Rezensions-Blog 61: Der Mann, der das Geld erfand

Posted Mai 25th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute machen wir mal einen kleinen historischen Exkurs ins 18. Jahrhundert… sagen wir, wenn wir daraus eine moralische Lehre ziehen möchten, dann könn­te man es auch als eine Lektion in Vergesslichkeit und Oberflächlichkeit be­trachten. Denn was in der unten aufgerollten Biografie aufbereitet wurde, ich sage das auch ganz am Schluss der Rezension von 2003 noch ausdrücklich, das kann uns jederzeit wieder passieren.

Gut, vielleicht mit anderen Protagonisten, in anderen Ländern und mit anderen „Legenden“, an die wir „glauben“ sollen… doch wenn man bedenkt, dass das neoliberale Dogma der heutigen Zeit leider bedauernswert stark auf Ellenbo­gendenken und die Behauptung setzt, der Stärkste setze sich durch (die Idee dahinter ist nicht ganz so wichtig, Hauptsache, man kann sie gut vermarkten und vor allen Dingen: schneller vermarkten), dann ist Krise offensichtlich ein Zu­stand, der latent immer im System lauert und nur auf den Moment des Hervor­brechens wartet.

Menschen, die auf dieses System vertrauen, ähneln Glücksspielern, und sagt mir selbst, wenn ihr die Rezension gelesen habt – ist das nicht fatal ähnlich den Ereignissen, die John Law im frühen 18. Jahrhundert in Frankreich ausgelöst hat? Ich denke doch.

Schaut einfach mal selbst:

Der Mann, der das Geld erfand

(OT: The Moneymaker)

von Janet Gleeson

Kremayr & Scheriau, 2001

324 Seiten, geb.

Übersetzt von Michael Müller

Zusammen mit dem Aktienfieber kam es zu einer wahren Orgie, was die Spe­kulation mit Immobilien betraf… Anwesen, die zuvor für bis zu 800 Livre im Jahr vermietet worden waren, ließen sich in zwanzig, dreißig kleine Geschäfts­räume unterteilen, von denen sich jeder für an die 400 Livres im Monat unter­vermieten ließ; eine Summe, die dem durchschnittlichen Jahreseinkommen eines Handwerkers entsprach… Wacklige Schuppen wurden in Hausdurchgängen und auf flachen Dächern errichtet und für gewaltige Summen vermietet… Alle nor­malen Preisvorstellungen gingen verloren. Ein einziges Huhn soll 200 Livre ge­kostet haben, und einer besonders bizarren oder oft verbreiteten Legende der Zeit zufolge soll sich ein Buckliger in ein paar Tagen 150000 Livre damit ver­dient haben, dass er sich gegen einen Maulbeerbaum lehnte und seinen Buckel als Schreibpult anbot, auf dem man Verträge unterzeichnen konnte…“

Und wem verdankt man diesen Wahnsinn, der Paris im Oktober des Jahres 1719 heimsucht und die Armen zu Millionären und bald darauf Millionäre zu Bettlern macht?

John Law.

Wer war John Law?

Heute kennt kaum mehr jemand seinen Namen, und doch tut man gut daran, sich an ihn zu erinnern. Dieses Buch stellt eine überaus abenteuerliche und sehr kurz­weilige Biografie dieses Schotten, späteren naturalisierten Franzosen, einstmali­gen Presbyterianers, späteren Katholiken, vormaligen Glücksspielers und Frau­enhelden und nachmaligen Millionär, mächtigsten Mannes Frankreichs und schließlich meistgehassten Mannes ganz Europas dar.

Er wird unscheinbar im Edinburgh des Jahres 1671 geboren und kommt frühzei­tig mit dortigen Geldwechselstuben in Berührung. Erfüllt von dem Wunsch nach gesellschaftlicher Akzeptanz und gesegnet mit einen erstaunlichen mathemati­schen Verstand, aber leider auch mit der Fähigkeit, sein Erbteil durchzubringen und mit allerlei Frauen anzubandeln, gerät er am 9. April 1694 in London in massive Schwierigkeiten. Law tötet in einem Duell einen anderen Mann und muss die traumatische Erfahrung machen, die englischen Gefängnisse von innen kennenzulernen. Nur knapp kann er, recht ungläubig, der eigenen Hinrichtung durch die Flucht auf den Kontinent entgehen. Fortan ist England ein Land, in dem er als Krimineller gilt und ihm Gefängnis oder sogar Todesurteil sicher sind.

Law durchquert als Spieler von erstaunlicher Brillanz Europa und lernt schließ­lich in Frankreich Katherine Seigneur, geborene Knowles kennen, die seine Ge­liebte wird und, für damalige Zeiten spektakulär, mit ihm durchbrennt.

Gemeinsam reisen sie weiter durch Europa, nach Venedig und Rom, in die Nie­derlande, und ihre beiden Kinder werden während Aufenthalten in Frankreich geboren. John Law, der in der Zwischenzeit viel über Wirtschaftstheorien gele­sen hat und Zeuge von dem Elend der Massen wird, das insbesondere in Frank­reich herrscht, weil die Staatsverschuldung exorbitante Ausmaße erreicht hat und der Staat ausschließlich mit drakonischen, repressiven Maßnahmen darauf reagiert, entwickelt verschiedene Pläne zur Gesundung der Wirtschaft, die von den königlichen Höfe in Europa aber allesamt ablehnend beschieden werden. Insbesondere der schon hochbetagte Ludwig XIV. hält ihn immer weiter hin, auch als schon erkennbar ist, über welches Talent Law verfügt.

Ludwig XIV. stirbt am 1. September 1715, und anstelle des jungen Thronfolgers wird der Duc d’Orléans Regent, ein guter Freund John Laws. Der Schotte erhält nun die lang ersehnte Gelegenheit, das mit vielen Milliarden Livre verschuldete Frankreich zu sanieren.

Er verfällt auf eine grandiose Idee – statt das vielfach verfälschte und knappe Münzgeld zu vermehren, was nicht möglich ist, beginnt Law, Papiergeld zu dru­cken, eine private Bank zu betreiben und so die Wirtschaft, die völlig darnieder­liegt, anzukurbeln. Doch alles läuft sehr schleppend an, die Menschen misstrau­en dem Papiergeld. Es dauert bis zum August des Jahres 1717, wobei sich die Wirtschaft nur langsam erholt – in diesem Monat erwirbt Laws inzwischen rei­che Bank das alleinige Handelsprivileg für die königliche Kolonie Louisiana, in­dem er die „Compagnie de la Louisiane ou d’Occident“ (später einfach Missis­sippi-Kompanie genannt) gründet.

Um Siedler für die Kolonie zu werben und Geld für den Bau von Transportschif­fen zu erlangen, gibt Law Aktienscheine aus und ködert auf diese Weise die Franzosen, Geld zu investieren. Law ist zu diesem Zeitpunkt „de facto der Herrscher von halb Amerika“. Und das Wunder geschieht, ein Wunder, das so­wohl den Herrscher als auch die zahlreichen Kritiker Laws überwältigt – nach anfänglichem Zögern investieren die Franzosen und die Aktien beginnen mit ei­nem schwindelerregenden, bis heute noch nicht wieder erreichten Wachstum und Wertgewinn, das jedes begreifliche Maß sprengt. Die Wertsteigerungen machen Gewinne in gewaltigem Maßstab möglich, das Land Louisiana wird als Gebiet ausgegeben, in dem sich Smaragdberge und ergiebige Gold- und Silberadern be­finden; eine Kontrolle ist kaum möglich, da die Reise dorthin 6 Monate dauert. Der Wert der Aktien erreicht astronomische Höhen und manchmal binnen Tagen oder Stunden werden unvorstellbare Gewinne durch An- und Verkäufe von Akti­en erzielt.

Laws Ansehen steigt derweil, bis er der mit Abstand mächtigste Mann in ganz Frankreich ist und in den obersten Regierungskreisen verkehrt, er ist ein Komet, der jählings seine Bahn zieht… und dann, ebenso plötzlich, bricht dieses gesamte Gebäude mit einem Donnergrollen in sich zusammen, das ebenso furchterregend ist wie der Aufstieg zu Beginn atemberaubend, märchenhaft war…

Und doch ist dies nicht das Ende vom Lied, leider nicht.

Janet Gleeson gelingt mit dieser fulminanten Biografie eines der bedeutendsten Wirtschaftsfachleute des frühen 18. Jahrhunderts nicht nur, eine heute nahezu unbekannte Persönlichkeit ans Tageslicht zu befördern. Sie versteht es auch auf ausgezeichnete Weise, das Alltagsleben jener Zeit und die Stimmungen der be­teiligten Personen zu skizzieren, die Dramaturgie der gesellschaftlichen Schich­ten wiederzugeben, bis der Leser atemlos an den Zeilen klebt und nicht mehr fortkommt, ehe das Kapitel ausgelesen ist. Und das nächste und übernächste…

Mehr noch: sie schafft es auf bestürzende und gänsehauterregende Weise, eine ganz andere Botschaft herüberzubringen – „Wenn man drei Jahrhunderte später Laws Geschichte aufrollt, hat man unweigerlich das Gefühl, dass sich eigentlich nichts geändert hat. Heutzutage werden Papier und Plastik, ohne dass man dar­über nachdenkt, als Zahlungsmittel akzeptiert, und mit einem Knopfdruck kann man Millionen von Dollar von einem Ende der Welt zum anderen transferieren. Doch hat dieser Fortschritt anscheinend wenig dazu beigetragen, dass wir… we­niger verwundbar sind.“

Auch mir kam das in den Sinn, was sie als nachdenkliches Fazit an den Schluss setzte: „Der ökonomische Zyklus… hat in der jüngeren Vergangenheit den me­teorhaften Aufstieg und anschließenden Absturz asiatischer Wirtschaftssysteme gezeitigt, den finanziellen Zusammenbruch Russlands hervorgerufen und Unsi­cherheit gesät… In der Welt des Bank- und Finanzwesens ragt das Gespenst ei­nes finanziellen Desasters nach wie vor so bedrohlich auf wie im Paris der Ré­gencezeit… Finanzleute, die irgendwelche verrückten Alleingänge wagen, kön­nen immer noch Regierungen erschüttern, finanzielle Erdrutsche gigantischen Ausmaßes ereignen sich nach wie vor…“ Man denke nur an den jähen Ruin der jahrhundertealten Barings-Bank, ausgelöst von den Derivatenspekulationen ei­nes einzelnen Angestellten namens Nick Leeson in den 90er Jahren.

Wer also glaubt, man würde aus dieser Biografie nichts mehr lernen können, weil sie fast dreihundert Jahre zurückliegt, irrt sich. Neben dem Entdecken einer unglaublich spannenden Lebensgeschichte und einer farbenprächtigen Darstel­lung der Zeit vermag das, was John Law damals im guten Glauben an seine menschlichen Ideale entfesselte, noch immer jede Nation der Welt heimzusu­chen.

Und in gewisser Weise sind wir alle, die wir an Scheckkarten glauben und an den bargeldlosen Zahlungsverkehr, so ähnlich wie jene naiven Menschen, die in der Erwartung auf schnellen, großen Profit John Laws Aktien kauften und ins Nichts stürzten, als sein System in sich zusammenbrach.

Auch wir können jederzeit fallen.

Wir sollten daran denken…

© by Uwe Lammers, 2003

Das Buch hatte damals für mich diverse gruselige Aha-Effekte parat, und ich könnte mir vorstellen, das geht euch ebenso, wenn ihr es lest. Vermutlich sind die kumulativen Effekte im Positiven wie Negativen in einer so gründlich globa­lisierten Weltwirtschaft wie der unsrigen einfach noch sehr viel heftiger. Und sie vermögen natürlich entschieden mehr Menschen restlos zu ruinieren.

Ich bin ja relativ nahe an Wolfsburg dran und merke, wie selbst kleinste Enthül­lungen über manipulative Software Aktienkurse ins Bodenlose stürzen lassen können, Haushaltssperren initiieren und Milliardenwerte quasi von heute auf morgen in Rauch auflösen.

Drum bleibe ich dabei, was ich oben eingangs sagte: Krise ist im System der Gegenwart immer schon angelegt, und in unserer heute so geschichtsvergesse­nen Zeit, wo nur die schnelllebige Gegenwart und, mehr noch, die nebulöse, aber meist glorreich ausgemalte Zukunft zählt, da lösen die gedankenlosen Ma­nager und Macher von heute Katastrophen gewissermaßen mit links aus.

Ich glaube nicht, dass uns das unberührt lassen sollte.

Drum halte ich die Lektüre dieses Buches nach wie vor für sehr wichtig, und man sollte daraus auch Konsequenzen für sich selbst und sein eigenes Verhalten gegenüber der Umwelt ziehen. Wenn dieser Weckruf ankommt, hat diese Rezen­sion schon mehr als ihren Zweck erfüllt.

In der kommenden Woche reisen wir noch ein paar Jahrhunderte weiter zurück… ich würde sagen, ins frühe 16. Jahrhundert, eher wohl ins fünfzehnte. Aber: an­derer Kontinent, anderes Sujet. Wenn ihr neugierig seid, was das wohl bedeuten soll, dann schaut wieder rein.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

im vergangenen Teil dieser Unterserie des Wochen-Blogs kam ich in der Histo­rie des Oki Stanwer Mythos bis zum Juni des Jahres 2008. Damals, ich schrieb es vor sieben Wochen an dieser Stelle, endete meine zwölfmonatige Arbeitsbe­schaffungsmaßnahme beim Stadtarchiv Salzgitter. Endlich gab es also wieder ein wenig Muße in meinem Leben, und ich konnte die zeitraubende Pendelei einstellen und mich wieder deutlicher auf meine kreativen Arbeiten besinnen.

Nun ja, so sah es oberflächlich jedenfalls aus.

Aber im Juli 2008 konnte ich dennoch nur 4 Werke abschließen, im August wa­ren es gerade mal acht.

Was geschah da? Nun, mehrere Dinge kamen zusammen. Zum einen erinnert euch, dass ich Chefredakteur des Fanzines Baden-Württemberg Aktuell (BWA) war, und es ging auf die Nummer 300 zu, die im September 2008 Einsende­schluss haben sollte. Da machte ich mir sehr viele Gedanken über die künftige Gestaltung, über die Jubiläumsausgabe usw., und das fraß eine Menge Zeit.

Zum anderen aber, und das war dann weitaus beängstigender – einerseits – und geradezu elektrisierend aufregend – andererseits – , befand ich mich in einem Malstrom von Roman: im Archipel-Roman „Rhondas Reifejahre“. Und wenn ich mir so anschaue, in welchem Tempo ich hier wirklich ORDNERWEISE Sei­ten füllte, dann schwindelt es mich heute noch. Nur eine kurze Kostprobe dazu:

12. Juli 2008: Fertigstellung von Ordner 3 des o. g. Romans.

26. August 2008: Fertigstellung von Ordner 4 des o. g. Romans.

17. Oktober 2008: Fertigstellung von Ordner 5 des o. g. Romans.

Stellt euch fernerhin vor, dass jeder dieser Ordner wenigstens 400 Seiten Manu­skript enthält… dann habt ihr eine Ahnung, was mich unglaublich gründlich vom OSM ablenkte. Es war ein wirklich phantastischer Arbeitsrausch. Er hatte dann leider ein Nachspiel, das sich nachteilig auf meine Tätigkeit am Oki Stanwer Mythos auswirkte… ich komme gleich dazu. Zunächst noch einmal zurück in den Juli 2008.

Außer einer kommentierten Episode des KONFLIKTS 17 „Drohung aus dem All“ kam hier gar nichts Erwähnenswertes herüber.

Im August kümmerte ich mich mehrheitlich um die Überarbeitung der Non-OSM-Zeitreisestory „Sic transit gloria mundi“, die dann in drei Teilen ab BWA 300 publiziert wurde. Auch das verschlang natürlich eine Menge Energie. Fertige OSM-Werke in diesem Monat? Fehlanzeige.

Der September sah nicht besser aus. Ich kam in der Abschrift und Kommentie­rung von KONFLIKT 17 ein Stückchen voran, aber damit hatte es sich dann auch schon. Immerhin kam ich an ein paar Fragmenten weiter vorwärts, etwa an „Der Ewigkeitssender“, „Quadrantenleben“ und „Die Tänzer der Wahr­scheinlichkeit“. Macht euch keine Hoffnungen, Freunde – das sind heute nach wie vor Fragmente.

Machte der Oktober mehr her? Na ja… das würde ich so nicht sehen. Es entstan­den jede Menge Rezensionen, die hier nicht weiter interessieren, das ja… und dann gab es noch ein Werk, das ich anfing und hier noch naiv als „Story“ klassi­fizierte: den nachmaligen Archipel-Roman „Antaganashs Abenteuer“. Und sonst: jede Menge Archipelwerke…

Na, und dann kam der November 2008, und der Müßiggang endete rapide.

Warum dies, mögt ihr euch fragen? Weil ich mein nächstes Engagement hatte. Auf phantastische Weise war es gelungen, Fuß im Landeskirchlichen Archiv in Wolfenbüttel zu fassen. Also in einem mir vertrauten Umfeld mit einer phantas­tischen Chefin und wunderbaren Kollegen – und einer Aufgabe, von der ich bis dahin nur eine Art von Codewort kannte: „Haus Hessenkopf“.

Diese Arbeit – und einiges andere – sollte mich über ein Jahr in Atem halten und zu so faszinierenden Orten wie dem Haus Hessenkopf nach Goslar, ins Stadtar­chiv Goslar und ins Bundesarchiv nach Berlin führen, ganz zu schweigen, dass ich wie eine Krake kreuz und quer durch das ganze Bundesgebiet biografische und sachliche Fährten zu verfolgen begann, die vom Anfang des 20. Jahrhun­derts über den Ersten und Zweiten Weltkrieg bis in die unmittelbare Gegenwart reichten.

Höchst beeindruckend, gut bezahlt und sehr zufriedenstellend für mich als His­toriker.

Der Phantast kam zu kurz.

Nein, das hing nur bedingt mit den Pendelzeiten nach Wolfenbüttel zusammen oder mit den notwendigen Dienstreisen, ich war einfach, ganz so wie im Falle Salzgitter, durch die intensiven Recherchen und Arbeiten gründlich abgelenkt und reichlich ermattet.

Dennoch entstanden im November ein paar interessante Dinge im Rahmen des Oki Stanwer Mythos.

Ich schrieb beispielsweise an KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimpe­rium“ (TI) weiter, selbiges tat ich bei KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ (HdH). Es entstand mit „Die Transmitter-Frage“ ein neuer Hinter­grundtext des OSM. Er beschäftigt sich mit etwas, das euch als eifrigen Lesern meiner E-Books schon über den Weg gelaufen ist. Ich gebe euch nur die Stich­worte „Dawson“ und „Hushhin“ sowie „Nylviidin“, und ihr seid schon dicht dran.

Das Transmitternetz der Baumeister. Fußend auf den Entwicklungen des Bau­meisters Quin erstreckt sich der inhaltliche Spannungsbogen wenigstens bis KONFLIKT 22 hinauf, also über einen temporalen Abgrund von etwa 100 Milli­arden Handlungsjahren.

Nicht leicht, dieser Stoff, und ehe ich ihn euch zugänglich machen kann, werde ich noch etwas Vorarbeit leisten müssen, damit ihr die vielen Andeutungen dann auch zu würdigen versteht. Ihr kennt das: ich muss euch mal wieder um eine große Portion Geduld bitten.

Außer diesen Texten kümmerte ich mich um KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR), wo ich auf ein wirklich unheimliches Phänomen stieß, die so genannte „Spiegelstadt“. Was es damit auf sich hat, müsst ihr beizeiten selbst lesen… das kann ich schwer in knappe Worte fassen. Ich brauchte jedenfalls bis 2011, ehe dieses Werk dann fertig wurde. Das hatte seine Gründe. Hier streifte mich der kalte, ja, eisige Hauch der Zukunft auf grässliche Weise. Mich und ein paar sehr unglückliche Technos aus der INSEL.

Es mag euch ein kleines Zitat vom Anfang dieser Episode genügen, um euch die haarsträubende Komplexität vor Augen zu führen, mit der ich mich konfrontiert sah:

Der Untergang war der Anfang, und der Anfang war zugleich das Ende.

Zeit lief vorwärts und rückwärts, es spielte keine Rolle.

Nicht jenseits des RANDES…“

Heftiger Stoff, echt.

Weiter kam ich glücklicherweise in KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missio­nar“ (DM), wo ich gegen Monatsende doch tatsächlich einen weiteren Band vollenden konnte, der in der höllischen Hohlwelt QUANGOOR-8810 spielte, nämlich Band 48 der Serie mit dem Titel „Kybernetische Vernichtungspläne“. Und gestorben wird in diesem Band… grundgütiger Himmel…

Ich war echt froh, als der Monat vorbei war.

Leider ging es Anfang Dezember nahtlos im gleichen Universum weiter mit Band 49: „Der Trick des Klivies Kleines“, der dann noch haarsträubendere Re­sultate im Gefolge hatte. Und dummerweise war das immer noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn ich hatte einen Mehrteiler vor mir, der erst mit Band 51 enden würde.

Band 50 der Serie, „TOTAMS Direktive“, ließ denn auch nicht lange auf sich warten und wurde im Dezember 2008 ebenfalls noch fertig. Und die Arbeiten an Band 51 „Wahrheit und Legenden“ liefen hernach auf Hochtouren, außerdem blieb ich in diesem Kosmos und arbeitete an zwei weiteren Werken aus diesem Umfeld weiter: an Band 65 „Der Luna-Fehler“, und an „Die Optimierungsfa­brik“.

Wer diesen letzten Begriff schon irgendwo gelesen zu haben meint, aber gerade nicht recht weiß, wo und wann, dem gebe ich einen kleinen Tipp: schaut euch mal die Story „Die Intervention“ an, enthalten in meiner dritten Storysamm­lung „Reinkarnation und andere phantastische Geschichten“. Danach seid ihr ein bisschen schlauer. Leider ist auch diese Geschichte um die „Optimie­rungsfabrik“ bislang lediglich ein Fragment.

Aber ihr seht hieran, dass ich gegen Jahresende allmählich wieder die Kurve zu­rück zum OSM bekam, denn mit den genannten Werken endete dann der De­zember 2008. Leider, muss ich entschuldigend sagen, war diese meine Hoffnung nicht von langer Dauer.

Wieso dies nicht?

Das hatte mit dem zu tun, was ich oben andeutete: Meine historische Arbeit in­terferierte nun mit meiner kreativen Ader, und es fing im Januar/Februar 2009 an.

Manchmal brauchen solche Prozesse Zeit, und gelegentlich mehrere Jahre Ver­zögerungsphase. So ging es mir hier jetzt. Ich hatte in Salzgitter gelernt, in star­ken Ordnungsstrukturen zu denken, und zu Hilfe kam mir dabei meine Vorerfah­rung im Moses-Mendelssohn-Projekt der Herzog August Bibliothek (HAB), wo ich ein paar Jahre zuvor tätig gewesen war.

Da speziell die Archipel-Romane immer länger wurden, ging mir langsam der Überblick verloren, und ich sinnierte: wäre es nicht sehr gescheit, endlich mal ein Gesamtglossar für den Archipel zu besitzen? Ich bejahte diese mir selbst ge­stellte Frage und grübelte darüber nach, was für Vorarbeiten man dafür leisten müsse. Nun, ganz offensichtlich stellte es eine relativ überschaubare und auch zeitlich neben der Archivtätigkeit zu leistende Arbeit dar, die schon in reichli­cher Schar entstandenen Archipel-Geschichten zu glossieren und diese Einzel­glossare dann später zu einem Gesamtglossar zusammenzufassen.

Tja, und damit begann ich dann im Frühjahr 2009. Und das brachte mich im Verein mit meiner Arbeit am Hessenkopf-Projekt wieder ziemlich vom Kurs ab. Und versenkte mich noch tiefer im Archipel.

Aber davon berichte ich dann in der nächsten Ausgabe dieser Artikelreihe.

Nächste Woche erzähle ich an dieser Stelle erst einmal, wie sich der OSM im Februar 2016 entwickelt hat. Nicht verpassen, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 60: Ferne Ufer (3)

Posted Mai 17th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es sind die letzten paar Zeilen des zweiten Highland-Romans, die den Leser un­weigerlich elektrisieren und einen unwiderstehlichen Cliff-hanger darstellen:

,Er wollte auf dem Schlachtfeld von Culloden sterben‘, flüsterte Roger. ,Aber das ist ihm nicht gelungen.’“

Wie jetzt, denkt man als Leser ein wenig betäubt, wenn man nach fast tausend Seiten den Roman „Die geliehene Zeit“ beendet, und das muss damals, als der Roman das erste Mal auf Deutsch erschien, 1996, noch sehr viel heftiger ge­wirkt haben. Ich hatte freilich Glück, den ganzen Zyklus erst im Jahre 2000 zu entdecken, denn so konnte ich buchstäblich nahtlos weiterlesen – einen Tag nach dem Auslesen des obigen Romans ging ich am 24. Januar 2000 in das da­mals noch existierende Ladengeschäft der Buchhandlung Graff im Univiertel in Braunschweig und kaufte mir den Folgeband… und verschlang die gut 1070 Buchseiten binnen von vier Tagen.

Also, ich könnte mir vorstellen, das geht euch recht ähnlich, wenn ihr Feuer und Flamme für die ersten beiden Schmöker wart. Und damit ihr einen kleinen Vor­geschmack darauf bekommt, was darin auf euch wartet, solltet ihr vielleicht einfach weiterlesen:

Ferne Ufer

von Diana Gabaldon

Blanvalet 35095

1088 Seiten, TB

Mai 1999

Aus dem Amerikanischen von Petra Hrabak, Sonja Schuhmacher

und Barbara Steckhan

ISBN 3-442-35095-6

Man schreibt den 16. April 1746. Auf dem Schlachtfeld von Culloden liegt eisige Kälte, es fällt Regen, die Leichen werden von den Krähen zerhackt. Der Kampf um die Unabhängigkeit Schottlands ist ausgeträumt. Bonnie Prince Charlie ist auf der Flucht, die Verbündeten der schottischen Clans sind niedergemetzelt, und nur wenigen ist die Flucht gelungen. Zu diesen wenigen gehört nicht James Alexander Malcolm MacKenzie Fraser, genannt der „rote Jamie“, einer der An­führer des Aufstandes. Er ist schwerverletzt und liegt auf dem Schlachtfeld, wartet auf den Tod, den er für unumgänglich hält.

Doch der Tod lässt auf sich warten.

Er wird gefunden und soll standrechtlich erschossen werden. Stattdessen kommt ihm das unwillkommene Schicksal in Gestalt von Lord Melton dazwi­schen. Dabei wäre Jamie Fraser so gerne gestorben. So gerne. Er hat alles verlo­ren, was ihm lieb und teuer war, zuletzt Claire, seine Frau, die Frau aus der fer­nen Zukunft, mit der sein abenteuerliches Leben erfüllt wurde und alles endlich einen Sinn machte… Claire Beauchamp Randall, die im Frühjahr des Jahres 1945 durch den Steinkreis auf dem schottischen Craigh na Dun in die Vergangenheit des Jahres 1743 taumelte, wo sie schließlich Jamie Fraser kennen- und lieben lernte, bis sie ihm schwor, an seiner Seite alt zu werden und sein Schicksal im­mer und ewig zu teilen, Claire ist fort. Fortgeschickt von Jamie, als er während des Feldzuges von Charles Stuart merkte, dass sie erneut schwanger von ihm war. Er wusste, dass es sein Herz zerriss, wenn er sie fortschickte, um sie und ihr gemeinsames Kind in Sicherheit zu bringen. Genauso aber wusste er, dass er nicht anders handeln musste.

Claire und Jamie hatten versucht, Prince Charles Stuart aufzuhalten und es nicht geschafft. Nun wollte er wenigstens Schadensbegrenzung erreichen und seine zwangsrekrutierten Clanmänner vor dem Strudel der tödlichen Schlacht von Culloden retten. Er selbst kehrte zurück, um dort zu sterben, weil er mit Claire den letzten Lebensinhalt für immer verloren glaubte. Nur drei Jahre lang war er mit ihr zusammen, aber es reichte, um ihn vollkommen süchtig nach ihr zu ma­chen, sie völlig zum Inhalt seines Lebens zu machen, zum Ziel, zum Sinn. Nach­dem sie fort war, wollte er nur noch sterben… und dies enthält man ihm nun vor!

Claire Beauchamp hingegen kehrte völlig verzweifelt in die Gegenwart des Jah­res 1948 zurück zu ihrem dortigen Mann Frank Randall, in dem festen Glauben, Jamie sei tot. Sie floh aus England in die USA, um nie wieder einen Fuß auf die Insel oder gar nach Schottland zu setzen, wohl wissend, dass sie es nicht ertragen würde.

Erst 1968, nach Franks Tod, wagte sie es, mit ihrer inzwischen erwachsenen Tochter Brianna nach Schottland zurückzukehren, um herauszufinden, ob Ja­mies Aufgabe – die Rettung der Männer von Lallybroch – gelungen war.

Der Historiker Roger Wakefield findet Schockierendes heraus: James Fraser ist NICHT in Culloden gestorben. Er hat überlebt. Von dem Moment an, wo Claire das weiß, spürt sie, dass sie herausfinden muss, was aus ihm geworden ist. Und schließlich, als sie sich bis ins Jahr 1766 vorangetastet haben, meint Roger, ihn endgültig lokalisiert zu haben: rätselhafterweise im Edinburgh des Jahres 1766 als einen Buchdrucker A. Malcolm.

Claire geht zurück in die Vergangenheit, und als sie diesmal den Übergang bei­nahe nicht überlebt, weiß sie, dass es keinen Rückweg mehr geben wird. Sie ist nun ein für allemal in der Vergangenheit gelandet und muss, egal, wie Jamies Leben jetzt sein wird, bei ihm bleiben, hier und jetzt – wenn er sie noch will. Sie beschwört damit jedoch Konflikte herauf, mit denen sie nicht rechnen konnte.

Rasch findet sie etwa heraus, dass Jamie sich zwar verändert hat, aber nicht grundlegend. Aus dem jugendlichen James Fraser, den sie vor zwanzig Jahren gekannt hat, ist ein reifer Mann mittleren Alters geworden, der jedoch seiner revolutionären Vergangenheit nicht abgeschworen hat. Ganz im Gegenteil. Und neben der Tätigkeit als Aufrührer, Buchdrucker und Schnapsschmuggler gibt es noch so einige Dinge, die Claire anfangs verwirren und dann entsetzen.

Der amüsierte und hingerissene Leser findet alte, bekannte Personen wieder wie Fergus, den Bordelljungen aus Paris, den Jamie regelrecht „adoptiert“ hat1; muss sich auf Konfrontationen mit Ian Murray und seiner Frau Jenny, Jamies Schwester einstellen; ebenso taucht ein guter alter Advokat namens Ned Go­wan auf2 und alte Spuren zu Leuten wie William Grey erhalten ganz interessan­te neue Wendungen. Außerdem erscheinen neue farbenfrohe Figuren auf der Bühne. Der winzige Chinese Mr. Willoughby beispielsweise oder der junge Ian Murray, Ians und Jennys recht ungezogener Sohn, von Marsali Jane MacKimmie Joyce möchte ich mal gar nicht reden…

Was Claire jedenfalls macht, ist immer dasselbe: kaum taucht sie auf, wird Ja­mies Leben, das ohnehin nie das ruhigste war, auf das Heftigste durchgerührt und verquirlt. Ruhende Konflikte, am ehesten mit schlafenden Hunden zu ver­gleichen, brechen auf, die typische frasersche Starrköpfigkeit und Claires Dick­kopf beschwören mal wieder so manchen zwerchfellerschütternden Konflikt herauf. Es wimmelt bald von Missverständnissen und Problemen. Und schließ­lich bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich zu „fernen Ufern“ aufzumachen, die in diesem Fall aus Jamaika bestehen.

Doch wer glaubt, eine Seereise über dreitausend Seemeilen sei eine langweilige Angelegenheit, der täuscht sich gewaltig, der kennt die Protagonisten nicht. Und wer denkt, die Probleme seien in Westindien geringer als daheim, der irrt noch viel mehr…

Alles in allem bietet der bisher dickste, dritte Band der Saga um James Fraser und Claire Beauchamp Randall Fraser ebenso wie die ersten beiden Romane „Feuer und Stein“ und „Die geliehene Zeit“ einen bunten Bilderbogen an histo­rischen Informationen, farbigen Charakteren, amüsanten und abenteuerlichen Begebenheiten sowie einer guten Mischung aus rührenden, erschreckenden und spannenden Szenen. Gewürzt mit jener guten Prise aus trockenem Humor, den die Autorin ihrer Ich-Protagonistin Claire in den Mund legt und zum Teil wirklich aberwitziger Situationskomik ist „Ferne Ufer“ nicht minder unterhalt­sam als die ersten beiden Bände.

Es mag den eingefleischten Highland-Fan freilich etwas enttäuschen, dass sich die Handlung nun in Richtung Karibik und englische Kolonien hin entwickelt und das Highland deshalb auf der Strecke bleibt (noch nicht in der ersten Hälfte die­ses Romans, aber in der zweiten). Für den geschichtsinteressierten Leser, denje­nigen, den Piraten schon immer faszinierten und den, der die Zeit, in der die Handlung spielt, stets spannend fand, ist auch dieser Roman ein packendes Abenteuer, das schier nicht aus der Hand zu legen ist.

Was ein wenig auf der Strecke bleibt, das ist, schade, doch realistisch, natürlich die ekstatische erotische Wildheit des ersten und teilweise des zweiten Bandes. Es liegt jedoch nahe, weil Claire nun immerhin 49 Jahre alt ist und Jamie nicht wesentlich jünger. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich das bald ändern wird. Im vierten Band „Der Ruf der Trommel“ wird Brianna Fraser zu einer der Haupt­personen, und sie ist bekanntlich gerade neunzehn Jahre alt. Man darf ge­spannt sein…3

© by Uwe Lammers, 2000

Tja, und ich kann euch versichern, die letzte Prognose wurde im Folgeband noch um einiges übertroffen… aber ehe ich mich diesem Roman im Rezensions-Blog widme, werden noch etliche Wochen vergehen. Ich verstehe die ersten drei Romane der Saga definitiv als eine sehr enge Trilogie, und von Band 4 ab, der dann weitgehend in Neuengland spielt, wird gewissermaßen eine neue Handlungsschiene wirkmächtig, so dass ich die Folgeromane von den ersten dreien ein wenig absetzen werde.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass es nicht weitere interessante Bücher in den kommenden Wochen zu besprechen gibt. Ach, weit gefehlt, Freunde! In der kommenden Woche geht es beispielsweise wieder ab in die Vergangenheit, doch diesmal in die Biografiegeschichte. Kennt ihr den „Mann, der das Geld er­fand“? Wenn nicht – schaut wieder rein, dann erzähle ich euch Näheres über ein wirklich bemerkenswertes Sachbuch, das jeden Leser wert ist.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Vgl. Diana Gabaldon: „Die geliehene Zeit“. Siehe dazu auch den Rezensions-Blog 55 vom 13. April 2016.

2 Vgl. Diana Gabaldon: „Feuer und Stein“. Siehe dazu auch den Rezensions-Blog 50 vom 9. März 2016.

3 Vgl. Diana Gabaldon: „Der Ruf der Trommel“. Für den Rezensions-Blog in Vorbereitung.

Liebe Freunde des Oki Stanwer Mythos,

das Unmögliche ist Realität geworden – eine kleine Gruppe ausgewählter Raumfahrer des yantihnischen Missionsschiffs GHANTUURON hat tatsächlich das yantihnische Paradies erreicht, den legendären Sonnengarten des Gottes Quin, die Heimstatt der energetisierten Toten ihres Volkes.

Ermöglicht wurde das durch das Auftauchen und die Hartnäckigkeit des Bau­meisters Nogon, der von der Überzeugung durchdrungen war, dass der Sonnen­gott Quin sein gleichnamiger, lange verschollener Artgenosse war. Eine Vermu­tung, die die Sternenforscherin Nayeen und ihre Gefährtinnen und Gefährten bis ganz zuletzt einfach nicht wahrhaben wollten.

Doch dann erreichen sie den Sonnengarten… und werden prompt mit der alten Sternenforscherin Sianlee konfrontiert, die hier jung und quicklebendig ist… und sich durchaus daran erinnert, dass sie tot ist. Wer von euch Lesern durch diese Entwicklung überrumpelt ist, lese im allerersten TI-Band „Das Erbe der Forscherin“ (erschienen 2013) noch mal nach, um Nayeens Entsetzen nachvoll­ziehen zu können.

Doch leider ist das alles erst der Anfang.

Irgendetwas ist im Sonnengarten zutiefst unheimlich… und selbst wenn nie­mand diese Frage zu stellen wagt: wo befindet sich eigentlich Quin selbst? Lei­der wird das in diesem vorliegenden E-Book geklärt, und was sich dann entwi­ckelt und inwiefern die Teilnehmer des kleinen Spähtrupps jählings in Lebensge­fahr geraten und kurz davor sind, ihre individuelle Persönlichkeit zu verlieren, das sollte man nachlesen.

Zugleich, ich deutete es jüngst an, wird in diesem Band eine epochale Weiche für die Zukunft des gesamten yantihnischen Volkes gestellt, mit unauslotbaren Konsequenzen. Das Schicksal der Yantihni hängt an einem seidenen Faden und wäre besiegelt… nun, wenn da nicht jemand wäre, der ebenfalls seine Pläne mit dem yantihnischen Raumfahrervolk hätte…

Alles Nähere erfahrt ihr im vorliegenden Abschlussband der neuesten Trilogie der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI). „Baumeister-Pläne“, Band 26 der Serie, liegt ab sofort im EPUB-Format auf Amazon-KDP zum üblichen Preis von 1,49 Euro vor. Der einmalige Gratisdownload ist am 22. Mai 2016 möglich.

Ich wünsche euch angenehmes Lesevergnügen.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Nota bene:

Im Folgemonat erscheint die vierte Storysammlung „Als Tiyaani noch ein Kind war… – Phantastische Geschichten von Uwe Lammers“, die ebenfalls zwei Ge­schichten aus dem Oki Stanwer Mythos enthält. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es sich nicht realisieren lassen, TI 27 „Späherin der Cestai“ bereits im Juli vorzulegen, das E-Book erscheint wohl erst im August. Die digitalen Nachdrucke auf www.beam-ebooks.de und www.xinxii.com gehen jedoch wie bisher weiter.

Wochen-Blog 167: Der OSM im Bild, Teil 13/E

Posted Mai 15th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

als ich euch vor neun Wochen in dieser Subserie meines Wochen-Blogs verließ, sagte ich ein wenig sphinxhaft, dass zwar mit den vorgestellten Titelbildern Lars Vollbrechts Engagement für die Titelbildgestaltung des Oki Stanwer Mythos in den 80er Jahren beendet war – zentral im KONFLIKT 14, also der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC) – , dass damit aber noch nicht alle Ti­telbilder besprochen sind, die von Dritten zum OSM beigesteuert worden sind.

Das kleine Mysterium kläre ich also heute auf, und damit machen wir dann gleich eine weitere Zeitreise. Ein paar Bemerkungen vorweg:

Ich erzählte schon verschiedentlich, dass der OSM achronisch fortgeschrieben wird. Das bedeutet, man beginnt nicht am Punkt 0 und zählt von dort aus auf­wärts, wie man es normalerweise erwarten würde, sondern ich begann, serien­chronologisch, bei der Serie 15 und arbeitete mich dann sowohl aufwärts als auch abwärts numerisch und historisch voran.

Die Folge war also, dass ich, während ich gerade eben mit dem soeben erwähn­ten KONFLIKT 14 lebte und daran arbeitete, auch an den KONFLIKTEN 15 „Oki Stanwer“, 13 „Oki Stanwer Horror“ und 17 „Drohung aus dem All“ schrieb, die alle einige Milliarden Handlungsjahre vorwärts und rückwärts von KONFLIKT 14 entfernt lagen.

Die am frühesten schreibmaschinentechnisch erfasste Serie von diesen hier war „Drohung aus dem All“, und ich war damals noch so enthusiastisch und begeis­tert, dass ich dachte, ich könnte sie publizieren, während ich sie noch schrieb.

Ich besaß sogar, noch schöner, einen Club in der Hinterhand und grafische Ta­lente, die bereit waren, daran mitzuwirken. Der Club, „Der Terranauten-Club Universum“ (DTCU) entwickelte denn auch tatsächlich den Grundgedanken an eine Serienpublikation des KONFLIKTS 17 des OSM in der von mir vorgeleg­ten Weise… und ich danke dem Himmel, dass dieses Projekt nicht in die Reali­sierungsphase trat. Jedenfalls nicht in den Jahren 1983-1985, in denen daran ge­tüftelt wurde. Ihr habt ja gelegentlich schon Textproben im Rahmen der „Fehler­lese“ des OSM zu Gesicht bekommen und wisst, dass das allerhöchstens eine schlimme Lachnummer geworden wäre.

Dass es 1989/90 ein Wiederaufflammen dieser Idee gab, die dann mit der Hilfe des Phönix Fantastik Verlages (PFV) tatsächlich auf drei Bände (d. h. bis Band 9 der Serie) brachte, steht auf einem anderen Blatt, darum geht es hier und jetzt nicht – denn dort hatte ich keinerlei Einfluss auf die Titelbildgestaltung.

In der Frühphase, wovon jetzt die Rede sein soll, war das anders.

Im September des Jahres 1983 begann nach meiner aus jener Zeit nur noch frag­mentarisch vorhandenen Korrespondenz – damals schrieb ich noch mit Schreib­maschine, aber so gut wie nie mit Durchschlägen, die kamen erst 1984/85 bei mir in Mode, so dass ich nahezu keine Briefe aus jener Zeit mehr besitze – die kreative Zusammenarbeit mit Günter Feldmann, einem in meinen Augen talen­tierten Illustrator. Er gestaltete für mich zwei Titelbilder.

Das früheste gehört zu Band 4 der Serie, „Die Ruinenstadt“, die ich im Früh­jahr 1983 geschrieben hatte. In dieser Episode geht es um das wagemutige Abenteuer zweier terranischer Raumprospektoren im Jahre 2092, die ein frem­des Sonnensystem aufsuchen, das hinter einem Tarnschild gelegen ist. Es gelingt ihnen tatsächlich, diesen Schild zu durchbrechen und auf dem Wüstenplanet zu landen, der sich dahinter verbirgt.

Die Oberfläche der Welt ist mit Ruinenstädten übersät, und eine davon betreten sie auf der Suche nach Alien-Technologie. Ihnen ist dabei nicht klar, dass sie auf diese Weise eine gefährliche Technik der Vergangenheit wieder erwecken – den so genannten „Warner“, eine glühende, zentrale Säule im Innern der Ruinenme­tropole.

Günters Bild zeigt, ein wenig mit künstlerischer Freiheit, eine Art Fensterblick auf die Szenerie: im Vordergrund erkennt man die beiden Prospektoren in Raumanzügen, die dem Betrachter den Rücken zuwenden. Im Bildhintergrund sind vier beschädigte Kuppelgebäude zu erkennen, z. T. mit pittoresk zerschmol­zenen Gitterstäben.

Im Zentrum der vier Kuppelgebäude, halb unter Sanddünen begraben, ragt die glühende Säule des „Warners“ auf, und darüber ist phantastisch eine riesenhafte Sonne mit gewaltigen Protuberanzen und Sonnenflecken (!) zu erkennen.

Ein Bild, das mir auch aus einer Distanz von mehr als 30 realen Jahren immer noch gefällt. Eigentlich ein wenig schade, dass die Realisierung dieser Serie da­mals so gar nicht klappte, denn im Rahmen des DTCU ist hiervon niemals ein Band erschienen.

Das zweite Titelbild zeichnete Günter zwei Monate später. Es ist bezogen auf den Band 2 der Serie, „Todesfalle Denebsystem“, und es hält sich auf beeindru­ckende Weise an die inhaltlichen Vorgaben der Episode.

In diesem Band geht es um folgendes: Das Frachtraumschiff ARES steuert das terranische Kolonialsystem des Sterns Deneb an. Auf dem vierten Planeten des Systems, einer Dschungelwelt, hat man jüngst Alienruinen entdeckt, aber das scheint keine Rolle mehr zu spielen, als zeitgleich mit der Ankunft der ARES ein gewaltiges Alienraumschiff materialisiert – ein mächtiger Schalenraumer mit ei­nem zentralen Kommandoturm, der Kollisionskurs mit Deneb IV hält.

Das Titelbild selbst zeigt vor völlig schwarzem Hintergrund – da wären ein paar Sterne schon angebracht gewesen – die beiden zentralen Raumschiffe der Episo­de: von links unten ins Bild hineinfliegend den Raumfrachter ARES mit seinen Ladebuchten an der Oberseite, während von der rechten Bildseite mittig das große Schalenschiff ins Blickfeld driftet.

Unterhalb der beiden Schiffe schießt ein gleißender Komet von rechts in die un­ter Bildmitte. Und nahe der oberen linken Bildecke kann man den großen Stern Deneb erkennen… es ist unübersehbar, dass Günter damals von Sonnen und ih­ren Protuberanzen äußerst fasziniert war. Mit leichten Modifikationen wäre auch dieses Bild heute nach wie vor durchaus zu verwenden.

Soviel also gibt es zum „Oki Stanwer Mythos im Bild“ zu sagen, denn weitere Fremdbilder zum OSM gibt es aktuell nicht… aye, natürlich könnte ich jetzt eine Diskussion der E-Book-Titelbilder anschließen, aber das scheint mir aus zwei Gründen wenig ratsam zu sein.

Der erste Grund ist natürlich darin zu suchen, dass diese Bilder über die Galerie auf meiner Homepage alle schon hinreichend bekannt sind. Da erübrigen sich m. E. umständliche Erläuterungen der Bildinhalte, wie ich sie in dieser Rubrik bis­lang geleistet habe.

Der zweite Grund ist vermutlich noch einleuchtender: In den zurückliegenden dreizehn Folgen dieser Subserie des Blogs lag mir daran, die eigenständigen, zu den Episoden entwickelten Cover zu beleuchten und zu beschreiben. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die E-Book-Titelbilder üblicherweise nur Näherungen zu den Inhalten darstellen. Sie sind also üblicherweise nicht wirklich präzise Szenenblenden aus dem eigentlichen Inhalt. Das wäre zwar schön und ist lang­fristig intendiert, derzeit aber einfach nicht zu leisten.

Sobald sich jedoch die Möglichkeit ergibt, im Rahmen meiner E-Book-Publika­tion wieder auf maßgeschneiderte Illustrationen zurückzugreifen, die ich in Ab­sprache mit den jeweiligen Künstlern entsprechend beeinflussen kann, was die Bildinhalte angeht, so denke ich, kann es durchaus eine Fortsetzung dieser Sub­artikelreihe geben.

Bis dahin aber, meine lieben Freunde, möchte ich die Rubrik „Der OSM im Bild“ mit diesem Beitrag schließen und euch für die Neugierde danken, die ihr der Reihe entgegengebracht habt.

Wie ihr euch sicherlich aber auch vorstellen könnt, gibt es natürlich dessen un­geachtet genügend weiteren Stoff für Blogartikel. Derzeit habe ich noch keine konkrete Idee, was diese Reihe ersetzen sollte, aber ich lasse mir was einfallen.

In der kommenden Woche findet ihr an dieser Stelle den nächsten Beitrag der Reihe „Was ist eigentlich der OSM?“, wo ich dann weiter auf die Jahre 2008 und 2009 eingehen möchte.

Bis dahin verabschiede ich mich und verbleibe mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde meiner E-Books,

im sechzehnten Band der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), der ab sofort auch als EPUB auf www.beam-ebooks.de erhältlich ist, wechseln wir recht krass die Erzählperspektive. Bislang haben wir uns stets mit den Yantihni befasst, sei es auf dem Wüstenplaneten Hushhin oder auf den beiden Tiefen­raummissionen der GHANTUURON und der RHONSHAAR.

Heute lernt ihr eine neue Personenriege kennen… und doch könnten euch diese Wesen seltsam bekannt vorkommen – schwarzhäutige Zwerge, die sich selbst als Shonta bezeichnen und im Innern einer beunruhigend monströsen Maschinen­welt leben.

Ja, die Shonta kennt ihr natürlich schon aus der Trilogie um die Vorstoßmission des Piloten Yuuricor ins Xoor’con-System. Und seit Band 10 der Serie, „Das Maschinenvolk“, werdet ihr euch gefragt haben, was wohl mit den glücklosen Raumfahrern der RHONSHAAR geschehen ist.

Und wie passt dieser junge, aufsässige Shonta-Rebell Abenteurerherz ins Bild, der von seiner „Göttin“ träumt und zugleich sehnsüchtig versucht, mit seinem geliebten Mädchen Süßlippe zusammenzukommen? Zwei Handlungsstränge kulminieren in einer Kette atemberaubender, rätselhafter und unergründlicher Geschehnisse – und was folgt, ist eine folgenschwere Ereigniskaskade, die in diesem E-Book, in „Annalen 4: Heiligtum der Shonta und den nächsten drei Episoden der Serie entwickelt wird.

Ich würde sagen, und manche Leser haben mir das auch schon anerkennend ge­sagt, dass mit TI 16 eine faszinierende neue Hauptperson die Bühne betritt und zugleich die Geheimnisse der rätselhaften Spezies der Shonta ein wenig aufge­hellt werden.

Wenn ihr neugierig geworden seid, dann schmökert einfach dieses E-Book „Abenteurerherz“ durch, das ab sofort auf www.beam-ebooks.de im EPUB-For­mat zum gewohnten Preis von 1,49 zum Download bereit steht.

Ich wünsche euch angenehmes Lesevergnügen!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 59: Kull von Atlantis

Posted Mai 10th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ja, ja, ich versprach euch in der vergangenen Woche, wir würden heute nach Valusien aufbrechen – und wohin führt uns die Reise? Nach ATLANTIS? Nun… wer diese Person kennt und den Autor Robert E. Howard, der wird begreifen, dass ich hier keineswegs Irreführung betrieben habe. Das passt schon alles stimmig zusammen.

Ebenso müsste ich, sehr streng formalistisch betrachtet, oben hinter den Titel in Klammern eine „1“ schreiben, weil es schließlich noch einen zweiten Band mit Stories um den Barbarenkönig Kull von Atlantis gibt. Aber ich habe das fortge­lassen, weil die Aufteilung auf zwei Bände aus verlagstechnischen Gründen er­folgte und zudem keine klare, enge chronologische Verbindung besteht, wie das beispielsweise bei klaren mehrteiligen Romanen der Fall ist. Paradebeispiele wären hierfür etwa die Werke von Peter F. Hamilton.

Mit Kull und den zu seinem Dunstkreis gehörenden Geschichten stelle ich also wieder mal eine heute vergriffene Buchausgabe des prominenten Robert Ho­ward vor, dessen Prosa ich nach wie vor äußerst lesenswert finde. Jeder, der da mal ein paar Stippvisiten unternimmt, wird die lebenspralle Sprache bei ihm vorfinden, die leidenschaftlichen Gefühle und die beeindruckend dichte atmo­sphärische Schilderung seiner archaischen Settings.

Wer dieses Buch nicht kennen sollte, der folge mir jetzt einfach mal hinein in die Kurzvorstellung:

Kull von Atlantis

(OT: King Kull, 1. Teil)

von Robert E. Howard & Lin Carter

Terra Fantasy Band 28

Rastatt, 1976

146 Seiten, TB

Aus dem Amerikanischen von Lore Strassl

Jedes Sandkorn auf dem Strand von Valusien trägt unzählige Universen in sich, und es selbst, als ein Ganzes, ist genauso ein Teil des großen Planes aller Univer­sen wie die Sonne, die du kennst. Dein Universum, Kull von Valusien, ist viel­leicht ein Sandkorn am Strand eines andern mächtigen Königreichs…“

Philosophische Worte, die bei dem Adressaten, König Kull von Valusien, durch­aus nicht auf taube Ohren stoßen, wiewohl Kull nun wahrhaftig ein kraftstrot­zender Barbar ist, der lieber rot sieht und mit Faust und Schwert argumentiert denn grübelt und strategisch denkt. Der Leser fühlt sich bei dieser archaischen Gestalt aus dem legendären hyborischen Zeitalter Robert E. Howards durchaus ein wenig an Conan den Cimmerier erinnert. Und das ist kein Zufall.

Kull ist, wenn man so will, der Archetyp und Urahn von Conan, und während Kull von Valusien, der Mann ohne eigene Geschichte, der sich, vom kriegeri­schen Atlantis kommend, im dekadenten, mondänen valusischen Königreich auf den Topasthron putscht, kaum jemals richtig an das Licht der Öffentlichkeit trat, spielte er doch Pate für den ungleich berühmteren Conan.

Howard ersann Kull zuerst – wohl zwischen 1926 und 1930 entstanden alle diesbezüglichen Geschichten – , und er adaptierte viele Ideen dieser meist un­publizierten Geschichten, die Farnsworth Wright, der Herausgeber von WEIRD TALES, nicht haben wollte, für die Conan-Stories. Die Konsequenz war natürlich, dass die Kull-Geschichten nun meist erst posthum nach Howards tragischem Selbstmord im Jahre 1936 zu Tage traten, z. T. erst in dieser Geschichtensamm­lung.

Da, wo Conan gleich zum Schwert greift, geschieht das bei Kull eher erst später, und wenn er auch manchmal buchstäblich auf dem Schlauch steht, bis der Le­ser kichert, so geht doch nie das Grüblerische, Nachdenkliche so gänzlich verlo­ren, der mitunter heidnische Respekt vor dem Wissen und den verloren gegan­genen Kenntnissen der Ahnen.

In dieser Geschichtensammlung (Teil 1 eines Doppelbandes, der Rest der Kull-Geschichte erschien in TF 29) sind acht Stories um Kull enthalten, zwei davon durch Lin Carter vervollständigt. Außerdem wird ein Auszug aus Howards fikti­ver „Geschichte“ des hyborischen Zeitalters geboten, das zusammen mit einer Karte von Helmut Pesch den Rahmen der Zeit festzurrt, in dem diese Erzählun­gen spielen. Buchstäblich eine Zeit eines legendären Urkontinents, wo der Un­tergang von Atlantis, die Eiszeit und das Heraufdämmern der keltischen Rasse noch in ferner Zukunft verborgen liegen…

Flucht aus Atlantis führt Kull und seine etwas unorthodoxe Denkweise ein. Der junge, kraftstrotzende Barbar ist auf der Flucht aus seiner Heimat und auf dem Weg ins legendäre Valusien zur „Stadt der Wunder“, zusammen mit zwei Ge­fährten, und mit dem älteren Khor-nah bekommt er sich in die Haare, als dieser eine Geschichte über Mondverehrung erzählt:

Vor vielen hundert Jahren“, erzählte Khor-nah, „bat ein Königstiger, der von den Jägern verfolgt wurde, die Frau im Mond um Hilfe. Sie warf ihm eine Ranke her­ab, an der er hochkletterte und sich in Sicherheit brachte. Viele Jahre blieb er auf dem Mond. Seither verehren alle der Gestreiften den stillen Gefährten der Nacht.“

Das glaube ich nicht“, brummte Kull. „Weshalb sollten die Gestreiften den Mond verehren, nur weil er einem ihrer Rasse vor so langer Zeit geholfen hat? So mancher Tiger ist das Todesriff emporgeklettert und dadurch den Jägern ent­kommen. Doch ich habe nicht gehört, daß auch nur einer der Gestreiften es des­halb verehrt. Woher sollten sie überhaupt wissen, was vor so langer Zeit ge­schehen ist?“

Khor-nahs Miene verfinsterte sich… Tja, es ist schon ein Kreuz, gegen Ungläubi­ge zu argumentieren. Jeder religiöse Fanatiker kann davon ganze Liederbücher singen, nicht wahr?

Das Schattenkönigreich, eine der wenigen Kull-Stories, die je erschienen sind, überspringt mehrere Jahre. Kull gerät zwischenzeitlich in Sklaverei, kann sich aber daraus wieder befreien und sein Ziel Valusien erreichen. Hier tötet er den verweichlichten König und schwingt sich selbst auf den Thron.

Wer nun denkt, dies würde für ihn ein immerwährendes Fest mit Frauen, Ge­sang und Gelagen bedeuten, kennt Kull nicht. Mit Frauen hat er nichts im Sinn (in allen Stories nicht, was doch recht bemerkenswert ist; Conan ist bekanntlich kein solcher Kostverächter). Stattdessen kämpft Kull mit fast schon tragischer Frustration gegen überbordende höfische Zeremonien an. Dabei lernt er in die­ser Geschichte seine spätere Weggefährten aus dem Volk der Pikten (ja, die gibt es angeblich schon) kennen: Brule, den Speerschleuderer sowie seinen Clanchef Ka-nu. Anfangs misstraut er ihnen, doch bald stellt er fest, dass sie seine einzigen Verbündeten gegen eine teuflische Gefahr sind – den Schlangenorden, ein Volk von dämonischen, gestaltwandelnden Kreaturen, die Valusien erfolgreich unterwandert haben…

Der Altar und der Skorpion ist eine neckische, kleine Anekdote um die Macht der Götter, in der Kull nur indirekt vorkommt. Interessant ist hieran höchstens, dass man sich diese Geschichte im Grunde genommen auch ohne jede meta­physische Komponente erklären könnte. Aber so ist sie natürlich nicht gedacht.

Schwarzer Abgrund ist eine der beiden Geschichten, die Lin Carter vollendet hat. Hier kommen Kull und sein Freund Brule einem finsteren Geheimkult auf die Spur, der im Herzen Valusiens grausame, unterirdische Riten vollzieht, und am Schluss kämpft der König von Valusien gegen einen leibhaftigen Gott…

Delcardes´ Katze ist ein wundersames Tier. Uralt soll sie sein, der Alten Rasse angehören, und dem Volksmund zufolge kann sie sprechen. Kull glaubt nichts davon – bis er eines Tages leibhaftig Zeuge wird, wie sie wirklich spricht. Und al­les, was sie sagt, bewahrheitet sich. Um so größer ist Kulls Entsetzen, als er von ihr vernimmt, sein Freund Brule sei gerade dabei, in einem verzauberten See von einem Ungetüm getötet zu werden…

Der Schädel der Stille führt Kull auf die Fährte eines uralten, gebannten Fluches. Ein verwunschenes, verlassenes und versiegeltes Gebäude birgt ein magisches Ding, das schrecklicher ist als alles, was die Welt je hervorgebracht hat. Und der ungläubige Kull zerschlägt die Siegel und lässt das Etwas auf die Welt los…

Zauberer und Krieger erhellt ein wenig von der Vorgeschichte des piktischen Kriegers Brule. Allerdings war Howard mit der Geschichte wohl überhaupt nicht zufrieden und ließ sie deshalb als Fragment zurück – bis sich Lin Carter ihrer an­nahm.

Nur einen Gongschlag lang ist mit Abstand die kürzeste Story in diesem Band und ebenso mit Abstand die philosophischste. Das Einleitungszitat stammt aus ihr. Eine schöne, erstaunlich weitreichende Erzählung.

Als Quintessenz aus diesem Band lässt sich mitnehmen, dass Howards stilisti­sche Formulierungskunst und vor allen Dingen die Entwicklung ausgefeilter Sto­ryplots hier noch nicht gar so weit gediehen war wie beispielsweise bei seinen längeren Erzählungen, die im ausgehenden Mittelalter des frühen 16. Jahr-hunderts spielen. Ähnlich wie bei Howard Phillips Lovecraft findet man eine strotzende Fülle von Adjektiven, manchmal so dicht gestaffelt und gedrängt, dass man von dem Dschungel an Metaphern schier erdrückt wird. Gelegentlich wirkt es so intensiv, dass man sich ein Kichern kaum verkneifen kann, weil der Grat zur Selbstpersiflage manchmal überschritten wird.

In den beiden Erzählungen, die Lin Carter fertig schrieb, merkt man das leider sehr deutlich. Zwar bemüht sich Carter, Howards Stil zu imitieren, aber mehr als einen „Haudrauf-Schluss“ bekommt er einfach nirgendwo hin. Auch Howard ist direkt, richtig. Aber Carter besitzt einfach nicht das passende Gespür für die At­mosphäre und das Innenleben seines Protagonisten, um Kull plausibel agieren zu lassen.

Auch bei der Übersetzerin hat man gelegentlich das Gefühl, dass sie überfor­dert war, was die Wortwahl bei Howard anging. So verwandelt sie mitten in ei­ner Story Kull auf einmal in „Brak“ (eine weitere Fantasy-Barbarenfigur, aber nicht von Howard), und etwas weiter hinten dichtet sie einem Löwen „Stoßzäh­ne“ an, die ein deutscher Leser automatisch mit Mammuts assoziiert. Gemeint sind zweifellos „Fangzähne“. Doch das sind Kleinigkeiten.

Ich denke, wer den „Schatten“ finden möchte, der nachher zu Howards be­rühmtester Figur mutierte, eben zu Conan, der sollte sich diese Geschichten über König Kull von Valusien zu Gemüte führen. Man findet hier deutlich mehr als nur das blutige Gemetzel, für das Howards Fantasyhelden berühmt-berüch­tigt sind. Kull ist fast schon ein Philosoph. Freilich einer, der das Schwert nicht als Lösungsargument verschmäht.

© by Uwe Lammers, 2006

Also, das klingt doch deutlich nach einem etwas anderen Robert Howard, als man ihn gemeinhin aus seinen sonstigen Werken kennt, nicht wahr? Ich finde, aus einer Distanz von 10 Jahren zur Rezension betrachtet, dass man in diesem Buch recht deutlich Howards Anpassungsfähigkeit und thematische Flexibilität erkennen kann. Wer ihn einfach nur mit den Haudrauf-Barbaren und blutigen Massakern auf den Textseiten seiner Geschichten in Verbindung bringt, sieht nur einen kleinen Teil seines vielseitigen Werkes. Dies hier ist eine eher unter­belichtete Facette, die gerade deshalb interessant bleibt.

In der nächsten Woche machen wir uns dann auf in die Karibik des 18. Jahrhun­derts. Denn im dritten Teil von Diana Gabaldons Highland-Saga landeten ihre Protagonisten mitten im karibischen Piratensetting… nicht versäumen, Freun­de!

Bis zum nächsten Mittwoch!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

überrascht, schon wieder so zeitig die nächste Lektion in OSM-Kosmologie zu erhalten? Nun, ich deutete früher bereits an, dass die Lektionen zwar in relativ weiten Abständen kommen, es aber durchaus passieren kann, wenn die Hand­lungsführung es erfordert, einige rascher aufeinander folgen zu lassen. Heute ist es also mal soweit, dass ich mein letztes Versprechen in die Tat umsetze.

Vor vier Wochen befassten wir uns im Blogartikel 162 mit dem Thema Kosmo­logie und Religion, und ich deutete an, dass ich bald noch mal darauf zu spre­chen kommen würde. Das ist also heute der Fall, und zwar aus gegebenem An­lass.

In der neuen Storysammlung „Als Tiyaani noch ein Kind war… Phantastische Geschichten von Uwe Lammers“, die in ein paar Wochen online geht, findet ihr eine OSM-Geschichte mit einem völlig unspektakulären Titel vor, die euch gerade­wegs in einen Alptraum katapultiert und mitten in ein kosmologisches Minen­feld.

Heimweh“ ist, von der Emotion her betrachtet, ein völlig begreifliches Gefühl. Aber wie ist das, wenn man Heimweh als eine Form von Krankheit empfindet – und zwar, nachdem man gestorben ist?

So geht es dem käfergestaltigen Oheetir Shaygül, als er überraschend an einer Seuche auf seiner Heimatwelt Höolyt in KONFLIKT 21 des Oki Stanwer My­thos stirbt (vgl. beizeiten dazu dann auch die Serie „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ (FvL)).

Statt im Oheetir-Paradies zu erwachen, stürzt seine Seele in einen peinigenden Schacht aus Feuer… und dann wird er wiedergeboren – als lebendes humanoides Skelett mit einem Brustpanzer aus schwarzem Kristall und einem Hightech-Ka­rabiner in den Knochenhänden.

Shaygül ist ein Totenkopf geworden – ein lebender Toter und soldatischer Krie­ger in TOTAMS unheimlicher Monsterarmee, der LEGION (mehr dazu erfahrt ihr übrigens auch im Herbst 2016 in Annalen 6: „Mein Freund, der Totenkopf“).

Das ist schon sehr ernüchternd, um es vornehm auszudrücken. Die meiste Zeit ist er völlig konsterniert.

Es wird noch schlimmer, denn bald entdeckt er im Trainingsfeld mit Millionen weiterer Totenköpfe, die ihre Kampffähigkeiten im mörderischen Krieg gegen­einander erproben und nach jeder Vernichtung von neuem als Totenkopf im In­nern der Hohlwelt TOTAM reinkarnieren, dass er hier durchaus nicht nur auf ge­storbene Oheetirs stößt.

So kommt es zu der grotesken Situation, dass er zusammen mit einer Gruppe von Totenköpfen in einem Sprengtrichter sitzt und ratlos seinen Gefährten lauscht, die unbegreifliche Gespräche führen.

Da wird von Besteigung von Bergen gefaselt (was für ihn keinen Sinn ergibt).

Einer seiner Gefährten erzählt etwas von einer LIGA, in der er einen hohen Rang innehatte (auch das macht für Shaygül eher keinen Sinn).

Und dann meint ein weiterer leidenschaftlich: „Die Baumeister sind an allem schuld!“

Tja, fragt er sich, was um alles in der Welt mögen wohl Baumeister sein? Und woran sollen sie schuldig sein? Er kann diese Frage nicht lösen.

Für euch könnte diese provokative Bemerkung aber schon etwas erhellend sein. Ihr wisst schließlich beispielhaft um die Rolle der Baumeister im Zusammen­hang mit der Entstehung des yantihnischen Volkes in KONFLIKT 2 „Oki Stan­wer und das Terrorimperium“ (TI). Wenn ihr euch schon gründlicher durch die veröffentlichten Geschichten geschmökert habt, dürftet ihr euch auch an solche Dinge wie das „Haus ohne Anfang und Ende“ erinnern und seinen hekaroni­schen Wächter GOON-TAAS (vgl. dazu die Storysammlung „Ein Passagier der R.M.S. TITANIC und andere phantastische Geschichten“, hierin die Ge­schichte „Hüter des Shanna Djannir“) bzw. auch an die traumatisierenden Er­fahrungen, die ein chinesischer Lunargeologe namens Dr. Lu Chen-Chuyang auf dem irdischen Mond gemacht hat (vgl. dazu die Storysammlung „Reinkarnati­on und andere phantastische Geschichten“, hierin die Story „Die Interventi­on“).

Ja… wenn man sich das so anschaut, dann kann man als umfassend informierter Leser nicht umhin, zu konstatieren, dass das, was der Totenkopf, dem die obige Bemerkung entschlüpfte, nicht völlig falsch ist. Die Spuren der Baumeister fin­den sich tatsächlich überall im Kosmos. Das ist ja auch ganz das Credo des Be­rinnyers Shaslacanyoorid im Roman „Ian und der Stein der Götter“ gewesen.

Ach ja, und entsinnt ihr euch noch an den Roman „In der Hölle“ sowie jüngst an „Jaleenas zweites Leben“? Beide spielen ja im INSEL-Imperium in KON­FLIKT 4 („Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR)), und das ist bekanntlich das Reich der Baumeister.

Es kann also jetzt schon als sicher gelten, dass die Baumeister einen sehr prä­genden Einfluss auf weite Teile der OSM-Universen ausüben. Wie weitgehend dieser Einfluss ist, werdet ihr noch bei der weiteren Lektüre der E-Books entde­cken, insbesondere dann, wenn ich erst mal dazu komme, euch in weitere Seri­enuniversen einzuführen. Das dauert noch ein bisschen.

Dennoch… wir müssen die obige, ressentimentgeladene Bemerkung ein wenig relativieren, und damit komme ich auf den spirituellen Kern aus dem letzten Kosmologie-Artikel zurück. Der gute Berinnyer-Totenkopf hat ein Problem mit den Baumeistern, das ist natürlich sein gutes Recht, und ich wäre der letzte, der behauptete, dass der Kontakt mit Baumeistern unproblematisch ist. Meistens ist er das nicht. Und wenn man Pech hat, ist er sogar tödlich (hängt davon ab, unter welchen Umständen er erfolgt und welchem Volk man entstammt… beispiels­weise).

Dennoch sind sie durchaus nicht an allem schuld!

Erinnert euch an die Worte des Baumeister Nogon aus der TI-Serie. Er äußerst sich ja äußerst herablassend über Quins Einstellung zum Thema „Seele“ und hält die Existenz einer Seele für pure Selbsttäuschung, ja, für eine Form von Zweckoptimismus, für den es keinerlei Grund gebe (deutlicher erlebt ihr das am kommenden Sonntag in TI 26).

Der arme Oheetir Shaygül könnte ihm nun erzählen, dass das so ja wohl nicht der Wahrheit entspricht. Er würde insistieren, dass er sehr wohl eine Seele besit­ze. Was zweifellos stimmt.

Und damit einher geht natürlich noch eine andere Frage: Wenn die Baumeister mehrheitlich nicht an die Existenz einer Seele glauben, wie können sie sich dann wohl die Existenz von Totenköpfen erklären? Von den Dämonen von TOTAM schweigen wir an dieser Stelle, die sind noch ein ganz besonderes Kapitel der Kosmologie, das aber erst aufgeschlagen werden sollte, wenn ihr den ersten von ihnen begegnet seid.

Es ist wohl unumgänglich, dass wir hier wieder im Themenfeld der Religion und der Kosmologie landen, das kürzlich thematisiert wurde. Denn man begreift ja die Religion im strengen Sinne als ein spirituelles System, das in menschlichen Gesellschaften deshalb so erfolgreich wurde, weil es ein zutiefst menschliches Bedürfnis gibt, Klärung in letzten Fragen zu erhalten.

Da nichts in der uns umgebenden Natur – und im übrigen auch nichts in den Wissenschaften, soweit sie bislang etabliert sind – uns das Phänomen des Todes trostreich zu erklären vermag, füllte die Spiritualität eine essentielle Lücke. Der Verlust eines geliebten Menschen einerseits oder auch der drohende Verlust des eigenen Lebens andererseits erzeugt bei den meisten Mitmenschen die drängen­de Frage nach dem Sinn. Was für einen Sinn hat das Dasein, wenn der Tod alles ein für allemal und unwiderruflich zerstört? Ist dann nicht langfristig alles verge­bens?

Die „Erfindung“ der Seele war, könnte man sagen, die zwingende Konsequenz aus diesen unlösbaren „letzten“ Fragen. Die Trostwirkung der Religion in die­sem Punkt sollte man kaum geringschätzen, das wäre reichlich arrogant.

Aber der OSM geht gedanklich darüber hinaus, wie ihr wisst. Ich gehe als be­kennender Dualist ja davon aus, dass es so etwas wie eine Seele gibt, auch wenn ich keine Nachweismöglichkeiten kenne und selbstverständlich keine Gewiss­heit habe.

Im Rahmen des Oki Stanwer Mythos gehe ich zudem davon aus, dass es das Phänomen der Reinkarnation durchaus gibt, wenn auch etwas anders als im landläufigen Verständnis. Das gehört schon seit 1981 zu den Grundpfeilern des OSM, und daran halte ich auch fest.

Nun kehren wir zur Ausgangsfrage zurück: Sind auch daran, „die Baumeister schuld“?

Wenn wir es genau durchdenken: Nein, eher nicht. Insofern ist diese obige Un­terstellung, getroffen in einem Moment der Frustration und emotionalen Über­lastung, ungerecht.

Aber da wir nun einmal in einem physikalisch geprägten Kosmos leben, kom­men wir hier ebenso unweigerlich auf die Warum-Frage. Wenn es nicht die Bau­meister gewesen sind, die ursächlich für die Entstehung einer Seele verantwort­lich zeichnen – und dass es die Seelen gibt, ist offenkundig, davon legt die Story „Heimweh“ ebenso Kenntnis ab wie zahlreiche Geschichten des Oki Stanwer Mythos, die ihr noch nicht kennt – , dann fragt man sich, warum es sie gibt. Und, falls diese Frage irgendeinen Sinn ergibt, wer imstande wäre, so etwas zu erschaffen.

Götter sind im OSM nicht existent… also muss es eine andere Form von Erklä­rung geben. Doch ich fürchte, dafür, um in dieses Mysterium einzudringen, lie­gen euch definitiv noch zu wenige Hintergrundinformationen vor. Wir werden die Klärung dieser wichtigen Frage darum noch vertagen müssen.

Gleichwohl ist unser obiger Gedankenexkurs nicht völlig vergebens gewesen. Aufgrund der schieren Existenz von lebenden Toten ergibt sich eine höchst in­teressante Verkomplizierung der Realität.

Wie, das ist jetzt nicht einsichtig? Na schön, ich nehme einfach mal zwei Bei­spiele (beide im OSM übrigens schon thematisiert, einmal in KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM), einmal in KONFLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ (FvL) bzw. in KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neu­tralkrieger“ (NK)):

Beispiel 1: Ihr habt jemanden umgebracht, aus welchem Grund auch immer. In unserer Welt ist die größte Sorge, die daraus erwachsen könnte, die vor den Strafverfolgungsbehörden. Wie das Verbrechen kaschieren, die Spuren verwi­schen, die Täterschaft tarnen, um eventueller Strafe zu entgehen?

Aber wenn im Rahmen des OSM die Toten eben nicht tot bleiben, dann ist damit eine noch viel beunruhigendere Entwicklung verknüpft – dann könnte der Er­mordete nämlich selbst zurückkommen und die Rache höchstpersönlich in die Hand nehmen.

Nicht wirklich witzig. Denkt mal drüber nach, Freunde! Diese Komplikation re­volutioniert auf bestürzende Weise solche Dinge wie den Sinn der Todesstrafe, um nur einen Aspekt zu nennen. Das schärfste Strafinstrument ist auf einmal stumpf wie ein Radiergummi…

Beispiel 2: Wenn man in einem hoch ideologischen Kampf Informationen final begraben möchte, kann man im Extremfall nicht nur alle Unterlagen vernichten, sondern auch alle Mitwisser ermorden. Kam in der Menschheitsgeschichte oft genug vor.

Aber wenn man nun den Kampf gegen TOTAM führt und TOTAM nun einmal gezielt die Toten zu neuem Leben erweckt, dann hat man jählings ein massives Problem mit der Geheimhaltung. Ich meine, dann gehen die Verstorbenen auto­matisch zum Gegner über, und der bekommt genau die Informationen, die man ihm unbedingt vorenthalten wollte. Was tut man dagegen? Die Leute daran hin­dern, zu sterben? Schwierig, um es vorsichtig auszudrücken.

Auch die Geheimhaltung erodiert unter solchen Gesichtspunkten dramatisch und macht eine grundlegende Wandlung durch.

Da merkt ihr mal, in was für schwierige und stürmische Fahrwasser der moderne OSM treibt… dahin verirrt sich die Phantastik üblicherweise allerhöchstens in exotischen Ausnahmefällen. In meiner Welt ist das hier eher der Normalfall, muss ich sagen.

Für heute, denke ich, raucht euch genug der Kopf. Der nächste Kosmologie-Bei­trag liegt noch in einiger Ferne, und nächste Woche an dieser Stelle kommt ihr auch wieder hübsch auf den Boden der Tatsachen zurück. Da geht es wieder um die Bebilderung des OSM.

Macht es gut, Freunde, und schaut wieder rein!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 58: Die Wahrheit über Sherlock Holmes

Posted Mai 4th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

da staunt der Leser nicht schlecht, wenn einem ein Buch mit solch einem voll­mundigen Titel über den Weg läuft – und wer von euch dieses Büchlein noch nicht gesehen haben sollte, dem ergeht es sicherlich sehr ähnlich wie mir vor ein paar Jahren.

Die Wahrheit über Sherlock Holmes? Spannende Sache. Und dann noch bei DEM Verfasser! Aber zugleich, denkt man sich sicherlich, könnte es recht launig sein, den berühmten beratenden Detektiv mal aus den intimen Memoiren sei­nes größten Gegners kennen zu lernen.

Also, Vorhang auf für Professor James Moriarty und all das, was er über seinen Erzfeind zu sagen hat:

Die Wahrheit über Sherlock Holmes

Von Professor James Moriarty (Pseudonym)

Aus den Unterlagen seines Erzrivalen,

zusammengestellt von Colonel S. Moran

Eichborn-Verlag, 12.95 €

Frankfurt am Main 2011

Aus dem Englischen von Edith Beleites

ISBN 978-3-8218-3688-1

Die Wahrheit und nichts als die reine Wahrheit… und das von einem Erzschur­ken, herausgegeben von einem weiteren Erzschurken, die über das Objekt des Berichtens nur Unflätiges zur Sprache bringen wollen und dieses Objekt, nie­mand Geringeren als Sherlock Holmes, buchstäblich zur Strecke zu bringen be­reit waren? Nun, man darf skeptisch sein, was die Seriosität eines solchen Un­terfangens angeht. Und es wird auch wirklich übel vom Leder gezogen, dass der versierte Holmes-Kenner sich in die Sofaecke kringelt. Es ist wirklich atemberau­bend… doch damit fängt die Rezension quasi schon von hinten an, das ist nicht geschickt. Zunächst ein paar Fakten voraus:

Wir kennen die Protagonisten gut. Sherlock Holmes, seinen Adlatus und „Ecker­mann“ Dr. John Watson aus der Baker Street 221B (hier findet man übrigens einen sehr anschaulichen, schönen Plan der Räumlichkeiten – zwecks eines un­umgänglichen Angriffs, versteht sich) auf der einen Seite, unterstützt vom im­mer ein wenig unterbelichtet scheinenden Inspektor Lestrade vom Scotland Yard und der soliden, unerschütterlichen Miss Hudson, Holmes´ und Watsons Vermieterin, nicht zu vergessen die „Baker Street Irregulars“.

Die andere Seite, die in diesem Yin-Yang-Spiel die entgegengesetzte Polarität vertritt, wird repräsentiert vom „Napoleon des Verbrechens“, Professor James Moriarty, der als Berichterstatter (wir lesen quasi sein Tagebuch, wenn auch in gewöhnungsbedürftiger Reihenfolge) natürlich insbesondere auf seiner Geniali­tät besteht, eben darauf, ein Genie des Bösen zu sein. Leichen pflastern seinen Weg, könnte man sagen, und läge damit durchaus nicht falsch. Als Sympathie­träger eignet er sich eher nicht.1 Sein Adlatus ist dabei der unehrenhaft entlas­sene Ex-Offizier und Scharfschütze Colonel Sebastian Moran (laut diesem Tage­buch Colonel Sebastian Moran Moriarty und damit Teil des Moriarty-Clans). Auch er eignet sich nicht eben als Identifikationsfigur im positiven Sinne. Und schweigen wir von den „Butcher Street Boys“…

Es gibt also eine Art von spirituellem Duell zwischen zwei hochbegabten und in­tellektuell gebildeten Koryphäen, einer auf der Seite der Gerechtigkeit, einer auf der Seite der Finsternis, sagen wir mal. Und Moriarty ist derjenige, der nun auspackt und aus dem Nähkästchen plaudert. Der Klappentext bringt schon ein äußerst passendes Zitat: „Alle Verbrechen, die Sherlock Holmes, dieser Lange­weiler, je untersucht hat, sind MEIN Werk!“ Moriarty, who else? Man merkt so­fort – Bescheidenheit ist seine Zier nicht eben.

Moriarty behauptet auf diesen äußerst abwechslungsreichen Seiten ziemlich haarsträubende Dinge: so etwa, dass Holmes ein eher mäßiger, nur durch Zufäl­le erfolgreicher Detektiv ist, der viele Dinge schlicht und ergreifend übersieht, ganz sicher Moriartys sinistre Fallstricke. Ganz zu schweigen vom wiederholten Einsatz von Moriartys besonderem Lieblingsgift: Moriartium (eine Eigenkreati­on! Er ist überhaupt sehr erfinderisch, wie man in diesem Buch entdecken kann, geradezu ein Pionier der Wissenschaft und Kybernetik!), das Holmes nicht entdeckt. Akribisch weist der Professor nach, dass er in allen Fällen, die Holmes bearbeitete und Doyle überlieferte, seine Finger im Spiel hatte, dass er den De­tektiv durch raffinierte Fehlinformation und Manipulation immer wieder bloß­stellen wollte, um nicht zu sagen: umbringen.

Er hat dabei nach eigener Auskunft eine wirklich illustre Runde an Kumpanen, und manche davon erwartet man einfach nicht, selbst als Holmes-Kenner: nun gut, Irene Adler (in Moriartys Tagebuch eine begabte Kriminelle, die glühend ei­fersüchtig auf die Frauen ist, die ihr bei Moriarty das Wasser abgraben!) kann man schon erwarten. Aber dann: Mrs. Hudson, die Moriarty Plätzchen backt? Mary Morstan, nachmalige Mrs. John Watson (soll Watson auf falsche Fährten locken und Holmes dazu)? Arthur Conan Doyle, der von Moriarty dafür bezahlt wird, dass er Holmes´ Verdienste gering darstellt und seine, Moriartys, Erfolge hingegen gebührend ins Rampenlicht stellt (als er das nicht tut, schreibt Moriar­ty ihm einen gesalzenen Brief, hier zu lesen)? Ganz zu schweigen von diversen Polizisten, die auf Moriartys Lohnliste stehen und Holmes in die Irre führen sol­len (die Liste steht hier!), allen voran Inspektor Lestrade! Klappt meist nicht. Es geht noch schlimmer, aber ich verrate ja nicht alles…

Wir finden zudem unzählige Skizzen zu versuchten oder geplanten Verbrechen, zu denen der Raub der Kronjuwelen, von Fabergé-Eiern, Montgolfieren und ähnlichem zählen, hinzu kommen so obskure Dinge wie „Operation Holzbein“ oder auch „Operation Strauß“ (letztere wird durch einen jungen Fanatiker na­mens Gavrilo Princip in Sarajewo 1914 vereitelt, woraufhin der deutsche Kaiser (!) Moriarty (!) das versprochene Honorar verweigert! „Der Job ist schließlich nicht erledigt, nicht wahr, Herr Professor?“ Da schäumt der Verbrecher!), nicht minder beeindruckende „Gimmicks“ wie eine kugelsichere Kutsche2, die eher eine Art von Panzer darstellt, ein U-Boot für eine Person („mit Luftversorgung für das Rauchen von Zigarren“).

Langeweile kommt hier also in gar keiner Weise auf, und man erfährt sogar, wie die Konfrontation bei den Reichenbach-Fällen ausgegangen ist. Dass Sherlock Holmes überlebt hat, ist durch Doyles Werke bekannt. Was aus Moriarty wurde…? Nun, ich sage nur: Neuguinea! Was das bedeutet? Nein, das ist zu köstlich, das muss man nachlesen.

Für historisch Interessierte und Liebhaber bibliophil schön aufgemachter Bü­cher ist das hier ein richtiges kleines Schmankerl, selbiges gilt auch für die eifri­gen Holmsianer, die unzählige raffinierte Anspielungen auf Holmes-Geschichten wie die Sache mit den Napoleonbüsten, dem blauen Karfunkel, den drei Garri­debs, dem Tal der Furcht (Vermissa Valley), dem Musgrave-Ritual und vielen an­deren Fällen, über die Arthur Conan Doyle berichtet, finden werden, was fast unweigerlich dazu verleiten kann, noch einmal die originalen Geschichten nach­zulesen. Da für mich die Lektüre des Kanons schon etliche Jahre her ist (ich habe die Kurzgeschichtenlektüre im Januar 2006 beendet), waren meine Erin­nerungen etwas angestaubt, aber ich fand es außerordentlich verdienstvoll und raffiniert gemacht, die ganzen Kanon-Geschichten noch einmal durch die Ge­genseite über den Kamm gebürstet vorzufinden. Eine beeindruckende Leistung, durch den launig-herablassenden, manchmal etwas schrill-empörten Schreibstil „Moriartys“ sehr vergnüglich zu lesen.

Auch wenn man den „Wahrheitsgehalt“ dieser Aufzeichnungen unbedingt in Zweifel ziehen muss und Moriarty quasi an keiner Person des Holmes-Kanon ein gutes Haar lässt (nicht mal an Moran, was dieser als „Herausgeber“ mit galligen Randkommentaren vermerkt), außer eben an sich selbst, so dass diese „Tage­buchaufzeichnungen“ natürlich strikt parteiisch sind, ist das ein schönes Buch geworden, das ich mit großem Genuss gelesen habe.

Einwandfreie Leseempfehlung, besonders für Leute, die sich mit Sherlock Hol­mes gut auskennen – ihr kommt aus dem Kichern kaum mehr heraus, verspro­chen!

© by Uwe Lammers 2012

Ihr merkt am Ton der Rezension – ich habe mich damals wirklich köstlich amü­siert. Und wer das Buch noch nicht selbst kennen sollte oder eingefleischte (und ahnungslose) Holmsianer in der Bekanntschaft hat, dem liegt hiermit ein perfektes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk vor. Ob es derzeit noch er­hältlich ist, kann ich zwar nicht sagen, aber es wäre schon möglich. Na ja, und falls nicht – wozu gibt es in diesem Fall gut sortierte Internet-Antiquariate?

In der kommenden Woche machen wir eine Zeitreise, die uns nicht nur ins 19. Jahrhundert zurückversetzt, sondern gleich über ein paar Jahrtausende. Und zudem besuchen wir ein mythisches Land der Phantastik, dessen Namen ihr be­stimmt schon mal gehört habt: Valusien.

Bei wem jetzt diffus die inneren Glocken der Erinnerung läuten sollten, der kann sein Gedächtnis hier in der nächsten Woche auffrischen. Einfach wieder reinschalten auf meine Homepage.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Wer den Film „Sherlock Holmes 2: Spiel im Schatten“ gesehen hat, wird diesen Eindruck leicht bestätigen können.

2 Gewissermaßen der viktorianische Vorläufer für einen gewissen Aston Martin…

Maiblog 2016

Posted April 30th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde meiner E-Books,

wie schon in den ersten drei Jahren meines E-Book-Programms möchte ich auch diesmal den 1. Mai als Tag der Arbeit dazu nutzen, ein wenig Rückschau auf die letzte Zeit zu halten, etwas über meine gegenwärtige Situation zu be­richten und sodann einen Ausblick auf die nahe Zukunft zu geben. Und wie schon vor einem Jahr ist es so, dass eine ganze Menge passiert ist.

Nach wie vor sind die Dinge in turbulenter Bewegung begriffen, was aber grundsätzlich gut ist. Um ganz kursorisch etwas zu meiner Einkommenssituation zu sagen – im Herbst 2015 ergab sich die Möglichkeit, eine kleine bezahlte Stel­le an der TU Braunschweig anzutreten, die auf ein Jahr befristet war… und sich dann zum 1. März 2016 dramatisch veränderte, nämlich in eine Vollzeitstelle. So etwas habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gehabt, und das erhöhte Ar­beitsaufkommen hat natürlich massive Auswirkungen auf mein Zeitbudget ge­habt.

Gut, dass ich ordentlich vorgearbeitet hatte. Das kommt mir aktuell sehr zugu­te. So bin ich sowohl in meinem normalen Wochen-Blog schon ein paar Monate weiter mit den fertigen Beiträgen, und die Rezensions-Blogeinträge liegen für die nächsten Monate gleichfalls vor. Außerdem kommt es inzwischen immer häufiger vor, dass meine neuen Blogveröffentlichungen schon mal einen Tag vorher auf der Homepage www.oki-stanwer.de stehen… es lohnt sich also, dort verstärkt auch mal ein paar Stunden vor regulärer Veröffentlichung nachzuse­hen.

Die Homepage wird derzeit mit im Schnitt 4000 Besuchern im Monat ordentlich frequentiert, die Tendenz ist nach wie vor steigend. Verblüffenderweise scheint die Website mehrheitlich im englischsprachigen Ausland rezipiert zu werden, den Kommentaren nach zu urteilen, die ich bekomme… was mich freut. Es ist ziemlich offensichtlich, wie ich auch aus meinem direkten Umfeld zu hören be­komme, dass hier eine gewisse Bewunderung eingekehrt ist, was meine Regel­mäßigkeit der Blogarbeit angeht.

Und was die Übersichtlichkeit des Blogs angeht… da habe ich inzwischen eben­falls vorgesorgt und weise an dieser Stelle mal auf den Blogartikel 175 hin, der in ein paar Monaten publiziert wird. Der verdient in dieser Beziehung eure besondere Aufmerksamkeit.

Für das Portal www.amazon.com stehen inzwischen 38 E-Books zum Download bereit, darunter stolze 25 der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI). Außerdem ergab es sich, dass die langen E-Books der Subreihe „Aus den Anna­len der Ewigkeit“ seit Anfang 2016 jeweils in zwei Teile gespalten und im Ab­stand von vier Wochen publiziert werden müssen. Das war eine externe Vorga­be, aber wenn ich mir anschaue, wie gut „Annalen 5: Jaleenas zweites Leben“ (Januar/Februar 2016) verkauft wird, scheint das keinen nachteiligen Effekt ge­habt zu haben.

Für Winter 2016 kann ich euch mit „Annalen 6: Mein Freund, der Totenkopf“ das nächste Abenteuer dieser Art ankündigen, dazu gleich noch etwas mehr im Rahmen der Vorschau.

Ebenfalls neu war für mich und wohl euch alle die Umstellung von Amazons Ab­rechnungsstrategie auf die seitengenaue Zählung. Hier ist es aktuell so, dass wenigstens 2.000 Seiten pro Monat aus meinen E-Books gelesen werden, zu­sätzlich zu den vollständig gekauften Exemplaren, die derzeit (hoffentlich vor­übergehend) bei Amazon rückläufig sind. Die Zeit muss zeigen, wie sich dieses Modell der seitengenauen Lesezählung in der nahen Zukunft entwickelt, ob zum Vorteil für die Autoren oder zum Nachteil. Das kann ich momentan noch nicht sagen.

Das zweite Distributoren-Portal, auf dem ich meine E-Books anbiete, www.beam-ebooks.de, hatte in der zweiten Jahreshälfte 2015 eine Reihe von ernsten technischen Schwierigkeiten zu überwinden, was meine dortigen Ver­käufe quasi auf Null reduzierte. Inzwischen hat sich das Portal aber erfreulich berappelt. Schauen wir mal, wie das weitergeht. Hier sind, EPUB- und MOBI-Formate zusammen gerechnet, inzwischen 44 E-Books von mir erhältlich, jeden Monat kommt ein weiterer Band hinzu (ab Juni ist es tatsächlich nur noch einer, weil es ab „Abenteurerherz“ keine MOBI-Formate mehr gibt, die sich ohnehin notorisch schlecht verkaufen).

Im Juni 2015 gelang es dann, ein drittes Distributoren-Portal zu erschließen, nämlich www.xinxii.com. Hier erhöhte ich die „Nachdruckfrequenz“ auf anfangs 3, dann auf 2 E-Books pro Monat, inzwischen habe ich annähernd das Level von „Beam“ erreicht und nun bin ich soweit, dass je Monat ein Nachdruck er­scheint. Hier stehen jetzt also auch schon 20 E-Books parat. Der große Vorteil bei XinXii, wo ich sogar im Herbst 2015 „Autor des Monats“ vermittels eines schön gemachten Interviews wurde, besteht darin, dass von XinXii aus andere Distributoren-Portale ebenfalls erreichbar sind. So kann man meine E-Books beispielsweise auch über Hugendubel, Thalia und Weltbild beziehen, und das tun die Neuleser auch gern. Vielen Dank dafür an dieser Stelle für euer Lesein­teresse!

Apropos Leseinteresse: Lesungen gab es natürlich auch, zwei an der Zahl (vgl. dazu meine „Lesungs-Blogs“ auf der Website, die ihr sicherlich gesehen habt, wenn ihr regelmäßig meinen Kolumnen folgt). Da wird, denke ich, im Laufe des kommenden Jahres auch noch die eine oder andere Veranstaltung hinzukom­men. Aber wie ihr verstehen werdet – meine momentane berufliche Beanspru­chung lässt hier aktuell die Kontakte ziemlich eintrocknen. Ich hoffe, das lässt sich in naher Zukunft wieder ändern.

Im vergangenen Jahr an dieser Stelle hatte ich die Prognose abgegeben, dass ich mit rund 45.000 Klicks auf meiner Homepage rechnete… na ja, das war doch ziemliches Understatement. In Wahrheit waren es zu Silvester dann nicht weni­ger als 58.992…mal schauen, was das aktuelle Jahr ergibt. In einem Jahr seid ihr schlauer, und ich auch.

Was die Werbeaktivitäten angeht, so hat sich leider der Werbefolder, von dem ich vergangenes Jahr sprach, nicht restlos realisieren lassen. Dafür konnte ich al­lerdings meinen üblichen schmalen Flyer aktualisieren. Dort seht ihr jetzt aktu­ell das Cover von „Annalen 5“ und das von „TI 25: Audienz bei Quin, das am 15. April erschienen ist. Ich würde sagen, der Werbeeffekt ist durchaus noch stärker wirksam als beim ursprünglichen Flyer.

Eine weitere Werbemöglichkeit ließ sich durch den steten Kontakt mit dem Science Fiction-Club Deutschland (SFCD) und dessen Publikationsorgan ANDRO­MEDA-NACHRICHTEN erreichen – hier findet ihr in quasi jeder Ausgabe Werbe­banner von meinen E-Books vor, aktuell auch Fortsetzungskurzgeschichten, dar­unter mit „Der Platz der Steine“ eine frische aus dem Oki Stanwer Mythos (OSM).

Und wer sich zufällig auf die Website der Literaturwerkstatt Gifhorn verirrt, wird auch dort eine ausführliche Darstellung meiner E-Book-Aktivitäten vorfin­den, die alle paar Monate aktualisiert wird. Wer sich hingegen nur für die ver­fügbaren Titel interessiert, wird auf meiner Autorenseite bei Amazon-Author­Central fündig. Reinschauen lohnt sich ganz gewiss.

Kommen wir nun ein wenig zum Blick über den Tellerrand – was erwartet euch bis Jahresende… vorausgesetzt, ich kann meine Planungen so einhalten, wie ich es mir wünsche? Nun, folgendes:

Mitte Mai erscheint mit „Baumeister-Pläne“ der 26. Band der TI-Serie und zu­gleich der Abschlussband der Quin-Trilogie. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen… hier geratet ihr dann geradewegs genau wie die armen Yantihni in die Untiefen der kosmischen Geschichte, und es fallen ausgesprochene Reizwörter: Sonnengarten, Baumeister, Oki Stanwer, KONFLIKT… von da ab dreht sich der Wind und schlägt den Yantihni heftig ins Gesicht. Ihr werdet es erleben.

Im Juni wird meine vierte Kurzgeschichtensammlung unter dem Titel „Als Tiyaani noch ein Kind war…“ das Licht der Welt erblicken. Sie enthält diesmal nur drei Geschichten, die aber vom Umfang her fast Novellencharakter haben. Die Titelgeschichte erzählt eine faszinierende Archipellegende um die Göttin­nentochter Tiyaani und ihre Bestimmung. „Der Platz der Steine“ führt euch im KONFLIKT 19 des Oki Stanwer Mythos an einen brandgefährlichen Ort, wo die kleine Senyaali ein Abenteuer jenseits ihrer Vorstellung erlebt (und wem der Name vertraut vorkommt – einfach noch einmal „Annalen 2: Ian und der Stein der Götter“ lesen, dann seid ihr auf dem Laufenden. Die dritte Story heißt „Heimweh“ und entführt euch in den KONFLIKT 21 des OSM auf eine scheinbar unwichtige kleine Welt namens Höolyt… und direkt in den knöchernen Hexen­kessel von TOTAMS legendärer Armee, der LEGION…

Mitte Juli folgt dann „Späherin der Cestai“, Band 27 der TI-Serie, worin ich end­lich den Handlungsfaden von TI 10 „Das Maschinenvolk“ wieder aufnehmen kann. Das yantihnische Expeditionsschiff RHONSHAAR erreicht das Xoor’con-System, die Heimat des verstorbenen tassaiischen Spähers Gwensh. Aber auf das, was sie dort erwartet, sind sie nicht vorbereitet.

Einen Monat später setze ich mit TI 28: „Die Sternenbaustelle“ den RHONSHAAR-Handlungsstrang fort und beschreibe eine sehr beeindruckende und ebenfalls sehr tödliche Machtdemonstration der Troohns.

Die Handlung setzt sich fort am 15. September in TI 29: „Die Nomaden von Twennar“, und am 15. Oktober runde ich mit TI 30: „Das Kriegernest“ diesen Vierteiler ab. Und was ein „Kriegernest“ wohl sein mag? Nun, das soll hier und jetzt noch nicht verraten sein. Der Band hat jedenfalls eine ganze Reihe Überra­schungen im Gepäck, vertraut mir. Ich kenne die Geschichte seit 2005, aber ich freue mich schon darauf, sie auszuarbeiten.

Im November und Dezember 2016 plane ich, den nächsten Band der „Annalen“ zu veröffentlichen. In zwei Teilen erscheint dann „Mein Freund, der Totenkopf“, die unheimliche, reizvolle und bestürzende Geschichte der Freundschaft des terranischen Siedlerkindes William Taylor jr. auf seiner rückständigen Heimat­welt Hamilton. Er hat viel von den legendären „Wanderarbeitern“ gehört, aber nie einen gesehen. Vor ihnen wird stets gewarnt („…gibt eine Menge schlimme Geschichten über die Wanderarbeiter…“). Aber was das tatsächlich bedeutet und inwiefern sich mit ihnen eine absolut tödliche Gefahr nähert, das hat Will in diesem zweigeteilten Roman zu berichten.

Soviel zum Veröffentlichungsplan für 2016. Zwischenzeitlich hat sich auch schon mein Grundkonzept für das Romanprojekt „Im Feuerglanz der Grünen Galaxis“ verändert. Es wird höchstwahrscheinlich bis Mai 2017 schon erschienen sein, darum hier ein paar Informationen dazu:

Das Titelbild ist bereits vorhanden und wunderschön gelungen (ihr seht es dann beizeiten auf meiner Amazon-AuthorCentral-Seite). Mit diesem Band, der nun den ersten der neuen OSM-Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (BdC) darstellen wird, führe ich euch ins direkte Vorfeld der Grünen Galaxis Bytharg, ins Reich der gestaltwandelnden Berinnyer und der monströsen Statthalter des Bösen. Das ist der KONFLIKT 12, von der TI-Serie gute 50 Milliarden Handlungs­jahre entfernt. Ich gedenke, zwei oder drei dieser Bände im Jahr 2017 zu brin­gen, wobei jedes E-Book drei ursprüngliche Episoden enthalten soll. So mein bisheriger Plan.

Und es gibt für 2017 ein weiteres Planungsprojekt, zu dem auch schon ein be­unruhigendes Cover existiert – „DER CLOGGATH-KONFLIKT“. An Band 1 mit dem Titel „Vorbeben“ arbeite ich bereits. Dies ist gewissermaßen die dritte OSM-Serie, die ich auf euch „loslassen“ werde – der KONFLIKT 13 des OSM.

Ihr seht, langweilig wird es hier nicht. Und besonders auf KONFLIKT 12 könnt ihr euch freuen, weil es da so viele interessante und z. T. schon bekannte Dinge zu entdecken gibt. Welche etwa? Nun, ein Volk, das sich „Allis“ nennt etwa. Einen Kodex, den man das „OKI-STANWER-GESETZ“ nennt. Berinnyer laufen euch über den Weg. Ihr werdet Sternenfeen treffen und den Sonnengarten von Bytharg. Die Baumeister treiben ihr Unwesen, das Portalsystem der Baumeister spielt eine wichtige Rolle, ganz zu schweigen von der Galaxis Arc, der Heimat der Bau­meister. Und dann ist da natürlich der legendäre Sternensektor von Maran-Ghaal, das Herz der Berinnyer-Nationen.

Außerdem gibt es Zeitreisen, Dimensionstunnel, universale Imperien, Geheim­nisse der Vergangenheit, Intrigen und Unterwanderungen, Invasionen… und vieles andere mehr. Ein komplexer Stoff, aber ich glaube, anno 2017 seit ihr gut genug darauf vorbereitet, um viele der Anspielungen und Zusammenhänge rasch zu verstehen.

Das soll für heute dann wieder genügen – ich hoffe, euch gut unterhalten zu ha­ben und verabschiede mich für den Moment.

Wir sehen uns am nächsten Sonntag an gleicher Stelle wieder. Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.