Rezensions-Blog 89: Renas Versprechen

Posted Dezember 7th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

Ich brauche keine Gedächtnisstütze. Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, was ich war. Ich war im ersten Judentransport nach Auschwitz. Ich war Nummer 1716.“ Dies sind die ersten Worte, die man als Leser von Rena Kornreich Gelissen zu sehen bekommt, gleich auf dem Umschlag des Taschenbuchs. Und von der Idyl­le des Jahres 1920, als die Autorin zur Welt kommt, entwickelt sich dieselbe Welt kontinuierlich zum Finsteren hin.

Der scheinbare Tiefpunkt ist 1939 gekommen, als die deutsche Wehrmacht Po­len überfällt… aber nach wie vor hält die Familie Kornreich die inzwischen schon alltägliche Drangsalierung durch die nichtjüdische Bevölkerung des Ortes Tylicz, in dem sie leben, für eine vorübergehende Erscheinung. Doch es ist nicht vorübergehend.

Der Alptraum des Nationalsozialismus frisst sich bis in die arglosen jüdischen Familien vor und liefert sie nach und nach dem unerbittlichen Schicksal der völ­kischen Degradation und planmäßig betriebenen Auslöschung aus – ein Schick­sal, das für zwei junge Mädchen wie Rena und Danka Kornreich notwendig ganz unbegreiflich sein muss. Das ist es für viele Nachgeborene weltweit ja bis heu­te.

Antisemitismus und Rassismus kennen keine stringente Logik, und ihre fanati­schen Verfechter hören nicht auf Gebote der Vernunft, auf ästhetische oder emotionale Einwände.

In diesem Erinnerungsbericht, den Heather Dune Macadam in lesbare Form ge­gossen hat, wiewohl sie nicht als Mitautorin auf dem Buchumschlag genannt wird, reisen wir als erschütterte Leser mit zurück in die Kindheit von Rena Korn­reich Gelissen und in ein finsteres Land, in dem etwas existierte, das man „Ar­beitslager“ nannte und in das sie bereitwillig ging…

Der Name des Arbeitslagers sagte ihr nichts.

Der Schrecken von Auschwitz-Birkenau sollte ihr erst klar werden, als sie dort war und ums Überleben zu kämpfen hatte. Dies hier ist ihr Bericht – und wer mutig genug und sowohl neugierig wie voller Kraft ist, der soll sich diesen Seiten nicht verschließen – sie lohnen die Lektüre unbedingt:

Renas Versprechen

(OT: Rena’s Promise)

von Rena Kornreich Gelissen

Heyne-Sachbuch 611

München 1998

328 Seiten, TB

Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel

ISBN 3-453-14136-9

Es gibt Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Es gibt Worte, die unaus­löschlich verharren, wenn man sie einmal gelesen hat und sich gegen jedes Ver­gessen sträuben, so sehr man sich auch bemüht. Und es gibt Geschichten, die so entsetzlich sind, dass man sie nicht für die Wirklichkeit halten KANN, selbst wenn man WEISS, dass sie es waren. Zu diesen Geschichten, diesen Leben, ge­hört die prägende Erfahrung von Rena Kornreich Gelissen.

Rena wird in der orthodoxen jüdischen Familie als vorletztes von vier Kindern im kleinen Ort Tylicz in Polen, nahe der tschechischen Grenze geboren. Man schreibt das Jahr 1920. Ihre Schwester Danka folgt im Jahr 1922. Bis zum Jahr 1939 ist das verschlafene Nest Tylicz Hinterwäldlerort, verschlafen und unwich­tig.

Als die Deutschen Polen überfallen, wird der Ort zur wichtigen Station für deut­sche Soldaten, und damit beginnt der Alptraum der Familie Kornreich. Sowohl Rena als auch Danka sind unglücklicherweise ausnehmend gutaussehende Mädchen, und obwohl sie die Schikanen anfangs gut überstehen, die ihnen mit den Judensternen, dem Einkaufen und Verkaufen bei und an nichtjüdische Mit­bewohner auferlegt wird, müssen sie 1940, als jüdische Mädchen vergewaltigt werden, schließlich in die Entscheidung ihrer Eltern einwilligen, sie zu Verwand­ten ins tschechische Bardejov zu schicken.

Auch hier sind sie aber nicht völlig sicher. Die Schwestern trennen sich schwe­ren Herzens, die jüngere Danka wird zu Verwandten in relative Sicherheit nach Bratislava gesandt, an der Grenze zu Österreich. Rena selbst schlüpft bei der Fa­milie Silber in Hummene, nahe Bardejov unter. Die Schwestern bleiben in Brief­kontakt.

Als den Familien, die Juden beherbergen, immer stärker zugesetzt wird, be­schließt sie, um die Silbers zu retten, sich bei den Deutschen freiwillig zum Ar­beitseinsatz in einem Arbeitslager zu melden. Ihre Vorstellung von einem Ar­beitslager ist verständlicherweise naiv: „Ein Arbeitslager kann gar nicht so schlimm sein, vor allem nicht, wenn dadurch ihr (der Silbers) Leben gerettet wird. Arbeit macht mir keine Angst. Ich weiß, was die Deutschen erwarten: Sau­berkeit, Promptheit, Ordnung, alles muss fleckenlos sein. Es wird nicht anders sein als die Arbeit in den Kasernen von Tylicz.“

Spätestens als sie mit Dutzenden anderer Frauen eingepfercht in einem Vieh­waggon nach Polen gekarrt wird, erhält ihre Vorstellung einen empfindlichen Sprung. Immer noch denkt Rena, die Deutschen seien auf diese Menschenflut nicht vorbereitet, auch in Auschwitz, wo sie landet, sieht alles chaotisch aus, und sie beruhigt sich damit, dass die Ordnung einkehren werde, dass man sie dann ansprechend behandeln würde, wenn erst einmal alles in geordneten Bahnen verliefe. Denn die Deutschen, das weiß sie ja, sind ordentliche Men­schen, die Chaos und Schmutz hassen. Sie werden für Ordnung sorgen.

Es ist die Ordnung des Todes.

Rena lernt in den nächsten Wochen, kahlgeschoren und ohne Unterwäsche in unbequeme, unzulängliche Kleidung gezwängt – die Kleidung erschossener sowjetischer Kriegsgefangener, die in den nächsten Monaten zu Hunderten nacheinander liquidiert werden, um Platz für jüdische KZ-Häftlinge zu machen – , dass die Blockwarte und die Arbeitsgruppenleiterinnen einstige Prostituierte und Mörderinnen sind und kaum weniger grausam als die SS-Bewacherinnen agieren.

Eine entsetzliche Leidenszeit beginnt, und sie wünscht sich nichts mehr, als dass ihre Schwester Danka in Sicherheit sei. Dass sie niemals in dieses oder ein ähnli­ches Lager kommt.

Und dann taucht sie auf einmal bei einem Transport auf. „Ich packe ihre zarten Schultern. Sie sieht mir einen Augenblick lang in die Augen, entsetzt und ver­ängstigt angesichts dieser Fremden. Der Klumpen in meinem Magen wird fest – sie erkennt mein Gesicht nicht. Dann wirft sie schluchzend ihre Arme um meinen Hals. ‚Rena!‘, stammelt sie… Ihr Gesicht macht mir Angst. Ihre Augen schauen ins Leere. ‚Warum bist du hierhergekommen?‘ ‚Weil du hier bist.‘ Ihre Stimme ist so naiv, so jung…“

Und von da an hat Rena eine Sorge neben dem reinen nackten Überleben mehr: sie muss auch dafür sorgen, dass ihre Schwester überlebt, die jeden Le­bensmut zu verlieren beginnt und schließlich krank wird. Da gibt sie ihrer Schwester das Versprechen: „Ich bringe dich zu unseren Eltern zurück und sage ihnen: Seht ihr, ich habe auf sie aufgepasst, wie ich es versprochen habe.“

Doch bevor sie das schafft, muss sie mit Danka durch die Hölle von Auschwitz.

Drei Jahre und einundvierzig Tage lang…

Es gibt Bücher, die kann man nicht erzählen, die muss man einfach erleben.

Dies ist eines davon.

Die Sprache wird unwillkürlich schlichter, nüchterner, fassungsloser, wenn man liest, was Menschen Menschen anzutun imstande sind. Wenn man erleben muss, wie Menschen zu Zahlen degradiert werden und sich der Verstand ins Reich des Wahns flüchtet, um überhaupt zu überleben. Und wenn man dann noch erkennt, dass dies nicht, ich betone: nicht das Ende jedweder Solidarität bedeutet, ja, dass es durchaus noch lichte Momente gibt, die Kraft spenden, dann wird dem Leser und Rezensenten schwindelig vor Emotion.

Es ist ein gutes, ein emotionales Buch, ein Dokument der Unmenschlichkeit und jener zarten Pflänzchen, die Rena und Danka Kornreich hießen, neunzehn und siebzehn Jahre jung, als sie durch die Hölle gingen. Es lohnt sich, mit ihnen zu leiden. Man lernt fürs Leben.

Ergänzend dazu ist als Sachbuch, das die Struktur und die Situation innerhalb des Konzentrationslagers analysiert und in intensiverer Tiefe darstellt, sehr zu empfehlen: Die Ordnung des Terrors von Wolfgang Sofsky, Fischer Geschichte 13427, 400 Seiten, 1997, Kostenpunkt: 19.90 DM

Dies ist jenseits jedes guten Horror-Romans. Denn hier schaudert man nicht nur über die Möglichkeit, sondern man WEISS, dass es Wirklichkeit war. Und wenn etwas an dem Wort dran ist, dass die schrecklichsten Dinge in der realen Welt passieren, dann ist dies hier für den Phantasten wahrlich die passendste Nah­rung, die man sich vorstellen kann. Anti-Eskapismus-Literatur.

© by Uwe Lammers, 2000

Natürlich ist diese Rezension schon recht alt mit über sechzehn Jahren… aber ich glaube, angesichts des Themas pflichtet ihr mir vermutlich bei, dass diese Art von Erinnerungsliteratur zeitlos ist – zumal dann, wenn man in Deutschland lebt und diese Gräuel unvermeidlich mir zur eigenen nationalen Vergangenheit gehören.

Mag sein, dass es viele derartige Bücher gibt, und einen gewissen Verdruss kann ich angesichts dieses Themas bei vielen Zeitgenossen vollauf verstehen. Dennoch ist diese Einstellung eindimensional und gefährlich. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die in der NS-Zeit im Holocaust gipfelten, sind nicht mit den letzten strammen NSDAP-Mitgliedern ausgestorben. Unter dem Label der „Asylanten“ und der „Flüchtlingskrise“ werden solche Einstellungen leider aktu­ell immer stärker wieder salonfähig, angefacht durch pathologische Furcht vor internationalem Terrorismus.

Sind wir darum sicher, dass Dinge wie oben niedergeschrieben wurden, nie wie­der passieren können, zumal hier in Deutschland? Ich möchte dafür meine Hand lieber nicht ins Feuer legen. Die obige Lektüre ist, will mir scheinen, eine gute Möglichkeit, das eigene Gewissen wach zu halten. Mitgefühl zu kultivieren. Die Angst vor dem Fremden und anderen Religionen zu verringern.

Dies alles sind Menschen wie wir selbst auch, sie wollen menschlich behandelt werden, nicht wie Vieh in einen Waggon gepfercht, nicht in Asylantenheimen verbrannt oder an Grenzen in Lagern unter primitivsten Bedingungen diskrimi­niert werden.

Denkt an ein Buch wie dieses, Freunde, wenn ihr die aktuelle Politik Europas und der Welt anschaut. Es hat mehr Denkanstöße parat, als ihr vielleicht glau­ben mögt.

In der kommenden Woche schießen wir wieder hinauf in den Weltraum, zur ge­heimnisvollen Sechseck-Welt der Markovier. Das solltet ihr nicht verpassen, meine Freunde.

Bis dann – und viel nachdenkliche Stunden bei der Lektüre des oben empfohle­nen Buches.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

ja, es ist schon geraume Zeit her, dass ich in dieser Subartikelreihe zu euch sprach. Wer nachlesen möchte – es war im Wochen-Blog 166 am 8. Mai 2016, also vor mehr als einem halben Jahr. Auch damals ging es, eher kursorisch aller­dings, um die Spezies der legendären Baumeister. Bei denen bleiben wir heute und kümmern uns mal einleitend, denn erschöpfend kann ich das Thema in ei­nem Beitrag gewiss nicht erörtern, um eine Installation des Oki Stanwer My­thos, die euch noch sehr häufig begegnen wird.

Wir sprechen mal von EXILEN.

Wer die Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) verfolgt hat, konnte ei­nes davon schon besuchen. Es handelte sich dabei um den so genannten „Son­nengarten“ des Baumeisters Quin, der in den Episoden 25 und 26 der Serie auf­gesucht wurde, und ich möchte behaupten, für die armen Yantihni, die von ei­nem Schrecken in den nächsten fielen, war dieser Besuch eher ein traumati­sches Erlebnis. Das hatte nicht nur, aber natürlich auch ganz besonders, mit der religiösen Komponente zu tun, die damit zusammenhing.

Quin galt und gilt immerhin als yantihnischer Sonnen- und Schöpfungsgott, der „Sonnengarten“ mithin als so etwas wie das christliche Paradies. Man stelle sich vor, welche Seelenerschütterung es auslöste, wenn man das christliche Paradies besuchen könnte, feststellen müsste, dass Gott selbst eigentlich ein Alien ist, und dass die Rückkehr von diesem Ort sehr wohl möglich ist…

Ich zweifle, dass das ohne massive Glaubensturbulenzen abginge.

Aber davon wollen wir hier und heute nicht reden – was diesen Aspekt der yan­tihnischen Gesellschaft angeht, so werdet ihr davon nach Band 30 der Serie noch mehr hören, und einiges wird euch gewiss nicht gefallen.

Im Rahmen der Kosmologie-Lektionen fragen wir uns heute etwas anderes: die­ses EXIL… was genau ist das eigentlich? Und wie funktioniert es physikalisch? Wobei wir, ich erinnere noch mal daran, aktuell nur einen ersten Schnupperkurs unternehmen. Zunächst also die Fakten:

Das EXIL des Baumeisters Quin befindet sich im feurigen Halo der Sonne Yinihr, dem Zentralgestirn des Yinihr-Systems, in dem sich die yantihnische Spezies entwickelt hat. Optisch ist es für keine Messsysteme der Yantihni aufzufinden. Selbst der Baumeister Nogon hat einige Schwierigkeiten, es zu entdecken, und das will einiges bedeuten.

Kaum sind die Yantihni in den „Sonnengarten“, d.h. das EXIL, eingedrungen, kommt es relativ schnell zur Konfrontation mit dem Avatar des Baumeisters Quin, der Sternenforscherin Sianlee, was für die junge Nayeen besonders trau­matisch ist, weil Sianlee ihre Mentorin war. Erst im Anschluss kann der Bau­meister Nogon, der sich als Yashoor „maskiert“ hatte, ein wenig Aufklärung leis­ten, die aber kryptisch bleibt. So sagt er beispielsweise, als Nayeen mutmaßt, sie befänden sich noch in der Korona von Yinihr, dies sei nicht der Fall: „Genau genommen habt ihr das Universum verlassen. Wir befinden uns jenseits davon.“

Das ist etwas, was sie eher nicht erwartet haben. Damit lernen wir den ersten wichtigen Aspekt: EXILE sind nicht Teile des Standarduniversums.

Nogon fährt fort: „Wir Baumeister nennen solche Orte EXILE. Es handelt sich um matrixneutrale Enklaven im Kosmos, in denen eigene Naturgesetze, eine ei­gene Raumzeit und eine separate Geometrie bestehen. Das ist jetzt aber kein Grund, sich zu ängstigen. Wir werden den Rückweg schon finden, wenn wir mit Quin eine Übereinkunft erzielt haben… wir kommen auch sonst nach draußen, aber es würde länger dauern. Indes… ohne meine Hilfe würdet ihr das EXIL wahrscheinlich nie mehr verlassen können.

Du solltest nur den Ort verstehen, an dem wir uns befinden. Nach außen hatte das EXIL einen maximalen Durchmesser von einem halben Neenor eurer Rech­nung, erinnerst du dich?“

Doch auch das ist ein Irrtum. Vielmehr, erläutert er zum Unglauben der Lau­schenden: „Dieser eine Kondensationskern mag nach außen nur 500 Neen Durchmesser haben. Er könnte auch so punktklein sein, dass man ihn ortungs­technisch nicht erfassen würde – das spielt keine Rolle. Was wir angemessen haben, war nichts als ein EXIL-Tor und die Nihilationsmechanismen, die freilich nicht auf Baumeistersignaturen reagierten.“

Nogon vergleicht diesen „Einstieg“ ins EXIL mit einem Ereignishorizont eines Schwarzen Loches, und das tut er durchaus nicht zu Unrecht, es gibt da einige Analogiemöglichkeiten. Aber die Art und Weise, in der er dies dann kosmolo­gisch begründet (und glaubt mir, das ist gewissermaßen der um Fakten berei­nigte Schongang für die Yantihni, die so quasi gar nichts erfahren), ist gewöh­nungsbedürftig:

Dieses Tor ist der einzige Punkt, der in der gängigen Raumzeit dieses Univer­sums verankert ist. Er ist gewissermaßen jenes Fundament, das verhindert, dass das EXIL wie schillernder Schaum auf einem wild bewegten Gewässer dahinge­trieben wird. Das Innere des EXILS aber stellt ein Mikrouniversum dar. Dieses hier ist nicht sonderlich groß. Meine SENSOREN sagen, es habe etwa einen Durchmesser von achthunderttausend Neenor. Allerdings hat Quin dieses EXIL nahezu vollständig ‚verbaut’. Es wimmelt hier von komplexen Hochenergielaby­rinthen und ähnlichen Strukturen wie dem hier.“

Er redet noch von einigem mehr, von „Matrixstabilität“ etwa, aber das über­steigt nicht nur Nayeens Horizont, sondern wahrscheinlich auch den euren. Das kann und werde ich euch natürlich nicht übelnehmen. Und da wir hier bei den Kosmologie-Lektionen sind, ist es nicht meine Absicht, euch zu verwirren, son­dern ein wenig gedanklich weiter in die Grundlagen des OSM einzuführen. Schauen wir uns also Nogons Bemerkungen an und versuchen, daraus schlau zu werden mit den Kenntnissen, die wir besitzen:

Wir haben es nach seinen Worten im Fall eines EXILS mit einem „Mikrouniver­sum“ zu tun, das nicht Teil unseres Standarduniversums ist. Es soll, wir müssen exemplarisch bei Quins „Sonnengarten“ bleiben, weil wir noch keine anderen EXILE kennen (von HANKSTEYN etwa seid ihr noch weit entfernt, und freut euch, dass es so ist!), einen Durchmesser von rund 800.000 Neenor haben. Das ist etwa die Distanz Erde-Mond.

Für ein Universum etwas mickrig? Na ja, täuscht euch nur nicht, Freunde. Größe ist nichts, was für Baumeister irgendwie relevant ist. Das ist ein wenig so wie mit dem Doctor und der TARDIS, warne ich mal vor.

Die Frage, die sich stellt, ah, die Fragen, die sich stellen, sollte ich besser formu­lieren, sind ganz andere. Eine kleine Auswahl: Wie ist dieses Mikrouniversum entstanden? Wie wird es stabilisiert? Wie kann es an unser Universum „ange­koppelt“ sein, wenn es gar nicht Teil davon ist? Von den Fragen nach seinem Verhalten beim Kataklysmus spreche ich erst deutlich später, das ist heute noch kein Thema, wiewohl ich darüber schon seit sehr langer Zeit Bescheid weiß.

An Nogons Antworten kann man jedenfalls ablesen, dass er über kosmologische Grundlagen sehr viel mehr weiß als die besten yantihnischen Physiker. Und er kennt dabei, das ist wesentlich bedeutsamer, noch mehr Basisstrukturen als diese. Was ihn und seine Artgenossen zugleich in die Lage versetzt, mit den kos­mischen Energien und sonstigen Substanzen in einer Weise zu arbeiten, „zu bauen“, die sich die Yantihni nicht einmal auch nur entfernt vorstellen können.

Das EXIL ist ein erster Ausdruck dieser Fähigkeiten.

Es sei heute einmal vorangeschickt, dass die Baumeister ihre EXILE selbst ge­schaffen haben. Dieses Mikrouniversum, in dem sich die Yantihni in den TI-Bän­den 25 und 26 also befinden, ist eine Schöpfung des Baumeisters Quin… und wie ich oben andeutete, gibt es über EXILE noch sehr viel mehr zu lernen, bis den Betrachtern quasi der Kopf raucht.

Da dies hier aber nur ein erster, bescheidener Einstieg sein soll, möchte ich es dabei für den Moment belassen. Die Details der EXILE sind in der nahen Zukunft für die TI-Serie noch nicht wirklich relevant. Falls ich schon in der Lage wäre, den Annalen-Roman „Die schwebenden Berge“ (1990) zu veröffentlichen, dann wäre das sicherlich anders, denn der SPIELT in einem EXIL. Allerdings im KON­FLIKT 17, also der OSM-Serie „Drohung aus dem All“, und die ist euch bis auf wenige, verstreute Fanzine-Ausgaben aus den 90er Jahren, noch nicht zugäng­lich.

Die nächste Kosmologie-Lektion zum Thema „EXILE“ hat also noch etwas Zeit. Geduldet euch, Freunde, manche schwere Kost des OSM kommt nur in kleinen Häppchen zu euch, und die EXILE gehören nun mal zu den Schwergewichten.

In einer Woche entführe ich euch wieder in die Subartikelreihe „Was ist eigent­lich der OSM?“, da schauen wir uns das Jahr 2010 weiter an, wie es sich kreativ entwickelte.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

PS: Irgendwie hat sich die Schriftform während des Schreibens verstellt… ich konnte den Baufehler nicht ausfindig machen, um einen homogenen Eindruck wieder herzustellen. Tut mir leid. Ich hoffe, es hat euren Lesefluss nicht zu sehr gestört.

Rezensions-Blog 88: Familientreffen

Posted November 29th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich glaube, es ist keine Überraschung für regelmäßige Leser dieses literarischen Blogs, wenn ich an dieser Stelle wieder mal bekenne, ein Verehrer von Ray Bradbury zu sein. Aktuell entdecke ich eines seiner berühmtesten Werke – „Die Mars-Chroniken“ – und bin einfach hingerissen… ihr werdet beizeiten an die­ser Stelle sehen, wie sich das in einer unumgänglichen Rezension ausprägt.

Heute möchte ich euch, wie schon verschiedentlich, Bradburys Kurzgeschichten ans Herz legen, von denen es zahlreiche schöne Ausgaben in deutscher Über­setzung gibt. Es ist mir nicht bekannt, ob es, wie beispielsweise von Patricia Highsmith, auch eine Bradbury-Gesamtausgabe gibt… aber sie wäre zweifelsoh­ne ein literarischer Leckerbissen, der jeden investierten Euro wert sein würde. Was es freilich gibt – ich erwarb das Buch auf dem DortCon 2013 – , das ist Hardy Kettlitz´ Bradbury-Biografie1, die auch noch meines hungrigen Auges harrt. Und wenn sie nur halb so gut gelungen ist wie die Werke des Meisters selbst, dann wird sie gewiss auch rezensiert.

Dass manche Bücher einfach genügend lange in Regalen oder Schränken ab­lagern müssen – wobei sie ein wenig mit gehaltvollem Qualitätswein gemein haben, von dem ich aber, zugegeben, wenig verstehe – , zeugt im Einzelfall von ihrer Qualität. Auf solche Weise kann man relativ gut, Geduld vorausgesetzt, die Spreu vom Weizen scheiden. Qualität von hastig heruntergekurbelter Ge­schwindigkeitsware, die den Trends der Zeit nachhechelt und in fünf Jahren in der Vergessenheit versunken ist.

Zu Bradburys Zeiten war Schriftstellerei noch hochwertige, langfristig auf Be­stand angelegte Arbeit, durchweg harte Arbeit, doch ebenso tiefes, inniges Ver­gnügen, wenn eine Geschichte endlich den letzten Schliff bekommen hatte und ans Licht der Öffentlichkeit treten durfte.

Die in der folgenden Storysammlung vereinten Geschichten gehören zu denen, mit denen er die Welt beglückte. Schlagt die Seiten auf und lasst euch von den Werken verführen:

Familientreffen

(OT: The October Country)

von Ray Bradbury

Diogenes 21415

Zürich 1986

240 Seiten, TB

Preis damals: 9,80 DM

Phantastik aus den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts haftet nur zu leicht das Etikett an, vergilbt, altbacken und angestaubt zu sein… zweifellos gilt das für viele solche Geschichten mit Recht. Stammen sie doch aus einer Zeit der ungebrochenen Zukunftseuphorie, in der es von nuklear betriebenen Automo­bilen, fliegenden Häusern, mühelosen interstellaren Imperien und hochhaus­großen Raumschiffskreuzern nur so wimmelte. Ja, zweifelsohne ist vieles davon heutzutage eher befremdlich zu lesen, mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen der Nachgeborenen, vom Stil der damaligen Zeit wollen wir mal gar nicht reden.

Und dann gibt es Ausnahmen.

Ray Bradbury war eine solche Ausnahme. Er starb, hoch betagt, erst im Juni 2012, mehr als neunzig Jahre nach seiner Geburt. Und fürwahr, dieser Mann, der Literatur verschlang, als wäre es Fastfood, und der fast im gleichen Tempo selbst Literatur produzierte, in unendlich vielfältiger Form, er war schon mit Ende 20 ein Autor, der genau wusste: es sind nicht die exaltierten, verrückten Ideen, die für den Moment begeistern, diejenigen, die letztlich von Dauer sind. Nein, jene Werke sind es, die auf den ersten Blick vielleicht seltsam, abseitig und ungewöhnlich wirken, aber im tiefsten Innern von MENSCHEN handeln (oder von Geschöpfen, die zumindest menschenähnlich sind). Werke, die sich stilistisch auf ungewohnte Weise vom Mainstream abheben.

Er wusste, dass man viel Unterschiedliches lesen musste, dass man eine tiefe Seele zu entwickeln hatte, wenn man wirklich Geschichten schaffen wollte, die von zeitloser Dauer sind. Bradbury besaß den weiten Horizont dafür, die Bele­senheit und die quecksilbrige Seele, die leicht entflammbare Phantasie, die da­für vonnöten war. Und er lebte in aufregenden Zeiten, die den Stoff für Ge­schichten an jeder Ecke anboten.

Da gab es die weiten Kornfelder des Mittleren Westens, es gab die getriebenen Existenzen der 30er Jahre, als die auf das Jahr 1929 folgende Wirtschaftsde­pression Hunderttausende entwurzelte und durchs Land trieb (unter anderem seine Eltern und ihn huckepack). Zugleich war es eine Zeit des stürmischen Fort­schritts, ständig pochte der Herzschlag der technischen Moderne und stieß be­ständig zu neuen Gipfeln vor. Die weißen Flecken auf den Landkarten lösten sich erforscht in Nichts auf. Kämpferische Ideologien rangen um die Weltherrschaft, dann wurden die Kräfte des Atoms entfesselt, der Wettlauf zum Mond packte die Menschheit…

Fürwahr, stürmische Zeiten für Phantasten wie Ray Bradbury.

Und er schrieb und schrieb und schrieb.

Die in diesem Band zusammengefassten dreizehn Erzählungen stammen aus den Jahren 1947 bis 1955, und wie einleitend gesagt, könnte man glauben, sie hätten uns heute nicht mehr viel zu sagen – ah, weit gefehlt, meine Freunde, wirklich, weit gefehlt. Ich gebe euch ein paar Schnupperhappen, die neugierig machen sollten.

Das Skelett – Da ist etwa der bemitleidenswerte Mr. Harris, glücklich verheira­tet, der Probleme mit seinen Knochen hat, die er nicht versteht. Sie schmerzen ihn. Sein Hausarzt, Dr. Burleigh, stuft ihn deshalb als Hypochonder ein… aber die Schmerzen nehmen zu, geradezu pathologisch stark. Mr. Harris´ Nerven sind angegriffen. Vielleicht sollte er doch einen Spezialisten hinzuziehen? Da kommt ihm der rätselhafte Dr. Munigant ganz recht, der sich besonders mit Knochen beschäftigt. Sehr intensiv sogar…

Das Glas – Jahrmärkte sind immer für amerikanische Bürger Quellen von Über­raschungen und wohligem Grusel. So geht es auch Charlie, als er dort bei einem Schausteller ein großes Glas mit Konservierungsflüssigkeit entdeckt, in dem ir­gendetwas Unheimliches schwimmt… er kann nicht exakt sagen, was es ist, aber es zieht ihn magisch an. Durch glückliche Umstände (na ja, vielleicht) kann er es tatsächlich erwerben und bei sich dann zum Grusel seiner Freunde zur Schau stellen. Es gibt nur eine Person, die das ausnehmend grässlich findet, und das ist seine Frau Thedy… und das führt zu schaurigen Konsequenzen…

Die Reisende – Cecy ist ein seltsames Mädchen in einer vielleicht noch eigenar­tigeren Familie. Während die meisten Angehörigen der Sippe sich tagsüber in den Keller in ihre Mahagonisärge zurückziehen, ist Cecy deutlich anders. Sie schläft die ganze Nacht, frühstückt, und danach liegt sie den gesamten Tag auf dem Bett und scheint überhaupt nichts zu tun… aber dieser Eindruck täuscht auf furchtbare Weise. Besonders schlimm bekommt das Onkel Jonn zu spüren, als er dabei ist, die Sippe zu verraten…

Die Sense – Eigentlich ist es ein Glücksfall, dass ihnen das Benzin ausgeht, gera­de als das einsame Farmhaus auftaucht. Drew Erickson und seine Frau Molly so­wie die Kinder gehören zu den entwurzelten Existenzen auf dem Weg gen Wes­ten, die durch die Wirtschaftskrise den Boden unter den Füßen verloren haben. Und nun ist da dieses Haus mit vollen Vorratsräumen, einem gewaltigen, präch­tigen Weizenfeld direkt vor der Tür… und einem friedlich still gestorbenen alten Mann im Schlafzimmer, der dem Finder seines Körpers dies alles vermacht.

Ein Glückstraum? Vielleicht. Jedenfalls scheint es so. Wäre da nicht die Ver­pflichtung, das Weizenfeld zu ernten, täglich die Sense zu schwingen. Und es scheint auch kein normaler Weizen zu sein, denn das gemähte Getreide verfault quasi auf der Stelle. Und der abgeschnittene Weizen sprießt sogleich wieder grün empor.

Als Drew Erickson herausfindet, was für eine Aufgabe sich wahrhaftig mit der Sense verbindet, ist es längst zu spät…

Es war einmal eine alte Frau – Tante Tildy ist eigensinnig. Natürlich ist sie alt, und sie hat nie geheiratet. Wie sie nicht müde wird zu betonen, hat sie das des­halb getan, um nicht zusehen zu müssen, wie ihr einfach so der Ehemann wegstirbt. Sie glaubt einfach nicht an den Tod und denkt nicht daran, irgend­wann so zu sterben.

Doch dann ist da auf einmal dieser schweigsame, junge Mann, und bei ihm sind die vier Träger mit diesem großen Weidenkorb, und sie befinden sich in Tante Tildys Wohnzimmer. Sie denkt gleichwohl nicht daran, aufzugeben, als ihr klar wird, warum sie wohl hier sind… und wie gesagt, Tante Tildy kann sehr, sehr ei­gensinnig sein…

Der wunderbare Tod des Dudley Stone – Ernest Hemingway nahm die Büchse und pustete sich das Lebenslicht aus. F. Scott Fitzgerald wurde durch den Alko­hol ruiniert. Der Erste Weltkrieg mähte reihenweise Literaten dahin oder trau­matisierte sie so sehr, dass sie nicht mehr zu schreiben vermochten. Aber was, zum Teufel noch mal, passierte mit Dudley Stone? Seine in die Jahre gekomme­nen Leser und Fans wissen eigentlich nur, dass er vor rund 25 Jahren schlagartig verkündete, er werde aufhören zu schreiben. Sein letztes Schreiben lautete: „Sehr geehrte Herren! Heute, im Alter von dreißig Jahren, trete ich von der Büh­ne ab, gebe das Schreiben auf, verbrenne alles, was mir teuer ist, werfe mein letztes Manuskript auf den Müll, rufe Ihnen meinen Gruß und mein Lebewohl zu.“

Ja, und das war es. Aber warum? Weshalb? Das nächste seiner Bücher wäre das beste überhaupt geworden, sagten selbst seine Agenten. Aber ist er nun leben­dig oder tot?

Im Auftrag der Stone-Fans nimmt Mr. Douglas den Auftrag an und reist an die Küste, um Stone ausfindig zu machen, den rätselhaften Literaten – tja, und dann steht er tatsächlich da am Bahnsteig, der „tote“ Dudley Stone, und er hat eine unglaubliche Geschichte davon zu erzählen, wie man tot sein kann und doch wieder nicht…

Fürwahr, viele dieser Geschichten sind faszinierende stilistische Vignetten, Kleinodien mit tiefen Weisheiten darin, nicht zuletzt die eben noch genannte Dudley Stone-Geschichte, an der sich so mancher Literat der Gegenwart viel­leicht ein Beispiel nehmen könnte. Und Geschichten wie „Die Sense“ sind auch heute noch so grausig, dass es dem Leser kalt über den Rücken läuft.

Lasst euch nicht von dem dämlichen Titelbild irre machen, das echt nicht gelun­gen ist. Lasst euch von dem Namen Ray Bradburys verzaubern und von seinen Geschichten. Vergesst das Alter der Werke, genießt einfach.

© by Uwe Lammers 2014

Ja, das ist schon ein höchst einfallsreicher Mann mit quecksilbrigem Verstand gewesen, der gute Ray Bradbury – und ich freue mich sehr, dass ich noch lange nicht alle seine Geschichten und Romane gelesen habe. So gibt es vieles, auf das ich mich noch zu freuen vermag. Und ich hege keinen Zweifel daran, dass die Werke, die ich noch nicht kenne, von einem ebensolchen Fluidum der Zeit­losigkeit durchströmt sind wie jene, die mir schon bekannt wurden.

In der kommenden Woche gehen wir einige Jahrzehnte in der Zeit zurück, in eine finstere Epoche des vergangenen 20. Jahrhunderts. Und anhand des Be­richts einer Zeitzeugin können wir sie durchleben, zur ewigen Mahnung des Vergangenen und Warnung des Zukünftigen.

Das solltet ihr nicht versäumen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1Vgl. Hardy Kettlitz: Ray Bradbury. Poet des Raketenzeitalters, SF Personality 24, Shayol, Berlin 2013.

Liebe Freunde des OSM,

die Dinge entwickeln sich nach wie vor einfach im Schneckentempo… es ist be­drückend heiß, deutlich heißer, als ich das vertrage, es ist viel zu arbeiten, Rei­sen und andere Angelegenheiten wie etwa eine defekte Waschmaschine rau­ben zusätzlich Energie und Zeit und lenken mich gründlich ab. Zwar konnte ich mit Müh und Not das neue E-Book realisieren, Band 27 der TI-Serie, aber wie ihr sehen werdet, hat es zu sehr viel mehr dann kaum gereicht. Der erste Blick mag trügen, ich sage dazu gleich etwas.

Folgendermaßen kam ich im vergangenen Monat August mit meinen kreativen Projekten voran:

(OSM-Wiki)

Blogartikel 191: Work in Progress, Part 44

E-Book 35: Späherin der Cestai

Blogartikel 197: „Was ist eigentlich der OSM? Teil 40“

(18Neu 78: Erinnerungen an die Ewigkeit)

(18Neu 79: Mitkors Feuerdomizil)

(18Neu 80: Der Seelenheiler)

(18Neu 81: Der Blaue Kristall)

Erläuterung: Diese Fülle an Episoden mag euch überraschen. Aber daran, dass sie eingeklammert sind, ist zu erkennen, dass ich an jeder dieser Abschriften nur ein paar Seiten weit kam. Wieso fange ich auf einmal so viele Abschriften an? Eine berechtigte Frage, auf die es zwei Antworten gibt: Zum einen steht mit Band 83 der Beginn eines der Furcht erregenden Zyklen in abgeschlossenen OSM-Serien überhaupt an, nämlich der „Zeitschatten-Zyklus“, der für mich da­mals bei der Niederschrift im Jahre 1988 zu einem monatelangen Alptraum wurde… und zu einem ungeheuerlichen Abenteuer gleichzeitig. Ich werde davon noch erzählen.

Zum zweiten entsann ich mich, während ich den weiter oben stehenden 40. Teil der historischen Blogartikelreihe schrieb, wie ich verfahren bin, als ich mich dem Ende der Abschrift des KONFLIKTS 17 „Drohung aus dem All“ näherte. Und dort verfuhr ich genau so: Anlage einer ganzen Reihe von „Leerhüllen“ mit wenig mehr als den Rahmenparameterdaten. Und interessanterweise schrieb es sich daraufhin umso geschwinder. Ich hoffe, dass das hier ebenso der Fall ist, und ihr werdet merken, ob ich mich da irre oder nicht. Es wird noch mehr solche Passa­gen weiter unten geben.

(E-Book 36: Die Sternenbaustelle)

(12Neu 37: Soffrols Erbe)

(12Neu 38: Der Bezwinger erwacht!)

Erläuterung: Und hier ist derselbe Effekt der Fall wie eben schon – mit Band 38 erwacht im KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ der legendäre Oki Stanwer zu neuem Leben, und mit ihm zieht zugleich der Tod in die frostige Einszone in der Galaxis Koopen ein. Demnächst kommt dann noch der „Doppel­zeit-Effekt“ hinzu, eine zeitreisende Dämonenwaffe… und die Hölle öffnet hier ihre Pforten. Ein phantastischer Zyklus… ursprünglich im Jahre 1989 geschrie­ben, aber nun endlich an der Schwelle, ins digitale Zeitalter überführt zu wer­den. Gut so!

Der Tausch auf ein Jahr – Archipel-Skript (Abschrift)

Erläuterung: Dies ist eigentlich nicht Fisch noch Fleisch, wenn ich ehrlich sein soll. Es handelt sich um eine alte maschinenschriftliche Skizze von zwei Seiten Umfang, die ich als Datei vermisste und jüngst abschrieb. Es handelt sich dabei weder um ein Fragment im strengen Sinn noch um eine fertige Geschichte, son­dern eben nur um einen skizzenhaften Entwurf. Es kann noch Jahre dauern, bis ich an dieser komplexen Idee weiterschreibe. Bislang hat nicht mal die Insel, auf der das spielt, einen Namen. Alles noch sehr vage…

(Mariannes Kursänderung – Archipel-Story)

(12Neu 35: Geleitzug ins Nichts)

(12Neu 36: Das Reich hinter dem Universum)

(Julianna – Archipel-Story)

(Rescaz – OSM-Story)

Erläuterung: Hierzu muss ich ebenfalls was sagen, Freunde. Der eigentliche Ge­schichtenkeim dieser Story stammt aus dem Jahr 1988. Er hatte allerdings nur eine knappe handschriftliche Notizseite und war inhaltlich so vage, dass ich fast 30 Jahre mit mir haderte, ob ich daraus überhaupt etwas machen sollte… und dann kam die Zeit, da ich – wie oben erwähnt – damit begann, eine ganze Reihe von Episoden einer Serie sukzessive parallel abzuschreiben. In diesem Fall war es KONFLIKT 12, in dem auch die Geschichten-Notiz schon spielte. Aber mit ei­nem Abstand von mehreren Jahrzehnten entdeckte ich nun etwas anderes in dem Geschichtenkeim.

Auf einmal dachte ich mir nämlich: Warum soll diese Geschichte eigentlich (wie skizziert) in Bytharg spielen? Es geht doch um Rescaz, eine der legendären 16 Dämonenwaffen TOTAMS und ein Gestaltwandler und Massenmörder vor dem Herrn… in einer Galaxis voller Gestaltwandler fällt Rescaz aber (beinahe) nicht auf. Der wirkliche Schrecken eines Gestaltwandlers offenbart sich erst in einer Umgebung, in der man von einer weitgehend statischen Identität ausgeht, die von Geburt bis Tod weitgehend gleich bleibt.

Und mir war bewusst, wer Rescaz in KONFLIKT 12 wirklich war… es gab ihn da ja dummerweise zweimal. Und jählings erwachte also dieses wahnsinnige Zeit­reise-Massenmörder-Ding zum Leben. Ich schrieb die handschriftliche Notiz ab und fügte ein paar Auszüge aus der Serie an, aus den Episoden, die ich bereits abgeschrieben und kommentiert hatte… und schwuppdich, schon war ich auf 35 Seiten. Erstaunlich. Aber von der eigentlichen Geschichte ist bislang noch kaum etwas da. Das kommt noch… ich möchte aber noch nichts zum zeitlichen Horizont sagen, in Zeiten wie diesen führt das leicht zu herben Enttäuschungen…

(Blogartikel 189: Logbuch des Autors 19: Ein transuniversaler Schleier)

Erläuterung: Was das wieder für ein kryptischer Titel ist? Tja, liebe Freunde, das wisst ihr, wenn dieser Beitrag erscheint, schon. Und wer ihn verpasst haben soll­te, dem möchte ich an dieser Stelle nicht zuviel verraten. Es lohnt sich unbe­dingt, ihn zu lesen.

(Blogartikel 185 (NEU!): OSM und „Liebster Award“ – Fragen und Antworten)

Erläuterung: Tja, das ist mal wieder ein Fall eines Blogartikels, der noch nicht fertig gestellt werden konnte. So etwas gibt’s halt auch von Zeit zu Zeit, wenn es auch selten ist…

(14Neu 35: Glusem, die Biowelt)

14Neu 34: ANTI-TOTAM

(14Neu 36: Gefangen im Mikrokosmos)

Erläuterung: Ihr merkt schon an der Reihung – das ist der nächste Schauplatz der Sammelabschriften, und Recht habt ihr. Ich habe mit der Abschrift dieser Se­rie im Juli 2013 (!) begonnen und bin erst bei Band 34… für drei volle Jahre ist das ziemlich blamabel, da jede Episode (noch) nur 15 handschriftliche Seiten hat. Es war höchste Zeit, das Tempo etwas anzuziehen, wenn ich sonst schon kaum was schaffe…

(Zwei Mädchen auf der Insel – Archipel-Story)

(Falsche Erwartungen – Archipel-Story)

Erläuterung: Ja, ja, zwischendrin schreibe ich tatsächlich am Archipel mal wei­ter, auch wenn ich kaum Gelegenheit dazu finde und nur selten in Laune dazu bin. Und immer sind es maximal 2-3 Seiten… seufz. Manche Klammern um Wer­ke stehen nicht umsonst viele Jahre da. Da heißt es: Geduld haben… Geduld ha­ben… und die meiste Geduld brauche ich selbst…

Blogartikel 205: „Was ist eigentlich der OSM? Teil 41“

(Annalen 6: Mein Freund, der Totenkopf, Teil 1)

Erläuterung: Auch mit diesem Werk, das eigentlich für Dezember 2016/Januar 2017 vorgesehen war zur Publikation, komme ich jetzt ein Stückchen weiter vor­an. Aber es wird dauern, bis ich damit grundlegend vorwärts komme.

(18Neu 82: Wächter des Vierten Siegels)

(18Neu 83: Der Schrei des Orakels)

(18Neu 84: Invasion der Zeitschatten)

Erläuterung: Hier ist die nächste Etappe begonnener Episoden-Abschriften… und der Beginn des langen Zeitschatten-Zyklus. Überall auf der Erde tauchen Menschen oder menschenähnliche Wesen aus dem Nichts auf, die wie Lebens­energie-Vampire zu sein scheinen. Tötet man sie, zerfallen sie zu schwarzem, körnigen Staub. Aber damit ist das Problem selbst noch lange nicht beendet… das Ende der Welt hat gerade begonnen…

Blogartikel 190: Kreative Stimuli

Damit kommen wir dann an das Ende des Monats August. Wie ihr sehen könnt, hat es wieder mal nur für eine Reihe der kurzen Blogartikel gereicht (und für ei­nige Rezensions-Blogs, die hier naturgemäß nicht aufgelistet werden). Wie ich eingangs sagte – es wirkt umfangreicher, als es tatsächlich ist. Vielleicht ändert sich das im Monat September, aber ich bin da skeptisch. Es ist einfach zu viel anderes zu erledigen – und die „Geburtstagssaison“ hat angefangen. Allein fast zehn Leute, die ich gut kenne, in nicht einmal fünf Wochen… nun, in ein paar Wochen seid ihr jedenfalls schlauer, was meine Schreibleistung im September angeht.

In der kommenden Woche machen wir wieder einen Ausflug in die OSM-Kos­mologie. Das solltet ihr nicht verpassen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 87: Hebt die TITANIC!

Posted November 23rd, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute kann ich ein dezentes Lächeln nicht unterdrücken, wenn ich diese einlei­tenden Zeilen schreibe… warum dies, mögt ihr euch fragen? Nun, hier schreibt nun definitiv ein Fan, und üblicherweise bin ich solchen Lobeshymnen ein we­nig skeptisch gegenüber eingestellt. Es liegt ja nahe, dass die Begeisterung dazu verführt, die kritische Distanz abzuschmirgeln und sehr zu reduzieren. Das könnte also auch in diesem Fall geschehen.

Was vereitelt eine solche Lobeshymne? Es gibt mehrere Gründe dafür: zum einen ist der vorliegende Roman einer, den ich im Laufe der zurückliegenden dreißig Lebensjahre viermal gelesen habe, und das schafft schon ein wenig Di­stanz. Man liest bekanntlich bei jeder Neulektüre andere Passagen intensiver als beim ersten Mal – was einen wesentlichen Reiz von Neulektüren ausmacht, wie ich finde. Wer denkt, ein Buch sei ein unveränderlicher Gegenstand, der bei jeder Lektüre notwendig derselbe sei, der übersieht grundlegend die Interde­pendenz zwischen Leser und Artefakt, d. h. Buch.

Der zweite Grund liegt in meinem Lesehorizont gegenüber dem Cussler-Ge­samtwerk. Als ich den Roman das erste Mal verschlang, kannte ich den Autor ja überhaupt nicht und war völlig auf den Handlungsgegenstand, eben den tra­gisch-legendären Luxusliner TITANIC, fixiert. Das sieht heute schon deutlich an­ders aus.

Zum dritten habe ich mich in den zurückliegenden Jahrzehnten über vielfältige Sachbücher und Zeitzeugenberichte viel besser in die historische Thematik ein­gearbeitet und, nicht zuletzt, auch ein erfolgreiches Geschichtsstudium abge­schlossen. Mag ich hier auch methodentheoretisch etwas schwach sein, was ich bereitwillig konzediere, so hat doch auch das ein wenig von der enthusiasti­schen „Nur-Fan-Haltung“ abgeschmirgelt, die sonst an dieser Stelle zu erwarten sein könnte.

Nun denn… und doch werdet ihr erkennen, dass ich auch im Jahre 2015, als ich das Buch das vierte Mal las, noch stellenweise sehr beeindruckt von dem Werk war. Und das ist auch sehr angebracht, wie ich finde. Ich sage nicht umsonst, dass das mein Lieblingsroman von Clive Cussler ist.

Ihr könnt heute herausfinden, warum ich das so betone.

Auf ins Abenteuer:

Hebt die TITANIC!

(OT: Raise the TITANIC!)

Von Clive Cussler

Goldmann 3976

320 Seiten, TB

Geschrieben: 1976; dt. 1977; TB-Ausgabe: 1980

Aus dem Amerikanischen von Werner Gronwald

Diese Rezension habe ich schon einmal geschrieben, zu Zeiten, als ich noch mit der Schreibmaschine arbeitete und der Computer für mich ein exotisches Ar­beitsmittel darstellte… und bei der Abschrift dieser Rezension am 30. Septem­ber 2015 wurde klar, dass es mit der Abschrift natürlich nicht getan sein würde. Um dieses Werk gescheit auf meinem Rezensions-Blog zu präsentieren, ist deutlich mehr vonnöten. Ich fange also noch mal gescheit von vorne an.

Im April 1912 überquert ein verstörter Mann am Ende seiner Nervenkraft mit dem Dampfer TITANIC den Atlantik, um ein für allemal mit der grausigen Ver­gangenheit abzuschließen. Heimgesucht von Alpträumen hofft er, endlich See­lenfrieden zu finden – aber dies ist ihm nicht vergönnt. Wie jeder historisch Ver­sierte weiß, kollidiert die TITANIC mit einem Eisberg und versinkt für immer in den Fluten des Nordatlantiks. Doch ehe dies geschieht, schreckt der Mann auf und zwingt einen jungen Bediensteten des Schiffes, ihn in die Tresorkammer des Luxusliners zu bringen – und darin einzuschließen. Seine letzten Worte sind kryptisch genug: „Gott sei Dank für Southby.“ Dann sinkt er mit dem sterbenden Schiff auf den Grund des Ozeans.

75 Jahre später befindet sich ein amerikanischer Geologe auf der Suche nach dem seltenen Mineral Byzanium. Die amerikanische Regierung benötigt es für die Realisierung eines wichtigen Projekts, das man das „Projekt Sizilien“ ge­nannt hat. Doch es gibt ein Problem: das einzige bekannte Vorkommen liegt auf der Insel Nowaja Semlja im Einflussbereich der Sowjetunion… und der Geologe, der dort heimlich landet, wird prompt entdeckt. In letzter Minute kann er von einem herkulischen Mann gerettet werden – Dirk Pitt, dem Leiter für Spezial­projekte der National Underwater and Marine Agency (NUMA).

Der verletzte Geologe Sid Koplin bringt dann verwirrende Neuigkeiten von der eisigen Insel wieder – seinen Angaben zufolge ist das Vorkommen an Byzanium einwandfrei ausgebeutet worden… allerdings nicht von den Sowjets, wie ur­sprünglich angenommen, sondern von Männern, die sich selbst als „Colorada­ner“ bezeichneten.

Historische Recherchen ergeben, dass die „Coloradaner“ Amerikaner waren und von einem Mann namens Joshua Hays Brewster geleitet wurden. Und ihm gelang als einzigem – mitsamt dem Erz – die Flucht von der Insel, und zwar im Jahre 1912. Laut seinem Tagebuch brachte er das Erz sicher in die Stahlkammer jenes Schiffes, mit dem er in die USA aufbrach.

Also ist das Erz auf amerikanischem Boden angekommen? Leider nein.

Denn auch diese Hoffnung der amerikanischen Politiker und Wissenschaftler er­weist sich als fatal und trügerisch – denn das gemeinte Schiff war die R.M.S. TI­TANIC, die niemals in den Vereinigten Staaten ankam.

Somit liegt der kostbare Byzaniumvorrat auf dem Grund des Atlantiks. Und das Wrack der TITANIC ist nie gefunden worden (zu dem Zeitpunkt, als Cusslers Ro­man erstmals erschien, lag der Fund der TITANIC noch rund neun reale Jahre in der Zukunft). Kurzzeitig grassiert Pessimismus.

Ein wahnsinniger Plan wird nun jedoch vom Präsidenten der Vereinigten Staa­ten gefasst, um das „Projekt Sizilien“ doch noch zu realisieren – er beschließt, die TITANIC zu finden und, falls möglich, zu heben. Und Leiter dieses Unterneh­mens wird niemand Geringeres als Dirk Pitt.

Was Pitt und die Verantwortlichen zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist jedoch, dass die Sowjets nicht schlafen, ganz im Gegenteil – sie haben längst Spione eingeschleust, auch in das Team der NUMA, und sie tun nun alles, um das Pro­jekt zu sabotieren. Und sie schrecken vor Sabotage, Enterung und Mord nicht zurück…

Dieser Roman, der recht eigentlich Clive Cusslers Weltruhm begründete und es ihm schließlich ermöglichte, von seinen Romanabenteuern zu leben, ist zugleich der furiose Meilenstein in der Karriere seines alter Ego Dirk Pitt. Der Roman war zugleich so prominent, dass er verfilmt worden ist – freilich mit äußerst be­scheidenem Budget und nicht sonderlich erfolgreich. In meiner Rezension von 1996, verfasst nach meiner zweiten Lektüre des Romans (inzwischen habe ich ihn sogar schon viermal gelesen, und er ist es definitiv wert… sagt allerdings auch ein passionierter TITANIC-Fan), konstatierte ich aber schon, dass ich die Verfilmung für recht misslungen hielt. Ein Statement, das ich bis heute auf­rechterhalten möchte. Auch die spätere Verfilmung des Cussler-Romans „Saha­ra“ war eher… mäßig, auch wenn die Besetzung schon ganz nett ausfiel und deutlich mehr Geld für Special Effects und Ausstattung zur Verfügung stand.

Der vorliegende Roman spielt auf verblüffende Weise – und sehr früh dazu – mit dem „SDI-Thema“, das eigentlich erst einige Jahre später tatsächlich auf In­teresse in der amerikanischen Politik stieß. Zudem ging Cussler noch davon aus, dass die TITANIC in einem Stück unterging (wer die Berichte der Überlebenden richtig gelesen hat, weiß, dass sie damals schon klar Zeugen des Auseinander­brechens des Schiffes wurden, und Robert Ballard hat später ja auch 1985 ge­nau so das Wrack des Luxusliners auf dem Meeresgrund vorgefunden). Wesent­liche Prämissen des Romans sind also durch die Zeitgeschichte überholt wor­den, soviel steht fest.

Dennoch… wenn man in den Roman einsteigt und dann in den „schwarzen Ab­grund“ hinabsinkt, wenn dann das Magnetometer das erste Mal anschlägt und die Greifarme des U-Bootes jenen rätselhaften Metallgegenstand aus der Schlammwüste fischen, da läuft mir auch heute noch jedes einzelne Mal ein kal­ter Schauer den Rücken herunter. Es gibt da einfach ein paar verdammt beein­druckende und der Realität sehr nahe kommende Szenen, denen die Zeit defini­tiv nichts anhaben konnte.

Für mich wird „Hebt die TITANIC!“ darum ungeachtet manchmal unklug ge­wählter Formulierungen und ebenfalls ungeachtet einer gelegentlich etwas an­gestaubt wirkenden Dramaturgie stets einer meiner liebsten Cussler-Romane bleiben.

Wer ihn noch nicht kennt, aber ein Faible für versunkene Schiffe – insbesondere die TITANIC – haben sollte, der ist hier wirklich sehr gut aufgehoben. Das Buch sollte dann auf eurer Leseliste ganz vorne landen. Das lohnt sich!

© by Uwe Lammers 2015 (Neufassung)

Ja, ungeachtet seines ordentlichen Alters und der Tatsache, dass der Kalte Krieg inzwischen Vergangenheit ist, hat uns diese Geschichte durchaus noch einiges zu sagen. Manche Geschichten altern eben deutlich langsamer, als man es an­nimmt, und diese hier gehört definitiv dazu.

In der kommenden Woche kümmere ich mich um einen weiteren – diesmal lei­der schon verstorbenen – Lieblingsautor der Phantastik. Es sei noch nicht verra­ten, um wen es sich handelt, aber ich denke, ihr werdet auch dieses Buch schät­zen lernen.

Seid nächste Woche wieder mit an Bord, und ich enthülle das Geheimnis.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

ja, es ist schon wieder erstaunlich lange her, dass diese Rubrik an der Reihe war, schlappe sieben Wochen. Aber ich hoffe zuversichtlich, dass ihr neugierig ge­blieben seid, wie es weitergeht.

Beim letzten Mal war ich bis Ende Juni 2005 gekommen, in einem arbeitsamen Jahr, in dem ich eine 3-Tage-Berufswoche hatte und nebenher einiges an freier Zeit, um OSM-Glossare zu entwickeln, alte Episoden abzuschreiben und zu kom­mentieren… und ja, im Juli 2005 ging es damit dann tatsächlich auch für die „Annalen der Ewigkeit“ weiter. Ohne euch zu viel vorwegnehmen zu wollen – und das wäre fast unvermeidlich – , darf ich andeuten, dass ich in diesem Mo­nat wieder einmal bei den Shonta der Gruppe um den energischen Abenteurer­herz gelandet war. Und es entstand ein Crossover-Roman derselben Art wie „Annalen 4: Heiligtum der Shonta, nämlich „Räuber“.

Ich muss mal kurz überlegen, wie lange es wohl dauert, bis ihr diese Geschichte bei optimaler Erscheinungsfrequenz meiner E-Books (und nicht zu vielen ar­beitszeitbedingten Ausfallpausen) zu lesen bekommt… ja, doch, das könnte noch anno 2017 der Fall sein. Und dann denkt mal dran, dass dieser Roman schon seit Juli 2005 fertig ist. Bei sehr vielen anderen Texten sieht das noch deutlich heftiger aus, die sind auf der Reservebank fast eingestaubt…

Also, am 14. Juli wurde „Räuber“ fertig. Danach rutschte ich in KONFLIKT 19 ab und hielt mich dort eine geraume Zeitlang auf, abwechselnd mit der modernen Zeitgeschichte, da ich dort einen biografiegeschichtlichen Aufsatz mit dem schönen Titel „Schnee, Feuer und Bücher“ realisierte, den im Fandom keiner kennt.

Anschließend zog es mich im Juli und August zurück in den bislang stiefmütter­lich behandelten KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR), dann kippte ich zurück in KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI), ehe der Gedanken- und Bilderschwall mich hinübersandte in den KONFLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ (FvL).

Ihr seht schon, unberechenbare Pendelausschläge. Das ging im Monat Septem­ber munter so weiter. Ich arbeitete am OSM-Glossar und an einem Begriffsre­gister des OSM, fand mich in der NISCHE des KONFLIKTS 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM) wieder, dann wieder in KONFLIKT 2, in KONFLIKT 17 „Drohung aus dem All“, wo ich abschreibtechnisch gut vom Fleck kam.

Zwischendrin entdeckte ich, völliges Kontrastprogramm, die Harry Potter-Roma­ne, verschlang zumindest die ersten vier mir zugänglichen und fand sie durch­aus okay. Wurden natürlich sogleich rezensiert, was denn sonst?!

Was die „Annalen“ anging, so beschäftigten mich zahlreiche Werke, z. T. bis heute nicht abgeschlossen. Eine kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständig­keit: „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“, „Das TOTAM-Koma“, „Die Crellys“ (Planungstitel), „In der Hölle“und „Ian und der Stein der Götter“… bei einigen Werken wisst ihr inzwischen, was daraus geworden ist.

Da ich im Sommer 2005 eher zufällig als gewollt Teil von FAN (Futurian Amateur News) geworden war, einem viermal im Jahr erscheinenden Diskussionsperiodi­kum, dachte ich mir für meinen zweiten Beitrag etwas Nettes aus, das ich am 14. November unter dem Titel „OSM-Newsletter #1“ abschloss. Im gleichen Monat blühte eine weitere Geschichte in mir auf, die natürlich auch zu den „Annalen“ gehörte und von mir für eine Kurzgeschichte gehalten wurde: „Ja­leenas zweites Leben“. Nun, ihr wisst, dass „Kurzgeschichte“ die Sache nicht wirklich zutreffend beschreibt…

Im Dezember wurde mir noch der Gedanke ins Hirn gesäuselt, an einer älteren OSM-Geschichte aus dem Jahr 2003 weiterzuarbeiten, nämlich an „Parasiten aus dem Kosmos“. Auch das blieb allerdings eine Baustelle bis heute. So endete ein wenig unrühmlich das Jahr 2005, und das Folgejahr 2006 brach an.

Ein Jahr, das will ich gerne eingestehen, vor dem es mich etwas graute. Wes­halb? Weil ich wusste, dass die Mendelssohn-Projektarbeit, die mich das ganze Jahr 2005 und einen erheblichen Teil des Jahres 2004 beschäftigt und ernährt hatte, aufhören würde. Das ist die Last bei befristeten Verträgen: Man kann se­hen, wann das Vergnügen aufhört. Und da ich mich in dem Projekt stets wohl­gefühlt hatte und noch keine rechte Vorstellung davon hatte, wie es beruflich weitergehen würde, ist bestimmt nachvollziehbar, dass mir ein wenig bang ums Herz war.

Einerlei – das Jahr 2006 begann begeistert und voll neuem Elan, wie das bislang bei jedem Jahr der Fall gewesen ist. Und wo landete ich? In KONFLIKT 24 „Oki Stanwer – Der Neutralkrieger“ (NK), wo ich lange nicht gewesen war. Allerdings rutschte ich im gleichen Monat auch wieder in KONFLIKT 4 ab, wo ich die Fort­setzung der Erlebnisse des armen Träumers Torkeron in Band 12 der Serie be­schrieb, also „Schrecken auf Talascantor“. Band 13 „Die Friedhofsdiebe“ folgte direkt im Anschluss… und nein, wenn ihr jetzt an Leichenräuber denkt, seid ihr ein wenig auf der falschen Fährte. Die Kerle rauben FRIEDHÖFE. Oder zumin­dest Stücke davon. Was danach geschieht, lest ihr am besten in „Annalen 1: In der Hölle“ nach.

Ich besuchte die Kolonialwelt Hamilton in der Galaxis Beltracor, um an „Mein Freund, der Totenkopf“ weiterzuschreiben (wenn die Erscheinungsweise mei­ner E-Books solide geblieben ist, solltet ihr diese Tage wenigstens den ersten Teil dieses Romans als „Annalen 6“ kaufen können).

Nachtrag vom 20. November 2016: Das ließ sich so leider aus Zeitmangel nicht realisieren… das wird ein Projekt für das Frühjahr 2017. Ich bitte um Entschuldigung. (UL)

Jenseits von einigen Überarbeitungen von OSM-Geschichten, zahlreichen Re­zensionen und einigen historischen Werken sowie Episoden kam ich bis Ende Februar 2006 nicht wirklich vom Fleck. Es war einfach zu viel zu tun im Projekt. Und ich versuchte mich Ende Februar auch an der Anlage eines OSM-Personen­registers… tja, blieb leider in Ansätzen stecken. Da bin ich bis heute nicht recht vom Fleck gekommen, was natürlich daran liegt, dass es nach wie vor Aberhun­derte von OSM-Texten gibt, die ich noch nicht digital vorliegen habe. Das kann auch noch dauern. Mit diesem Diskussionspunkt werde ich euch also zweifellos noch ein paar Jährchen „nerven“. Aber langfristig profitiert ihr davon natürlich.

Ende März landete ich wieder einmal im unheimlichen KONFLIKT 28, also in der Serie „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ (DSj), in der echt nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Menschen sind keine Menschen, Zeitreisen sind keine Zeitreisen, selbst der Tod an sich hat sich irgendwie grundlegend verändert… und keiner begreift, was da los ist. Bzw…. diejenigen, die eine Ahnung haben, machen daraus solch ein Geheimnis, dass es einem eisig den Rücken herunter­läuft. Die ganze Welt ist ein Alptraum, selbst dann, wenn vorgeblich nur die mediterrane Sonne friedlich strahlt.

Wer weiß, ob es überhaupt so etwas wie eine Sonne in dieser Welt noch GIBT!

Wie jetzt? Wenn man sie doch sehen und fühlen kann? Tja, Freunde… das be­deutet im KONFLIKT 28 wirklich nicht viel. Ihr werdet das in einigen Jahren mal feststellen und euch mit Sicherheit genauso gruseln wie ich aktuell.

Am 23. April 2006 erwuchs mir ein völlig neues Problemfeld, als quasi von einer Stunde zur nächsten der KONFLIKT 7 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ (HdH), die phantastische Hohlwelt Hyoronghilaar und die bezaubernde Helferin des Lichts namens Theamin, die „Blume im Kristall“, auftauchte.

Zum 30. April gab es dann aber auch noch einen schönen Aha-Effekt: Es gelang mir endlich nach langer Zeit, wieder einen Teil der Überarbeitung des KON­FLIKTS 13 „Oki Stanwer Horror“ (OSH) abzuschließen, nämlich Teil 4 „Vorent­scheidungen“ im Roman „DER CLOGGATH-KONFLIKT“. Und, ungelogen, allein der hat 877 (allerdings zweizeilige) Seiten Umfang.

Und hier stoppe ich für heute mal, meine Freunde, am 30. April 2006. Wie es im Monat Mai desselben Jahres weiterging, davon berichte ich euch in der nächs­ten Ausgabe dieser Rubrik. In der kommenden Woche ist dann wieder der Be­richt fällig, was ich im Monat August 2016 kreativ „gebacken“ bekam.

Lasst euch da mal überraschen.

Bis demnächst, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 86: Die Sechseck-Welt (1)

Posted November 16th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute machen wir mal in einer Rezension eine doppelte Zeitreise – einmal in die sehr ferne Zukunft, also die Romanhandlung selbst, und dann in meine pri­vate Vergangenheit. Das hier vorliegende und vorgestellte Buch, als erster Teil einer Trilogie angekündigt, was dann nicht ganz der Wahrheit entsprach, wie ihr sehen werdet, wurde erstmals 1977 publiziert, also vor fast 40 Jahren. Es hat aber, wie ich finde, an Lesereiz absolut nichts eingebüßt. Und da ich es inzwi­schen dreimal gelesen habe seit etwa 1981, hat das vermutlich einiges zu besa­gen. Immerhin haben sich meine Lesegewohnheiten und Lesevorlieben in der Zeit ja gründlich weiter entwickelt.

Für Leser des Oki Stanwer Mythos ist dieser Roman von Jack L. Chalker deswe­gen so interessant, weil ich ihn erstmals in einer Zeit meines Lebens las, eben um das Jahr 1981 herum, als der OSM seine ersten Konturen zu entwickeln be­gann, als ich ihn verschriftlichte und von der Phase der „Gedankenspiele“ zur papiernen, sagen wir: modernen Form des OSM, überging. Ich könnte mir vor­stellen, dass ihr in dem Roman einige Elemente meines kreativen Hauptwerks durchaus widergespiegelt findet. Und wenn man noch ein junger, glühender Geistfunken am Beginn seines Brennens ist, dann ist man natürlich offen für be­eindruckende Ideen aus fremden Werken.

Das heißt nicht, dass hier eine Form von Plagiat vorliegt, aber „Die Sechseck-Welt“ ist definitiv eine Inspirationsquelle gewesen. Und dann dieser unglaubli­che Antiheld Nathan Brazil… ihr müsst ihn wirklich erleben, Freunde, wenn ihr ihn noch nicht kennt. Das ist ein wenig so wie mit Doctor Who. Wer in der Phantastik den Doctor nicht kennt, hat ein echtes Informationsdefizit. Ich muss­te das auch mit Jahrzehnten Verspätung erkennen. Und inzwischen mag ich den Doctor wirklich außerordentlich gern – möge es euch mit Nathan Brazil und der Sechseck-Welt genauso ergehen.

Es lohnt sich auf alle Fälle.

Die Sechseck-Welt

(OT: Midnight at the Well of Souls)

von Jack L. Chalker

Goldmann 23338

272 Seiten, TB

Januar 1980

Übersetzung von Tony Westermayr

Eigentlich ist es eine Tragödie, was mit der menschlichen Rasse passiert: die Menschheit ist in den Weltraum vorgestoßen und hat Hunderte von Planeten erschlossen, sich neue Gesellschaftsordnungen gegeben, die Hightech und Gen-Tech floriert und ermöglicht es, gänzlich neue, „perfekte“ Gesellschaften zu schaffen. Manche nennen die Kom-Welten „Ameisenstaaten“, in denen die Menschen vor der Geburt bereits uniform gestaltet und nach der Geburt künst­lich in Neutren verwandelt werden, glücklich und zufrieden, in gewisser Weise fanatisch an die Perfektion ihres Staates glaubend.

Das sind Menschen. Nun ja. Einige davon wenigstens.

Aber dies scheint Nebensache zu sein angesichts dessen, was die Menschheit vorfindet, als sie immer tiefer in den Kosmos ausgreift. Denn dort entdecken die Menschen uralte Planeten mit erstorbener Biosphäre, bedeckt von giganti­schen, zeitlosen Ruinenstädten: die Zivilisation der so genannten Markovier (be­nannt nach dem Wissenschaftler Markov, der diese Planeten erstmals fand). Sie sind schon seit langer Zeit Vergangenheit, seit 500.000 Jahren, seit einer Million Jahren, niemand weiß es genau. Niemand weiß, wie sie aussahen, wie sie leb­ten oder – schlimmer noch – woran sie zugrunde gingen!

Denn die Markovier hatten eine perfekte Weltordnung, wie die Menschen sie selbst auch anstreben. Planetare, gigantische künstliche Gehirne, eingebettet in die Planetenkruste ihrer Welten, befähigten sie, ihre Gedanken zu materialisie­ren, sich alles zu wünschen, was sie benötigten. Die Markovier waren quasi Göt­ter.

Aber sie sind alle tot.

Niemand weiß, weshalb. Und wenn Vollkommenheit zur Vernichtung führt, muss das jedes Volk beunruhigen, das nach Vollkommenheit zu streben begon­nen hat. Konsequenterweise sind Markovierwelten deshalb Forschungsobjekte geworden, seit Jahrhunderten. Bislang hat aber niemand ihr Rätsel lösen kön­nen.

Eine weitere Forschungsexpedition auf den toten Markovierplaneten Dalgonia offenbart zweien der Beteiligten – dem Leiter Elkinos Skander und dem hochin­telligenten Studenten Varnett – , dass das nicht stimmt. Das Markovier-Gehirn von Dalgonia ist nicht tot. Beide sind besessen von dem Gedanken, mit dessen Hilfe die Welt zu verbessern, doch Skander tötet sieben Mitglieder der For­schergruppe und duelliert sich dann mit dem flüchtigen Varnett… als sich der Boden auflöst und sie durch einen gespenstischen Schacht ins Innere des Mar­kovierplaneten zu fallen scheinen…

Obwohl die Expedition kein Notsignal ausgesandt hat, wird der Raumfrachter STECHEKIN unter dem Kommando des kleinen, müden Raumpiloten Nathan Brazil alarmiert und kommt zu Hilfe. An Bord befinden sich außer ihm drei Pas­sagiere: ein feister Rauschgifthändler namens Datham Hain, das ihm hörige Mädchen Wu Julee, die ihm sexuell zu Diensten sein muss, und die Kom-Bürge­rin Vardia Diplo 1261, geklont und geschlechtslos, hochintelligent und rund 15 Standardjahre alt, zumindest von der Entwicklung her.

Sie folgen den Spuren von Skander und Varnett – und fallen ebenfalls in den jäh erscheinenden Schacht, der sie ins Nirgendwo reißt. Und hier beginnen erst ihre Abenteuer.

Auf einmal befinden sie sich alle in einem gigantischen technischen Komplex, der Sechseck-Welt genannt wird, der eine ganze Planetenoberfläche umfasst. Ein alter Bekannter Nathan Brazils erwartet ihn, wenn auch monströs verän­dert: entfernt entspricht er der Kreuzung einer drei Meter langen Schlange mit einem enthaarten Walross. Auch er war einst ein Mensch, Serge Ortega, Raum­pilot wie Brazil auch, der aber vor langer Zeit in die „Schacht-Welt“ hineinfiel, durch ein Raumportal der Markovier.

Denn diese haben die Sechseck-Welt geschaffen und das hier noch quickleben­dige markovische Planetargehirn kontrolliert alles.

Es gibt viel zu kontrollieren: 1560 Hexagonflächen, entfernt mit einer Art von Biotop-Reservat zu vergleichen, bedecken die Oberfläche der Welt von Pol zu Pol. Manche bestehen nur aus Meeresoberflächen, andere nur aus Wüsten, da­zwischen gibt es verschiedenste, extreme Mischformen. In jedem Hexagon lebt eine spezielle Rasse, alle sind mehr oder weniger intelligent, die meisten eher weniger menschenähnlich. Die Technologiestufen sind von Hexagon zu Hexagon verschieden, und das Gehirn kontrolliert, dass die Hochtechnologie-Völker jene mit geringerer Technologie nicht problemlos unterjochen können. So funktio­niert Fusionstechnologie in einem Nicht-Tech-Hex eben nicht. Dafür können die unter Umständen ihre Angreifer verzaubern oder mit organischem Gas in die Primitivität zurückversetzen.

Es gibt auch eine Reihe von Allianzen zwischen den Völkern, und in der so genannten „Zone“ am Pol der Welt diplomatische Vertretungen jedes Volkes. Or­tega vertritt sein Heimathexagon, das der Ulik, das ihm seine neue Gestalt ge­geben hat. Und er macht den Neuankömmlingen klar, dass er sie durch das Por­tal auf die Welt draußen „loslassen“ muss und es keine Rückkehr ins menschli­che Imperium gibt.

Mehr oder weniger schockiert fügen sich alle dem Druck, der auf sie ausgeübt wird und gehen durch das Portal, um in verschiedenen Hexagen der Schacht­welt wieder aufzuwachen. Aus Vardia Diplo wird ein intelligenter Baum im He­xagon Czill, Datham Hain erwacht als insektoide Brüterin im akkafischen Reich wieder, Wu Julee, durch die Schwammsucht schon so gut wie tot, findet sich desorientiert als weibliche Zentaurin in Dillia – und erleidet bald darauf den Schock ihres Lebens, als sie Nathan Brazil wieder trifft. Er hat ihr versprochen, sie zu suchen, nur… alles, was sich an ihm verändert hat, ist seine Kleidung.

Er ist anders.

Er hat auch ein Ziel: von Ortega konnte er mehr über Skander und Varnett er­fahren und ihr Ziel, die ursprüngliche markovische Gleichung zu verändern, die die Grundlage aller Materie ist. Dazu wollen die beiden Rivalen Macht über das markovische Gehirn der Sechseck-Welt gewinnen. Wenn sie das tun, können sie in ihrer Unwissenheit sich selbst und alles intelligente Leben im Kosmos auslö­schen.

Nathan Brazil sucht also seine vertrauenswürdigen Gefährten, erfährt die Liebe Wu Julees und bricht in Richtung Äquator auf, zum so genannten „Schacht der Seelen“…

Es ist äußerst vergnüglich und kurzweilig, diese Odyssee durch die Spielwelt Chalkers nachzuvollziehen. Ich sage deshalb Spielwelt, weil die Hexagonform frappierend an Rollenspielkarten erinnert und manches in diesem Roman den Rollenspielcharakter sehr unterstreicht. Dass der Roman als „Fantasy“ etiket­tiert wurde, sollte die Leser hingegen nicht irritieren. Die Grenzen der SF zur Fantasy hin sind in diesem Werk stark fließend.

Als ich „Die Sechseck-Welt“ etwa im Jahre 1981/82 noch in Wolfsburg das erste Mal las, befand sich meine kreativ-schriftstellerische Genese gerade in einer frühen Hoch-Explosionsphase. Entsprechend beeinflussten eine Menge dieser hier im Buch enthaltenen Gedanken in gewisser Weise dann meine eigenen Werke. Der Begriff der „Primärenergie“ etwa, den Chalker hier formuliert, fand Niederschlag im Oki Stanwer Mythos (OSM), meinem kreativen Hauptwerk, wenngleich ich diese Energie grundlegend modifizierte. Die gottähnlichen, aber nicht Göttern entsprechenden Markovier haben im OSM durchaus in den Bau­meistern ihre Entsprechung. Und so weiter. Sehr viele, faszinierende Parallelen zu meiner frühen Schaffensperiode machen diesen Roman und den insgesamt fünfbändigen Zyklus zu einer für mich sehr lieben Lektüre, selbst nach dem drit­ten Lesen im Laufe von 20 Jahren.

Freilich muss ich am Ende gestehen, dass mir Chalkers Neigung zum Happy End und zur vollständigen Abrundung der offenen Fragen etwas gegen den Strich geht. Der Roman wird dadurch zu rund, zu glatt, zu künstlich. Und das Hinterfra­gen der Motive der einzelnen Protagonisten ziemlich zum Schluss wirkt arg ge­künstelt und zeigt, dass der Autor mit der Dimension der von ihm selbst aufge­worfenen Schwierigkeiten einfach nicht zurechtkam. Dennoch: zwei intensive Lesetage voller Vergnügen und Überraschungen sind sicher. Und wie gesagt: es geht ja noch weiter…

© by Uwe Lammers, 2001

Ich konnte gar nicht fassen, wie alt diese Rezension ist und verlegte gedanklich, ehe ich sie hier hochlud, irgendwo in das Jahr 2005 oder 2006. Ach, weit ge­fehlt! Es ist tatsächlich schon satte fünfzehn Jahre her… schockschwerenot! Ein­fach unglaublich. Aber es ist eine schöne Entdeckung, euch auch so alte, gelun­gene Rezensionen zu guten Büchern zugänglich zu machen.

Sehr viel jünger ist die in der kommenden Woche. Auch sie behandelt ein Buch, das ich schon viele Male gelesen habe… vier Male, um genau zu sein. Und ihr werdet eine weitere Reise mitmachen, in den eisigen April des Jahres 1912 auf den Nordatlantik, um eine weitere Legende kennenzulernen…

Seid neugierig, wohin es euch verschlägt, meine Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

also, holen wir mal tief Luft… vor fünf Wochen verließ ich euch an der Stelle, wo es darum ging, meinen kreativen Monat Juni 2010 darzustellen. Am 10. Juni hatte ich den unerwartet geschwind verfassten Archipel-Roman „Antaganashs Abenteuer“ vollendet, und ich deutete schon an, dass einige weitere Keime für Archipel-Geschichten emporsprossen, wie das meist so ist, wenn ich lange Pro­jekte abschließe.

Am 21. Juni vollendete ich die Archipel-Novelle „Wie die Beziehungsgeister ih­ren Glauben verloren“ – by the way, ich liebäugele damit, diese Geschichte in meiner 2017er-Storysammlung „Die Kristalltränen und andere phantastische Geschichten“ zu veröffentlichen, das ist aber noch nicht spruchreif.

Während mich der Archipel also im Juni weiterhin stark beschäftigte, brachen ein paar winzige Keime für OSM-Werke durch die dicke Flechtwerkdecke der Ar­chipelranken. Da war etwas, das ich „TI-Info 2: Die Sturmfestungen“ nannte. Ja, das ist eine Art Mittelding zwischen einer Episode und einem der schon oft er­wähnten OSM-Hintergrundartikel. Tendenziell gehört es eher zu letzteren. Und dieses Werk hier, nur ein paar Seiten lang, ist eine Handlungsskizze der dramati­schen Präfinalphase des KONFLIKTS 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI). Ich muss mich allerdings noch wenigstens ein Jahr in Nebel des Schweigens hüllen, was das für „Sturmfestungen“ sein mögen, wo sie stehen und welchen Zweck sie erfüllen. Da lasst euch mal überraschen.

Außerdem tauchte eine Szenenblende aus einem weiteren TI-Band auf, der den Titel „Das ZYNEEGHAR-EXIL“ trägt. Nachdem ihr inzwischen ja schon EXILE kennt und ZYNEEGHARE wenigstens dem Hörensagen nach aus „Jaleenas zwei­tes Leben“, überlasse ich den Rest des Rätselratens, was hier wohl geschehen mag, noch eurer regen Phantasie. Ein tolles Titelbild für diese Episode habe ich jedenfalls jetzt schon.

Wo wir gerade bei der guten Jaleena waren… an dieser Geschichte schrieb ich im Juni 2010 natürlich auch noch weiter, und damals nahm ich, wie so oft, fröh­lich an, es handele sich um eine Story… wir sind heute alle schlauer.

Sehr viel mehr Energie aber, und das deutete ich jüngst ja schon an, kostete mich nach der Fertigstellung von „Antaganash“ ein weiterer Archipel-Roman, nämlich „Eine Adelige auf der Flucht“. Hieran arbeitete ich schon seit zehn Jah­ren mit großen Unterbrechungen, aber nun gewann die Geschichte dramatisch an Geschwindigkeit. Ich sollte ein wenig zum Inhalt berichten, um das klarer zu machen.

Der Archipel ist in der Vergangenheit durchaus ein Ort rauher Sitten gewesen. So im Invashin-Archipel, einer Inselgruppe, die etwa auf halber Distanz zwi­schen dem Südkontinent einerseits und der großen Archipel-Hauptinsel Coorin-Yaan nordwärts liegt. Auf Coorin-Yaan, das wisst ihr ja, spielen die weitaus meis­ten Geschichten, an denen ich gearbeitet habe. Rund 200 Jahre vor der Ge­burt des Mädchens Rhonda, genauer: im Jahre 682 Archipel-Zeitrechnung, kommt es im Invashin-Archipel zu einem Regierungsumsturz. Der Clan der Tval­lach wird von den rivalisierenden Adeligen des Xhaibech-Clans gestürzt. Viele Todesopfer sind zu beklagen, aber eine Gruppe von Schwestern gelingt die Flucht, darunter Gladys Tvallach.

Gladys, „die Adelige auf der Flucht“, hat aber ausgesprochenes Pech. Die See­leute, die ihr zur Flucht verhelfen, verfolgen unsolide Absichten, und ehe Gladys begreift, was los ist, geht sie über Bord und wird viele Stunden später entkräftet an einen tropischen Strand geworfen.

Hier trifft sie nun mit dem jungen Fischer Farango und seinem Vater zwei Perso­nen, die zu ihrem Schicksal werden. Um sich nämlich vor den Xhaibech-Hä­schern zu tarnen, schlüpft sie in die Rolle der Fischer-Sklavin „Yalana“ und ver­liebt sich währenddessen immer stärker in Farango.

Schließlich muss sie allerdings realisieren, dass die Fischer überhaupt nicht die Absicht haben, sie wieder gehen zu lassen – sie soll vielmehr für immer ihre Sklavin bleiben. Und in einer Kurzschlussreaktion, hin und her gerissen zwi­schen ihrem sehnsüchtigen Herzen einerseits und dem Wunsch, eine selbstbe­stimmte Persönlichkeit zu bleiben, ergreift „Yalana“ erneut die Flucht… diesmal in den Urwald der Insel. Und wie ich neulich schon schrieb, findet sie hier zu­nächst eine Ruinenstadt mit zahlreichen grässlichen Zumutungen… und dann macht sie auf der anderen Inselseite die Bekanntschaft einer Gruppe von schamlosen Frauen, den so genannten „Dünendirnen“.

Aber die Abenteuer Gladys Tvallachs sind noch lange nicht vorbei, ganz im Ge­genteil… das alles sollte mich dann über Hunderte von faszinierenden, erschre­ckenden und belustigenden Seiten bis August 2010 in Atem halten.

Im Juli 2010 driftete ich in eine weitere Archipel-Geschichte hinein, die sich ebenfalls in Richtung eines Romans entwickelte: „Verlorene Herzen“, eine heiß­blütige erotische Romanze zwischen einem Nachrichtenboten einerseits und ei­ner animistischen Dorfbewohnerin andererseits. Der Handlungsbogen ist zwar schon fast völlig entwickelt, aber irgendwie ist der Roman auf dieser abgeschie­denen kleinen Loggia mitten im Urwald abgestorben.

Dann fand ich Gelegenheit, kurzzeitig an dem Roman „DER CLOGGATH-KON­FLIKT“ weiterzuschreiben, außerdem betrieb ich eifrig und erfolgreich die Ab­schrift der OSM-Novelle „Der Matrixschatten“, zu der ich an anderer Stelle mehr sagen werde.

Unmittelbar darauf rutschte ich einmal mehr in eine Archipel-Geschichte ab, „Rückzug in das Liebeskloster“, die wenigstens eine Novelle werden wird. Und dann… ja, dann könnte man sagen, überkam mich ein Anflug von Größenwahn.

Wieso das?

Nun, ich war ja schon seit mehreren Jahren mit der Abschrift der 17. OSM-Serie „Drohung aus dem All“ befasst und hatte inzwischen den Band 51 „Galaktisches Schweigen“ erreicht. Nun formatierte ich die Bände 52 bis 60 binnen kürzester Zeit vor und entwickelte deren Leerhüllen. Das hat zweifellos die geschwinde Bearbeitung der Geschichten forciert, allerdings noch nicht in diesem Monat Juli 2010.

Einen weiteren Vorstoß unternahm ich in der OSM-Geschichte „Sherlock Hol­mes und der Tunguska-Fall“, ohne hier weit vom Fleck zu kommen. Ähnlich ver­hielt es sich mit Band 52 der Serie „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM), also der Episode „Der Intrigant“. Im gleichen Universum, also KONFLIKT 19, spielte das Geschichtenfragment „Die Optimierungsfabrik“.

Nun brach der August 2010 an. Ich war nach wie vor auf Arbeitssuche, und der­weil schrieb ich, dass die Tastatur glühte. Woran? An dem oben erwähnten Ro­man „Eine Adelige auf der Flucht“. Am 6. August wurde der 3. Band des Ro­mans fertig, der Abschluss erfolgte dann am 16. August 2010 mit Seite 1.242. Wie ich letztes Mal sagte – als ich glaubte, bald nach Seite 600 sei Schluss, hatte ich mich kolossal verschätzt.

Was gelang mir im August 2010 sonst noch? Die Weiterarbeit an der OSM-Ge­schichte „Die Intervention“, die ihr ja schon längst aus meinen Storybänden im E-Book-Format kennt. Ich kümmerte mich in KONFLIKT 17 um die kommentier­ten Abschriften der Episoden 52: „Treffpunkt Wega-System“, 53: „Vorstoß nach Terra“ und 54: „Chaos im Fünferraum“

Oh, was der „Fünferraum“ ist? Eine interessante, künstliche dimensionale En­klave, die ich noch in der späteren Überarbeitung gründlich genauer durch­leuchten muss. Das ist noch kein Diskussionsthema für heute, sorry, Freunde…

Ich kümmerte mich in KONFLIKT 21 um „Schlechte Nachrichten“ (so der Titel der Episode 38, um „Sinuu, die Rebellin“ (so der Titel von Episode 40), außer­dem besuchte ich im Beginn der Episode 45 „Mission auf Höolyt“ wieder jene unscheinbare Wasser-Dschungelwelt, auf der die käfergestaltigen Oheetirs hei­misch waren – und jetzt auch unzählige der unheimlichen Totenköpfe, der re­bellischen Krieger TOTAMS.

Man merkte wirklich, dass die dringendsten Archipel-Werke beendet waren, denn die bislang dort gebundene Energie sprudelte in zahlreiche OSM-Episo­denwerke. Fertig wurde davon allerdings nur die faszinierende Episode „Yanas­sicars Zweifel“ (Band 56 des KONFLIKTS 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“ (DSf)). Und am 29. August konnte ich die Story „Ian und der Stein der Götter“ beenden, die ihr als Mittelding zwischen Novelle und Roman inzwischen als An­nalen-E-Book 2 kennen gelernt habt.

Was passierte dann? Na, da darf man dreimal raten: es schoss eine neue Story hinterdrein! Jedenfalls – ihr kennt das inzwischen, das ist irgendwie fast immer so – nahm ich an, dass „Mein Freund, der Totenkopf“ eine Story bleiben wür­de.

Völlige Fehlannahme, wie ihr bald erkennen werdet, denn immerhin ist diese Geschichte der sechste „Annalen“-E-Book-Roman, und aufgrund seines Um­fangs wird er in zwei Teilen publiziert werden.

Ach ja, und es gab noch zahlreiche weitere Fragmente, an denen ich nun OSM-zentriert weiterschrieb. Ich nenne sie mal, weil sie alle noch Fragmente sind: „Der Heiler“, „Shonkashs Neugierde“, „Alltag in Shush’noyyn“, „Todesmission auf Tsaigur“, „Parasiten aus dem Kosmos“… wirklich, das war ein bunter Strauß an Werken. Und es waren aufregende zwei Monate, die ich als kreativ sehr er­folgreich einstufen kann.

Das, was mich dann kreativ im September 2010 erwartete, konnte ich aber doch nicht vorhersehen… davon erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Bis in einer Woche, meine Freunde!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 85: Unendliche Grenzen

Posted November 9th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

bei Anthologien ist es immer eine Art von Hasardspiel für die Herausgeber, sich auf das Risiko einzulassen, sie zu veröffentlichen. Ich habe das lange Zeit nicht wirklich begriffen, zugegeben – ich habe immer gern zu Anthologien gegriffen, auch wenn zumeist erkennbar wurde, dass wenige gute Geschichten eine ganze Reihe von eher „lahmen“ Werken mitschleppten. Und es heißt ausdrücklich in Verlagskreisen, dass sich Anthologien schlechter verkaufen als dicke Schwar­ten… rätselhafterweise.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass das eine verwirrende Fehllenkung des Le­serinteresses darstellt. Wer sich aus Prinzip von Anthologien fernhält, dem ent­gehen eine ganze Menge schöne Perlen der Science Fiction, von spannenden Ideen einmal ganz zu schweigen. Was bringt es einem, sechshundert Seiten von einem Autor zu lesen, der vielleicht doch nur abgedroschene „Standardhand­lungen“ ins Rennen bringt (wie das mal einer meiner Brieffreunde früher despektierlich nannte) und in der Schlussgeraden schwächelt? Ist man dann nicht mit 60 Seiten Geschichte, die faszinierende Gedanken zum Vorschein bringt, besser bedient, als Bestandteil eben einer Kurzgeschichtensammlung?

Ich denke schon.

Außerdem muss man sich dagegen wehren, den oben suggerierten Gedanken als Absolutum zu verstehen – es gibt Anthologien, die sind durch die Bank mit Hochkarätern besetzt, mit „Big Names“, könnte man sagen. Und das hier ist eine solche, die vier gestandene Schriftsteller der Science Fiction unter einem Dach vereint und in jeder Weise zu überraschen und zu faszinieren vermag.

Vorhang auf also für diese Anthologie:

Unendliche Grenzen

(OT: Futures)

von Peter Crowther (Hg.)

Bastei 23266

464 Seiten, TB

Oktober 2003, 8.00 Euro

Keine Übersetzerangabe

Die uns vorliegende Storysammlung enthält vier längere Werke, die man weni­ger als Kurzgeschichten denn als Kurzromane bezeichnen sollte. Keines der Werke besitzt weniger als hundert Seiten. In diesem Band sind vier der aktuel­len Meister der Space Opera Englands versammelt, was eigentlich einen guten Absatz des Buches fördern sollte: Stephen Baxter, Peter F. Hamilton, Paul McAu­ley und Ian McDonald lassen den Leser in ihre Welten eintauchen, und wer mit ihnen ein wenig vertraut ist, sollte sich nicht wundern, auf einmal bekannte Dinge wiederzufinden. Wer ihre Welten nicht kennt, wird möglicherweise sehr neugierig auf weiteres werden…

Stephen Baxter entführt uns in der Story „Wirklichkeitsstaub“ auf den Jupiter­mond Callisto. Schon auf Seite 2 macht er uns nachdrücklich klar, in welcher Welt wir uns befinden. Dort heißt es bei einem Flug über die Landschaft, noch auf der Erde: „Von den großen Konurbationen abgesehen, glitzerte das Land an vielen Stellen silbergrau: dort hatten Sternenhammer-Strahlen und Qax-Nano­replikatoren die Erdoberfläche zerkaut und Leben wie Fels samt allem anderen in einen formlosen Silikatstaub verwandelt.“

In Stephen Baxters Xeelee-Universum gibt es die Rasse der Qax mit ihren orga­nischen Spline-Raumschiffen, die eine Zeitreise unternehmen, um die Mensch­heit – in ihrer Zeit die Geißel der Galaxis Milchstraße – daran zu hindern, genau dazu zu werden. Die Qax unterjochen Jahrhunderte lang die Menschheit und werden schließlich von einem irdischen Aufstand vertrieben. Freilich nur um den Preis, dass die gottgleichen Xeelee auftauchen und sich mit der Menschheit verfeinden. Die Weiterungen dieser Geschichte sind in Baxters Romanen „Das Geflecht der Unendlichkeit“ und „Ring“ nachzulesen.1

Diese Geschichte spielt unmittelbar nach dem Sturz der Qax. Den fast unsterbli­chen menschlichen Kollaborateuren, sogenannten „Pharaos“, soll der Prozess gemacht werden. Aber eine Kolonie von ihnen befindet sich auf dem weit abge­legenen Jupitermond Callisto. Und hier werden Experimente gemacht, die von den irdischen Milizionären nicht im Mindesten verstanden werden. Experimen­te, die – vielleicht – den „Pharaos“ die endgültige Flucht vor der irdischen Ge­rechtigkeit ermöglichen sollen…

Den Bäumen beim Wachsen zusehen, das kann man in Peter F. Hamiltons Ge­schichte beinahe wörtlich nehmen. Man stelle sich eine parallele Erde vor, in der das Römische Imperium überlebt hat und auch im 19. Jahrhundert noch Be­stand hat. Es breitet sich über die ganze Welt aus und die alten adeligen Famili­en Roms, z. B. die Caesars, stehen an der Spitze multinationaler Konzerne. Sie haben zudem für die Angehörigen ihrer Familien und der mit ihnen liierten Lini­en eine Möglichkeit gefunden, das Leben auf mehrere Jahrhunderte zu verlän­gern. Allgemeiner Friede herrscht – bis in Oxford, im Jahre 1832, ein Mord ge­schieht.

Justin Ascham Raleigh, ein junger, genialer Student, ist brutal ermordet worden, aber obgleich der Ermittler Edward Raleigh alles daran setzt, den Mörder ding­fest zu machen, scheint das perfekte Verbrechen gelungen zu sein. Der Mörder entkommt. Und fortan nagt dieser Misserfolg an Edwards Gewissen. Er be­schließt, sein langes Leben zumindest zum Teil der Aufklärung dieses Verbre­chens zu widmen. So verfolgt er über die Jahrhunderte hindurch die ebenfalls fast unsterblichen Verdächtigen und erlebt auf diese Weise die Entwicklung der Menschheit mit bis hin zu ihrem Aufbruch zu den Sternen. Und schließlich… aber das sollte man wirklich selbst lesen.

Wie geht das, Geschichte machen, das fragt sich Paul McAuley in seiner gleich­namigen Story, in der er einen irdischen Historiker im 26. Jahrhundert zum Sa­turnmond Dione schickt. Dort ist gerade ein Kolonialaufstand brutal niederge­schlagen worden, und inmitten von Ruinen, vermodernder Vegetation, kontrol­lierenden Kampfrobotern und Lebensmittelrationierungen geht die Hauptper­son der Frage nach, ob es so etwas wie „große Männer“ gibt, die Geschichte machen. Beispielsweise dieser Rebellenführer Marisa Bassi, der seit dem Zu­sammenbruch der Revolte in der Hauptkuppel der Stadt Paris verschollen ist und von manchen für tot erklärt wurde. Ist oder war er ein „großer Mann“? Hat es ihn überhaupt gegeben?

McAuley hat seine Historiker gelesen, er kennt sich mit den Geschichtstheorien aus, und wenn man die Geschichte liest, kriecht die Gänsehaut über den Rücken, die aus den Ruinen des zerbombten Berlin des Jahres 1945 heranzuna­hen scheint. Man fühlt den Schatten des „beendeten“ Irakkrieges, die mürbe Ruhe der Unsicherheit im Nachkriegs-Afghanistan.

Und McAuleys Personen beschwören unangenehme Fragen herauf: ist ein sieg­reicher Militär, der die Rebellen geschlagen hat, nicht trotzdem ein Kriegsver­brecher? Ein Mann, der leidenschaftlich gerne „Informationen eingeholt“, also gefoltert hat? Und die blutjunge, wunderschöne Frau, die von der Erde kommt, um die Kuppel von Paris zur alten Glorie wiederaufzubauen und in die sich der General Dev Veeder über alle Maßen verliebt und daher ganz irrational wird, weshalb fragt sie den Historiker ständig nach den „großen Männern“? Und was bedeutet des Historikers Satz, der schon früh fällt: „Vielleicht hatte sie schon damals die dunkle Vorahnung, dass ihre Schönheit ihr einmal den Tod bringen würde“? Dem Leser wird ganz kalt dabei…

Tendeléos Geschichte führt den Leser in das Afrika der nahen Zukunft, aber ei­ner durchweg alptraumhaften Zukunft. Denn dort hat sich eine außerirdische Lebensform namens Chaga ausgebreitet, und das Mädchen Tendeléo wird auf sehr direkte Weise damit konfrontiert. „Chaga“ kennt der Leser, der mit Ian Mc­Donalds Werken vertraut ist, schon aus anderen Zusammenhängen.2

Wir schreiben das Jahr 1995, als das Mädchen Tendeléo in dem Ort Gichichi in Kenia geboren wird. Als Ten neun Jahre alt ist, verändert sich ihre Welt von Grund auf, denn auf dem Gipfel des Kilimandscharo schlägt eine außerirdische Lebensform ein, die später „Chaga“ genannt wird. Sie ist gewissermaßen nicht Fisch noch Fleisch, nicht Tier und nicht Pflanze, sondern eine gewaltige Makro­struktur von Nanomaschinen, die mit einer stummen Unerbittlichkeit die ganze Welt umzukrempeln beginnt. Tendeléo und ihre Familie verlieren ihre Heimat und geraten in den Hexenkessel der Flüchtlingslager, aber das ist erst der Be­ginn von Tens Odyssee. Während sich die Menschen, insbesondere aus den in­dustrialisierten Staaten, heidnisch vor dem Chaga fürchten, hat niemand eine genaue Vorstellung, was dort eigentlich vorgeht.

Bis Tendeléo eine schicksalhafte Entscheidung trifft…

Nach der Lektüre dieses Buches ist es wahrhaftig schwer, zu sagen, wer der bes­te von den vier vorgestellten Literaten ist, aber wenn ich eine Wertung erstellen müsste, fielen mir wenigstens folgende Schwachpunkte der Autoren auf.

Stephen Baxter, ein ausgezeichnet naturwissenschaftlich argumentierender Au­tor, der physikalisch außerordentlich beschlagen ist, beweist in seinem Beitrag wieder aufs Neue, dass seine Schwäche darin liegt, Personen realistisch agieren, sie „menschlich“ erscheinen zu lassen. Sie besitzen zwar so etwas wie Persön­lichkeit, bleiben aber dennoch sehr maschinenhaft. Die philosophischen Impli­kationen seiner Welt sind jedoch beklemmend intensiv zu erleben und vermit­teln vielfache Denkanstöße.

Peter F. Hamilton neigt dazu, weitschweifig zu erzählen, viele Worte für Sach­verhalte zu gebrauchen, die mit weniger, dafür präziser gewählten Ausdrücken vielleicht deutlich besser vermittelbar wären. In dieser Story fällt es besonders auf – er kann sich nicht entscheiden, ob er eine „einfache“ Kriminalstory verfol­gen soll oder das Leben des Ermittlers oder aber die Genese der zukünftigen Welt. Er macht alles drei, und er macht alles halbherzig. Die Konsequenz ist lei­der ein unrealistischer Tunnelblick. Aber alles in allem ist die Darstellung von Personen erheblich gelungener als beispielsweise bei Baxter, und es liest sich einfach unwahrscheinlich angenehm. Wer intelligentes Lesefutter sucht, das man richtig verschlingen kann, ist bei Hamilton stets gut aufgehoben.

Paul McAuley wählt meines Erachtens nicht immer die raffinierteste Möglich­keit der Problemlösung. Mir schwebten während des Lesens seines Werkes di­verse spannende Alternativlösungen vor, deren Abzweigungen er nicht nahm. Ansonsten überwebt sein Werk eine Aura der Tristesse, der Düsternis und Ver­lassenheit, doch in das Spinnennetz der Trostlosigkeit sind intensive Juwelen der zeithistorischen Nähe eingeflochten, äußerst realistische menschliche Zwie­spälte und innere Zerrissenheiten. Die ganze Irrationalität menschlichen Verhal­tens drückt sich sehr gut bei ihm aus.

Und Ian McDonald? Er erzählt eine ergreifende Geschichte eines verlorenen Mädchens, das in einer zerbrechenden Welt aufwächst und sich neu zu orien­tieren versucht. Und durch die Hintertür dieser phantastischen Welt geleitet er uns in die Dritte Welt der Gegenwart, in Bürgerkriege, Flüchtlingslager und in die Psyche der dort zusammengepferchten, desillusionierten Menschen… sein einziger Nachteil scheint der Verlust der großen Perspektive zu sein. Aber es klingt in Nebensätzen an, wie es in der Welt insgesamt ausschaut… und dann gibt es ja auch noch für Leute wie mich, die nun dringend mehr über das „Cha­ga“ erfahren wollen, die Romane, die er geschrieben hat. Es kann als sicher gel­ten, dass auch sie in absehbarer Zeit hier als Rezensionen ihren Nachhall finden werden.

Summa summarum jedenfalls: eine ausgesprochen faszinierende Lesemi­schung, der man viele Leser wünschen möchte. Da kümmert es auch nur wenig, dass das Titelbild mit dem Inhalt nix zu tun hat und der Herausgeber flugs aus dem Jupitermond Callisto einen Saturnmond (!) macht und so seine Oberfläch­lichkeit oder Zerstreutheit zur Schau stellt…

© by Uwe Lammers, 2004.

Ihr merkt – sehr heterogene Geschichten mit unterschiedlichsten Ansätzen. Aber dennoch stets eigenständig, zum Nachdenken anregend, Probleme kon­kretisierend, stets bereit, den Finger auf die Wunde zu legen. Sehr lesenswert, vertraut meinem Urteil!

Auch das Werk der kommenden Woche ist äußerst lesenswert, nicht nur für Rollenspiel-Fans oder Leute, die SF-Klassiker mögen. Wem der Name Nathan Brazil etwas sagt, der ist nächste Woche sicherlich wieder zur Stelle. Wer ihn nicht kennt – na, der sollte ihn kennenlernen.

Bis dann, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Wen übrigens die Ähnlichkeit dieser Backgroundstruktur mit der Anfangssituation der Heftromanserie BAD EARTH verblüffen sollte – inklusive Zeittor im Raum Jupiter! – , der sollte sich mal überlegen, dass Baxters Romane älter sind und wer wohl von wem abge­schrieben hat.

2 Namentlich aus der Story „Zum Kilimandscharo“, in: Wolfgang Jeschke (Hg.): Fernes Licht, Heyne 2100 (2000) sowie den Romanen von McDonald: „Chaga“, Heyne 5660 (1997) und „Kirinja“, Heyne 6348 (2000).

Wochen-Blog 192: Tödliche Überraschungen

Posted November 6th, 2016 by Uwe Lammers

Vorbemerkung vom 6. November 2016: Eigentlich sollte dieser Blogartikel er­scheinen, sobald TI-Band 28 „Die Sternenbaustelle“ publiziert ist. Da sich das aus Zeitmangel leider sehr stark verzögert, ich euch aber diesen Beitrag doch endlich zugänglich machen möchte, musste ich unten ein paar Revisionen vor­nehmen. Es empfiehlt sich, diesen Beitrag nach Erscheinen von TI 28 im Lichte neuer Leseerfahrungen noch einmal zu Gemüte zu führen. Bis dahin mögen manche Wendungen unten seltsam erscheinen. Vertraut mir: danach machen sie Sinn!

Liebe Freunde des OSM,

ja, ihr musstet lange darauf warten, dass die Abenteuer des zweiten yantihni­schen Fernerkundungsschiffes RHONSHAAR fortgesetzt wurden, und ich könnte es sehr gut verstehen, wenn manche von euch in all den vergangenen Monaten wie auf heißen Kohlen gesessen haben und sich dachten: Wann, um alles in der Welt, schreibt der Uwe nur an diesem Handlungsstrang weiter? Er hat sie doch wohl nicht vergessen, die Yantihni an der Bebengrenze?

Nein, hatte ich natürlich nicht. Ich musste eben nur vorher ein paar andere Handlungsstränge fortsetzen… was in OSM-Serien leider generell knifflig ist, und wenn man dann Vierteiler einbaut und einen Publikationsmodus von ei­nem E-Book pro Monat hat, ist fix ein halbes Jahr vorbei. Und wenn dann zwei Mehrteiler aufeinander folgen… nun, ihr habt es ja erlebt.

Ich gestehe, dass der lange Zeitraum zwischen Band 10 der Serie (2014 erschie­nen) und Band 27 (erschienen im September 2016, sofern die Planung der Realität standhält, wovon ich aber optimistisch immer ausgehe) mir auch nicht wirklich gefallen hat, er war nur unvermeidlich.

Auch konnte ich die Hoffnung eines Lesers nicht erfüllen, der sich dem Wunsch­gedanken hingab, die GHANTUURON und die RHONSHAAR würden bald aufein­ander treffen können… leider weit gefehlt. Was mit der GHANTUURON-Besat­zung geschehen ist, wisst ihr inzwischen.

Gleichwohl gibt es Déja-vu-Erlebnisse, wenn ihr beispielsweise die frühen Ge­schichten um das Sonnensystem „Sianlees Rast“ mit denen jetzt im Xoor’con-System vergleicht. Das kann auch nicht wirklich verblüffen, denn die Troohns sind, das stellte ja schon die Linguistin Vaniyaa bei den Zwergenwesen aus dem Volk der Shonta fest, in hohem Maße schematisch in ihrem Vorgehen.

So kann es nur bedingt überraschen, dass das Xoor’con-System auf dieselbe Weise verwüstet wurde wie „Sianlees Rast“… und ich kann euer Gruseln gut verstehen, wenn ihr den Band 27 „Späherin der Cestai“ gelesen habt und dach­tet: Verdammt, schon wieder diese in die Planetenkruste getriebenen Maschi­nenkomplexe! Wenn diese neugierig-naiven Raumfahrer jetzt mal nur keinen falschen Fehler begehen…!

Glücklicherweise war Kommandant Khaalnech das Schicksal der RHON-2-Besat­zung (TI-Bände 8-10) eine Warnung, und er hat allen höchste Vorsicht auferlegt. Das ist gut, aber wie ihr in Band 28 „Die Sternenbaustelle“ erleben werdet, hat das nicht ausgereicht. Ganz im Gegenteil.

Das Xoor’con-System hält tödliche Überraschungen bereit, und es gibt Opfer… doch auch einen kleinen Lichtblick – nämlich die Späherin der Cestai namens Yiita. Inwiefern sie jedoch hilfreich zu sein vermag… oder, vorsichtiger ausge­drückt, was für eine Art von Hilfe sie für die Yantihni organisieren könnte und was diese langfristig davon haben, das werdet ihr in den nächsten Mona­ten erleben können.

Ich glaube, auch hier nicht zu viel zu versprechen, wenn ich sage, dass das Abenteuer der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) hierdurch noch deutlich mehr schillernden Glanz erhält. Zugleich werden moralische Untiefen erkennbar, die niemandem gefallen müssen.

Aber kehren wir noch mal kurz zurück ins Xoor’con-System.

Ihr werdet bemerken, dass die fremden Einheiten der Troohns, die den Yantihni von der RHONSHAAR nach wie vor nur unter ihrem verliehenen Namen „Planetenplünderer“ bekannt sind – ein Euphemismus, in Anbetracht dessen, was noch folgen wird – , sich gründlich von dem „Sternenhammer“ unterschei­den, der erstmals das Xoor’con-System besuchte.

Hier endet nämlich die Parallele zum Sonnensystem „Sianlees Rast“. Die gigantischen neuen Raumschiffseinheiten zeigen an, dass hier eine andere Form der Vorge­hensweise angestrebt wird. Ich darf schon mal ein wenig spoilern und erwäh­nen, dass die Erklärung für dies alles in Band 31 der Serie gegeben werden wird, also in wenigen Monaten. Dies führt dann zu einem weiteren haarsträubenden Abenteuer, in das ich euch geleiten werde.

Hier und heute ist nur eins gewiss: die Yantihni von der RHONSHAAR stecken mitten zwischen den maschinellen Zerstörungsklauen, und es ist noch völlig un­klar, ob die Cestai-Späherin Yiita auf den Wunsch der verzweifelten Visinor ein­gehen kann, ihre Gefährten zu retten.

Machen wir uns nichts vor – auf sich gestellt sind die Raumfahrer der RHONSHAAR definitiv verloren. Die tödlichen Überraschungen, die das Xoor’con-Sys­tem bereithält, sind zu überwältigend, und aller Wahrscheinlichkeit sind die Ein­heiten auch vollständig automatisiert, so dass jedwede Form von Appell an die­sen gigantischen Maschinen nutzlos abprallen wird.

Nein, einmal mehr sind die Yantihni auf Hilfe von außerhalb angewiesen, und in diesem Sinne haben sie erneut Glück, auf eine fremde Intelligenz zu stoßen.

Ja, Glück… sozusagen.

Aber aktuell sind natürlich auch sonst noch ein paar Fragen offen. Wenn man sich die verwüstete Umgebung des Xoor’con-Systems anschaut, kommt man nicht umhin, den Ansichten der RHONSHAAR-Besatzung beizupflichten: Es sieht nicht danach aus, als hätte irgendwer diese Vernichtungsorgie überstanden.

Ihr wisst selbstverständlich, dass das nicht ganz der Wahrheit entspricht. Denkt an die Eindrücke des Shonta Abenteurerherz (TI 16ff.) und auch an das, was Va­niyaa, Yuuricor und ihre Begleiterinnen und Begleiter in der Siedlung der Shonta in Band 10 „Das Maschinenvolk“ mitbekommen haben. Es gibt durchaus noch überlebende Tassaier, sie sind nur nahezu spurlos verschwunden. Und es steht sehr zu erwarten, dass auch auf sie tödliche Überraschungen zukommen.

Merkt euch jedoch den Pfad zu den Tassaiern gut, meine Freunde – ihr seht sie rascher wieder, als ihr glaubt.

Soviel für heute zu den lebensgefährlichen Entwicklungen in der nächsten TI-Episode. In der kommenden Woche erzähle ich euch in der nächsten Folge der Blogartikelreihe „Was ist eigentlich der OSM?“ mehr zur Historie meiner kreativen Arbeit am OSM in den vergangenen Jahren.

Bis dahin noch viel Spaß mit der Lektüre meiner E-Books!

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.