist, von denen es schon schier unübersehbar viele gibt, bin ich zuversichtlich, dass es nur temporär unvollendet bleiben wird. Ich behalte KON­FLIKT 3 im Blick, versprochen!

Soviel für heute, meine Freunde. Danke für eure Geduld!

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.