Rezensions-Blog 151: Der goldene Buddha

Posted Februar 14th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ja, heute geht es um ein gar mächtiges Lesevergnügen, das meine Lachmuskeln an vielen Stellen auf köstliche Weise strapazierte, und außerdem sorgte es für den einen wie anderen Schweißausbruch bei allzu kribbeligen, kniffligen Phasen der Geschichte. Das hatte damit zu tun, dass ich es zwar a) mit einem Roman von Clive Cussler zu tun hatte und üblicherweise genau weiß, dass den zentra­len Personen… nun, sagen wir… nichts ERNSTES zustoßen kann. Aber b) ich hat­te es außerdem mit einem völlig neuen Romantypus und weitgehend fremdem Personal zu tun, und da muss man natürlich immer damit rechnen, dass der eine oder andere auf der Strecke bleiben könnte.

Es blieb also spannend bei der Jagd der OREGON-Crew nach dem „goldenen Buddha“. Und saukomisch, um es umgangssprachlich zu sagen, war das auch. Wer also an diesem Buch aufgrund seiner schlichten Außengestaltung bislang vorbeigelaufen sein sollte, dem rate ich dringend, diese Entscheidung zu revi­dieren. Das Werk hier sei euch ausdrücklich ans Herz gelegt, nicht nur, wenn ihr für die Freiheit des tibetischen Volkes seid.

Neugierig geworden? Dann schmökert mal weiter und lest die Details:

Der goldene Buddha

(OT: Golden Buddha)

Von Clive Cussler & Craig Dirgo

Blanvalet 36160

448 Seiten, TB, 2005

Aus dem Amerikanischen von Thomas Haufschild

ISBN 3-442-36160-5

So etwas kommt nun wirklich selten vor: eine ganze Romanwelt entgleist munter in die völlige Kontrafaktik, und sie tut es mit einem unglaublichen Char­me, respektlosen und professionellen Rabauken, viel Humor und einem atem­beraubenden Feuerwerk von skurrilen Ideen – da kann man sich nur noch erge­ben und von Seite zu Seite mehr genießen und grinsen.

Vergessen wir einfach mal, dass das Titelbild einen Taucher zeigt. Die Leute, die für diesen Missgriff verantwortlich zeichneten, dachten platt schematisch: Clive Cussler – NUMA – Taucher, Motiv klar. Alles falsch. Es geht nicht um die NUMA (wiewohl natürlich ein Schiff vorkommt), Cusslers Helden Dirk Pitt und Al Gior­dino sucht man hier vergebens. Stattdessen wird auf charmante Weise die Weltgeschichte umgekrempelt, und das hat folgenreiche Auswirkungen auf den Rest des Cussler-Paralleluniversums (in dem sich eben Dirk und Al herumtrei­ben, ebenso wie Pitts Kinder Dirk Pitt junior und Summer Pitt, aber halt auch Joe Zavala und Kurt Austin).1 Auf knapp 450 Seiten wird mal eben die Weltge­schichte umgestülpt, und das geht so:

31. März 1959. Die letzten Stunden des Dalai Lama2 Tenzing Gyatso in Lhasa sind gekommen. Das Oberhaupt der Tibeter beschließt schweren Herzens, die Flucht aus Tibet anzutreten und im nordindischen Exil den Kampf gegen die chinesischen Besatzer aufzunehmen. Dabei nimmt er eine wichtige kultische Statue mit sich, den goldenen Buddha, der ein wichtiges Geheimnis in sich birgt. Doch während der Dalai Lama Dharamsala3 in Nordindien erreicht, verschwin­det die fünf Zentner schwere Goldfigur spurlos.

Was niemand weiß, ist indes, dass der amerikanische CIA-Mann Langston Over­holt III. sich die Vertreibung des tibetischen Oberhaupts als persönliches Versa­gen anrechnet und sich fest vornimmt, dereinst dafür zu sorgen, dass das Exil des Dalai Lama endet. Er wird es nicht mehr erleben. Sein Sohn, Langston Over­holt IV., bekommt mit dem Problem schließlich zu tun.

In der Gegenwart, etwa um das Jahr 2000 herum, macht der Leser sodann die Bekanntschaft mit alten Vertrauten. Wie Clive Cussler schon im Vorwort erläu­tert, hatte er einst das subversive Schiff OREGON und seine Besatzung unter dem „Vorsitzenden“ Juan Cabrillo für den Dirk Pitt-Roman „Höllenflut“ entwor­fen und erfunden.4 Und er fand es höchst bedauerlich, dass diese skurrilen Ty­pen wieder in der Versenkung verschwinden mussten. Sein Schriftstellerkollege Craig Dirgo war ganz seiner Ansicht, und so entwarfen sie also dieses erste Abenteuer der so genannten „Oregon-Files“.

Die OREGON ist ein offensichtlich heruntergekommener Trampdampfer, der auf wirklich unglaubliche Weise beschrieben wird (goldig etwa der Moment, wo ein Lotse an Bord kommt, ein Geländer anfasst und auf einmal ein Stück davon in der Hand hält. Er ist völlig konsterniert, aber Cabrillo nimmt nur das Trümmer­stück und wirft es ganz gelassen über die Schulter aufs Deck, als wäre das völlig normal – und ich versichere, es wimmelt von so wilden Szenen und Vignetten im Buch!). Unter der Haut des halbwracken Dampfers hingegen verfügt die OREGON über hochmoderne Technik, verborgene Decks, Labore, einen „Moon-Pool“ über dem Kiel, so dass sie selbst einen Taucheinsatz mit eigenen Tauch­booten durchführen kann, Torpedorohre, Flugabwehrraketen und ähnliche Fi­nessen. Wehe also dem Schiff und den Behörden, die diesen „Kahn“ unter­schätzen.

Auch die Besatzung ist höchst eigenwillig. Cabrillo und seine Crew führen unter­einander keine Ränge, sie sind keiner Regierung unterstellt, keiner Behörde, sondern arbeiten als „Company“ auf eigene Rechnung. Jeder einzelne ist Spezialist auf seinem Gebiet, sei es, dass es Techniker sind, sei es, dass es Ärzte, Waffenexperten, Fluchthelfer, Tarnungsspezialisten, Piloten oder Scharfschüt­zen sind… und es ist nicht umsonst so, dass die 24 Personen der Besatzung alle­samt im alphabetischen Namensverzeichnis auftauchen (allerdings sind das nicht alle „Angestellten“ der Company, im Laufe des Romans tauchen noch mehr auf). Man könnte sie als humanitäre Söldner bezeichnen, die in einer rechtlichen Grauzone agieren. Das erlebt der Leser sehr schnell beim ersten Ein­satz der Crew in diesem Roman, der die OREGON in den Hafen von Havanna führt, wo eine Mission durchgeführt werden soll (und schon hier kommt man aus dem Staunen und Kichern kaum mehr heraus – allerdings sind das erst rund 50 Seiten des Romans. Danach geht der Spaß erst richtig los).

Langston Overholt IV., der Vertraute der OREGON von der CIA, heuert die „Company“ für einen Auftrag an, kaum dass sie das kubanische Abenteuer er­folgreich abgeschlossen haben. Diesmal geht es nach Fernost: der legendäre verschollene goldene Buddha ist wieder aufgetaucht (leider erfährt niemand, woher und warum gerade jetzt, das ist eigentlich der einzige zentrale Schwach­punkt der Handlung), und er soll an einen chinesischen Kunstsammler namens Stanley Ho in Macao verkauft werden. Zweihundert Millionen Dollar, nicht eben ein „Schnäppchen“. Aber der Makler Winston Spenser, der ihn im Auftrag von Ho erwirbt, treibt ein doppeltes Spiel. Er hat ein Duplikat anfertigen lassen und beabsichtigt eigentlich, den originalen Buddha insgeheim an einen Tycoon aus dem Silicon Valley zu verhökern. So gibt es also auf einmal zwei Buddha-Figu­ren, die nach Macao unterwegs sind, und einen Milliardär vor Ort, während der zweite sich aus den USA einfliegen lässt, um sich „sein“ Eigentum zu holen.

Ja, und dann ist da die „Company“. Und ein sich anbahnender Sturm, der über Macao ungeplant hereinbricht, während die ganze Operation „Goldenes Dicker­chen“ munter auf den Höhepunkt zudriftet. Ganz zu schweigen von den über­haupt nicht dummen Polizeibehörden von Macao, die für mächtigen Ärger sor­gen werden.

Langston Overholt IV. macht Juan Cabrillo jedenfalls vorweg klar, dass er den Plan gefasst hat, dem Dalai Lama die Rückkehr in sein Heimatland zu ermögli­chen. Das geht nur, wenn er auch den goldenen Buddha dabei hat. Außerdem gilt es, die chinesischen Besatzer in Tibet gründlich abzulenken und ihnen zu­gleich eine Möglichkeit zu belassen, ihr Gesicht zu wahren, falls Tibet tatsäch­lich wieder autonom werden soll. Und für all das haben sie nur einen sehr ge­ringen Zeitrahmen, weil der ideale Termin für die Rückkehr der 1. April sein soll. Keine Woche mehr entfernt.

Unmögliche Geschichte?

Nun, sagen wir es so… da ist ja noch die „Company“. Und da ist Parteichef Hu Jintao in Peking, dessen Land in eine massive Wirtschaftskrise steuert. Und da befindet sich ein Präsident Putin in Russland an der Macht, der, gewisse ökono­mische Anreize vorausgesetzt, schon durchaus mal mit den militärischen Mus­keln spielen könnte… gesetzt den Fall, da springt etwas für ihn heraus.

Ach ja, und so beginnt die gut gelaunte Crew der OREGON damit, Macao anzu­laufen und Maske zu machen. Eine falsche Gräfin, eine falsche Musikband, nächtliche Überfälle, gestörte Funkkanäle, Einsatz von Drogen (zum Brüllen ist die Szene, als der auch zur Feier bei Milliardär Ho geladene Polizeichef von Macao, Sung Rhee, drogenumnebelt, auf das Blumenarrangement auf dem Tisch stiert, während er mit seinem Stellvertreter telefoniert, der ihn gerade vom Diebstahl einer Buddhastatue unterrichten möchte, und Sung halluziniert, aus dem Bukett nicke ihm ein Pferd zu, woraufhin er zu seinem Assistenten sagt: „Hören Sie, mein Pferd ist hier.“).

Es ist ein wirklich unberechenbares Nonstop-Abenteuer der ganz besonders un­terhaltsamen Sorte, was hier vor sich geht, und es gipfelt dann buchstäblich auf dem Dach der Welt, wo der Showdown stattfindet, der mit chinesischen Kampf­jets, einer tibetischen Untergrundarmee und Giftgas zu tun hat, um nur ganz wenig von dem anzudeuten, was da sonst noch passiert…

Es ist bei Clive Cussler natürlich immer ein wenig schwierig, wenn man sich an alte, vertraute Personen gewöhnt hat und auf einmal mit neuen konfrontiert wird. Das ist so gewesen, als Kurt Austin und Joe Zavala in Erscheinung traten5, und das ist hier bei den Abenteurern von der OREGON ebenfalls so. Und natür­lich muss Cussler als Auftaktabenteuer einen ganz besonderen Knaller bieten – was er hier definitiv tut. Die Befreiung von Tibet ist so eine Geschichte, die man wirklich nicht erwartet, allein schon deshalb nicht, weil das in UNSERER Welt eben nicht möglich ist.

Aber ich sagte oben schon: diese Welt entgleist vollständig in die Parallelge­schichte, und sie tut es mit Absicht. Ich denke, Cussler hat das schon seit lan­gem intendiert. Er hat beispielsweise in seiner Romanwelt das amerikanische Embargo gegen Kuba aufgehoben, er hat eine amerikanische Mondstation be­schrieben und die TITANIC in einem Stück gehoben, den Glassarkophag von Alexander dem Großen und die verschollene Bibliothek von Alexandria finden lassen, ebenso wie übrigens das Grab von Christoph Kolumbus und das ver­schwundene Inka-Gold… der Parallelkosmos weist also viele Dinge auf, die es bei uns (leider, möchte man manchmal sagen), wohl so niemals geben wird. Und „Der goldene Buddha“ schlägt ganz genau in dieselbe Kerbe.

Schön ist dabei auch, dass der enorme Personalfuhrpark einigermaßen charak­terisiert wurde. Durch die manchmal sehr kurzen Szenenblenden erhält die Ge­schichte enorme Fahrt und mächtige Dramatik. Man hat zwar das Gefühl, als sei der Dalai Lama tatsächlich so eine Art Spinne in einem gigantischen informellen Netzwerk von loyalen Glaubensagenten (wie es die chinesische Propaganda gern unterstellt), aber da die „Company“ und ihre Protagonisten definitiv im Zentrum stehen, fällt das nicht so unliebsam auf. Bedauernswerter ist hingegen, dass der Roman vergleichsweise kurz ausfällt – selbst bei langsamem Lesen verbringt man höchstens 4 Tage damit, wie ich – , und das Vergnügen ist sehr schnell vorüber.

Indes: ebenso, wie der Lesespaß garantiert ist, steht ja fest, dass es noch sieben weitere Romane der „Oregon-Files“ gibt. Ab Band 3 ist dann Jack du Brul für die Umsetzung verantwortlich, wir können neugierig sein, wie es ihm gelingt, die Crew der OREGON darzustellen. Ihr werdet es beizeiten erfahren.

© 2012 by Uwe Lammers

Tja, auch nach 150 Rezensions-Blogartikeln kann ich also immer noch mit über­raschenden Lesefunden aufwarten, nicht wahr? Gut so, wenn ich euch über­rascht haben sollte. In der kommenden Woche besuchen wir Harry Potter ins einem vierten Schuljahr in Hogwarts. Und wer die Filme kennt, der weiß, dass auch dies nicht unspannend ablaufen wird.

Näheres in sieben Tagen an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Und dass sie alle im gleichen Parallelkosmos leben, ist verbürgt. Man vergleiche dazu das Zusammentreffen von Pitt und Juan Cabrillo im Roman „Höllenflut“.

2 Im Roman konstant als „Dalai-Lama“ falsch geschrieben.

3 Im Roman konstant als „Klein-Lhasa“ bezeichnet, was vermutlich verkehrt ist.

4 Warum nur muss ich bei ihm als dem „Vorsitzenden“ immer wohl an den „Großen Vorsitzenden“ (=Mao) denken? Das ist bestimmt auch Absicht… der ganze Roman trieft vor Ironie und Lässigkeit, allein das ist schon ein Lesegenuss.

5 Vgl. Clive Cussler & Paul Kemprecos: „Das Todeswrack“.

Wochen-Blog 258: Der OSM in Gedichtform (6) – Blume des Lebens

Posted Februar 11th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

mit diesem Gedicht stoßen wir in eine neue Zeit des OSM vor und vor allen Din­gen in eine Zeit, in der ich sehr viel konkreter Bezug auf die Episoden nahm. Während in den frühen Gedichten bis 1989 eher vage, unklare Bezüge existier­ten, wurde das in diesem Werk gründlich geändert.

Die Entstehungszeit ist interessant, wenn ich sie im Detail durchleuchte: Der Be­zug des Gedichts geht auf den Band 31 der Serie „Oki Stanwer – Der Dämonen­jäger“ (DDj), der „Geliebte des Pharaos“ heißt, aber interessanterweise ist das Gedicht Wochen vorher geschrieben worden, nämlich Ende Mai 1990. Der Handlungshintergrund zum Verständnis des Folgenden ist komplex, kann aber so vereinfacht dargestellt werden:

Der KONFLIKT 23 „Oki Stanwer – Der Dämonenjäger“ ist eine Zeit der Verwir­rung. Die KONFLIKT-Welt ist durch den infamen und wahnsinnigen Baumeister HORUS zu einem Multiwelten-KONFLIKT geworden, und auf jeder der einzelnen Welten existiert eine andere Zielzeit. Dort, wo man das Jahr 2189 schreibt, hat das pharaonische Weltreich weiter existiert. Der Pharao Amenophis XII. ist hier ein Klon von Oki Stanwer, der unter HORUS´ Kontrolle steht. Die Götter des al­ten Nilreiches scheinen absolute Realität zu besitzen, die Grenzen zwischen Realität, Schein und Magie sind fließend.

In diese Welt verschlägt es die Helferin des Lichts Corinne Daladier aus einem anderen Bereich des Multiwelten-Clusters. Sie war dort in Oki Stanwer verliebt, wird nun aber beim Transfer in die Pharaonenwelt auf bizarre Weise einer Transmutation unterzogen, die in Band 19 „Schein und Realität“ beginnt (nie­dergeschrieben im Mai 1990). Für Corinne fühlt sich diese mit einer Gehirnwä­sche verbundene Transmutation an, als würde sie auf altägyptische Weise bei lebendigem Leibe einbalsamiert.

Verantwortlich für dieses grässliche Geschehen ist der Totengott Seth, der hier auf beunruhigende Weise mit der gleichnamigen Dämonenwaffe Seth von TO­TAM verschmilzt – naturgemäß ein Todfeind der Helfer des Lichts. Und so fallen auch die grässlichen letzten Momente von Corinne Daladiers Dasein aus. Ich zitiere aus Band 19 die Schlusspassage:

Diese Fahrt wirst du alleine antreten, meine Liebe“, sagte Seth zischelnd. Und fast meinte sie [Corinne], Bosheit herauszuhören. Die geschlitzten Augen des Grüngesichtigen sahen sie tückisch an. Er legte sie selbst auf die Bahre in den Nachen, der sie ins Jenseits befördern würde.

Bevor er ihr die Maske aufsetzte, die ihr den Blick für den Wahnsinn auf dem Weg ins Jenseits verschließen würde, sagte er noch leise, fast unhörbar: „Grüße Oki Stanwer von mir. Und sage ihm, die Grabeslegionen sind schon fast soweit, aufzubrechen. Er wird sich mit dir vergnügen. Aber du wirst immer denken, dass ICH es bin, bei dem du liegst. Ich entlasse dich aus dem Jenseits, denn die zehnte Schwelle bist du noch nicht wert. Aber bald sehen wir uns vielleicht wieder. Ich freue mich darauf…“

Seth lachte böse und zischelnd.

Und Corinne schrie, bis die Maske sie zudeckte.“

Doch als sie in ihrem neuen Dasein erwacht, ist sie nicht mehr Corinne Daladier, sondern hat eine neue Identität angenommen. Physisch gleich geblieben und unversehrt, versteht sie sich nun als „Si-Ankith“, als „Blume des Lebens“, die Ge­liebte des Pharaos, der ja in der Tat ein physischer Klon Oki Stanwers ist.

Das unten wiedergegebene Gedicht signalisiert gewissermaßen ein Zwischen­glied zwischen den oben genannten Episoden 19 und 31 und stimmt den Leser auf Corinnes neue Rolle als Si-Ankith in Band 31 ein [Nachtrag bei Veröffentlichung – aus mir noch nicht bekannten strukturellen Gründen werden bei Einfügung des Gedichts in den Blog leider die Absätze zwischen den Strophen eliminiert, ich konnte das nicht beheben. Ihr müsst gedanklich ca. alle 5-7 Zeilen eine Leerzeile dazu denken.]:

Blume des Lebens

Gedicht von Uwe Lammers

Si-Ankith

So wirst du genannt

so wirst du heißen,

in den Augen und Herzen

all derer, die dich lieben.

Si-Ankith

Du Blüte des Lebens,

du Erleuchtete unter den Sternen,

Günstling der Götter,

wirst den Herrn erfreuen

und dem Liebe schenken,

dem Liebe gebührt.

Si-Ankith

Lange hat er auf dich warten müssen,

hart war die Zeit der Entbehrung,

doch er wusste, du würdest kommen,

er wusste und war froh,

weil du ihm versprochen warst

seit ewiger Zeit.

Si-Ankith

Gold ist dein Haar,

Anmut deine Gestalt,

Licht deine Seele,

gereinigt von den zehn Sälen,

gewogen und für recht befunden,

geleitet durch die Finsternis ins Licht.

Es gab einen anderen,

in der anderen Welt und Zeit.

Vergiss ihn,

Corinne-Si-Ankith,

vergiss ihn, denn er ist nicht dein.

Er hat andere gefunden,

so, wie du IHN gefunden hast.

Bleibe hier beim Wahren Volk,

bringe Frieden und Wohlstand

über alle im Land des Grünen Nils

und lasse die Blumen blühen,

Si-Ankith – du Blume des Lebens.

ENDE

© 1990 by Uwe Lammers

Gifhorn, den 28. Mai 1990

Das hier erwähnte „Wahre Volk“ ist die ägyptische Bevölkerung des Nilreiches auf der Pharaonenwelt im KONFLIKT 23. Zwar ist im Gedicht selbst nicht viel über den Inhalt einer begeisterten Hymne der Bewunderung an Inhalt zu fin­den, aber es ist doch schon interessant, wie intensiv ich mich bereits zu der Zeit mit Si-Ankiths Rolle auseinandersetzte… allerdings ist das Jahr 1990 sowieso ei­nes, in dem ich in dieser Serie extrem weit vorankam. Ich schrieb damals die Episoden 14 bis 65 (kein Scherz!) in diesem Jahr.

In der kommenden Woche greife ich wieder die Rubrik „Was ist eigentlich der OSM?“ auf und führe euch hier in den nächsten Teilabschnitt meiner Kreativbiografie. Ich denke, das wird recht spannend werden. Das solltet ihr nicht versäumen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 150: Maia

Posted Februar 7th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute ist es mal an der Zeit, eine Rezension auszupacken und euch vorzustellen, die ich im Jahre 2000 geschrieben habe und die einen der schönsten Romane thematisiert, den ich je gelesen habe. Kann ich nach wie vor nicht anders nen­nen, auch wenn diese Zweitlektüre, anlässlich derer diese Rezi entstand, eben schon wieder über fünfzehn Jahre her ist… ich muss das Buch dringend wieder lesen.

Die Rede ist von „Maia“ von Richard Adams. Man erinnert sich heute an den vor wenigen Monaten verstorbenen britischen Romancier deutlich eher wegen seiner Tierfabel „Watership down“ und wegen seines Engagements im Tier­schutzbereich, und das ist auch absolut berechtigt. Doch ich lernte ihn mit dem vorliegenden Roman kennen und lieben – und das phantastisch detailreich und mit enormer Liebe zu feinsten Verästelungen der Kultur und Gesellschaft ausge­arbeitete Beklanische Reich ist es, das mich, der ich mit Fantasy eigentlich sonst nicht viel am Hute habe, mühelos aus dem Bereich der Weird Fiction abdriften ließ.

Maia“ ist in meinen Augen ein sehr zu Unrecht weitgehend vergessener Ro­man, ein opulenter Schmöker mit seinen mehr als tausend eng bedruckten Sei­ten (sucht die gebundene Ausgabe antiquarisch, ihr werdet staunen, wie viel Text darin steckt, das spottet wirklich jeder Beschreibung, wenn man sich die heutigen „dicken Schinken“ im Fantasygenre anschaut. Die sehen dagegen wie Lachnummern aus, von dem Detailreichtum und der komplexen Handlung mal ganz zu schweigen), und auf seine Weise ein äußerst bemerkenswertes Werk. Und wenn ihr dieses Buch gelesen habt, dann könnt ihr gleich bei Adams´ frü­herem Werk „Shardik“ weiterlesen, das in derselben Welt handelt, zeitlich aber etwas nach „Maia“.

Wenn diese achronische Struktur ein wenig an meinen Oki Stanwer Mythos (OSM) erinnert, dann kommt das sicherlich nicht von ungefähr. Aber Adams und ich kamen natürlich völlig unabhängig voneinander darauf.

Ah, doch genug der Vorrede – auf in eine unkonventionelle Rezension, die nä­herungsweise der Komplexität des vorliegenden Stoffes gerecht wird und für die hiesige Publikation nur geringfügig überarbeitet wurde. Brechen wir auf ins Beklanische Reich, und alles beginnt mit einem Wasserfall und einem wunder­schönen blonden, singenden Mädchen:

Maia

(OT: Maia)

Von Richard Adams

C. Bertelsmann 1986

1090 Seiten, geb.

ISBN 3-570-03102-0

Was vermag die Liebe einer Frau? Manche sagen, sie ist imstande, Berge zu ver­setzen, andere fürchten, durch sie könnten alle bestehenden Ordnungen einge­rissen werden, denn ungeheuerlich sei die Kraft einer Emotion, so schrankenlos und ungezügelt, dass nichts und niemand ihr standhalten könne…

Dies alles ist wahr, und so ist die Liebe einer Frau, zumal, wenn sie noch jung ist und unerfahren, wenn sie nicht weiß, was sie will und kann, eine Gefahr für je­den Mann und jede Ordnung, die existiert. Sie wird unterschätzt, solange man sie nur als angenehme Kraft wahrnimmt, und in dem Moment, in dem sie zum reißenden Wildbach wird, ist es zu spät, ihr irgendwelche Zügel anzulegen.

Es ist wichtig, dies vorab zu wissen, denn ohne diese Kenntnis erschließt sich der Inhalt des Buches MAIA von Richard Adams nur sehr schwer.

Der Rahmen: Das Beklanische Reich

Nehmen wir an, es handele sich um eine Randprovinz der Sahara, einen step­penartigen Agrarstaat, erstarrt in feudalen Strukturen, auf einer Welt, auf der es keine Reittiere gibt. Was immer man erledigt, tut man gefälligst zu Fuß. Die einzigen Tiere, die mit unserer Welt eine Menge gemeinsam haben, sind die Rinder. Doch das sind für adelige Offiziere kaum ideale Reittiere.

Das Beklanische Reich wird von der Hauptstadt Bekla regiert, eigentlich der ein­zigen „Stadt“ in unserem Sinne, eine Metropole mit Tausenden von Bewoh­nern, mit einem beispiellosen Luxus, der sich unter anderem darin zeigt, dass nahezu alle Gebäude aus Stein sind. Menschen, die aus den Provinzen kommen, sind häufig atemlos und wie erstarrt angesichts solcher Bauten, die sie aus ih­ren Dörfern und kleinen Städten nicht kennen.

Großbaron Durakkon regiert Bekla, und mit ihm die Mitglieder der Clique der so genannten „Leoparden“, die sich vor sieben Jahren an die Macht geputscht ha­ben. Mit ihnen verbündet ist die politisch offiziell unbedeutende, in Wahrheit aber sehr gefürchtete Priesterkönigin der Göttin Airtha, Fornis. Durakkon ist, streng genommen, lediglich eine Marionette der Leoparden unter dem martiali­schen Kriegslord Kembri B’sai.

Und das Reich hat Probleme. Jede Menge Probleme. Im Westen bedrohen das Reich Terekenalt und Katria mit seinem König Karnat, der insgeheim die Leopar­denrevolution unterstützte und von diesen als „Stillhaltetribut“ die beklanische Sumpfprovinz Suba erhielt, die seitdem besetzt ist.

Im Osten des Reiches existiert im Wald von Chalcon in Tonilda eine Reihe von unzufriedenen Baronen, die dem gestürzten Regime nach wie vor die Treue hal­ten, aber außerstande sind, etwas gegen die Leoparden zu unternehmen. Die Galionsfiguren sind hier der Baron Santil-kè-Erketlis und der Baron Enka-Mordet.

Als wenn das noch nicht genügte, gibt es auch noch die Provinz Sarkid, in der die Sklaverei abgeschafft worden ist. Die Leoparden jedoch sind stark in den Sklavenhandel verwickelt und haben sogar Sklavenfarmen eingerichtet, wo neue Sklaven gezeugt und großgezogen werden. Anders lässt sich der kostspieli­ge Lebensstil in Bekla nicht aufrechterhalten.

Und schließlich geht in etwa anderthalb Jahren zu Beginn der Romanhandlung die zweite Amtszeit der Priesterkönigin Fornis zu Ende, etwas, was noch nie da gewesen ist. Normal ist lediglich eine einzige, alles andere ist gegen den Willen der Götter. Aber Fornis, eine äußerst grausame und machtgierige Palteshi, ist fest entschlossen, eine DRITTE Amtszeit durchzusetzen, nötigenfalls auch gegen den Willen der Götter und über die Leichen zahlloser Menschen. Jeder hat vor ihr Angst.

Das Reich, merkt man, schwebt in einem äußerst labilen Zustand. Jede Verände­rung des Status Quo kann diese Lage verheerend verschieben. Und hier kommt Maia ins Spiel. Sie ist, ohne das im Mindesten zu ahnen oder zu wollen, diese Änderung und der Stein, der die Katastrophe ins Rollen bringt.

Die Hauptperson:

Maia ist ein fünfzehnjähriges Mädchen von atemberaubender Schönheit, strah­lend blond, mit einem sehr weiblichen und jungfräulichen Körper, und sie lebt naiv und zufrieden nahe dem nördlichen Ufer des Serrelind-Sees, wo sie sich mehr oder weniger dem Müßiggang hingibt. Sie ist das älteste Kind der armen Bäuerin Morca und des Fischers Tharrin, der seinen kärglichen Lebensstandard durch diverse Reisen aufbessert.

Zwischen Morca und Maia besteht ein spannungsreiches Verhältnis, denn die Mutter mag sie absolut nicht. Tharrin hingegen, Morcas zweiter Mann, verzehrt sich still in Sehnsucht nach Maia, und als sich die Gelegenheit ergibt, verführt er sie und macht sie zur Frau. Dies tut er auf eine sehr sanfte Weise, dass sich Maia unwillkürlich in ihn verliebt, und deshalb fällt das früher oder später auch der Mutter auf.

Morca überreagiert, und bevor Maia begreift, was geschieht, findet sie sich in der Hand von Sklavenhändlern wieder, die sie nach Bekla bringen. Es ist aller­dings ihr Glück, dass sie eine Frau mit schwarzer Hautfarbe kennen lernt, die junge Occula, nur wenig älter als sie selbst, eine entschlossene, harte Frau, die Maias beste Freundin wird und sehr rasch auch ihr Bett teilt und ihr Dinge zeigt, die Frauen miteinander machen können, die das naive Bauernmädchen niemals für möglich gehalten hätte.

Wie, mag man sich fragen, vermag so ein wehrloses Mädchen das Schicksal ei­nes ganzen Reiches zu verändern? Das weiß niemand, am wenigsten Maia selbst. Und doch führt alles ganz unmerklich dazu.

Die Handlung:

In Bekla werden die beiden Mädchen ausgerechnet in das Haus des Großrats Sencho bè-L’vandor verkauft, eines ungeheuer feisten, aufgeschwemmten und verdorbenen Mannes, der überaus grausam ist und darüber hinaus den Geheimdienst der Leoparden im ganzen Reich leitet und lenkt. Er weiß nahezu alles, besitzt eine menschenverachtende Schläue, und eine Leidenschaft von ihm ist es, Menschen zu demütigen.

Das schafft er auch mit Maia und Occula, aber nach einer schweren Anfangszeit gewöhnt sich das Bauernmädchen daran und genießt allmählich die subtile Macht, die es im Dienst des Großrats über Männer ausübt, an die er sie aus­leiht, damit sie das Bett mit ihnen teilt.

Unter diesen Männern befindet sich unter anderem Lord Randronoth, der Gou­verneur von Lapan, der sich (bedauerlicherweise) unsterblich in sie verliebt, was Maia gar nicht registriert. Außerdem gibt sie sich Lord Kembri hin, der sie daraufhin zu seiner persönlichen Agentin bzw. Doppelagentin macht. Und sie schläft mit Eud-Ecachlon, dem Erben des Großbarons von Urtah, einer unruhi­gen Provinz, deren Neigung zu König Karnat von Terekenalt hinlänglich bekannt ist. Nur auf den undurchsichtigen und hässlichen Subanier Bayub-Otal, der von ihrem Anblick unerklärlich beunruhigt wird, scheint ihre erotische Macht nicht zu wirken, was das Mädchen stark kränkt und dazu führt, dass es ihn schließlich hasst.

Auf diese Weise rutscht Maia immer tiefer in das Machtgeflecht hinein, macht sich durch ihre Schönheit und Natürlichkeit und ihre erotischen Aufträge eine Menge Freunde, verletzt jedoch auch eine Reihe von Herzen, was sie, wie ge­sagt, nicht bemerkt und was noch große, schlimme Folgen zeitigen wird. Das Schicksal wird äußerst grausam, als auf dem Fest nach der Regenzeit beinahe in ihrem Dabeisein der Großrat ermordet wird. Die Mörder werden nicht gefasst, aber alles, was Sencho gehört, fällt nun an den Tempel und Königin Fornis. Zwar kann Maia durch Kembris Intervention freikommen, doch der hat nun seiner­seits eigene Pläne mit ihr: sie soll Bayub-Otal aufsuchen und zu flüchten versu­chen. Dabei lautet ihr Auftrag, Kembris Agenten Informationen über die Pläne des Subaniers zukommen zu lassen.

Tatsächlich kehrt Bayub-Otal nach Suba zurück, bevor er von den Leoparden un­ter Verdacht des Hochverrats (Beteiligung am Mord an Sencho) festgenommen werden kann. Das schöne Mädchen nimmt er dabei mit in das Sumpfland. Maia kann jedoch keinerlei Informationen weitergeben.

Und obwohl sie den Subanier hasst, scheint das subanische Volk über alle Ma­ßen von ihr fasziniert zu sein. Und dann… tja, dann begegnet Maia der wahren und einzigen Liebe, und von da an entwickeln sich die Geschehnisse mit einer unbegreiflichen Rasanz und ungestümen Unvorhersehbarkeit, dass alle, die damit zu tun haben, davon überwältigt werden.

Binnen von wenigen Tagen steigt Maia vom wunderschönen, jungen und naiven „Bettmädchen“ auf zur Serrelinda, zur gefeierten Volksheldin des ganzen Rei­ches, fast zu einer Sagengestalt, die die Herzen der einfachen Leute spielend leicht für sich gewinnt. Nur verliert sie dadurch das, was ihr am meisten wert war – ihren Geliebten. Und so wird sie das reichste, bezauberndste und gefeier­teste Mädchen des ganzen Reiches – und das unglücklichste dazu. Denn nie­mandem kann Maia richtig vertrauen und vor allen Dingen ihren Kummer an­vertrauen.

Noch schlimmer ist jedoch, dass sie sich überall Feindschaft zuzieht, vor allen Dingen, weil alle denken, sie möchte das Amt der Priesterkönigin übernehmen. Außerdem verlieren die Leoparden nach Senchos Tod die Kontrolle über das Spionagenetz, und das fragile Gleichgewicht wird zerstört. Das Beklanische Reich gerät an den Rand eines Bürgerkriegs. Und die berühmte Maia ist mitten­drin als Zentralfigur. So nehmen die schrecklichen Entwicklungen in der zweiten Hälfte des Romans unaufhaltsam ihren Lauf…

Mit dem Roman MAIA hat sich Richard Adams schon 1987 fest in mein Herz eingeschrieben. Er verdrängte damals spielend Howard Phillips Lovecraft, der bis dahin mein designierter Lieblingsautor war, auf einen der hintersten Plätze. Dies war damals das einzige Buch, von dem ich mit Fug und Recht behauptete, nachdem ich es gerade zugemacht hatte: jetzt würde ich es am liebsten sofort umdrehen und AUF DER STELLE noch einmal von vorne beginnen!

Dies war damals mein Eindruck, und er war ungeheuer prägend. Als ich vor ei­ner guten Woche wieder anfing, das Buch zu lesen, fragte ich mich ständig kopf­schüttelnd, wie ich es fertig gebracht hatte, dieses Buch ganze ZWÖLF JAHRE im Regal stehen zu lassen, ohne es erneut zu lesen. Jeder TAG, den ich es nicht ge­tan hatte, war im Grunde genommen ein verlorener Tag…

Neben der unsagbar lieben, verspielten, arglosen Hauptperson sind es insbe­sondere die unglaubliche Wortgewalt von Richard Adams und die Überset­zungsleistung von Gisela Stege, die dem Leser schon auf den ersten Seiten ins Auge stechen. Ob die Pracht eines beklanischen Festes, das ausgelassene Bad der schönen Maia im Serrelind-See oder aber das labyrinthische Gewusel der beklanischen Metropole Bekla dem Leser vor das Auge tritt, all dies wird mit sehr inniger Liebe zum Detail ausgebreitet, einem prachtvollen alten Gobelin nicht unähnlich. Wer bildreiche Romane liebt, wechselvolle Charaktere, aber auch Ränke und mitunter lustvolle Umwege, der kommt hier voll auf seine Kosten.

Allerdings ist Maias Welt nicht eine, die nur positiv ist. Es ist eine Welt, in der versklavt wird, in der die Rechte von Frauen zweitrangig sind und fast alles käuf­lich ist. Eine Welt, in der Verrat zur zweiten Natur wird und Moral und Sitte ero­dieren und inzwischen fast unbekannt sind. Doch es blühen auch seltene Blu­men der Freundschaft und Sympathie zwischen den abgründigen Rissen im be­klanischen Wohlstandsgemäuer.

MAIA ist, man kann es nicht anders sagen, ein Abenteuer, doch eines, auf das man sich frohen Herzens einlassen sollte, insbesondere dann, wenn man ver­liebt ist. Denn die Botschaft, die ich daraus gelesen habe, ist die, dass die Liebe immer irgendeinen Weg finden wird, um in Erfüllung zu gehen. Und das, sollte man denken, ist eine Hoffnung, die man immer hegen sollte, ein Ziel, an das man immer glauben muss.

Und eins sollte ich noch hinterherschicken: direkt beim Lesen und kurz danach bin ich erfüllt von einem unglaublichen, alles erfüllenden Frieden, einer Harmo­nie, die so gewaltig ist, als ob ich die ganze Welt damit umfassen könnte. Well, ich glaube, ich bin schlicht und einfach glücklich, so glücklich wie schon seit ewi­gen Zeiten nicht mehr. Und wenn ein ROMAN dies bewirkt, dann MUSS er doch wohl gut sein, nicht wahr?

© 2000; 2016 by Uwe Lammers

In der kommenden Woche machen wir eine weitere abenteuerliche Reise in eine faszinierende Parallelwelt, der man dies auf den ersten Blick gar nicht an­sieht… aber wer genau liest, wird schnell ein paar interessante Details entde­cken, die so bei uns definitiv nicht passiert sind und die mich bei der Lektüre doch sehr faszinierten.

Clive Cussler und sein Coautor Craig Dirgo schlugen jenseits der NUMA-Pfade auf einmal einen alternativen Pfad ein und verfolgten eine Seitenspur von Cuss­lers Romanprotagonisten… eigentlich höchst unüblich, aber sehr, sehr wir­kungsvoll. So entstand ein urkomischer, rasanter und extrem durchgestylter Ro­man, der mir so gut gefiel, dass ich mich mit den neuen Personen sehr schnell anfreundete.

Welche neuen Personen sind das? Nun, davon erzähle ich in sieben Tagen. Aber ich kann jetzt schon versprechen, es wird euch gefallen, sie kennen zu lernen. Schaut wieder rein und überzeugt euch selbst.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

wir schrieben den September des phantastischen Jahres 2010, und ich berichte­te kürzlich, dass dieses Jahr Ort der unglaublichen Langzeitprojekte und der in erstaunlich kurzer Zeit zu enormen Texten angewachsenen Geschichten war. Ich hatte „Rhondas Reifejahre“ und „Eine Adelige auf der Flucht“ beendet, an de­nen ich viele Jahre geschrieben hatte. „Antaganashs Abenteuer“ war in Rekord­zeit zu einem voluminösen Abenteuer aufgeblüht und vollendet worden.

Am 29. August – das vergaß ich kürzlich wohl – gelang es außerdem noch, den Roman „Ian und der Stein der Götter“ zu vollenden… besser gesagt: die Story, denn zum Roman wurde sie dann erst später im Rahmen meines E-Book-Pro­gramms. Heute würde ich diese Geschichte in ihrem Ursprungsumfang eher als Novelle charakterisieren, also ein Mittelding zwischen Roman und Kurzge­schichte (aber ihr wisst ja, die Grenzen bei Kurzgeschichten sind bei mir da eher fließend, und meine Intuition leitet mich des Öfteren in die Irre, was die Katego­risierung angeht – wie oft sind wohl schon vermeintliche Kurzgeschichten zu Romanen geworden?).

Am 7. September 2010 war es jedenfalls dann schon wieder soweit, ein Lang­zeitprojekt und einen neuen Roman fertigzustellen. Diesmal war es „Mein Freund, der Totenkopf“, den ihr inzwischen als zweiteiligen sechsten Band der Annalen kennengelernt haben dürftet… und falls nicht, so sei seine Lektüre euch ans Herz gelegt.

Im September 2010 hatte ich jedenfalls erst mal für eine Weile die Nase voll vom Archipel-Overflow, der mich monatelang umklammert hielt, und ich stürz­te mich mit vollem Elan in den Oki Stanwer Mythos, um an zahlreichen Frag­menten weiterzuschreiben.

An welchen? Nun, an diesen hier: „Die Tiefenwächter“, „In der Hölle“, „Die Wandlung“, „Jaleenas zweites Leben“, „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“, „Aktion TOTAMS Ende“ (Überarbeitung), „Die Reisenden von Beltracor“, „Sianlees Verbrechen“, „Verschwörer“, „Ein zukunftsweisendes Verbrechen“, „Eine Frage des Glaubens“, „Die Intervention“, „Die Optimierungsfabrik“, „Die Totenköpfe 2: Durch die Ruinenwelten“ und „DER CLOGGATH-KONFLIKT“.

Lach… ich soll mal wieder Luft holen? Okay, Freunde… nun, ihr seht, ich war da wirklich nicht untätig. Und da ihr bislang nur sehr wenige der oben aufgeliste­ten Werke als fertige Geschichten kennengelernt habt, wisst ihr, dass die meis­ten bis heute Fragmente geblieben sind. Zum Teil recht interessante, etwa „Eine Frage des Glaubens“. Das ist, wenn ich das vorwegnehmen darf, ein Prequel zum KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“, mit dessen Publikation ich eigentlich 2017 beginnen wollte. Daraus wird jetzt unzweifelhaft erst 2018 werden. Mutmaßlich wird die eben erwähnte Geschichte früher wieder zur Hand genommen und vollendet werden.

Die Vielzahl an „Baustellen“, die ich oben erwähnte, bedingte natürlich, dass ich im Monat September nur sechs Werke fertigstellen konnte, mehrheitlich Neu­formatierungen und Glossare. Einen kurzen Anflug des Archipels gab es außer­dem, da ich an „Die neue Strafe“ weiterschrieb. Und außerdem grub ich mich tief und immer tiefer in den Roman „Die Alte Armee“ ein, der das nächste Langzeitprojekt werden sollte, das ich fertigstellte.

Und da ich seit einiger Zeit in FAN aktiv war, lag mir zudem daran, einen Hinter­grundbericht zur Genese desjenigen Romanprojekts zu bringen, das mich gera­de vollständig beschäftigte, also das eben erwähnte. Für diesen Zweck entwi­ckelte ich einen Hintergrundartikel mit dem Titel „Inside TOTAM oder Wie es ist, im Jenseits zu sein“, den ich in FAN publizierte.1

Tja, und ich blieb bei den Langzeitprojekten. Kaum hatte ich – und das war wirk­lich faszinierend – eins beendet, fokussierte ich meine Energie auf das nächste derartige Werk. Diesmal spross im Oktober 2010 ein weiteres Romanprojekt hoch, sehr ähnlich wie weiland bei dem Antaganash-Roman: „Die schamlose Frau“, die erotisch-dramatische Geschichte der Sternenfee Gloria mit ihrem Ge­liebten Anton Devorsin. Es sollte zwar noch bis Frühjahr 2011 dauern, ehe ich hier zu einem Abschluss kam, und im Oktober 2010 hielt ich diese Annalen-Ge­schichte noch für eine „Story“ (wir kennen das), doch war der Keim zum Volu­men hier schon zu erahnen.

Ebenfalls in den Oktober 2010 fiel die Fertigstellung der Abschrift der 1989er-Story „Aktion TOTAMS Ende“, an deren Umarbeitung in einen wirklich volumi­nösen Roman ich seither arbeite. Das Projekt ist sehr ambitioniert, da der Handlungsrahmen wirklich Millionen Handlungsjahre umfasst – wenn man ge­nau ist, sind es sogar zahlreiche Milliarden – , und es geht um ein paar zentrale Kerngeheimnisse des Oki Stanwer Mythos. Ich deute nur mal in Form einiger Fragen an, worum es darin geht, und ihr werdet sicherlich sofort verstehen, warum mich die Arbeit nur sehr langsam vom Fleck kommen lässt und Monate zwischen den einzelnen Arbeitsschritten liegen:

  • Woher stammt TOTAM?

  • Was ist der Ursprung der Rasse der Baumeister?

  • Was ist der Existenzzweck der ZYNEEGHARE?

  • Was sind die Sieben Lichtmächte?

  • Was geschah vor Anbruch der KONFLIKT-Zeit tatsächlich?

  • Was ist das Große Vergessen, und warum ist seine Erneuerung in fast jedem Fall tödlich?

Das ist harter Stoff, und nicht ohne Grund ist die 1989er-Story bis heute strikt unter Leseverschluss. Dabei ist das nur der (sehr ungenügend dargestellte) vage und rudimentäre Keim dessen, was ich in der Romanfassung, die schon mehr als 150 Textseiten besitzt… ah, Korrektur, Freunde, es sind 164. Und eben, als ich nachschaute, klebte ich auch sofort wieder in dem Textskript fest, in dem ich zuletzt im November 2010 gearbeitet habe.

Mann, und was sind das für faszinierende Gedanken darin… der Kristallmond, der seltsame Nachbarplanet Bytoin, der Wahn des Automatischen Schreibens, der das Volk der Delaarer fast in den Wahnsinn treibt, die Geschichte mit den Tunneln… beizeiten, Freunde, erzähle ich euch mehr davon, doch nicht heute, sonst komme ich hier gar nicht mehr vom Fleck.

Am 1. Oktober 2010 endete die kurze Phase meiner Arbeitslosigkeit, und ich trat in einen neuen halbjährigen Projektvertrag mit der Fachhochschule Braun­schweig-Wolfenbüttel, kurz Ostfalia genannt, ein. Hier war ich verantwortlich für die Erschließung eines Altaktenbestandes und hatte arbeitszeittechnisch relativ freie Hand, was dann natürlich meiner Kreativität wieder zugute kam.

Das führte dazu, dass ich im Oktober sowohl an dem Annalen-Fragment „Das TOTAM-Koma“ (die mehr oder weniger direkte Fortsetzung der oben erwähn­ten Story von 1989) weiterschreiben konnte als auch eine weitere Geschichtenidee aus diesem Umfeld entwickelte, die „Ani und das Wolkenmädchen“ hieß.2

Im November kam dann fast unvermeidlich das Fragment „Das Transformati­ons-Paradies“ hinzu, eine weitere Geschichte, die in der Frühzeit der Baumeis­ter-Spezies spielt, zu einer Zeit, als sie noch „normale“ Körper besitzen und mit Langlebigkeit und Unsterblichkeit experimentieren.

Außerdem bemühte ich mich in diesem Monat darum, forciert an der Fertigstel­lung der kommentierten Abschrift des KONFLIKTS 17 „Drohung aus dem All“ voranzukommen. Ihr wisst, dass ich das bislang hatte schleifen lassen, weil ich so stark mit den Großprojekten befasst war, erst mit denen aus dem Archipel, dann mit denen aus dem OSM. Die kommentierte Abschrift war inzwischen bis Band 59 vorangeschritten, und wenn man bedenkt, dass es nur 71 Episoden der Serie gibt, lag es auf der Hand, dass ich hier vergleichsweise zügig zum Ende ge­langen konnte, wenn ich mich nur etwas konzentrierte und darauf fokussierte.

Nebenher versuchte ich dann aber zugleich auch, in KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ und KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ wieder Fuß zu fassen. In der einen Serie, weil ich da endlich vorankommen wollte, in der zweiten, weil dort ein paar sehr interessante Episoden anstanden und ich be­reits einen Planungsvorlauf bis Band 70 hatte (und dabei war gerade mal Band 50 fertig geworden).

Diese Zerfaserung tat definitiv nicht gut, keinem der Projekte, und was dann im Dezember geschah, war vermutlich unvermeidlich: Ich schwenkte kurz wieder in den Archipel zurück, oszillierte dann in verschiedenen OSM-Ebenen und ver­suchte, kurz vor Jahresende, eine deutlich zu komplexe, bislang offene Hand­lungsspur des Oki Stanwer Mythos aufzuarbeiten. Das würde ich gern etwas ausführlicher besprechen, da es ausdrücklich in den Bereich der Annalen gehört und uns noch einige Jahre beschäftigen wird, jedenfalls gehe ich aktuell davon aus. Wenn mich nicht ein akuter Arbeitsflow packt – was immer möglich ist, ich habe so etwas gestern erst erlebt, wo ich phänomenal am Band 29 der TI-Serie vorankam – , dürfte es jedenfalls so laufen.

Also… das Datum war der 26. Dezember 2010, und das Jahr neigte sich rapide dem Ende zu. Ich hatte dienstbedingt Urlaub, und meine Kreativität schäumte munter über. Erinnert euch, das ist zu einem Zeitpunkt in meinem Leben gewe­sen, wo ich weder von Blogartikeln noch von Streaming-Internetserien ab­gelenkt wurde, und ich war deutlich fokussierter als gegenwärtig.

Ich saß also da, feilte an diversen Episoden zu KONFLIKT 19 und dachte, weil ich besonders stark an Band 52 der Serie arbeitete (Titel: „Der Intrigant“), dass ich unbedingt mal klären müsste, woher die geheimnisvolle Dawsoner Bewohnerin namens Ghani nun gekommen war. Sie spielte auch in dieser Episode am Rande mit hinein und blieb undurchsichtig und geheimnisvoll.

Was dann geschah, ist schwer zu beschreiben… ich sah eine überwältigende, sehr weit reichende Bilderblende und begann sie niederzuschreiben. Im ersten Anlauf nur 5 Seiten, was wenig scheint… aber bis Silvester wuchs das Fragment munter auf 47 Textseiten und wurde immer atemberaubender. Ich sage nur so­viel: eine Story war das zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr. Inzwischen ist das Romanskript auf mehr als 500 Textseiten angewachsen und immer noch fern der Fertigstellung.

Man erfährt in dieser Geschichte durchaus nicht nur mehr über Ghani, die „Hexe“ aus Oki Stanwers LAGER auf dem Planeten Dawson, sondern auch sehr viel über die Geschichte der frühen irdischen Kolonisten dieser Welt, über die Berinnyer, über so rätselhafte und bedrohliche Dinge wie Kybernoidenkollekti­ve, ferngesteuerte Lebensformen, absolute Kontrolle und eine Entität, die im­stande ist, Erinnerungen zu nivellieren, Lebensverläufe zu verändern, Lebens­formen im Handumdrehen in Asche zu verwandeln und vieles andere mehr.

Dieser Roman mit dem äußerst prägnanten Titel „Eine scharf geschliffene Waf­fe“ erfordert für den vollendeten Lesegenuss eine Menge Hintergrundwissen über zahlreiche Handlungsströme des Oki Stanwer Mythos, und allein deshalb wird es noch geraume Zeit dauern, bis ich ihn euch zugänglich machen kann. Sehr schade, wie ich selbst finde, weil ich ihn für unglaublich spannend halte. Aber ehe ich mit dessen Fertigstellung und Publikation beginne, braucht ihr sowieso erst mal gründlichen Informationsinput in Form der Publikation von KONFLIKT 19… und auch die steht noch nicht auf dem Aktivitätsplan.

Das Jahr 2010 endete jedenfalls so mit einem phantastischen Arbeitsflow und 95 fertig gestellten Werken, und ich blickte höchst optimistisch auf das Jahr 2011. Dafür nahm ich mir vor, die kommentierte Abschrift des KONFLIKTS 17 zu vollenden (ein Plan, der gelingen sollte) und hoffte sehr, dass ich außerdem mindestens ebenso viele Werke wie dieses Jahr fertig stellen konnte.

Ach, Leute, ich hatte ja noch gar keine Ahnung, dass das Jahr 2011 sehr viel schöner werden würde. Ich ahnte noch nicht, wen ich da alles kennen lernen sollte an neuen und alten Freunden meiner kreativen Vergangenheit… und da­bei fing das Abenteuer doch schon unmittelbar nach Neujahr 2011 an.

Mehr davon berichte ich in der kommenden Ausgabe dieser Artikelreihe, ver­sprochen! Nächste Woche machen wir aber erst mal gemeinsam wieder eine Stippvisite bei den OSM-Gedichten.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Hier weist meine Aufzeichnung eine kleine Lücke auf, aber soweit ich das sehen kann, publizierte ich den Beitrag in zwei Etappen in FAN 93 (Januar 2011) und 94 (April 2011) als Bestandteil meines jeweiligen Bei­trags „OSM-Newsletter #7“ und „#8“. Es kann sehr gut sein, dass ich beizeiten diesen interessanten Beitrag mal als Doppelblog-Beitrag bringen werde… lasst euch überraschen.

2 Und nein, Ani ist zwar ein junger Mann, hat aber rein gar nichts mit Anakin Skywalker zu tun, der in den mo­dernen Star Wars-Filmen gern so angesprochen wird.

Rezensions-Blog 149: Die Frau des Zeitreisenden

Posted Januar 31st, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich liebe Zeitreisegeschichten… das ist etwas, was ihr von mir natürlich schon lange wisst. Und das Buch, das ich euch unten vorstellen möchte, gehört in die Rubrik, die ich – unter den Zeitreiseromanen – als absolutes „must have“ einsortieren würde. Ein zutiefst romantischer, witziger und auch etwas tragi­scher Roman. Also genau das, was eine solche Geschichte beinhalten sollte.

Mit einiger Verblüffung entdeckte ich zudem in dieser inzwischen acht Jahre al­ten Rezension ein paar Elemente, die ich im Lichte späterer Erfahrungen etwas kommentieren möchte. So sage ich da unten beispielsweise etwas zum Energie­erhaltungssatz und der Schwierigkeit, wenn Zeitreisende sich in verschiedenen temporalen Versionen begegnen… wenn man sich anschaut, wie abenteuerlich solche „Kollisionen“ bei den DC-Streamingserien „The Flash“ und „Arrow“ ge­handhabt werden, muss ich sagen, bin ich mit meinen unten gemachten Aus­führungen noch sehr zurückhaltend. Scheinbar haben sich die Skriptschreiber der genannten Serien mit Genuss an dem Niffenegger-Roman bedient und sich arglos gesagt: Ach, wenn man das SO in einem Bestseller schreiben kann, dann können wir das auch so ins Serienskript übernehmen.

Halte ich für falsch, aber das ist vermutlich meine Privatmeinung.

Noch interessanter erscheint mir im Lichte meiner Kenntnis der Beziehung zwi­schen Doctor Who und Professorin Dr. River Song (Alex Kingston) in der neuen Doctor Who-Serie die bemerkenswerte Parallelität der chronologischen Asyn­chonizität. Bekanntlich taucht River Song in Staffel 4 der Serie in den Episoden „Tödliche Stille“ und „Wald der Toten“ auf (mit zwei der besten der gesamten Serie, wie ich finde). Und hier wird deutlich, dass die beiden ihre Leben in um­gekehrter Reihenfolge leben. Da diese Serienepisoden erst 2013 ausgestrahlt wurden, bedarf es wohl keiner ausgeprägten Phantasie, dass sie von Niffeneg­ger inspiriert wurden… leider wurde dem Doctor das Liebesglück mit River Song konsequent von den Skriptschreibern versagt, das Henry DeTamble und seiner Clare beschert wurde.

Schade.

Und, wie ich ebenfalls unten ausdrücke: Der Film reicht definitiv nicht aus, um sich eine komplexe Vorstellung des eigentlichen Buches zu machen. Mein Tipp ist immer noch: erst den Film sehen, dann das Buch lesen und bereichert und zufrieden daraus wieder auftauchen.

Bereit für ein wildes Zeitreiseabenteuer? Dann anschnallen, und los geht’s:

Die Frau des Zeitreisenden

(OT: The Time Traveller’s Wife)

von Audrey Niffenegger

Fischer-Verlag, 2007

834 Seiten, Hardcover, Kleinformat

Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit

ISBN 978-3-596-50983-6

Die Zeit ist ein unersättlicher Mahlstrom, der alles zerreibt und zermürbt, was wir kennen, jede Materie, alle Dinge, alle Hoffnungen, einfach letztlich alles, und sie strömt mit unerbittlicher Gleichgültigkeit immer nur in eine Richtung, nämlich die der fortschreitenden Entropie, entgegen jenem fernen Punkt, an dem alle Dinge zerfallen sein werden und alle Wünsche und Sehnsüchte aufhö­ren zu existieren. Doch einmal angenommen, es gäbe… Anomalien. Dinge oder Wesen, die sich der Einbahnstraße der Zeit widersetzen können. Wie würden diese Wesen auf die Umwelt einwirken? Wie wäre es, wenn ein Mensch gleich­sam aus der Zeit herausfiele, ohne dass er etwas dafür könnte? Könnte dieser Mensch jemand anderem plausibel machen, was ihm widerfährt? Könnte er dennoch so etwas wie ein menschliches Leben führen? Lieben vielleicht?

Henry DeTamble ist ein solches Wesen.

Henry ist ein Zeitreisender, und dafür benötigt er keine hochgezüchtete Zeitma­schine a la H. G. Wells, er benötigt keine gewaltigen Mengen an Energien, keine exotische Materie oder Wurmlöcher, auch keine Raumschiffe. Henry ist ein ganz äußerlich ein ganz normaler Mensch und wird im Nordamerika des Jahres 1963 von einem virtuosen Geiger und einer wunderschönen Sängerin geboren. Doch als Henry noch ein kleines Kind ist, erleiden seine Mutter und er einen verhee­renden Autounfall. Seine Mutter ist sofort tot. Er selbst hingegen… befindet sich splitternackt am Straßenrand und begreift gar nichts mehr. In diesem Moment aktiviert sich das verheerende Gen in seinem Körper das erste Mal und entfernt ihn für Sekunden aus der Gegenwart und reißt ihn an einen anderen Ort.

Von diesem Augenblick an ist er ein Zeitreisender, dazu verurteilt, immer wie­der einmal, meist zu den unmöglichsten Momenten, „aus der Zeit zu fallen“, wobei er nichts als seine eigene Haut mitnehmen kann. Es versteht sich von selbst, dass das eine Fähigkeit ist, die er anfangs hasst. Später lernt er mühsam, sich damit zu arrangieren, wobei er diesen Fluch oder was immer es genau sein mag, vor der Umwelt mühsam verborgen hält.

Zu seinem Glück hat er einen Lehrer für diese Fähigkeit und alles, was das Zeit­reisen so mit sich bringt – sich selbst. Recht häufig begegnet der junge Henry seinem älteren alter Ego, das ihm beispielsweise beibringt, wie man sich Klei­dung „organisiert“, wie man Schlösser knackt und sehr wirkungsvoll vor der Polizei flüchtet. Henry DeTamble gelingt es sogar, zu studieren und schließlich in einer Chicagoer Bibliothek als Bibliothekar zu arbeiten.1 Bis zum Jahre 1991 geht alles gut, genauer gesagt, bis zum 26. Oktober 1991, den Henry niemals vergessen wird – denn an diesem Tag trifft er die Frau seines Lebens in der Bi­bliothek, Clare Abshire, eine zwanzigjährige, dynamische Künstlerin. Seine zu­künftige Frau. Aber das weiß er natürlich in diesem Moment noch nicht. Clare schon…

Henry!“ Ich muss mich zurückhalten, um ihm nicht um den Hals zu fallen. Aber offensichtlich hat er mich noch nie in seinem Leben gesehen.

Kennen wir uns? Tut mir leid, ich…“ Henry sieht sich um, befürchtet, wir könn­ten von Lesern oder Kollegen bemerkt werde, durchforstet sein Gedächtnis und begreift, dass eine zukünftige Ausgabe seines Ichs diesem strahlend glücklichen Mädchen, das da vor ihm steht, schon einmal begegnet ist. Als ich ihn das letzte Mal sah, hat er mir auf der Wiese die Zehen gelutscht…

Clare, die Hauptperson des Romans (neben Henry natürlich), erzeugt in dem arglosen Bibliothekar eine ganz besonders aufregende Konfusion. Ihm wird klar, dass er „später“ in seinem Leben Clare „früher“ schon einmal „besucht haben werden wird“ (mit den Zeiten ist das so eine Sache, sie verlaufen in diesem Ro­man sehr vertrackt, aber ungemein reizvoll und niemals so kompliziert, dass sie den Lesefluss hemmen). Und Clare Abshire kennt ihn bereits seit längerem. Wie lange, kann er natürlich nicht wissen. Doch sie erzählt es ihm wenig später: sie hat ihn zum ersten Mal gesehen, als sie sechs Jahre alt war. Er hat darum buch­stäblich ihr gesamtes bisheriges Leben geprägt (ohne dass IHM davon schon et­was widerfahren ist, das kommt alles noch).

So kommen die beiden auf eine sehr romantische Weise, die durchaus höchst chaotisch wird, zusammen, und unablässig springen die Zeiten, immer wieder begegnet Henry sich selbst, Clare in früheren Lebensphasen, überrascht Clares Freundinnen, materialisiert nackt in der Bibliothek und muss sich mit Bewe­gungsmeldern und ähnlich unangenehmen Dingen herumschlagen. Er stellt schnell fest, dass das Leben mit Clare zwar herrlich und vor allen Dingen äu­ßerst erotisch ist, aber es ist nicht eitel Sonnenschein.

Und es gibt Geheimnisse. Dinge, die Clare von Henry und über ihn weiß, er aber nicht (weil er sie noch nicht erlebt hat). Eines davon, das ihr in der Bedeutung aber nicht klar ist, betrifft den 27. Oktober 1984, als Clare 13 Jahre alt war. Für ihn ist das noch ferne, traumatische Zukunft. Aber unausweichlich.

Noch schwieriger wird die Lage aber, als sie Nachwuchs haben wollen. Denn es stellt sich schnell heraus, dass das Zeitreisegen vererbt wird. An jedes einzelne Kind. Und ein jedes stirbt, bevor es geboren wird…

Dieses Buch, das ich 2007 in einer schönen, bibliophilen Ausgabe geschenkt be­kam und erst jetzt nach dem Ansehen des gleichnamigen Kinofilms, der auf dem Buch basiert2, lesen konnte, ist wirklich eine der erlesenen kleinen Kost­barkeiten des modernen Buchmarktes, die man als romantisch veranlagter Mensch meines Erachtens einfach gelesen haben sollte. Die Länge des Buches wird man nach wenigen Seiten gar nicht mehr spüren, sondern sich eher wün­schen, es würde niemals enden (leider ist es nach gut 800 Seiten schon zu Ende, die Taschenbuchausgabe sogar schon nach etwas mehr als 500 Seiten. Sniff!). Und ich glaube auch, es ist gar nicht mal zwingend notwendig, dafür Phantastik-Fan zu sein. Danach könnte man es allerdings werden.

Ein Kritiker merkte zu dem Film an, der Regisseur habe händeringend versucht, die Logiklücken des Films durch romantische Szenen zu überspielen (was m. E. weitgehend gelungen ist), allerdings kamen diese Lücken mehrheitlich im Film vor. Für sich betrachtet, ist er faszinierend, doch empfiehlt es sich sehr, den Film zu sehen und danach erst den Roman zu lesen, sonst könnte eine gewisse Ent­täuschung unvermeidlich sein. Der Regisseur des Films war einfach zu eifrig dar­auf bedacht, Szenen zusammenzubasteln, die so eigentlich nicht recht zu­sammengehörten. Der Leser merkt das rasch. Er entdeckt auch, wie sehr ver­armt die Filmfassung gegenüber dem Buch ist:

Viele wirklich konstitutive Elemente des Buches fehlen im Film gänzlich. Bei manchen kann man es sehr gut nachvollziehen. Als Clare 18 wird und Henry sie auf der Wiese trifft, um sie danach zwei Jahre lang nicht zu besuchen, wird nicht nur ein Kuss ausgetauscht (wie im Film), sondern es geschieht noch weitaus mehr. Das wäre aber für den Regisseur wohl moralisch bedenklich gewesen. Ebenso stelle ich es mir höchst problematisch vor, es als „intelligent“ hinzustellen (wie es im Buch aus purer Notwendigkeit passiert), wenn ein jun­ger Mann seinem jugendlichen alter Ego beibringt, wie man Leute ausraubt und Schlösser knackt. Nicht eben eine Vorbildfunktion, die man im Kino gern zeigen will, nicht wahr? Dito verhält es sich mit der wirklich sehr stürmischen Leiden­schaft, die Henry und Clare an den Tag legen, BEVOR sie verheiratet sind. Wie sagt Clare doch einmal? „An manchen Tagen kann ich gar nicht recht sitzen“, und das sagt doch eine ziemliche Menge über den beiderseitigen Sexwunsch aus… so ist es nämlich gemeint.

Ebenso findet eine drastische Einschränkung des personellen Umfelds der bei­den Familien statt. Freundinnen von Clare, ehemalige Geliebte von Henry, das gesamte Bibliothekspersonal und eigentlich beiderlei Familienangehörige hören quasi auf zu bestehen, gemeinsam mit allen faszinierenden, dramatischen, er­heiternden oder problematischen Szenen, die damit zusammenhängen. Das schwächt den Film außerordentlich ab.

Wo das Buch hingegen eine offensichtlich handlungsdramaturgische Schwäche besitzt, das ist der Punkt der Begegnungen von jüngeren und älteren Zeitreisen­den. Hier wird munter gegen den Energieerhaltungssatz verstoßen. Phantastik-Leser, die sich mit Zeitreisegeschichten auskennen, wissen das zur Genüge. In den weitaus meisten Zeitreisegeschichten hüten sich Zeitreisende, ihrem alter Ego anderer Zeiten nahe zu kommen. Henry I und II haben aber gar keine Skru­pel, einander sehr handgreiflich zu unterstützen und (dosiert) ihr Wissen aus­zutauschen.

Doch das alles ist angesichts der Liebesgeschichte um Henry und Clare wirklich vollkommen nebensächlich. Ich habe wirklich schon sehr lange kein so unend­lich romantisches Buch mehr gelesen, aus dem ich nur mit großem Widerstre­ben wieder auftauchen wollte.

Es ist ein schönes Buch, aller Kritik zum Trotz. Und es ist einfach grandios über­setzt. Wer immer es sehen sollte, muss unbedingt zuschlagen. Wenn ihr auch nur einen Funken romantischen Einfühlungsvermögens besitzt, werdet ihr Hen­ry, Clare, die Autorin und das Buch lieben!

© 2009 by Uwe Lammers

Genug geschwärmt, meine Freunde? Nein, ich glaube nicht! Und weil das so ist, werde ich auch in der kommenden Woche eines meiner ausdrücklichen Lieblingsbücher vorstellen, das ich unbedingt in die „all time favourites“ einsortieren würde, ohne Einschränkung… was bei den Tausenden von Werken, die ich in meinem Leben schon gelesen habe, eine Menge aussagt.

Was für ein magisches Buch ist es diesmal? Lasst euch überraschen – nächste Woche an dieser Stelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Und das ist eine der wunderbaren Eigenschaften des Buches: man glaubt diesem Henry DeTamble seinen Charakter, weil die Autorin das ganze Buch mit herrlichen bibliografischen Anekdoten, literarischen Anspie­lungen und wunderschönen Dialogen füllt, die man sich sehr gut bei Bibliothekaren vorstellen kann. Zumal dann, wenn man persönlich welche als Leser kennt, wie es bei mir der Fall ist…

2 Die Frau des Zeitreisenden, mit Eric Bana (Henry DeTamble) und Rachel McAdams (Clare Abshire), 2009. Lei­der fand ich, dass einige wesentliche Charakteristika bei den beiden auf der Strecke blieben, so dass sie ihre Rollen nicht wirklich ausfüllen konnten. Reduktionismus hat eben ernste Nachteile.

Liebe Freunde des OSM,

alles geht einmal zu Ende, sowohl die guten wie die weniger schönen Dinge. Im Monat Oktober konnte ich mich von mancherlei Dingen verabschieden. Fangen wir mit den weniger schönen an: zwar plagte mich den größten Teil des Monats die Rekonvaleszenz der verschleppten Erkältung, aber gegen Monatsende war ich dann wieder obenauf. Auch verabschiedete ich mich von meinem 51. Le­bensjahr und begann das 52. – was dann unvermeidlich war, wie wir wissen. Wir Menschen sind eben wie alle Lebensformen natürliche Zeitmaschinen, die mit einer Geschwindigkeit von 24 Stunden pro Tag in die Zukunft reisen.

Wovon ich mich eher unerwartet verabschieden musste, war mein traditionel­ler Zahnarzt, der zu meiner völligen Überraschung nach 34 Praxisjahren in den Ruhestand ging… glaubt ihr mir, dass ich nicht gespürt habe, wie diese 34 Jahre verflossen sind? Ist aber wirklich so. Umgekehrt kann ich es aber ebenso wenig fassen, dass ich bereits stramme 4 Jahre an meinem E-Book-Programm arbeite und letzten Endes über 40 reale Jahre kreativ tätig bin. Es macht mich immer wieder völlig fassungslos.

Während ich mich parallel von der Erkältung erholte und auf Jobsuche war, kam ich kreativ auch ein gutes Stück vorwärts. Zwei Meilensteine sind dabei beson­ders hervorzuheben, die ich im Monat Oktober 2017 bewältigte, ich komme dazu weiter unten. Schauen wir erst mal der Reihenfolge nach an, wie sich der Monat entwickelte:

18Neu 94: In der Folgewelt

(14Neu 46: Asyl der Calnarer)

14Neu 45: Der Stützpunkt des Lichts

(Verlorene Herzen – Archipel-Roman)

Erläuterung: Hieran kam ich nur ein kleines Stückchen vorwärts… ich hätte wirk­lich gern mehr daran gemacht, aber mir war sehr bewusst, dass es andere Bau­stellen gab, an denen ich sehr viel dringlicher vorankommen musste. Und so ließ ich von dieser süßen Liebesgeschichte dann seufzend wieder ab…

Blogartikel 252: Work in Progress, Part 58

(OSM-Wiki)

(Mariannes Kursänderung – Archipel-Novelle)

Erläuterung: Noch eine kurze Archipel-Stippvisite… auch hier war ich geschwind wieder verschwunden. Ebenfalls mit Bedauern.

12Neu 40: Krieg in Kirrongar

(Also doch eine Dunkel-Dirne! – Archipel-Story)

Erläuterung: Dies ist ein handschriftliches Fragment aus einer meiner Kreativ­kladden… da ich am 3. Oktober mit der Aufstellung einer mehr als zehn Seiten umfangreichen Inhaltsliste meiner bislang zwölf Kreativkladden begonnen hatte (siehe dazu auch den nächsten Eintrag… ah, da müsst ihr noch ein paar Wochen warten, bis ihr das lesen könnt), erwies es sich als ziemlich unumgänglich, diese Abschrift zu leisten. Mir ging während der Abschrift auf, wie sehr eng und unzu­reichend der Handlungsbogen ist. Für eine vollwertige Story taugt er noch nicht, aber ich habe bereits in der Ergänzung des Fragments eine Menge interessanter Erweiterungsideen formuliert und werde mich wohl im kommenden Jahr daran machen, diese Story genauer auszuarbeiten. So der Plan…

Blogartikel 261: Was man nicht alles in Kreativkladden findet…

Blogartikel 263: Fehlerlese: Erfreuliche Atome und andere Absurditäten

(12Neu 42: Alte und neue Wissenssucher)

(12Neu 43: Hüterin des Schwarzen Juwels)

(12Neu 44: TOTAMS Botschaft)

Erläuterung: Mit Band 41 der Serie beginnt ein wichtiger Vierteiler in der Serie, der eine Reihe von Protagonisten endlich auf die Fährte der zu diesem Zeitpunkt verschollenen Dunkelmacht TOTAM führt. Außerdem enttarnt sich einer der finstersten Charaktere des OSM in diesen vier Episoden. Aktuell sind hier aber nur die Rahmendateien verfasst worden, wie ich das sonst mache, wenn eine Serie auf ihr Ende zustrebt und ich Leerformate für die Episoden erstelle, die noch zu schreiben sind. Es blieb auch nicht bei den paar, sondern es kamen gleich noch welche hinzu…

(14Neu 47: Unterwegs in tödlichem Auftrag)

(14Neu 48: Invasion der Cranyaa)

(18Neu 97: Entdeckung am Rande des Wahnsinns)

(Die Gefangene der See – Archipel-Story)

Erläuterung: Dies ist eine weitere Abschrift einer handschriftlichen Skizze aus den Kreativkladden. In gewisser Weise handelt es sich hierbei um ein Märchen, in dem Nixen, intelligente Delphine, versunkene Städte und Zauberei vorkom­men… ich weiß, dass ich verschiedentlich sagte, der Archipel sei eigentlich keine Fantasy-Welt, und das stimmt für mich nach wie vor. In den volkstümlichen Le­genden – und so etwas haben wir hier vor uns – kommt es gleichwohl schon zu „magischen“ Ingredienzien, wenn die Handlungslogik versagt.

Ich gehe aktuell davon aus, dass zahlreiche solcherart verbrämte Handlungsbö­gen eine blumige Ausgestaltung historischer Geschehnisse und Tragödien sind. Bei dieser Geschichte bin ich mir über die Art und Weise ihrer Ausgestaltung durchweg im Unklaren. Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten – einmal im Rah­men einer Erzählhandlung (die dann aber unzweifelhaft in einem „Haus“ und unter Liebesmädchen stattfinden müsste, weil es hier doch sehr explizit zu nicht jugendfreien Handlungen mit beiderlei Geschlechtern kommt), ansonsten wohl nur noch in Form einer ernsthaft fantasylastigen Legende… irgendwie sagen mir beide Varianten aktuell nicht zu. Es kann also dauern, bis ich hieran weiterarbei­te. Dieser Punkt muss erst geklärt sein.

(18Neu 98: Die Allianz des Lichts)

(18Neu 99: Vorstoß nach TOTAM)

(Rilaans Geschichte – OSM-Novelle)

Blogartikel 251: Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu (XX)

(Glossar der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“)

(E-Book 40: Zeitenwandel)

(E-Book 37: Die Nomaden von Twennar)

Erläuterung: Höre ich da ein „Hurra, es geht weiter!“? Ja, das ist durchaus an­gebracht. Das war die erste schöne Überraschung des Monats. Sobald es mit meiner Gesundheit wieder bergauf ging, vergrub ich mich in dieser einstmaligen Episode und dachte mir: So, genau da, wo meine Probleme liegen, setze ich jetzt mal an, um hier voranzukommen – ich zerlegte die Handlung in verschiedene Schauplätze, entdeckte zwei unbekannte Namen und trennte die einzelnen For­schergruppen auf Gwai’insh, besserte grundlegend bei ihren Biografien nach… und es ging so geschwind voran, dass ich kaum gucken konnte.

Allein der momentan noch passivisch gehaltene Schlussabschnitt der Geschichte muss derzeit umformuliert werden. Das will ich in den nächsten Tagen tun, auch wenn ich da durch mancherlei Termine zeitlich eingeschränkt bin. Und danach geht es dann im Band 38 weiter, wo wir im Reich der Cestai eintreffen werden… und ich versichere euch, es sieht ganz anders aus, als ihr euch das jetzt vermut­lich vorstellt.

Blogartikel 257: Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu (XXI)

(IR 32: YALVASHINGAR)

IR 37: Die Kriegerin

Erläuterung: Das war dann der zweite Meilenstein, der direkt hinterher kam. Ein Crossover über 10 Milliarden Handlungsjahre kann so flink vonstatten gehen, man glaubt es kaum. Tote tauchen auf einmal quicklebendig in völlig anderen Kontexten wieder auf und sind nicht minder überrascht als die Leser. So geht es zwei Wissenschaftlern, die auf Gwai’insh in Band 29 der TI-Serie („Oki Stanwer und das Terrorimperium“) gestorben sind. Ehe sie begreifen, was los ist, finden sie sich wieder in einem ganz fremden Setting.

Wo? Im Innern einer Sturmfestung am Rande der INSEL in KONFLIKT 4 („Oki Stanwer – Der Insel-Regent“). Da waren nicht nur sie platt, sondern ich durch­aus auch. Noch ein paar Tage zuvor hatte ich DAS nicht ahnen können. An mei­nem Geburtstag schoss die Handlung an dieser Episode aber so geschwind vor­an, dass ich binnen kürzester Zeit von 2 auf 19 Textseiten kam. Bald darauf konnte ich die Episode mit 32 Textseiten abschließen. So kann’s also kommen, Freunde… schreibt mich also noch nicht ab, zum alten Eisen gehöre ich gewiss nicht.

(IR 38: Entscheidung in YALVASHINGAR)

Blogartikel 254: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 50

Erläuterung: Manche Fakten kann man einfach nicht glauben, selbst wenn man sie dann selbst geschrieben hat. Teil 50 dieser Subartikelreihe meines Blogs war so ein Ding. Es ist echt schwer zu fassen, dass diese Artikelreihe, die am 17. März 2013 mit Blogartikel 2 begann, jetzt echt schon so weit ist. Aber so isses nun mal – phantastische Tatsache.

Blogartikel 266: Tote leben – Die rätselhaften Folgen des Todes im OSM

Erläuterung: Hm… Erläuterung? Hierzu? Nein, ich glaube, das tue ich euch jetzt noch nicht an. Da lasse ich euch lieber noch ein paar Wochen zappeln. Aber ich bin zuversichtlich, dass ihr aus meinen obigen Zeilen schon eine gewisse Ahnung ableiten könnt, worum es hier wohl gehen wird. Alles Weitere dann in zehn Wo­chen.

(Roxanne – Archipel-Story)

(12Neu 41: Das Experiment des Rescaz)

(FvL 42: Bei den Bytharg-Rebellen)

Erläuterung: Das hier ist, genau wie der nächste Eintrag, eigentlich eine Art von Überraschungsfall für mich selbst gewesen. Ich wollte nur mal kurz nachlesen, wie weit ich in diesen beiden Episoden gediehen war… und klebte daran fest und korrigierte ein bisschen daran herum. Die hier ist erstaunlich weit, ein we­nig verblüffend, dass sie nicht längst fertig ist. Das sollte ich auf meiner Aktionsa­genda mal etwas weiter nach vorne schieben…

(FvL 48: DIE PROVOKATION)

(Das Mädchen von Anamorid – Archipel-Story (Überarbeitung))

Erläuterung: Tja, und das war dann zum Ende des Monats – am 31. Oktober, um exakt zu sein – die totale Überraschung. Eigentlich (ein verräterisches Wort!) wollte ich nur mal kurz nachlesen, was ich damals in dieser Geschichte geschrieben hatte… dann stellte ich fest, dass die Geschichtenfassung völlig ver­altet war. Sie enthielt kurze Bindestriche, manuelle Trennungen, „dass“ mit „ß“ und ähnliche Dinge… und ehe ich begriff, was ich tat, war ich dabei, diese 36 Seiten lange Story zu korrigieren. Und es gab Häufungen von Formulierungen, die so nicht schön klangen.

Diese Geschichte braucht dringend ein Update“, überlegte ich, während ich die Fehler ausbesserte. „Also wirklich… ein Teil davon spielt anno 865 Archipel-Zeit­rechnung. Das ist das Jahr, in dem der Piratenrat von Asmaar-Len die Führungs­riege der Insel Fandan ausschaltet… das muss hier doch mal erwähnt werden!“

Natürlich, mir war selbstverständlich klar, dass ich, als ich diese Geschichte schrieb, von dem Chaos auf Fandan noch nichts Konkretes wusste, erst recht nicht, wann das alles passiert ist (das erfuhr ich erst während der Schreibarbei­ten am Roman „Rhondas Reifejahre“, und den schloss ich erst im Frühjahr 2010 ab. Als ich im Dezember 2002 die obige – bislang noch nicht publizierte – Story vollendete, lag vom genannten Rhonda-Roman gerade mal der erste von zehn (!) Ordnern (!) vor).

Es kann übrigens sehr gut sein, dass in den nächsten Monaten noch weitere Ak­tualisierungen und Ausweitungen von Archipel-Kurzgeschichten älterer Her­kunft erfolgen, ich möchte das nicht ausschließen. Ich liebäugele da beispiels­weise auch mit „Geboren aus der Brandung“ (Juni 2003, auch nie veröffent­licht), die aber schon besser in Form ist als die oben erwähnte.

Mit insgesamt 31 fertig gestellten kreativen Werken – wenn auch mehrheitlich Blogartikel und Rezensionen – kann ich mit dem aktuellen Monat wirklich sehr zufrieden sein.

In der kommenden Woche fahre ich fort mit der Rubrik „Aus den Annalen der Ewigkeit“ und beleuchte den September des Jahres 2010. Ich denke, das wird recht interessant werden.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

es ist an der Zeit, die dritte Stippvisite in der magischen Parallelwelt von Joanne K. Rowling zu machen. Diesmal, ihr werdet es merken, hatte mich diese Welt schon deutlich stärker eingefangen als in den vorherigen Bänden.

Ein Befund, der im Nachhinein vielleicht etwas überrascht, war ich doch weder damals noch heute intensiver Leser von Jugendromanen, in deren „Fach“ diese Werke strukturell einzusortieren sind. Ich genieße es, überschäumende Phanta­sie zu erfahren, und wenn sie dann noch mit einer komplexen Handlung und humorvollen, sympathischen Charakteren einhergeht, ist das eigentlich ein Re­zept, das meine Anerkennung und mein Wohlwollen sichert.

Zugleich merkt man am dritten Harry Potter-Roman, wie Rowling langfristig zu denken beginnt, sich am Entwicklungsstadium ihrer jungen Leser orientiert und Fährten für die Zukunft zu legen beginnt. Es ist hier deutlich zu spüren. Und wieder einmal merkt man im Fall Sirius Black, dass man dem ersten Anschein nicht trauen sollte.

Was das genau heißt? Wer die Bücher nie gelesen hat, sondern sich mit den Fil­men begnügte, wird hier vielleicht die Stirne runzeln. Dann lest einfach mal weiter:

Harry Potter und der Gefangene von Askaban

(Harry Potter and the Prisoner of Azkaban)

von Joanne K. Rowling

Carlsen-Verlag, 1999

448 Seiten, TB

Übersetzt von Klaus Fritz

Harry Potters drittes Jahr an der Zaubererschule Hogwarts wird von einer fins­teren Bedrohung überschattet, die der inzwischen dreizehnjährige Waisenkna­be Harry zunächst gar nicht als problematisch erkennt. Er weiß nicht, in welcher Gefahr er schwebt.

Aus dem berüchtigten Zauberergefängnis Askaban, aus dem die Flucht angeb­lich unmöglich scheint, ist ein Gefangener entkommen, dessen Verschwinden sogar im „Muggel-Fernsehen“, also in den Fernsehnachrichten der Menschen­welt verbreitet wird. Das liegt nicht nur daran, dass der finstere Sirius Black mehr als ein Dutzend Menschen auf dem Gewissen hat. Wahrhaftig nicht nur.

Sirius Black war dreizehn lange Jahre in Askaban gefangen, und angeblich laute­ten seine letzten Bemerkungen vor der Flucht aus dem Gefängnis: „Er ist in Hogwarts… er ist in Hogwarts…“

Harry weiß davon nichts.

Er weiß auch nicht, dass Sirius Black an jenem Tag, an dem seine Eltern durch den dunklen Lord Voldemort einen schrecklichen Tod fanden, vor Ort war. Und dass ihn ein ganz besonderes Band mit Black verbindet, mit jenem Verbrecher, der nach allen Erkenntnissen die rechte Hand von Lord Voldemort war.

Nachdem er wegen eines magischen „Ausrasters“ aus der Wohnung seines On­kels Vernon Dursley und seiner Familie geflüchtet ist, sieht Harry einen riesen­haften Hund, der ihn schier zu Tode erschreckt, doch das ist noch nichts gegen die Ereigniskette, die nun einsetzt: statt als Zaubererwaise elend dahinzuvege­tieren, rettet ihn ein „Rasender Ritter“, und schließlich empfängt ihn sogar der Zaubereiminister Cornelius Fudge persönlich und beschwört ihn, sich in der Gastwirtschaft „Zum Tropfenden Kessel“ einzuquartieren und sich ja nicht aus der magischen Winkelgasse herauszuwagen.

Obgleich er es genießt, dass er nicht in Schimpf und Schande verjagt worden ist – schließlich ist ihm als Lehrling der Magie das Zaubern in der „Muggelwelt“ strengstens untersagt – , ist er doch froh, bald darauf seine Freunde wiederzu­sehen: den impulsiven, rotschopfigen Ron Weasley, dessen Brüder und die klei­ne Schwester Ginny (der Harry im zweiten Roman das Leben rettete), sowie die „Muggelfreundin“ und Zauberschülerin Hermine Granger.

Auf dem Weg nach Hogwarts machen sie dann alle zusammen erschreckende Entdeckungen – Rons Hausratte „Krätze“ geht es schrecklich, sie wird immer apathischer und magerer. Hermine legt sich in der Winkelgasse einen defor­mierten, riesigen Kater namens „Krummbein“ zu, dessen liebstes Vergnügen darin zu bestehen scheint, „Krätze“ zu jagen. Außerdem lernen sie im Hogwarts-Express den neuen Lehrer für die Verteidigung gegen die dunklen Künste kennen, den bald sehr sympathischen Professor Lupin.

Und sie haben eine Begegnung mit einem Dementor.

Die Dementoren, unheimliche, widerwärtige magische Wächter, sind die Hüter der Festung Askaban, und sie suchen Sirius Black, wobei sie sich bis nach Hog­warts wagen und die Eingänge bewachen. Doch sie scheinen sich insbesondere auf Harry zu stürzen und bringen ihn mehrere Male in lebensbedrohliche Situa­tionen. Fast sieht es so aus, als verwechselten sie ihn mit Black und versuchten ihn zu töten.

Schlimmer noch: Harry hört zwar bald darauf, dass Sirius Black es ausgerechnet auf ihn abgesehen hat, aber warum warnt man ihn eindringlich davor, auf eige­ne Faust Sirius Black suchen zu wollen? „Bin ich verrückt, den Mann zu suchen, der mich umbringen möchte?“, fragt er ungläubig, bekommt aber keine klare Antwort. Es scheint doch völlig logisch, dass er sich lieber in Hogwarts verbirgt und die Suche nach Black den Dementoren überlässt, nicht wahr…?

Erst als er durch einen unglaublichen Zufall erfährt, wer Black wirklich ist und was genau seine Rolle beim Tod seiner Eltern war, erst da beginnt er zu verste­hen – und wird unkontrollierbar vor unglaublichem, nie empfundenem Hass auf Black.

Und es gibt noch andere böse und unverständliche Vorzeichen, die zeigen, dass in Hogwarts einiges an Geheimnissen lauert… da ist Hermine selbst, die sich höchst eigenartig verhält und offensichtlich einen Stundenplan zu absolvieren scheint, den man nie im Leben realisieren kann. Da ist die pathologische Feind­schaft des Katers „Krummbein“ zu Rons Ratte „Krätze“. Da gibt es eine seltsame Beziehung zwischen Professor Lupin und Harrys Intimfeind unter den Lehrern, dem widerwärtigen Professor Snape. Ganz zu schweigen von Harrys erbitterts­tem Gegner unter den Schülern, dem Slytherin-Absolventen Draco Malfoy, der mehrere Male versucht, ihn auf boshafte Weise in Misskredit zu bringen und damit eine Katastrophe auslöst.

Ja, und schließlich gelingt es Sirius Black sogar, ungeachtet der tödlichen Gefahr durch die Dementoren, nach Hogwarts einzudringen, bis in Harrys Schlafsaal.

Verzweiflung, Angst, hysterischer Hass und Verstörung breiten sich wie ein Lauf­feuer aus, nicht zuletzt, als die Lehrerin für Wahrsagerei, Professor Trelawney, Harry unverblümt „die kürzesten Lebenslinien“ attestiert, die sie jemals gesehen habe und schließlich den Hund, den Harry wiederholt gesehen hat, als „Grimm“ erkennt – eines der stärksten Vorzeichen eines nahen Todes.

Dies alles führt dazu, dass sich eine – gewollte – Atmosphäre der Trostlosigkeit und Depression ausbreitet. Und wieder einmal obliegt es Harry und seinen engsten Freunden, das Netz aus undurchdringlich scheinenden Schleiern zu zer­reißen, um vielleicht das Schlimmste noch zu verhindern, während es doch of­fenbar schon längst dafür zu spät ist.

Denn Sirius Black und sein Verbrechen sind nur die Oberfläche, das, was die Welt glauben soll. Darunter jedoch…

Einmal mehr demonstriert Joanne K. Rowling in diesem Roman, dass sie es aus­gezeichnet versteht, die Fäden der Handlung wunderbar in der Hand zu halten und einen sich stetig ausweitenden Kosmos aus sympathischen Personen, Handlungsorten und weit verzweigten Verbindungslinien aufzubauen. Dabei be­darf es durchaus nicht immer einer direkten Intervention seines Todfeinds Lord Voldemort. Spannend reißt den Leser die Handlung mit, und viele kleine niedli­che Spielereien am Rande vertreiben jederzeit mögliche Langeweile: magische, lebende Karten, Geheimgänge in Hogwarts, abenteuerliche Störversuche in den Unterrichtsstunden, die ständigen Versuche während des Quidditch-Spieles, Harry und seine Mannschaft zu drangsalieren, lassen wirklich keine Chance zur Müdigkeit.

Mit neu eingeführten Personen wie Peter Pettigrew, Professor Lupin, dem Sei­denschnabel, Sirius Black, Professor Trelawney oder eben auch „Krummbein“ gelingt es mühelos, die Aufmerksamkeit des Lesers an diesem sehr rasant zu le­senden Roman zu fesseln. Dass er um rund 100 Seiten länger ist als sein Vorgän­ger, spielt einfach keine Rolle. In dem Maße, in dem das Buch länger ist als die vorangegangenen, wächst auch die Komplexität der Handlung.

Manches Mal, insbesondere gegen Schluss, dachte ich beinahe, das Werk sei für Dreizehn- oder Vierzehnjährige, für die es offenkundig gedacht ist, zu an­spruchsvoll geschrieben. Aber vielleicht ist das auch gerade der Ansporn – man spürt, Rowling wünscht sich kluge, intelligente, wache Leser, nicht Leute, die einfach etwas nur lesen, weil es „in“ ist. Mit diesem Roman konnte ich selbst nachempfinden, warum man von Harry Potter durchweg begeistert sein kann. Das ist nicht einfach „nur“ leichtes, lustiges Lesefutter, da wird noch weitaus mehr vermittelt, auf durchaus spielerische, humorvolle und manchmal auch sehr nachdenkliche Weise.

Gewiss – an manchen Stellen fand ich das Verhalten der Hauptpersonen schon ziemlich fies, insbesondere das Verhältnis zwischen Harry, Ron und ihrer Freun­din Hermine, die schließlich in Tränen aufgelöst ist, weil die Jungs wirklich manchmal eklig zu ihr waren. Aber auch das entspricht wahrscheinlich den rea­len Verhältnissen in diesem schwierigen Jugendalter. Die Mädchen werden ra­scher erwachsen (ein psychologischer Befund), während Jungen sich länger Narreteien, Späßen und Gedankenlosigkeit hingeben. Junge Leserinnen werden sich in diesem Roman sicherlich schnell mit der armen Hermine identifizieren können. Diese Veränderungen im Verhalten zeigen gut, dass die Figuren sich entwickeln, nicht statisch sind, sondern immer dazu lernen. Wie der Leser auch. So zeigt sich das Buch als Spiegel der schulischen Realität der „Muggel“-Gegen­welt. Vielleicht ist es das, was am meisten Vergnügen bereitet.

Kurzum: auch wenn man einen Tag länger an diesem Buch liest, gilt dafür das altbekannte Diktum, dass gute Bücher einfach immer zu kurz sind. Nur gut, dass der vierte Band der Serie fast DOPPELT so dick ist. Doppelt soviel Lesevergnü­gen. Und gewiss geht es nicht NUR um die Quidditch-Weltmeisterschaft. Man darf gespannt sein, wie viele lose Fäden aus diesem Buch die Autorin wieder aufnimmt und was man noch so alles erfährt…

© 2005 by Uwe Lammers

In der nächsten Woche kommen wir zu einem besonderen Schmankerl bzw. Topos, den ich sehr gern genieße und lese – zu Zeitreisen! Gewiss, es gibt auch eine im obigen Roman… aber das ist nichts zu dem, was euch in der kommen­den Woche erwartet. Das solltet ihr nicht verpassen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Wochen-Blog 255: Ein Plan für 2018

Posted Januar 21st, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

so, heute müsst ihr mal die Tür eures Arbeitszimmers schließen, am besten noch den Schlüssel herumdrehen und mir hoch und heilig versprechen, nie­mandem etwas von dem zu erzählen, was ich euch hier heute enthüllen werde. Denn das ist etwas, was eigentlich noch „top secret“ ist oder unter der Rubrik „Ungelegte Eier“ läuft. Also bitte: striktes Stillschweigen und ebenso stillschwei­gende Vorfreude, denn nur dann funktioniert das hier wirklich.

Üblicherweise, das kennt ihr von mir, rede ich in der Rubrik „Logbuch des Au­tors“ von aktuellen Projekten, die mich heimsuchen, in denen ich mich akut verliere und an denen ich herumfeile, um sie – mal früher, mal später – auf das Veröffentlichungslevel zu heben. Auch heute geht es genau hierum… aber eben weil das alles noch nicht spruchreif ist, sondern „work in progress“ und tatsäch­lich erst in einigen Monaten tatsächlich soweit sein wird, dass ich ans Licht der Öffentlichkeit damit treten kann, hat das hier noch strikt inoffiziellen Status.

Es geht um ein Projekt, das mir und einem prominenten Fandomler, dessen Namen ich hier wohlweislich verschweigen werde, seit geraumer Zeit im Kopf herumspukt. Ich nenne mal die Gründe dafür, wie es überhaupt zu diesem Plan kam, der sich immer stärker konkretisiert und diese Tage die ersten Resultate erbracht hat:

Wenn ich mich recht entsinne, fing alles allerspätestens auf dem Buchmessecon des Jahres 2016 an, vermutlich noch etwas früher auf der Mailbasis. Vage Ge­spräche gab es sogar schon länger. Ausgangspunkt war eine schon sehr lange brach liegende „Baustelle“ meines Selfpublisher-Status. Bereits vor Jahren war ich gefragt worden: „Gibt’s eigentlich deine E-Books auch als Print? Ich lese die Geschichten lieber auf Papier.“ Eine Haltung, die ich sehr gut verstehen kann und grundsätzlich teile. Während man die digitalen Publikationen, die ich ge­speichert habe, beinahe an zwei Händen abzählen kann, liegt der Bestand mei­ner gedruckten Bücher im vierstelligen Bereich, ungelogen. Und auch der Be­stand ungelesener Bücher, die hier auf meine lesehungrigen Augen warten, liegt im vierstelligen Bereich.

Gleichwohl habe ich bislang noch nicht die Energie, Zeit und das Geschick auf­gebracht, mich intensiv und vor allen Dingen erfolgreich darum zu kümmern, dass meine E-Books – etwa via CreateSpace oder BoD – ans Licht der lesehung­rigen Öffentlichkeit im Printbereich kamen.

In diesem Punkt kam mir der oben genannte anonyme Fandomler entgegen, mit dem ich gelegentlich das persönliche Gespräch suchte. Er erzählte von einer Publikationsreihe, in der er sich vorstellen könnte, dass eine Storysammlung aus meiner „Feder“ sich sicherlich gut machen könne. Wir sollten beizeiten mal Ge­naueres besprechen.

Aus begreiflichen Gründen war ich Feuer und Flamme für diesen Plan. Und aus ebenso verständlichen Gründen verzögerte sich das alles… ich hatte schlicht keine Zeit. Während schon mein E-Book-Programm stagnierte, konnte ich ja wohl kaum konkurrierend dieses Projekt vorantreiben, fand ich. Und schob es erst mal auf die lange Bank, bis dann schließlich mein Arbeitskontrakt Ende August 2017 auslief.

Abgesehen davon, dass mich sogleich eine monstermäßige Erkältung umhaute, hatte ich nun gedanklichen Freiraum und Denkzeit gewonnen, mir über den obigen Plan ein paar Gedanken zu machen.

Eine Storysammlung, dachte ich. Ja, Geschichten von mir gibt’s genug, auch zahlreiche noch unveröffentlichte. Aber was mir noch fehlte, war so etwas wie ein zentrales Motto des Ganzen. Ein roter Faden, wenn ihr so wollt. Denn jede Storysammlung braucht so etwas, wenn sie ein wenig Stabilität besitzen soll. Selbst Anthologien werden immer unter einem charakteristischen Motto zu­sammengestellt.

Am 14. September 2017 zündete der Gedanke plötzlich, völlig spontan. Auf ein­mal dachte ich darüber nach, während ich nämlich darüber sinnierte, wie schnell ich die nie veröffentlichte Story „Der Handspiegel“ weiter überarbeiten sollte.

Hm, das wäre doch einen Gedanken wert“, überlegte ich. „Die Geschichte hat einen phantastisch-erotischen Touch, und mehr als nur einen Touch… vielleicht wäre das ein interessanter Fokus für das Storysammlungs-Projekt?“

Ich überlegte weiter und sortierte in Gedanken, was ich denn in dem Bereich im Laufe der zurückliegenden 30 Schreibjahre schon verfasst hatte… das war über­raschend viel.

Fünf dieser Geschichten kamen in die engere Wahl, und ich suchte mir zunächst die Ausdrucke aus den Ordnern seit 1991 heraus, die in meinem Bibliotheks­zimmer stehen, und dann schaute ich, welche davon mir schon in digitaler Form vorlagen. Bis auf eine alle… sehr schön. Und „Der Handspiegel“ befand sich sogar schon im Stadium der fortgeschrittenen Überarbeitung. Das war noch besser.

Ich las „Sylphengeflüster“ von 1991 und dachte mir: Ja, die muss man natürlich noch ziemlich nachschleifen, aber thematisch passt sie gut und ist ein ordentli­cher Kontrast zu der erst genannten Geschichte.

Dann sah ich mir die beiden Geschichten an, die bereits einmal (2001) in einem Fanzine veröffentlicht und sicherlich seither völlig vergessen worden waren. „Das Portrait einer Lady“ (1999) und „Sexdrohne“ (2000) konnten echt ver­schiedener kaum sein. Und die andere, zwar schon digital vorhandene, aber noch nie publizierte Geschichte „Mission im Leben“ (1997) tangierte sogar den metaphysisch-religiösen Bereich sehr heftig und verband ihn mit unverhohlener Erotik.

Na, dachte ich mir, wenn das mal nicht reizvoll ist.

Ich kommunizierte also diese Textvorschläge und die thematische Ausrichtung an meinen Fandom-„Mitverschwörer“, wie ich ihn mal schelmisch-kollegial nen­nen möchte. Und ja, ich stieß hier nicht nur auf ein offenes Ohr, sondern auf ausdrückliche Neugierde. Natürlich, wurde mir beschieden, müssten ihm die in Frage kommenden Geschichten erst mal bekannt sein – verständlicherweise, niemand kauft die sinnbildliche „Katze im Sack“ – , aber grundsätzlich spreche nichts gegen eine solche thematische Ausrichtung der Storysammlung.

Seither bin ich also nebenbei damit beschäftigt, diese fünf Geschichten in eine Form zu bringen, dass man sie mit Genuss und Gewinn lesen kann. Ein generel­ler Titel der Storysammlung wird uns sicherlich später einfallen – nur für den Fall, dass wir nicht einen der fünf Storytitel nehmen wollen. Wichtig ist, dass wir inzwischen wissen, was wir wollen und was der Inhalt sein dürfte. Der Feinschliff kommt dann noch.

Dies ist also ausdrücklich noch ein Geheimprojekt für etwa Sommer 2018. Aber vielleicht ist es zugleich – wenn ich es nicht schaffen sollte, bis dahin Printaus­gaben meiner E-Books zu realisieren – das erste Printwerk, das dann alsbald so­wohl auf den Tischen meiner Lesungen als auch auf den Clubtischen meines Fandomler-Kollegen ausliegen wird.

Gewiss, es ist keine OSM-Storysammlung, und es ist auch keine Archipel-Kurz­geschichtensammlung. Beides würde ich grundsätzlich schöner finden, aber… seht das mal folgendermaßen, Freunde: Wenn die obige Kurzgeschichtensamm­lung ein neugieriges, kopfstarkes Publikum findet, wäre dies ein Anreiz, alsbald danach vielleicht eine der beiden erwähnten Wunsch-Storysammlungen nach­zuschieben. Ich halte das für sehr gut möglich und sehr wünschenswert.

Da drei dieser fünf Geschichten noch nie das Licht der Welt erblickt haben und durchaus gelungen sind, und da die anderen beiden schon seit über 15 Jahren nicht mehr veröffentlicht wurden, halte ich es für einen außerordentlich guten Plan, das jetzt zu realisieren.

Die Zeichen stehen gut, dass das Jahr 2018 publikationstechnisch ein sehr viel erfolgreicheres sein wird, als es das scheidende Jahr 2017 gewesen ist. Wenigs­tens sieht das aus der heutigen Warte des 24. September 2017 aus, an dem ich diese Zeilen niederschreibe.

Aber noch mal: Pssst! Bitte Stillschweigen über dieses Projekt bewahren und noch nicht herumtratschen. Ich gebe euch zu gegebener Zeit Bescheid, wenn wir das ändern können und alles wirklich spruchreif ist. Versprochen, Freunde!

In der nächsten Woche tauchen wir wieder ab in die „Work in Progress“-Rubrik. Ich werde dann was zum Monat Oktober 2017 sagen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 147: Tödliche Beute

Posted Januar 17th, 2018 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es ist doch immer wieder überraschend, im recht umfangreichen Oeuvre des Thrillerautors Clive Cussler neue Aspekte vorzufinden. Ich kenne Stimmen, die der Ansicht sind, wenn man fünf oder sechs Cussler-Romane gelesen habe, würde man eigentlich alles kennen, worüber er schreibt – nun, dem kann ich nicht beipflichten. Der vorliegende Roman weicht auf interessante Weise von den traditionellen Pfaden ab und ist jenseits seiner packenden Actionhandlung von einem kritischen und für die Zukunft der Menschheit zentralen Gedanken durchdrungen.

Als ich das erst mal entdeckt hatte, war ich davon vor fünf Lesejahren höchst angetan, und ich glaube, das merkt man dann auch an dem Duktus meiner da­maligen Rezension. Folgt mir also in das vierte Abenteuer von Kurt Austin und Joe Zavala von der NUMA und in das heiß umkämpfte Fanggebiet der Färöer im hohen Norden des Atlantiks…

Tödliche Beute

(OT: White Death)

Von Clive Cussler & Paul Kemprecos

Blanvalet 36068, 2004

448 Seiten, TB

ISBN 3-442-36068-4

Aus dem Amerikanischen von Thomas Haufschild

Die ganze Geschichte beginnt im Jahre 1515 westlich der Britischen Inseln. Eine Karavelle aus Spanien ist auf dem Weg in die Neue Welt. Der Kommandant ist ein baskischer Edelmann, der daheim eine Menge Einfluss besitzt und zudem der Hüter wertvoller Reliquien ist. Doch Diego Aguirrez, so der Name dieses wa­ckeren, aufrechten Streiters, wird von einem unerbittlichen Feind verfolgt, ei­nem Häscher der Heiligen Inquisition, mit dem er sich mitten auf dem Meer ein erbarmungsloses Gefecht liefert, ehe ihm die Flucht gelingt. Er wird nie wieder gesehen…

420 Jahre später sind wieder kühne Abenteurer auf dem Weg gen Norden, dies­mal deutsche Luftschiffer an Bord eines experimentellen Zeppelins mit Namen „Nietzsche“, das 1935 den Pol erreichen und so die Überlegenheit deutscher Technik belegen soll. Aber die „Nietzsche“ verschwindet auf Nimmerwieder­sehen in der Arktis und bald daraus auch aus dem Gedächtnis der Menschheit…

Etwa im Jahre 2003 oder 2004 beginnt dann die eigentliche Handlung: Vor den Färöer-Inseln1 im Nordatlantik findet das so genannte „grindarap“ statt, ein tra­ditionelles Ritual der dortigen Fischer, bei dem zahlreiche Zwergwale in eine Küstenbucht getrieben und dort blutig abgeschlachtet werden.2 Aber eine Um­weltschutzorganisation, die „Sentinels of the Sea“ (SOS) unter ihrem energi­schen wie leichtfertigen Anführer Marcus Ryan, ist wild entschlossen, dieses „Massaker“ zu verhindern – zu dumm nur, dass die dänische Marine voraus­schauend den Kreuzer „Leif Eriksson“ vor Ort dirigiert hat, um Exzesse seitens der Umweltschützer zu vermeiden.

Unter normalen Umständen würde so etwas eine Eskalation der Ereignisse ver­hindern. Doch die Umstände sind alles andere als normal, und das bekommen sie alle zu spüren – ehe der Tag des „grindarap“ vorbei ist, liegen Marcus Ryans Schiff „Sea Sentinel“ und der von ihm gerammte (!) Kreuzer der Dänen auf dem Meeresgrund, und zahlreiche Seeleute sind noch im Rumpf des versunkenen Kreuzers eingeschlossen. Hilfe ist weit und breit nicht in Sicht…

Zeitgleich erproben Kurt Austin und Joe Zavala von der NUMA, die Helden die­ser Romanserie, an einem versunkenen russischen U-Boot rund zweitausend Seemeilen entfernt den Prototyp eines neuartigen Bergungs-U-Boots namens „Sea Lamprey“. Und nur dank dieser Koinzidenz der Ereignisse ist es letztlich möglich, die auf dem Meeresgrund Eingeschlossenen doch noch zu retten.

Die SOS will daraufhin, namentlich deren schöne Rechtsanwältin Therri Weld, dass Kurt Austin sich der Sache der SOS verschreibt… aber Austin ist solcher Ak­tionismus nicht geheuer, und nur Therris wegen macht er noch einen Tauch­gang zu dem untergegangenen Aktivistenschiff. Hier entdeckt er allerdings, dass die Steuerruder manipuliert wurden, so dass das Schiff – was durchaus zu den Worten Ryans vor Gericht passt – gewissermaßen ferngesteuert werden konn­te. Die Geschichte stinkt also gegen den Wind, nur weiß er nicht, weshalb.

Er wird bald – und eigentlich eher unabsichtlich – schlauer in dieser Beziehung, weil er noch ein Weilchen auf den Färöern bleibt. Dabei entdeckt er unter ande­rem eine Fischzuchtanlage einer Firma namens „Oceanus“, die offenkundig von Inuit scharf bewacht wird. Als er sich auf das Firmengelände einschleicht, um Klarheit zu bekommen, wird er beinahe ermordet und kurz darauf fast mitsamt seinem Boot in die Luft gesprengt. Dass er sich nebenbei den tödlichen Hass ei­nes fanatischen Inuit zuzieht, was noch für üble Konsequenzen sorgt, sei nur am Rande erwähnt.

Rettung in letzter Not ist die Besatzung einer spanischen Yacht, die ihn auf­fischt. Hier macht Austin, ziemlich übel derangiert, die Bekanntschaft mit Bal­thazar Aguirrez, einem baskischen Industriellen, der den Ahnenforscher und Ar­chäologen mimt… fragt sich nur, warum sein Schiff dann über Flugabwehrrake­ten und ähnlich martialische Bewaffnung verfügt.

Der NUMA-Mann Austin ist jedenfalls allmählich neugierig geworden auf die Firma „Oceanus“, und während er noch weiter von den SOS-Leuten, insbeson­dere von Therri Weld, umworben wird, zieht die Gefahr weitere Kreise. Kurts gelangweilte Kollegen Gamay Morgan-Trout und ihr Mann Paul Trout in den Staaten beschließen nämlich, von Austin auf die Firma „Oceanus“ angesetzt, in Kanada eine Fischfabrik zu besuchen, die zu dem komplexen Konsortium hinter „Oceanus“ gehört. Dabei stoßen sie auf ein paar sehr beunruhigende Dinge, beispielsweise auf ein Fischerdorf, in dem kein Fisch mehr gefangen wird, auf einen monströsen „Frankenfisch“, der wie ein polarer Piranha offensichtlich al­les frisst, was sich im Meer bewegt, und wenig später gibt es reihenweise Tote.

Ja, es ist offensichtlich, dass „Oceanus“ etwas zu verbergen hat. Und zimperlich im Umgang mit unliebsamen Neugierigen sind diese Leute auch nicht.

Doch wie nun der baskische Pfad, das deutsche Luftschiff, der unheimliche Inuit-Stamm der Kiolya und ihr monströser Anführer, der sich gern nur nach ei­nem Inuit-Dämon „Toonook“ nennen lässt, sowie die Fischzuchten zueinander passen, das ist ein verheerendes Puzzle, dessen innere Logik sich selbst Kurt Austin fast zu spät erschließt. Hoch in den Wolken über Kanada ereignet sich dann der finale Kampf…

Man kann das vermutlich nicht anders sagen: die Kurt Austin-Romane sind, ab­gesehen vom Erstling3, grundlegend anders gestrickt als die Romane um Dirk Pitt und seinen Kollegen Al Giordino. Zwar sind Joe Zavala und Kurt Austin durchaus ähnlich, aber es wird von Roman zu Roman deutlicher, dass Austin mehr zu Grübelei, Skepsis und Zurückhaltung neigt. Dieses Werk bringt das bes­tens zutage, und es tut der Spannung nur bedingt Abbruch.

Zum zweiten aber zeigt die Wahl der Themen, dass Kemprecos schwierige und durchaus auch kontroverse Sujets nicht scheut. Im Vergleich zu den eher bunten Abenteuergeschichten Dirk Pitts geht es in Austins Abenteuern um glo­bale Wasserversorgung4 oder um das nicht unproblematische Methanhydrat und damit die Zukunft der weltweiten Energieressourcen.5 Diesmal geht es um Gentechnik, genauer gesagt: um Seafood und die Schwierigkeiten, die daraus erwachsen können. Und es geht um aktivistische Umweltorganisationen a la Greenpeace – wobei vermutlich für die „Sentinels of the Sea“ die Organisation „Sea Shepherd“ von Paul Watson Vorbild stand.6

Zwar kommt der Roman diesmal definitiv nicht an den Vorgängerroman heran, was mit Sicherheit daran liegt, dass die wesentlichen Personen einfach nicht hinreichend charakterisiert werden und speziell der Luftschiff-Strang eher halb­herzig verfolgt wurde, zum zweiten wird doch etwas sehr stark bei der Darstel­lung der so genannten „Frankenfische“ übertrieben (wo regelrechte Verteufe­lung der Gentechnik betrieben wird), aber man kann schon konstatieren, dass Kemprecos auch dieses Mal ein interessantes Thema aufgreift, dessen Brisanz man nicht unterschätzen sollte, und das alleine macht den Roman schon lesbar.

Die Frage nämlich, wie angesichts erkennbarer Überfischung der Weltmeere, absolut kläglicher Schutzbemühungen der noch übrig gebliebenen Bestände7 und immer größer werdender Menschenmassen dafür gesorgt werden kann, die Milliarden hungriger Mäuler zu stopfen, ist eine der großen Zukunftsfragen der Menschheit. Während viele Konzerne weltweit darauf setzen, etwa Mais, Weizen oder Reis zu „optimieren“, d. h. im Wesentlichen gentechnisch aufzurüsten, damit er höhere Erträge erbringt oder gegen Schädlinge und widrige Wachstumsbedingungen besser gewappnet ist, setzen andere Firmen gezielt auf Aquakulturen, d. h. auf die künstliche Züchtung von großen Fischbeständen, beispielsweise – wie in diesem Roman – von Lachsen. Dasselbe gilt für Shrimps, deren Zuchten etwa in Südostasien oftmals mit dramatischer Rodung von Man­grovenwäldern einhergehen, wodurch Naturräume zerstört, Buchten verseucht, Tierarten ausgerottet und natürliche Tsunami-Schutzwälle (die Mangroven!) vernichtet werden.

Wie im Roman prinzipiell korrekt beschrieben, sind solche künstlichen Zuchten natürlich anfälliger gegen Umweltstress und Krankheiten – die Parallele zur in­dustriellen Massentierhaltung an Land bzw. zu agrarischen Monokulturen ist unübersehbar und eine Realität – , so dass die Tiere zu Geschwulstbildung, neu­rotischem Verhalten und ungewohnter Aggressivität neigen. Vieles davon wird mit Antibiotika bekämpft, die auch jenseits der Aquazuchten für Probleme sor­gen. Es kommt zur unbeabsichtigten Freisetzung von Zuchttieren, die Krankhei­ten in natürliche Bestände hineintragen und so weiter und so fort…

Die im Buch darum angesprochenen Probleme sind also nichts, was sich die Verfasser völlig aus den Fingern gesaugt haben, und den Finger in die Wunde zu legen, ist absolut essentiell. Meiner bescheidenen Ansicht nach besteht das Hauptproblem zwar im zügellosen Wachstum der menschlichen Spezies, das dringend gedrosselt werden sollte, und genetisch „optimierte“ Tier- und Pflan­zenarten stellen lediglich eine Art von Kurieren an Symptomen dar, aber solche kritischen Worte kann man in dem vorliegenden Roman natürlich nicht finden. Allerdings fand ich es schon recht beunruhigend, wie sehr die Spezies Mensch den gefräßigen und unersättlichen „Frankenfischen“ ähnelt, die das Meer leerplündern und schließlich an ihrer eigenen Gefräßigkeit zugrunde gehen… wer mag, kann darin eine unterschwellige Mahnung an unsere eigene Rasse sehen.

Jenseits des Unterhaltungswerts hat der Roman also auch noch eine ernstzu­nehmende, kritische Botschaft, was ja Dirk Pitt-Romane in der Regel nicht an­streben. Ich halte die Lektüre darum für durchaus lohnend. Ich hatte das Buch in drei Tagen verschlungen, und das spricht vermutlich für sich… schade ist nur, dass die Bücher offensichtlich immer kürzer werden. Ein paar mehr Seiten hät­ten diesem Roman nicht geschadet.

© 2012 by Uwe Lammers

Wie ihr sehen könnt, habe ich einleitend wohl nicht zu viel angedeutet, eher zu wenig. Das ist tatsächlich ein höchst lesenswerter Roman, der nur im unschein­baren Gewand daherkommt.

Nächste Woche machen wir uns, ihr habt das sicherlich schon erwartet, wieder auf in die schulische Ausbildung des jungen Harry Potter. Und wiewohl Schule für die meisten von euch vermutlich dröge und eher abschreckend war, ist das bei Harry nicht der Fall – doch nicht, wenn es um die Zaubererschule Hogwarts geht. Die jedoch befindet sich derzeit im Belagerungszustand…

Mehr dazu in einer Woche.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Im Buch durchgängig als „Faröer“ verkehrt geschrieben.

2 Es gibt übrigens analoge „Spektakel“ im mediterranen Raum im Rahmen der Thunfischjagd, darum ist die Sitte des „grindarap“ durchaus nicht unrealistisch.

3 Vgl. Clive Cussler & Paul Kemprecos: „Das Todeswrack“, 2000. Vgl. dazu auch den Rezensions-Blog 127 vom 30. August 2017.

4 Vgl. dazu Clive Cussler & Paul Kemprecos: „Brennendes Wasser“, 2002. Vgl. dazu auch den Rezensions-Blog 131 vom 27. September 2017.

5 Vgl. dazu Clive Cussler & Paul Kemprecos: „Flammendes Eis“, 2003. Vgl. dazu auch den Rezensions-Blog 139 vom 22. November 2017.

6 Vgl. dazu den Artikel über die Sea Shepherds im GEO 10/2011.

7 Was wesentlich auf das internationale Seerecht zurückzuführen ist und auf die menschliche Psyche: Ho­heitsgewässer reichen nicht sehr weit und sind ohnehin schwer zu kontrollieren, internationale Fischfang­konsortien, viele davon in Ostasien angesiedelt, operieren weltweit in den Gewässern, für deren Schutz sich niemand verantwortlich sieht – und was niemandem „gehört“, das wird von Menschen nun einmal leider gnadenlos ausgeplündert, die Regenwälder zeigen dasselbe Bild; es ist leider unwahrscheinlich, anzuneh­men, dass das internationale Seerecht oder das Völkerrecht Abhilfe schaffen, ehe es zu spät ist.

Liebe Freunde des OSM,

es ist schon ein wenig unglaublich, wenn man den Teil 50 irgendeiner Subarti­kelserie dieses Blogs zu schreiben hat… für mich wenigstens fühlt sich das irgendwie, wie soll ich sagen?, nun… strange an. Als ich am 17. März 2013, also vor beinahe 5 Jahren, als zweiten Blogartikel überhaupt diese Rubrik begann, nahm ich recht schlicht an, sie würde relativ bald die Realgegenwart erreichen… aber wie ihr ja wisst, hat sich das verselbständigt.

Natürlich hätte ich das wissen können – aber es ist eben eine Sache, ob ich Ar­chipelromane oder opulente OSM-Episoden verfasse oder Blogartikel schreibe. Dachte ich damals noch. Blogartikel, so meine damalige Überzeugung, sind im­mer kurz und knapp, die Aufmerksamkeit der Leser hier ist (so nahm ich irrig an) begrenzt, fasse dich also kurz, ufere nicht aus. Ich nahm mir vor, nie über 4-5 Seiten Text hinauszugehen.

Auch das ist, wie ihr längst wisst, Vergangenheit. Manche Themen brauchen einfach mehr Raum. Zu anderen Gelegenheiten ist mir, wenn ich Blogartikel ver­fasse, zum Erzählen zumute, und dann wird es ebenfalls etwas länger (aber, wie ich hoffe, niemals „schwafelig“ oder schwammig. Geschwätz widerstrebt mir grundsätzlich).

Also, 50 Beiträge zum Thema „Was ist eigentlich der OSM?“ haben wir jetzt er­reicht, und es ist anzunehmen, dass ebenso viele im Laufe der nächsten Jahre wohl noch folgen werden. Aber dann, wie anfangs angekündigt, sicherlich in größerem Abstand, sobald ich die Realgegenwart erreicht habe – einfach des­halb, weil ich in jedem dieser Beiträge ja mehrere Monate Lebenszeit straffe und zusammenfasse.

Lasst mich schauen, wo ich im vergangenen Beitrag, Blogartikel 248 vom 3. De­zember 2017, stehen geblieben war… ah ja, das legendäre Jahr 2013 brach an und brachte den Start meines E-Book-Programms.

Wie erwähnt, begannen die Vorarbeiten in enger Zusammenarbeit mit der E-Book-Lektorin Corinna Rindlisbacher von www.ebokks.de und meinen Freun­den vom Förderverein Phantastika Raum & Zeit e.V. in Braunschweig bereits anno 2012, aber richtig Fahrt aufnehmen konnte das alles natürlich erst im Frühjahr 2013.

Im OSM steckte ich zu dieser Zeit, während ich parallel nach Arbeit suchte und mich mit meinen wenigen Finanzen mühsam über Wasser hielt, in der kom­mentierten Abschrift des KONFLIKTS 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“, ich formatierte den begonnenen Roman „Abenteuer im Archipel“ neu und fuhr mit der Abschrift von Episoden aus KONFLIKT 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“ sowie der notwendigen Neuformatierung von Episoden der Abschrift von KONFLIKT 15 „Oki Stanwer“ fort.

Nur Nacharbeiten und Abschriften? Oh nein, ich konnte in diesem Monat auch endlich einen neuen Meilenstein in KONFLIKT 28 „Oki Stanwer – Der Siegeljä­ger“ vermelden: Ich hatte es geschafft, den voluminösen Jubiläumsband 50 zu beenden, der den prägnanten Titel „MATRIXPEST“ trägt.

Ihr erinnert euch – das ist die Episode, als der Furcht einflößende RAND die Erde des Jahres 1999 erreicht und nahezu alles, was Rang und Namen in der OSM-Geschichte hat, geradewegs vom Antlitz der Welt wegfräst: Totenköpfe, Dämonen von TOTAM, Dämonenwaffen, Menschheit… Moment, Menschheit? MENSCHHEIT? Aber dann ist doch alles vorbei, oder…?

Nein, eben gerade nicht. Dann beginnen die absoluten Mysterien.

Aber für Klivies Kleines, den Helfer des Lichts und engsten Freund Oki Stanwers, der als MASKE die verwüstete Erde nach dem RAND besucht, fängt der Alp­traum in diesem Moment erst an… ich sage euch, ein grässlicher Opener für das neue Jahr, dies schon im Januar.

Aber bitte, das war erst der 11. Januar! Der ganze restliche Monat lag noch vor mir. Und der hatte es ebenfalls in sich – nicht umsonst sind für den Januar sa­genhafte 35 neue, fertige Werke verzeichnet!

Glaubt ihr nicht? Ist aber eine Tatsache.

Ich schrieb entgegen der vermutlich verständlichen Ansicht nur einen einzigen ersten Blogartikel, aber dafür zwei E-Book-Texte, nämlich „Das ausgeplünderte System“ und „Im Zug“. Ich verfasste für FAN die Historikerzeit #10 und bereitete die Publikation des OSM-Romans „Verderben auf Tuwihry“ in sieben Teilen für das Fanzine Baden-Württemberg Aktuell (BWA) vor.

Und ich tobte durch die OSM-Ebenen. Durch KONFLIKT 22, durch KONFLIKT 28, ich arbeitete weiter an KONFLIKT 9 „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“, wo ich gerade den Alli-Zyklus um das Kaiserreich von Trandin begonnen hatte. Es folgte ein Besuch in KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“, außerdem eine Stippvisite im Archipel in dem inzwischen schon recht voluminösen Roman „Die neue Strafe“. Und dann war da noch die Weiterarbeit in KONFLIKT 19 „Oki Stan­wer – Der Missionar“ im Rahmen des Romanfragments „Eine scharf geschliffe­ne Waffe“.

Ich war bass erstaunt, als ich das Ende des Monats Januar erreichte, das könnt ihr mir aber glauben! Wow, dachte ich, hier glüht die Kreativität – offensichtlich tut mir die Herausforderung durch das neue E-Book-Programm echt gut! Klasse!

Mann, ich hatte ja noch gar keine Ahnung!

Einen Monat später – der Februar schloss ebenfalls mit sensationellen 28 fertig gestellten Werken ab! – konnte ich wirklich nur ungläubig staunen, wie arbeit­sam und rege ich war. Das hing natürlich mit zahlreichen Faktoren zusammen: Im Februar intensivierte ich beispielsweise die Abschrift der OSM-Episoden aus KONFLIKT 22. Es entstanden fünf neue Blogartikel, zahlreiche Neuformatierun­gen von Geschichten, insbesondere solchen, aus denen dann E-Books werden sollten, wurden im Februar 2013 realisiert. Das erste E-Book „Hinterlassen­schaften“ ging am 12. Februar an die Öffentlichkeit und wurde von mehr als tausend Lesern downgeloaded… wundert es, dass ich voller Begeisterung war? Eher nicht.

Der Artikel „Der Weg zum E-Book“ entstand, in dem ich über die Entstehung meines E-Book-Programms reflektierte. Die Neuformatierung der TI-Serie er­reichte den aktuellen Schreibhorizont (Episode 53). Und das nächste E-Book, „Vhentars Schicksal“, wurde fertig.

Der Schreibflow hielt an: die Endabrechnung für den Monat März zeigt weitere 31 fertig gestellte Werke, darunter 4 weitere Blogartikel, den Artikel „Der Oki Stanwer Mythos (OSM) im E-Book-Format“, den ich für FAN schrieb – genauer: für meinen FAN-Beitrag, dem ich diesmal den Titel „E-Book-Times #1“ gegeben hatte.

Ansonsten: eine Wildnis von Abschriften, Neuformatierungen und kommentier­ten Abschriften von Episoden aus KONFLIKT 18, KONFLIKT 22 sowie KONFLIKT 15. Hinzu kamen Neuformatierungen historischer Artikel und die Weiterarbeit an KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI). Besonders an letzte­rem war eine befruchtende Wirkung seitens meines E-Book-Programms zu spü­ren, denn die TI-Schreibarbeit stockte schon eine Reihe von Jahren.

Und das E-Book-Programm brachte mich, wie ich ironisch sagen möchte, auch auf leichtfertige „dumme“ Ideen. Ich fuhr zu dieser Zeit ja zweigleisig: Begin­nend mit Einzelgeschichten wie „Hinterlassenschaften“ hatte ich dann ergän­zend mit der Veröffentlichung der TI-Serie begonnen. Aber ihr wisst das längst – es gab ja so viel mehr OSM-Universen! Warum also nicht eine weitere E-Book-Reihe beginnen, um diese anderen Universen ebenfalls vorzustellen?

Gesagt, getan. Im März begann ich also mit der Planung der Parallelreihe „Aus den Annalen der Ewigkeit“, indem ich mir die Novelle „In der Hölle“ vornahm und mit dem Ausbau selbiger zu einem ersten Roman der Reihe begann.

Ihr merkt: die Kreativität glühte geradezu in diesen ersten drei Monaten des neuen Jahres, und das war ein phantastisches Gefühl. Schon nach 3 Monaten auf 94 fertige Werke zurückblicken zu können (zum Vergleich: 2012 waren es im gleichen Zeitraum gerade mal 59 Werke gewesen), das befeuerte mich na­türlich in enormer Weise.

Ja, dachte ich, daran kann man sich gewöhnen: an monatlich eine E-Book-Veröffentlichung, an vier bis fünf Blogartikel im Monat. Das Blogartikelschreiben macht richtig Spaß… und das ist die reine Wahrheit, das ist bis heute der Fall, seit Schaffung des Rezensions-Blogs vielleicht noch mehr denn je. Denn in der Tat ist das Blogartikelschreiben keine wirkliche Belastung, wenn man sich ein­mal vergegenwärtigt, wofür ich das tue und wie sehr es mich konstant im Schreibtraining hält – selbst wenn ich wenig Zeit dafür habe, ist für solche Schreibübungen, die euch wie mir zugute kommen, immer noch ein kleines Zeitfenster vorhanden. Das ist ein bisschen wie mit Rezensionen… aber in den Blogartikeln, fand ich damals und finde es noch heute, ist irgendwie mehr For­mulierungsfreiraum vorhanden.

Schnell legte sich also im Frühjahr 2013 meine Nervosität, was die Blogartikel und das Schreiben für die breite Öffentlichkeit anging. Natürlich war ich noch unbeholfen und tapsig, hatte Mühe, meine überschießenden Gedanken zu ka­nalisieren und daran zu denken, dass ihr, meine Leser, ja vom OSM noch keine rechte Vorstellung haben konntet… heutzutage, mit Jahren der Blogerfahrung und wissend, dass die meisten von euch doch schon recht gut in die Frühzeit des OSM eingelesen seid, ist das anders, da gehen wir sehr viel entspannter miteinander um als zu Beginn.

Das erste Quartal 2013 war also aus meiner Sicht ein voller Erfolg, und ich war sehr gespannt, wie es weitergehen würde. Davon berichte ich euch in der nächsten Folge dieser Blogartikelreihe.

Über das kommende Blogartikelthema decke ich noch den Mantel des Geheim­nisses – das hat seine Gründe, Freunde, denn da geht es wirklich um ein Geheimnis für das aktuelle Jahr 2018. Wer den Mantel gern lüften möchte, der schaue kommende Woche herein. Aber psst… nicht weitererzählen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.