Liebe Freunde des Oki Stanwer Mythos,

eine ganze Weile hat es gedauert, ehe es weitergehen konnte mit dem Abenteuer der TI-Serie und den Ereignissen im Xoor’con-System. Nachdem sich im Band 27 „Späherin der Cestai“ ein erster umfassender Eindruck von den Verwüstungen verschafft wurde, die die Yantihni hier erwarteten, vertieft der vorliegende Band diese Eindrücke und stellt weiteres Personal näher vor.

Zugleich naht Unheil – wie befürchtet ist die Rückkehr der so genannten „Planetenplünderer“ kein akademisches Theoriespielchen, sondern grässliche Realität. Aber als der entscheidende Moment kommt, weichen die Geschehnisse deutlich von denen im System „Sianlees Rast“ ab, mit denen die Mitglieder der GHANTUURON-Expedition konfrontiert wurden.

Außerdem gibt es Beobachter mit undurchsichtigen Intentionen. Das Schicksal der RHONSHAAR-Crew hängt unvermittelt an einem seidenen Faden, und die Person, die darauf – vielleicht – Einfluss ausüben kann, ist eine scheinbar wehrlose yantihnische Archäologin namens Visinor…

Mit den Arbeiten zur Errichtung einer „Sternenbaustelle“ geht der Schrecken in Twennar in eine weitere Steigerungsrunde. Einen ersten Eindruck vom kommenden Verhängnis gewinnt ihr in dem heute erschienenen Band 28 der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“, der unter dem Titel „Die Sternenbaustelle“ erscheint.

Das E-Book „Die Sternenbaustelle“ ist ab sofort im EPUB-Format auf Amazon-KDP zum üblichen Preis von 1,49 Euro erhältlich. Der einmalige Gratisdownload ist am 30. Dezember 2016 möglich. Als Bonusgeschichte ist die Story „Die Superverbrecher“ in diesem E-Book enthalten.

Ich wünsche euch angenehmes Lesevergnügen.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Wochen-Blog 199: Work in Progress, Part 46

Posted Dezember 24th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

auch der Monat September 2016 stand ganz im Zeichen der anderweitigen Tä­tigkeit, so dass für kreatives Arbeiten nicht allzu viel Zeit erübrigt werden konn­te. Seid also nicht überrascht, wenn diese Aufstellung wie schon seit einiger Zeit etwas dürftig daherkommt. Es sieht aktuell nicht danach aus, als würde das bis Jahresende signifikant besser werden. Dass das dann auch Auswirkungen auf die Regelmäßigkeit meines E-Book-Programms hat, liegt auf der Hand.

Nachdem ich zudem für September eine Lesung realisiert habe (vgl. dazu den Blogartikel der vergangenen Woche), im Oktober ebenfalls eine habe (meinen Bericht dazu gibt es dann am 15. Januar zu lesen), schneite jetzt schon wieder eine Anfrage wegen einer Lesung herein… mal schauen, wie sich das entwickelt, hier habe ich noch keine Entscheidung getroffen.

Ihr seht – Ablenkungen vom reinen Schreiben gibt es auch jenseits der Brotar­beit reichlich. Das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben. Im Monat September sahen meine Schreibresultate im Bereich Oki Stanwer Mythos und Archipel so aus:

Blogartikel 195: Work in Progress, Part 45

Blogartikel 185 (neu): OSM und „Liebster Award“ – Fragen und Antworten

Blogartikel 211: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 42

(Kämpfer gegen den Tod – OSM-Roman (Abschrift))

(14Neu 35: Glusem – die Biowelt)

(18Neu 77: SOFFROL)

(18Neu 78: Erinnerungen an die Ewigkeit)

(14Neu 37: Zentrum des Bösen)

(14Neu 38: Das Gigant-Syndrom)

Blogartikel 196: OSM-Kosmologie, Lektion 10: Baumeister-EXILE (1)

Erläuterung: Dies ist ein weiterer, recht umfangreicher Abschnitt des OSM-Hin­tergrundwissens, den ich sukzessive weitergebe und in kleine Häppchen dosiere. Bekanntlich seid ihr den Baumeister-EXILEN noch nicht so richtig begegnet, und die erste „Stippvisite“ in Quins Sonnengarten, um die es hier geht, fiel relativ kursorisch aus. Wer sich nun vorstellt, dass alle Baumeister-EXILE so aussehen wie das des Baumeisters Quin, liegt ebenfalls verkehrt. Man kann sie viel eher mit den Wohnungen äußerst exzentrischer Wesen vergleichen, und jedes von ih­nen ist höchst heterogen gestaltet.

Da EXILE aber nur in relativ großen Abständen in den OSM-Serien auftauchen, mögt ihr es mir nachsehen, wenn ich hier die grundlegenden Details in mehre­ren Beiträgen thematisiere, die über einen größeren Zeitraum gestreut werden.

(Sarittas Hilflosigkeit – Archipel-Story)

(DER CLOGGATH-KONFLIKT – OSM-Roman (Abschrift))

(12Neu 35: Geleitzug ins Nichts)

(12Neu 36: Das Reich hinter dem Universum)

(18Neu 79: Mitkors Feuerdomizil)

(18Neu 80: Der Seelenheiler)

(18Neu 81: Der Blaue Kristall)

Erläuterung: Ich habe inzwischen entdeckt, dass es arg anstrengend ist, neben einer E-Book-Serie auch zeitgleich noch die Abschrift von drei kompletten OSM-Serien (KONFLIKT 12, KONFLIKT 14 und KONFLIKT 18) zu realisieren. Dabei habe ich mich offenkundig übernommen. Schweigen wir von all den anderen Werken, die ich zurzeit digital zu erfassen suche… dass dabei neuere Geschichten auf der Strecke bleiben, ist unschön. Es ist aber auch nicht hilfreich, mittendrin irgend­wo zu pausieren.

Schätze, in den nächsten Monaten werde ich irgendetwas davon forcieren müs­sen, ohne jetzt schon eine konkrete Ahnung zu haben, was oder wie genau… die Lage sagt mir jedenfalls nicht wirklich zu. Augen zu und durch ist vielleicht die gescheiteste Methode, damit umzugehen. Ich halte euch da auf dem Laufenden.

Auf jeden Fall juckte es mich unglaublich in den Fingern, als ich an den obigen beiden Episodenabschriften der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ arbeitete, hier einen Handlungsstrang autonom weiterzuverfolgen. Beizeiten, wenn ihr diese Geschichten in überarbeiteter Form zu lesen bekommt – was noch einige Jahre dauern dürfte – , wird das vielleicht transparenter wer­den. An dieser Stelle nur eine Bemerkung dazu:

Der geheimnisvolle „Seelenheiler“, um den es hier geht, ist ein magisches We­sen, das im russisch besetzten Norwegen lebt und für jede seiner Heilungen eine junge Frau mit in die Wildnis entführt, aus der sie nie zurückkehrt. Wie genau es dazu gekommen ist und welche Bedeutung diesen Personen zukommt, wurde damals in der Serie nie hinreichend geklärt.

Während der Abschrift begann ich Details zu sehen, die mir damals notwendig verborgen bleiben mussten… und beinahe wäre daraus eine Geschichte konden­siert. Beinahe… aber von dieser Verzettlung konnte ich mich selbst noch recht­zeitig abbringen. Ich werde allerdings eine Notiz dazu verfassen müssen, damit ich diese Gedanken nicht aus dem Blick verliere.

Es hat alles mit den unheimlichen TUURINGERN zu tun, die ich 1988 noch nicht einmal kannte, als ich die obigen Episoden schrieb. Beizeiten erfahrt ihr auch von diesen Wesen mehr, vermutlich im Rahmen der höheren Kosmologie-Arti­kel. Aber auch das wird noch ziemlich dauern.

Ihr merkt hieran aber durchaus: unter meiner ruhigen Oberfläche brodelt die kreative Energie, und sie tut es gar mächtig…

Blogartikel 198: Lesungsbericht „Ein kreatives Attentat“

Tja, und mit diesem Beitrag, der eigentlich ja die Nachverwertung eines Bei­trags war, den ich spontan im Anschluss an die Lesung des 17. September 2016 auf dem „Großen Marktplatz“ des Vereins KreativRegion e.V. niederschrieb, da endete dann auch schon alles OSM-Relevante.

Ihr seht, leider keinerlei Aktivitäten in Richtung E-Books, und auch nur ver­gleichsweise wenige Blogartikel… damit ist der September ein weiterer eher un­befriedigender Monat in meiner Kreativvita.

In der kommenden Woche entführe ich euch mit dem „Jubiläumsblog 200“ in die Weiten des Kosmos und leite euch zu einer kritischen Frage, die ich hier noch nicht vorwegnehmen will. Seid gespannt und schaut wieder rein. Ich freue mich drauf!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 91: Der Todesflug der Cargo 03

Posted Dezember 21st, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ja, wir landen einmal mehr bei dem Vielschreiber Clive Cussler, dessen Werke sich zahlreich in meinen Bücherregalen befinden. Es werden noch eine ganze Menge mehr davon den Weg in meinen Rezensions-Blog finden, seid dessen versichert. Die meisten davon bieten immerhin solide Unterhaltung, manche davon sind auch ausgesprochen spannend, und wenn man sie in dosierter Quantität liest und über Monate und Jahre verstreut, lässt das Leseinteresse zu­mindest in meinem Fall nicht nach.

Hier haben wir den interessanten Fall eines „unkonventionellen“ Cuss­ler-Frühromans vorliegen, der zwar schon seine bald 40 Jahre auf dem Buckel hat, dadurch an Spannung aber nicht einbüßte, wie ich finde. Wer sich für Rätsel des Zweiten Weltkriegs interessiert und für rassistisch motivierte Rachefeldzüge, der ist hier durchaus sehr richtig am Platze.

Darum Vorhang auf für den folgenden Roman:

Der Todesflug der Cargo 03

(OT: Cargo 03)

von Clive Cussler

Goldmann 6432

Vorliegende Ausgabe: 5. Auflage 1986

Ursprüngliches Erscheinungsdatum: 1979

400 Seiten, TB

ISBN 3-442-06432-5

Aus dem Amerikanischen von Rolf Jurkeit

Man schreibt den Januar des Jahres 1954, als der Boeing-Stratosphärenclipper namens Cargo 03 von einem Militärflugplatz in Colorado zu seinem letzten Flug startet. Die mit 4 Mann unter Major Raymond Vylander besetzte Militärmaschi­ne ist schwer überladen und soll ein Eiland im Pazifik ansteuern. In ihrem Lade­raum befindet sich eine der tödlichsten Waffen, die der menschliche Erfinder­geist jemals ersonnen hat.

Aber bald nach dem Start verschwindet Cargo 03 spurlos. Jede Suchaktion bleibt erfolglos, und so wird die ganze Mission schließlich von amtlicher Seite vertuscht. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Vylanders Maschine über dem Pazifik abgestürzt ist und irgendwo auf dem Grund des Ozeans liegt. Leider ist diese Vermutung verkehrt.

34 Jahre später macht der Leiter für Spezialprojekte der NUMA, Dirk Pitt – Clive Cusslers alter Ego und Held der meisten seiner Romane – Urlaub in den Bergen von Colorado. Er hat einen guten Grund, sich gerade dieses Gebiet auszusu­chen, und das hat wenig mit landschaftlichen Reizen zu tun: Hier hat der ver­storbene Vater seiner aktuellen Freundin, der Kongressabgeordneten Loren Smith (im Roman durchgängig als „Laura“ falsch geschrieben) eine Berghütte geschaffen, auf der sich Pitt mit Loren amourösen Spielen hingibt. Man hat als Leser schnell das Gefühl, dass der damals noch sehr viel jüngere Cussler beim Schreiben dieses Romans frisch verliebt war oder zumindest unter hormonel­lem Überdruck gestanden haben muss, denn soviel Sex wie hier findet man sel­ten in späteren Cussler-Romanen.

Zu dumm, dass Pitt den Geräteschuppen der Berghütte betritt, denn dort ent­deckt er zu seiner großen Überraschung zwei Teile eines Flugzeugs, und seine Neugierde erwacht. Loren findet das etwas absurd, aber Pitt lässt dieses Rätsel nicht in Ruhe. Er fragt bei den Nachbarn, den Rafertys, nach einem Flugzeugab­sturz, schließlich bringt er die Teile zu einem Experten, und schließlich nimmt er Kontakt zu dem alten Oberst Abe Steiger auf und holt den NUMA-Kollegen Al­bert Giordino mit ins Boot.

Während die Umgebung unisono behauptet, der Fund sei bedeutungslos oder stamme höchstens von einem verschrotteten Flugzeug, das der bastelwütige Vater von Loren, der vor drei Jahren bei einer Experimentalexplosion ums Le­ben kam, für seine Experimente als Materiallieferant heranzog, ist Dirk Pitt an­derer Ansicht, und er behält Recht. Er findet das Wrack der Cargo 03 schließlich wieder, inklusive ihrer höllischen Fracht. Aber es gibt Probleme.

Zum einen enthält das Wrack nicht vier Leichen, sondern fünf, und die fünfte ist im Laderaum angekettet und deutlich späteren Datums. So wird aus dem bishe­rigen Abenteuerroman unvermittelt ein Mordfall – der klassische „Whodunnit“. Zum anderen fehlen von den Behältern im Laderaum einige… und nachdem Pitt mit einem überlebenden Verantwortlichen gesprochen hat, begreift er auch, was für eine unermessliche Gefahr von diesen Behältern ausgeht, die unbedingt gefunden werden müssen.

Auf einer Parallelhandlungsschiene findet der Leser sich in Südafrika des Jahres 1988 wieder. Hier machen wir die Bekanntschaft mit dem pensionierten schot­tischen Seemann Patrick McKenzie Fawkes, der mit seiner kleinen Familie eine Farm in Natal betreibt und von Spionen der Afrikanischen Revolutionsarmee (ARA) beobachtet wird. Der hier eingesetzte Späher wird einigermaßen fas­sungslos Zeuge davon, dass während Fawkes´ Abwesenheit ein Kommando­trupp schwarzer Soldaten in ARA-Uniformen die gesamte Farmbevölkerung nie­dermetzelt – ohne dass er selbst davon Kenntnis hat.

Fawkes selbst wird derweil vom südafrikanischen Generalstab unter Pieter de­Vaal und Oberst Zeegler in das „Unternehmen ‚Wilde Rose’“ eingeweiht, ein Planspiel, mit dessen Hilfe der ARA die Möglichkeit genommen werden soll, ausländische Unterstützung einzuwerben. Fawkes lehnt die Teilnahme an die­sem Unternehmen ab… aber nach der Rückkehr auf seine inzwischen zerstörte Farm ändert er seine Meinung und wünscht den schwarzen Mördern nur noch den Tod an den Hals, insbesondere ihrem Anführer, Hiram Lusana.

Lusana ist ein Schwarzer afrikanischer Abstammung, der jedoch in den USA auf­gewachsen ist und sich hier als Kleinkrimineller hochgearbeitet hat, ehe er nach Südafrika zurückging und dort die ARA grundlegend neu strukturierte. Er reist, während all diese Zwischenfälle geschehen, nach Washington, um dort mit ei­nem befreundeten Kongressabgeordneten hochrangige Sympathisanten für sei­ne Sache einzuwerben. Sein Helfer schreckt dabei vor übler moralischer Erpres­sung nicht zurück, und dummerweise geraten Dirk Pitt und Loren Smith in sein Visier.

Von all diesen Dingen ungeachtet übernimmt Kommandant McKenzie Fawkes sein letztes Kommando, und am 7. Dezember 1988 ist es dann soweit, an dem Tag, an dem einstmals der Überfall auf Pearl Harbor stattfand – doch dieses Mal regnet es Granaten auf Washington, und der Tod von Hunderttausenden ist nur noch eine Frage von Minuten…

Verglichen mit anderen, späteren Cussler-Romanen ist dieser hier über weite Strecken hinweg ganz erstaunlich ruhig geschrieben. Sehr viel Raum nimmt die ruhige und nahezu kriminalistisch zu nennende Fahndungsgeschichte nach der „Cargo 03“ in Anspruch, die erst nach mehr als 60 Seiten kulminiert. Dramati­sche Verfolgungsjagden oder Feuergefechte fehlen nahezu völlig, und mögli­cherweise hat Cussler deshalb auch die zahlreichen erotischen Intermezzi ein­gebaut, um die Neugierde des Lesers wach zu halten. Nun, für mich war das un­nötig, wie man sich vorstellen kann. Ich fand den Roman schon bei meiner Erst­lektüre vor fast 30 Jahren packend… wenn auch wohl nicht so packend, dass ich ihn unten in meinen Bücherregalen gehalten hätte. Ich fand ihn erst kürzlich auf dem Dachboden meiner Mutter wieder.

Es ist natürlich ein wenig kurios zu nennen, dass der Titelbezug des Romans tat­sächlich schon auf Seite 16 endet. Und es gibt noch ein paar andere Kuriosa, die dieses Werk gründlich von späteren Romanen Clive Cusslers unterscheiden. Na­mentlich gilt das für die moralischen Details und für offene Enden. Ich nenne nur ein paar davon: Ich kann mich nicht entsinnen, dass es einen anderen Cuss­ler-Roman gibt, in dem Dirk Pitt hinterrücks eine Frau über den Haufen schießt – wie das hier passiert. Mörderin hin oder her, offenbar kam er nach diesem Buch zu dem Schluss, dass die Leser so etwas nicht mögen, und er hat es nie wieder zugelassen. Ähnlich mit dem Liebesleben. Eine Hauptperson zu be­schreiben, die unverhohlen Sex mit zwei verschiedenen Männern hat und sich zwischen ihnen nicht entscheiden kann, das kam wohl auch nicht so gut an… wenngleich das selbst in den prüden USA der Gegenwart vermutlich nicht allzu selten sein dürfte.

Und was die offenen Enden angeht… ich hatte zwar sehr viel von der Erstlektüre vergessen, aber ich war dann doch verdutzt, wie die Geschichte des Geheim­agenten „Emma“ ausgeht bzw. nicht ausgeht. Und dass die Sache mit Loren Smith´ Vater nur partiell aufgeklärt wurde, hat mich auch verwundert. Da hat Cussler in späteren Romanen deutlich dazugelernt.

Ein paar Logikschnitzer gibt es natürlich auch. So hat Übersetzer Jurkeit gleich zu Beginn die drollige Fehlübersetzung drin, dass er das amerikanische „billion“ mit „Billion“ übersetzt, was in Wahrheit „Milliarde“ bei uns heißt. Und später kommt dann noch die reichlich abstruse Behauptung, Bakterien würden von Neutronenstrahlung nicht zerstört werden, was erkennbar falsch ist. Der Ab­wurf einer Neutronenbombe sterilisiert den Aufprallort, aber alle anderen Ge­genstände wie etwa Elektronik usw. bleiben erhalten. Bakterien werden dabei aber ziemlich sicher vollständig vernichtet. Dummerweise musste Cussler so eine dumme Aussage treffen, um den Romanplot zu erhalten.

Interessant ist der Roman auch deswegen, weil Cussler hier einige bemerkens­werte politische Positionen bezieht, die er später nicht mehr so deutlich akzen­tuiert. So kommen etwa eine sehr kritische Position gegenüber amerikanischem Waffenhandel zum Vorschein und sein Ressentiment gegenüber korrupten amerikanischen Politikern. Schön fand ich auch, dass Pitts Vorgesetzter, Admiral James Sandecker, sich überraschend in einer recht aktiven Position wieder fin­det, was man sonst so nicht kennt, und dass Pitts Sidekick Giordino nur einen ziemlich kleinen Part an der Geschichte bestreiten kann, was sich dann insbe­sondere im Finale zeigt. Da muss man dann auf die unerwarteten Verbündeten zurückgreifen, die sich einem anbieten. Selbst wenn einer davon dann Fawkes heißt (was bekanntlich ein „sprechender“ Name ist, der Bezug zu Guy Fawkes und der britischen Geschichte ist allzu deutlich, mir bei der Erstlektüre so aber nicht bewusst gewesen).

Das alles macht aus diesem Roman ein durchaus unkonventionelles Leseaben­teuer mit Drehungen und Wendungen, die man so vielleicht nicht erwartet. Wer also einen durchaus sehr „ruhigen“ Clive Cussler-Roman lesen möchte, um ihn als Einstiegsvehikel in den NUMA-Kosmos zu verwenden, der ist hier genau richtig. Und mir hat er auch nach fast 30 Jahren noch einiges Lesevergnügen be­reitet, was man daran sieht, dass ich ihn in drei Tagen verschlungen hatte…

© 2015 by Uwe Lammers

Das Buch der kommenden Woche führt uns in eine ganz andere Region unserer Welt und, das besonders, in eine ganz andere Zeit und ein völlig differentes Genre. Wer von euch ein gewisses Faible für alte Hochkulturen hat und ganz be­sonders für die Zeit der Pharaonen und ihrer Wiederentdeckung in den letzten Jahrhunderten, der sollte die Buchvorstellung der kommenden Woche echt nicht verpassen. Es geht da um ein legendäres Tal und eine Vielzahl von exzentrischen Forschern.

Mehr am nächsten Mittwoch an dieser Stelle.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Wochen-Blog 198: Lesungsbericht „Ein kreatives Attentat“

Posted Dezember 17th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

so kurz vor Jahresende könnte man zu der Auffassung kommen, dass mir all­mählich die Ideen ausgehen, was ich für euch an Beiträgen überlege und hier präsentiere. Seid versichert, dass diese Annahme trügt. Auch wenn dieser Bei­trag hier vielleicht etwas… sagen wir… unzeitgemäß sein mag, hat er doch seine Berechtigung.

Ihr erinnert euch, dass ich früher schon verschiedentlich, dort allerdings relativ zeitnah, über Events berichtet hatte, die ich in der Öffentlichkeit absolvierte. Dass dieser unten wiedergegebene Bericht, der zwischenzeitlich – wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle – im Fanzine Baden-Württemberg Aktuell (BWA) und Paradise abgedruckt worden ist, so spät kommt, hat einen ganz sim­plen Grund: ich hatte die Beiträge meines Wochen-Blogs schon bis Nummer 197 durchgeplant, der in der vergangenen Woche erschien. Das hier war der erste freie Platz.

Ich musste das so machen, weil bekanntlich aus Zeitgründen mein E-Book-Pro­gramm etwas schleppend geworden ist und es mir zu schwierig erschien, im Rahmen des Blogs regelmäßig auf die E-Book-Inhalte zu verweisen. Und was wäre das für eine Art, stur an der Erscheinungsreihenfolge der Blogs festzuhal­ten, wenn das E-Book, auf das sich ein bestimmter Beitrag bezieht, dann erst zwei Monate später erscheint? Nein, das wäre wirklich eine alberne Vorgehens­weise.

Folglich gab es nur relativ wenige „freie Plots“, wie man das nennen könnte, und der früheste für diesen Beitrag war also hier. Dennoch fand ich, wäre es schade, euch diesen Autoren-Lesungsbericht, zumal es ja um einen Text geht, den ihr kennt.

Neugierig geworden? Dann lest weiter:

Ein kreatives Attentat

oder

Wie ich unvermittelt zu einer Lesung im Regen kam

von Uwe Lammers

Überraschungen gibt es im Leben immer wieder, mal schöne, mal weniger an­genehme. Mitunter lässt sich nicht sofort entscheiden, ob man das eine oder das andere erlebt, das stellt sich erst im Laufe der Zeit heraus. So erging es mir kürzlich, als ich fast wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde kam… was in meinem Fall als Literat heißt, dass ich zu einem unerwarteten Lesungstermin kam. Und das begann alles folgendermaßen:

Am 7. September fand ich nach meiner Heimkehr von der Arbeit einen blinken­den Anrufbeantworter vor. Auf das Band gesprochen hatte eine Person, die ich recht gut kenne, seit einigen Jahren schon. Sinngemäß sagte sie folgendes: „Hey, hier ist Ines von der KreativRegion. Ich möchte von dir erfahren, ob du In­teresse hättest, auf dem Großen Marktplatz Teil des Programms zu werden. Wir stellen uns vor, dass du da eine Lesung auf der großen Bühne machst und dach­ten uns, da das Motto ‚Kreatives Universum’ lauten wird, es wäre doch klasse, wenn du aus deinem Oki Stanwer Mythos vortragen könntest…“

Tja, Freunde, ganz ehrlich – da blieb mir ein wenig die Spucke weg.

Ich wusste von dem Termin, selbstverständlich, das war der 17. September 2016, der Geburtstag meines Bruders, und ich hatte Ines Kulka von der Krea­tivRegion e.V. schon via Mail zugesagt, dass ich daran teilnehmen wollte. Aller­dings dachte ich bislang nur in der Dimension: Besucher, Flyer verteilen, Ge­spräche führen… an mehr dachte ich nicht.

Und nun auf einmal Teil des Programms?

Lesung auf der großen Bühne?

OH GOTT!

Das war der erste Moment.

Dann kam nach ein wenig Überlegen und nochmaligem Abhören der Nachricht ein zweiter… und ihr kennt das, die zweiten sind meistens die konstruktiveren und optimistischeren, das ist wohl so eine Art Naturgesetz. Der zweite Gedanke lautete: Ich habe so etwas noch nie gemacht. Schon gar nicht eine Lesung im Freien… aber auf der anderen Seite – wann bekommt man schon so eine Chan­ce? Und dann noch eine dezidierte OSM-Lesung…

Zweiter Gedanke also: Wow! Was für eine tolle Gelegenheit!

Ich sagte zu.

Damit begannen meine Komplikationen, denn die Vorwarnzeit betrug bekannt­lich nur knappe 10 Tage. Das Zeitfenster, so hatte Ines weiter mitgeteilt, würde rund 30 Minuten betragen, nicht mehr. Und ihr kennt mich, Freunde, ich bin der Typ für die Langform.

Ich machte die Sache noch komplizierter, indem ich nämlich zwei Dinge recht schnell ausschloss – zum einen, beispielsweise aus der aktuell im Fandom sehr bekannten Story „Der Platz der Steine“ vorzutragen (wiewohl das wegen der niedlichen Protagonistin Senyaali sicherlich gut angekommen wäre). Und zum zweiten schloss ich es ebenso aus, aus Werken vorzutragen, die noch nicht im E-Book-Format erschienen sind. Zum dritten schloss ich auch noch die Episoden der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) aus, weil ich der Auffas­sung war, dass sie deutlich zu viel Vorwissen voraussetzen würden. Ines´ Idee, aus „dem aktuellen E-Book“ vorzutragen, erteilte ich sofort eine kategorische Absage.

Das muss ich vermutlich erklären: Beim TI-Band 27, das ist der aktuelle Titel, Ei­gentitel „Späherin der Cestai“, handelt es sich um einen so genannten span­nungsarmen Vorbereitungsband für einen Vierteiler. Darin sind nicht wirklich elementare, zentrale Inhalte des Oki Stanwer Mythos (OSM) zu vermitteln. Das schied also aus.

Damit war die Zahl an Geschichten von Relevanz ziemlich begrenzt.

Ich entschied mich schließlich für die Story „Heimweh“, und zwar aus mehreren Gründen heraus. Einmal handelte es sich um ein Werk, das kürzlich als Teil mei­ner letzten Storysammlung „Als Tiyaani noch ein Kind war…“ veröffentlicht hatte. Die Zugänglichkeit vor allen Dingen für die zweite Hälfte der Story war also gegeben. Jeder, der neugierig geworden war durch die Lesung, konnte sich das E-Book besorgen und die Story auslesen.

Zweitens vermittelt diese Geschichte, in der es quasi sofort um TOTAM und die Totenköpfe geht, recht schnell – wenn auch etwas flüchtig – zentrale Inhalte des OSM. Mit etwas Straffung und paraphrasierender Einleitung würde das ge­schickt auf wichtige Themen des OSM hinlenken.

Nachteil: Die Geschichte war natürlich viel zu lang.

Ich musste also unbedingt kürzen. Nur: wie viel? Und was genau? Wie viel Raum besaß ich – im Sinne von Seiten, die ich zur Verfügung hatte?

Die Arbeit des Kürzens und Paraphrasierens begann also. Letzteres bezeichnet Passagen der Geschichte, deren Inhalt nur knapp referiert wird, bis dann der nächste Zitatblock kommt. Diese Technik habe ich im vergangenen Jahr bei ei­ner Lesung am Gifhorner Tankumsee gelernt.

So dampfte ich also weit mehr als 45 Seiten auf letzten Endes 25 ein. Damit war ich bis zum 15. September fertig… und am 16. machte ich eine Testlesung in meinen eigenen vier Wänden… und kam zu meiner Bestürzung innerhalb von 40 Minuten gerade mal auf 18 Textseiten!

Autsch, dachte ich. Selbst wenn ich das tatsächlich einhalten sollte, ist es immer noch nicht mehr als ein höchst unvollkommener Einblick. Aber noch mehr aus dem Skript streichen wollte ich nicht. Ich setzte also Textmarkierungen und sag­te mir: Okay, dann soll das eben so sein.

Der Samstag kam, 17. September 2016. Die ganze Woche zuvor hatte schwül­heiße, teilweise tropische Hitze über Braunschweig gelegen, mit 30-34 Grad po­sitiv, kaum Wolken am Himmel, keinem Tropfen Regen. Die armen Pflanzen wa­ren schon völlig dabei, zu verbrennen, als am Freitag endlich Wolken aufzogen und es merklich kühler wurde.

Am Samstag war es noch kühler. Und ich schaute morgens aus dem Fenster und sah die Bindfäden herunterprasseln.

Na toll… so sehr ich den Pflanzen den Regen wirklich von Herzen gönnte, kann man sich denken, dass das für eine Open-Air-Veranstaltung nun wirklich nicht optimal war. Glücklicherweise sollte der „Große Marktplatz“ auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz erst um 13 Uhr beginnen, und ich hoffte doch sehr, dass das Wet­ter bis dahin besser sein würde. Sicherheitshalber packte ich zu meiner Titel­bildmappe der E-Books und einem dicken Bündel Flyer auch noch einen Regen­schirm ein.

Eine gute Entscheidung – ich sollte ihn brauchen.

Das Wetter erwies sich nicht als das einzige Handicap. Ein befreundeter Literat hielt am gleichen Nachmittag in einem völlig anderen Stadtteil eine Lesung ab, von der ich kurzfristig erfahren hatte, und zweifellos band er so einen Teil po­tentieller Hörer. Dann fand ein bundesweiter Protesttag gegen das Handelsab­kommen TTIP statt… und schließlich war da noch der Regen.

Als ich beim „Großen Marktplatz“ der KreativRegion e.V. eintrudelte, herrschte zwischen den Zelten schon rege Betriebsamkeit. Die Veranstalter um Ines Kulka begrüßten mich herzlich – sie kennen mich schon seit Jahren, und ich versuche nach Möglichkeit keinen ihrer Events zu versäumen, weil sich dort stets so phantastische neue Kontakte schließen lassen (so sollte es auch dieses Mal sein). Ich erhielt einen Kunststoffchip für Crêpes, Getränke waren für die Mit­veranstalter frei, was ich sehr schön fand (viel lesen macht durstig, Autorenkol­legen unter euch oder häufige Lesungsbesucher werden das wissen).

Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück am Anfang… der Regen hatte nämlich aufgehört. Der Himmel war nach wie vor dicht grau verhangen, von Sonne war also rein gar nichts zu sehen… aber es war zumindest trocken. Ich wanderte fol­gerichtig zwischen den zahlreichen, in einer Art elliptischem Kreis aufgebauten Formation von offenen Zelten entlang, und verteilte hier Flyer meiner E-Books und solche für Angelika Herzogs „Elektron-Saga“. Im offenen Raum zwischen den Ständen waren Sitzgelegenheiten verschiedenster Art aufgebaut. An dem einen Scheitelpunkt der Ellipse befand sich die Bühne („ist nur eine Hänger-Bühne“, wie mir einer der Techniker später sagte, aber ich versichere euch – für jemanden, der noch nie auf solch einem Ding gesessen hat, um zu den Leuten zu reden, ist das verdammt beeindruckend!). Genau gegenüberliegend war das Organisationszelt der KreativRegion, links und rechts um die Sitzplätze befan­den sich auf jeder Seite 4-5 weitere Zelte unterschiedlichster Akteure aus ver­schiedenen Feldern der KreativRegion.

Wie muss man sich das vorstellen? Nun, da gab es beispielsweise einen Stand für den Regional-Fernsehkanal 38, dann ein Zelt eines Fotografenpaars, der Bund Bildender Künstler hatte eine Videoinstallation geschaffen. Ein Kleinverle­ger (der sich später als heißer Doctor Who-Fan outete, was ich gar nicht erwar­tet hatte) präsentierte seine Werke und die seiner Coautoren. Das kreative Handwerk war vertreten und schuf hier mit den Besuchern zusammen individu­elle Sitzmöbel. Ein Graffiti-Sprayer schuf ein sicherlich zweieinhalb Meter langes Graffiti für die KreativRegion, passend mit Sternen und fremden Planeten. Für kulinarische Speisen sorgte der Crêpes-Stand. Musiker waren vertreten, Inter­netaktivisten und einiges mehr…

Ihr seht, wer so etwas versäumt, hat eine Menge verpasst. Der „Große Markt­platz“ steht immer im Zeichen der intensiven Vernetzung der so genannten Kreativbranchen, und das betrachte ich immer als großes Positivum, denn ich habe eigentlich von jedem solchen Event irgendeinen neuen interessanten Kon­takt mitgenommen.

Mein Programmpunkt war um 15 Uhr an der Reihe, aber da ich kurz nach 14 Uhr aufgetaucht war, blieb viel Zeit zum Plaudern mit den Verantwortlichen, mit zahlreichen Leuten, die ich von früheren Veranstaltungen kannte, und zum Ver­teilen von Flyern.

Besonders gut freundete ich mich mit dem Fotografenpaar von „Bilder wie Du und ich“ an. Mandy Such und ich waren fast sofort auf derselben Wellenlänge, das war klasse, und während noch ein Liedermacher auf Deutsch seine Songs von der Bühne schmetterte – der Programmpunkt direkt vor mir – , entwickel­ten wir beide mit ihrem Partner schon interessante kreative Crossover-Ideen (über die an dieser Stelle natürlich nichts verraten werden soll, denn immerhin sind diese Dinge ja erst ein paar Stunden alt und mithin alles andere als spruch­reif. Aber wer Mandys Shop besuchen möchte, kann dies natürlich gern tun. Hier ist ihre Shopadresse: www.bilderwieduundich.de).

Während wir noch redeten, begann was?

Es fing an zu regnen.

Also nein, dachte ich, finster gestimmt. Das kann doch alles gar nicht wahr sein! Die ganze Woche kein einziger Tropfen, und gerade jetzt, wo es darauf an­kommt, dass das Wetter moderat bleibt, fängt es wieder an? Hieß es nicht im Wetterbericht, es solle nur morgens regnen (was ja der Fall gewesen war), den Rest des Tages aber trocken bleiben?

Doch, das habe ich auch so gehört“, stimmte jemand vom Veranstaltungsteam zu.

Aber wir kennen das ja – die Leitung zum Großen Regenmacher ist notorisch ge­stört. Was kümmern Ihn schon ein paar kreative Geister in Braunschweig…?

Nun, als mein Programmpunkt also begann, stellten wir die wunderschöne Bild­tafel korrekt hin, und ich kletterte über die Rampe auf die Bühne zum Techniker, der das Mikro einstellte.

Ah, was für eine Bildtafel? Von der habe ich noch gar nichts gesagt, das stimmt natürlich. Mein Versäumnis: Das gehörte mit zu den Vorbereitungen. Ines hatte mir nämlich, sobald ich zugestimmt hatte, dass ich die Lesung machen wollte, gesagt, sie wolle gern die Titelbilder meiner bisherigen E-Books bekommen, um daraus eine Art von Slideshow zu entwickeln. Ich schickte ihr daraufhin alle Co­ver der 41 E-Books, die es bislang zu erwerben gibt. Und was tat sie, zusammen mit Magdalena Pajonk? Sie projizierte die Cover stattdessen auf ein A2 oder vielleicht sogar A1-Plakat und packte es beidseitig unter eine regendichte Stell­wand aus durchsichtigem Kunststoff. Da wurden zwar nur 32 Cover abgebildet („du hast einfach schon so viel veröffentlicht…“, meinte Ines zur Entschuldigung, was ich goldig fand), aber diese Stellwand war ein phantastischer, farbenfroher Blickfang. Ich habe mir erbeten, diese beiden Seiten nach dem Ende der Veran­staltung zu bekommen. Für die haben wir sicherlich beizeiten noch Verwen­dung, etwa auf einem nächsten Raum & Zeit Continuum-Con in Braunschweig.

Diese Stellwand platzierten wir also rechts vor der Bühne als Blickfang, und dann setzte ich mich auf den mittig aufgestellten Stuhl, das Mikro wurde aufge­stellt, ich erhielt eine kurze Einleitung durch Magda Pajonk, und los ging das Abenteuer.

Da es regnete, waren vergleichsweise wenige Personen anwesend, sicherlich kaum mehr als ein Dutzend, darunter aber auch ein paar sehr interessierte Kid­dies um die acht Jahre, würde ich schätzen, die in der vordersten Reihe neugie­rig lauschten.

Und ich erzählte ein wenig flüchtig von der Genese des Oki Stanwer Mythos, um dann in die Geschichte „Heimweh“ einzuleiten, die in der Galaxis Leucienne auf dem rückständigen Planeten Höolyt beginnt, wo die Käferspezies der Ohee­tirs beheimatet ist. Hier stirbt der junge Oheetir Shaygül, und sein Tod stürzt seine nun völlig vereinsamte Mutter Yülshii in den Wahnsinn.

Dummerweise, und das ist ja ein Charakteristikum für den OSM, ist mit Shay­güls Tod die ganze Geschichte keineswegs beendet, sondern sie beginnt erst. Shaygül wird wider Willen Teil der LEGION, TOTAMS gigantischem Heer von To­tenköpfen, also lebenden, bewaffneten und unsterblichen Skeletten in Men­schenform. Ziel der Ausbildung der Totenköpfe in der schwarzkristallinen Hohl­welt TOTAM in der Galaxis Bytharg ist es, eine Invasionsarmee für Leucienne zu werden. Und die Oheetir-Totenköpfe sollen auf ihrer Heimatwelt Höolyt kämp­fen.

Zu dumm, dass in diesem Universum die Dinge nicht so funktionieren wie ge­plant und wie sonst – die Totenköpfe entwickeln nach einer Zeit so etwas wie ein mentales Krankheitssyndrom, das sich in Aufsässigkeit, Renitenz und… ja, Heimweh äußert.

So kehrt Shaygül von TOTAM zurück nach Höolyt und direkt zum elterlichen Hof seiner Mutter Yülshii. Man kann sich denken, dass das nicht ohne Komplikatio­nen abgeht.

Diese Komplikationen konnte ich nur bedingt skizzieren in meinem Vortrag, denn ich kam gerade bis Seite 17 des Skripts, als das Auftauchen eines Cos­player-Pärchens auf der Bühne mich dazu bewog, meinen Vortrag allmählich enden zu lassen. Ich konnte nur noch darauf hinweisen, dass die volle Geschich­te in meinem „Tiyaani…“-E-Book zu finden sei und auf meine Website freund­lich hinweisen, dann war auch meine Redezeit schon wieder vorbei.

Es war wie bei allen Dingen, die wahnsinnig Spaß machen – viel zu schnell vor­über! Ihr kennt das, Freunde.

Ich blieb noch rund anderthalb weitere Stunden, labte mich an einem leckeren Crêpe, trank eine Kleinigkeit und plauderte höchst angeregt mit einer ganzen Reihe von netten Leuten, tauschte Visitenkarten aus und freute mich ebenso wie die Organisatoren, dass die Veranstaltung so solide gelaufen war. Natürlich – der Regen hatte eine Menge potentielle Zuschauer sicherlich ferngehalten. Natürlich – die Umgebungsgeräusche (vorbeifahrende S-Bahnen und Busse, Straßenverkehr, Ablenkung von anderen Ständen des „Marktplatzes“) hatten doch dafür gesorgt, dass manche Leute meinem Vortrag nur partielle folgen konnten… aber insgesamt kam die Lesung gut an.

Indes war sie eingezwängt zwischen zwei Musikern und einer Schauspieltruppe (das „Störenfried-Theater“, wenn ich’s recht erinnere), und solche lebhaften Events bekamen natürlich mehr Applaus als meine Performance.

Dennoch möchte ich diese Veranstaltung unter Erfolg verbuchen – und ich bin jederzeit wieder bereit, entsprechend gut vorbereitet auf eine Bühne zu steigen und eine Lesung zu veranstalten. Gern mit etwas mehr „Vorwarnzeit“, damit es nicht ganz solch ein kreatives Attentat ist wie dieses Mal.

Alles in allem eine beeindruckende Veranstaltung. Auf die nächste freue ich mich ebenfalls schon, die ich nun vorbereite – das wird am 9. Oktober 2016 im Kulturpunkt West in Braunschweig der Fall sein. Dort trage ich drei SF-Kurzge­schichten vor. Mal sehen, wie ich mich dann schlage. Ich halte euch auf dem Laufenden!

© by Uwe Lammers

Braunschweig, den 17. September 2016

Gewiss, könnt ihr jetzt besonders zum Schlussabsatz sagen, das ist doch alles kalter Kaffee von vorgestern. Ist nicht völlig abzuweisen, dieser Gedanke. Aber das stimmt nur begrenzt. Denn von der Lesung, die ich oben im September an­kündigte, sage ich in ein paar Wochen auch noch Näheres… ja, ihr ahnt es: auf dem nächsten freien „Plot“.

In der nächsten Woche gibt es dann wieder die obligatorische Aufarbeitung meiner kreativen Taten im Rahmen des Archipels und des Oki Stanwer Mythos… diesmal für den Monat September 2016.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 90: Exil Sechseck-Welt (2)

Posted Dezember 13th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

heute gibt es mal wieder eine Rezension mit starker Eintrübung… denn damals, als ich den Roman vor fünfzehn Jahren erneut las, um ihn dann zu rezensieren, war ich doch deutlich ernüchterter als bei meiner „naiven“ Erst- und Zweitlektü­re. Dennoch füge ich diese Rezension mit Bedacht in den Blog ein… das hat den klaren Grund, dass der fünfbändige Gesamtzyklus (eigentlich eine sehr unschön zerstückelte Trilogie, wenn man genau ist, die heutzutage dringend eine schöne, ungekürzte Neuausgabe verdient hätte!) in toto sehr anregend und faszinierend ist.

Der zweite Band, der hiermit vorliegt (bzw. Band 2, Teil 1 der Trilogie), hängt zwar ein wenig durch, doch ist das ein Phänomen, das man auch von Filmtrilo­gien zur Genüge kennt (man denke nur mal an „Matrix“ oder auch an „Fluch der Karibik 2“, wobei letzterer Film seinen eigenen Charme entwickelte). Grundsätzlich ist das wohl unvermeidlich. Und die Einführung von neuen Cha­rakteren, um die Romanhandlung zu beleben, hat definitiv etwas.

Also, auf ein Neues: es geht um das Schicksal des Universums, um das Geheim­nis der mysteriösen Markovier, und das Tableau für den „Krieg der Sechseck-Welt“ wird bereitet.

Vorhang auf, das Spiel möge beginnen:

Exil Sechseck-Welt

(OT: Exiles at the Well of Souls)

von Jack L. Chalker

Goldmann 23346

288 Seiten, TB

März 1980

Übersetzt von Tony Westermayr

Man befindet sich im 45. Jahrhundert. Die vielen hundert menschlichen Koloni­alwelten sind bis auf wenige in so genannte „Kom-Staaten“ umgewandelt wor­den, „Paradiese“, auf denen die Menschen selten mehr sind als uniformierte, ge­horsame Ameisenwesen. Nur sehr wenige Welten konnten sich dem Druck des Konformismus widersetzen, ganz kleine Grüppchen von Menschen, die noch stolz auf ihre Individualität und durchaus auch auf ihre Gebrechen sind, existie­ren in Nischen der Gesellschaft.

Doch es gibt einen größenwahnsinnigen Menschen, der extra für die Aufgabe der absoluten Herrschaft gezüchtet wurde: der Hermaphrodit Antor Trelig, op­tisch durchaus maskulin, von der Vorliebe her aber zu Männern neigend, die sei­ne weiblichen Geschlechtsorgane besser „bedienen“ können. Trelig hat sich zum Herrscher des Schwamm-Rauschgiftsyndikats aufgeschwungen (siehe Rezensi­on „Die Sechseck-Welt“) und kontrolliert inzwischen weite Teile der planetaren Regierungen. Er ist nahe daran, die ultimaten Vernichtungswaffen in seine Hand zu bekommen, die lange Zeit weggesperrt und dem Kom-Rat unterstellt wurden.

Doch durch einen bösen Zufall erfährt er von einer Erfindung, die ihn in den Be­sitz noch viel gewaltigerer Machtmittel bringen kann:

Der naive Wissenschaftler Gilgam Zindar hat sich mit den geheimnisvollen mar­kovischen Gleichungen beschäftigt und einen Supercomputer namens Obie ent­wickelt. Obie ist imstande, nach präzisen Vorgaben Menschen in ihre pri­märenergetischen Speicherbestandteile aufzulösen und neukonfiguriert wieder zusammenzufügen. Auf diese Weise verwandelt er beispielsweise Menschen in Zentauren.

Zindars Assistent Ben Yulin ist, was niemand weiß, ein Angestellter des herrsch­süchtigen Antor Trelig, und es gelingt ihm, Zindars eher dümmliche Tochter Nikki zu entführen und schwammsüchtig zu machen. Der Wissenschaftler wird so gezwungen, eine größere Ausgabe des Materietransmitters zu bauen und Obies Kontrolle zu unterstellen. Die Anlage wird in Treligs Asteroid „Neu-Pom­peji“ eingebaut und zur Abschreckung der noch unabhängigen Räte getestet.

Vor diesem Test allerdings ist die kleinwüchsige Raumpilotin Mavra Chang (manchmal auch inkonsequent Tschang geschrieben) auf Neu-Pompeji einge­troffen. Ihr Auftrag lautet, Nikki Zindar zu befreien, um Gilgam Zindar nicht mehr erpressbar zu machen. Selbst der Supercomputer Obie hilft ihr, aber all das reicht nicht: das Experiment wird vorverlegt und Mavra befindet sich mit ihrer befreiten Geisel und dem Aufseher Renard noch zu nah an Neu-Pompeji, als der von Obie vorausberechnete Nebeneffekt eintritt.

Der gesamte Asteroid wird von dem Feld der Veränderung eingehüllt und ins Zentrum des bekannten Universums versetzt, angezogen von jener Instanz, die die Materiegleichungen des Kosmos stabil hält.

Sie finden sich wieder im Orbit eines bizarren riesenhaften Planeten, der ge­spenstisch facettiert wirkt und ein Band aus Bernstein um den Äquator zu besit­zen scheint: es handelt sich um die Sechseck-Welt, auch Schachtwelt genannt, jenen Planeten, auf dem die gottgleichen Markovier vor Hunderttausenden von Jahren die Evolution von Millionen Rassen abrollen ließen, mit denen sie später den Kosmos bevölkerten. In den 1560 Hexagon-Habitaten existieren ebenso vie­le Völker, mehr oder weniger intelligent oder technifiziert (manche auch mit Magie ausgestattet!).

Dies verstehen natürlich die Neuankömmlinge nicht.

Mavras Fähre stürzt auf der Sechseck-Welt in einem Habitat fleischfressender Zyklopen ab, während Treligs schwammsüchtige Angestellte revoltieren und ihn fast umbringen. Er hat nur die Chance, mit Zindar und Ben Yulig ebenfalls die Schachtwelt anzufliegen. Doch sie stranden mit ihrem Raumschiff – im Gegen­satz zu Mavra – im Norden, in jener Weltsphäre, wo die nicht auf Kohlenstoff basierenden Lebewesen ihre Staaten errichtet haben und sie selbst fast den Tod finden.

Fast: denn im letzten Moment werden sie gerettet und in die Südhemisphäre ver­setzt und hier von einem monströsen Wesen namens Serge Ortega, das einmal ein Mensch war und nun ein – innerhalb der Zone durch Magie unsterblich ge­wordenes – riesenhaftes Schlangen-Reptilien-Mischwesen (ein Ulik eben) ist, empfangen.

Als er die Neuankömmlinge durch das Portal in die Welt hinausschickt, ahnt er nicht, WEN er weitersendet, das erfährt er erst später. Doch da ist es bereits zu spät.

In Windeseile verbreitet sich über der Sechseck-Welt die Information, dass zwei RAUMSCHIFFE abgestürzt sind – und dass über dem Planeten ein Asteroid mit einem markovierähnlichen Gehirn wartet, das gottähnliche Fähigkeiten, Unsterblichkeit und ähnliches verspricht!

Insbesondere Antor Trelig ist daran gelegen, nach Neu-Pompeji zurückzukehren und die absolute Macht zurückzuerringen, die er durch missliche Umstände ver­loren hat. Doch dafür braucht er ein Raumschiff. Das im Norden ist unzugäng­lich, das im Süden gestrandete in neun funktionsfähige Teile zerplatzt. Doch der Antrieb ist im Hexagon Gedemondas gelandet, über das man nahezu nichts weiß. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, diese neun Teile in ihre Gewalt zu bekommen: sie müssen eine Allianz schmieden und einen Eroberungszug star­ten.

Doch es muss schnell gehen! Denn noch andere Völker haben Ben Yulin in ihre Hand bekommen, den zweiten Mann, der neben Antor Trelig ein Raumschiff fliegen kann. Ein Wettlauf von fremdartigsten Armeen durch Hexagone und un­wegsame Gebiete beginnt, wie man ihn sich gespenstischer und abenteuerlicher kaum vorstellen kann.

Allerdings weiß niemand, dass es noch eine dritte Partei gibt, die mitmischen möchte. Und ihr Trumpf ist der vielleicht kostbarste von allen: Mavra Chang, die einzige Raumpilotin auf der Sechseckwelt…

Der Roman spielt gut 200 Jahre nach den Ereignissen in „Die Sechseck-Welt“ und baut, direkt daran anschließend (eigentlich sind diese Bände zusammen mit dem dritten Band ein einzelner Roman, der aus Platzgründen gesplittet wurde), die hierin gesponnenen gesellschaftlichen Grundlagen der menschlichen Galaxis weiter aus. Bis die Protagonisten die Sechseckwelt erreichen (Seite 91), ist das auch alles recht schön und gut und detailgenau ausgebaut. Ich möchte behaup­ten: bis hierhin macht das Lesen Spaß.

Danach setzt eine Trübung ein, die bis zum Ende des Buches immer ärgerlicher wird. Grund dieser Trübung ist eine Häufung und Verdichtung von Namen, Ras­sen, Details und Gesellschaftsordnungen, die auch bei langsamem Lesen zu Ver­wirrung führen und sich bis hin zu kompletter Konfusion steigern kann. Da hilft selbst der Index der Völker und deren kurze Charakterisierung am Schluss des Buches nur geringfügig weiter.

Was ich als Leser vehement vermisst habe, sind die recht ruhigen, eindringlichen Schilderungen des Alltags, die beispielsweise in dem ersten Band die Geschichte etwas auflockerten und weniger zielgenau auf das Ende des Romans hinführten.

In diesem Roman wird die Sechseckwelt schon als bekannter Background vor­weggenommen, das einzig „Neue“ sind die Völkerallianzen, die aber rasch in bloßen Aneinanderreihungen von anatomischen Details, sexuellen Vorlieben und taktischen Vor- und Nachteilen versumpfen. Nennenswerte Protagonisten mit ei­niger Charaktertiefe sucht man – jenseits der eingangs beschriebenen Personen – vergebens.

Das ist traurig. Der Roman hat eine Menge Potential auch in der Phase, in der die Kriegszüge nach Gedemondas geführt werden. Aber Chalker – oder der Übersetzer bzw. der Verlag mit eventueller Kürzung des Textes – verschenken diese Potentiale, indem sie die Handlung so sehr straffen, dass alles, was der Ge­schichte Farbe verleihen könnte, krass ausgeblendet wird. Die Fixierung auf den Erwerb des Antriebs macht einen guten Teil des Romans ziemlich ungenießbar, wenn man anspruchsvoll ist.

Man fragt sich bedauernd, warum es sich Goldmann in dieser Zeit auf die Fah­nen schrieb, Romane strikt umfangtechnisch zu normieren. So ist dieser gewiss weit umfangreichere Roman außerordentlich verstümmelt worden und hat eine Menge seines Charmes verloren.

Dennoch enthält er nicht, nur rein nostalgisch betrachtet, eine Reihe interessan­ter, faszinierender Ideen, eine Fülle von Völkern, die intensiver ausgearbeitet werden könnten und deren Interaktionen spannend sind. Außerdem – wenn man nicht gar so anspruchsvoll ist wie ich – kann man sich mit dem Roman äußerst kurzweilig unterhalten. Und das ist ja nicht das Schlechteste, was man von ei­nem Buch sagen kann.

© by Uwe Lammers, 2001

…und wie ich schon erwähnte, ist dies der erste Teil des zweiten Trilogie-Ban­des. Wenn ihr also erfahren wollt, wie das Abenteuer weitergeht, empfehle ich euch die Lektüre des Blogartikels 94, auf den ihr noch ein bisschen zu warten habt.

In der kommenden Woche kehren wir zu einem meiner Lieblingsautoren zurück, nämlich Clive Cussler. Diesmal geht es ihm um eine besonders perfide Waffe, die spurlos von der Oberfläche der Welt verschwunden ist… und dann passieren ausnehmend unheimliche Ding.

Welche? Nun, das solltet ihr euch in einer Woche hier mal genauer anschauen. Es wird jedenfalls spannend, soviel kann ich versprechen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

fahren wir gleich mal fort, wo ich vor vier Wochen den Staffelstab der Berichter­stattung fallenließ. Wir befanden uns in meinem kreativen Schreibmonat Au­gust 2010, und ich wollte zum Monat September überleiten, als mir der Raum des Artikels ausging. Machen wir da also weiter.

Der Monat stand schwerpunktmäßig im Zeichen des Oki Stanwer Mythos, und das war auch sehr erholsam für mich. Neben Weiterarbeiten an den schon häu­figer erwähnten Werken „In der Hölle“, „Jaleenas zweites Leben“ und auch „Die Intervention“, die euch inzwischen alle als E-Book-Texte vorliegen, küm­merte ich mich um weitere OSM-Geschichtenkeime.

Um welche?

Nun, hierum. Da war die Geschichte „Die Tiefenwächter“, die in einem noch nicht klar lokalisierten OSM-Universum irgendwann jenseits von KONFLIKT 23 spielen dürfte. Ich kümmerte mich um „Die Totenköpfe 1: Die Alte Armee“, um „Die Wandlung“ und um die Überarbeitung der Story „Aktion TOTAMS Ende“. Von letzterem Werk war mir da schon lange klar, dass es ein Roman werden würde.

Hinzu kamen in kurzer Folge „Die Reisenden von Beltracor“, „Sianlees Verbre­chen“, „Verschwörer“, „Ein zukunftsweisendes Verbrechen“, „Eine Frage des Glaubens“, „Die Optimierungsfabrik“ und „Die Totenköpfe 2: Durch die Rui­nenwelten“.

Zwischendrin – 7. September – wurde „Mein Freund, der Totenkopf“ fertig. Dann begann ich mit einer zwingend erforderlichen Archipel-Chronologie, die mir bei der weiteren Arbeit sehr helfen sollte. Die ältere OSM-Story „Hüter des Shanna Djannir“ wurde anlässlich der Erstveröffentlichung im Fanzinebereich neu formatiert und war da noch nicht zu vergleichen mit der E-Book-Version, die ihr kennt.

Ferner begann ich mit einem interessanten Text, der parallel zum Roman „Die Totenköpfe 1“ entstand. Er trug den Titel „Inside TOTAM oder Wie es ist, im Jenseits zu sein“. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich ihn später im Fanzine FAN veröffentlicht. Außerdem kam ich weiter am Buch „DER CLOGGATH-KON­FLIKT“ und schaffte die kommentierte Episode „SONNENKRIEG“ (Band 56 des KONFLIKTS 17 „Drohung aus dem All“).

Mit nur 6 Werken, die ich fertig stellen konnte, war der September scheinbar ziemlich desolat, aber ihr merkt an der obigen Auflistung, dass ich auf anderen Feldern schön vorwärts gekommen bin.

Im Oktober ging die OSM-Themenschwemme munter weiter. Zunächst blüh­te der Keim für eine vermeintliche Story auf, die den Titel „Die schamlose Frau“ tragen sollte… ja, ja, ihr kennt das. Inzwischen ist das „Annalen 3“, eine wirklich leidenschaftliche Geschichte, die ihren Preis meines Erachtens absolut wert ist.

Dann entstand aus einem Gedankenblitz heraus etwas, das ich als „KGTDUS-Memo 1: Die Zeitschatten-Seuche“ nannte. Das mag euch nicht allzu viel sa­gen, weil ihr diese Serie bislang nicht lesen könnt und keiner meiner einstigen Brieffreunde in dieser Serie, als sie noch in Rohepisoden-Form im Rahmen von Leseringaktivitäten zu lesen war, jemals zu Gesicht bekommen hat. Dieser Zy­klus beginnt in den 80er-Bänden der Serie, und gegenwärtig (August 2016) bin ich knapp davor, diese alptraumhaften Episoden abzuschreiben und zu kom­mentieren. Das wird mich voraussichtlich mehrere Monate kosten. Es sei nur vermerkt, dass das, was heutzutage in manchen dystopischen Filmen und Ro­manen als Background beschrieben wird – dass die Menschheit durch eine Art Seuche weitgehend ausgelöscht oder in menschenfeindliche Varianten mutiert – hier Realität wird. Aber das ist leider erst der Anfang.

Ich schaffte es ebenfalls in diesem Monat, am 7. Oktober den Roman „Die To­tenköpfe 1“ zu vollenden, ein mehrere hundert Seiten langes Alptraumwerk, das in gewisser Weise ein Crossover zwischen KONFLIKT 4, also der Serie „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“ (IR) und KONFLIKT 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leu­cienne (FvL)“ darstellt… auch wenn das völlig unmöglich scheint, weil beide Uni­versen über einen Zeitabgrund von rund 85 Milliarden Handlungsjahren ge­trennt sind.

Wer denkt da jetzt an „Matrixfehler“? Guter Versuch, meine Freunde. Aber nein, die Lösung sieht diesmal anders aus. Die Antwort lautet: „TOTAM!“ Und das ist alles andere als einsichtig, selbst für all jene, die davon betroffen sind… was die Hauptperson Shylviin dann auf höchst beängstigende Weise am eige­nen Leib erleben muss, als er in der grässlichen 4-Stunden-Welt materialisiert, die er scheinbar nicht mehr verlassen kann, nicht einmal, indem er stirbt…

Die Abschrift der 1989er-Story „Aktion TOTAMS Ende“, seit über 20 Jahren überfällig, konnte in diesem Monat ebenfalls realisiert werden. Während ich ei­genverantwortlich in meinem Brotberuf als Historiker an einem Aktenerschlie­ßungsprojekt für die Ostfalia Braunschweig-Wolfenbüttel arbeitete, hatte ich ei­niges an gedanklichem Freiraum, um an begonnenen Geschichten des OSM zu tüfteln, etwa an KONFLIKT 19 „Oki Stanwer – Der Missionar“ (DM), wo ich an Band 51 der Serie weiterarbeitete, also an „Wahrheit und Legenden“. Hand­lungsort – wieder einmal – der Planet TOTAM. Personal: Klivies Kleines als Hel­fer des Lichts, Totenköpfe, das Wesen TOTAM, ein legendärer Massenmörder – der Dämonenschlächter, eine Sternenfee, gestrandete terranische Kolonisten von Dawson… und viele andere mehr. Schlimmes Szenario, wirklich. Ich wurde damit in diesem Monat auch nicht fertig.

Glossare für fertig gestellte OSM-Geschichten entstanden, dann jettete ich in ein altes Fragment, „Das TOTAM-Koma“, an dem ich etwas weiterschrieb. Und ein neues schoss wie eine frisch keimende Pflanze in die Höhe: „Ani und das Wolkenmädchen“. Eine faszinierende Geschichte aus der Frühzeit des Volkes der Baumeister, als sie noch keine Metallquadergestalt besaßen… also wirklich ziemlich lange her, vertraut mir. Die Geschichte ist nicht fertig, inhaltlich aber ein veritables Drama… beizeiten werdet ihr sie zu Gesicht bekommen.

Es gelang außerdem, den „Inside TOTAM…“-Artikel fertig zu stellen, und dann jettete ich einmal mehr in den gespenstischen KONFLIKT 28, der in der Serie „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ (DSj) erzählt wird. Dort feilte ich ein wenig an den Episoden 50 „MATRIXPEST“ und 51 „Krise in der Südsee“, ohne indes sehr weit zu kommen.

Und im November strömten die OSM-Ideen weiter munter vor sich hin: Der Ge­schichtenkeim „Das Transformationsparadies“ ploppte auf, und insbesondere schrieb ich an zahlreichen kommentierten Episoden des KONFLIKTS 17 weiter. Ebenso rutschte ich bei meinem kreativen Slalom, der wirklich reichlich aben­teuerlustig wirkte, in den selten besuchten KONFLIKT 7 ab, also in die Serie „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ (HdH), die ich wirklich viel zu sehr vernachlässige. Da schrieb ich an den Episoden 3 „Reise am Rand der Welt“ und 4 „Schmelztie­gel Shallakhon“ weiter.

Zu dem OSM-Roman „Schluchtenkenners Entdeckung“ entstand in diesem Mo­nat das Glossar… und da ich annehme, dass euch der Name in dem Titel ver­traut vorkommt, kann ich lächelnd bestätigen: ja, genau DER Schluchtenkenner ist die zentrale Person. Es geht um den abenteuerlustigen Shonta in KONFLIKT 2, und es geht um die „Göttin“ Vaniyaa und den charismatischen Shonta Aben­teurerherz… und um das Dorf der Toten und einen besonders bizarren Konflikt innerhalb der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI). Dieser eben ge­nannte Roman wird natürlich einer der nächsten Annalen-Bände werden, aller­dings wohl erst etwa Band 10 oder so… es ist also noch eine ganze Zeit hin, ehe ihr ihn lesen könnt. Bitte nicht ungeduldig werden.

Dann war da noch die Weiterarbeit an einem anderen OSM-Fragment, nämlich an „Ziel – Liquidation“, das eine Art Tour de force durch unterschiedlichste OSM-Universen ist… wie das möglich sein soll? Nun, es handelt sich hierbei um eine so genannte GRALSJÄGER-Geschichte, und die beiden zentralen Protagonisten sind GRALSJÄGER unterschiedlicher Fraktionen, die sich durch die Zeit jagen… von einem Brennpunkt der OSM-Serien zum anderen. Für euch wäre das ver­mutlich spannend – wenn die Geschichte dann endlich mal fertig ist – , aber wohl ebenso frustrierend.

Warum dies? Nun, ihr kennt nahezu keinen der Schauplätze (auf denen ich mich z. T. seit 30 Jahren getummelt habe, für mich sind das alles Heimspiele), die Ma­jorität der Personen wäre euch unbekannt, die Anspielungen würden nur ins schwarze Nichts des Unwissens führen. Das macht als Leser keinen Spaß, glaubt mir. Deshalb werde ich, sobald dieses Werk mal vollendet ist, auch lange zö­gern, es euch zugänglich zu machen.

Nein, meine Freunde, das heißt nicht: Verschluss. Es heißt lediglich: Abwarten, bis ihr genügend Input bekommen habt, um die Anspielungen würdigen und ge­nießen zu können. Mir liegt es doch am Herzen, keine Geschichten zu publizie­ren, die Ratlosigkeit und Verdruss auslösen. Das sollte auch ganz in eurem eige­nen Interesse sein, gell? Na bitte, entkrampft eure verärgerten Mienen wieder etwas.

Danke.

Am Ende des Monats November kehrte ich dann mit den Bänden 52 „Der Intri­gant“ und 53 „Fluchtziel Koloron“ einmal mehr in den KONFLIKT 19 zurück, konnte beide Bände aber noch nicht vollenden. Der letzte sollte mich noch bis 2014 in Atem halten, ohne Scherz. Er ist hochkomplex und hat nicht umsonst mehr als 100 Fußnoten…

Man kann also sagen, dass das Jahr 2010, das so archipellastig begonnen hatte, in der zweiten Jahreshälfte wieder deutlich in Richtung auf den OSM um­schwenkte, was ich mit großer Erleichterung registrierte.

Was der Dezember dazu noch beisteuerte, das erzähle ich euch in der nächsten Ausgabe dieser Blogartikelserie in ein paar Wochen. In der nächsten Woche lan­den wir wieder ganz woanders.

Wo genau? Na, lasst euch mal überraschen!

Bis dann, Freunde,

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 89: Renas Versprechen

Posted Dezember 7th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

Ich brauche keine Gedächtnisstütze. Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, was ich war. Ich war im ersten Judentransport nach Auschwitz. Ich war Nummer 1716.“ Dies sind die ersten Worte, die man als Leser von Rena Kornreich Gelissen zu sehen bekommt, gleich auf dem Umschlag des Taschenbuchs. Und von der Idyl­le des Jahres 1920, als die Autorin zur Welt kommt, entwickelt sich dieselbe Welt kontinuierlich zum Finsteren hin.

Der scheinbare Tiefpunkt ist 1939 gekommen, als die deutsche Wehrmacht Po­len überfällt… aber nach wie vor hält die Familie Kornreich die inzwischen schon alltägliche Drangsalierung durch die nichtjüdische Bevölkerung des Ortes Tylicz, in dem sie leben, für eine vorübergehende Erscheinung. Doch es ist nicht vorübergehend.

Der Alptraum des Nationalsozialismus frisst sich bis in die arglosen jüdischen Familien vor und liefert sie nach und nach dem unerbittlichen Schicksal der völ­kischen Degradation und planmäßig betriebenen Auslöschung aus – ein Schick­sal, das für zwei junge Mädchen wie Rena und Danka Kornreich notwendig ganz unbegreiflich sein muss. Das ist es für viele Nachgeborene weltweit ja bis heu­te.

Antisemitismus und Rassismus kennen keine stringente Logik, und ihre fanati­schen Verfechter hören nicht auf Gebote der Vernunft, auf ästhetische oder emotionale Einwände.

In diesem Erinnerungsbericht, den Heather Dune Macadam in lesbare Form ge­gossen hat, wiewohl sie nicht als Mitautorin auf dem Buchumschlag genannt wird, reisen wir als erschütterte Leser mit zurück in die Kindheit von Rena Korn­reich Gelissen und in ein finsteres Land, in dem etwas existierte, das man „Ar­beitslager“ nannte und in das sie bereitwillig ging…

Der Name des Arbeitslagers sagte ihr nichts.

Der Schrecken von Auschwitz-Birkenau sollte ihr erst klar werden, als sie dort war und ums Überleben zu kämpfen hatte. Dies hier ist ihr Bericht – und wer mutig genug und sowohl neugierig wie voller Kraft ist, der soll sich diesen Seiten nicht verschließen – sie lohnen die Lektüre unbedingt:

Renas Versprechen

(OT: Rena’s Promise)

von Rena Kornreich Gelissen

Heyne-Sachbuch 611

München 1998

328 Seiten, TB

Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel

ISBN 3-453-14136-9

Es gibt Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Es gibt Worte, die unaus­löschlich verharren, wenn man sie einmal gelesen hat und sich gegen jedes Ver­gessen sträuben, so sehr man sich auch bemüht. Und es gibt Geschichten, die so entsetzlich sind, dass man sie nicht für die Wirklichkeit halten KANN, selbst wenn man WEISS, dass sie es waren. Zu diesen Geschichten, diesen Leben, ge­hört die prägende Erfahrung von Rena Kornreich Gelissen.

Rena wird in der orthodoxen jüdischen Familie als vorletztes von vier Kindern im kleinen Ort Tylicz in Polen, nahe der tschechischen Grenze geboren. Man schreibt das Jahr 1920. Ihre Schwester Danka folgt im Jahr 1922. Bis zum Jahr 1939 ist das verschlafene Nest Tylicz Hinterwäldlerort, verschlafen und unwich­tig.

Als die Deutschen Polen überfallen, wird der Ort zur wichtigen Station für deut­sche Soldaten, und damit beginnt der Alptraum der Familie Kornreich. Sowohl Rena als auch Danka sind unglücklicherweise ausnehmend gutaussehende Mädchen, und obwohl sie die Schikanen anfangs gut überstehen, die ihnen mit den Judensternen, dem Einkaufen und Verkaufen bei und an nichtjüdische Mit­bewohner auferlegt wird, müssen sie 1940, als jüdische Mädchen vergewaltigt werden, schließlich in die Entscheidung ihrer Eltern einwilligen, sie zu Verwand­ten ins tschechische Bardejov zu schicken.

Auch hier sind sie aber nicht völlig sicher. Die Schwestern trennen sich schwe­ren Herzens, die jüngere Danka wird zu Verwandten in relative Sicherheit nach Bratislava gesandt, an der Grenze zu Österreich. Rena selbst schlüpft bei der Fa­milie Silber in Hummene, nahe Bardejov unter. Die Schwestern bleiben in Brief­kontakt.

Als den Familien, die Juden beherbergen, immer stärker zugesetzt wird, be­schließt sie, um die Silbers zu retten, sich bei den Deutschen freiwillig zum Ar­beitseinsatz in einem Arbeitslager zu melden. Ihre Vorstellung von einem Ar­beitslager ist verständlicherweise naiv: „Ein Arbeitslager kann gar nicht so schlimm sein, vor allem nicht, wenn dadurch ihr (der Silbers) Leben gerettet wird. Arbeit macht mir keine Angst. Ich weiß, was die Deutschen erwarten: Sau­berkeit, Promptheit, Ordnung, alles muss fleckenlos sein. Es wird nicht anders sein als die Arbeit in den Kasernen von Tylicz.“

Spätestens als sie mit Dutzenden anderer Frauen eingepfercht in einem Vieh­waggon nach Polen gekarrt wird, erhält ihre Vorstellung einen empfindlichen Sprung. Immer noch denkt Rena, die Deutschen seien auf diese Menschenflut nicht vorbereitet, auch in Auschwitz, wo sie landet, sieht alles chaotisch aus, und sie beruhigt sich damit, dass die Ordnung einkehren werde, dass man sie dann ansprechend behandeln würde, wenn erst einmal alles in geordneten Bahnen verliefe. Denn die Deutschen, das weiß sie ja, sind ordentliche Men­schen, die Chaos und Schmutz hassen. Sie werden für Ordnung sorgen.

Es ist die Ordnung des Todes.

Rena lernt in den nächsten Wochen, kahlgeschoren und ohne Unterwäsche in unbequeme, unzulängliche Kleidung gezwängt – die Kleidung erschossener sowjetischer Kriegsgefangener, die in den nächsten Monaten zu Hunderten nacheinander liquidiert werden, um Platz für jüdische KZ-Häftlinge zu machen – , dass die Blockwarte und die Arbeitsgruppenleiterinnen einstige Prostituierte und Mörderinnen sind und kaum weniger grausam als die SS-Bewacherinnen agieren.

Eine entsetzliche Leidenszeit beginnt, und sie wünscht sich nichts mehr, als dass ihre Schwester Danka in Sicherheit sei. Dass sie niemals in dieses oder ein ähnli­ches Lager kommt.

Und dann taucht sie auf einmal bei einem Transport auf. „Ich packe ihre zarten Schultern. Sie sieht mir einen Augenblick lang in die Augen, entsetzt und ver­ängstigt angesichts dieser Fremden. Der Klumpen in meinem Magen wird fest – sie erkennt mein Gesicht nicht. Dann wirft sie schluchzend ihre Arme um meinen Hals. ‚Rena!‘, stammelt sie… Ihr Gesicht macht mir Angst. Ihre Augen schauen ins Leere. ‚Warum bist du hierhergekommen?‘ ‚Weil du hier bist.‘ Ihre Stimme ist so naiv, so jung…“

Und von da an hat Rena eine Sorge neben dem reinen nackten Überleben mehr: sie muss auch dafür sorgen, dass ihre Schwester überlebt, die jeden Le­bensmut zu verlieren beginnt und schließlich krank wird. Da gibt sie ihrer Schwester das Versprechen: „Ich bringe dich zu unseren Eltern zurück und sage ihnen: Seht ihr, ich habe auf sie aufgepasst, wie ich es versprochen habe.“

Doch bevor sie das schafft, muss sie mit Danka durch die Hölle von Auschwitz.

Drei Jahre und einundvierzig Tage lang…

Es gibt Bücher, die kann man nicht erzählen, die muss man einfach erleben.

Dies ist eines davon.

Die Sprache wird unwillkürlich schlichter, nüchterner, fassungsloser, wenn man liest, was Menschen Menschen anzutun imstande sind. Wenn man erleben muss, wie Menschen zu Zahlen degradiert werden und sich der Verstand ins Reich des Wahns flüchtet, um überhaupt zu überleben. Und wenn man dann noch erkennt, dass dies nicht, ich betone: nicht das Ende jedweder Solidarität bedeutet, ja, dass es durchaus noch lichte Momente gibt, die Kraft spenden, dann wird dem Leser und Rezensenten schwindelig vor Emotion.

Es ist ein gutes, ein emotionales Buch, ein Dokument der Unmenschlichkeit und jener zarten Pflänzchen, die Rena und Danka Kornreich hießen, neunzehn und siebzehn Jahre jung, als sie durch die Hölle gingen. Es lohnt sich, mit ihnen zu leiden. Man lernt fürs Leben.

Ergänzend dazu ist als Sachbuch, das die Struktur und die Situation innerhalb des Konzentrationslagers analysiert und in intensiverer Tiefe darstellt, sehr zu empfehlen: Die Ordnung des Terrors von Wolfgang Sofsky, Fischer Geschichte 13427, 400 Seiten, 1997, Kostenpunkt: 19.90 DM

Dies ist jenseits jedes guten Horror-Romans. Denn hier schaudert man nicht nur über die Möglichkeit, sondern man WEISS, dass es Wirklichkeit war. Und wenn etwas an dem Wort dran ist, dass die schrecklichsten Dinge in der realen Welt passieren, dann ist dies hier für den Phantasten wahrlich die passendste Nah­rung, die man sich vorstellen kann. Anti-Eskapismus-Literatur.

© by Uwe Lammers, 2000

Natürlich ist diese Rezension schon recht alt mit über sechzehn Jahren… aber ich glaube, angesichts des Themas pflichtet ihr mir vermutlich bei, dass diese Art von Erinnerungsliteratur zeitlos ist – zumal dann, wenn man in Deutschland lebt und diese Gräuel unvermeidlich mir zur eigenen nationalen Vergangenheit gehören.

Mag sein, dass es viele derartige Bücher gibt, und einen gewissen Verdruss kann ich angesichts dieses Themas bei vielen Zeitgenossen vollauf verstehen. Dennoch ist diese Einstellung eindimensional und gefährlich. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die in der NS-Zeit im Holocaust gipfelten, sind nicht mit den letzten strammen NSDAP-Mitgliedern ausgestorben. Unter dem Label der „Asylanten“ und der „Flüchtlingskrise“ werden solche Einstellungen leider aktu­ell immer stärker wieder salonfähig, angefacht durch pathologische Furcht vor internationalem Terrorismus.

Sind wir darum sicher, dass Dinge wie oben niedergeschrieben wurden, nie wie­der passieren können, zumal hier in Deutschland? Ich möchte dafür meine Hand lieber nicht ins Feuer legen. Die obige Lektüre ist, will mir scheinen, eine gute Möglichkeit, das eigene Gewissen wach zu halten. Mitgefühl zu kultivieren. Die Angst vor dem Fremden und anderen Religionen zu verringern.

Dies alles sind Menschen wie wir selbst auch, sie wollen menschlich behandelt werden, nicht wie Vieh in einen Waggon gepfercht, nicht in Asylantenheimen verbrannt oder an Grenzen in Lagern unter primitivsten Bedingungen diskrimi­niert werden.

Denkt an ein Buch wie dieses, Freunde, wenn ihr die aktuelle Politik Europas und der Welt anschaut. Es hat mehr Denkanstöße parat, als ihr vielleicht glau­ben mögt.

In der kommenden Woche schießen wir wieder hinauf in den Weltraum, zur ge­heimnisvollen Sechseck-Welt der Markovier. Das solltet ihr nicht verpassen, meine Freunde.

Bis dann – und viel nachdenkliche Stunden bei der Lektüre des oben empfohle­nen Buches.

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

ja, es ist schon geraume Zeit her, dass ich in dieser Subartikelreihe zu euch sprach. Wer nachlesen möchte – es war im Wochen-Blog 166 am 8. Mai 2016, also vor mehr als einem halben Jahr. Auch damals ging es, eher kursorisch aller­dings, um die Spezies der legendären Baumeister. Bei denen bleiben wir heute und kümmern uns mal einleitend, denn erschöpfend kann ich das Thema in ei­nem Beitrag gewiss nicht erörtern, um eine Installation des Oki Stanwer My­thos, die euch noch sehr häufig begegnen wird.

Wir sprechen mal von EXILEN.

Wer die Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) verfolgt hat, konnte ei­nes davon schon besuchen. Es handelte sich dabei um den so genannten „Son­nengarten“ des Baumeisters Quin, der in den Episoden 25 und 26 der Serie auf­gesucht wurde, und ich möchte behaupten, für die armen Yantihni, die von ei­nem Schrecken in den nächsten fielen, war dieser Besuch eher ein traumati­sches Erlebnis. Das hatte nicht nur, aber natürlich auch ganz besonders, mit der religiösen Komponente zu tun, die damit zusammenhing.

Quin galt und gilt immerhin als yantihnischer Sonnen- und Schöpfungsgott, der „Sonnengarten“ mithin als so etwas wie das christliche Paradies. Man stelle sich vor, welche Seelenerschütterung es auslöste, wenn man das christliche Paradies besuchen könnte, feststellen müsste, dass Gott selbst eigentlich ein Alien ist, und dass die Rückkehr von diesem Ort sehr wohl möglich ist…

Ich zweifle, dass das ohne massive Glaubensturbulenzen abginge.

Aber davon wollen wir hier und heute nicht reden – was diesen Aspekt der yan­tihnischen Gesellschaft angeht, so werdet ihr davon nach Band 30 der Serie noch mehr hören, und einiges wird euch gewiss nicht gefallen.

Im Rahmen der Kosmologie-Lektionen fragen wir uns heute etwas anderes: die­ses EXIL… was genau ist das eigentlich? Und wie funktioniert es physikalisch? Wobei wir, ich erinnere noch mal daran, aktuell nur einen ersten Schnupperkurs unternehmen. Zunächst also die Fakten:

Das EXIL des Baumeisters Quin befindet sich im feurigen Halo der Sonne Yinihr, dem Zentralgestirn des Yinihr-Systems, in dem sich die yantihnische Spezies entwickelt hat. Optisch ist es für keine Messsysteme der Yantihni aufzufinden. Selbst der Baumeister Nogon hat einige Schwierigkeiten, es zu entdecken, und das will einiges bedeuten.

Kaum sind die Yantihni in den „Sonnengarten“, d.h. das EXIL, eingedrungen, kommt es relativ schnell zur Konfrontation mit dem Avatar des Baumeisters Quin, der Sternenforscherin Sianlee, was für die junge Nayeen besonders trau­matisch ist, weil Sianlee ihre Mentorin war. Erst im Anschluss kann der Bau­meister Nogon, der sich als Yashoor „maskiert“ hatte, ein wenig Aufklärung leis­ten, die aber kryptisch bleibt. So sagt er beispielsweise, als Nayeen mutmaßt, sie befänden sich noch in der Korona von Yinihr, dies sei nicht der Fall: „Genau genommen habt ihr das Universum verlassen. Wir befinden uns jenseits davon.“

Das ist etwas, was sie eher nicht erwartet haben. Damit lernen wir den ersten wichtigen Aspekt: EXILE sind nicht Teile des Standarduniversums.

Nogon fährt fort: „Wir Baumeister nennen solche Orte EXILE. Es handelt sich um matrixneutrale Enklaven im Kosmos, in denen eigene Naturgesetze, eine ei­gene Raumzeit und eine separate Geometrie bestehen. Das ist jetzt aber kein Grund, sich zu ängstigen. Wir werden den Rückweg schon finden, wenn wir mit Quin eine Übereinkunft erzielt haben… wir kommen auch sonst nach draußen, aber es würde länger dauern. Indes… ohne meine Hilfe würdet ihr das EXIL wahrscheinlich nie mehr verlassen können.

Du solltest nur den Ort verstehen, an dem wir uns befinden. Nach außen hatte das EXIL einen maximalen Durchmesser von einem halben Neenor eurer Rech­nung, erinnerst du dich?“

Doch auch das ist ein Irrtum. Vielmehr, erläutert er zum Unglauben der Lau­schenden: „Dieser eine Kondensationskern mag nach außen nur 500 Neen Durchmesser haben. Er könnte auch so punktklein sein, dass man ihn ortungs­technisch nicht erfassen würde – das spielt keine Rolle. Was wir angemessen haben, war nichts als ein EXIL-Tor und die Nihilationsmechanismen, die freilich nicht auf Baumeistersignaturen reagierten.“

Nogon vergleicht diesen „Einstieg“ ins EXIL mit einem Ereignishorizont eines Schwarzen Loches, und das tut er durchaus nicht zu Unrecht, es gibt da einige Analogiemöglichkeiten. Aber die Art und Weise, in der er dies dann kosmolo­gisch begründet (und glaubt mir, das ist gewissermaßen der um Fakten berei­nigte Schongang für die Yantihni, die so quasi gar nichts erfahren), ist gewöh­nungsbedürftig:

Dieses Tor ist der einzige Punkt, der in der gängigen Raumzeit dieses Univer­sums verankert ist. Er ist gewissermaßen jenes Fundament, das verhindert, dass das EXIL wie schillernder Schaum auf einem wild bewegten Gewässer dahinge­trieben wird. Das Innere des EXILS aber stellt ein Mikrouniversum dar. Dieses hier ist nicht sonderlich groß. Meine SENSOREN sagen, es habe etwa einen Durchmesser von achthunderttausend Neenor. Allerdings hat Quin dieses EXIL nahezu vollständig ‚verbaut’. Es wimmelt hier von komplexen Hochenergielaby­rinthen und ähnlichen Strukturen wie dem hier.“

Er redet noch von einigem mehr, von „Matrixstabilität“ etwa, aber das über­steigt nicht nur Nayeens Horizont, sondern wahrscheinlich auch den euren. Das kann und werde ich euch natürlich nicht übelnehmen. Und da wir hier bei den Kosmologie-Lektionen sind, ist es nicht meine Absicht, euch zu verwirren, son­dern ein wenig gedanklich weiter in die Grundlagen des OSM einzuführen. Schauen wir uns also Nogons Bemerkungen an und versuchen, daraus schlau zu werden mit den Kenntnissen, die wir besitzen:

Wir haben es nach seinen Worten im Fall eines EXILS mit einem „Mikrouniver­sum“ zu tun, das nicht Teil unseres Standarduniversums ist. Es soll, wir müssen exemplarisch bei Quins „Sonnengarten“ bleiben, weil wir noch keine anderen EXILE kennen (von HANKSTEYN etwa seid ihr noch weit entfernt, und freut euch, dass es so ist!), einen Durchmesser von rund 800.000 Neenor haben. Das ist etwa die Distanz Erde-Mond.

Für ein Universum etwas mickrig? Na ja, täuscht euch nur nicht, Freunde. Größe ist nichts, was für Baumeister irgendwie relevant ist. Das ist ein wenig so wie mit dem Doctor und der TARDIS, warne ich mal vor.

Die Frage, die sich stellt, ah, die Fragen, die sich stellen, sollte ich besser formu­lieren, sind ganz andere. Eine kleine Auswahl: Wie ist dieses Mikrouniversum entstanden? Wie wird es stabilisiert? Wie kann es an unser Universum „ange­koppelt“ sein, wenn es gar nicht Teil davon ist? Von den Fragen nach seinem Verhalten beim Kataklysmus spreche ich erst deutlich später, das ist heute noch kein Thema, wiewohl ich darüber schon seit sehr langer Zeit Bescheid weiß.

An Nogons Antworten kann man jedenfalls ablesen, dass er über kosmologische Grundlagen sehr viel mehr weiß als die besten yantihnischen Physiker. Und er kennt dabei, das ist wesentlich bedeutsamer, noch mehr Basisstrukturen als diese. Was ihn und seine Artgenossen zugleich in die Lage versetzt, mit den kos­mischen Energien und sonstigen Substanzen in einer Weise zu arbeiten, „zu bauen“, die sich die Yantihni nicht einmal auch nur entfernt vorstellen können.

Das EXIL ist ein erster Ausdruck dieser Fähigkeiten.

Es sei heute einmal vorangeschickt, dass die Baumeister ihre EXILE selbst ge­schaffen haben. Dieses Mikrouniversum, in dem sich die Yantihni in den TI-Bän­den 25 und 26 also befinden, ist eine Schöpfung des Baumeisters Quin… und wie ich oben andeutete, gibt es über EXILE noch sehr viel mehr zu lernen, bis den Betrachtern quasi der Kopf raucht.

Da dies hier aber nur ein erster, bescheidener Einstieg sein soll, möchte ich es dabei für den Moment belassen. Die Details der EXILE sind in der nahen Zukunft für die TI-Serie noch nicht wirklich relevant. Falls ich schon in der Lage wäre, den Annalen-Roman „Die schwebenden Berge“ (1990) zu veröffentlichen, dann wäre das sicherlich anders, denn der SPIELT in einem EXIL. Allerdings im KON­FLIKT 17, also der OSM-Serie „Drohung aus dem All“, und die ist euch bis auf wenige, verstreute Fanzine-Ausgaben aus den 90er Jahren, noch nicht zugäng­lich.

Die nächste Kosmologie-Lektion zum Thema „EXILE“ hat also noch etwas Zeit. Geduldet euch, Freunde, manche schwere Kost des OSM kommt nur in kleinen Häppchen zu euch, und die EXILE gehören nun mal zu den Schwergewichten.

In einer Woche entführe ich euch wieder in die Subartikelreihe „Was ist eigent­lich der OSM?“, da schauen wir uns das Jahr 2010 weiter an, wie es sich kreativ entwickelte.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

PS: Irgendwie hat sich die Schriftform während des Schreibens verstellt… ich konnte den Baufehler nicht ausfindig machen, um einen homogenen Eindruck wieder herzustellen. Tut mir leid. Ich hoffe, es hat euren Lesefluss nicht zu sehr gestört.

Rezensions-Blog 88: Familientreffen

Posted November 29th, 2016 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich glaube, es ist keine Überraschung für regelmäßige Leser dieses literarischen Blogs, wenn ich an dieser Stelle wieder mal bekenne, ein Verehrer von Ray Bradbury zu sein. Aktuell entdecke ich eines seiner berühmtesten Werke – „Die Mars-Chroniken“ – und bin einfach hingerissen… ihr werdet beizeiten an die­ser Stelle sehen, wie sich das in einer unumgänglichen Rezension ausprägt.

Heute möchte ich euch, wie schon verschiedentlich, Bradburys Kurzgeschichten ans Herz legen, von denen es zahlreiche schöne Ausgaben in deutscher Über­setzung gibt. Es ist mir nicht bekannt, ob es, wie beispielsweise von Patricia Highsmith, auch eine Bradbury-Gesamtausgabe gibt… aber sie wäre zweifelsoh­ne ein literarischer Leckerbissen, der jeden investierten Euro wert sein würde. Was es freilich gibt – ich erwarb das Buch auf dem DortCon 2013 – , das ist Hardy Kettlitz´ Bradbury-Biografie1, die auch noch meines hungrigen Auges harrt. Und wenn sie nur halb so gut gelungen ist wie die Werke des Meisters selbst, dann wird sie gewiss auch rezensiert.

Dass manche Bücher einfach genügend lange in Regalen oder Schränken ab­lagern müssen – wobei sie ein wenig mit gehaltvollem Qualitätswein gemein haben, von dem ich aber, zugegeben, wenig verstehe – , zeugt im Einzelfall von ihrer Qualität. Auf solche Weise kann man relativ gut, Geduld vorausgesetzt, die Spreu vom Weizen scheiden. Qualität von hastig heruntergekurbelter Ge­schwindigkeitsware, die den Trends der Zeit nachhechelt und in fünf Jahren in der Vergessenheit versunken ist.

Zu Bradburys Zeiten war Schriftstellerei noch hochwertige, langfristig auf Be­stand angelegte Arbeit, durchweg harte Arbeit, doch ebenso tiefes, inniges Ver­gnügen, wenn eine Geschichte endlich den letzten Schliff bekommen hatte und ans Licht der Öffentlichkeit treten durfte.

Die in der folgenden Storysammlung vereinten Geschichten gehören zu denen, mit denen er die Welt beglückte. Schlagt die Seiten auf und lasst euch von den Werken verführen:

Familientreffen

(OT: The October Country)

von Ray Bradbury

Diogenes 21415

Zürich 1986

240 Seiten, TB

Preis damals: 9,80 DM

Phantastik aus den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts haftet nur zu leicht das Etikett an, vergilbt, altbacken und angestaubt zu sein… zweifellos gilt das für viele solche Geschichten mit Recht. Stammen sie doch aus einer Zeit der ungebrochenen Zukunftseuphorie, in der es von nuklear betriebenen Automo­bilen, fliegenden Häusern, mühelosen interstellaren Imperien und hochhaus­großen Raumschiffskreuzern nur so wimmelte. Ja, zweifelsohne ist vieles davon heutzutage eher befremdlich zu lesen, mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen der Nachgeborenen, vom Stil der damaligen Zeit wollen wir mal gar nicht reden.

Und dann gibt es Ausnahmen.

Ray Bradbury war eine solche Ausnahme. Er starb, hoch betagt, erst im Juni 2012, mehr als neunzig Jahre nach seiner Geburt. Und fürwahr, dieser Mann, der Literatur verschlang, als wäre es Fastfood, und der fast im gleichen Tempo selbst Literatur produzierte, in unendlich vielfältiger Form, er war schon mit Ende 20 ein Autor, der genau wusste: es sind nicht die exaltierten, verrückten Ideen, die für den Moment begeistern, diejenigen, die letztlich von Dauer sind. Nein, jene Werke sind es, die auf den ersten Blick vielleicht seltsam, abseitig und ungewöhnlich wirken, aber im tiefsten Innern von MENSCHEN handeln (oder von Geschöpfen, die zumindest menschenähnlich sind). Werke, die sich stilistisch auf ungewohnte Weise vom Mainstream abheben.

Er wusste, dass man viel Unterschiedliches lesen musste, dass man eine tiefe Seele zu entwickeln hatte, wenn man wirklich Geschichten schaffen wollte, die von zeitloser Dauer sind. Bradbury besaß den weiten Horizont dafür, die Bele­senheit und die quecksilbrige Seele, die leicht entflammbare Phantasie, die da­für vonnöten war. Und er lebte in aufregenden Zeiten, die den Stoff für Ge­schichten an jeder Ecke anboten.

Da gab es die weiten Kornfelder des Mittleren Westens, es gab die getriebenen Existenzen der 30er Jahre, als die auf das Jahr 1929 folgende Wirtschaftsde­pression Hunderttausende entwurzelte und durchs Land trieb (unter anderem seine Eltern und ihn huckepack). Zugleich war es eine Zeit des stürmischen Fort­schritts, ständig pochte der Herzschlag der technischen Moderne und stieß be­ständig zu neuen Gipfeln vor. Die weißen Flecken auf den Landkarten lösten sich erforscht in Nichts auf. Kämpferische Ideologien rangen um die Weltherrschaft, dann wurden die Kräfte des Atoms entfesselt, der Wettlauf zum Mond packte die Menschheit…

Fürwahr, stürmische Zeiten für Phantasten wie Ray Bradbury.

Und er schrieb und schrieb und schrieb.

Die in diesem Band zusammengefassten dreizehn Erzählungen stammen aus den Jahren 1947 bis 1955, und wie einleitend gesagt, könnte man glauben, sie hätten uns heute nicht mehr viel zu sagen – ah, weit gefehlt, meine Freunde, wirklich, weit gefehlt. Ich gebe euch ein paar Schnupperhappen, die neugierig machen sollten.

Das Skelett – Da ist etwa der bemitleidenswerte Mr. Harris, glücklich verheira­tet, der Probleme mit seinen Knochen hat, die er nicht versteht. Sie schmerzen ihn. Sein Hausarzt, Dr. Burleigh, stuft ihn deshalb als Hypochonder ein… aber die Schmerzen nehmen zu, geradezu pathologisch stark. Mr. Harris´ Nerven sind angegriffen. Vielleicht sollte er doch einen Spezialisten hinzuziehen? Da kommt ihm der rätselhafte Dr. Munigant ganz recht, der sich besonders mit Knochen beschäftigt. Sehr intensiv sogar…

Das Glas – Jahrmärkte sind immer für amerikanische Bürger Quellen von Über­raschungen und wohligem Grusel. So geht es auch Charlie, als er dort bei einem Schausteller ein großes Glas mit Konservierungsflüssigkeit entdeckt, in dem ir­gendetwas Unheimliches schwimmt… er kann nicht exakt sagen, was es ist, aber es zieht ihn magisch an. Durch glückliche Umstände (na ja, vielleicht) kann er es tatsächlich erwerben und bei sich dann zum Grusel seiner Freunde zur Schau stellen. Es gibt nur eine Person, die das ausnehmend grässlich findet, und das ist seine Frau Thedy… und das führt zu schaurigen Konsequenzen…

Die Reisende – Cecy ist ein seltsames Mädchen in einer vielleicht noch eigenar­tigeren Familie. Während die meisten Angehörigen der Sippe sich tagsüber in den Keller in ihre Mahagonisärge zurückziehen, ist Cecy deutlich anders. Sie schläft die ganze Nacht, frühstückt, und danach liegt sie den gesamten Tag auf dem Bett und scheint überhaupt nichts zu tun… aber dieser Eindruck täuscht auf furchtbare Weise. Besonders schlimm bekommt das Onkel Jonn zu spüren, als er dabei ist, die Sippe zu verraten…

Die Sense – Eigentlich ist es ein Glücksfall, dass ihnen das Benzin ausgeht, gera­de als das einsame Farmhaus auftaucht. Drew Erickson und seine Frau Molly so­wie die Kinder gehören zu den entwurzelten Existenzen auf dem Weg gen Wes­ten, die durch die Wirtschaftskrise den Boden unter den Füßen verloren haben. Und nun ist da dieses Haus mit vollen Vorratsräumen, einem gewaltigen, präch­tigen Weizenfeld direkt vor der Tür… und einem friedlich still gestorbenen alten Mann im Schlafzimmer, der dem Finder seines Körpers dies alles vermacht.

Ein Glückstraum? Vielleicht. Jedenfalls scheint es so. Wäre da nicht die Ver­pflichtung, das Weizenfeld zu ernten, täglich die Sense zu schwingen. Und es scheint auch kein normaler Weizen zu sein, denn das gemähte Getreide verfault quasi auf der Stelle. Und der abgeschnittene Weizen sprießt sogleich wieder grün empor.

Als Drew Erickson herausfindet, was für eine Aufgabe sich wahrhaftig mit der Sense verbindet, ist es längst zu spät…

Es war einmal eine alte Frau – Tante Tildy ist eigensinnig. Natürlich ist sie alt, und sie hat nie geheiratet. Wie sie nicht müde wird zu betonen, hat sie das des­halb getan, um nicht zusehen zu müssen, wie ihr einfach so der Ehemann wegstirbt. Sie glaubt einfach nicht an den Tod und denkt nicht daran, irgend­wann so zu sterben.

Doch dann ist da auf einmal dieser schweigsame, junge Mann, und bei ihm sind die vier Träger mit diesem großen Weidenkorb, und sie befinden sich in Tante Tildys Wohnzimmer. Sie denkt gleichwohl nicht daran, aufzugeben, als ihr klar wird, warum sie wohl hier sind… und wie gesagt, Tante Tildy kann sehr, sehr ei­gensinnig sein…

Der wunderbare Tod des Dudley Stone – Ernest Hemingway nahm die Büchse und pustete sich das Lebenslicht aus. F. Scott Fitzgerald wurde durch den Alko­hol ruiniert. Der Erste Weltkrieg mähte reihenweise Literaten dahin oder trau­matisierte sie so sehr, dass sie nicht mehr zu schreiben vermochten. Aber was, zum Teufel noch mal, passierte mit Dudley Stone? Seine in die Jahre gekomme­nen Leser und Fans wissen eigentlich nur, dass er vor rund 25 Jahren schlagartig verkündete, er werde aufhören zu schreiben. Sein letztes Schreiben lautete: „Sehr geehrte Herren! Heute, im Alter von dreißig Jahren, trete ich von der Büh­ne ab, gebe das Schreiben auf, verbrenne alles, was mir teuer ist, werfe mein letztes Manuskript auf den Müll, rufe Ihnen meinen Gruß und mein Lebewohl zu.“

Ja, und das war es. Aber warum? Weshalb? Das nächste seiner Bücher wäre das beste überhaupt geworden, sagten selbst seine Agenten. Aber ist er nun leben­dig oder tot?

Im Auftrag der Stone-Fans nimmt Mr. Douglas den Auftrag an und reist an die Küste, um Stone ausfindig zu machen, den rätselhaften Literaten – tja, und dann steht er tatsächlich da am Bahnsteig, der „tote“ Dudley Stone, und er hat eine unglaubliche Geschichte davon zu erzählen, wie man tot sein kann und doch wieder nicht…

Fürwahr, viele dieser Geschichten sind faszinierende stilistische Vignetten, Kleinodien mit tiefen Weisheiten darin, nicht zuletzt die eben noch genannte Dudley Stone-Geschichte, an der sich so mancher Literat der Gegenwart viel­leicht ein Beispiel nehmen könnte. Und Geschichten wie „Die Sense“ sind auch heute noch so grausig, dass es dem Leser kalt über den Rücken läuft.

Lasst euch nicht von dem dämlichen Titelbild irre machen, das echt nicht gelun­gen ist. Lasst euch von dem Namen Ray Bradburys verzaubern und von seinen Geschichten. Vergesst das Alter der Werke, genießt einfach.

© by Uwe Lammers 2014

Ja, das ist schon ein höchst einfallsreicher Mann mit quecksilbrigem Verstand gewesen, der gute Ray Bradbury – und ich freue mich sehr, dass ich noch lange nicht alle seine Geschichten und Romane gelesen habe. So gibt es vieles, auf das ich mich noch zu freuen vermag. Und ich hege keinen Zweifel daran, dass die Werke, die ich noch nicht kenne, von einem ebensolchen Fluidum der Zeit­losigkeit durchströmt sind wie jene, die mir schon bekannt wurden.

In der kommenden Woche gehen wir einige Jahrzehnte in der Zeit zurück, in eine finstere Epoche des vergangenen 20. Jahrhunderts. Und anhand des Be­richts einer Zeitzeugin können wir sie durchleben, zur ewigen Mahnung des Vergangenen und Warnung des Zukünftigen.

Das solltet ihr nicht versäumen!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1Vgl. Hardy Kettlitz: Ray Bradbury. Poet des Raketenzeitalters, SF Personality 24, Shayol, Berlin 2013.

Liebe Freunde des OSM,

die Dinge entwickeln sich nach wie vor einfach im Schneckentempo… es ist be­drückend heiß, deutlich heißer, als ich das vertrage, es ist viel zu arbeiten, Rei­sen und andere Angelegenheiten wie etwa eine defekte Waschmaschine rau­ben zusätzlich Energie und Zeit und lenken mich gründlich ab. Zwar konnte ich mit Müh und Not das neue E-Book realisieren, Band 27 der TI-Serie, aber wie ihr sehen werdet, hat es zu sehr viel mehr dann kaum gereicht. Der erste Blick mag trügen, ich sage dazu gleich etwas.

Folgendermaßen kam ich im vergangenen Monat August mit meinen kreativen Projekten voran:

(OSM-Wiki)

Blogartikel 191: Work in Progress, Part 44

E-Book 35: Späherin der Cestai

Blogartikel 197: „Was ist eigentlich der OSM? Teil 40“

(18Neu 78: Erinnerungen an die Ewigkeit)

(18Neu 79: Mitkors Feuerdomizil)

(18Neu 80: Der Seelenheiler)

(18Neu 81: Der Blaue Kristall)

Erläuterung: Diese Fülle an Episoden mag euch überraschen. Aber daran, dass sie eingeklammert sind, ist zu erkennen, dass ich an jeder dieser Abschriften nur ein paar Seiten weit kam. Wieso fange ich auf einmal so viele Abschriften an? Eine berechtigte Frage, auf die es zwei Antworten gibt: Zum einen steht mit Band 83 der Beginn eines der Furcht erregenden Zyklen in abgeschlossenen OSM-Serien überhaupt an, nämlich der „Zeitschatten-Zyklus“, der für mich da­mals bei der Niederschrift im Jahre 1988 zu einem monatelangen Alptraum wurde… und zu einem ungeheuerlichen Abenteuer gleichzeitig. Ich werde davon noch erzählen.

Zum zweiten entsann ich mich, während ich den weiter oben stehenden 40. Teil der historischen Blogartikelreihe schrieb, wie ich verfahren bin, als ich mich dem Ende der Abschrift des KONFLIKTS 17 „Drohung aus dem All“ näherte. Und dort verfuhr ich genau so: Anlage einer ganzen Reihe von „Leerhüllen“ mit wenig mehr als den Rahmenparameterdaten. Und interessanterweise schrieb es sich daraufhin umso geschwinder. Ich hoffe, dass das hier ebenso der Fall ist, und ihr werdet merken, ob ich mich da irre oder nicht. Es wird noch mehr solche Passa­gen weiter unten geben.

(E-Book 36: Die Sternenbaustelle)

(12Neu 37: Soffrols Erbe)

(12Neu 38: Der Bezwinger erwacht!)

Erläuterung: Und hier ist derselbe Effekt der Fall wie eben schon – mit Band 38 erwacht im KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ der legendäre Oki Stanwer zu neuem Leben, und mit ihm zieht zugleich der Tod in die frostige Einszone in der Galaxis Koopen ein. Demnächst kommt dann noch der „Doppel­zeit-Effekt“ hinzu, eine zeitreisende Dämonenwaffe… und die Hölle öffnet hier ihre Pforten. Ein phantastischer Zyklus… ursprünglich im Jahre 1989 geschrie­ben, aber nun endlich an der Schwelle, ins digitale Zeitalter überführt zu wer­den. Gut so!

Der Tausch auf ein Jahr – Archipel-Skript (Abschrift)

Erläuterung: Dies ist eigentlich nicht Fisch noch Fleisch, wenn ich ehrlich sein soll. Es handelt sich um eine alte maschinenschriftliche Skizze von zwei Seiten Umfang, die ich als Datei vermisste und jüngst abschrieb. Es handelt sich dabei weder um ein Fragment im strengen Sinn noch um eine fertige Geschichte, son­dern eben nur um einen skizzenhaften Entwurf. Es kann noch Jahre dauern, bis ich an dieser komplexen Idee weiterschreibe. Bislang hat nicht mal die Insel, auf der das spielt, einen Namen. Alles noch sehr vage…

(Mariannes Kursänderung – Archipel-Story)

(12Neu 35: Geleitzug ins Nichts)

(12Neu 36: Das Reich hinter dem Universum)

(Julianna – Archipel-Story)

(Rescaz – OSM-Story)

Erläuterung: Hierzu muss ich ebenfalls was sagen, Freunde. Der eigentliche Ge­schichtenkeim dieser Story stammt aus dem Jahr 1988. Er hatte allerdings nur eine knappe handschriftliche Notizseite und war inhaltlich so vage, dass ich fast 30 Jahre mit mir haderte, ob ich daraus überhaupt etwas machen sollte… und dann kam die Zeit, da ich – wie oben erwähnt – damit begann, eine ganze Reihe von Episoden einer Serie sukzessive parallel abzuschreiben. In diesem Fall war es KONFLIKT 12, in dem auch die Geschichten-Notiz schon spielte. Aber mit ei­nem Abstand von mehreren Jahrzehnten entdeckte ich nun etwas anderes in dem Geschichtenkeim.

Auf einmal dachte ich mir nämlich: Warum soll diese Geschichte eigentlich (wie skizziert) in Bytharg spielen? Es geht doch um Rescaz, eine der legendären 16 Dämonenwaffen TOTAMS und ein Gestaltwandler und Massenmörder vor dem Herrn… in einer Galaxis voller Gestaltwandler fällt Rescaz aber (beinahe) nicht auf. Der wirkliche Schrecken eines Gestaltwandlers offenbart sich erst in einer Umgebung, in der man von einer weitgehend statischen Identität ausgeht, die von Geburt bis Tod weitgehend gleich bleibt.

Und mir war bewusst, wer Rescaz in KONFLIKT 12 wirklich war… es gab ihn da ja dummerweise zweimal. Und jählings erwachte also dieses wahnsinnige Zeit­reise-Massenmörder-Ding zum Leben. Ich schrieb die handschriftliche Notiz ab und fügte ein paar Auszüge aus der Serie an, aus den Episoden, die ich bereits abgeschrieben und kommentiert hatte… und schwuppdich, schon war ich auf 35 Seiten. Erstaunlich. Aber von der eigentlichen Geschichte ist bislang noch kaum etwas da. Das kommt noch… ich möchte aber noch nichts zum zeitlichen Horizont sagen, in Zeiten wie diesen führt das leicht zu herben Enttäuschungen…

(Blogartikel 189: Logbuch des Autors 19: Ein transuniversaler Schleier)

Erläuterung: Was das wieder für ein kryptischer Titel ist? Tja, liebe Freunde, das wisst ihr, wenn dieser Beitrag erscheint, schon. Und wer ihn verpasst haben soll­te, dem möchte ich an dieser Stelle nicht zuviel verraten. Es lohnt sich unbe­dingt, ihn zu lesen.

(Blogartikel 185 (NEU!): OSM und „Liebster Award“ – Fragen und Antworten)

Erläuterung: Tja, das ist mal wieder ein Fall eines Blogartikels, der noch nicht fertig gestellt werden konnte. So etwas gibt’s halt auch von Zeit zu Zeit, wenn es auch selten ist…

(14Neu 35: Glusem, die Biowelt)

14Neu 34: ANTI-TOTAM

(14Neu 36: Gefangen im Mikrokosmos)

Erläuterung: Ihr merkt schon an der Reihung – das ist der nächste Schauplatz der Sammelabschriften, und Recht habt ihr. Ich habe mit der Abschrift dieser Se­rie im Juli 2013 (!) begonnen und bin erst bei Band 34… für drei volle Jahre ist das ziemlich blamabel, da jede Episode (noch) nur 15 handschriftliche Seiten hat. Es war höchste Zeit, das Tempo etwas anzuziehen, wenn ich sonst schon kaum was schaffe…

(Zwei Mädchen auf der Insel – Archipel-Story)

(Falsche Erwartungen – Archipel-Story)

Erläuterung: Ja, ja, zwischendrin schreibe ich tatsächlich am Archipel mal wei­ter, auch wenn ich kaum Gelegenheit dazu finde und nur selten in Laune dazu bin. Und immer sind es maximal 2-3 Seiten… seufz. Manche Klammern um Wer­ke stehen nicht umsonst viele Jahre da. Da heißt es: Geduld haben… Geduld ha­ben… und die meiste Geduld brauche ich selbst…

Blogartikel 205: „Was ist eigentlich der OSM? Teil 41“

(Annalen 6: Mein Freund, der Totenkopf, Teil 1)

Erläuterung: Auch mit diesem Werk, das eigentlich für Dezember 2016/Januar 2017 vorgesehen war zur Publikation, komme ich jetzt ein Stückchen weiter vor­an. Aber es wird dauern, bis ich damit grundlegend vorwärts komme.

(18Neu 82: Wächter des Vierten Siegels)

(18Neu 83: Der Schrei des Orakels)

(18Neu 84: Invasion der Zeitschatten)

Erläuterung: Hier ist die nächste Etappe begonnener Episoden-Abschriften… und der Beginn des langen Zeitschatten-Zyklus. Überall auf der Erde tauchen Menschen oder menschenähnliche Wesen aus dem Nichts auf, die wie Lebens­energie-Vampire zu sein scheinen. Tötet man sie, zerfallen sie zu schwarzem, körnigen Staub. Aber damit ist das Problem selbst noch lange nicht beendet… das Ende der Welt hat gerade begonnen…

Blogartikel 190: Kreative Stimuli

Damit kommen wir dann an das Ende des Monats August. Wie ihr sehen könnt, hat es wieder mal nur für eine Reihe der kurzen Blogartikel gereicht (und für ei­nige Rezensions-Blogs, die hier naturgemäß nicht aufgelistet werden). Wie ich eingangs sagte – es wirkt umfangreicher, als es tatsächlich ist. Vielleicht ändert sich das im Monat September, aber ich bin da skeptisch. Es ist einfach zu viel anderes zu erledigen – und die „Geburtstagssaison“ hat angefangen. Allein fast zehn Leute, die ich gut kenne, in nicht einmal fünf Wochen… nun, in ein paar Wochen seid ihr jedenfalls schlauer, was meine Schreibleistung im September angeht.

In der kommenden Woche machen wir wieder einen Ausflug in die OSM-Kos­mologie. Das solltet ihr nicht verpassen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.