Rezensions-Blog 169: Lotosblüte

Posted Juni 19th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

für euch ist es, wenn ihr länger meinem Rezensions-Blog folgt, keine Neuigkeit, dass ich mich lesend zu erotischen Romanen hingezogen fühle. Mich fasziniert einfach die weibliche Psyche und das Wechselspiel der männlich-weiblichen Se­xualität zu sehr, das auch in meinen Geschichten oft zum Ausdruck kommt, und immer wieder werde ich bei der Lektüre solcher Romane zu interessanten Handlungselementen in eigenen Geschichten inspiriert. Ich denke darum nicht, dass dieses Genre für mich in absehbarer Zeit langweilig werden wird, wiewohl man glauben könnte, dass es sich doch recht schnell thematisch erschöpft… nun, täuscht euch da nicht. Das ist hier ebenso wenig der Fall wie bei Komödien – auch hier könnte man sagen, dass viele doch nach sehr ähnlichem Strickmus­ter ablaufen und man sich als Leser oder Zuschauer langweilen könne. Ich schätze, die ungebrochene Popularität von Komödien widerlegt das Jahr für Jahr.

Anfang 2017 machte ich eine sehr intensive Lesephase erotischer Literatur durch, und das hier war eines der ersten Werke, mit denen ich begann und das ich geradezu verschlang – das hat bis heute dazu geführt, dass Aberdutzende solche Bücher gefolgt und zahlreiche Rezensionen entstanden sind. Ihr werdet sie im Laufe der nächsten Jahre auf diesem Blog nach und nach zu sehen be­kommen, darunter natürlich auch Rezensionen zu E. L. James oder Anna Todd, um mal prominente Autorinnen der Gegenwart zu nennen.

Zunächst machen wir heute einen Ausflug nach Japan und schnuppern in das Genre des BDSM-Romans hinein, wie ihn die Autorin Sandra Henke ausformu­lierte. Wer neugierig geworden ist, lese bitte weiter:

Lotosblüte

Von Sandra Henke

Plaisir d’Amour-Verlag

204 Seiten, TB, 2008

ISBN 978-3-938281-34-5

Schon der Auftakt ist einigermaßen abenteuerlich, und die Ereignisse entgleisen sehr schnell – die junge Amerikanerin Bryanna Clover ist ihrer Freundin Zoe Sharp nach Japan gefolgt, um ihr bei einem Event zu assistieren… wenn man das so nennen kann. Zoe ist spezialisiert auf Bondage-Vorführungen, und damit ist sie natürlich in Japan exakt am richtigen Platz. Und Bryanna, kurz Bree ge­nannt, ist ihr Modell… Vorführungsobjekt… wie immer man das gescheit be­zeichnen möchte. Sie lässt sich jedenfalls kunstvoll erotisch verschnüren und von Zoe dann in einem Club ausstellen.

Zu dumm, dass Zoe diesmal in ihrem Wunsch, Bree einen Herzenswunsch erfül­len zu wollen, zu weit geht. Weder vereinbart sie mit Bree ein Safeword, um aufhören zu können, wenn es notwendig ist, noch sieht sie einen Grund, ihrer Freundin zu erklären, dass sie ihr im gefesselten Zustand auch noch die Unter­wäsche abnehmen will.

Was zur Folge hat, dass Bree sich den Zuschauern also nackt und gefesselt prä­sentiert. Das sorgt zunächst für gründliche Verstimmung zwischen den Freun­dinnen und dann dafür, dass Bree wutentbrannt den Club verlässt, wobei sie unter dem Mantel notwendig nackt ist.

Was nicht geplant ist, das ist ihre anschließende Entführung!

Bryanna findet sich bald darauf völlig schockiert in einem abgelegenen Kendo-Kloster in den Bergen wieder und erfährt zu ihrem nicht geringen Schrecken, dass einer der begeisterten Besucher ihrer „Show“ sich dazu entschlossen hat, sie kurzerhand zu entführen und dem Kendo-Meister Ryan Ishikawa zum Ge­schenk zu machen. So, als sei sie ein Gebrauchsgegenstand ohne eigenen Wil­len – und exakt so wird das auch gesehen! Ihre Freiheit, wird ihr klar und un­missverständlich gesagt, hat jetzt aufgehört, sie ist nun Besitz eines ihr fremden Mannes und wird es für immer sein – genau genommen soll sie seine Lust­sklavin werden.

Nun muss man, um den Roman verstehen zu können, etwas verinnerlichen, was schon auf Seite 1 angesprochen wird: Bryanna Clover hat eine zutiefst devote Ader und ist eigentlich schon seit langem auf der Suche nach einem „dominus“, der diese unterwürfige Seite ihres Wesens vollkommen würdigen kann. Ihre Fa­milie in den USA vermag das definitiv nicht – dort wird darauf hingearbeitet, dass sie stattdessen Zahnmedizin studiert, was Bree nicht im Mindesten interessiert. Zoe weiß um diese devote Ader und wünscht sich, damit ihre Freundin Glück erlangen kann, dass Bree „es irgendwann noch schaffen kann, sich einem Mann zu unterwerfen, mit allen Konsequenzen.“ Denn das ist es recht eigentlich, wonach sich Bryannas Herz sehnt.

Dennoch – devote Ader hin oder her: Entführung und Freiheitsberaubung pas­sen nun wirklich nicht zu Bryannas Lebensplanung. Und wiewohl sie bald Ryan kennen lernt, der selbst mütterlicherseits amerikanische Wurzeln besitzt, und obgleich sie zunehmende Anziehungskraft seinerseits verspürt, möchte sie doch nur eines: aus dem Kloster wieder flüchten. Weg, und zwar nicht nur aus dem Kloster, sondern zurück in die USA.

Doch auf der anderen Seite treten seltsame Effekte zutage… da ist beispielswei­se die Geisha Kameko, die im Kloster lebt und von Ryan gefördert wird. Sie ver­steht sich bald als Brees „große Schwester“. Allerdings empfindet Bree auch, ei­nigermaßen irrational, bald Eifersucht ihr gegenüber. Was wirklich keinen Sinn ergibt, wenn ihr doch (nach außen) an Ryan gar nichts liegt und sie schnellst­möglich weg möchte.

Dann ist da der radebrechende Kendo-Adept Shunpei, der es faustdick hinter den Ohren hat, den Bree schnell lieb gewinnt. Auch noch ein Mensch, den sie ohne ihre brüske Entführung nie kennen gelernt hätte.

Ja, und dann ist da natürlich ganz besonders Ryan Ishikawa selbst, ein sehr kon­zentrierter Mann, der ihre tiefsten devoten Sehnsüchte anstachelt und ihr un­glaubliche sexuelle Erfüllung schenkt. Ein Mann, der sie zugleich immer wieder erschreckt, verunsichert und zu dem sie sich gleichwohl hingezogen fühlt, selbst wenn sie die Umstände, unter denen das geschieht, gründlich missbilligt.

Und so muss sich Bryanna Clover schließlich entscheiden, was sie wirklich möchte – zurückkehren in ein Leben ohne Freude, was sie vermutlich in den USA erwartet… oder das Risiko auf sich nehmen, dem dunklen Pfad ihrer unkal­kulierbaren Begierden zu folgen, selbst wenn dies bedeutet, dass ihr Leben eine radikale Kehrtwendung erfährt. Hat sie den Mut dazu, sich dieser Herausforde­rung zu stellen…?

Manchmal ist es schon interessant – und selbst bei mir kommt das eher selten vor – , zu beobachten, wie Romane, die jahrelang nur eine Buchstabengruppe in einer Suchliste sind, direkt nach Erhalt zu einem unaufhaltsamen Leseerleb­nis führen. Das war hier der Fall. Ich habe das Buch binnen zwei Tagen (okay, ich bin derzeit gesundheitlich arg angeschlagen, das mag dies befördert haben) ge­radewegs verschlungen. Es gab dafür mehrere Gründe.

Zum einen hat mich das Thema gereizt, zum anderen das wirklich sehr stim­mungsvoll ausgesuchte Cover (das allerdings höchstens Kameko zeigen könnte und zum kulturellen Kontext des Romans passt). Der dritte Grund trat zutage, als ich das Buch dann begann: Die Autorin versteht es auf faszinierende Weise, die Kapitel mit sogartigen Enden zu versehen, die den Leser nahezu unweiger­lich ins nächste Kapitel hineinziehen. Das könnte jetzt nerven, weil man daran die klare Durchplanung des Werkes erkennt… aber in diesem sehr kurzweiligen Roman fand ich dieses strukturelle Element durchaus positiv.

Solide ausgearbeitet ist auch die Charakterentwicklung der Hauptperson Bryan­na von einer temperamentvollen, mit ihren Lebensumständen durchaus un­glücklichen Person bis hin zu jemandem, der schließlich eine zentrale Entschei­dung trifft… allerdings bis ganz zuletzt immer noch mit diesen nagenden Zwei­feln und der nervösen Furcht, ob das nicht doch einen wesentlichen Schritt zu weit geht. Die Veränderung ist deutlich, aber nicht so, dass sie sich radikal von Anfang bis zum Schluss umkehrt. Das wäre ja auch unrealistisch gewesen.

Die Charakterisierung des Romans als eines „romantischen SM-Romans“ würde ich als treffend bezeichnen. Ich habe manche SM-Romane schon gelesen und konnte, ganz ehrlich, den darin manchmal exzessiv vorkommenden Prügelsze­nen so gar nichts abgewinnen. Das wird man in diesem Buch nicht finden. Es geht weitaus mehr um eine komplizierte Form der durchaus romantischen Liebeserfüllung, die eine Vielzahl äußerst anregender erotischer Passagen er­möglicht. Eine rege Leserphantasie wird dieses Buch vermutlich als äußerst in­spirierend verstehen.

Gewiss, manchmal kann man genervt den Kopf schütteln über die Hast, mit der Bree Schlüsse zieht, ohne über hinreichendes Wissen zu verfügen. Aber ich ver­mute, das ist zunächst zutiefst menschlich und zweitens handlungsdramatur­gisch notwendig. Irrungen und Wirrungen gehören zu dieser Art von Romanen einfach dazu, das ist wie in historischen Romanen, wo man ohne diese Ingredi­enz auch nicht auskommt. Am Schluss kann man sogar wirklich amüsiert sein, wenn man merkt, wie stark die Neigung der Autorin ist, romantische Sehnsüch­te umfassend zu erfüllen… da ist sie einem gewissen Peter F. Hamilton durchaus sehr nahe.

Alles in allem bin ich aber nach diesem Leseerlebnis geneigt, zu sagen, dass es ein gelungenes Buch ist, das neugierig auf weitere Werke der Autorin macht. Wer sich gerne mal einem „romantischen SM-Roman“ annähern möchte, ist hier genau richtig.

© 2017 by Uwe Lammers

Mit dem vorzustellenden Werk der kommenden Woche reisen wir einige Jahr­zehnte zurück und begeben uns ins wilde Afghanistan. Näheres dann in der kommenden Woche.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

beim letzten Teil dieser Artikelreihe war ich mit dem Berichten bis zum Ende des ersten Quartals des Jahres 2014 gekommen. Im April desselben Jahres folg­ten in rascher Folge 8 Blogartikel, außerdem die Abschrift der Story „Ein Passa­gier der R.M.S. TITANIC“, deren Überarbeitung mich bald darauf eine Menge Zeit kosten sollte – das war es allerdings sehr wert, weil diese Geschichte letzt­lich meine nächste Storysammlung als Titelgeschichte schmücken sollte (E-Book 21).

Die beiden E-Books 16 und 17, die Episoden „Das Archiv der Hushhiner“ und „Sternenlegenden“ aus der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ ent­standen ebenfalls kurz nacheinander in diesem Monat. Flankierend gingen die kommentierten Abschriften der OSM-Serien „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (14Neu), „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ (18Neu) und „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (12Neu) voran.

Ebenfalls in diesem Monat fing ich an, meine alten Gedichte, soweit sie noch nicht digitalisiert waren, abzuschreiben. Das sollte mir in den Folgemonaten zahlreiche „neue“ abgeschlossene Schreibpositionen einbringen. Aber die Ar­beit war auch wirklich überfällig – die ältesten Werke waren zu diesem Zeit­punkt schon über 30 Jahre alt…

Ich schrieb weiterhin aus KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ Epi­soden ab, feilte nebenbei an solchen Geschichten wie „Ungleiche Freunde“, „Auf ewiger Mission“, „Auf Sklavenjagd“ und diversen Glossaren. So kam ich bis Monatsende auf 21 fertige Werke.

Ihr seht – es herrschte nach wie vor muntere Verzettlung.

Im darauf folgenden Monat sah das sehr ähnlich aus. Weniger Blogartikel, okay… und ich arbeitete den Con „Raum & Zeit Continuum III“ in Braunschweig in Form eines Conberichts auf, was einige Zeit in Anspruch nahm. Zu einem E-Book-Text reichte es dieses Mal leider nicht.

Irgendwie überfielen mich verstärkt wieder Archipel-Settings, die ich durch Weiterarbeit an diversen Fragmenten unterzubringen suchte. Auf diese Weise ergänzte ich beispielsweise „Das Los der Lady Renata“, „Freundschaftsbande“ und die Novelle „Waldmenschen“. Das war aber nur so ein Aufflackern.

Ich war abgelenkt, kümmerte mich primär um den Oki Stanwer Mythos, näm­lich um die oben schon erwähnten Serien, an deren kommentierten Abschriften ich werkelte. Und ich schrieb minimal weiter an der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“, ohne dabei allerdings zu einer fertigen neuen Episode zu ge­langen.

Neue Gedichte und Gedichtabschriften erblickten das Licht der Welt, und ich überarbeitete weitere Geschichten für die Storysammlung „Ein Passagier der R.M.S. TITANIC und andere phantastische Geschichten“.

Außerdem bekümmerte mich etwas völlig anderes, das ich hier nur der Voll­ständigkeit halber ergänzen will, damit ihr merkt, dass mich nicht allein meine phantastischen kreativen Arbeiten mit Beschlag belegten: Während ich nach wie vor auf Jobsuche war, intensivierte ich bei meinen Besuchen bei meiner kranken Mutter die Arbeiten an ihrem „Gedächtnisskript“, wie ich das bei ihr nannte. Sie erzählte mir aus ihrem Leben, ich schrieb nieder, formulierte aus und ließ später gegenlesen… eine faszinierende biografische „Grassroot“-Ar­beit, mit der ich leider nicht weit genug kam, ehe sie im darauf folgenden Jahr von uns ging.

In das Ende des Monats Mai fällt auch mein Schwenk vom MOBI-E-Book-Format in das gängigere EPUB-Format.

Auch im Monat Juni hielt ich mich mit neuen Blogartikeln sehr zurück (zwei ent­standen, um exakt zu sein). Der Grund für diese Zurückhaltung lag nicht in Ein­fallslosigkeit oder dergleichen – ich war vielmehr sehr intensiv mit Annalen 3: Die schamlose Frau“ befasst, die fast meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog. Dass ich schlussendlich in diesem Monat doch auf 30 fertige Werke zurück­blicken konnte, war zwei wesentlichen Faktoren geschuldet:

1) meine verstärkte Abschrift alter Gedichte

2) die erfolgreiche und vollständige Abschrift und Kommentierung von alten OSM-Episoden.

Auch konfigurierte ich schon beginnend den Blogartikel 100, der unter dem Ti­tel „Der OSM auf einen Blick“ eine aktuelle Einsicht in die gegenwärtige Situati­on meines kreativen Hauptwerkes ermöglichen sollte. Das dauerte etwas, bis ich damit zu Rande kam… hiermit ersetzte ich „Die Tiefen des inneren Univer­sums“, das vor vielen Jahren als Beilage zum Fanzine „Baden-Württemberg Ak­tuell“ (BWA) des „Science Fiction-Clubs Baden-Württemberg“ (SFCBW) in kleiner Auflage erschienen war und 2006 ein Update erlebt hatte. Ein Update, das na­türlich schon wieder längst überholt war.

Annähernd parallel begann ich dann, nach Abschluss von „Annalen 3“ an „An­nalen 4“ zu arbeiten, also an „Heiligtum der Shonta“, außerdem aber an dem Archipel-Roman „Die Suyenka“. Weitere Geschichten von teilweise ordentlicher Länge oder aber schockierendem Inhalt beschäftigten meine Aufmerksamkeit. Zu ersterer Kategorie gehörte der Erotic Empire-Roman „Die Kolonie Saigon II“, zu letzterer das OSM-Fragment „Himmelfahrtskommando“.

Sehr viel Aufregendes oder Herausragendes wurde in diesem Monat sonst nicht mehr geleistet – aber ich denke, 30 beendete Werke können sich für Monat Juni 2014 durchaus sehen lassen… selbst wenn die Majorität davon Gedichtab­schriften, neue Gedichte, Rezensionen oder fertig kommentierte Episodenab­schriften waren.

Richtig aufdrehen in puncto Gedichte sollte ich dann jedoch erst im Monat Juli 2014. In gewisser Weise war dies hier die Ruhe vor dem Sturm, wenigstens quantitativ.

Alles in allem würde ich sagen, stellte das zweite Quartal 2014, das oben knapp resümiert wurde, ein Zeitfenster der Konsolidierung dar. Ich hatte mich sowohl daran gewöhnt, regelmäßig Blogartikel zu verfassen und wöchentlich zu publi­zieren, und mit den E-Books lief es ganz genauso. Der Takt war gefunden, und so hätte es eigentlich weitergehen können – auch wenn mir die monatelange Arbeitslosigkeit inzwischen doch zusetzte.

Weitaus mehr zu schaffen machte mir allerdings der zunehmende körperliche Verfall meiner lieben Frau Mutter. Zwar hatte sie nach dem Tod unseres Vaters und ihres Mannes (Dezember 2013) den Lebensmut nicht vollends verloren, aber es ließ sich nicht übersehen, dass sie inzwischen ein Pflegefall war und kaum mehr aus dem Haus kam. Erst mit Verspätung sollte ich erfahren, dass ihre ständige Angewiesenheit auf ein transportables Sauerstoffgerät wesentlich mit der verschwiegenen ärztlichen Diagnose COPD zu tun hatte – was bekannt­lich auch die Krankheit ist, an der Leonard Nimoy verstorben ist. Dass sie nach wie vor bedrückenderweise nikotinsüchtig blieb und nicht von ihren täglichen Zigaretten lassen konnte, Atemnot hin oder her, machte meine Besuche bei ihr zunehmend quälend.

Es ist nicht zu leugnen, dass ich die Tabakindustrie verabscheue, die sich immer gern damit herausredet, dass sie niemanden „süchtig“ mache und dass es doch die „freie Entscheidung der Konsumenten“ sei, sich mit Tabakprodukten zu ver­sorgen und so dem Risiko des Krebses auszusetzen… das ist bestenfalls from­mer Selbstbetrug, der die Verantwortung scheut. Wollte man legale Drogen nach ihrem Schadenspotenzial legalisieren, müsste man vermutlich Tabakpro­dukte und Alkohol sofort verbieten, gemessen an den Tausenden von Toten und langjährigen Schädigungen, die sie alljährlich auslösen.

Mit meiner Mutter ist also dann 2015 eine weitere liebe Person aus meiner Fa­milie diesen Drogen langfristig zum Opfer gefallen (viele Jahre vorher hatte die Alkoholindustrie meinen Patenonkel auf dem Gewissen). Vielleicht ist es zu ei­nem Teil auch dem Umstand zuzuschreiben, dass ihr sich verschlechternder Gesundheitszustand mir zu schaffen machte und es erschwerte, die Gedanken auf den Abschluss einiger weniger Werke zu fokussieren. Ich kann es selbst aus dem Nachhinein nicht mit Gewissheit sagen.

Nach einem halben Jahr anno 2014 war ich jedenfalls auf 136 abgeschlossenen Werken angelangt. Wie es genau in der zweiten Jahreshälfte weitergehen sollte, erzähle ich euch beim nächsten Mal. In der kommenden Woche weiche ich je­doch erst mal auf die Kreativstatistik für den Monat März 2018 aus und bringe euch diesbezüglich auf den aktuellen Stand.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 168: Das vielfarbene Land (1)

Posted Juni 13th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute kommt mal wieder eine Vorstellung einer recht alten Rezension noch we­sentlich älterer Romane. Ich las den „Pliozän-Zyklus“ von Julian May, dessen er­ster Band hier besprochen wird, erstmals 1988, dann wieder 2001 (aus diesem Jahr stammt die vorliegende Rezension), und manches, was ich unten gegen Schluss sage, ist leider bis heute ein Desiderat. So wurde etwa der „Milieu-Zy­klus“, die dreibändige Vorgeschichte des „Pliozän-Zyklus“, leider bis heute nicht ins Deutsche übertragen. Und leider kann man da auch nicht mehr Wolfgang Jeschke bedrängen, denn inzwischen ist er ebenso von uns gegangen wie da­mals die Übersetzerin Rosemarie Hundertmarck.

Gleichwohl gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich vielleicht irgendwer mal dieses Siebenteilers komplett annimmt und ihn neu herausbringt – vielleicht Pi­per. Ich meine, wenn schon alte Schinken wie Robert Heinlein neu aufgelegt werden, könnte man doch erwarten, dass qualitativ hochwertige SF mit kom­plexem, sozialkritischem Hintergrund wie die vorliegenden Romane und der „Milieu-Zyklus“ doch auch mal wieder an die Reihe kommen sollten, oder?

Wer also sowohl Zeitreise- als auch Mutantengeschichten, in die Erstkontaktge­schichten und in gewisser Weise Präastronautik eingewoben sind, schätzen kann, sollte diese Romane unbedingt mal suchen. Die Hundertmarcksche Über­setzung ist brillant, emotional und unglaublich kenntnisreich, sie erinnert mich heutzutage deutlich an die Übersetzungen, die das Ehepaar Linckens etwa bei Connie Willis oder Robert Charles Wilson geleistet hat.

Wer also neugierig geworden ist, der folge mir mal durch das Portal in Frank­reich in die Vergangenheit des irdischen Pliozän, sechs Millionen Jahre vor der Gegenwart. Und wer dort die Urzeit erwartet, der hat wirklich keinen blassen Schimmer – die Vergangenheit ist sehr viel farbenprächtiger und exotischer, als sich je einer der Auswanderer vorgestellt hat…

Vorhang auf:

Das vielfarbene Land

(OT: The Many-Colored Land)

von Julian May

Heyne 4300

512 Seiten, 1986

Übersetzt von Rosemarie Hundertmarck

Wenn man depressiv und beladen ist, in der Welt kein Licht mehr sieht und man allem und jedem den Rücken kehren möchte, dann bricht man in unserer heutigen Welt entweder auf und flüchtet vor allem, was man um sich hat – oder man begeht Suizid.

Im Jahre 2110 gibt es für Menschen, die in diese Situation geraten, aber noch eine andere Möglichkeit, sich aus der Wirklichkeit zu entfernen. Diese Lösung ist ein Besuch auf dem alten Planeten Erde, in der Auberge du Portail der alten Madame Guderian…

Die Menschheit wurde schon im Jahr 2013 in das sogenannte Galaktische Mi­lieu aufgenommen, einen Staatenbund außerirdischer Völker, was zur Folge hat­te, dass die Menschheit sich unter den Sternen zerstreute und extraterrestri­sche Touristen natürlich auch die Erde in immer stärkerer Zahl zu besuchen be­gann.

Zur Handlungszeit ist die Erde ein föderal gegliederter Planet, die ehemaligen Länder haben sich in Bundesstaaten verwandelt, die oberflächlich renaturiert und restauriert sind. Die Menschen selbst, inzwischen mit modernster Technik von den Sternen ausgestattet, leben ein im Vergleich zu früher behagliches Le­ben.

Dennoch gibt es Leute, die sich nicht anpassen können.

Da gibt es Menschen, die unter krasser Xenophobie leiden und Außerirdische – von denen nicht wenige psionisch begabt sind – leidenschaftlich hassen. Da gibt es Personen, die mit der Schönen Neuen Welt nicht klarkommen und sich in eine andere Welt hineinsehnen, in der alles schlichter, „natürlicher“ war. Leute, die unfähig sind, anzuerkennen, dass die Menschheit im Milieu nur bestehen kann, indem sie ihre Vergangenheit festspielartig inszeniert und zu Wächtern der eigenen vergangenen Kultur wird (es gibt z. B. bizarre Mittelalterfestivale).

Schon im Jahre 2034, kurz nach der Öffnung der Welt für das Galaktische Mi­lieu, machte der französische Gelehrte Theo Guderian eine Erfindung, von der er annahm, sie könne die Welt verändern (und auf subtile Weise behielt er so­gar recht, freilich, ohne das bis zu seinem Tod zu ahnen!): er schuf ein Zeittor, das die temporale Distanz von sechs Millionen Jahren in die Erdvergangenheit überbrückte und ins Zeitalter des Pliozän zurückreichte. Aber diese Verbindung war einseitig. Man konnte zwar etwas in die Zeit zurückschicken, doch alles, was man von dort holte, alterte binnen Sekundenbruchteilen um Millionen Jah­re und zerfiel zu Staub.

Eine nutzlose Erfindung.

Die Wissenschaftler des Milieus stellten fest, dass man diese Erfindung offenbar nur hier einsetzen konnte, nirgendwo sonst, weder auf der Erde noch auf ande­ren Welten. Damit erlosch ihr Interesse.

Doch nach Guderians Tod erschienen im Laufe der Jahre nach und nach seltsam gekleidete Menschen, die die Witwe anflehten, sie doch durch das Tor in jene Vergangenheit gehen zu lassen – sie würden sich in dieser Welt ohnehin nur umbringen. Und nach kurzem Zögern kam die Lady diesen Wünschen nach und transferierte die Personen gegen ein hohes Reisegeld ins Pliozän.

Anfangs war dies eine illegale Angelegenheit, die aber im Laufe der Jahre von den Behörden immer stärker kontrolliert und legalisiert wurde. Im Jahre 2110 – Madame selbst war ebenfalls hindurchgegangen – hatten mehr als hunderttau­send Menschen das Tor in die Vergangenheit durchschritten, von wo niemals eine Meldung zurückgekommen war. Um Interferenzen mit der menschlichen Geschichte zu vermeiden und das Leben der Frauen zu schützen, hatten sie sich einem sterilisierenden Eingriff zu unterziehen. Denn selbst wenn sechs Millio­nen Jahre Distanz zur Gegenwart eine lange Zeit waren, wenn die Menschen sich dort fortzupflanzen imstande waren, hätte ein Zeitparadoxon entstehen können…

Im August 2110 ist es wieder soweit, dass eine Gruppe von acht Reisenden, die sogenannte Gruppe Grün, durch das Portal in die Vergangenheit geschleust wird. Es ist eine sehr gemischte Gruppe, und zugleich ist es diejenige, die das Pliozän – ungewollt – völlig auf den Kopf stellen wird.

Sie besteht aus Bryan Grenfell, einem liebeskranken Soziologen, dessen angebetete Mercedes Lamballe ohne sein Wissen in die Vergangenheit geflohen ist; aus Stein Oleson, einem hünenhaften Bergarbeiter, dessen Kindheit so ver­murkst wurde, dass er mit der Welt nicht mehr klarkommt und deshalb nun im Gewand eines Wikingers das Weite sucht. Weiter gehört der Gruppe Grün der Raumkapitän Richard Voorhees an, der sein Raumpatent verlor, weil er aus ei­nem Anfall von Xenophobie einem in Raumnot geratenem Außerirdischen nicht half. Dann gibt es Felice Landry, eine hocherotische, zuckersüße Raubtierbändi­gerin, die unglaublich stark ist und panische Angst davor hat, dass Menschen, insbesondere Männer ihr zu nahe kommen. Sie bringt sie lieber um, als sich auch nur berühren zu lassen. Außerdem verfügt sie über starke, aber latente Parafähigkeiten (sogenannte Metafähigkeiten).

Die andere Hälfte der Gruppe besteht aus Elizabeth Orme, einer Meta, die ihre Fähigkeiten durch einen schrecklichen Unfall verloren hat. Physisch vollkommen wiederhergestellt, ist sie dennoch unfähig, zu espern und fühlt sich wie blind, taub und amputiert. Aiken Drum, ähnlich jung wie die achtzehnjährige Felice, ist eine Art moderner Eulenspiegel, jemand, der aus Leidenschaft gegen Gesetze und Ordnungen verstößt und dabei auch vor kriminellen Straftaten durchaus nicht zurückschreckt. Als man ihn vor die Wahl stellt, lebenslange Therapie oder gar Euthanasie zu beantragen, wählt er das Exil. Und dann sind da noch die Or­densschwester Annamaria Roccaro (auch Amerie genannt) und Claude Majew­ski, ein alter Paläontologe. Amerie hat Claudes Frau beim Sterben begleitet und sieht nun, nach Jahren der Sterbebegleitung keinen Sinn mehr darin. Sie möch­te sich nur noch zurückziehen in ein eremitenhaftes Dasein, und dafür scheint ihr das Pliozän der rechte Ort zu sein. Claude entschließt sich, für sie zu sorgen und begleitet sie.

Wie man sieht, eine sehr gemischte Gruppe.

Als sie ankommen, werden sie aber sehr schnell belehrt, dass das „vielfarbene Land“, wie die Bewohner das damalige Frankreich des Pliozän nennen, keines­wegs ein Paradies ist. Empfangen von Menschen, geraten die desorientierten Zeitreisenden in die sogenannte Portalburg, wo man sie einzeln gefangen setzt und unheimliche, riesenhafte Wesen humanoiden Aussehens, sogenannte Tanu, sie auf Meta-Fähigkeiten testen. Diejenigen, die durchfallen, werden von den hier gestrandeten Aliens zu Arbeitszwecken verwendet und versklavt, die anderen, die Parafähigkeiten besitzen, drängt man als Helfer in die Dienste der Tanu.

So wird Gruppe Grün gespalten und macht sehr zwiespältige Erfahrungen mit den Fremden. Elizabeth, deren Metafähigkeiten durch den Transit in voller Stär­ke zurückgekehrt sind, schließt sich ihnen zögerlich an, freilich abgestoßen von der Aussicht, dass sie dazu gezwungen werden soll, mit Tanu-Männern Nach­wuchs zu haben (eine Operation stellt nämlich die Gebärfähigkeit wieder her!). Aiken Drum erweist sich selbst ebenfalls als in hohem Maße latent-psionisch, seine Kräfte werden durch einen silbernen Halsring aktiviert. Felice Landry kann ihre Kräfte erfolgreich durch einen hysterischen Anfall verschleiern und wird der anderen Gruppe zugeteilt. Sie hasst die Tanu sehr rasch heiß und innig und ent­wickelt Fluchtpläne.

Während ihre Gruppe nach Nordosten geführt wird, in Richtung des heutigen Freiburg im Breisgau, wo die Tanu-Stadt Finiah liegt, brechen die anderen nach Süden auf, der Saone und Rhone folgend. Ihr Ziel ist die Hauptstadt der Tanu, Muriah an der Silbernen Ebene, in der Tiefe des noch nicht ganz gefluteten Mit­telmeeres liegend. Hier sollen sie in die Gesellschaft der Fremden aufgenom­men werden.

Doch die Tanu sind nicht die einzigen Außerirdischen, die zu dieser Zeit auf der Erde existieren. Da gibt es auch noch ihre erbitterten Feinde, die gestaltwan­delnden Firvulag. Von den sogenannten Criards, den „Heulern“, mal ganz zu schweigen.

Und ehe sich die Menschen der Gruppe Grün versehen, sind sie mittendrin in dem Machtkampf innerhalb der Pliozän-Gesellschaft, die viele Überraschungen und Schrecken für sie parat hält…

Mit diesem Auftaktband des vierbändigen Pliozän-Zyklus hat Julian May, die heute eher aus Fantasy-Romanen bekannt ist, ein Werk geschaffen, das Respekt einflößt. Jahrelange Recherchen, akribisch-detaillierte Darstellung der urzeitli­chen Erde und der Wissensgebiete der einzelnen Handlungspersonen (beson­ders fällt das im Bereich der Religion und der Paläontologie auf, aber nicht nur) machen das Lesen dieses Werkes zu einem beispiellosen Vergnügen. Natürlich muss man sich erst einmal mit den Personen vertraut machen und damit, dass 140 Seiten lang, während der Einleitungsphase des Zyklus, quasi kaum etwas „passiert“.

Der geduldige Leser wird dafür jedoch belohnt. Die psychischen Interaktionen der Personen und die faszinierenden Verbindungen, Zuneigungen und Antipa­thien, die fast alle im späteren Verlauf eine Rolle spielen, weben ein subtiles Netz, das alle miteinander fest verbindet. Die Autorin ist ein wenig wie Felice Landry Raubtierbändigerin: sie hat den Überblick, der Leser merkt es, dass sie jede Person in- und auswendig kennt und ahnt auch, dass sie gezielt Wissen zu­rückhält.

Als die Gruppe aufbricht, ist der Keim für sehr interessante Entwicklungen gelegt, doch niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, WELCHE genau das sein wer­den. Außer der Autorin Julian May natürlich selbst.

Und außer mir.

Ich habe den Zyklus damals, kurz nach Erscheinen (1988, um genau zu sein, als es nach dem Erscheinen der ersten beiden Bände ein Jahr lang hieß, der Rest KOMME EINFACH NICHT MEHR – was mir fast einen Anfall bescherte!) regel­recht verschlungen, kaum dass er komplett war. Und er hat mir damals wie heu­te enorm gefallen. Die Romane nach dreizehn Jahren noch einmal zu lesen, hat das Romanerlebnis tiefgreifend verändert. Im Gegensatz zu so manchem Werk, das mir beim zweiten Distanz-Lesen nicht mehr gefallen hat, ist das hier unein­geschränkt nach wie vor der Fall. Und das liegt wohl auch daran, dass ich 90 % seines Inhaltes vergessen habe. Damals las ich sehr schnell, heute nehme ich mir mehr Zeit, achte besser auf die Personen, die ich damals eher flüchtig wahr­nahm, und dadurch kann ich die Qualität des Geschriebenen noch besser auf­nehmen.

Doch, dieser Zyklus ist außerordentlich gut, sowohl was die Grundidee angeht als auch die Ausführung, insbesondere aber die Plastizität und die Emotionalität der Charaktere. Wer ihn antiquarisch bekommen kann, sollte das tun. Er ist eine ideale eskapistische Fluchtlektüre, wie man das erwarten kann, doch zugleich thematisiert er sehr schön eine Vielzahl unserer eigenen Probleme, insbesonde­re soziologischer Natur, aber auch ethische Grundfragen (beispielsweise um Fruchtbarkeit bzw. Sterilisierung von Frauen), wartet mit differenzierter und durchweg spannend dargestellter Psychologie auf und beschert zudem den Lesern, die Mutanten-Fans sind, einen Einblick darin, wie wohl realistischerweise kriegerische Auseinandersetzungen unter Mutanten und zwischen solchen und „normalen“ Menschen ablaufen könnten. Von den Themen Zuwanderung und Fremdenfeindlichkeit, die sich hier übrigens ebenfalls mustergültig studieren und mehr oder weniger gut auf unsere Gesellschaften übertragen lassen, sage ich mal nichts weiter.

Eins bleibt freilich noch als bedeutsam anzumerken: es existiert zu diesem Ro­manzyklus ein (zwar später geschriebener, aber das ist egal) Vorzyklus aus drei Bänden. Die Bände tragen nach der Hundertmarckschen Übersetzung am Ende des vierten Teils die Titel „Jack der Körperlose“, „Diamantmaske“ und „Magni­ficat“. Da ich den zweiten in der englischen Fassung seit Jahren besitze, ist klar, dass der sogenannte „Milieu-Zyklus“, wie sie ihn nannte, inzwischen längst komplett vorliegt.

Bedauerlicherweise hat Heyne aus völlig unklaren Gründen niemals Anstalten gemacht, ihn auf Deutsch zu publizieren. Vielleicht lag es am Tod der Übersetze­rin. Wenn jemand Kontakt zu Wolfgang Jeschke haben sollte, wäre es doch schön, wenn ihm mal ein solcher Vorschlag gemacht werden würde. Zum tiefe­ren Verständnis der Hintergründe dieses Zyklus wäre die Übersetzung der „Mi­lieu-Trilogie“ durchaus hilfreich. Und wohl auch ein ähnliches Lesevergnügen…

© 2001 by Uwe Lammers

Na, da kann einem doch schon der kreative Magen knurren, nicht wahr? Mit Recht. In der nächsten Woche reisen wir in die Gegenwart nach Japan zu einem erotischen Erlebnis ganz eigener Prägung. Seid dabei!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

das Jahr 2011, in dem ich jüngst mit dem vergangenen Beitrag dieser Blogarti­kelreihe angelangt bin, erwies sich als ein außerordentlich kreatives, in dem be­sonders längere Werke zu ihrer Geltung kamen – da wirkte sich, schätze ich heute mal aus der Distanz, die Tatsache aus, dass ich am Archipel so intensiv „geübt“ hatte. Ihr erinnert euch: mit Langzeit- und sehr umfänglichen Projekten wie „Rhondas Reifejahre“, „Antaganashs Abenteuer“ und „Eine Adelige auf der Flucht“ hatte ich mich intensiv daran gewöhnt, sehr umfangreiche Hand­lungsbögen zu spannen und auszufüllen. Es konnte darum nur bedingt überra­schen, dass sich das auch auf den Oki Stanwer Mythos auswirkte.

Einen ersten solchen Fall habe ich beim letzten Mal mit „Die schamlose Frau“ geschildert. Jetzt packte mich eine weitere solche wunderbare Frauenperson wie damals die Sternenfee Gloria, nahm mich zielstrebig an die Hand und führ­te mich in das Universum, in dem ich mich sowieso favorisiert zurzeit aufhielt: in KONFLIKT 4 des OSM, also jene Welt des INSEL-Imperiums Oki Stanwers, die ich in der Serie „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR) ausführlicher behandle.

Jaleena hatte ich erstmals 2005 kennen gelernt… na ja, das mit dem Kennenler­nen war so eine Sache – sie stolperte damals völlig traumatisiert, nackt und ziemlich verwundet durch ein Gewitter im Blitzberge-Park der Zentralwelt und wurde vom kleinischen Physiker Venschon vor dem sicheren Tod gerettet.1

Von da an ließ mich der Gedanke nicht mehr los, ihren Weg weiter zu verfolgen, sowohl innerhalb der Serie als auch aus ihrer eigenen Sicht von innen heraus, die mir dann Gelegenheit geben würde, mehr über sie und ihr Schicksal zu er­fahren. So entstand „Jaleenas zweites Leben“, und den Roman habt ihr ja in­zwischen als E-Book auch schon kennen gelernt. Ich schloss ihn am 13. August 2011 als so genanntes „13. BUCH“ nach meiner internen Werkstruktur fertig.

Ich sehe Neugierde in euren Augen aufflammen? Was mögen wohl diese ande­ren „BÜCHER“ sein? Davon werde ich sicherlich beizeiten mal erzählen, das könnte ein interessanter Artikel für diesen Blog sein, und das spannt dann einen Bogen von 1987 bis zur Gegenwart… beizeiten, das muss ich hier und heute noch mal an die Seite schieben.

Während ich im Juni 2011 sowohl an dem Jaleena-Roman wie auch an KON­FLIKT 4, der kommentierten Abschrift des KONFLIKTS 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ sowie stippvisitenhaft an KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ arbeitete, ploppte mit der nächsten Idee, „Das Geheimnis von Troncadur“ eine neue Facette der INSEL-Historie auf. Darin geht es, das darf ich hier und heute schon verraten, um den Ursprung der Alli-Matrixfehler in KONFLIKT 4.

Ich versuchte mich wieder etwas runterzukühlen, indem ich mich mit Archipel­fragmenten ablenkte, etwa der Geschichte „Raubgut“, die sich wohl ziemlich sicher zu einem Roman entwickeln wird, sowie mit „Rhondas Aufstieg“, aber ich kam damit erkennbar nicht weit.

Am 22. Juni war ich mit dem Hintergrundtext „Inferno in der INSEL“ schon wie­der im KONFLIKT 4 gelandet. Und als ich dann erst den „Gefangenen Nr. 1041“ am Monatsende kennenlernte, war es ganz vorbei. Der arme Kerl ging mir total unter die Haut, und das wird euch beizeiten ebenfalls so gehen. Er spielt eine zentrale Rolle in der IR-Serie, ich werde euch noch mal mehr von ihm berichten.

Diese Geschichte, Teil 1 eines sehr voluminösen Zweiteilers (Band 1 hat 39 ein­zeilige Textseiten, Teil 2, der dann bereits am 21. Juli vollendet wurde, kam so­gar auf 82 einzeilige Textseiten), dringt tief in die kosmologischen Geheimnisse der Baumeister ein und hat solche Highlights wie die Spezies der Shonta in KONFLIKT 2 und eine unglückliche yantihnische Linguistin namens Vaniyaa, die auch in KONFLIKT 4 eine zunehmend alptraumhafte Rolle zu spielen hat.

Und dennoch irrte ich im Juli dieses Jahres immer wieder in den Archipel ab, als wenn mein Unterbewusstsein nicht recht glauben könnte, dass ich so komplett „switchen“ konnte, von einer kreativen Hauptwelt zur anderen. Ich feilte an Werken wie „Auf und nieder“, „Ana und die Sklavinnen“, „Jessecas Geschich­te“ oder „Julianna“ (Planungstitel), und zum Monatsende hin begann ich meine Schreiblust auf Großprojekte damit zu kanalisieren, dass ich den ersten Archi­pel-Roman, „Die drei Strandpiratinnen“ (1998) zu digitalisieren anfing, also: ab­zuschreiben.

Das hinderte mich allerdings nicht daran, an diversen OSM-Baustellen zu arbei­ten, etwa an dem Hintergrundtext „Das Reich der Zwergengöttin“ oder diver­sen OSM-Glossaren. Außerdem konnte ich Ende Juli 2011 die Abschrift der ural­ten OSM-Story „Die Dunkle Macht“ (1986) abschließen. Ihr merkt, dafür war es wirklich allerhöchste Zeit.

Meine Hoffnung, an KONFLIKT 7 voranzukommen, führte zu einem weiteren Fragment mit dem Titel „Bewusstwerdung“, das Ende Juli entstand und in der Hohlwelt Hyoronghilaar spielt. Ich brauche nicht zu betonen, dass das bislang Fragment blieb. So war es dann auch Anfang August mit einer weiteren Frag­ment-Ausgründung, die unter dem Titel „Himmelfahrtskommando“ einen er­sten alptraumhaften Blick auf die Endphase des KONFLIKTS 4 ermöglichte. Das wird mich verdammt viel Energie und Nerven kosten, diese Geschichte fertig zu stellen, davon könnt ihr ausgehen. Da steigt mein Blutdruck schon, wenn ich nur an dieses Werk denke... aber so etwas hat mich langfristig noch nie von der Fertigstellung abgehalten.

Warum nicht? Bin ich ein verkappter Masochist? Das fragte man mich schon verschiedentlich aus Freundes- und Leserkreisen, wenn ich von meinen inneren Kämpfen berichtete, die ich auszufechten habe, wenn ich solche Werke schrei­be, die mir derart an die Nieren gehen. Die Antwort lautet: Nein. Ich sehe halt den inneren Bilderstrom vor mir und MUSS ihn dann einfach auszuformulieren und niederschreiben, weil es mich sonst um den Verstand bringt. Und wenn man nur die Wahl hat zwischen dem qualvollen, manchmal tränenreichen Nie­derschreiben solcher Geschichten oder dem Verrücktwerden, dann würdet ihr euch wahrscheinlich auch stets für die erste Variante entscheiden.

Im August 2011 versuchte ich also, mich möglichst mit Abschriften älterer Wer­ke abzulenken, teils aus dem OSM (etwa „Der Matrixschatten“), teils aus dem Archipel stammend, zunehmend auch mit Glossararbeiten der OSM-Stories. Das war auch eine gescheite Sache. Sie hielt freilich die kreativen Blitze aus an­deren Universen nicht auf.

Da waren etwa zunehmend intensiver werdende Bildblenden aus dem Magel­lan-Zyklus des KONFLIKTS 9 „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“ (DKdO), mit dem das Jahr ja begonnen hatte. Dann verfolgte mich das Projekt „Die Toten­köpfe 2: Durch die Ruinenwelten“, kurzzeitig KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ (DSj), „Die Intervention“, „Eine scharf geschliffene Waffe“, „Auf ewiger Mission“ oder „Die Wandlung“.

Fast schon unvermeidlich tauchte ein winziges neues Archipel-Fragment auf, nämlich „Wild wie der Wind“, das nun überraschend an der Küste des Südkonti­nents der Archipelwelt spielt. Die genaue Handlung ist bis heute unklar, das Fragment hat nicht mal ein halbes Dutzend Textseiten.

Ebenfalls im August entwickelte ich die Versionen 1 und 2 des OSM-Hauptbe­griffsregisters (und des damit zusammenhängenden OSM-Hauptglossars), die heutzutage leider schon wieder völlig veraltet sind. Ich konnte diese Angelegen­heit aus Zeit- und Ablenkungsgründen nicht intensiv weiter verfolgen, weswe­gen ich seufzend zugeben muss, dass das eine weitere Baustelle ist, an der dringend gearbeitet werden müsste. Aber bislang haben andere Aktivitäten kla­re Priorität.

Ich kehrte in diesem Monat auch in den KONFLIKT 4 zurück und verfolgte nach Abschluss des Jaleena-Romans ihr weiteres Leben in der Episode 20 der IR-Se­rie, „Treibgut der Ewigkeit“. Bis ich den Schlussakkord dieses Zweiteilers dann schreiben konnte, der unter dem Titel „Geheimnisse der Baumeister“ fertig ge­stellt wurde, sollte es allerdings bis Januar 2017 dauern. Kein Witz, Freunde. Ich sagte ja schon verschiedentlich, manche Dinge brauchen bei mir sehr viel Zeit.

Ende August konnte ich dann außerdem noch die kommentierte Abschrift der alten OSM-Story „Sturm aus der Sternenballung“ (1983) realisieren. Gut so, dachte ich mir und blickte Ende des Monats auf immerhin 20 fertige Werke zu­rück – von denen freilich die meisten Glossare und Rezensionen darstellten. Aber nun, man kann eben nicht alles haben.

Aus dem Nachhinein erscheint mir das hier wie eine Art kreatives, wenn auch ungezieltes Aufbäumen angesichts der Tatsache, dass ich alsbald wieder in Lohn und Brot sein sollte. Denn im August wurden die Weichen für das nächste Pro­jekt gestellt – wieder ein Werkvertragsprojekt, das diesmal im Auftrag des Stad­tarchivs Braunschweig und des Niedersächsischen Landes- und Staatsarchivs Wolfenbüttel erfolgen würde. Der Arbeitsbeginn an einem meiner Wunsch-Ar­beitsplätze, nämlich dem NLA Staatsarchiv Wolfenbüttel am Forstweg, war dann am 1. September. Ich merkte allerspätestens hier, dass das Archiv der Platz für mich war, an dem ich beruflich arbeiten wollte. Zu schade, dass ich kein ausgebildeter Archivar bin… aber ich bin aktuell (Februar 2018) wieder auf der Suche nach einer Archivstelle.

Das neue Projekt „Kommunale Amtsträger“ gab mir durch die Zeitaufteilung wieder den Raum, Kreativität einerseits und Arbeitsaktivität andererseits beruf­lich miteinander in Einklang zu bringen. Und zum dritten hatte ich nun einen Bus-Pendelweg von Braunschweig nach Wolfenbüttel, der mich dazu brachte, auch den legendären „Stapel ungelesener Bücher“ (SUB), wie man das im Fan­dom gern nennt (bei mir sind es ja eher Regale voll, nicht nur Stapel), durch Lesephasen zu reduzieren.

Ihr wisst das ja inzwischen – bei mir gibt es Zeiten zum Lesen und Zeiten zum Schreiben, und beide schließen sich gegenseitig aus. Schreibzeiten haben dabei unbedingte Priorität. Und nun Zeitfenster für alles drei zu haben: Lesen, Schrei­ben und Archivarbeit, das war köstlich und phantastisch.

Ein wenig mehr aus der Zeit ab September 2011 erzähle ich euch in der nächs­ten Folge dieser Blogartikelreihe in ein paar Wochen. Kommende Woche phase ich erst mal im Rahmen der Reihe „Was ist eigentlich der OSM?“ wieder in die Zeit meines frühen E-Book-Business zurück.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Vgl. dazu beizeiten die Episode 7 des KONFLIKTS 4, „Das Mädchen aus dem Nichts“, 2005 (OSM 1412).

Rezensions-Blog 167: Packeis

Posted Juni 6th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

wieder einmal ist es Clive Cussler-Time in meinem Rezensions-Blog, und wenn ihr weiterlest, werdet ihr sehen, dass ich anno 2013, als ich die unten wiederge­gebene Rezension nach Lektüre des Buches schrieb, doch ein wenig das Gefühl hatte, auf Zitronen gebissen zu haben oder an Zahnschmerzen zu leiden. Beides stimmte nicht. Ich war halt nur nicht wirklich überzeugt von dem Werk.

Nun wisst ihr ja, dass Cussler und seine Coautoren auch mal schwache Stunden haben – das ist einfach unabweislich, wenn man Jahr für Jahr unter dem Druck steht, einen Bestseller für die Literaturlisten zu verfassen. Das Cussler & Co. das immer noch schaffen, nötigt mir und vielleicht auch euch einigen Respekt ab. Aber der vorliegende Band führt doch titelmäßig arg in die Irre und ist wissen­schaftlich auf so dünnem Eis unterwegs, dass man das besser gedanklich aus­blenden sollte, wenn man ihn liest. Wer auf rasante Abenteuerromane mit leicht phantastischen Plots steht oder eben zu den „unverbesserlichen Cussler-Fans“ (schmunzel) zählt, für den mag das Buch ein Muss sein. Alle, die kritische­re Geister sind, mögen sich meine durchaus nachdenkliche Rezension zu Gemü­te führen und für sich selbst überlegen, ob das Werk etwas für sie ist.

Dennoch neugierig geworden? Okay, dann begeben wir uns mal in die Schluss­phase des Zweiten Weltkriegs und schauen, was dann geschah, jedenfalls laut Cussler und Paul Kemprecos:

Packeis

(OT: Polar Shift)

Von Clive Cussler & Paul Kemprecos

Blanvalet 36617, 2006

512 Seiten, TB

ISBN 3-442-36617-8

Aus dem Amerikanischen von Michael Kubiak

Die Spur der Katastrophe beginnt im Herbst 1944 in Ostpreußen: der von den Nazis entführte geniale ungarische Wissenschaftler Lazlo Kovacs wird in Ost­preußen aus seinem Labor durch einen hoch gewachsenen, jungen deutschen Soldaten in Sicherheit gebracht – in eine Sicherheit, die indes über die grässli­che Katastrophe der „Wilhelm Gustloff“ führt. Kovacs war gezwungenermaßen auf der Suche nach einer Endzeitwaffe für die Nazis, doch seine Spur verliert sich im Nebel der Wirren des untergehenden Dritten Reiches.

Seine Idee indes stirbt nicht.

Über sechzig Jahre später verschwindet das hochmoderne Frachtschiff „Southern Belle“ auf dem Atlantik spurlos, kurz nachdem es einen Notruf abge­setzt hat. Offensichtlich ist es einer so genannten „Monsterwelle“ zum Opfer gefallen, einer der legendären „Freak Waves“, die sich in den letzten Jahren im­mer mehr zu häufen scheinen. Ob das eine natürliche Entwicklung ist, etwa be­dingt durch den globalen Klimawandel, ist unklar.

Der NUMA-Mann Kurt Austin stolpert in all diese Geschehnisse eher durch einen Zufall hinein – während er ein Kajakrennen anführt, wird er beinahe von einem wild gewordenen Orca verspeist und kann nur knapp mit dem Leben davonkommen. Sein Lebensretter ist ein schrulliger Mann, auf dessen Kopf eine Spinne tätowiert ist – ein reicher Exzentriker namens Spider Barrett. Austin fällt auf dem Vorderschiff der Yacht, die Barrett fährt, ein seltsames technisches Ge­bilde auf, das er nicht einordnen kann, es scheint ihm aber nebensächlich zu sein.

Er könnte nicht falscher liegen.

Wenig später macht eine Anarchistenbewegung namens „Luzifers Legion“ von sich reden, die unter dem Kommando eines diabolisch aussehenden Mannes steht, der auf den Namen Tristan Margrave hört. Sein Ziel ist es, die bestehen­de kapitalistische Weltordnung umzustürzen und mit hochmoderner Technik Terror zu verbreiten. Spider Barrett hat sich, weil er fundamentale Kritik an der modernen Weltordnung übt, als Nerd-Idealist diesem Ziel angeschlossen und ein Erbe der Vergangenheit weiterentwickelt – die so genannten Kovacs-Glei­chungen. Mit Hilfe modernster Technologie, so scheint es, sind diese Gleichun­gen imstande, einen Polsprung künstlich auszulösen, also einen Austausch des Nord- und Südpols. Dies wird den Ausfall sämtlicher Kommunikationskanäle und aller Navigationssysteme zur Folge haben… kurzum: Chaos.

Und anschließend wollen Barrett und Margrave der Welt diktieren, dass sich die Wirtschaftsverhältnisse global grundsätzlich zu ändern haben. Um genügend Fi­nanzkraft für die Umsetzung der Pläne zu besitzen, haben sie zudem einen nach außen unbescholtenen Altruisten und Mäzen ins Boot geholt – Jordan Gant, der scheinbar entgegen gesetzte Ziele verfolgt wie die Neo-Anarchisten. Aber Gant treibt ein doppeltes Spiel, und dies auf eine durchweg mörderische Weise. Der erste, der das zu spüren bekommt, ist der idealistische Spider Barrett.

Gant und Margrave sind zudem der Auffassung, dass die Enkelin des verstorbe­nen Ungarn, Karla Janos, möglicherweise eine Gefahr für ihre Pläne darstellen kann. Sie ist inzwischen zu einer schönen, jungen Frau herangereift und eine kluge Forscherin, die nach den Gründen des Aussterbens der Mammuts sucht. Zu diesem Zweck befindet sie sich auf der vor Sibirien gelegenen Insel „Ivory Is­land“, wo sie Untersuchungen durchführen will. Forschungen, die von einem Kil­lerkommando der auf sie angesetzten russischen Mafia vereitelt werden sollen.

Während Kurt Austin und seine Freunde noch im Dunkeln tappen, was über­haupt los ist, schwebt die möglicherweise einzige Hoffnung der modernen Welt, Karla Janos, unvermittelt in Lebensgefahr – und ihr einziger Schutz ist of­fensichtlich ein steinalter Mann namens Karl Schroeder: jener deutsche Soldat der Hitler-Opposition, der schon Lazlo Kovacs das Leben rettete. Aber der Countdown für das Verhängnis läuft – und in den Berechnungen der Anarchis­ten steckt ein fundamentaler Fehler, der zum Untergang der Welt führen kann, wenn man den Plan nicht aufhält…

Mit „Packeis“ liegt der sechste Roman um das Team Kurt Austin und Joe Zavala vor, und wenngleich das Titelbild definitiv gut zum Inhalt passt und sich auch die erste Hälfte des Romans durchweg spannend liest, merkt man doch als Le­ser danach deutliche Ermüdungserscheinungen. Sieht man mal vom völlig un­passenden Titel ab (es geht nicht um Packeis), weckt die Handlung unschöne und mulmige Erinnerungen an einen früheren, desaströsen Cussler-Roman, nämlich an „Akte Atlantis“, in dem auf einer ähnlichen Basis eine recht haar­sträubende Handlung aufgebaut wurde.1

Natürlich, es GIBT Monsterwellen, das ist unbestreitbar. Und ja, auch die Sache mit dem Polsprung, der relativ eindeutig mehrmals in der Erdvergangenheit stattgefunden hat, der letzte vor rund hunderttausend Jahren, entspricht der Realität. Ebenso stimmt es, dass sich das Erdmagnetfeld seit gut 150 Jahren nach und nach abschwächt und ein erneuter Polsprung für die nahe Zukunft recht realistisch erscheint.

Darüber hinaus gibt es dann aber ein paar ziemlich abenteuerliche Bemerkun­gen in der Geschichte, die dem kenntnisreichen Leser die Laune gründlich ver­hageln können: So wird beispielsweise von wissenschaftlicher Seite her (!) kon­statiert, dass die Polsprünge sich durch die magnetischen Partikel in den Felsge­steinen nachweisen ließen, denn, so wird sinngemäß suggeriert, es lasse sich durch die Ausrichtung der Partikel in den Gesteinen etwa Nordamerikas nach­weisen, dass der Kontinent früher sehr viel näher am Äquator gelegen habe usw. Was natürlich prinzipiell richtig ist. Das hat aber weniger mit Polsprüngen als vielmehr mit der Kontinentaldrift zu tun – die im Roman keine Erwähnung findet. Hier wird viel mehr dem Katastrophismus gehuldigt und das Phantom ei­ner „rasanten geografischen Verschiebung“ von Kontinenten an die Wand gemalt. Dummerweise schließt sich sogar der Supercomputer Max im NUMA-Zentrum in Washington dieser Ansicht an, was dann wirklich vollkommen affig ist.

Auf diese Weise gerinnt der Haupthandlungsstrom leider zur Groteske, und auch nette kleine Einfälle am Rande wie etwa eine geheimnisvolle unterirdische Stadt oder die Sache mit den Zwergmammuts können nicht darüber hinwegtäu­schen, dass die wissenschaftliche Basis der Geschichte arg dünne Tünche dar­stellt. Das Resultat ist dann leider ein Werk, das hastig heruntergespult scheint, irgendwie halbherzig zusammengeschustert. Ich kann dem Roman deshalb lei­der kein gutes Urteil zubilligen.

Dieses Werk ist wirklich nur für eingefleischte Fans zu empfehlen. Schade. Kem­precos ist offensichtlich schreibmüde.

© 2013 by Uwe Lammers

Wie gesagt, nicht so wirklich eine Sternstunde für Cussler & Co., aber lange nicht so verheerend ausgefallen wie das oben erwähnte „Akte Atlantis“. Ihr habt euch dennoch was Besseres als nächste Lektüre verdient – und deshalb mache ich in der nächsten Woche mit euch eine Zeitreise über Millionen Jahre zurück, in eine Epoche, in der Menschen und Aliens zusammen auf der Erde lebten.

Verwirrt? Nun, schaut rein, und ich präsentiere euch einen faszinierenden er­sten Band eines bemerkenswerten und heute vermutlich völlig vergessenen Ro­manvierteilers.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe

 

1 Vgl. zu meiner eigenen Einschätzung dieses Romans den Rezensions-Blog 123 vom 2. August 2017.

Wochen-Blog 274: Legendäre Schauplätze 8: Hun’arc

Posted Juni 3rd, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute besuchen wir mal einen Handlungsschauplatz, auf dem ich mich seit sehr langer Zeit nicht mehr getummelt habe … well, natürlich befinde ich mich aktu­ell dort, insofern wenigstens, als ich ja die Episoden abschreibe und kommen­tiere, die ich anno 1984 und 1985 dort spielen ließ. Aber es ist hier nicht wie jüngst mit der Galaxis Feuerrad oder der Erde, wo ich immer mal wieder Visiten durchführe und neue Geschichten beschreibe und den Lebenspfaden von Prot­agonisten des OSM folge. Hun’arc ist formell ein Schauplatz aus dem Gestern, doch, wie ihr sehen werdet, einer, der mich bis heute verfolgt.

Schauen wir uns am besten mal an, was ich anno 1984 im damaligen Serien­glossar zur Sterneninsel Hun’arc in den Weiten des Universums zu sagen hatte. Das war folgendes:

Hun’arc: Die Galaxis Hun’arc ist die Heimatgalaxis der Cranyaa. Diese Galaxis ist noch jung, besitzt wenige einheimische Intelligenzen. Besonders in der Sternen­hölle haben sich noch keine Rassen entwickelt. Das glaubten zumindest die Cranyaa, aber durch die Entdeckung der Mogolker ist diese Behauptung umge­stoßen worden. H. besteht aus jungen Sonnen, die häufig noch in der Gegen­wart Sonnensysteme bilden. Die Galaxis ist unwahrscheinlich lang, rund 310.000 Lichtjahre. Die Breite beträgt knapp 195.000 Lichtjahre, die Tiefe 98.600 Lichtjahre in etwa. Die Eigentümlichkeit dieser Galaxis wird durch das völlige Fehlen von Spiralarmen noch verstärkt. H. ist ein starker Radiostrahler, da fast zwei Prozent aller Sterne von H. Pulsare, Quasare oder andere Radiosterne sind. Auch die Sonne Wyol, die Sonne der Zentralwelt Wislyon, ist ein starker Radiostrahler.

Infolge großer Wasserstoffwolken leuchtet H. auf Spektralkarten bläulich. Der Halo ist dagegen relativ klein entwickelt. Er ist nur tausend Lichtjahre stark und noch im Wachstum begriffen.

Schon hier, könnte ich mir denken, kräuseln sich euch an manchen Stellen die Stirnen, und mit Recht. Ich ging in den damaligen Lexikoneinträgen leichtfertig über verständlich erklärende Inhalte hinaus und plauderte aus dem Nähkäst­chen … und das noch höchst unvollständig. Das ist bei den Lexikoneinträgen der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ (FdC), also dem KONFLIKT 14 des Oki Stanwer Mythos (OSM), regelmäßig der Fall. Was für Fragen könnten sich euch also aufdrängen? Ich gebe mal so eine kleine Auswahl:

Was ist eine Sternenhölle?

Wer sind Mogolker?

Wessen Zentralwelt ist Wislyon?

Tja, da kann ich euch aufklären, und danach kommen wir zu all den Dingen, die oben im Lexikoneintrag stehen sollten, aber einfach nicht stehen.

Die „Sternenhölle“ (anderer und bekannterer Begriff ist „Sonnenhölle“) ist der Zentrumssektor der Galaxis Hun’arc. Er ist von der vorherrschenden Spezies, dem Insektoidenvolk der Cranyaa, auch im 700. Jahr der Expansion ihres Ster­nenreiches nicht erschlossen. Der KONFLIKT 14 fängt unter anderem damit an, dass ein Expeditionsschiff der Cranyaa, die LUHMEN, in die „Sonnenhölle“ vor­stößt, um hier die Spur einer neuen Raumfahrtspezies, der Tsoffags, aufzuneh­men.

Die LUHMEN stößt dabei auf ein seltsames Volk von Lebewesen, das „Mogol­ker“ genannt wird und auf einem Planeten namens Vo’hoccl ansässig ist. Ehe die Cranyaa allerdings verstehen, dass die Mogolker von einer Dämonenwaffe von TOTAM, Rookax, kontrolliert werden, vergeht definitiv zu viel Zeit. Und das führt letztlich zum Untergang der LUHMEN und ihrer Besatzung.

Wislyon nun ist die Zentralwelt der Cranyaa, auf der die Königin Sini-Ag resi­diert. Und das ist kein nebensächlicher Informationsquant, sondern zentral be­deutsam. Auf Sini-Ag komme ich noch zurück.

Ich hätte oben im Eintrag allerdings noch deutlich mehr sagen müssen. So bei­spielsweise, dass im Zentrum von Hun’arc ein Vielvölkerimperium besteht. Ne­ben den schon erwähnten Mogolkern gibt es das begabte Volk der Soogrer, die geniale Genetiker sind und unter anderem die Tsoffags erschaffen haben. Au­ßerdem gehört zu dieser Gruppe eng verbundener Völker die Spezies der repti­loiden, zweiköpfigen Calnarer, die talentierte Schiffbauer sind und alle Raum­schiffe der Allianz erschaffen. Und es gibt die kristallinen, psychopathischen Synox, die genialen Waffenmeister der Allianz, die zu selbstmörderischen Bruderkriegen neigen.

Alle diese Völker stehen unter dem paramentalen Bann der kristallinen Dämo­nenwaffe Rookax, und als die Cranyaa in den Dunstkreis des Vielvölkerreiches eindringen, beginnt Rookax mit seinem verheerenden Vernichtungsfeldzug ge­gen die Cranyaa.

Glücklicherweise gibt es eine Vorhersage des Orakels der Cranyaa auf der Wüs­tenwelt Yurok, dass dergleichen passieren werde – eine Voraussage indes, die nicht ernst genommen wird. Mit der Konsequenz, dass Millionen von Cranyaa sterben und das Reich der Cranyaa nahezu völlig kollabiert.

Es ist später der Aktivität des schildkrötengestaltigen Volkes der Tekras – die oben natürlich auch nicht erwähnt wurden – zu verdanken, die mit den Cranyaa verbündet sind, dass die völlige Auslöschung der Cranyaa-Sternenzivilisation vereitelt werden kann.

Ebenfalls im Zentrum von Hun’arc befindet sich ein Schwarzes Loch namens Tol­tev. Als die Lichtfestung OREOC mit ihrem Kommandanten, dem Helfer des Lichts Klivies Kleines, den Spuren der LUHMEN-Expedition folgt, da ist Toltev der letzte Ausweg aus einer fatalen und fast tödlichen Falle.

Anschließend wird es ruhig um Hun’arc. Die Handlung verlagert sich in die Ster­neninseln Wukarin und Risalon, in die Schockzone und Todeszone und schließ­lich in das so genannte „Zeituniversum“. Aber das bedeutet nicht, dass Hun’arc völlig aus dem Blick gerät, die Handlung der Serie ist ab Band 50 der Serie zwei­gespalten. Auf der einen Seite werden Oki Stanwers Abenteuer im „Zeituniver­sum“ verfolgt, auf der anderen der Wiederaufbau des Cranyaa-Reiches in Hun’arc.

Da dort inzwischen auch der Dämonenplanet TOTAM materialisiert ist und TO­TAM durch die Intrigen der „Grauen Eminenz“ einerseits und des Cranyaa-Kai­sers von Kareton andererseits für Chaos und Unordnung sorgt, geschieht dort jede Menge an Handlung.

Dennoch ist Hun’arc als Handlungsschauplatz ab dem Schluss von KONFLIKT 14, also ab Ende Januar 1988, aus dem Blickfeld verschwunden.

Aber … ja, es gibt da ein Aber.

Hun’arc ist die Keimzelle mehrerer interessanter Protagonisten und Völker, die in späteren KONFLIKTEN als Matrixfehler von neuem auftauchen. Da wäre bei­spielsweise die Cranyaa-Königin Sini-Ag zu nennen, die (realchronologisch) schon bald nach dem Ende des KONFLIKTS 14 als Matrixfehler und zugleich als Helferin des Lichts wiedergeboren wird. KONFLIKT-chronologisch ist das freilich erst sehr viel später der Fall, nämlich in KONFLIKT 20 „Oki und Cbalon – Das Ewigkeitsteam“ (OuC). Aber da ich an der Serie bereits 1984 zu schreiben be­gann, führte Sini-Ag quasi sehr schnell ein „Doppelleben“ in zwei Universen. Das kommt öfter vor, als man glaubt.

Und als wenn das noch nicht gereicht hätte, entdeckte ich in den frühen 90er Jahren Sini-Ag, wieder als Matrixfehler und Helferin des Lichts, in KONFLIKT 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“ (DSf) wieder.

Ähnliches widerfuhr mir mit dem Volk der genialen Synox, die bis heute durch den OSM geistern. Ich stellte in den frühen 90er Jahren fest, dass sie gar nicht ursprünglich in Hun’arc beheimatet, sondern dort nur Matrixfehler gewesen waren. In Wirklichkeit traten sie schon in KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwin­ger des Chaos“ (BdC) in Erscheinung und waren hier wirklich sinistre Erfinder unglaublicher Waffen, gegen die quasi kein Kraut gewachsen war.

Ihr erinnert euch vielleicht außerdem noch, dass die Synox im Zusammenhang mit der Galaxis Feuerrad im vergangenen Artikel dieser Reihe (Blogartikel 262) erwähnt wurden, d. h. für KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ (NK). Das sind alles Markierungen in meinem Geist, die dafür sorgen, dass ich die Galaxis Hun’arc beim besten Willen nicht vergessen kann. Und das ist gut so.

Ebenfalls im KONFLIKT 22 materialisierte dann zu meiner Verblüffung ein Soog­rer, und noch dazu ein bekannter – ebenfalls als Matrixfehler: Goonex, seines Zeichens nun ebenfalls Helfer des Lichts. Da dieser KONFLIKT noch nicht abge­schlossen ist, kann ich das abschließende Wort hierzu noch nicht formulieren.

Beizeiten werde ich nach Hun’arc zurückkehren, das steht außer Frage, allein schon, um die Geschichte gescheit auszuformulieren und gründlich zu überar­beiten. In der aktuellen Rettungsabschrift mit den z. T. 100 Anmerkungen auf 12 Textseiten sehe ich lediglich den ersten Schritt einer vertiefenden Arbeit an dieser Serie und an diesem Handlungsschauplatz.

Ach, wenn wir doch noch das Jahr 1988 oder so schrieben … damals gab es noch die Reste des OSM-Lesekreises, und diese Freunde von mir kamen in den Genuss (na gut, das kann man jetzt bezweifeln in Anbetracht der recht merk­würdigen Geschichten, die ich damals verfasste) der genannten Serie. In gewisser Weise waren das damals einfachere Zeiten. Manches Mal in melan­cholischen Seelenzuständen seufze ich ihnen schon hinterher. Dann wieder rei­ße ich mich am Riemen, denke an das, was ich zwischenzeitlich alles geschafft und wie sehr ich mich weiterentwickelt habe, und dann lege ich die sehnsüchti­gen Gedanken schmunzelnd ad acta.

Hun’arc wird mich wiedersehen, davon können wir ausgehen, und ich werde euch beizeiten gern dorthin entführen. Gegenwärtig sind andere Handlungsorte deutlich wichtiger.

Soviel für heute zu einem weiteren „legendären Schauplatz“ des OSM. In der kommenden Woche kehre ich zur Rubrik „Aus den Annalen der Ewigkeit“ zu­rück.

Bis dann, meine Freunde.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 166: Wo steckt Aaron Burr?

Posted Mai 30th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

kennt ihr dieses Gefühl auch? Dass man beim Durchschauen seiner Bücherbe­stände auf Werke stößt, bei denen einen das Gefühl beschleicht: Verdammt, das habe ich offenbar irgendwann mal gelesen, aber ich weiß ums Verrecken nicht, wovon dieses Buch handelte!

Nun, mir ging es mit dem vorliegenden Roman jedenfalls so. Und da es sich ganz offensichtlich um einen Parallelweltenroman handelt, die ich sowieso im­mer spannend finde, dachte ich mir, nachdem ich weiter recherchiert hatte und entdecken musste, dass ich dieses Buch definitiv vor August 1987 gelesen ha­ben musste, war es wirklich höchste Zeit für eine Neulektüre.

Ach, und das war ein Zwerchfell erschütterndes, vergnügliches Leseabenteuer, kann ich euch versichern. Wer ein wenig für abstrus-abseitige und bizarre Raumzeitgeschichten übrig hat und vielleicht auch noch für Verwechslungsko­mödien, der kommt hier voll auf seine Kosten. Auch wer nur ein bisschen seine Kenntnis über die amerikanischen Verfassungsväter vertiefen will, ist hier durchaus willkommen.

Neugierig geworden? Na schön, dann machen wir uns jetzt mal gemeinsam auf die Suche nach der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika. Und natür­lich nach dem mysteriösen Aaron Burr…:

Wo steckt Aaron Burr?

(OT: The Whenabouts of Burr)

von Michael Kurland

Ullstein 31058

176 Seiten, TB

Frankfurt am Main 1983

Aus dem Amerikanischen von Thomas Ziegler

ISBN3-548-31058-3

Jeder, der den Jerry Bruckheimer-Film „National Treasure“, im Deutschen als „Das Vermächtnis der Tempelritter“ bekannt, gesehen hat, weiß, wie die Ver­fassung der Vereinigten Staaten von Amerika aufbewahrt und gesichert wird – durch ein hochkomplexes Sicherheitssystem, das einen Diebstahl nahezu un­möglich macht. Die Verfassung befindet sich in einem speziellen Hoch­sicherheitsglasbehälter, der mit Helium gefüllt ist, um die Alterung des Doku­ments zu verlangsamen. Im Gefahrenfall wird der Behälter mitsamt Dokument in ein unterirdisches Magazin verlegt, das einbruchssicher ist. Sowohl Magazin wie Ausstellungsraum werden rund um die Uhr mit Kamerasystemen kontrol­liert.

Gleichwohl geschieht gleich zu Beginn dieses Romans das Undenkbare: die Ver­fassung der Vereinigten Staaten wird gestohlen. Das heißt, nein, das ist unpräzi­se, sie wird nicht gestohlen – sie wird ausgetauscht. Und zwar gegen ein Doku­ment, das nicht nur auf genauso altem Papier geschrieben ist und mit der da­mals üblichen Tinte, sondern das Wort für Wort mit dem Original identisch ist… abgesehen von zwei Worten.

Diese zwei Worte lauten „Aaron Burr“. Dieser Mann hat anstelle von Alexander Hamilton für den Staat New York die Verfassung unterschrieben. Zu dumm – das ist nie passiert. Der Experte, der diese Tatsache bei einer Routinekontrolle entdeckt, wird fast vom Schlag getroffen. Und der Austausch wird sofort von dem notorisch paranoiden Präsidenten Gosport zum Staatsgeheimnis erklärt.

Natürlich muss man herausfinden, wie das alles geschehen konnte, und die Ver­fassung muss selbstverständlich zurückgeholt werden, wo immer sie sich nun befinden mag… aber so, dass es niemand mitbekommt. Damit scheidet, wie Gosport meint, schon mal jeder ihm bekannte „Geheimdienstfuzzi“ aus, denn dass Geheimdienste notorisch leck sind, ist in seinen Augen eine absolute Gewissheit. Also schaltet er seinen alten Studienfreund und Sicherheitsberater Nathan Hale Swift ein. Der wiederum kennt einen Spezialisten für sehr heikle Fragen.

Amerigo Vespucci Romero, kurz Ves genannt. Er betreibt seit langem eine er­folgreiche und verschwiegene Detektei, die er jetzt aus Altersgründen an seine Kinder weitergegeben hat. Allerdings fühlt er sich noch lange nicht zum alten Ei­sen gehörig, und als er von dem rätselhaften Verbrechen hört, muss er nicht lange überredet werden, um den Fall zu übernehmen. Nathan (Nate) Hale Swift und er sollen eng zusammenarbeiten und allein dem Präsidenten Bericht erstat­ten. Allein auf diese Weise scheint wasserdichtes Arbeiten nach außen möglich zu sein.

Ves greift zunächst, nachdem er gemäß der Sherlock Holmes-Maxime, dass, wenn man alles Mögliche als Ursache ausgeschieden hat, das Unmögliche als Lösung übrig bleiben muss, zu einem alten Ermittlertrick: er inseriert und sucht nach Informationen über Aaron Burr und Kontakt zu Leuten, die von ihm wissen.

Das bringt ein paar höchst kuriose Dinge ans Tageslicht, die Ves und Nate nicht erwartet haben. Und sie haben auch nur bedingt etwas mit der Verfassung zu tun. Da sind zum Beispiel die Münzsammler, die echte Goldmünzen vorweisen können, auf denen Aaron Burr als Kaiser von Mexiko abgebildet wird. Zu dumm, dass Aaron Burr das nie gewesen ist. Fragt sich, warum es im frühen 19. Jahr­hundert solche Scherzbolde gab, die für derlei Witze echtes Gold hergaben…

Tja, fragt sich der Leser spätestens an dieser Stelle, versuchen wir doch mal ein wenig Klarheit in diese vertrackten historischen Tatsachen zu bringen. Immer­hin sind wir mit diesen Personen nicht sonderlich vertraut. Das zu ändern ist glücklicherweise nicht allzu schwierig – erhellend ist indes etwas anderes.

Sowohl Alexander Hamilton als auch Aaron Burr sind historische Persönlichkei­ten. Fangen wir mit Aaron Burr an: US-Politiker und Senator für den Staat New York, geboren 1756, von 1801-1805 Vizepräsident der Vereinigten Staaten. 20 Jahre lang Rivale von Alexander Hamilton, den er 1804 im Duell erschoss. Nach kurzzeitiger Flucht und Rehabilitation vollendete er seine Amtszeit, wurde kurz darauf aber der Verschwörung gegen die Nation überführt. Er plante die Errich­tung eines autonomen Südweststaates, wurde nun mehrere Jahre inhaftiert und ging nach Europa in die Verbannung. 1812 kehrte er zurück, war jedoch bis zu seinem Tode 1836 politisch gebrandmarkt und wurde von der Gesellschaft mehrheitlich gemieden.1

Alexander Hamilton, geboren 1757, war seinerseits amerikanischer Politiker und Schriftsteller, persönlicher Freund von George Washington und Benjamin Franklin, Unterzeichner der Verfassung und Anführer der Bewegung der Federa­lists, Hauptautor der so genannten „Federalist Papers“, zeitweilig Finanzminister und politischer Rivale von Aaron Burr. 1804 starb er in Folge des Duells mit Burr.2

Soweit die Historie unserer Welt.

Nirgendwo etwas von einem Aaron Burr, der Kaiser von Mexiko war. Aber da­nach haben Ves und Nate ja auch gar nicht gesucht, nicht wahr? Wonach sie freilich ebenfalls nicht gesucht haben, ist der Fremde, der ihnen plötzlich seine Aufwartung macht – ein offenkundig herrischer Aristokrat mit sehr energischen Manieren, der sich seiner Visitenkarte nach als Alex. Hamilton vorstellt.

Auf jeden Fall ist das verdächtig. Nate und Ves beschatten ihn und verfolgen diesen Mann, der von seltsamen Dingen wie dem „Hauptkanal“ faselt und of­fensichtlich ebenfalls sehr daran interessiert ist, Informationen über den Auf­enthalt von Aaron Burr zu bekommen (!). Dabei sind doch offenkundig sowohl Hamilton als auch Burr seit weit über 100 Jahren tot… eine Einschätzung, die sich als fataler Fehler erweisen soll.

Als Alex. Hamilton auf verwirrende Weise in einem New Yorker Dampfbad spur­los verschwindet, gelingt es den beiden, ihm zu folgen… doch seltsamerweise ist, als sie das Dampfbad dann wieder verlassen, alles etwas anders als zuvor. Genauer gesagt: das New York ringsum ist grundlegend verändert. Während Nate sich nun in diesem bizarr veränderten New York, in dem man unbegreifli­cherweise das Jahr 1897 schreibt und das Yukon-Territorium noch zaristisches Eigentum ist, an Hamiltons Fersen heftet, gerät Ves unabsichtlich mit der New Yorker Polizei aneinander und wird kurzerhand als möglicher zaristischer Spion inhaftiert. Das Ves Italienisch sprechen kann, aber kein Russisch, ist offensicht­lich kein Grund, an der Spiongeschichte zu zweifeln.

Die Dinge entwickeln sich noch deutlich kurioser, als der Detektiv von einer rus­sischen Gräfin aus der Gefangenschaft befreit wird, die leicht mit seinem Tod hätte enden können. Sein Freund Nate wird derweil von Alex. Hamilton enttarnt und auf eine weitere Reise mitgenommen – nach „Georgeland“, einer Kolonie, die sich auf einer weiteren Welt (hier mehrheitlich von einem aztekischen Ame­rika dominiert) dort befindet, wo sich New Jersey befindet. In dieser Welt gilt Alex. Hamilton übrigens bequemerweise als Gott. Und ja – er ist der ECHTE Hamilton…

Die beiden arglosen Ermittler sind auf eine höchst abenteuerliche Weise in ein Multiversum von höchst unterschiedlichen Erdversionen hineingeschlittert (mit noch deutlich differierenden Zeitepochen, 1897 ist noch vergleichsweise nahe an Ves´ und Nates Heimatwelt). Dieses kann durch eine sehr sinnreiche Erfin­dung von Temporalsendern bereist werden, die offensichtlich fest installiert sind. Ausgegangen ist dies alles vom so genannten „Hauptkanal“, und wenn irgendwer herausfinden kann, wie und von wem die Verfassung der Vereinigten Staaten ausgetauscht werden konnte (vom Grund ganz zu schweigen), dann ist das jemand von dort. Also machen sich Nate und Ves auf getrennten Wegen durch die Welten auf den Weg zum Hauptkanal…

Den vorliegenden Roman habe ich vor Urzeiten schon einmal gelesen – und da­mit meine ich wirklich „Urzeiten“. Das Buch ist so alt, dass es nicht einmal einen Erwerbsvermerk enthält, den ich seit 1987 in jedem meiner Bücher anbringe. Auch in der Leseliste (begonnen im August 1987) stand es nicht verzeichnet, war gleichwohl aber unter die gelesenen Bücher sortiert. Also hatte ich es vor gut 30 Jahren auf jeden Fall gelesen… und vollkommen vergessen.

Schade eigentlich, dachte ich, als ich mich kichernd von neuem durch dieses kundige, sehr amüsante Buch arbeitete. Ich wähnte mich an vielen Stellen in ei­nem Roman von Keith Laumer, als er bessere Tage hatte. Und selbst wenn ich mit der amerikanischen Verfassungsgeschichte und den „Federalists“ weniger vertraut bin als die amerikanische Leserschaft, so kamen mir doch die histori­schen Persönlichkeiten, denen ich hier über den Weg lief, samt ihrer Lebensum­stände durchaus plausibel geschildert vor. Dass das Werk für amerikanische Le­ser natürlich noch sehr viel interessanter ist, weil sie die Personen und histori­schen Hintergründe in der Schule deutlich intensiver lernen als wir hierzulande, versteht sich von selbst.

Die interessante Form, wie schlussendlich das Mysterium des Dokumenten­tauschs geklärt wird, hatte auch was für sich, eindeutig. Ein von Anfang an klug durchdachter Roman, so chaotisch er auch scheinen mag. Die willkürliche Fixie­rung auf Hamilton und Burr muss man einfach hinnehmen, das ist die vorsätzli­che Entscheidung des Autors. Sonst aber ist es eigentlich schade, dass das Buch schon so zeitig aufhörte und – so vermute ich, weil ich keine weiteren Bände mit diesen Protagonisten kenne – es wohl keine Folgeabenteuer gibt. Wer sich für ein paar Stunden oder Tage auf humorvolle Weise aus der Realität ausklinken möchte, kann das hier wunderbar tun – ich gebe gern eine klare Leseempfehlung! Aber Obacht, ich glaube, das Buch gibt’s nur noch antiquarisch.

© 2017 by Uwe Lammers

Ihr merkt schon, ein wirklich wildes Garn wird hier gesponnen, aber auf amüsante Weise aufbereitet und historisch sehr kundig verarbeitet. Ich glaube, der leider seit langem verstorbene Thomas Ziegler hatte auch einiges Vergnü­gen bei der Übersetzung.

In der kommenden Woche geleite ich euch wieder in die Parallelwelt von Clive Cussler und in eine ziemlich frostige Gegend. Wohin genau? Nun, das solltet ihr in der nächsten Woche erkunden, wenn ihr wieder reinschaut. Ich freue mich darauf.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Die Daten entstammen Chambers Biographical Dictionary (2005), Eintrag Aaron Burr, S. 245/46.

2 Ebd., Eintrag Alexander Hamilton, S. 669.

Liebe Freunde des OSM,

vielleicht war die „Entwarnung“ wegen meines emotionalen Zustandes im ver­gangenen Monat doch ein wenig verfrüht… dieser Monat fühlte sich nicht wirk­lich besser an als der vorangegangene, und die Phasen des Offline-Seins gingen munter weiter und wurden von Gezeiten der Motivationslosigkeit und Antriebs­schwäche sekundiert – nicht wirklich etwas, das sich irgendwer wünschen soll­te. Momentan allerdings, gegen Ende Februar und Anfang März, scheint sich die Lage allmählich wieder zu verbessern.

Wie komme ich dazu? Ach, ich befinde mich derzeit in einem recht anstrengen­den, aber auch phantastischen kreativen Flow und reise mit Begeisterung zu ei­ner verfluchten Welt des OSM-KONFLIKTS 19, die man „Dawson“ nennt, und ge­rade in diesen Tagen steht mir etwas bevor, von dem ich bereits seit acht Jahren in vagen Skizzen geträumt habe – ein Besuch in Oki Stanwers legendärem LAGER, und bald darauf wird die zierliche Asiatin Ghani mit dem „Leuchtfeuer“ höchstpersönlich in Kontakt kommen.

Das „Leuchtfeuer?“

Oh ja – Oki Stanwer. Für sie ein mythisches Wesen, eine Legende, die es an ih­rem Herkunftsort, weit nach dem RAND in KONFLIKT 28 nicht mehr gibt. Und jetzt ist sie hier, in den Niederungen eines versunkenen Universums, umspült von den „Jahrmilliarden des Leidens“, und nun kann sie… was tun? Das ist die Frage, die ihr selbst immer noch nicht klar ist. Ihr Auftrag ist verwirrend un­scharf, aber sie wird beizeiten begreifen, warum das so ist und was ihre Aufgabe auf Dawson sein soll. Aber ehe es soweit ist, werden noch Hunderte von abenteuerlichen, erstaunlichen Seiten vergehen.

Am 26. Februar habe ich nach acht Arbeitsjahren endlich das 14. BUCH fertig gestellt (vgl. dazu beizeiten die schon fertigen Blogartikel 278 und 288, in denen ich mehr in die Tiefe gehe), „Eine scharf geschliffene Waffe“, an dessen refor­miertem Glossar ich zurzeit intensiv arbeite. Aber ich sage euch, 497 Textseiten erfordern ein verdammt umfangreiches Glossar, aktuell hat es 43 Seiten, das wird noch deutlich mehr.

Doch all das war natürlich nur das Highlight eines verblüffenden Monats, der primär mit einem zu überzeugen wusste: Lesen und Rezensionen (die hier nicht zum Vorschein kommen). Insgesamt sind 29 Werke fertig geworden, davon ist folgendes an dieser Stelle von Relevanz:

Blogartikel 269: Work in Progress, Part 62

18Neu 99: Vorstoß nach TOTAM

(18Neu 101: Durch das Zentrum des Feuersturms)

Eine scharf geschliffene Waffe – OSM-Roman (14. BUCH)

Blogartikel 271: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 53

(OSM-Wiki)

18Neu 100: Das Zeitalter der SIEBEN SIEGEL

(Licht und Schatten auf Dawson – OSM-Roman)

Erläuterung: Ja, das war dann der erste neue Titel dieses Monats, es kam später noch einer dazu, ich sage gleich mehr dazu. Dies hier ist direkt in der Endphase meiner Arbeit an „Eine scharf geschliffene Waffe“ aufgetaucht, und es hat da­mit folgende kurz referierte Bewandtnis: Schon anno 2016 wurde mir klar, dass das eben erwähnte Romanfragment temporal zu weit ging, aber ich war irgend­wie, abgeschreckt durch lange, in der Aporie endende Archipel-Romanskripte, nicht wirklich bereit, auch im OSM so zu verfahren. Und es dauerte tatsächlich zwei Jahre, ehe ich zu der Entscheidung kam, in diesem Fall einfach nicht anders handeln zu können.

Also teilte ich den Roman, der sich inzwischen auf 4 Dateien verteilte, kurzer­hand nach Datei 2 und verschob die beiden folgenden in dieses Skript. Eine sehr gute Entscheidung, die mir im Laufe des Monats Februar ermöglichte, den Handlungsbogen des Romans abzurunden und ihn am 26. Februar zu vollenden.

Jetzt gerade befinde ich mich wieder – jenseits des Blogartikels, meine ich, ich schreibe ja nicht beidhändig an zwei Computern und zwei Werken gleichzeitig, also bitte! – in „Licht und Schatten…“ und habe allein gestern 20 Seiten Skript geschrieben… ich glaube, mehr muss ich gar nicht sagen. Ich bin voll in den Handlungsstrom eingetaucht, und ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, was das für eine Wonne ist…

(Kampf im Halo – OSM-Story)

Erläuterung: Diesen Titel kennt ihr auch noch nicht? Das hat nichts zu sagen – ich fand dieses Geschichtenfragment, das ich schon vor vielen Jahren begann (also vor meiner Blogzeit, weswegen es hier nie aufgetaucht ist) jüngst wieder und dachte mir: Worum um alles in der Welt geht es darin nur…? Tja, ich machte es auf und fand mich auf einmal an Bord der Raumyacht des Milliardärs Eon Seggar wieder.

Das war eine echte Überraschung für mich.

Ihr kennt Eon Seggar nicht? Nun, zugegeben, als er im OSM auftauchte, war er auch schon tot, aber das macht die Sache nicht uninteressanter. Kurzes Update für euch: Eon Seggar ist ein Bürger des Planeten Korsop im Sternsystem Mira Ceti. Er lebt ungefähr 150 Jahre vor Oki Stanwers Auftauchen in der Galaxis Milchstraße im KONFLIKT 15 (niedergeschrieben in der Serie „Oki Stanwer“ zwi­schen 1981 und 1984). Oki „erbt“ später gewissermaßen Seggars Raumyacht FRATERNITÉ und wird in der Maske des Eon Seggar nach Mira Ceti geschleust, um den Kampf gegen TOTAM aufzunehmen.

Die vorliegende Geschichte ist darum gewissermaßen ein Prequel zu KONFLIKT 15, aber sie hat nur wenige Seiten Umfang, und ich weiß noch nicht genau, worauf sie hinauslaufen wird. Beizeiten, wenn ich mehr erkennen kann, sage ich Näheres dazu. Aktuell habe ich wenig mehr gemacht als die Rechtschreibung angepasst. Die Datei war aber auch wirklich steinalt…

(Glossar der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

(18Neu 102: Das Magmareich)

(18Neu 103: Kriegszug der Skelette)

Blogartikel 275: Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu (XXIII)

Blogartikel 278: Lange Projekte – Die BÜCHER des Uwe Lammers

Erläuterung: Es dauert noch fünf Wochen, ehe ihr diesen Text zu sehen be­kommt, der euch bis ins Jahr 1987 zurückführen wird und deutlich über die Grenzen des OSM und des Archipels hinaus. Nachdem ich so erkennbar vor dem Abschluss des nächsten BUCHES stand, fand ich, sei es mal an der Zeit, diesem Bereich der sehr umfangreichen kreativen Projekte, von denen bislang kein ein­ziges das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat, meine Aufmerksamkeit in Form ei­nes Blogartikels zu widmen.

Okay, ich mache eine Einschränkung, was die Publikation angeht – das BUCH 13, „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“, wird gerade sukzessive in Etappen im Fanzine „Baden-Württemberg Aktuell“ (BWA) des Science Fiction-Clubs Baden-Württemberg (SFCBW) veröffentlicht, die dortigen Leser sind also seit Januar 2017 (BWA 400) schon ein wenig in der Lage, eines dieser langen Werke kennen zu lernen. Aber dieses in voraussichtlich 24 Etappen aufgesplittete Werk lässt sich natürlich nicht mit dem dicken Romanskript vergleichen, das bei mir im Re­gal steht, ich denke, das seht ihr ähnlich.

Und ja, die Hoffnung, diese langen Werke eines Tages en bloc veröffentlichen zu können, lodert natürlich nach wie vor in meinem Herzen. Habt Geduld, Freunde, die meiste Geduld muss ich ja selbst aufbringen…

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

Blogartikel 285: Logbuch des Autors 26 – Bücherrausch II

Erläuterung: Ich erwähnte eingangs, dass ich im Februar sehr viele Rezensionen geschrieben habe. Das bezog sich primär auf einen Romanzyklus mit sieben Bänden, den ich tatsächlich wie in einem Rausch verschlang und der mich zeit­weise von meinem emotionalen Tief gründlich ablenkte. Vermutlich kam durch diese „Marathon-Lektüre“ dann auch der Drang wieder zum Vorschein, lange Werke abzuschließen. Wirklich lange Werke.

Dieser Artikel thematisiert also einen Teil dieser rauschhaften Lektüre, auch wenn er streng genommen mit Phantastik wirklich überhaupt nichts zu tun hat, dafür aber viel mit einer krisenhaften emotionalen Liebesbeziehung… nein, mehr wird hier noch nicht verraten.

(12Neu 44: TOTAMS Botschaft)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

Die Sternengeborene – OSM-Story

Erläuterung: Und das war dann die zweite faszinierende Überraschung, die mich am 22. Februar vollkommen überrumpelte. Ich hatte gerade das grässliche Ende der obigen Episode 44 des KONFLIKTS 12 erreicht und dachte mir nichts Schlimmes… wollte einfach nur kurz über den Flur zur Toilette gehen, als mich ein Name und eine Textzeile geradewegs ansprangen, die ich rasch noch nieder­schreiben wollte.

Und dann überkam mich der Schreibrausch, und ich stürzte mich in die Galaxis Lev-Siir im KONFLIKT 12 und schrieb ein Prequel für eine wichtige Person der Se­rie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“. Tja, und am Ende des Tages war ich auf 20 Seiten, Reinseiten, und die Geschichte war aus.

Das ist mir wirklich seit sehr langer Zeit nicht mehr widerfahren – eine tolle Ent­deckung. Ich schätze, irgendwann in diesem Jahr oder Anfang 2019 werde ich vermelden können, dass diese Geschichte in einem Fanzine abgedruckt werden wird. Und ich hoffe sehr, dass ich bis dahin schon mit der E-Book-Publikation des KONFLIKTS 12 begonnen habe. Das Skript für BdC 1 „Im Feuerglanz der Grünen Galaxis“ liegt ja schon seit längerem vor, wie ihr wisst… ich muss nur Zeit und kreative Energie finden, es fertig zu feilen und Korrektur zu lesen, dann… nun, bis dieser Blogartikel erscheint, sind wir vielleicht alle schlauer, ich hoffe es sehr.

(14Neu 50: ZEITTRANSIT)

Blogartikel 288: Das 14. BUCH – Eine scharf geschliffene Waffe

Erläuterung: Wie ich hier schreibe – es ist manchmal kurios, wie rasch Blogarti­kel veralten, in diesem Fall binnen von 16 Tagen, die zwischen der Abfassung des Blogartikels 278 und dieses hier lagen. Da ich dort nur von 13 fertigen BÜ­CHERN gesprochen hatte, lag es irgendwie nahe, dem 14. einen eigenen Beitrag zu widmen.

(Glossar des Romans „Eine scharf geschliffene Waffe“)

Tja, meine Freunde – und damit war dann der Monat Februar, der ohnehin ein kurzer ist, schon wieder vorüber. Aber insbesondere die zweite Hälfte ist, wie ihr sehen konntet, von einigem Erfolg gekrönt. Es scheint sehr danach auszuse­hen, als wenn mein kreativer Dynamo aktuell wieder gut aufgeladen ist und ich mich mit Feuereifer in die neueste Aufgabe stürzen kann… in ein Romansetting, in dem mich eine rätselhafte, sanftmütige kleine Asiatin namens Ghani erwartet, ein unzüchtiger, knorriger Trapper auf Dawson und ein unter Gigantismus leidender, 2.40 Meter großer Sibirier namens Fjodor Kajeschkin, von dem ich schon seit rund zwanzig Jahren sehr genau weiß, wann und wo er ums Leben kommen wird.

Das könnte jetzt gruselig sein, mit Protagonisten zu arbeiten, deren Tod ich schon vor vielen Jahren beschrieben habe, aber ich versichere euch, das ist nicht der Fall. Bedenkt auch, dass ich Biografiehistoriker bin – den Toten neues Leben einzuhauchen, ist quasi beruflich meine Hauptaufgabe und eine zudem, die ich gern erfülle. Hier ist das nur einfach… phantastischer als im Alltagsleben.

Damit genug für die Ereignisse des Februars 2018 – in der kommenden Woche möchte ich euch wieder an einen „legendären Schauplatz“ entführen, diesmal in den KONFLIKT 14, also die Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“. Wohin die Reise genau geht? Na, lasst euch da mal überraschen.

Bis nächste Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

Rezensions-Blog 165: Der Reiz des Verbotenen

Posted Mai 23rd, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

dass meine erst jüngst im Dezember 2017 gründlich reorganisierten Bücherre­gale voller ungelesener Bücher stecken und in ihnen gelegentlich tolle Werke auftauchen, die ich zwar gesammelt und archiviert, aber noch nicht goutiert habe, das sollte niemanden verblüffen. Als ich im Frühjahr 2017 daran ging, meinen recht umfangreichen Bestand an Mira-Büchern genauer zu durchfors­ten und zu schmökern – zumeist Werke von 400 Seiten aufwärts – , da entdeck­te ich dieses interessante und aufregende Kleinod, das ich nicht erwartet hatte und das nun verstärkt meinen Fokus auf die Autorin Sharon Page richtete.

Erotische Romane, die im frühen 19. Jahrhundert spielen, sind in meinem Be­stand doch recht selten, und dieses hier ist alles andere als schlicht gestrickt. In der historischen Kulisse steckt sowohl ein gutes Stück Untergrundkultur der vorviktorianischen Zeit verborgen als auch ein dramatischer Kriminalfall, der le­bensgefährliche Ausmaße für die Protagonisten annimmt – von der obligatori­schen Liebesgeschichte, für die man schon ein gewisses Faible mitbringen muss, mal ganz zu schweigen.

Wer sich also ins Jahr 1818 aufmachen möchte, um eine dreihundertseitige Or­gie und, mitten im Zentrum des lustvollen Sturms, eine Jungfrau und ihren Be­schützer wider Willen zu begleiten, der sollte jetzt weiterlesen:

Der Reiz des Verbotenen

(OT: Sin)

Von Sharon Page

Mira 35020

432 Seiten, TB (2008)

ISBN 978-3-89941-488-2

Aus dem Amerikanischen von Ira Severin

London, April 1818

Der Sieg über Napoleon Bonaparte ist noch frisch in Erinnerung, als London von einem Skandal erschüttert wird. Marcus Wynham, Earl of Trent, sieht sich einer moralischen Erpressung gegenüber, die mit den erotischen Umtrieben seines verstorbenen Vaters zu tun hat. Um seine Schwester Minerva, Lady Ravenwood, vor Schaden zu bewahren, sucht er die Quelle des Problems auf – die Kurtisane Lydia Harcourt, die über ihre Eskapaden mit hohen Herren des Empire ein aus­führliches, kompromittierendes Tagebuch führt, in dem sich auch Marcus´ nebst seinem Vater befindet. Aber das kristallisiert sich erst im Verlauf des Ro­mans heraus.

Zunächst wundert man sich als Leser, weshalb der junge Earl die zweite Haupt­person des Romans aufsucht. Dabei handelt es sich um die bezaubernde Venetia Hamilton, die uneheliche Tochter des Malers Rodesson. Dieser ist das eigentliche Problem für Marcus – denn Rodesson ist Schöpfer zahlreicher Bild­bände mit erotischen Bildern, und dummerweise sieht man auf vielen dieser Bilder einen jungen Mann unter anderem in zügellosen Orgien, der sehr dem Earl of Trent gleicht. Das ist kein Wunder, denn er ist es tatsächlich. Marcus Wynham steht im Ruf eines raffinierten Verführers, und er hat inzwischen ent­deckt, dass Rodessons Bilder seit einiger Zeit offensichtlich nicht mehr von ihm selbst geschaffen werden, ihr Stil hat sich subtil verändert.

Die Malerin, die er nun kennen lernt, ist eben Venetia Hamilton, der er nun ri­goros unter Strafandrohung untersagt, weiter solche Bilder zu erschaffen. Damit erzeugt er allerdings ein dramatisches neues Problem – denn auch Venetias Va­ter Rodesson, den sie abgöttisch liebt, wird von der Erpresserin Lydia Harcourt unter Druck gesetzt. Die einzige Chance, sich freizukaufen, besteht in Venetias Augen darin, eben weitere Bildbände mit Erotika zu schaffen. Allein so vermeint sie, kann verhindert werden, dass Lydia gefährliche Details, die sie im Bett mit Rodesson gewonnen hat, ans Licht der Öffentlichkeit zerrt und so Venetias Schicksal und das ihrer beiden jüngeren Schwestern ruiniert.

Und nun kommt Marcus Wynham und untersagt ihr das!

Er zerstört ihrer aller Leben!

Schlimmer noch: Venetia hat ihn ja schon nach den Vorlagen in Rodessons älte­ren Bänden und unter Einfluss ihrer lebhaften erotischen Phantasie auf zahlrei­chen Bildern verewigt und ihn damit immer stärker zu einer Traumfigur ihrer jungfräulichen Sehnsucht stilisiert. Und nun steht er auf einmal vor ihr! Zwar weiß sie von ihrem Vater und den Bildwerken, dass Marcus ein gefährlicher Verführer ist, aber wie gefährlich, das wird ihr erst nach dem ersten Kuss mit ihm deutlich.

Von dem Mann muss man sich dringend fern halten, ist daraufhin ihre Devise. Zu dumm, dass ihr Herz irgendwie völlig anderer Meinung ist!

Außerdem beschließt sie, dass sie dringend mit Lydia Harcourt sprechen muss, um sie irgendwie von ihren erpresserischen Plänen abzubringen! Aber wie um alles in der Welt soll sie das machen? Sie ist nicht daheim, und Venetia völlig unerfahren in den gefährlichen Welten der Intrigennetze… doch es scheint sich ein Lichtschimmer aufzutun, als sie durch einen Zufall von einer Festivität des Lord Chartrand auf dem Land erfährt. Dorthin ist Lydia Harcourt unterwegs.

Dies scheint die Gelegenheit zu sein, die Kurtisane zu treffen – es gibt nur ein fundamentales Problem dabei: Lord Chartrands Feier ist eine Orgie mit zügello­sen sexuellen Ausschweifungen, wie sie Rodesson einst gemalt hat. Und Vene­tia Hamilton ist sowohl ohne eigene physische Kenntnisse dieser Art von Event, zweitens ist sie noch ahnungslose Jungfrau, und drittens besitzt sie keinen Für­sprecher, in dessen Begleitung sie dort auftauchen könnte.

Ungeachtet der Problematik, die sich daraus unweigerlich ergibt, fällt Venetia nur eine einzige Person ein, an die sie sich wenden kann, die ihr Zutritt zu die­sem Kreis verschaffen könnte – den jungen Earl of Trent, Marcus Wynham. Denn sie geht davon aus, dass er als bekannter Lebemann sicherlich eine Einla­dung dorthin erhalten haben würde.

Dies erweist sich als zutreffend… aber ihr ist durchaus nicht klar, dass sie sich hiermit in Lebensgefahr begibt. Denn Lydia ist nicht zum Vergnügen auf diesen Landsitz gefahren, sondern um ihre erpresserischen Aktivitäten in Geld umzu­münzen. Es wimmelt dort von Männern, die sie kompromittieren könnte. Und auch Marcus Wynham ist fest entschlossen, dort mit der Kurtisane zu reden, um sich von ihren gefährlichen Geheimnissen freizukaufen.

Auf einmal hat er noch ein ganz anderes, sehr viel pikanteres Problem: die auf­regende Malerin Venetia, deren Identität er unbedingt schützen will und die ihn schon längst in ihren sinnlichen Bann gezogen hat. Doch zugleich möchte er auch verhindern, dass sie ihrem intensiven Drängen vorschnell nachgibt, näm­lich ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, da es sie unendlich danach gelüstet, all die sinnlichen Freuden zu fühlen, die ihr Vater in so hitzigen Bildern dargestellt hat und die sie längst selbst imaginiert und malt. Und obgleich sie weiß, dass das an Wahnsinn grenzt, sehnt sich Venetia danach, dass ausgerechnet Marcus ihr erster Mann sein soll.

Aber eine Jungfrau im Zentrum einer Orgie? Marcus Wynham mag sich über­haupt nicht vorstellen, was passieren wird, wenn ihr Zustand bekannt wird. Zu­gleich aber erregt sie ihn auf unanständige, süße Weise – und so beschließt er, ihrem Wunsch zu entsprechen und sie auf die Orgie zu begleiten, allerdings nicht als ihr Liebhaber, sondern vielmehr als Tugendwächter. Sie soll ihm nicht von der Seite weichen, derweil er ihr verspricht, alle sinnliche Wonnen zu zei­gen, die sie genießen kann, ohne ihren Stand der Jungfräulichkeit zu verlieren. Denn schließlich möchte er nicht ihre Chance auf eine reguläre Hochzeit zunich­te machen.

Doch seine Geduld und Nerven werden auf eine unglaubliche Probe gestellt – und dann legt sich auch noch der Schatten des Todes über das Anwesen von Lord Chartrand, und alle Anwesenden sind dort durch ein Unwetter gefangen…

Der Reiz des Verbotenen“ schlummerte annähernd acht Jahre ungelesen in meinen Regalen und wurde erst jetzt emporgespült und ungeachtet seines Um­fangs binnen von vier Tagen hungrig verschlungen. Zugegeben, am Anfang war ich durchaus skeptisch, als ich der vollmundigen Leseempfehlung der Just Erotic Romance Reviews folgte: „Wie bekommt man einen Orgasmus ohne Sex? Lesen Sie ‚Der Reiz des Verbotenen’ von Sharon Page!“… aber dies ist nicht völlig falsch. Allerdings sollte man auch begreifen, dass man in einem Roman, der im­merhin auf fast 300 Seiten während einer tagelangen Orgie in einem Landhaus nahe London spielt, natürlich auf jede Menge Sex stößt. Allein die schöne Prot­agonistin Venetia hat ziemlich lange zu warten, ehe sie sich endlich auf die landläufig „normale“ Art und Weise einem Mann hingeben darf. Was sie bis da­hin allerdings schon an oralen und analen Genüssen erlebt, äußerst kundig und vielseitig von der Autorin beschrieben, das ist alles andere als „ohne Sex“. Lei­denschaftliche Liebesszenen und erotische Szenarien gibt es auch sonst reich­lich.

Man sollte indes nicht über die Tatsache hinwegsehen, dass der vorliegende Ro­man sich von anderen erotischen Romanen, die ich in jüngster Vergangenheit las, gründlich dahingehend unterscheidet, dass er überwiegend romantische Strukturen enthält. Wer also glaubt, er würde sich a la Linda Mignani in der BDSM-Szene wieder finden und Fesselspiele und dergleichen erleben, der wird gründlich in seinen Erwartungen getäuscht. Wer allerdings einer äußerst liebeshungrigen, unerwartet starken Frauenpersönlichkeit begegnen möchte und einem Verführer, der nahezu unmenschliche Beherrschung aufbringen muss, um diesem reizenden Wesen nicht zu verfallen, der ist hier richtig. Natürlich sind Venetia und Marcus von der Autorin (oder dem Schicksal oder was auch immer) füreinander bestimmt, dieser romantische Konnex ist ungeachtet der bisweilen dramatischen Wendungen in der Geschichte unausweichlich. Der Weg dorthin ist jedoch äußerst aufregend und sehr kurzweilig.

Sicherlich, es gibt auch hier manche Stelle, wo der gründliche Leser die Stirne runzelt und sich fragt, ob das alles wohl so funktionieren würde… aber sie hal­ten sich sehr in Grenzen. Mir sind zwei Stellen aufgefallen, wo mir schien, dass der historische Kontext offensichtlich eine ältere Geschichtenstruktur überfor­men sollte, die eher in der Gegenwart spielte. Da wird in einem Gespräch die „elektrisierende“ Wirkung einer Frau erwähnt – zu einer Zeit, als Elektrizität ei­gentlich kaum entdeckt war und die ganze Welt noch mit Kerzen und maximal Gaslicht beleuchtet wurde. An anderer Stelle war die Rede von Krawatten, die m. E. erst deutlich nach 1818 erfunden werden. Aber das sind Kleinigkeiten, die diesen Roman und seine Wirkung nicht schmälern.

Schwieriger und unglaubwürdiger ist Venetia Hamiltons Darstellungsfähigkeit auf erotischem Gebiet, ohne dass sie über eigene Erfahrungen verfügt. Hier wird munter und mit breiten Strichen idealisiert, dito bei Marcus Wynhams Standvermögen, das ohne Viagra wohl kaum realistisch wäre… aber es ist ein Roman, eine romantische Phantasie, und als solche sollte man ihr gewisse Frei­heiten dichterischer Natur zugestehen.

Für Leser, die ruhigere erotische Romane schätzen und sogar noch einen darin verborgenen, dramatischen Mordfall, für die ist dieses Buch zweifellos eine in­teressante und unterhaltsame Einstiegslektüre.

© 2017 by Uwe Lammers

Doch, die vier Tage Lesezeit zu investieren (oder weniger, wenn man es nicht so lange aushält, bis zur Vollendung des Leseerlebnisses zu gelangen), das lohnt sich meiner Ansicht nach absolut. Weitere Romane der Autorin stehen noch in meinem Regal und werden alsbald ebenfalls geschmökert werden.

In der kommenden Woche ist einiges historische Wissen über die amerikani­schen Gründerväter gefordert. Ihr könnt ja schon mal den Namen Aaron Burr nachschlagen, um vorbereitet zu sein auf das vergnügliche Leseabenteuer der kommenden Woche.

Neugierig geworden? Gut so – dann bis in sieben Tagen, Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

kennt ihr dieses Gefühl, wenn man sich etwas anschaut und einfach nicht fas­sen kann, was man da sieht? Hat wohl jeder von euch schon mal erlebt. Aber wie fühlt sich das an, wenn man selbst für das verantwortlich zeichnet, was man vor sich sieht, und wenn die Notwendigkeit besteht, der Tatsache ins Auge zu blicken, dass man eine nahezu unbeschreibliche Fehlerwüste produziert hat und das jahrelang, ach, Jahrzehnte lang gar nicht mehr im Blick hatte?

Ich sage euch – das ist ein total dämliches Gefühl, und als ich das in den letzten Tagen im Dezember 2017 fühlte (ihr seht diesen Blogartikel erst sehr viel später, aber vertraut mir, momentan kocht fast mein Blut, wenn ich an diese Baustelle denke, von der ich euch heute einen kleinen Ausschnitt präsentieren werde), da wusste ich ehrlich nicht, was ich sagen sollte. Hätte man mich da nach meinen Emotionen befragt, so hätte ich vermutlich antworten können: Diese Zeilen hät­ten besser gar nicht erst geschrieben werden sollen. Oder: Ich hätte diese Epi­sode besser damals gleich noch mal abgeschrieben, weil sie so unglaublich viele Fehler enthielt.

Zu dumm: Das hätte zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich nichts geändert.

Warum nicht? Nun, das hat mehrere Gründe. Zum einen schrieb ich damals mit einer Schreibmaschine, die keine Korrekturtaste besaß. Fehler waren also Feh­ler, und ich konnte sie gerade mal überschreiben, solange die Seite eingespannt war. Danach – Chance vorbei (wie komfortabel haben wir es da doch heute mit unseren digitalen Hilfsinstrumenten! Ihr Jüngeren macht euch davon gar keine Vorstellung, für euch ist das alles selbstverständlich… ein wenig mehr Demut wäre da angebracht).

Zum zweiten hatte ich damals einen Scheuklappenblick. Vieles, was ich heute als Monita in alten Texten reklamiere, konnte ich damals überhaupt nicht wahr­nehmen. Beispielsweise: „Wie, ich soll die Protagonisten beschreiben? Warum denn? Ich weiß, das sind Allis, und wie Allis aussehen, weiß ich doch. Also brauche ich das nicht… wie? Ich soll mehr nennen als nur den Namen und die Funktion des Handlungsträgers? Wieso das denn? Das reicht doch aus. Ausarbeiten tu ich das später…“

Tja, so meine Arbeitseinstellung Ende der 80er Jahre (sagte ich schon, dass ich hier über den Dezember 1989 rede? Nein? Nun, dann wisst ihr das jetzt, Freun­de).

Und drittens wurde ich von dem überwältigenden Bilderflow in einer Weise vorwärtsgepeitscht, der mir gar keine Zeit zum Atem holen ließ. Dieser ganze Zyklus von vier Episoden, zu denen die heute vorgestellte gehört, entstand bin­nen weniger Tage im Dezember 1989. Ihr müsst euch das wie eine Art von per­manentem Bilder-Granatenhagel vorstellen, den ich festzuhalten hatte, um nicht verrückt zu werden. Dementsprechend fiel dann die Umsetzung aus.

Ich habe diese Episode am 10. Dezember 2017 fertig abgeschrieben und kommentiert. Sie besaß zuvor insgesamt 10 Textseiten im Schreibmaschinenformat und – notwendig, weil noch nicht realisierbar – keine Fußnoten. Als ich mit ihr fertig war, verfügte sie über 20 Textseiten und 268 Fußnoten, kein Witz.

Ich schaute sie mir an und dachte: Oh Gott, was für eine chaotische Fehlerwüs­te! Ich fasse es echt nicht.

Und dann dachte ich: Und was für ein unglaubliches Potenzial, das ich darin so einfach verschenkt habe! Wenn ich die Episode nachschleife, wird das ein haar­sträubendes, ultraspannendes Abenteuer voller emotionaler Dramatik, Action, Mystery und Schrecken. Inklusive einer versunkenen Stadt, einem verwüsteten Raumhafen, Raumschiffswracks und jeder Menge Leichen, einem drohenden, sirenenhaften Ungeheuer, das seine Liebhaber bei lebendigem Leib verschlingt, kosmischen Mysterien und drohendem Unheil für die gesamte Expedition.

Und schließlich kam der Gedanke, der zum heutigen Blogeintrag führte: Ver­dammt noch mal, warum konnte ich mich damals nur nicht konzentrieren und wenigstens halbwegs fehlerfrei schreiben? Eigentlich müsste ich das mal mei­nen Lesern zeigen… oh! Das geht ja tatsächlich.

So landeten wir dann also genau hier.

Mir ist natürlich die Gefahr des Spoilerns klar, die die folgenden Zeilen in sich bergen, selbstverständlich. Die Episode „Alte und neue Wissenssucher“ ist Band 42 der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (BdC), die ich ab 2018 im E-Book vorstellen und zugänglich machen werde. Aber da nach meiner zuge­gebenen optimistischen Vorstellung die entsprechende Passage erst am Ende des vierzehnten Bandes auftauchen wird, und es noch eine Reihe von Jahren dauern wird, bis ihr dorthin kommt, und da ich außerdem ja die Möglichkeit habe, besonders enthüllende Passagen herauszunehmen, um euch die Lese­freude nicht zu vermiesen, riskiere ich das heute mal.

Folgendes zur Einstimmung:

Der Handlungsort ist ein Raumschiff der Alli-Truppen unter Salketh-en-torion, einer Helferin des Lichts. Es ist gerade durch den Schlund eines Schwarzen Lo­ches in einen Bereich des Universums abgestürzt, in dem sich ein Taschenu­niversum befindet. Hier stoßen sie auf ein Sonnensystem und befinden sich in einer prekären Situation wieder, auf die – außer einer Person – niemand vorbe­reitet war:

Das Ziel:1

S** [Name bei Zitation verschlüsselt – Spoiler! UL] sah die beiden Helfer des Lichts nicht zusammenbrechen, ihn hätte das wohl auch nicht nennenswert interessiert. Wichtiger war, dass sie bald das Ziel erreicht hatten.

Sie hatten den Braunen Zwerg umrundet und glitten von hier2 an in die Finsternis hinab, in das Nichts, in dem nichts3 mehr existieren4 konnte. Aber es war dennoch etwas da(,) und das, was da war5,6 das war nicht wenig.7

8 Hätten sie mit G** und den Berinnyern und Sargoy vom Stoßtrupp 12 der Invasionsstreit­kräfte BICCUNORS9 sprechen können, dann hätten10 diese ihm die Gleichheit dieses Raumes mit dem bestätigt, in dem11 sie das Planetenreich der L** gefunden hatten.12 Aber diese We­sen wussten voneinander nichts.13

Die ESQUAAT-YESH14 stürzte von unten herauf in einen Kosmos. Es war ein kleiner Kos­mos, hatte kaum eine Ausdehnung von15 einem Lichtjahr16, aber auf diesem Raum standen vier Sonnen, die eine Kette bildeten(,) in eine Richtung hin.

Zwischen ihnen befanden sich Planeten, aber kaum einer17 von ihnen18 war bewohnbar.19

Das Schiff der Allis steuerte den dritten Planeten der weißen Sonne an, der direkt am „Ausgang“ stand, wenn man diesen Ausgang auch nicht entdecken konnte, nicht optisch, al­lerdings fernmesstechnisch.

„Es ist mir ein Rätsel…“, stammelte hinter ihnen20 Aljoon. Er meinte den Zustand der bei­den Helfer des Lichts21, aber darum kümmerte sich S** ebenfalls nicht. Nicht jetzt.

Der dritte Planet war ein fruchtbarer Planet, er hatte einen Durchmesser von 24.895 Kilo­metern und war dennoch sehr gut bewohnbar, da die Schwerkraft auf unnatürliche 1,23 Gra­vos einreguliert war. Normalerweise hätte er doppelte Schwerkraft besitzen müssen.

Die meiste Weltfläche war von Wasser bedeckt, gut zwei Drittel mussten es wohl schon22 sein, grandiose blauweiße Gewässer mit einem Stich ins Grüne. Aber keiner hatte einen Blick für diese Schönheit, nicht einmal Aljoon, der die Sanitäter gerufen hatte.23 S*** [eine weitere Person, deren Identität ich aus Spoilergründen vorenthalten muss. UL] und Salketh lagen da wie tot(,) und sie waren erstarrt. Ihre Atmung funktionierte noch, aber nur noch sehr flach.

Es war schlechterdings24 erschreckend.25

Auf den Schirmen des Schiffes erschien ein Kontinent. Bergig am Rande, bis zu den Gipfeln in knapp 2000 Metern26 Höhe dicht bewaldet27, dahinter ein hügeliges Landstück, das sich tief nach drinnen fortsetzte.28

„S**! Hör auf, die Kommandanten sind im Koma! Du musst das Schiff im Orbit lassen…!“(,) schrie29 Aljoon.

„Nein!“(,) antwortete der Fremde kalt.

Aljoon wollte ihm30 in die Steuerung fallen, sein gutes Recht, denn immerhin war er der ei­gentliche Kommandant des Raumers.31

S** packte ihn am Arm und schleuderte ihn zurück gegen die Wand. Benommen sank der Alli daran herab. Der Schwung war, so beiläufig er auch ausgesehen hatte, ungemein wuchtig und brutal gewesen.

Auf dem Schirm erschienen Bauwerke, vom Dschungel überwuchert, der den gesamten Kontinent bedeckte.32 Und auf den Landefeldern der Ruinenstadt lagen und standen Raum­schiffe aller Arten und Sorten in allen Stadien der Vernichtung33 und Verrottung.34

S** lächelte und landete ebenfalls ruhig auf einem noch freien Landefeld.

Dann stellte er den Antigravantrieb ab, mit dem er die35 letzten Kilometer geflogen war.

Die ESQUAAT-YESH36 stand auf einem fremden Planeten, der nicht einmal in diesem be­kannten Universum lag, sondern irgendwo37 hinter dem Rund eines Braunen Zwerges, der zwischen Normalraum und dem ominösen Kosmos38 unterhalb des Ereignishorizontes exis­tierte.

Und hier waren sie nun gefangen.39

So, ihr könnt wieder durchatmen, Freunde.

So sieht eine Baustelle des frühen OSM aus, als ich schon eifrig mit der Schreib­maschine arbeitete. Aber dieses kleine Stück, das nicht mal zwei Textseiten um­fasst, zeigt recht nachdrücklich, was für eine Heidenarbeit allein in einer einzi­gen abzuschreibenden Episode des OSM steckt. Ich übertreibe nicht, wenn ich betone, dass das – zu dieser Schreibzeit – durch die Bank verdammte Fehler­wüsten sind. Das ist die lautere Wahrheit.

Ihr versteht vielleicht jetzt auch, warum ich gelegentlich sage – die obige Episo­de ist gewissermaßen ein Paradebeispiel, und eine spätere Blende hätte das noch viel deutlicher gezeigt – , dass es mich in den Fingern juckt, Episoden zu überarbeiten, Szenen einzufügen, Dialoge zu ergänzen oder nachzuschleifen, Begründungszusammenhänge in der Episode vertiefend einzuarbeiten usw… ich muss mich da immer unglaublich zusammenreißen.

Warum dies?

Nun, kurz gesagt: wenn ich diesem Impuls nachgäbe, würde ich unablässig am Nachbearbeiten der alten Episoden sein. Ich würde einerseits das Ziel der rei­nen 1:1-Abschrift gründlich verfehlen und so zum anderen die reine alte Textba­sis mit modernen Textpassagen „kontaminieren“, um es mal hart zu formulie­ren. Das wäre einer späteren Überarbeitung definitiv nicht unbedingt förder­lich. Zum dritten aber würde es mich gründlich daran hindern, aktuelle Ge­schichten und E-Books fertig zu stellen, und dann würde sich das Drama des Jahres 2017, wo ihr von mir fast nichts außer Blogartikeln zu Gesicht bekommen habt, wiederholen, und zwar mehrere Jahre in Folge, da es Aberhunderte von noch nicht digital erfassten alten OSM-Episoden gibt.

Wenn ihr aber andererseits nun mehrere Jahre auf E-Books von mir verzichten müsstet, wärt ihr nicht nur enttäuscht von mir, sondern schlicht und ergreifend weg vom OSM. Und das möchte ich euch und mir nicht antun. Deshalb balan­ciere ich eben auf der Rasierklinge und gebe dem Impuls des Überarbeitens nicht nach, sondern schreibe sie nur ab und kommentiere sie (bisweilen, wie ihr gesehen habt, durchaus ein wenig genervt und gallig).

Zeit für die Überarbeitung ist später. Wichtig ist es, die Texte digital vorliegen zu haben, um dann zügig die Überarbeitung realisieren zu können. Alles andere führt nur zur Potenzierung des Frusts auf allen Seiten.

Ach ja, ein wenig beneide ich mein jüngeres alter Ego, das sich im Dezember 1989, scheiteltief im Zivildienstleben von Hameln steckend, auf Heimaturlaub in Gifhorn die Stunden um die Ohren schlug, um im Kellerdomizil bei inspirieren­der Musik voll im Schreibrausch Seite um Seite füllte. Wäre man doch nur noch mal 23 Lenze alt wie ich damals, nicht wahr? Einerseits. Andererseits genieße ich es auch, heutzutage zahlreiche Rätsel der Frühzeit entschlüsseln zu können, die ich damals akkurat beschrieb, aber nicht mal entfernt verstehen konnte.

Nein, ich sehne mich nicht wirklich nach dem Damals zurück. Ich war wahnsin­nig kreativ, habe viele Fehler gemacht, die mich heute bisweilen zur Weißglut treiben – aber toll war’s doch.

In der nächsten Woche schauen wir uns die Gegenwart wieder an – den Monat Februar 2018 und was er kreativ erbrachte. Ich freue mich darauf, euch wieder hier zu treffen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 In der Abschrift kursiviert.

2 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

3 Dito.

4 Tippfehler, später mit blauer Tinte korrigiert.

5 Dito.

6 Das Komma wurde mit blauer Tinte nachgefügt.

7 Was ist denn das für ein albernes, unentschlossenes Wortgeschwurbel? Kann ich nicht mal konkret werden? Dieses Geschwafel ist doch schon so einfach nur nervig! Ändern!!!

8 Die Einrückung fehlt im Skript.

9 Im Skript nicht groß geschrieben.

10 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

11 Dito.

12 Vgl. dazu die Bde. 35: „Geleitzug ins Nichts“ und 36: „Das Reich hinter dem Universum“, beide 1989. Mit „Gleichheit“ ist hier gemeint, dass sie sich in einem strukturell identischen Ausläufer der unterkosmischen Niveaus befinden wie jenem, in dem das Reich der L** existiert. Verdammt, ich schwafelte hier unkon­zentriert herum, das ist ja zum Heulen!

13 Und dieser Satz ist so was von überflüssig. Streichen!

14 Tippfehler. Im Skript stand „ESQUAAT-LESH“, mit schwarzer Tinte korrigiert.

15 Tippfehler. Im Skript stand „ovn“, später mit schwarzer Tinte korrigiert.

16 Tippfehler. Die letzten beiden Buchstaben wurden mit schwarzer Tinte korrigiert.

17 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

18 Tippfehler. Im Skript stand „ichnen“, später mit blauer Tinte korrigiert.

19 Ein bisschen genauer geht es aber schon, oder? Wie agiert die Crew in der Zentrale? Tut sie überhaupt nichts? Bordwache? Medizinisches Personal? Ortungsstand? Also wirklich, hier fehlt einfach alles! Ver­dammt! Speziell dass die Planeten nicht bewohnbar sind, muss doch nicht S** feststellen. Ändern!

20 Hinter wem? S** ist doch eine Einzelperson…

21 Also wirklich, Aljoon als Kommandant sollte durchaus multitaskingfähig sein. Oder es sollte ihn umgebende Bordoffiziere geben, die er instruieren kann. Oder Roboter. Irgendwas. Dass ich mich hier völlig auf S** und die Landung konzentrierte, ist doch einfach bescheuert. Das kann so nicht bleiben.

22 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

23 Auch wieder das Problem der eingeschränkten Personalriege. Aljoon muss die Mediziner rufen, weil ich sonst niemanden erwähnt habe, der das tun könnte. So ein Blödsinn.

24 Im Skript steht noch falsch „schlichterdings“. Bei Abschrift korrigiert.

25 Und das wäre der Moment für eine Handlungspause mit entsprechender Dramatik. Aber mich peitschte der Handlungsstrom voran und erzwang das Gegenteil. So kann das nicht bleiben. Hier wird eine Passage einge­fügt werden müssen, in der S** seinen Anflug unterbrechen muss, von Aljoon zur Rede gestellt wird, wäh­rend die Mediziner die Helfer des Lichts versorgen und in die Medostation transportieren. S** wird sich aber nicht von den Kontrollen entfernen lassen, sondern das Ziel vorgeben. Und der Bordcomputer wird ihm mit dem Bestimmungsziel Recht geben, was in Aljoon das Misstrauen erwachen lässt, dass S** hier bereits ein­mal war. Und immerhin ist S**, dessen Inkognito noch immer gewahrt ist, ja mit TOTAM im Bunde. Man wird ihn also scharf im Auge behalten, wenn er dann zum Landemanöver ansetzt.

26 Tippfehler. Im Skript steht „2000metern“.

27 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

28 Wie oben erwähnt: Landungssequenz erfolgt überstürzt, ebenso wie die Annäherungssequenz an den dritten Planeten.

29 Im Skript versehentlich groß geschrieben.

30 Tippfehler. Im Skript steht „ihn“.

31 Im Skript versehentlich klein geschrieben. Aber es wird nicht Aljoon sein, der S** angreift, sondern eine der Bordwachen, die inzwischen seine Handlungen kontrolliert. Aljoon wird noch gebraucht, unverletzt.

32 Beschreibung! Ich hatte hier vermutlich ein altes TERRA ASTRA-Cover etwa um Band 360 vor Augen, das eine solche verwitterte Ruinenstadt im Dschungel zeigt. Deren Erforschung findet ja leider in dieser Episode überhaupt nicht statt, das wäre aber wirklich essenziell, finde ich. Das erwartet der Leser einfach.

33 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

34 Die Schiffe der früheren Schatzsucher. Aber auch die sollte man bitte beschreiben! Hierbei käme Salkeths Wissen über die Baukunst der Berinnyer zugute, denn sie würde zahlreiche Schiffe als berinnyische Einhei­ten und Schiffe der Sargoy identifizieren können. Andere entstammen den Schiffbaulinien von Völkern, die von den Berinnyern in Bytharg ausgerottet wurden. Man darf nie vergessen, dass das Bytharg der Gegen­wart ja fast nur noch von Sargoy und Berinnyern bewohnt wird, aber früher gab es Dutzende andere Ster­nenvölker dort, die von rassistischen Berinnyern ausgelöscht worden sind. Hier könnte man einen guten Ein­blick in die Vielvölkerstruktur des alten Bytharg gewinnen. Soviel verschenktes Potenzial, wie ich einleitend schon konstatierte… es ist echt zum Heulen. Gut, dass ich das heute alles korrigieren kann.

35 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

36 Im Skript stand ursprünglich noch „ESQUAAT-LESH“, Korrektur zeitnah mit schwarzer Tinte.

37 Im Skript versehentlich zusammen geschrieben.

38 Dito.

39 Das kommt zu früh. Das kristallisiert sich erst deutlich später heraus.