Rezensions-Blog 105: Anti-Eis

Posted März 29th, 2017 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

als mir meine liebe Brieffreundin Babette diesen vorliegenden Roman zum 31. Geburtstag schenkte, also vor rund 20 Jahren – man glaubt es eigentlich kaum, wie die Zeit dahinrast – , da hatte ich von Stephen Baxter wirklich noch keine sehr große Ahnung. Erst recht nicht davon, wie unglaublich produktiv er noch sein würde und was für ein Regal an Werken er bis heute mit erstaunlicher Energie vorlegen würde.

Irgendwie spielte das auch überhaupt keine Rolle, weil der Roman einen emp­findlichen Nerv bei mir getroffen hatte, der schon seit Jahrzehnten aktiv und sensitiv war: die Lust am Fabulieren in kontrafaktischen Welten und den paral­lelen Wirklichkeiten des „Was wäre, wenn…“ Es ist wohl keine Überraschung, wenn ich sage, dass diese Faszination bis heute ungebrochen anhält.

Selbst wenn ich heutzutage gegenüber Baxter ein wenig kühler reagiere, ist doch das ausgesprochen positive Fazit des unten stehenden Romans immer noch aktuell. Und ich bin überzeugt davon, dass Phantasten, die sich heute nach wie vor an den Werken des großen Franzosen Jules Verne begeistern, in diesem Buch sehr auf ihre Kosten kommen werden.

Machen wir uns also auf in eine Welt, in der – ganz im Gegensatz zum „Brexit“ der heutigen Zeit und der „kleinen“ Empire-Lösung des 21. Jahrhunderts Groß­britannien eine globale Großmacht wird, ausgelöst durch den Fund einer rätsel­haften außerirdischen Substanz namens Anti-Eis…

Anti-Eis

(OT: Anti-Ice)

von Stephen Baxter

Heyne-TB 4891

12.90 DM, August 1997

Aus dem Englischen von Martin Gilbert

320 Seiten

Was ist das doch für eine schöne neue Welt, in der man bequem mit den Ein­schienenbahnen zügig die Britischen Inseln bereisen kann und auch mit komfor­tablem Luxus die Hauptstadt Manchester zu erreichen imstande ist. Es gibt so­gar die Pontonbrücken, mit denen die Schwebebahnen nach Frankreich hin­überreisen können. Die britische Hegemonie beherrscht weitgehend die Welt und kann sich zurücklehnen, wenn andere Mächte auf dem Kontinent sich zan­ken, wo noch „Mittelalter“ zu herrschen scheint, beispielsweise im Heiligen Rö­mischen Reich Deutscher Nation, das de facto seit 1806 nicht mehr besteht, wo aber immer noch alles in eine Vielzahl von kleinen Staaten zersplittert ist.

Jedenfalls meinen die Engländer, sich zurücklehnen zu können, um die neuen technischen Wunder zu genießen. Bis sie leider selbst in einen Konflikt hinein­gezogen werden, der auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim tobt…

Eine Fiktion der nahen Zukunft? Mitnichten. Man schreibt das Jahr 1855, und das britische Empire ist durch den Fund einer außerirdischen Substanz nahe dem Südpol, die man Anti-Eis nennt und eine unglaubliche Energiequelle ist, zur weltbeherrschenden Supermacht aufgestiegen. Der geniale Wissenschaftler Josiah Traveller, verantwortlich für eine Vielzahl von Anti-Eis-Erfindungen, ist es auch, der den Gedanken hat, die erfolglose Belagerung von Sewastopol relativ unblutig zu beenden, indem er sich eine spezifische Eigenschaft von Anti-Eis zu­nutze macht: Die Substanz ist nahe dem absoluten Nullpunkt supraleitend und wird ständig von magnetischen, hochfrequenten Feldern durchströmt. Sobald man diese Substanz geringfügig erhitzt, brechen die Felder unter unvorstellba­rer Energieentfaltung zusammen. Leider verschätzt sich Traveller, und die An­ti-Eis-Granate ebnet Sewastopol mit einer nuklearen Explosion ein, was ihn zeitle­bens traumatisiert.

Von da an versucht er, diese Kräfte nur noch friedlichen Nutzungen zuzuführen. Im Jahre 1870 wird der junge Diplomat Ned Vicars, der Fürst Bismarcks Delega­tion in London die Errungenschaften britischer Technik zeigen soll, zufällig in diese Verwicklungen verstrickt. Die Vorstellung des neuesten Wunderwerks, des Landkreuzers PRINCE ALBERT, in Belgien gerät zum Fiasko, weil französische Freiheitskämpfer, die Franktireurs, einen Sabotageakt verüben. Ned Vicars und sein Begleiter Holden kommen nur deswegen mit dem Leben davon, weil sie zufällig auf dem Landkreuzer den genialen Traveller getroffen haben, der ihnen die allerneueste Errungenschaft vorstellt: ein projektilförmiges Gebilde, das er Phaeton nennt: ein Luftschiff. Während er ihnen diesen Prototyp noch zeigt, werden sie jedoch von einem Franktireur entführt und finden sich unversehens in prekärer Lage wieder – im Orbit um die Erde, mit zur Neige gehenden Treibstoffreserven und keiner Möglichkeit, ins Cockpit vorzudringen.

Derweil eskaliert auf der Erde, ausgelöst von der Emser Depesche, der Krieg zwischen Frankreich und Preußen, und er nimmt sehr bald dramatische Formen an. Schlimmer jedoch ist der Existenzkampf im All, weil sich das einzige ansteu­erbare Ziel sehr rasch als menschenfeindlich entpuppt – der Mond…

Stephen Baxter, der neue Shooting-Star der SF in England, hat mit diesem Paral­lelweltenroman ein kenntnisreiches, sehr faszinierendes Buch verfasst, das für mich als Student der Geschichte besonderen Reiz entfaltet, weil viele seiner Prämissen, die er ausdefiniert, zu alternativen Szenarien führen, die von einer bestechenden Plausibilität sind. Es gibt hier und da einige logische Schwächen, zugestanden, im ganzen aber ist es ein beklemmendes Panorama einer Welt, wie sie vielleicht hätte sein können, wenn es diese Substanz oder Traveller bzw. beide je gegeben hätte. Das größte Vergnügen ging für mich weniger von der „Actionhandlung“ aus als vielmehr von dem historischen Umfeld und den liebe­vollen Details. Für Parallelwelt-Fans durchaus ein Gewinn.

Uwe Lammers

© 1997/2005 by Uwe Lammers

Im Vergleich zu den anderen Werken, die ich von Stephen Baxter kenne, mag man dieses Buch hier für eine Art schöne historisch untermauerte Fingerübung halten, das gilt auch für den Umfang. Aber das positive Leseerlebnis reichte un­bedingt aus, um mich neugierig auf weitere Werke seines Verfassers zu ma­chen. Dafür ist „Anti-Eis“ jederzeit geeignet, würde ich sagen.

In der kommenden Woche kümmere ich mich um ein Buch, das ich wirklich in jüngster Vergangenheit gelesen habe und das mich in vielerlei Weise zu überra­schen wusste, weil ich zuvor eigentlich der Auffassung war, die im Zentrum ste­hende Person schon vergleichsweise gut – aus autobiografischer Sicht – zu ken­nen. Der Persönlichkeitsfilter war dort allerdings extrem wirksam, und das hatte im Falle von Patricia Highsmith gute Gründe. Deshalb kommt in der nächsten Woche hier jemand zu Wort, der sich schwer in sie und ihre Eigenheiten verlieb­te.

Seid neugierig, Freunde, das ist eine faszinierende Achterbahnfahrt der Gefüh­le, die euch in sieben Tagen erwartet.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

wie ihr euch vorstellen könnt und aus eigener Lebenspraxis kennt, ist der Monat Dezember stets ein harter Prüfstein – es gibt neben möglicherweise vielen Ge­burtstagsterminen solche Dinge wie Weihnachtsfeiern und die Festtage sowie Silvester zu überstehen… und in meinem Leben kondensiert sich das in Form von zahlreicher Weihnachtskorrespondenz. Neben meiner beruflichen Bean­spruchung gab es also viel Singuläres, temporär strikt Gebundenes zu schrei­ben. Die dafür erforderliche Zeit ging natürlich von meiner freien Zeit ab. Positiv ist allerdings zu vermelden, dass ab dem 24. Dezember Urlaub angesagt war und für kreative Zwecke genutzt werden konnte, buchstäblich bis zur letzten Minute des Jahres.

Denn das war dann die zweite Nagelprobe der Schreibzeit: der Versuch, mög­lichst viel von der zahlreichen liegen gebliebenen Korrespondenz des Jahres zum Jahresschluss noch aufzuarbeiten. Und wenngleich ich mir alle erdenkliche Mühe gab, ist doch sehr viel nicht geschafft worden… der Tag hat halt nur 24 Stunden, und ungeachtet des Glaubens vieler meiner Freunde bin ich doch nur ein normaler Mensch und habe nicht etwa den Erholungsschlaf abgeschafft oder mir eine Legion von Klonen zugelegt, die für mich die Korrespondenz über­nommen hätten.

Seufz. Wenn das Leben doch so einfach wäre wie beispielsweise das Leben auf Tornolaan… ach nein, das ist unfair gesprochen. Das Leben auf dem Techno-Pla­neten Tornolaan am Rand der INSEL Mysorstos im KONFLIKT 4 des Oki Stanwer Mythos (OSM) ist nun wahrhaftig nicht leicht. Ihr werdet das beizeiten erleben, wenn ich die Novelle „Besuch in der Heimat“ fertig gestellt habe und euch zu­gänglich machen kann… irgendwann 2017, hoffe ich, wird das passieren.

Was genau habe ich, ungeachtet der obigen Einschränkungen, in diesem Monat Dezember im Jahresendspurt noch schaffen können, soweit es den OSM und den Archipel betraf? Dies:

Blogartikel 208: Work in Progress, Part 48

(18Neu 87: Rettung für Marconius Stanwer)

(18Neu 88: Wenn Feinde zu Freunden werden…)

(18Neu 89: Oki Stanwer muss sterben!)

Erläuterung: Ihr merkt schon am letzten Titel – mitten in dem abenteuerlich lan­gen und grauenhaften „Zeitschatten“-Zyklus – , dass die Dinge hier aus dem Ru­der laufen. Denn die Wesen, die Oki Stanwer auf die Abschussliste setzen, gehö­ren eigentlich zu seinen Verbündeten: die so genannten Grauhäutigen, künstli­che Lebensformen, die von den Baumeistern erschaffen wurden und ihm als Helfer zur Seite stehen sollten.

Problem: die Grauhäutigen dieser Welt sollten eigentlich gar nicht da sein. Und richtig „ticken“ sie auch nicht. Dies zeitigt katastrophale Auswirkungen…

Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee, Teil 4 – OSM-Roman für BWA-Abdruck

(OSM-Wiki)

Blogartikel 215: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 43

Blogartikel 220: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 44

(DM 64: Der Raumzeitgletscher)

(Eine scharf geschliffene Waffe – OSM-Roman)

(DM 68: Jenseits der Sterne)

Erläuterung: Wer die Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) aufmerk­sam bis zur Gegenwart verfolgt hat, wird bei diesem Titel möglicherweise einen gewissen Argwohn hegen. Sagte doch der Baumeister Nogon in Band 26 der TI-Serie, ein Baumeister-EXIL läge „jenseits des Universums“. Wer hier eine Verbin­dung herzustellen sucht, liegt durchaus richtig. Der Handlungsschauplatz dieser Episode ist der „Sonnengarten“ der Galaxis Milchstraße im 21. irdischen Jahr­hundert. Allerdings liegt das alles, von der Galaxis Twennar aus betrachtet, an­nähernd 100 Milliarden Jahre in der Handlungszukunft… aber es ist ein faszinie­rendes, erotisches Setting mit Sternenfeen in zentralen Positionen. Und was die am liebsten tun, wisst ihr ja aus dem Roman „Die schamlose Frau“ nun wirklich bestens…

(14Neu 39: Transmittermond der Plegg’re)

Erläuterung: Das Volk der Plegg’re taucht hier erstmals namentlich auf, es spielt in der weiteren Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC) dann noch eine bedeutende Rolle innerhalb einer komplizierten Zeitschleife. Beizeiten sage ich mehr dazu.

(DSf 57: Sklaven des SYNDIKATS)

Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee, Teil 5 – OSM-Roman für BWA-Abdruck

(18Neu 86: Die Matrixfehler-Seuche)

12Neu 36: Das Reich hinter dem Universum

Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee, Teil 6 – OSM-Roman für BWA-Abdruck

(Auf und nieder – Archipel-Story)

(E-Book 37: Die Nomaden von Twennar)

14Neu 38: Das Gigant-Syndrom

(Die Rollenspielerin – Archipel-Novelle)

(Sarittas Hilflosigkeit – Archipel-Story)

18Neu 82: Wächter des Vierten Siegels

(14Neu 40: „Oki Stanwer antwortet nicht!“)

(14Neu 41: Mission Todeszone)

Blogartikel 209: Chaos im Mikrokosmos – wenn ein Autor sich in Halbheiten verheddert

Erläuterung: Ja, das ist die nächste Folge der Reihe „Fehler im OSM“, in denen ich ironisch amüsante Verirrungen in frühen Geschichten aus meiner Feder zum Besten gebe. Diesmal erwischt es, mal wieder, den KONFLIKT 14, also die Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“. Worum es genau geht, habt ihr ja vor drei Wochen schon lesen können.

(Mariannes Kursänderung – Archipel-Story)

Erläuterung: Aktuell halte ich das durchaus noch für eine Story, obwohl sie sich im Dezember ab Heiligabend in enormer und schöner Weise entfaltet hat und aktuell 83 anderthalbzeilige Seiten umfasst. Wenn man bedenkt, dass sie Hei­ligabend noch keine 30 besaß, würde ich schon sagen, sie ist gut aufgeblüht. Es kann allerdings sehr wohl sein, dass sie sich zu einer Novelle um 200 Seiten Um­fang entwickelt. Das muss die nächste Zeit zeigen.

(12Neu 37: Soffrols Erbe)

(12Neu 38: Der Bezwinger erwacht!)

(12Neu 39: Der Doppelzeit-Effekt)

(Ungleiche Freunde – OSM-Story)

Erläuterung: Ha, wer da jetzt die Ohren spitzt und denkt „Diesen Titel habe ich doch schon mal vernommen!“, der gehört ohne Frage zu den Lesern der OSM-Geschichte „Der Platz der Steine“. Recht so: Ich sagte damals, die Geschichte der kleinen und reichlich frechen Senyaali auf dem Planeten Swamp/Dawson würde beizeiten fortgeführt werden, und zwar in Form dieser Geschichte. Wie ihr aber sehen könnt, ist sie noch nicht fertig. Die Sachlage ist vielmehr eine ganz andere.

Während ich an dieser Story herumgrübelte, fiel mir auf, dass eine vor Monaten geschriebene neue Szene dafür eigentlich den Stoff für eine eigene Kurzge­schichte hergeben würde… und so wurde sie ausgekoppelt. Das geschah wirk­lich binnen eines Tages, und so entstand der nächste Posten auf meiner kreati­ven Agenda:

Das Versteinerungs-Spiel – OSM-Story

Erläuterung: Die Geschichte spielt vier Jahre nach „Der Platz der Steine“, und sie ist für meine Verhältnisse mit 22 Seiten recht knapp, eher eine Art von Vi­gnette. Aber ich habe sie schon zwecks Veröffentlichung im Fandom bei einer Redaktion eingereicht, und bis dieser Blog euch erreicht, ist sie vermutlich schon erschienen. Mehr an Details über den Inhalt zu verraten, halte ich für inoppor­tun. Ein wenig Grund zur Neugierde soll doch bleiben, nicht wahr…?

(12Neu 40: Krieg in Kirrongar)

Erläuterung: Dies ist der dritte Band der Oki Stanwer-Trilogie, die im Reich der Allis in Koopen spielt, einer Galaxis, die im KONFLIKT 12 auch „Kirrongar“ ge­nannt wird. Warum dies, das können wir ein anderes Mal klären. Faktum ist nur, dass mit Oki Stanwers Erwachen das Chaos, das er ja laut Serientitel be­zwingen soll, erst richtig ausbricht… und die Serie ging raketenartig durch die Decke, was die Geschwindigkeit anging, mit der ich – damals in Hameln im Zivil­dienst sitzend anno 1989/90 – die weiteren Episoden schrieb.

Tolle Zeit, echt. Dazu sage ich sicherlich auch mal irgendwann im Blog mehr. Doch nicht heute.

Für den Moment habe ich den Saum des Monats Dezember 2016 erreicht und alles dargestellt, was ich in den zurückliegenden Wochen schaffen konnte. Wie sich die Dinge im Januar 2017 entwickelt haben, erzähle ich euch in ein paar Wochen.

In der kommenden Woche begeben wir uns mal wieder auf literarische Pfade und erkunden ein weiteres OSM-Gedicht meiner Frühzeit.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 104: Das Pharao-Komplott

Posted März 22nd, 2017 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

dass ich den unten stehenden Roman empfehle, muss wohl nicht überraschen, nicht wahr? Ich meine, wer schon länger meinem Rezensions-Blog folgt, der er­innert sich natürlich an die Blogeinträge 72 „Mythos Ägypten“, 92 „Das Tal“ und 97 „Auf den Spuren unserer Vergangenheit“, und er/sie weiß, dass es gera­dewegs unvermeidlich war, diesen Roman aus meinen Regalen zu ziehen und ihn für den Blog neu zu rezensieren.

Immerhin: Pharaonen stehen schon im Titel. Ein wunderbares ägyptisches Kleinod schmückt die Hardcoverausgabe, die ich vor mehr als 25 Jahren zum vollen Originalpreis erwarb. Und ich bin Ägypten- und Pharaonen-Fan… also bit­te, das ist wirklich ein Must-Have.

Natürlich können die Ahnungslosen unter euch die Stirne runzeln und sich fra­gen: die Pharaonen sind doch lange ausgestorben, wie können die ein Komplott anzetteln…? Aber wer so denkt, überinterpretiert den Titel. Es geht nicht um Wiedergänger-Mumien, definitiv nicht, aber sehr wohl um die ägyptische Ver­gangenheit und einen verborgenen, phantastischen Schatz.

Wer mehr erfahren möchte, der lese weiter.

Das Pharao-Komplott

Von Philipp Vandenberg

Lübbe Hardcover

390 Seiten

Bergisch-Gladbach 1990,

ISBN 3-7857-0589-1

Alles beginnt ganz unscheinbar: im Münchner Hermes-Institut, einer Institution, die mit der routinemäßigen Prüfung der Echtheit von Antiken befasst ist, wird im Jahre 1978 bei der Untersuchung einer kleinen Bastet-Katze in einer Höh­lung der Figur ein Zettel gefunden, der die kryptische Aufschrift „MURDERER No 73“ trägt. Der Zettel wird als Kuriositätenkabinett des Instituts abgelegt, wo man allerlei Fälschungen und Merkwürdigkeiten aufbewahrt. Acht Jahre später stößt Autor Vandenberg, der eine seiner eigenen Antiken hier prüfen lässt, auf diesen rätselhaften Zettel, und er wittert eine interessante Geschichte dahinter. Wie eigenartig sie sich indes entwickelt, man könnte auch sagen: wie tödlich, das vermag er sich in seinen kühnsten Träumen nicht auszumalen.

Zunächst führt die Spur nach Berlin, sodann nach London zum Auktionshaus „Christie’s“ und zu einem rätselhaften Todesfall bei einer Auktion. Adressen, die Vandenberg ausgehändigt bekommt und ihn weiterführen sollen, erweisen sich als fiktiv. Ansprechpartner lassen sich verleugnen. Die Spur verläuft offensicht­lich völlig im Sand… und wird dann noch verwirrender, als er schließlich in Düs­seldorf jenem vermeintlich Toten namens Omar Moussa leibhaftig gegenüber­steht. Aber hier endet die Fährte, das Rätsel bleibt, und Vandenberg steckt für eine Weile auf, für mehr als ein Jahr – bis ihn schließlich ein Manuskript er­reicht, die Lebensbeichte eben jenes Omar Moussa, die ab Seite 23 den eigent­lichen Roman ausmacht.

Moussa ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Ägypten geboren, sein genauer Geburtstag ist nicht bekannt, da er als Findelkind an einer Türschwelle abgelegt wurde. So wächst der kleine Omar Moussa in Kairo nahe dem Mena House auf, der Nobelabsteige der reichen Ausländer, und in der Frühzeit geschieht eigent­lich recht wenig… bis Omar die Chance erhält, für den englischen Ägyptologen Professor Shelley und seine Frau als Dienstbote zu arbeiten. Die nächste Station in seinem Leben, als er etwa 14 Jahre alt ist, ist also im Haushalt der Shelleys in Luxor. In Luxor macht Omar die Bekanntschaft der etwas älteren, bildhübschen Halima, die aus dem Dorf Kurna am anderen Nilufer gegenüber von Luxor stammt, und ehe er sich versieht, steckt er in einer gefährlichen Geschichte und wird tagelang in einem finsteren Gefängnis unter der Erde gehalten. Erst später, als er mit viel Glück gefunden wird, kommt ihm zu Bewusstsein, dass irgendje­mand eine schützende Hand über ihn gehalten haben muss – und ebenso muss jemand ihm das Bildnis einer sitzenden Katzenfigur eingebrannt haben. All dies hat noch langfristige Konsequenzen.

Berühmte Leute kreuzen seinen Weg – der Archäologe Howard Carter, der eng­lische Lord Carnavon und diverse andere. Und während der Junge allmählich zum Mann reift, beginnen in Europa finstere Schicksalswolken zu dräuen: so­wohl der Erste Weltkrieg bahnt sich an, als auch Geheimagenten auf die Spur eines uralten Geheimnisses kommen – in verschiedenen Museen Europas fin­den sich die Bruchstücke einer alten schwarzen Steintafel, und offenkundig ist darauf so etwas wie ein Lageplan chiffriert, der den Weg zum Grabmal des le­gendären Pyramidenbaumeisters Imhotep weisen soll.

Im Laufe der folgenden Jahre, während Omar Moussa seinen Kriegsdienst ab­leistet, werden zunehmend weitere Fährten zu dem rätselhaften Grab des Im­hotep sichtbar, doch stets fehlen entscheidende Stücke. Bald sind der französi­sche und der britische Geheimdienst hinter dem Rätsel her, außerdem eine Gruppe von ägyptischen Antikenhehlern, mit denen Omar Moussa schon ein­mal zu tun hatte. Und schlussendlich gibt es dann auch noch eine Gruppe fana­tischer Nationalisten, die das Gold und die Wissensschätze, die im Grab des Im­hotep verborgen sein sollen, dafür nutzen will, das Joch der Briten über Ägyp­ten ebenso abzuschütteln, wie diese es mit der Herrschaft der Türken geschafft haben.

In diesen Strudel an Ereignissen reißt es den jungen Omar Moussa hinein. Hin­ein in ein Wechselbad der Liebesgefühle einerseits, in ein Intrigengespinst an­dererseits, und ständig lauert Gefahr: Zugstrecken explodieren, Menschen fal­len Seuchen zum Opfer, andere werden in Gräbern erschlagen oder zwischen Dünen erschossen… man kann wirklich nicht behaupten, dass Omar Moussas Lebensweg in irgendeiner Weise langweilig ist – und schließlich erreichen die Jäger nach dem Grab des Imhotep tatsächlich die Zielgerade, und das Grab scheint zum Greifen nahe… aber eben auch das entsetzliche Verhängnis, das bisher die Entdeckung so wirkungsvoll verhindert hat…

Vandenbergs Roman liest sich über weite Strecken wie ein akribisch recher­chierter Antikenkrimi, und das ist auch vollkommen intendiert. Da ich durch die zahlreichen Werke zum Thema Altägypten schon hinreichend sensibilisiert war und jüngst natürlich durch die Lektüre der beiden Sachbücher „Das Tal“ und „Auf den Spuren unserer Vergangenheit“, da fiel es mir umso leichter, in die Szenerie wieder einzusteigen… wieso wieder? Weil ich den Roman am 25. Okto­ber 1990 in Gifhorn gekauft und im Dezember desselben Jahres das erste Mal verschlungen hatte. Kann man nicht anders nennen, und auch jetzt endete das Lesevergnügen schon nach fünf bedauernswerten Tagen. Gute Bücher, ich kann das nicht oft genug wiederholen, sind einfach immer zu kurz, egal, wie lang sie letztlich auch sein mögen (ihr kennt diese Klage von meiner Lektüre der Bücher von Diana Gabaldon).

Knapp 26 Jahre hatten aber trotz einer 1991 publizierten ersten Rezension des Romans völlig hingereicht, um fast die gesamte Handlung aus meinem Verstand zu tilgen. Im Gegensatz zu manch anderem Leser habe ich eben kein fotografi­sches Gedächtnis, und das ist ganz gut so. Ich ließ mich also, Fan der ägypti­schen Antike, höchst bereitwillig in die Geschichte hineinsaugen und verfolgte die Schicksals- und auch Herzenswirren des Omar Moussa durch die Jahrzehnte seines Lebens. Eine sehr anrührende, aufregende Lektüre, wie ich finde.

Nun muss man natürlich sagen, dass Vandenberg während seiner Erzählung gründlich aus der Rolle fiel, wenn es um die Wiedergabe von Gesprächen ging, an denen sein Protagonist Omar Moussa nicht beteiligt war. Da merkt man dann sehr deutlich die Grenzen, die Vandenberg durch die Erzähltechnik gesetzt waren und die er einfach im Schreibfluss ignorierte. Das trübt den ansonsten schon sehr soliden Eindruck an zahlreichen Stellen ordentlich. Allerdings nur, wenn man ein sehr kritischer Leser ist. Falls man, wie es wohl vielen Leuten er­gehen wird, die Erzählperspektive nicht realisiert, fallen einem viele Fehler wohl gar nicht auf.

Was ich als sehr wohltuend empfand, war die Tatsache, dass sich Vandenberg WIRKLICH mit Ägyptologie einerseits und mit dem ägyptischen Alltagsleben an­dererseits hervorragend auskennt. Die Zeit selbst, in der der Großteil des Ro­mans spielt, also von der Jahrhundertwende bis etwa 1925, ist für mich als His­toriker besonders reizvoll. Und so komme ich nicht umhin, dem Roman unge­achtet gewisser inhaltlicher und struktureller Schnitzer zu attestieren, dass er ansonsten außerordentlich gelungen ist und einen schönen spannenden Ein­stieg in Vandenbergs historische Romane einerseits und seine mit historischem Faktenbezug geschriebenen Thriller andererseits darstellt.

Doch, „Das Pharao-Komplott“ ist in meinen Augen ein zu Unrecht heute ver­gessener Roman, den sollte man dringend mal wieder entdecken. Ach ja, und warum heißt das Buch eigentlich so, wie es heißt? Imhotep ist bekanntlich Bau­meister gewesen, kein Pharao (ach ja, und vergesst jetzt einfach mal „Die Mu­mie“ und „Die Mumie kehrt zurück“, die Brendan Fraser-Filme gab es damals doch noch gar nicht!). Das stimmt natürlich. Aber dieses Geheimnis wird an die­ser Stelle nicht verraten. Das solltet ihr wirklich selbst aufdecken. Es lohnt sich!

© 2016 by Uwe Lammers

Genug neugierig gemacht? Gut so. Dann sucht den Roman und schmökert ihn durch, ich bin überzeugt, ihr werdet euch nicht langweilen, sondern mitfiebern auf der Suche nach dem verborgenen Schatz. Es ist wirklich eine packende Lek­türe.

Was will ich euch in der nächsten Woche zeigen? Nun, da reisen wir in ein recht exotisches Paralleluniversum – wenngleich wir immer noch ein gutes Stück in der Vergangenheit verweilen. Denn die Parallelabspaltung beginnt in dieser Welt kurz nach dem Jahre 1850, als die Briten im Krimkrieg die erste Nuklear­waffe der Welt einsetzen…

Bizarr? Ich verspreche euch, das ist wirklich erst der Anfang. Mehr in sieben Ta­gen an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

vor sechs Wochen brach ich den Argumentationsgang, was meine kreative Vita des Oki Stanwer Mythos angeht, Ende Februar 2011 ab und versprach euch, dass wirklich eine wilde Zeit bevorstand. Das war dann auch wirklich der Fall, und die Ursache lag in meinen beruflichen Verpflichtungen.

Ich war seit einigen Monaten bei der Ostfalia, der Fachhochschule Braun­schweig-Wolfenbüttel, unter Vertrag und führte autonom ein Aktenerschlie­ßungsprojekt durch, das in diesem Monat März 2011 seinen Abschluss fand. Au­ßerdem näherte ich mich in raschen Schritten der Fertigstellung der kommentier­ten Abschrift des KONFLIKTS 17 des OSM, der Serie „Drohung aus dem All“ also. Und wie das meist so ist, generiert bei mir der Fortfall eine abgeschlosse­nen Arbeit automatisch das Verlangen, eine weitere Altlast aufzuarbeiten.

In meinem Fall war das spontan der KONFLIKT 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ (KGTDUS), an der ich zwischen 1984 und 1989 gear­beitet hatte. Die Serie kam auf 114 Episoden, und die frühen sind sehr kurz. Das hatte zur Folge, dass ich die Episoden 1-5 der kommentierten Abschrift, kurz „18Neu“ genannt, in einem regelrechten Sturmlauf absolvierte. Die Episoden bis Band 10 wurden in der Manier wie in KONFLIKT 17 zumindest parallel schon begonnen.

Daneben feilte ich ein wenig weiter an dem Romanmanuskript „Die Totenköpfe 2: Durch die Ruinenwelten“, an der OSM-Geschichte „Ani und das Wolken­mädchen“, an der vermeintlichen „Story“ „In der Hölle“, an dem Roman „Die schamlose Frau“ (beide sind ja inzwischen längst als E-Book erschienen).

Es ging weiter mit Fortführung der Schreibarbeiten an „Auf Sklavenjagd“ und – naheliegend, wenn man sich mit dem KONFLIKT 18 beschäftigt – mit der nä­heren Ausarbeitung des Romans „DER SIEGEL-KONFLIKT“… oh, und das muss ich vermutlich näher erläutern. Ich habe zwar gewiss schon darauf hinge­wiesen, dass ich an diesem Werk seit 1988 arbeitete, aber das mag euch inzwi­schen entfallen sein:

DER SIEGEL-KONFLIKT“ soll eigentlich einmal die Romanausarbeitung des KONFLIKTS 18 sein, so eben, wie „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ (CK) die Ausformulierung des KONFLIKTS 13 „Oki Stanwer Horror“ (OSH) ist. Und ganz so wie dort habe ich im Fall des vorliegenden (bislang natürlich krass fragmentarischen) Romans einen Einleitungsteil geschrieben, der jedoch deutlich surrealer ist als im CK-Fall.

Anschließend rutschte ich für kurze Zeit ab in den nach wie vor rätselhaften KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ (DSj), wo ich in der Episode 56 (bis heute fragmentarisch) über „Die Mauern der Offenbarung“ schrieb. Das ist definitiv eine Episode, für deren Fertigstellung ich aktuell noch nicht be­reit bin… was einiges über deren Bedeutungsinhalte aussagt.

Gleich darauf hüpfte ich über mehrere Universen back in time und fand mich in KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM) wieder, wo ich an der Story „Die Intervention“ arbeitete. Wer meine E-Book-Storysammlungen kennt, hat diese Geschichte mit einem leibhaftigen Baumeister in zentraler Posi­tion natürlich schon inhaliert.

Gegen Ende des Monats schaffte ich es außerdem, mit „Zu Besuch in einem kleinen Dorf“ eine frühe Archipel-Story zu überarbeiten. Sonst ließ mich in die­sem Monat März der Archipel angenehm in Ruhe.

Am 3. April vollendete ich dann endlich die kommentierte Abschrift von KON­FLIKT 17. Da verschnaufte ich dann ein Weilchen… und rutschte dramatisch in den Archipel zurück. Die scheinbare Story „Ana und die Sklavinnen“ mutierte binnen weniger Wochen zu einem Roman, der ungeahnte Ausmaße annahm. Er ist nach wie vor nicht einmal entfernt fertig, aber die Storyline ist relativ klar ausdefiniert. Ein beunruhigender gesellschaftspolitischer Roman, der die Skla­vengesellschaft von Asmaar-Len von unten beschreibt.

Dann entstand für FAN der zweite Teil des Reports „Inside TOTAM oder Wie es ist, im Jenseits zu sein“ – dieses Werk bezieht sich auf die Genese des OSM-Romans „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“, mit dem ich relativ kurz zuvor fertig geworden war. Mit Hilfe von Auszügen wollte ich ein wenig tiefere Ein­blicke in den Oki Stanwer Mythos und das Wesen der Macht des Bösen namens TOTAM geben… ich würde den Ansatz heute als misslungen betrachten, aber es war ein interessanter Versuch.

Die Weiterarbeit an zahlreichen Archipel-Geschichten schloss sich an, aber son­derlich viel weiter kam ich in diesem Monat nicht. Ich nehme an, dass der Ana-Roman viel Zeit verschlungen hat. Es ist nicht umsonst in diesem Monat ein Glossar dafür angelegt worden. Und natürlich steckte ich auch bis zum Scheitel in Anton Devorsins Lebensgeschichte, also dem Roman „Die schamlose Frau“, der dann am 2. Mai fertiggestellt werden konnte.

Gleich darauf erfolgte auch die Fertigstellung des Romans „In der Hölle“, wäh­rend ich mich auf der anderen Seite wieder in den Archipel zurück orientierte und hier mit „Abenteuer im Archipel“ an einem Roman und mit „Shayas Be­stimmung“ an einer Kurzgeschichte weiterschrieb.

Als nächstes Großprojekt erwies sich der OSM-Roman „Eine scharf geschliffe­ne Waffe“, den ich im Dezember 2010 begonnen hatte und der nun wirklich Fahrt aufnahm. Wie umfangreich er letztendlich werden sollte, davon machte ich mir hier dennoch keine Vorstellung.

Überhaupt pendelte ich in diesem Monat auch weiterhin zwischen beiden kreati­ven Polen munter hin und her. OSM – in Form des Romans „Quisiins letzter Fall“ – und der Story „Der Orgasmus-Symbiont“… und dann schlug das Pen­del in die Gegenrichtung aus und schleuderte mich etwa mit der Story „Zwei Welten“ in den Archipel zurück.

Da ich mich allerdings dank „In der Hölle“ ordentlich in den KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR) eingelebt hatte, konnte es nicht verblüf­fen, dass ich in diesem Universum nun verstärkt haften blieb. Während ich an den dortigen Episoden 10 und 11, die sehr komplex waren, noch nicht sehr weit vorwärts kam, entstanden in schneller Folge die Episoden 15 und 16 sowie 17 und 22. Besonders letztere, „Die finstere Seite des Daseins“ war von Furcht einflößender Intensität, und den armen Techno-Träumer Torkeron, der sich un­vermittelt in just dem Setting wiederfand, das ich mit „In der Hölle“ gerade verlassen hatte (!!), den konnte man nun echt nicht beneiden.

Um mich ein wenig abzukühlen, begann ich mit der Abschrift einer alten OSM-Story mit dem Titel „Die Dunkle Macht“, die in KONFLIKT 9 spielt, also in der Serie „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“ (DKdO). Da diese Geschichte aber schon in den 80er Jahren entstanden ist, hat sie mit der modernen Serie nur recht wenig zu tun. Ich werde diese Story auch gründlich ausarbeiten müssen, ehe ich sie euch zeige.

Und dann war ich wieder im Archipel, um an der Story „Assarons Abenteuer“ zu schreiben bzw. an „Gefunden in den Dünen“, an „Contessa Marianne de Witt“ (Planungstitel) oder an „Sarittas Hilflosigkeit“, „Raubgut“, „Rückzug ins Liebeskloster“ und „Kapitän Taisanors Geschichte“. Freilich kam ich in all diesen Geschichten nicht wirklich intensiv vom Fleck. Dasselbe galt dann für das Ende des Monats auch, wo ich nach Fertigstellung der Episode 8 von KON­FLIKT 18 (Eigentitel: „Zomar greift an!“) noch die Episoden 11-15 vorplante. Den Schluss des Monats April bildeten dann zwei Episoden aus dem „Insel-Re­genten“, die Bände 18 und 19, die ich auch nur skizzieren konnte.

Aber gerade dieser Zweiteiler, der dann im Mai rasch vollendet wurde (obwohl der zweite Band, „Die Wirbelzone“, über 60 einzeilige Manuskriptseiten be­sitzt), zog mich massiv in seinen Bann. Auch dazu sollte ich vielleicht kurz et­was erläutern.

Diese beiden Episoden, „Naams Protegé“ und eben „Die Wirbelzone“ decken einen Zeitraum von mehreren Handlungsjahrzehnten vor Beginn der eigentli­chen Serienhandlungszeit ab. Es geht hier um das Schicksal des Technos Salvo­don, der Zeuge der Vernichtung seiner Heimatwelt wird und als hochbegabtes Kind von dem Baumeister Naam quasi „adoptiert“ wird, auf dass er „Fehlersu­cher“ wird. Er lernt das geheime Fach „Rätselkunde“ kennen und stößt auf das Mysterium der Matrixfehler, von dem beizeiten in anderen Blogartikeln noch viel zu lesen sein wird. Dabei stößt er unter anderem auf yantihnische Matrix­fehler, auf MINEURE der Troohns und monströs verwandelte Shonta… ja, ich sage euch, jeder, der die TI-Serie kennt, wird hier eine massive Ballung von Aha-Effekten erleben.

Und in derselben Serie, ebenfalls im Monat Mai, kümmerte ich mich dann um so monströse Dinge wie „Die Spiegelstadt“ (Band 10) und die furchtbare Reak­tion auf deren Entdeckung – niedergeschrieben in Band 11 „Helfen und Ver­nichten“. Na ja… und weil ich sowieso gerade intensiv in KONFLIKT 4 steckte, blühte natürlich auch die Geschichte „Jaleenas zweites Leben“ auf, die hier spielt. Ihr kennt sie inzwischen als vierten Roman der Annalen.

Dann schoss außerdem die nächste OSM-Geschichtenidee in mir hoch (ebenfalls in Bezug auf KONFLIKT 4, was habt ihr denn gedacht?), nämlich „Das Ge­heimnis von Troncadur“. Ich versuchte mich erfolglos ein wenig mit begonne­nen Episoden von KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ (HdH) ab­zulenken, aber das brachte nichts. Auch beim Archipel-Roman „Rhondas Auf­stieg“ machte ich nur eine kurze Stippvisite, ehe ich mit IR 24 „Projekt 700.000“ in den OSM zurückrutschte. Und dann entstand auch noch der OS­M-Hintergrundtext „Inferno in der INSEL“, womit mir endgültig klar wurde, warum ich aus dieser Serie nicht herauskam – weil sie so kurz und gnadenlos sein wird. Zwar hat die INSEL eine mehrtausendjährige Geschichte, aber die gerät an den Abgrund der Vernichtung in der Seriengegenwart. Es kündigt sich gegen Ende von „In der Hölle“ ja schon an.

Wahrhaftig, als das Monatsende des Juni kam, war ich sehr erleichtert. Ein Alp­traumgeschichten-Monat lag hinter mir. Aber das war natürlich noch nicht das Ende vom Lied… mehr dazu sage ich euch im nächsten Teil dieser Artikelreihe in ein paar Wochen.

Bis dann, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 103: Die Ajima-Verschwörung

Posted März 15th, 2017 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

diesmal haben wir in dem breiten Regal von Clive Cussler-Veröffentlichungen ein Werk vor uns, das vermutlich inzwischen weitgehend der Vergessenheit an­heimgefallen sein dürfte – aber wie ich finde, geschieht das zu Unrecht. Das vorliegende Buch ist zweifellos erheblich packender, realistischer und dramati­scher, als es die meisten modernen Cussler-Romane sind. Selbst wenn meine Erstlektüre gut 20 Jahre zurückliegt, habe ich mich bei der Zweitlektüre im Jahr 2015 kein Stück gelangweilt… und das will durchaus was heißen und lässt sich nicht allein mit meinem mäßigen Gedächtnis begründen.

Besonders in einer Zeit, in der leider Gottes Terroranschläge international ein Phänomen sind, das man überall beobachten kann, und in einer Gegenwart, in der sich Politiker fast schon vor ihrem eigenen Schatten fürchten, ist es viel­leicht nützlich, an das James Bond-Setting dieses Romans zu erinnern und ihn als eine Art von Gegenmittel zu präsentieren.

Natürlich geht es darin auch um Terroranschläge. Aber sie erfolgen nicht seitens amorpher, gesichtsloser Schurken mit versponnenen quasi-religiösen Wahnvor­stellungen, sondern haben sehr handfeste wirtschaftliche Gründe. Weswegen es ja auch Dirk Pitt und seinen Mannen letztendlich möglich ist, die Gefahr zu verfolgen und abzuwenden.

Wie genau das gelingt, und worum es geht? Nun, schauen wir einfach mal ge­meinsam in das folgende Buch:

Die Ajima-Verschwörung

(OT: Dragon)

Von Clive Cussler

Blanvalet 35811

München 1991

544 Seiten, TB

ISBN 3-442-35811-6

Aus dem Amerikanischen von Dörte und Frieder Middelhauve

In Kriegen werden Verbrechen begangen, das ist ein Allgemeinposten. Weniger angenehm und gern verschwiegen ist dabei freilich die Tatsache, dass Verbre­chen auf allen Seiten begangen werden, auch auf Seiten der so genannten „good guys“. Die scheußliche Tatsache, dass Mörder auf der siegreichen Seite nach Kriegsende als Helden gefeiert werden, während jene auf der Verlierersei­te als Kriegsverbrecher gelten, sind zwei Seiten einer Medaille, von denen gar zu gern nur die glänzende Seite gezeigt wird.

Der mit Abstand grässlichste Exzess des Zweiten Weltkriegs ist ohne Frage die Entwicklung und der planmäßige Einsatz von Nuklearwaffen von amerikani­scher Seite gegen das japanische Volk – wie berechtigt dies auch immer gewe­sen sein mag, es ist und bleibt dennoch ein Verbrechen. Und Clive Cussler spinnt dieses Garn nur insofern ein Stück weiter, als er postuliert, dass es mehr als zwei Einsatzpläne nuklearer Artillerie gegen die japanische Zivilbevölkerung gegeben haben könnte. Damit beginnt diese Geschichte.

Am 6. August 1945 startet von Shemya Island, Alaska, eine dritte Maschine un­abhängig von denen, die Nagasaki und Hiroshima zum Ziel haben. Diese Ma­schine, ein B 29-Bomber mit dem eigenwilligen Namen „Dennings’ Demons“ unter Major Charles Dennings hat das Flugziel Tokio. Die Mordwaffe in dem Bauch seines Flugzeugs trägt den grotesken Namen „Mother’s Breath“. Doch sie erreicht ihr Ziel nie – ein zufälliger japanischer Flieger entdeckt die Todesma­schine und beschädigt sie so schwer, dass sie in den Pazifik stürzt, in die Tiefen des Meeres. Sie wird nie wieder gefunden.

Am 3. Oktober 1993 – also wie in allen klassischen Cussler-Romanen einige we­nige Jahre vor der Schreibzeit in der nahen Zukunft – findet Captain Arne Kor­vold des norwegischen Schiffes Narvik im Pazifik driftend ein japanisches Frachtschiff mit mehr als siebentausend Pkws an Bord. In der Annahme, dass sich mit dem Abschleppen des Havaristen gutes Prisengeld verdienen lässt, be­tritt ein kleines Kommando das Schiff… und stirbt einen grässlichen Tod. Schlim­mer noch: es wird eine mehrfache Nuklearexplosion ausgelöst, die sowohl den Havaristen, die „Divine Star“ als auch die Narvik schlagartig versenkt. Außerdem erwischt es noch ein britisches Forschungsschiff, das in der Nähe tätig ist.

Letzteres ist besonders verheerend, weil von dort aus eine Tiefseemission in mehreren tausend Metern Wassertiefe geleitet wird. Auf einmal ist die kleine Tauchkapsel in der Tiefsee eingeschlossen, dem sicheren Tod ausgeliefert.

Doch so obskur es klingt, es gibt noch Zeichen und Wunder, selbst in der Tiefsee – Craig Plunkett, Dr. Raul Salazar und Stacy Fox werden tatsächlich gerettet, ob­gleich sie anfangs glauben, sie würden halluzinieren. Stattdessen finden sie sich in einer streng geheimen untermeerischen Forschungsbasis wieder, die von der kleinen Stammbesatzung als „Schlamm“ bezeichnet wird. Projektleiter sind zwei alte Bekannte der Leser: Dirk Pitt und Albert Giordino von der NUMA.

Dummerweise hört die Kette der Katastrophen nicht auf – ein untermeerisches Beben zwingt die NUMA-Leute, die Basis aufzugeben und zur Oberfläche aufzu­steigen… wobei es Dirk Pitt nur mit einer gehörigen Menge Grips und viel, viel Glück schafft, das Desaster zu überleben.

Parallel dazu gibt es in den Vereinigten Staaten Schwierigkeiten mit den Vertre­tern japanischer Wirtschaftsdelegationen, deren Konzerne immer größeren Ein­fluss auf Hawaii und in Kalifornien gewinnen. Federführend ist ein Mann na­mens Ichiro Tsuboi. Seine härtesten Gegenspieler auf amerikanischer Seite sind Senator Michael Diaz und Senatorin Loren Smith – letztere ist den Lesern aus di­versen anderen Abenteuern von Clive Cussler hinlänglich bekannt. Während die Verhandlungen mit den Japanern sich also immer mehr hinziehen und die ame­rikanische Seite mehr und mehr schlechte Karten besitzt, ermitteln die amerika­nischen Geheimdienste, dass die Nuklearexplosion im Pazifik auf japanische Nu­klearwaffen zurückzuführen sein muss, die offensichtlich versteckt in Automobi­len nach Nordamerika eingeschmuggelt werden.

Heimlich wird das so genannte MAIT gegründet, das „Multi Agency Investigati­ve Team“, und dank ihrer Erkenntnisse im Pazifik werden Dirk Pitt und Al Giordi­no schanghait, um darin mitzuwirken. Das Ziel muss es sein, herauszufinden, wer die Bomben hergestellt hat, wer sie wie in die Staaten einschmuggelt, wel­ches konkrete Ziel er damit verfolgt und dies alles abzustellen.

Zu dumm, dass die Zeit gegen sie arbeitet.

Auf der Gegenseite ist der japanische Industrielle Hideki Suma dabei, in Verbin­dung mit einem kriminellen Geheimbund, dem er selbst angehört, auf eine ja­panisch dominierte neue Weltordnung hinzuarbeiten. Das „Kaiten-Projekt“, wie es intern heißt, ist sehr viel mehr als nur eine Drohgebärde, und es arbeitet keineswegs nur mit zwei Nuklearwaffen, sondern noch mit ganz anderen Tricks. Unter enormem finanziellem Einsatz und perfekter Tarnung hat Suma das so genannte „Drachenzentrum“ errichtet (daher auch der amerikanische Originaltitel des Romans), und er bedient sich dabei vielfältiger modernster Technik, perfekter Überwachung, alter traditioneller Mordwaffen und solcher Strategien wie Unterwanderung und Erpressung.

Schlimmer noch: Selbst als die Leute von MAIT schließlich herausfinden, dass die Zentrale auf dem „Ajima Island“ positioniert ist, weiß niemand, wo diese In­sel liegt oder wie sie aussieht. Der einzige Hinweis führt zu einem japanischen Gemälde, das aber seit 1945 in Deutschland als verschollen gilt.

Und der Countdown tickt. In wenigen Tagen ist das Drachenzentrum einsatzbe­reit – dann droht der Untergang der Weltmächte auf eine ganz besonders perfi­de Art und Weise…

In den späten 80er Jahren und den frühen 90er Jahren war das goldene Zeital­ter der japanischen Hochtechnologie angebrochen. Ständige Rekorde insbeson­dere im Bereich der Halbleitertechnik, der Mikrochipproduktion, der Automati­sierung und Robotisierung beherrschten die Schlagzeilen der Presse. Kein Wun­der also, dass sich Clive Cussler auf seine gewohnte Art und Weise dieser The­matik annahm. Vermischt mit dem Grundgedanken, dass sich die stolzen japani­schen Industriellen an den Amerikanern zu rächen versuchten und dies, ganz besonders perfide, gewissermaßen mit der Aug um Auge-Methode, nämlich via nukleare Sprengsätze, das hat schon einen nicht geringen Reiz.

Ebenso vermeidet es Cussler in diesem Roman glücklicherweise, einseitig natio­nalistische Klischees flächendeckend zu bedienen. Nicht „die Japaner“ als ganze Nation sind hier originär die Bösen, sondern gewissermaßen ein singulärer ein­zelner Bösewicht und „Mastermind“, der nur eben, weil dies in den Plot passt, Japaner ist. Außerdem ist Hideki Suma auf eine durchaus originelle Weise eine Ausnahme bei Cusslers „Villains“, wie man dann gegen Ende des Romans erken­nen kann. Ich möchte hier der Lektüre nicht vorgreifen.

Interessant ist ebenfalls, wie unbestreitbar genial die japanische Technologie dargestellt wird – es ist also offenkundig, dass hier nicht plumpe Technikphobie (wie man sie beispielsweise relativ krass in den „Terminator“-Filmen sehen kann) regiert, sondern ein durchaus ambivalentes, ja, anerkennendes Verhält­nis. Hier ist klar zu erkennen, dass das Positive an Technologie ebenso regis­triert wird wie das Negative, was dann das Wesen von Technik gut wieder ein­fängt: Ein Messer kann, um nur ein schlichtes Beispiel zu nehmen, für Nutzan­wendung genommen werden als auch als Waffe zum Töten von Lebewesen.

Und das Buch hat auch insofern noch einen respektablen Schock parat, als dort tatsächlich – und zwar schon überraschend zeitig – der erschreckende Satz fällt: „Pitt hätte ungläubig aufgelacht, wenn jemand ins Cockpit gekommen wäre und ihm gesagt hätte, dass Admiral Sandecker in wenigen Wochen an seinem Grab stehen und die Trauerrede halten würde.“

Was das jetzt wieder bedeutet?

Tja, Freunde – lesen! Ich zweifle daran, dass ihr länger als vier Tage für das Buch brauchen werdet. Das jedenfalls war mein Lesetempo beim zweiten Durchgang (der erste erfolgte im Dezember 1995).

Spannender Lesestoff, unbedingt!

© 2015 by Uwe Lammers

In der kommenden Woche bleiben wir in gewisser Weise dem Thriller-Genre verhaftet, schlagen aber eine völlig andere Gangart ein, die dem Thema auch durchaus angemessen ist. Es geht nach Deutschland, und alles beginnt in einem Museum mit einer kleinen, uralten Katzenfigur.

Was das bedeutet? Und warum das zu einer archäologischen Schnitzeljagd führt? Das solltet ihr wirklich nicht verpassen.

Die Antwort findet ihr in der kommenden Woche an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Blogartikel 210: Legendäre Schauplätze 2: Bytharg

Posted März 12th, 2017 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es liegt für euch sieben Wochen zurück (für mich indes mehr als sechs Monate), seit ich den ersten Eintrag in dieser neuen Blogartikelreihe bringen konnte. Wir reisten dabei gemeinsam in die Frühzeit des OSM anno 1986 und konnten eini­ge Informationen über den ersten legendären Schauplatz, alphabetisch gespro­chen, teilen, den ich euch vorstellen wollte: die Baumeister-Galaxis Arc.

Da ich gern nach Möglichkeit in alphabetischer Reihenfolge bleiben will, kom­men wir heute zum Buchstaben B. Da gäbe es einiges an Auswahl: Beltracor, Bool… aber meine Wahl fiel auf die Sterneninsel Bytharg. Ich denke, das kann euch nicht verblüffen.

Auch die Galaxis Bytharg ist schon so etwas wie ein eherner Stabilisierungspfei­ler des Oki Stanwer Mythos (OSM), und mit Recht. Viele Details darüber, WARUM Bytharg so zentral ist, kann ich leider an dieser Stelle noch nicht ent­hüllen, dafür ist noch nicht genügend Vorarbeit geleistet worden. Aber vertraut mir, Freunde, das wird nachgeholt. Es ist allein eine Frage der Zeit.

Bytharg erschien nach meiner Erinnerung im Sommer 1987 auf der Bildfläche des OSM, und auf durchaus spektakuläre Weise. Damals befand ich mich in der Ausbildung zum Bürokaufmann im Rahmen des so genannten „Ausbildungs­platzprogramms des Landes Niedersachsen“ (APN), organisiert von der Oskar-Kämmer-Schule in Gifhorn.

Kreativ befasste ich mich damit, in KONFLIKT 18 Kampf gegen TOTAMS Dämo­nen und Schergen (KGTDUS) energisch voranzukommen, was auch gelang. Der KONFLIKT 14 Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa (FdC) neigte sich dem Ende zu (das dann Anfang 1988 auch tatsächlich kam). Und wie immer, wenn sich durch solche Serienenden neue kreative Freiräume ergeben, spross in meiner Seele das Szenario für KONFLIKT 12 Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos (BdC). Bis Jah­resende sollte ich 12 Episoden geschrieben haben.

Inwiefern hatte das mit Bytharg zu tun?

Nun, die Sache war folgende, und irgendwann im Jahr 2017 könnt ihr das aller Wahrscheinlichkeit nach auch im E-Book-Format nachlesen: die Serie startete im Sternhaufen Pholyar. Und Pholyar liegt nun einmal direkt im Halo der Grü­nen Galaxis Bytharg. Für die reptiloiden Tasvaner, die hier leben, ist Bytharg das erste Fernflug-Raumfahrtziel, nur rund 2000 Lichtjahre entfernt von ihrem eige­nen bescheidenen und kleinen Sternenreich.

Zu dumm, dass Bytharg dicht bevölkert ist. Noch dümmer, dass die Wesen, die dort leben, grundsätzlich untereinander verfeindet und darüber hinaus auch noch versklavt sind.

Die Berinnyer.

Ja, ihr kennt die Berinnyer bereits (etwa aus der Story „Der Platz der Steine“), und an gegebenem Ort sage ich euch noch deutlich mehr zu ihnen und ihrer geheimnisvollen, faszinierenden Geschichte. Doch heute geht es um ihre Hei­mat, Bytharg. Es ist eine gewaltige, rund 200.000 Lichtjahre durchmessende Ga­laxisspirale, die von einem rätselhaften und ursprungslosen grünen Glühen durchzogen wird, das ihr den Beinamen „Grüne Galaxis“ gegeben hat. Man kann sie vermutlich von überall im Universum mit geeigneten Teleskopen aus­findig machen.

Vor langer Zeit, soviel ist heute bekannt (damals natürlich noch nicht), wirkte hier ein Baumeister namens Maran und versuchte sich daran, ein ultimates Volk zu erschaffen – ein Plan, der durchaus funktionierte, aber gewisse… Schwächen aufwies, weswegen er seinen ursprünglichen Zweck nie erfüllte. Dazu sage ich mehr in KONFLIKT 19 Oki Stanwer – Der Missionar (DM), und auch dies sei heu­te nur angedeutet.

In KONFLIKT 12 erweist sich Bytharg nicht nur als Sehnsuchtsziel der tasvani­schen Nation, sondern auch als ein Ort fundamentalen Schreckens. Sitz einer dämonischen Macht namens CROSSATH, die bereit ist, das Universum mit Ter­ror und Entsetzen zu überziehen. Schauplatz eines erbitterten, aber unterdrück­ten Völkerkrieges, der in dem Moment wieder blutig und grauenhaft ausbricht, als ein Wesen, das man „Volksbefreier“ nennt, einen heroischen Tod stirbt.

Zugleich, und wir sind noch immer in KONFLIKT 12, stellte Bytharg das Invasi­onsziel der Heere Oki Stanwers aus der Galaxis Koopen dar… über die Gründe für diesen Feldzug lest ihr beizeiten in der genannten Serie Näheres, da möchte ich nicht vorgreifen. Als ich schließlich 1993 die letzten Zeilen an der Serie Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos schrieb, war Bytharg ein Ort ungeheuerlicher Schrecken und besaß zugleich eine Historie, die mehr als einhunderttausend Jahre in die Vergangenheit reichte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits in einem zweiten KONFLIKT Bytharg als Austragungsort eines kosmischen Krieges entdeckt. Angefangen hatte das alles schon im Jahre 1988, also bald nach dem Start von BdC. 45 Milliarden Hand­lungsjahre von dem kleinen tasvanischen Sternenreich entfernt, buchstäblich in einem anderen Universum, schwelte im so genannten KONFLIKT 21 Oki Stan­wer – Fürst von Leucienne (FvL) die Auseinandersetzung zwischen den bärenge­staltigen Meshorern (ganz offensichtlich, aber das wurde mir erst später klar, mit den Sargoy aus Bytharg verwandt) und den humanoiden Sinarern und ihren Allianzvölkern. Dies geschah in Leucienne, 80,4 Millionen Lichtjahre von Bytharg entfernt.

Nun, für Baumeister-Technologie ist das keine Distanz, die unüberbrückbar wäre. So ergeht es dann auch dem Alassor Sesh-ghy-Taa, der sich durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in eine Geheimstation des angeblich lange verblichenen Fürsten von Leucienne, Oki Stanwer, verirrt und von einem Grau­häutigen kurzerhand als Helfer des Lichts klassifiziert (leider ein Irrtum) und dann nach Bytharg expediert wird.

Vom Regen in die Traufe, muss man leider sagen. Denn hier ist Bytharg alles an­dere als ein sicherer Hafen. Vielmehr handelt es sich um die Heimat dreier Völ­ker, die ihr wahrscheinlich auch bald als „legendär“ einstufen werdet, weil sie so oft auftauchen.

Welche Völker? Nun, zwei könnt ihr euch nach den obigen Worten schon den­ken: Berinnyer und Sargoy… wenigstens auf den ersten Blick. Irritierend scheint, dass die hiesigen Berinnyer sich als „Darassahuurer“ bezeichnen (diese Bezeich­nung geht auf die Spätbände von KONFLIKT 12 zurück, mir fehlt hier der Raum, um das genauer zu erläutern, das tue ich etwas später).

Und dann ist da dieses Volk schwarzer Zwerge…

Schwarze Zwerge? Doch nicht etwa…? Doch, genau die: die Shonta, die ihr schon aus der Serie des KONFLIKTS 2 Oki Stanwer und das Terrorimperium (TI) kennt. Ich habe euch ja schon verschiedentlich gesagt, dass die tiefere Kenntnis des OSM mehr und mehr Aha-Effekte zutage fördern wird, das hier ist wieder so einer.

Die Shonta, in diesem KONFLIKT schon sehr viel weiter technologisch entwi­ckelt, haben ein Gebilde geschaffen, das sie den „Erinnerungssender“ nennen und der es tatsächlich vermag, den grässlichen Krieg zwischen Darassahuurern und Sargoy einzudämmen. Dass er letztlich auch zu einem viel schlimmeren Zweck missbraucht wird, haben die Shonta-Konstrukteure um ihren Anführer namens Träumer nicht zu verantworten.

Ungeheuerlich wird dieser Handlungsschauplatz Bytharg in diesem Universum aber durch etwas ganz anderes: ein weiteres Hochtechnologievolk, die geheim­nisvollen Veskoy (auch die werdet ihr in der Zukunft noch näher kennen lernen), hat es geschafft, die Wirklichkeit selbst zu spalten.

Ungeheuerlich? Ja, da steht ihr nicht alleine mit der Auffassung, der amtierende Matrixkoordinator, der HÜTER, findet das reichlich unheimlich.

Kosmologisch gesprochen drückt sich diese Spaltung folgendermaßen aus: es gibt einen Teilabschnitt des Universums nun zwei Mal. Und damit existiert auch die Galaxis Bytharg zwei Mal in diesem KONFLIKT. Einmal das Bytharg der Berinnyer, wo Oki Stanwer als Fürst der TAA PHESKOO seit langem einen erbitter­ten Krieg gegen die Heere des Ewigen Reiches führt… und dann das Bytharg der Darassahuurer, das gewissermaßen eine späte temporale Kopie ist.

Es gibt Verbindungsstellen zwischen diesen beiden „Seiten“ des Universums, und Bytharg ist auf beiden Seiten die Schnittstelle. Um die Sache noch deutlich zu verkomplizieren, laufen derzeit die Standardkampftruppen TOTAMS, die To­tenköpfe, in dem Bytharg auf „dieser“ Seite aus dem Ruder. Nachzulesen ist Nä­heres dazu in der Story „Heimweh“, die ihr schon kennt, sowie in dem derzeit in Abdruck befindlichen Roh-Romanskript „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“ (im Fanzine Baden-Württemberg Aktuell (BWA) ab Ausgabe 400, bestellbar bei Claudia Höfs, sfcbwkasse@online.de).

Ihr merkt: Bytharg ist stets ein heiß umkämpfter Schauplatz überall dort, wo die Galaxis in Erscheinung tritt, leider.

Und sie ist auch ein Sehnsuchtsort. Denn als in KONFLIKT 12 die Berinnyer ge­zwungen werden, aus der Grünen Galaxis zu flüchten, sehnen sie sich stets zu­rück dorthin, den Ursprungsort ihrer Spezies. Verstreut wie vom Wind fort­gewehter Weizen sind sie nicht nur über das eine Universum verteilt, in dem Bytharg eines grässlichen Todes gestorben ist (man kann das nicht anders nen­nen… ihr werdet es verstehen, wenn ihr beizeiten die entsprechenden Ge­schichten dazu lest).

Die Berinnyer wurden vielmehr durch den Effekt der Matrixfehler auch über verschiedene Universen verstreut. Erinnert euch an den jungen Berinnyer Shas­lacanyoorid auf dem Planeten Swamp/Shoneei/Dawson im Roman „Ian und der Stein der Götter“, der im Grunde genommen 35 Milliarden Jahre von seinem Aufbruchpunkt gestrandet ist.

Und Wesen wie er sehnen sich nach einem legendären Raumsektor zurück, dem Herzen ihrer Spezies – dem Totensektor von Maran-Ghaal in Bytharg. Es gibt weitere faszinierende Orte dort, das Calnier-System etwa, in dem die Käfer­spezies der Parsihner beheimatet ist. Oder der Sonnengarten Bythargs, in dem sich die paradiesischen Sternenfeen von ihren unglaublichen Reisen durch die Weiten der Galaxis ausruhen. Ihr kennt die Sternenfeen schon aus dem Roman „Die schamlose Frau“, und so etwas wie den Sonnengarten – in rudimentären Ansätzen – aus der TI-Serie. Aber zwischen dem Sonnengarten Quins in KON­FLIKT 2 und dem in Bytharg in KONFLIKT 12 liegen immerhin ca. 50 Milliarden Handlungsjahre… die beiden Orte sind nicht wirklich vergleichbar. Den Sonnen­garten in Bytharg werdet ihr, meiner optimistischen Planung zufolge, im Jahre 2018 kennen lernen können.

Ich könnte auch noch eine eisige Welt namens Yorlavoor in Bytharg erwähnen, die zentrale Bedeutung erlangt (Spoiler-Alarm!!). Oder auch Nooltykk… aber ich denke, das würde dann heute schon zu weit führen. Ein bisschen was sollt ihr ja auch noch entdecken und euch davon überraschen lassen.

Bytharg und seine Bewohner, die Erinnerung an die dortigen Geschehnisse und Gräuel… all das durchzieht ab KONFLIKT 12, also ab 1987, den OSM in einer Weise, die ich früher für unmöglich gehalten hätte… und egal, was ihr jetzt nach den obigen Zeilen vielleicht denken mögt – für mich ist die Grüne Galaxis immer ein Ort gewesen, an den ich gern dachte und immer gern denken werde.

Das ist vielleicht völlig begreiflich: Bytharg ist eine Sterneninsel mit einer un­glaublichen historischen Dimension, und wenn ein George R. R. Martin schon über einen Kontinent namens Westeros mehrere tausendseitige Wälzer schreiben kann, wie würde er sich dann wohl gegenüber der Galaxis Bytharg verhalten? Gegenüber einer Sterneninsel mit einer Historie, die jedes menschliche Maß sprengt, Zehntausenden von besiedelten Welten, zahllosen Sternenreichen und Abermilliarden von nahezu unsterblichen Wesenheiten, die dort leben, lieben, intrigieren, paktieren und kämpfen?

Bytharg ist, wenn man es so betrachtet, ein Schauplatz, der Generationen von kreativen Schriftstellern ein Leben lang das Schreiben ermöglichen würde. Und doch ist diese wunderbare Galaxis nur eine von vielen weiteren im Oki Stanwer Mythos… mehr von diesen legendären Schauplätzen werdet ihr in dieser Arti­kelreihe noch kennen lernen. Und irgendwann direkt dahin aufbrechen können, wenn die dazu passenden Geschichten geschrieben und veröffentlicht sind.

Nächste Woche kehre ich mit Teil 42 in die Historie des Oki Stanwer Mythos ins Jahr 2011 zurück. Lasst euch mal überraschen, was da wohl so alles los war.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 102: Dämmerung auf der Sechseck-Welt (5/E)

Posted März 8th, 2017 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

auf zum sinnbildlich letzten Gefecht auf der legendären markovischen Sechs­eck-Welt, im Abschlussband von Jack L. Chalkers „Sechseck-Welt-Zyklus“. Das Ende des Universums droht, die gesamte Schöpfung steht auf dem Spiel, und Nathan Brazil scheint die einzige Person zu sein, die alles noch herumreißen kann.

Gleichwohl hatte ich gewisse Einwände gegen den abschließenden Teil der Ge­schichte, wie ihr unten sehen werdet. Ich vermag durchaus zu verstehen, warum dieser Band so schwierig in der Umsetzung war – meiner Überzeugung nach wollte sich Chalker noch nicht von dieser farbenprächtigen, barocken Welt trennen. Das ist immer eine schwierige Voraussetzung für das Ende eines Zy­klus.

In den 80er Jahren, als dieses Buch erschien, war ja üblicherweise in Romanzy­klen nach 3 Bänden Schluss. Solche Entwicklungen, wie sie später etwa bei Peter F. Hamilton eintraten oder anderen Autoren, die zahlreiche, ineinander übergehende und mehrteilige Romanzyklen schufen (man denke beispielsweise einfach mal an George R. R. Martin und sein „Game of Thrones“, wie es in der Fernsehserie genannt wird), solche Entwicklungen besaßen damals Seltenheits­charakter.

Schaut euch an, was Chalker aus dem Schlussband gemacht hat, und lasst euch von meinen kritischen Einwendungen nicht irritieren:

Dämmerung auf der Sechseck-Welt

(OT: Midnight at the Well of Souls)

von Jack L. Chalker

Goldmann 23804

320 Seiten, TB

Sommer 1981

Übersetzung von Tony Westermayr

Die letzte Auseinandersetzung auf der Sechseck-Welt, jener geheimnisvollen, zentralen und noch voll funktionsfähigen Markovierwelt, auf der in 1560 hexa­gonalen Habitaten genauso viele Rassen leben, leiden und sterben, geht in die entscheidende Phase:

Während der irdische Kom-Bund durch das Einsetzen der sogenannten Zinder-Vernichter, die eigentlich nur Materie in Energie transformieren sollten, in Wahrheit aber sowohl Raum als auch Materie vernichteten, allmählich an dem dadurch erzeugten Raumzeitriss zugrunde geht, stehen die Verbündeten von Mavra Chang vor scheinbar unüberwindlichen Problemen. Zwar ist es ihnen ge­lungen, den rätselhaften Nathan Brazil zu finden und sogar davon zu überzeu­gen, dass die einzige Möglichkeit, die bedrohte Sechseck-Welt, die durch den Raumzeitriss geschädigt wird, zu retten, die ist, den Schacht der Seelen dort zu reparieren. Aber Brazil hat ihnen auch klargemacht, was das bedeutet: der Computer im Schacht der Seelen hält das Universum, wie es bekannt ist, stabil. Wird er abgeschaltet, erlöschen alle Rassen außerhalb der Sechseck-Welt, alle Planeten und Galaxien, ja, sie haben NIEMALS EXISTIERT! Nur Wesen, die auf der Sechseck-Welt leben, sind davon, ungeachtet ihrer Herkunft, ausgenom­men.

Und Brazil kann es nicht ertragen, einen myriadenfachen Genozid zu begehen. Also hat er, da er sich den Argumenten des Superrechners Obie nicht ganz ver­schließen konnte, einen Ausweg gefunden: er wird sich zum Schacht begeben, aber er betritt ihn nicht alleine. Vielmehr muss jemand mitkommen, der IHN auffordert, den Schacht abzuschalten, und dieser Jemand muss damit die Ver­antwortung auf sich nehmen. Brazil sagt auch genau, an wen er denkt: an Mavra Chang, die ihn nicht ausstehen kann.

Das nächste Problem folgt auf den Fuß: durch den Ausfall von Obie müssen Bra­zil und seine Gefolgsleute, darunter Millionen Angehörige der Olympierinnen-Sekte, die ihn als GOTT verherrlichen und schier anbeten, über die alten Marko­vierplaneten zur Sechseck-Welt gelangen. Das heißt ferner, sie müssen den Schacht am Südpol durchqueren, das Zone-Tor. Und hier lebt nach wie vor der – innerhalb von Zone unsterbliche – Serge Ortega, der schon zweimal Gegner war, einmal, als Brazil das letzte Mal die Schachtwelt betrat (Band 1 des Zyklus), das zweite Mal, als Mavra Chang im Krieg auf der Sechseck-Welt mitkämpfte (Bände 2 und 3 des Zyklus). Sie hat ihm geschworen, ihn irgendwann einmal umzubringen…

Infolgedessen können sie nur inkognito auf die Schachtwelt. Das gelingt auch. Und Mavra erzählt Ortega davon, dass sich in kurzer Zeit die Bevölkerungszahl der Sechseck-Welt VERDOPPELN wird (was viele Ökosphären zum Einsturz bringt und Hysterie und Panik zur Folge hat). Ortegas Rolle ist nicht völlig klar, aber es sieht danach aus, als ob er mit aller Macht versucht, zu verhindern, dass Nathan Brazil den Schacht selbst erreicht. Er versucht allerdings auch, Massaker an den ankommenden Olympierinnen zu verhindern, was auch gut gelingt.

Brazil und seine engsten Mitstreiter kommen allerdings durch. Und sie sammeln Streitkräfte um sich, ziehen ganze Hexagone auf ihre Seite und versuchen dann, zum Äquator durchzubrechen, um pünktlich zur „Mitternacht am Schacht der Seelen“ zu sein. Denn nur, wenn sie das schaffen, wenn Brazil durchkommt, be­steht eine reelle Chance, dass das Universum neugeschaffen werden kann. Sonst nämlich wird der Schacht-Computer ausfallen, der Kosmos erlöschen, und alles, was existiert, wird die Sechseck-Welt alleine sein…

Im wesentlichen ist dieser Roman eine Weiterführung des letzten und eine strukturelle Wiederholung des zweiten Bandes „Krieg der Sechseck-Welt“. Den­noch gibt es eine Menge lustiger und verblüffender Wendungen, von denen nicht die schlechteste gleich zu Beginn steht:

Ein Trupp Morvath meldet, daß er eben eindeutig Nathan Brazil getötet hat“, sagte der Czillaner müde. Er ließ die Gliedmaßen hängen, und der kürbisartige Kopf erweckte ebenfalls den Eindruck der Erschöpfung.

Serge Ortega seufzte.

Wie viele sind das heute?“

Siebenundzwanzig“, antwortete das Pflanzenwesen. „Und es ist noch früh am Tag…“

Der Roman gewinnt durch überraschende Wendungen ein wenig an Leben. Das Einführen interessanter Personen im vorangegangenen Band, z. B. des zentau­roiden Dillianers Colonel Asam, des erschreckenden, durch Gestein gleitenden Religionsfanatikers Gunit Sangh, des Echsenwesens Marquoz und des undurch­schaubaren „Zigeuners“, der Brazil so verblüffend ähnlich sieht und noch verstö­rendere Fähigkeiten besitzt.

Chalker hat in diesem Roman klar begriffen, dass die Wiederholung von Situa­tionen auf Dauer die Geschichte vor Plattheit nicht retten kann, und dass die ewig gleichen Charaktere, von denen man sicher sein darf, dass ihnen nichts Entscheidendes widerfährt (Brazil KANN beispielsweise nicht umgebracht wer­den, er kann sich auch nicht selbst töten, nur im Schacht könnte er Suizid bege­hen) die Situation nicht verbessern. Die Einführung fremder, in ihrer Bedeutung unklarer Wesen macht den Roman insgesamt spannender und unvorhersehba­rer.

Er enthält wieder eine Menge interessanter Ideen, z. B. zum Thema Religion, Fremdenhass, Überbevölkerung, Verantwortung, Fragen nach dem Ursprung der Seele usw., und in dieser Beziehung ist der letzte Band des Sechseck-Welt-Zyklus faszinierend genug, um den Leser über dreihundert Seiten hinweg zu fes­seln. Man merkt aber wieder ab etwa Seite 140, dass er mehr oder weniger starr auf das Ende zugerast ist und die Umgebung, fremde Völker und Personen eher als Staffage verwendet hat.

Sprich: der Sechseckwelt-Zyklus ist eine sehr farbige, manchmal schön plasti­sche Saga, die in bombastische Bereiche oft genug, insbesondere zum Ende hin, abgleitet (und durchaus beabsichtigt), die aber auf diese Weise die Menschlich­keit gewissermaßen verliert. Das klingt jetzt seltsam, aber ein Analogon aus der aktuellen Zeit gibt es bei Stephen Baxters Xeelee-Zyklus, wo neben den giganti­schen kosmologischen Visionen die Personen blutleer, bedeutungslos und amorph wirken.

Das mag notwendigerweise so sein müssen angesichts der Proportionen, aber der Leser braucht auch Handlungspersonen, die er begreifen kann. Baxter ist unpersönlicher als Chalker, aber wer – beispielsweise – lebendige Charakterisie­rungen aus Biographien oder den Romanen von Diana Gabaldon gewöhnt ist, wird von Chalker nicht restlos befriedigt werden können. Wer hingegen unter­haltsame Phantastik sucht, gepaart mit einigen durchaus sehr intelligenten Ide­en, dann und wann einer Prise Humor und einer Menge subtiler Überraschun­gen, dem ist dieser Zyklus sehr empfehlenswert. Nicht umsonst kann man eines dieser Bücher binnen von zwei, drei Tagen lesen und immer noch Hunger auf mehr haben (Vergleiche mit dem Flusswelt-Zyklus von P. J. Farmer oder dem ebenfalls von ihm stammenden Zyklus der „Welt der tausend Ebenen“ sind nicht von der Hand zu weisen).

Bon Appetit!

© 2001 by Uwe Lammers

Ja, wie erwähnt, kritische Töne schleichen sich ein. Aber das ist völlig in Ord­nung so. Es ist und bleibt dennoch ein Romanzyklus, den ich gern mehrmals ge­lesen habe und der einfach gute Laune macht und inspirierend auf kreative Le­ser wirkt.

Ein kleines bisschen ist das auch in der kommenden Woche der Fall, wo wir in die Romanwelten von Clive Cussler zurückkehren und zu einer fernöstlichen Verschwörung. Mehr dazu in sieben Tagen an diesem Ort.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

willkommen zu einer neuen Folge der Fehlerlese im OSM. Es ist schon ein paar Monate her, dass ich eine Stelle in den alten Episoden meines weitgespannten Epos ausfindig machte, die mich beim Abschreiben zum Kopfschütteln und La­chen animierten. Und weil das ja so ist, möchte ich euch an diesem Amüsement teilhaben lassen. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil ihr die Rohepisoden in die­ser Form sonst ja nie zu sehen bekommen werdet, sondern nur die fein abge­schliffenen, ergänzten, präzisierten Werke, die dann dauerhaft als E-Books zum Schmökern bereitstehen.

Vor drei Wochen tauchten wir in die „Zwischenwelten“ ab, also in den Mikro­kosmos des 14. OSM-Universums. Wir erinnern uns: in der Galaxis Hun’arc sind der kristalline Helfer des Lichts Klivies Kleines und seine Reisegefährten unter­wegs, um die Bedrohung auszuschalten, die von den immer noch gefährlichen Dienervölkern der Dämonenwaffe Rookax ausgeht. Rookax selbst konnte zwar neutralisiert werden, aber die Raumschiffskonstrukteure aus dem Volk der Cal­narer sowie die Waffentechniker vom Volk der Synox sind nach wie vor im Zentrum der Galaxis aktiv… und da das Reich der Cranyaa, das Oki Stanwer in seinem Kampf gegen TOTAM zur Seite stehen soll, nach der Tsoffag-Attacke arg am Boden liegt, kann ein Angriff der beiden Restvölker der Vielvölker-Allianz des Rookax durchaus verheerende Folgen haben.

Zu dumm für sie alle ist, dass TOTAM inzwischen an der Peripherie von Hun’arc erschienen ist und sich anschickt, mittels seiner Dämonen Dienervölker zu re­krutieren. Dabei geraten natürlich die doppelköpfigen Echsenwesen, die Calna­rer, ebenso in den Fokus wie die paranoiden Kristallwesen, die Synox.

Als Klivies Kleines mit der Lichtfestung OREOC also ins System Le Konji einfliegt, um die Calnarer auf die Seite des Lichts zu ziehen, geht so ziemlich alles schief, was nur schief gehen kann: zwei Dämonen von TOTAM erscheinen und machen seine Anstrengungen zunichte, Kleines´ „Kontaktmann“, wenn man das so sagen kann, entpuppt sich als gestörter Psychopath… und dann bricht auch Kleines´ alte Krankheit wieder aus, eine Art schwarzer Schuppenkrebs, der ihn lahmlegt.

Das ist aber erst der Anfang und gewissermaßen das Präludium zu dem, was heute thematisiert werden soll. OREOC entschließt sich dazu, einen drastischen Schritt zu machen, um Kleines zu helfen: er verkleinert Kleines´ Gefährten Goo­nex, Kama-Ke und Lasa-On und schickt sie mit einem Gefährt in das Innere von Kleines, damit sie dort seinen Krankheitsherd ausfindig machen und ihn gesun­den lassen.

Wem diese Idee vertraut vorkommt, dem kann ich nur zustimmen. Sie ist struk­turell einwandfrei aus einem alten SF-Hollywoodfilm geklaut. 1984 war ich eben noch sehr stark abhängig von visuellem Fernseh-Input. Aber das betrifft nur die Oberfläche.

Das Innere des Mikrokosmos ist dann durchaus innovativ – notwendigerweise, denn es handelt sich hier ja nicht um einen menschlichen Mikrokosmos mit Adern, Blutkörperchen und dergleichen, sondern um das Innenleben eines gi­gantischen Kristallwesens. Das erforderte schon einige Denkleistung.

Dummerweise geht auch in diesem Mikrokosmos so ziemlich alles schief, auf abenteuerliche Weise: kaum dort eingedrungen, werden die beiden Cranyaa und der Soogrer aus Kleines´ Gefolge von unbekannten Raumschiffen (!) atta­ckiert und havarieren. Kama-Ke und Lasa-On geraten dabei in Gefangenschaft. Der Soogrer Goonex zögert jedoch, das Wrack zu verlassen… und wird prompt Zeuge einer Raumschlacht und dann von den Angreifern an Bord genommen.

Und dabei beginnen die wirklich grotesken Verrenkungen der Handlung: wäh­rend Kama-Ke und Lasa-On von steinartiger Substanz umhüllt werden und da­mit keine Bewegung mehr machen können (bitte merken!), trifft Goonex mit ei­nem Kegelwesen zusammen, das über einen facettierten Kugelkopf verfügt und an der Schnittstelle über zwölf Kurztentakel.

Obwohl Goonex dieses Wesen noch nie gesehen haben kann, hat er überhaupt keine Zweifel, wer das ist. Das liest sich dann in der Episode 37 „Zentrum des Bösen“ folgendermaßen:

Als er wieder erwachte, lag er in einer erhellten Kammer, und vor ihm stand ein eigenartiges Wesen. Es besaß einen kegelförmigen Körper und acht Stummel­beine sowie zwölf Tentakel.

Es fragte Goonex: ‚Was hat ein Soogrer in meinem Reich zu tun?‘

Der Soogrer verstand plötzlich, wer vor ihm stand und staunte: ‚Timor-Dol!’“

Da musste ich unweigerlich lachen, und ich vermute, das könnt ihr euch gut vorstellen. An dieser Szene geht so ziemlich alles schief, was schief gehen kann: zwei Wesen unbekannter Spezies, die sich noch nie gesehen haben, können mühelos miteinander kommunizieren (erinnert euch bitte mal an die yantihni­sche Linguistin Vaniyaa und die Shonta-Kommunikation in Band 10 der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), also in dem E-Book „Das Ma­schinenvolk“. Da hatte ich aber definitiv dazu gelernt.

Woher erkennt außerdem Timor-Dol (er ist es übrigens tatsächlich!) einen Soog­rer? Und woher erkennt Goonex einen DIGANTEN (so der Volksname Timor-Dols)? Rätsel über Rätsel. Aber darum geht es nur am Rande. Tatsache ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Goonex von den zahllosen DIGANTEN aus­gerechnet gerade den „legendären“ Timor-Dol trifft, doch geradezu absurd klein.

Nun, es IST Timor-Dol, und angeblich hat er vor Jahrhunderttausenden in der Galaxis Hun’arc gewirkt, als die Soogrer noch nicht zu den Sternen flogen. Hier habe ich natürlich kindisch-leichthin unterstellt, dass die soogrerische Historie Hunderttausende von Jahren umfasst. Auch das ist einigermaßen albern. Man vergleiche hierzu mal die vergleichsweise „kurze“ Zeitspanne von „nur“ 200.000 Jahren, die auf dem Planeten Nylviidin in der TI-Serie verstrichen ist (siehe dazu das E-Book „Auf Götterpfaden“).

Absurd.

Aber das ist ja auch erst der Anfang.

Schauen wir uns, um diesen Beitrag nicht über Gebühr zu verlängern, nun an, wie es mit den Cranyaa weitergegangen ist: sie sind von dieser steinartigen, grauen Substanz so eingehüllt worden, dass sie sich kaum mehr bewegen kön­nen. Dabei werden sie – völlig unlogisch – voneinander getrennt (was mir die Möglichkeit gab, anschließend eine spektakuläre und absurde Befreiungsaktion zu inszenieren, ich komme dazu gleich). Sie erreichen einen grauen Asteroiden, auf dem eine Art schwarzer Fontäne aus dem Boden schießt: die Materialisie­rungsform des Dämons Zsolseg von TOTAM.

Wie ist er ins Innere von Klivies Kleines´ Körper gelangt, und wann? Nobody knows, und ich thematisiere das auch überhaupt nicht. Wie hat er sein Diener­volk – sinnigerweise „Steins“ genannt – unterworfen, und woher sind die ge­kommen? Wird auch nicht gesagt. Inwiefern hat Zsolseg Kleines´ Kristallkrebs-Krankheit ausgelöst?

Man erfährt rein gar nichts darüber. Dabei ist das doch nun wirklich das zentrale Movens dieser Trilogie! In einem Schulaufsatz würde man sagen: Thema ver­fehlt.

Wird noch schöner. Wir erinnern uns, die Cranyaa wurden bewegungsunfähig gemacht. Nun heißt es in Band 37 weiter:

Lasa-On spürte, wie ihr ‚Stein‘ landete. Er setzte auf einem grauen Kristallbro­cken auf, und weitere Steine landeten rings um sie. Der Panzer um die Cranyaa-Kommandantin wich etwas, gab aber nur die Beine frei – sie sollte vorwärts gehen.“

Insofern alles noch im grünen Bereich und logisch. Dann wird Lasa-On, ohne dass Kama-Ke das mitbekommt, von dem Dämon Zsolseg übernommen. Komi­scherweise kann Kama-Ke vorher noch die schwarze Fontäne sehen und begrei­fen, dass dies ein Dämon von TOTAM ist. Er ist selbst ja noch von dem „Stein­panzer“ umhüllt und kann lediglich gehen. Aber dann geht es so weiter:

Kama-Ke stand, umringt von einem guten Dutzend Steins, auf einem Platz auf der Oberfläche des GRAUEN Asteroiden. Er sah, wie man die bewusstlose Lasa-On heranführte…

Er hatte von Kleines schon genug über Dämonen gehört, um zu wissen, dass das einer war. Er wollte Lasa-On töten! Das begriff der ehemalige Kommandant der Orakelwache rasch. Und er handelte danach.

Die Waffe, die ihm die Steins in maßlosem Leichtsinn gelassen hatten, wurde eingesetzt. Kama-Ke legte auf den Steins an, der direkt vor dem Dämon stand – und drückte ab. In einer donnernden Detonation zerplatzte Steins 0. Kama-Ke hatte auf stärkstes Blasterfeuer umgestellt und verschoss tödliche Strahlen…“

Um es abzukürzen: der Handstreich gelingt, er bringt Lasa-On in seine Gewalt und kann flüchten. Aber… wenn ihr jetzt gerade rätselt, wie das wohl möglich ist, wo er doch oben noch in dem Steinpanzer gefangen war, der auf einmal ver­dunstet zu sein scheint, so seht ihr dasselbe, was mir auch bei der Lektüre und Abschrift auffiel.

So heroisch die Befreiungstat auch sein mag – unter den oben geschilderten Umständen ist das einfach unmöglich. Er müsste sich zuvor aus der Panzerung der Steins befreien, wovon keine Rede ist, anderenfalls wäre er zum hilflosen Zuschauen verdammt.

Tja, Gedankensprünge kommen in den beiden Episoden – Nr. 37 „Zentrum des Bösen“ und 38 „Das Gigant-Syndrom“ nicht nur hier vor, sie durchziehen diese ganzen Seiten wie Krebs-Metastasen. Schauen wir uns noch einen Aspekt an, ehe ich diese Seiten für heute schließe:

Goonex und Timor-Dol haben sich nach anfänglichen Irritationen angefreundet. Timor-Dol ernennt den Soogrer, den er nie zuvor gesehen hat, umgehend und sehr naiv zu seinem Stellvertreter über die Streitmacht der NEGATIVEN, wäh­rend er selbst gegen den Dämon Zsolseg in den Kampf zieht (mit dem er offen­bar schon ein paar Jahrtausende zu tun hat, aber offenbar kann er ihn erst aus­findig machen, nachdem die Cranyaa gefangen genommen worden sind… auch dies ein ziemlich theatralischer Dramatisierungseffekt, über dessen Plausibilität wir uns nicht unterhalten wollen).

In der Außenwelt beginnt Klivies Kleines´ Kristallkörper jäh zu wuchern und den Planeten Runix zu überwuchern. Im Mikrokosmos macht sich das durch heftige Helligkeitsentladungen bemerkbar, und alles, was sich dort aufhält, wird – be­quem – vom Vergrößerungseffekt ebenfalls betroffen.

Als Goonex dies das erste Mal registriert (Bd. 38, Kap. 2), liest sich das so:

Und plötzlich spürte und sah Goonex, wie sich der Mikrokosmos in erschre­ckender Weise veränderte. Mit einem Schlag glühte weißes Licht auf, das von al­len Seiten kam.

Es gab keinen Schatten mehr!

Der Soogrer schrie auf.

Flog der Mikrokosmos auseinander? War dies Klivies Kleines´ Ende?“

Streiten wir uns nicht über die theatralische Semantik dieser Stelle, die mir heutzutage selbst nicht mehr gefällt: ungeachtet dessen ist das eine hochdra­matische Szene, und der Leser fragt sich – wie geht es jetzt weiter? Nun, die Antwort erfolgt dann in Kapitel 7, nachdem Timor-Dol Kama-Ke gerettet hat, wobei der Cranyaa aber schwer verletzt worden ist. Und das Kapitel geht los mit:

‚Kannst du ihn nicht retten?‘, flehte Goonex.

Der massige Timor-Dol schüttelte seine Tentakel. Er blickte auf Kama-Ke, dessen Mittelleib die (Medoroboter) geöffnet und untersucht hatten. „Es ist nichts mehr zu machen…’“

Äh, fragt sich der Leser, und was ist mit dem „auseinanderfliegenden Mikrokos­mos“? Was ist da passiert? Warum ist davon keine Rede mehr? Antwort: ich habe es einfach aus dem Blick verloren und vergessen.

Gott, habe ich mich geärgert, als ich das bei der Abschrift entdeckte.

Dieser kleine Dreiteiler umfasst gerade mal 45 handschriftliche Seiten und steckt so dermaßen voller Handlungsfehler, Anschlussfehler, massiver Logikpro­bleme und vor allen Dingen höchst flüchtiger Darstellung von Personen, Dialo­gen und Locations, dass ich mich wirklich wundere, warum frühere Leser dieser Bände (ja, es gab durchaus welche in den späten 80er Jahren) sich dazu nie ge­äußert haben. Das reine Chaos, wirklich, nicht nur im Mikrokosmos, sondern auch in meinem damaligen Kopf!

Au Backe, kann ich nur sagen. Und ich glaube, solche Klopfer gibt es in den frü­hen Episoden noch eine ganze Menge. Dazu sage ich wieder was, wenn ich weitere entdecke.

Für heute verlasse ich euch und freue mich schon darauf, in der kommenden Woche mit euch eine legendäre Grüne Galaxis zu besuchen: Bytharg.

Schön neugierig bleiben!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 101: Längengrad

Posted März 1st, 2017 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute mache ich euch mal mit einem echten Genussbuch vertraut, das für je­den neugierigen Geist – mag er nun Wissenschaftsgeschichte mögen oder Bio­grafien schätzen bzw. das 17. und 18. Jahrhundert – eine Bereicherung darstellt. Mir fiel dieses Buch vor mehr als zwölf Jahren in die Hände und wurde, was wirklich selten bei mir ist, quasi sofort verschlungen.

Ein tolles Werk, sehr lesenswert und packend, voller Überraschungen, schillern­der und meist sehr berühmter Persönlichkeiten… und dann mitten darin eine exzentrische Persönlichkeit namens John Harrison, der sich Anfang des 18. Jahr­hunderts an ein scheinbar unlösbares Problem wagte und sich in ein Abenteuer stürzte, wie er es sich selbst wohl kaum vorgestellt hätte.

Vorhang auf für ein tolles Werk:

Längengrad

oder: Die wahre Geschichte eines einsamen Genies,

welches das größte wissenschaftliche Problem seiner Zeit löste

(OT: Longitude)

von Dava Sobel

btb 72882, 7.50 Euro

Sonderausgabe Oktober 2001

Aus dem Amerikanischen von Mathias Fienbork

Wenn ich in spielerischer Laune bin, mache ich mir aus Längen- und Breiten­graden ein Netz und fange damit im Atlantischen Ozean Wale.“ Das schrieb Mark Twain in Leben auf dem Mississippi.

Nur ein schrulliger Scherz, der die Leser zum Kichern bringen sollte? Ja, einer mit einem makabren Schatten in der Realität, gepflastert mit Leichen, die die Wissenschaftsjournalistin Dava Sobel „Märtyrer des Längengrads“ nennt. Als Twain seine Geschichte schrieb, war das Längengradproblem längst aus dem Blickfeld entrückt, die Welt surrte voller Schiffschronometer, und allenfalls, wer etwas ewig gestrig war, schaute noch auf zum Mond und mühte sich mit den Mondtabellen von Reverend Nevil Maskelyne ab. Aber dies war die Gegenwart. Die Vergangenheit sah ganz anders aus.

Etwa so:

Nach siegreichen Gefechten mit der französischen Mittelmeerflotte war Admi­ral Sir Clowdisley Shovell von Gibraltar aus zur Heimreise aufgebrochen, aber die schweren Herbstnebel waren nicht so leicht zu schlagen. Voller Sorge, seine Schiffe könnten auf Felsenriffe laufen, befahl der Admiral all seinen Navigati­onsoffizieren, die Köpfe zusammenzustecken.

Nach übereinstimmender Meinung befand sich die Flotte vor der Bretagne … Also hielt man weiter nördlichen Kurs, doch dann stellten die Seeleute zu ihrem Schrecken fest, dass sie ihre Position in Bezug auf die Scilly-Inseln falsch berech­net hatten. Diese Inselgruppe, etwa zwanzig Meilen vor der Südwestspitze Eng­lands, führt wie ein steinerner Pfad auf Land’s End zu. Und in der nebligen Nacht des 22. Oktober 1707 wurden die Scillys zum namenlosen Grab für zwei­tausend von Admiral Shovells Marinesoldaten.“

Dies war keineswegs die erste und auch nicht die letzte Tragödie, die sich ereig­nete, weil Seeleute seit ewigen Zeiten ein grundlegendes Problem hatten: sie konnten ihre Position nicht mehr korrekt bestimmen, sobald sie den Kontakt mit dem Land verloren hatten.

Wohl war es gut machbar, nach Breitengraden zu segeln und dies auch leidlich genau, doch wie weit war man von der Heimat entfernt? Wie nah an der nächs­ten Küste? Was, wenn Flauten oder Stürme die Durchschnittswerte, an denen sich die Nautiker orientierten, durcheinander brachten, wenn Messfehler nach Sonnenstand oder den nächtlichen Gestirnen Abweichungen erzeugten?

Dann war guter Rat teuer, und häufig kündigte solche Ratlosigkeit Katastrophen an. Zahllose Mannschaften verhungerten und verdursteten, gingen kläglich an Skorbut ein oder zerschellten an Klippen, die scheinbar „aus dem Nichts“ dort auftauchten, wo eigentlich den Berechnungen zufolge Meer sein sollte.

Bereits im 16. Jahrhundert begannen Wissenschaftler, Seeleute und Regierun­gen, Verfahren zu ersinnen, die Abhilfe schaffen sollten, zum Teil recht kuriose, zum Teil solche, die ihrer Zeit weit voraus waren und sich beim besten Willen technisch nicht realisieren ließen. So ersannen zwei Briten etwa den grandiosen Plan, den Ozean mit Signalschiffen etwa im Abstand von 90 Meilen zu bede­cken. Diese sollten, so der Plan weiter, dann jeden Tag um Mitternacht eine Leuchtkugel und einen Kanonenschuss abfeuern. An der Distanz der Klänge soll­ten Seeleute sicher über die Meere geleitet werden.

Ein anderer Vorschlag, der allen Ernstes ersonnen wurde, bediente sich des so genannten „Pulvers der Sympathie“, der Vorschlag wurde auch „Hunde-Theorie“ genannt. Sie kam im Jahre 1687 auf. Der schneidige Sir Kenelm Digby hatte die­ses Pulver entdeckt und behauptete, es entfalte seine Wirkung auch auf große Distanzen. Man musste es dafür auf einen Gegenstand des Kranken auftragen. Bedauerlicherweise rief die Berührung des Pulvers mit der Wunde infernalische Schmerzen hervor.

Digbys Plan beschreibt Sobel wie folgt: „Der Gedanke, dieses Zauberpulver auf das Längengradproblem anzuwenden, ergibt sich für einen aufgeschlossenen Geist von selbst. Man bringt einen verletzten Hund an Bord eines Schiffes, das in See sticht. Einer vertrauenswürdigen Person, die an Land zurückbleibt, wird be­auftragt, jeden Tag um 12 Uhr den Verband des Hundes in die Sympathie-Lö­sung zu tauchen. Der Hund wird daraufhin vor Schmerz aufjaulen und auf diese Weise dem Kapitän das Zeitsignal geben. Das Jaulen bedeutet: ‚Die Sonne steht in London im Zenit.’“

Natürlich sagt man heute: schiere Quacksalberei. Damals jedoch wurden solche und noch abenteuerlichere Vorschläge angesichts immer größerer Verzweiflung ernsthaft erwogen. Es nimmt nicht wunder, zu erfahren, dass etwa Jonathan Swift, der scharfzüngige Satiriker, die Längengradberechnung in eine Reihe mit der Erfindung eines Perpetuum mobile stellte, also kurzum für unmöglich er­klärte.

Die ernsthafteste Methode war jene, die die Monddistanzen ermittelte. Nur be­durfte es dafür erst einmal einer genauen Untersuchung der recht uneinheitli­chen Mondbahn. Solange war dieses Verfahren nicht viel sicherer als Glückss­piel. Als Sir Isaac Newton schließlich die Mondbahn genau berechnet hatte, kam die Monddistanz-Methode allmählich vorwärts, war und blieb aber noch immer ein außerordentlich aufwendiges Verfahren.

Seit 1714 gab es einen guten Grund, intensiv die Längengradforschung voranzu­treiben: in London war die Längengradkommission gegründet worden und hat­te ein Preisgeld in Höhe von 20.000 englischen Pfund (heute umgerechnet mehrere Millionen Euro) ausgesetzt für denjenigen, der ein Verfahren entwi­ckelte, „für eine Methode zur Ermittlung der geographischen Länge bei einer Abweichung von höchstens einem halben Grad.“ Immerhin noch zehntausend Pfund würde jemand erhalten, der ein solches Verfahren ersann, das bis zu ei­ner Abweichung von maximal einem Grad genau war.

Ein Grad Länge, das entspricht am Äquator einer Strecke von etwa 60 Seemei­len, mithin rund 111 Kilometern! „Dass die britische Regierung bereit war, solch riesige Summen für ‘Praktikable und Nützliche Methoden’ bereitzustellen, mit denen man das Ziel um viele Meilen verfehlen konnte, drückt die Verzweiflung der Nation über den beklagenswerten Zustand der Navigation beredt aus“, wie Sobel treffend schließt.

Die meiste Hoffnung wurde auf die Monddistanz-Methode gesetzt. Der Grund lag in der vernichtenden Beurteilung des damals 72jährigen Isaac Newton. Er erklärte der Kommission: Eine Methode besteht darin, mit Hilfe einer Uhr die genaue Zeit zu ermitteln. Es ist freilich noch keine Uhr hervorgebracht worden, die in der Lage wäre, unbehelligt von den Schiffsbewegungen, den Temperatur­schwankungen, der unterschiedlichen Luftfeuchtigkeit und der unterschiedli­chen Gravitation an verschiedenen Breitengraden genaue Ergebnisse anzuzei­gen.“ Er war der Auffassung, damit sei auch in Zukunft nicht zu rechnen. Uhren stellten um 1714 eher Kuriosa in fürstlichen Kabinetten dar als irgendetwas an­deres.

Nun, Newton irrte sich.

Er hatte nicht mit John „Längengrad“ Harrison gerechnet. Mit ihm konnte nie­mand rechnen – denn der Sohn eines Tischlers kam am 24. März 1693 im ländli­chen Yorkshire auf die Welt, und kaum etwas deutete darauf hin, dass er etwas anderes werden würde denn Tischler. Aber er überraschte seine Mitmenschen. John Harrison erlernte das Tischlerhandwerk und war außerordentlich musika­lisch begabt. Schließlich stimmte er die Kirchenglocken und dirigierte den Kir­chenchor seines Heimatortes Barrow. Und er war ein fiebriger, unruhiger, erfin­derischer Geist.

Das fiel 1712 dem Pfarrer auf, der Harrison mit naturphilosophischen Schriften vertraut machte, insbesondere mit der Mechanik des Mathematikers Nicholas Saunderson. Er schaffte sich Newtons „Principia“ an und begann im Alter von knapp 20 Jahren seine erste Pendeluhr – oder genauer gesagt: er schreinerte sie. Die Uhr bestand vollständig aus Holz. Sie existiert noch heute und trotzt be­harrlich dem Verfall.

Harrison war Autodidakt und bekam relativ bald Kenntnis von dem Längengrad­problem, das mit dem Erfolgen der Monddistanzmethode aus dem Ruch der Unmöglichkeit und des schrulligen Witzes in das Reich der Möglichkeit über­führt wurde. Er beschloss, genau jenen Weg einzuschlagen, den Newton ver­worfen hatte – mit Hilfe einer Uhr den Schiffen mehr Sicherheit zu geben.

Es kam nun alles darauf an, eine Uhr zu entwickeln, die ungeachtet der Umge­bungsbedingungen unerschütterlich gleichmäßig ging und vertrauenswürdig blieb. Keine Uhr also, deren Schmieröl sich verfestigte oder verflüssigte, je käl­ter oder wärmer es wurde. Keine Uhr, die aus dem Takt kam, weil das Schiff einen Sturm kreuzen musste…

Keine Uhr der damaligen Zeit schaffte es, diese Bedingungen auch nur nähe­rungsweise zu erfüllen. Die meisten, die es gab, gingen schon so notorisch falsch und verloren pro Tag häufig mehrere Minuten oder gewannen sie, weil sie zu schnell gingen. Durch Aufziehen – dabei blieben die Uhren stehen – ging noch mehr Zeit verloren.

Doch der Autodidakt Harrison baute zunächst die wartungsfreie (!) Uhr auf dem Gut Brocklesby Park, dann begann er ernsthaft damit, eigene Teile für Uhren zu entwerfen, die den Anforderungen der Längengradkommission entsprachen. Im Laufe der Jahre schuf er mehrere Uhren, eine perfekter als die nächste, ohne in­des – Perfektionist, der er war – jemals zufrieden zu sein. Für eine dieser Uhren feilte er auf bis heute unklare Weise sogar Zahnräder aus Diamant und Rubinen, um die Reibung und die Ausdehnung und Kontraktion von Metallen bei Wärme­differenzen auszuschalten.

Als es aber schließlich darum ging, nach erfolgreichen Testfahrten der Uhren Harrison das Preisgeld zuzusprechen, trat eine mächtige Strömung gegen ihn an: die Vertreter der Monddistanz-Theorie, allen voran der Reverend Nevil Mas­kelyne, der später den Nullmeridian durch Greenwich legte. Und so begann ein zermürbender, jahrelanger, unfairer Kampf zwischen den beiden so unter­schiedlichen genialen Männern…

Dava Sobel, die das Buch 1995 publizierte und es damit monatelang auf die Bestsellerlisten katapultierte, schaffte es auch in Deutschland, dem Buch zwi­schen 1996 und 1998 zwölf Auflagen zu bescheren. Auflagen und Ruhm, die meiner Ansicht nach wohlverdient sind.

In sehr klarer, zugleich aber auch fast lyrischer Sprache beschreibt Sobel die komplizierte, grausame und bisweilen bizarr karikierte Suche nach der idealen Maßmethode für die Ermittlung der geographischen Länge, und sie bindet eine Vielzahl berühmter Personen ein: wir sehen Sir Isaac Newton, wir entdecken Edmund Halley, Maskelyne, den Schweizer Mathematiker Euler und viele ande­re mehr, und schließlich werden wir zu Zeugen gemacht, wie ein eigenbrötleri­scher, aber höchst genialer Zeitgenosse am wissenschaftlichen Dünkel seiner Zeit beinahe zu Grunde geht…

Das ist packender Stoff, der häufig – nach meinem Empfinden – zu knapp aus­fällt, und der Leser, der höchstens ein bis zwei Tage braucht, bis er durch ist, sehnt sich danach, die Portraits von Harrison zu sehen oder die Fotos seiner noch heute im Museum der Sternwarte von Greenwich existierenden Uhren zu erblicken. Den Gefallen tut uns Sobel nicht, obgleich sie sowohl von den Por­traits als auch von den Uhren genug spricht, und das ist schade. Doch ansons­ten gibt es keine Grundsatzkritik am Buch.

Es ist spannender, faszinierender und Wissenslücken schließender Stoff, der Biografien miteinander verknüpft und in mir, dem Phantasten, den seufzenden Gedanken auslöste: „Was wäre geschehen, wenn sie ein wenig aufgeschlosse­ner gewesen wären, die Herren der Längengradkommission, weniger dem Stan­desdünkel verhaftet? Wie glorreich hätte sich Englands Marine entwickeln kön­nen? Was hätte Harrison mit großer Unterstützung wohl noch ersinnen kön­nen…?“

Vergebene Liebesmüh.

Aber es lohnt sich, darüber nachzusinnen.

© 2004 by Uwe Lammers

Wie ich einleitend sagte – ein echtes Buch zum Verschlingen und Faszinier­t-Werden. Ihr werdet, meiner Meinung zufolge, keine Minute bereuen, wenn euch der Stoff erst mal gepackt habt. Im Gegenteil – ihr werdet sicherlich mit mir einer Meinung sein und denken: Schade, dass das Vergnügen schon vorbei ist!

In der kommenden Woche reisen wir an dieser Stelle ein letztes Mal zurück auf Jack L. Chalkers phantastische Sechseck-Welt und erleben, wie der Kampf gegen das Ende des Universums ausgeht. Seid dabei!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

das Jahr nähert sich dem Ende, und so allmählich wird absehbar, was ich in die­sen Monaten kreativ geschafft habe… ich halte euch da auf dem Laufenden. Fakt ist allerdings schon jetzt, dass es lange nicht soviel war, wie ich eigentlich erhofft habe. Man merkt das deutlich an dem sehr stark stockenden Ausbau des E-Book-Programms. Aber da gibt es in diesem Monat einen kleinen Licht­blick – das nächste E-Book ist inzwischen fertiggestellt und in der Produktion.

Natürlich… bis ihr diesen Beitrag lest, der am 26. Februar 2017 erscheinen soll, ist das schon Schnee von vorgestern, und dann habe ich sicherlich schon die eine oder andere Rückmeldung über die Qualität des Werkes erhalten. Viel­leicht könnt ihr aber, nachdem ihr diesen Beitrag gelesen habt, verstehen, warum es mich so freut, hier vorwärts gekommen zu sein. Sonst ist nicht wirk­lich viel passiert, auch wenn – wie üblich – die Aufstellung etwas anderes sug­geriert.

So sah der Monat November 2016 aus, Freunde:

Blogartikel 204: Work in Progress, Part 47

18Neu 80: Der Seelenheiler

(Die zwei Provokateurinnen – Archipel-Story)

(Glossar der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

(Auf Sklavenjagd – OSM-Story)

(OSM-Wiki)

Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee, Teil 2 – OSM-Roman für BWA-Abdruck

(12Neu 39: Der Doppelzeit-Effekt)

E-Book 36: Die Sternenbaustelle

18Neu 81: Der Blaue Kristall

(18Neu82: Wächter des Vierten Siegels)

(18Neu 84: Invasion der Zeitschatten)

Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee, Teil 3 – OSM-Roman für BWA-Abdruck

Blogartikel 218: Aus den Annalen der Ewigkeiten – alt und neu (XVI)

(18Neu 83: Der Schrei des Orakels)

(18Neu 85: Der negative Lichtritter)

(18Neu 86: Die Matrixfehler-Seuche)

(Sarittas Hilflosigkeit – Archipel-Fragment)

(E-Book 37: Die Nomaden von Twennar)

(DSf 57: Sklaven des SYNDIKATS)

Erläuterung: Das ist eine der schönen Neuigkeiten für diesen Monat – dieser Band wird Band 1800 des OSM werden. Worum es in diesem Band geht und was es mit dem Museum von TRANSFER 1004 auf sich hat, dazu habe ich in ei­nem meiner nächsten „Logbuch des Autors“-Artikel geschrieben, das bekommt ihr alsbald zu sehen. Ich bin jedenfalls guter Hoffnung, dass ich diese Episode noch bis Silvester fertig schreiben kann.

(DSf 58: Ein Freund namens Jaal)

(14Neu 38: Das Gigant-Syndrom)

(14Neu 39: Transmittermond der Plegg’re)

Erläuterung: Mit der Abschrift dieser Episode verlasse ich in KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC) den Bereich der handgeschriebenen al­ten Episoden von 1983 und 1984. Ich war ganz verdutzt, zu entdecken, dass die­se Episode nur 5 (!) maschinenschriftliche Seiten umfasste. Und es stellte eher kein Wunder dar, den sehr kurzen Handlungsstrom zu realisieren. Das wird spä­ter natürlich alles deutlich ausgebaut werden müssen. Aber der Himmel mag wissen, wann ich diese Serie fürs E-Book-Format aufbereite. Dazu kann ich heu­te noch nichts sagen.

Blogartikel 219: Logbuch des Autors 21: Fahnden im Feindesland

(E-Book 38: Das Kriegernest)

(E-Book 40: Zeitenwandel)

Erläuterung: Wenn ihr euch diese beiden Bände anschaut, werdet ihr vermutlich auch verdutzt sein und verstehen, dass ich mich da gestern anfangs verschrieb und in meinem Kreativkalender letzteres Werk als E-Book 39 eintragen wollte. Das lag ja auch nahe. Es handelt sich um die Bände 30 und 31 der TI-Serie. Sie liegen aber – Handlungsebenenwechsel! – nicht direkt nebeneinander.

Dazwischen werde ich stattdessen als E-Book 39 den ersten Serienband von KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (BdC) schieben. Aufgrund meiner eingeschränkten Schreibfreizeit wird das aber wohl erst im Sommer 2017 der Fall sein. Bekanntlich, siehe Anfang dieses Beitrags, hinkt die Publikati­onsreihenfolge ja weit hinter dem Wunsch her.

Schauen wir also mal, wie gut es mir gelingen wird, im kommenden Monat De­zember, der heute angebrochen ist, meine kreativen Wunschziele zu erreichen. Für November 2016 ist jedenfalls leider nichts weiter zu vermelden. Ich deutete ja an, dass das Ergebnis nicht so berauschend war.

Wohin wir in der kommenden Woche reisen? Na, da lasst euch mal überra­schen, Freunde, und seht wieder herein!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.