Rezensions-Blog 280: Die Rose von Byzanz

Posted August 5th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

das Feld des historischen Romans ist für mich noch nicht son­derlich weit bereist, wie ich gern zugebe. Da ich aber auf der anderen Seite als Historiker über eine gewisse Breitenbildung in puncto Weltgeschichte verfüge und seit rund zwanzig Jahren auch vermehrt Interesse an erotischen Liebesromanen zeige, die in steigender Zahl gelesen worden sind, war der Fund dieses Romans gewissermaßen eine Win-Win-Situation. Die mir unbe­kannte Autorin stellte dann eine unkalkulierbare Größe darin dar, das stimmt … aber ich wurde angenehm überrascht.

Überhaupt scheint die Mira-Romanreihe noch einige bemerkens­werte Überraschungen parat zu haben. Dieser Ausflug ins antike Byzanz machte jedenfalls durchaus Laune, auf diesem Gebiet weiter vorzudringen.

Ich habe den Roman als angenehme Unterhaltung jenseits der gängigen Klischees eingeordnet, und das dürfte vielleicht für den einen oder anderen von euch Anlass sein, sich ihn selbst mal näher anzuschauen.

Hierum geht es diesmal:

Die Rose von Byzanz

Von Julie Gordon

Mira 35031

304 Seiten, TB (2010)

ISBN 978-3-89941-728-9

Byzanz zur Zeit seiner Blüte ist ein Traum von Reichtum und Pracht, von unbeschreiblichem Luxus und schwelgerischer Schönheit … gesetzt den Fall, man ist ein Freier, und ebenfalls gesetzt den Fall, man besitzt über die Mittel, um diese Pracht auch zu genießen. Beides ist den Hauptpersonen des vorliegen­den Romans nicht gegeben.

Man schreibt das Jahr das Jahr 985 nach Christus, als die junge Fränkin Johanna, ein schönes und quasi noch jungfräuliches Mädchen mit Feuerhaar und lodernden grünen Augen, aus ihrem Heimatdorf durch Nordmänner geraubt und in Haithabu schließlich an den griechischen Sklavenhändler Kallistos ver­schachert wird. Er nimmt sie eigentlich nur als „Beifang“ der blonden, nymphenhaften Ise und hat sie dann am Hals. Kallistos hat einerseits Angst vor der „Feuerhexe“, die er als schwer ver­käuflich einstuft, auch weil sie stolz und widerborstig ist. Ande­rerseits ist er ihr Herr und kann sie misshandeln, wie es ihm ge­fällt. So gerät die unglückliche, traumatisierte Johanna auf den Sklavenmarkt von Byzanz und soll hier versteigert werden. Hier ist es auch, dass sie ihrem Schicksal begegnet.

Eirik Hallgrimsson ist Waräger, wie man die Nordmänner, die im Dienst der byzantinischen Adelsschicht stehen, nennt. Aus dem hohen Norden über die Händlerroute und Kiew hinab ans Mittel­meer gelangt, war es Abenteuerlust und der Wunsch, mehr zu sein als nur Erbe des elterlichen Hofes, der ihn schließlich zum Offizier der Warägergarde des Kaiserbruders Konstantin aufstei­gen ließ. In seinem Auftrag ist er nun hier auf dem Sklaven­markt, um für Sklavinnennachschub zu sorgen – eine Aufgabe, die ihm verhasst ist, weil er die Sklaverei grundsätzlich verab­scheut. Doch in Byzanz ist sie ein notwendiges Übel …

Und dann erblickt er dieses Mädchen, eine ungebrochene Schönheit wie aus einem Traum, mit milchweißer Haut, glutro­tem Haar und Augen wie Smaragdsplitter – eben die Fränkin Johanna … und ungeachtet seines Auftrags regt sich in seinem Herzen der Wunsch, sie vom Sklavenmarkt zu erretten. Sie hin­gegen fühlt aus begreiflichen Gründen Furcht vor ihm und sehnt sich sehr danach, wenn es denn schon unvermeidbar ist, dann jemand anderem zu gehören.

Eiriks erster Versuch, Johanna vom Sklavenmarkt zu erretten, schlägt fehl. Zwar kann er sie an seinen Herrn Konstantin ver­mitteln, der sie jedoch ablehnt und zum Sklavenmarkt zurück­gehen lässt. In diesem Moment sind die beiden im Grunde ge­nommen schon verloren – denn wiewohl Johanna sich vor dem Nordmann fürchtet, dessen Volksgenossen ihren Verlobten einst vor ihren Augen umbrachten und sie in die Sklaverei ver­schleppten, so sehr haben ihr doch auch seine Hilfsbereitschaft und seine Berührungen gefallen. Ihr Körper war, unglaublicher­weise, entzückt darüber, was sie ganz verunsichert.

Doch das alles ist erst der Anfang.

Eirik hat eine heimliche Geliebte, nämlich die Adelige Irene. Von ihr borgt er sich nun Geld, um Johanna zu ersteigern … mit dem ausdrücklichen Wunsch, sie nicht als Bettgefährtin zu gewinnen, auch wenn er sich über seine sonstigen Gefühle für sie durch­aus nicht im Klaren ist. Aber er will sie nicht auf dem Sklaven­markt der Willkür der gierigen Kerle ausgeliefert wissen.

Aber das Schicksal will es anders.

Irenes Bruder Andronikos, dem Eirik Hallgrimsson seit zwei Jah­ren gründlich verhasst ist, wiewohl Eirik ihm einst das Leben rettete, erfährt von seiner Sehnsucht nach Johanna und erstei­gert sie seinerseits. Sie ist darüber anfangs erfreut, sieht Andro­nikos doch freundlich und sanftmütig aus, nicht so kantig und finster wie der Nordmann. Doch der Anschein trügt auf schreck­liche Weise.

Andronikos ist in Wahrheit ein Mann mit verderbten, finsteren Leidenschaften. Er begehrt inzestuös seine eigene Schwester, liebt es, sadistisch Frauen zu demütigen, und er kauft Sklavin­nen, um ihnen absichtlich schreckliche Qualen anzutun und sich an ihrer Pein zu weiden. Und nun ist Johanna in seiner Hand, eine Frau, die offensichtlich makellos ist … und nicht allein, um Eirik zu demütigen, sondern um seine perverse Lust an zugefüg­ter Qual zu befriedigen, beschließt er, auch sie grausamen Fol­tern zu unterziehen und zu verstümmeln.

Aber da sind dann noch Eirik und sein Herz – doch die Frage ist, ob dies allein ausreichen wird, Johanna vor dem ihr zugedach­ten grässlichen Schicksal zu bewahren …

Dieses erste Werk, das ich von Julie Gordon las, ist strukturell ein klassischer historischer Roman, der zudem ein romantischer, leicht erotischer Liebesroman ist, wie man ihn aus der Bastei-Erotik-Reihe in vielerlei Variation kennt. Es war jedoch der erste mir bekannte, der im antiken Byzanz spielte und er­weiterte so dezent meinen historischen Kenntnisstand und wusste durchaus zu gefallen.

Natürlich nimmt recht schnell jenseits der historischen Kulisse die etwas verwickelte Liebesgeschichte ihren Lauf, was dann Personen wie den Sklavenhändler Kallistos oder auch den Kai­sersohn Konstantin zu völlig blassen Randfiguren werden lässt. Die zentralen Personen sind und bleiben eben Eirik und Johanna auf der einen Seite und Irene und Andronikos auf der anderen. Und während die Handlung innerhalb von Byzanz relativ durch­sichtig und verfolgbar ist, ändert sich die Fahrtrichtung dann doch in der zweiten Hälfte, erst auf Andronikos´ Landsitz (der ein wenig gekünstelt, wie ich fand, über ausgiebige Geheimgän­ge verfügt, die man dort eigentlich nicht erwartet), und dann besonders in Kiew. Denn das letzte Drittel bringt neue Schwie­rigkeiten zutage … und deren Auflösung ist wirklich verblüffend und völlig anders, als sich der Leser das vorstellt.

Also: zu überraschen versteht die Autorin einwandfrei, es han­delt sich darum nicht um einen nach 08/15-Schema geformten Roman, was ich als schöne Überraschung werte. Alles in allem eine locker lesbare, interessante Geschichte für Freunde der leichten Unterhaltung, ein wenig gewürzt mit historischen De­tails und erotischen Experimenten.

Klare Leseempfehlung meinerseits.

© 2017 by Uwe Lammers

Wie ich oben andeutete, ist der Roman durchaus eine Entde­ckung wert. Das Schöne an älteren Werken ist ja, dass sie auf­grund des Internets und zahlloser Antiquariate heute zumeist preiswert zu beschaffen sind und wir uns da nicht auf die Ver­fügbarkeit in den aktuellen Buchhandlungen verlassen müssen.

In der kommenden Woche bleiben wir in der geografischen Re­gion – das ist aber reiner Zufall – , werden aber ein paar Jahr­hunderte näher an die Gegenwart rücken. Mehr sei jetzt noch nicht verraten.

Bis nächste Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Blogartikel 387: Seuchenalarm!

Posted August 1st, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

wir leben aktuell in schwierigen Zeiten, und das muss ich euch vermutlich im gegenwärtigen Moment, wo ich diese Zeilen schreibe (20. März 2020) nicht erklären. Ich hoffe dennoch zu­versichtlich, dass bis zu dem Zeitpunkt, da ihr dies lesen wer­det, also am 2. August 2020, die Welt wieder ein wenig entspann­ter ist als im Moment.

Wir leben unter dem Zeichen des globalen Seuchenalarms.

Corona-Krise.

Wir wissen, auch wenn es zweifellos die meisten von uns schon gar nicht mehr hören wollen, dass uns dieser Mikroorganismus, den wir weder sehen noch riechen, fühlen oder ertasten kön­nen, gewissermaßen als unsichtbare Bedrohung in die Knie zwingt und dazu nötigt, auf lieb gewonnene Gewohnheiten zu verzichten (Konzerte? Theaterbesuche? Bibliotheken? Museen? Lecker essen gehen? Urlaubsreisen? Geburtstagsfeiern? Dies und vieles weitere ist gegenwärtig schwierig bis unmöglich, vie­les davon schlicht illegal, wenn man es gegen die behördlichen Auflagen dennoch veranstalten will). Und doch sagen sowohl die Kanzlerin als auch viele andere Mitmenschen, dass wir uns nicht verrückt machen lassen sollen, ruhig und besonnen damit umgehen sollen.

Interessanterweise ist das in der heutigen Welt alles andere als einfach, obwohl es doch so simpel klingt. Die Informationsmög­lichkeiten über die Entwicklung der Pandemie sind heute besser denn je (im Kontrast dazu sollte man sich mal das Jahr 1348 und die Pestepidemie anschauen, da konnte von derlei Verhalten oder Informationsmöglichkeiten keine Rede sein – mit der Kon­sequenz, dass ja auch ein Drittel der europäischen Bevölkerung daran umgekommen ist … gut, das lag nicht nur daran, aber es hatte unbestreitbar wesentlichen Anteil.

Bis vor relativ kurzer Zeit hätten es also die meisten meiner Zeitgenossen wohl für ausgeschlossen gehalten, dass ein Mikro­organismus wie SARS-CoVid 19 die globale Weltwirtschaft ins Stocken bringt oder gar zum Zusammenbruch.

Dabei ist das interessanterweise gar kein wirklich neues Phäno­men, und die Science Fiction arbeitet ständig mit solchen Topoi. Ich weise nur mal auf zwei Werke hin, in denen eine sehr ähnli­che Erkrankung in alptraumhaften Endzeitszenarien durchge­spielt wurde. Während sich viele Leute heutzutage auf Albert Camus‘ „Die Pest“ konzentrieren, was zumindest thematisch falsch ist, sollten sie ihr Augenmerk lieber auf Sakyo Komatsus Roman „Der Tag der Auferstehung“ (1964) oder auf Stephen Kings „The Stand“ (dt. als „Das letzte Gefecht“ bei Bastei in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen) richten.

In beiden Werken geht es um eine Atemwegserkrankung gleich Corona, die allerdings im Gegensatz zu dieser absolut letal ver­läuft und die Menschheit nahezu auslöscht. Ich glaube, wenn man wie ich diese beiden literarischen Vorreiter kennt, kann man in der aktuellen Krise ein wenig mehr Gleichmut und Ruhe bewahren.

Während ich einer jungen Autorenkollegin jüngst den Tipp gab, als sie meinte, sie müsse für eine Prüfung einen Essay schrei­ben, sie solle sich doch mal um die aktuelle Corona-Krise küm­mern und so den Prüfern beweisen, dass sie den Finger am Puls des Zeitgeschehens hat, was sicherlich gut ankäme … während ich das also tat, überlegte ich noch weiter.

Ich schreibe ja diese Blogartikel, damit sie schwerpunktmäßig Bezug nehmen auf mein kreatives Hauptwerk, den Oki Stanwer Mythos (OSM) bzw. auf mein Schreiben an und für sich. Und ich überlegte: Vor Jahrzehnten hatte ich sowohl den oben erwähn­ten King-Roman als auch den Komatsu gelesen. War das so gänzlich ohne Einfluss auf mein Schreiben geblieben?

Interessanterweise sieht die Kausalkette, wenn ich genau nach­schaue, anders aus, als ich eigentlich erwartet habe. Die einzige globale Epidemie, die ich im OSM bislang beschrieb, fand vorher statt. Den King las ich erst Ende 1989, den Komatsu sogar erst 1992, da war das schreckliche Desaster, das ich in KONFLIKT 18, also der Serie „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ (KGTDUS) beschrieben hatte, längst Vergangenheit.

Alles fing im März 1987 an. Oki Stanwer befand sich dort auf der Welt der WEOP, wo man das Jahr 2034 schrieb, auf der Fährte der Dämonenwaffe Glusem und zugleich auf der Suche nach seinem Vater Marconius.1 Die Fährte führt nach Mesopotamien, wo Oki und seine Gefährten einen Zeitsarg finden, mit dessen Hilfe sie ins alte Babylon zurückreisen, mehr als dreitausend Jahre in die Vergangenheit.

Sie geraten dabei mitten hinein in die hethitische Invasion Ba­bylons und retten dem hethitischen Regenten Mursilis I. das Le­ben … und damit verändern sie die Zeit. Damit beginnt das Ver­hängnis, denn in der neu herandämmernden Zeit der Gegen­wart wird nun eine Terrorwelt unter der Herrschaft der Dämo­nenwaffe GOLEM erschaffen. Nur unter größten Mühen gelingt es Oki und seinem Sohn (!) Marconius dann, die in der Vergan­genheit wieder zusammengefunden haben, auch diese Alp­traumwelt in den Sog der Zeiten zurückzustoßen.

Die sich nun neu formierende Gegenwart ist in vielerlei Hinsicht gänzlich anders, als die beiden sich das vorstellen. Nahezu alles ist verwandelt, eigenartigerweise ist aber sowohl die Topografie der Welt gleich geblieben als auch die nationalstaatlichen Struk­turen (jedenfalls weitestgehend). Unter der Oberfläche beginnt der Kosmos aber zu brodeln.

Es dauerte bis Februar 1988, bis ich das zu begreifen begann. Dann fing das Schädelorakel Oki Stanwers an an zu schreien, und es begann die Invasion der so genannten „Zeitschatten“.2

Was waren Zeitschatten? Schauen wir uns die mal kurz an – glücklicherweise ist die Serie inzwischen völlig digitalisiert, so dass ich hier Auszüge zeigen kann. Hier stößt die Agentin Janet Wilson von der US-amerikanischen Ghost-Agency mit einer Ver­sammlung von ihnen zusammen:

Janet Wilson schlich mit gezogener Waffe weiter. Als sie am Haus an­langte, blickte sie hinein und hätte fast geflucht.

Mindestens zehn Personen waren hier.

Sie horchte auf das, was sie sagten und starrte zugleich die Gestalten an.

Sie sahen einfach schrecklich aus. Da gab es welche mit grotesk defor­mierten Schädeln, Gestalten mit Stummelarmen, Buckeln, zusammenge­wachsene siamesische Zwillinge, Menschen mit drei Augen, verschieden langen Armen und andere mit grotesken Auswüchsen, für die sie keinen Namen hatte.

Nein, das waren keine Menschen.

„…fünfzigste Welle …“

„…herrschen schon über weite Teile … unsere Welt, allein unsere …“

„Gegenwehr ist geringer als erwartet … gute Resultate …“

„… neue Heimatwelt … Widerstand völlig eliminieren …“

Da war ihr einiges klar geworden. Diese Wesen waren offenbar dämoni­sche Kreaturen. Und sie wollten die Erde besetzen. Das musste der COM­MANDER erfahren …

„Wärme … Leben …“, knurrte eine Stimme hinter dem weiblichen Ghost-Agent. Sie warf sich zurück, drehte sich und erkannte die fremde Gestalt gegen das Mondlicht.

Ihre Silberkugelwaffe krachte zweimal. Die fremdartige Gestalt musste beide Kugeln nehmen, fiel hintenüber und blieb regungslos liegen.

Jetzt hieß es schnell handeln.

Sie schnallte sich die Maschinenpistole vom Rücken und stieß mit dem Lauf das Fenster ein.

Die Unheimlichen starrten zu ihr und bewegten sich dann unmittelbar auf sie zu.

Janet Wilson feuerte.

Das hässliche Tackern und Hämmern hallte wie Donner durch den Raum. Die Gestalten taumelten zurück, reihenweise Schusslöcher in ihren Kör­pern. Mindestens vier Garben feuerte sie in die Hütte, bis sich nichts mehr darin rührte und von den Querschlägern auch die Leuchtkörper zerstört waren.

Das Problem dieser Wesen ist nicht nur ihr schreckliches Ausse­hen, sondern das, was sie anrichten. Es handelt sich um Le­bensvampire. In wessen Nähe sie gelangen, dessen physische Verfassung schwächen sie, wenn es zu Berührungen kommt, führt das bis zum physischen Zusammenbruch des „Wirts“.

Als sie selbst getötet werden, zerfallen sie zu körnigem Staub, der – aber das wird erst später klar – hochinfektiös ist. Wer will, kann hier gern eine Parallele zum Corona-Virus sehen.

Da die so genannten „Zeitschatten“ aus dem Nichts weltweit materialisieren und dort offensichtlich von der Vitalaura von Menschen angezogen werden, bricht sehr bald jede Ordnung zusammen, ein bürgerkriegsähnlicher Zustand bahnt sich an. Doch Waffengewalt hilft nicht auf Dauer, die Quelle der unheim­lichen Invasoren bleibt unverständlich.

Und selbst als die Invasion an sich endet, breitet sich der toxi­sche Staub aus, die Menschen, die es bis dahin überlebt haben, quälen sich mit steten, medikamentös nicht zu behandelnden Kopfschmerzen, siechen dahin und sterben schließlich.

Es dauert geraume Zeit, bis der verzweifelt Oki Stanwer zu ver­stehen beginnt, was eigentlich passiert ist – und dass er das Epizentrum der Gefahr darstellt.

Durch die zweifache Zeitmanipulation wurden Millionen von Par­allelwelten ausgelöscht. Die universale Matrix hat aber darauf­hin damit begonnen, Strukturmuster dieser zerstörten Wirklich­keiten in die Realität der noch bestehenden Welt einzuweben. Sie kondensieren als mutierte, bizarre Travestien dessen, was zerstört worden ist, und ihre mutagene, tödliche Wirkung wird von der Tatsache befeuert, dass die SIEBEN SIEGEL VON TOTAM auf der Erde sind.

Da die Aktivität der noch schlummernden SIEGEL an Oki Stan­wers Anwesenheit gekoppelt ist, kommt es überdies nun zum Erwachen der SIEGEL. Und Oki weiß genau, dass dies das Ende der Erde und den Untergang der Menschheit mit sich bringen wird. Schließlich sind es nur mehr Tage, dann nur noch Stunden, bis die SIEGEL entfesselt werden – und quasi in letzter Minute fällt engen Freunden Oki Stanwers ein, was sie machen können, um die durch die Seuche arg dezimierte Menschheit doch noch zu retten … aber davon soll hier und heute nicht die Rede sein.

Faktum ist jedenfalls, dass dieser alptraumhafte Zyklus um die Zeitschattenseuche, die ich 1987/88 ursprünglich niederschrieb und dann in den Jahren 2016-2018 digitalisierte, die mit weitem Abstand dramatischste Seuchengeschichte ist, die ich bislang verfasste. Eigentlich schade, dass ihr sie noch nicht in realiter nachlesen könnt, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das in einigen Jahren mal in E-Book-Form Realität werden wird.

Gegenwärtig haben wir natürlich mit der Corona-Krise genug zu kämpfen, und es ist zu bezweifeln, dass ihr jetzt in Laune seid, auch noch in Buchform oder so über eine dermaßen verstören­de Epidemie zu lesen. Auf der anderen Seite sollte uns natürlich auch eins klar sein:

So, wie es eine Vampir-Romanwelle und eine BDSM-Welle nach „Fifty Shades of Grey“ gab oder einen Hype um Harry Potter-like Bücher, so ähnlich wird es ziemlich sicher auch mit der Co­rona-Krise sein. Es wird dazu Bücher, Zeitschriften und gewiss auch Filme geben. Darauf sollten wir vorbereitet sein.

Vor allen Dingen aber müssen wir langfristig eins vermeiden: uns nach dem Abflauen der Pandemie gelassen zurückzulehnen und zum „business as usual“ zurückzukehren. Auch wenn ich der Ansicht bin, dass Corona in China deshalb so verheerend wirken konnte, weil die Luftqualität in China legendär schlecht ist und Atemwegserkrankungen dort zur täglichen Normalität zählen (was zweifellos der anfänglichen Unterschätzung der Ge­fahr Vorschub leistete, da sind wir in Europa, hoffe ich, deutlich vorsichtiger), auch wenn dies so ist, glaube ich nicht, dass ir­gendein Grund dazu besteht, zum vormaligen Normalzustand zurückzukehren.

Wir Menschen sind natürlich Traditionstiere, ich schließe mich da nicht aus. Aber die aktuelle Besonnenheit im Umgang mit­einander, das erneute Erlernen des Maßhaltens, das sollte uns definitiv erhalten bleiben. Wir leben schon seit Jahrzehnten krass über unsere Verhältnisse und haben uns an Dinge ge­wöhnt, die definitiv krankhafte Auswüchse der Globalisierung sind. Hier die Dinge wieder auf ein gesünderes Niveau zurecht­zustutzen, kann uns allen nur zum Vorteil gereichen. Jeder mag selbst interpretieren, was genau ich mit diesen „Dingen“ im De­tail meine. Ich für meinen Teil werde mich daran jedenfalls auch halten, wenn die Nervosität und akute Gefahr in Sachen Corona abgeklungen ist.

Ich würde mich freuen, wenn ihr ähnlich handeltet.

Bleibt gesund, Freunde, und schaut weiter wieder herein.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Wer da jetzt einen Blick in die OSM-Wiki wirft, um die Namen zuzuordnen, wird vermut­lich stutzen, da dort Marconius Stanwer bekanntlich – und zutreffend – als Oki Stan­wers Sohn geführt wird. Aber davon hat der gute Mann in diesem KONFLIKT keine Ah­nung, und die Voraussetzungen für KONFLIKT 18 sind sowieso etwas … speziell. Mir fehlt hier der Raum, das genauer auszuführen. Vertraut mir und haltet euch erst mal an das, was ich oben im Haupttext erzähle.

2 Vgl. dazu beizeiten die KGTDUS-Bände 83: „Der Schrei des Orakels“ und 84: „Invasion der Zeitschatten“, beide Februar 1988.

Rezensions-Blog 279: Der Hund der Baskervilles

Posted Juli 29th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

natürlich sollen auch Klassiker der Literatur in dieser illustren Runde meiner Rezensions-Blogs nicht fehlen. Vor einigen Mona­ten kümmerte ich mich um „Manon Lescaut“ von Abbé Prévost, was uns ins vorrevolutionäre Frankreich zurückversetzte, und heute präsentiere ich euch meine Lese- und Rezensionsfrucht aus dem Jahre 2006, als ich die kommentierte Ausgabe des Doyle-Klassikers „Der Hund der Baskervilles“ las (sehr oft auch heutzutage immer noch falsch als „Der Hund von Baskerville“ falsch übersetzt, wodurch aus dem Adelsgeschlecht der Baskervilles kurzerhand eine Stadt gemacht wird).

Natürlich mag man sagen, dass dieses Spätwerk von Arthur Co­nan Doyle wesentlich von dem Widerwillen seines Schöpfers ge­tragen wurde, der schließlich Sherlock Holmes Jahre zuvor mit voller Absicht in den Reichenbachfällen entsorgt hatte – gegen den ausdrücklichen Wunsch der Leserschaft. Das bedeutet aber nicht, dass er den Verstand beim Schreiben dieses episodischen Romans ausgeschaltet hätte. Da ist er durchaus auf der Höhe seines Könnens, und folgerichtig ist es Sherlock Holmes auch … selbst wenn der sich nach anfänglichem Auftritt lange Zeit rar macht. Das hat seine Gründe und ist durchaus wirkungsvoll.

Also machen wir einfach mal einen Ausflug auf ein nebliges, vermeintlich verfluchtes Moor und folgen der Fährte eines Höl­lenhundes:

Der Hund der Baskervilles

(OT: The Hound of the Baskervilles)

von Sir Arthur Conan Doyle

Haffmanns-Doyle-Gesamtausgabe Band III, 1984

212 Seiten, geb.

Übersetzt von Gisbert Haefs

Lange hatte der Leser geglaubt, das letzte Stündlein habe Sher­lock Holmes, dem begnadeten, durchgeistigten und durchaus problematischen Detektiv aus der Baker Street 221b geschla­gen. Im abschließenden Fall, den Dr. John Watson in The Strand im Dezember 1893 lieferte, schockierte er die Leser zutiefst: Holmes traf hier in „Sein letzter Fall“ auf den sinistren Professor Moriarty und wurde von diesem kriminellen Genie in der Schweiz in die mörderischen Reichenbachfälle und damit in den sicheren Tod gerissen.

Seither sind acht Jahre vergangen, in denen der getreue Chro­nist der Holmes-Fälle immer wieder bestürmt worden ist, von den zahllosen, früheren Abenteuern des großen Detektivs zu berichten. Im August 1901 ist es schließlich soweit. Er be­schreibt einen der seltenen Fälle, in dem Sherlock Holmes sich mit dem Übernatürlichen zu messen hatte, etwas, an das Hol­mes natürlich selbst nicht glaubte. Spätere Chronisten haben dieses Abenteuer auf den Oktober des Jahres 1888 datiert1, wie­wohl es Versuche gab, sie auf das Jahr 1900 zu verlegen. Fol­gendes berichtet Watson:

Die Geschichte beginnt mit einem Klienten, den Holmes und Watson kurz verpassen, der aber seinen Spazierstock dalässt, aus dem der Detektiv schnell auf einen jungen Arzt schließt, mit kleinem Hund, Neigung zur Zerstreutheit und Vorliebe für lange Fußmärsche. Als Dr. Mortimer schließlich eintrifft, entpuppt sich das als durchaus zutreffend.

Dr. Mortimer ist guter Freund und Nachbar von Sir Charles Bas­kerville, der in Dartmoor direkt am Sumpf lebt. Mortimer, ei­gentlich nicht sehr abergläubisch, berichtet recht mitgenommen unter Vorlage eines alten Dokuments vom schrecklichen Fluch, den einst Hugo Baskerville auf seine Schultern geladen hat, als er vor Jahrhunderten eine Jungfrau aufs Moor verfolgte. Eine teuflische Kreatur besiegelte sein Schicksal. Seit damals gibt es die Legende vom Höllenhund der Baskervilles, der ein Familien­mitglied nach dem anderen dereinst ins Jenseits befördern wür­de.

Selbstverständlich schnaubt Holmes despektierlich. Aberglau­ben. Eine närrische Vorstellung.

Doch er horcht auf, als er vom Tod Charles Baskervilles und ins­besondere den rätselhaften Begleitumständen hört, zu denen auch ein riesenhafter Pfotenabdruck neben der Leiche zählt, der in der Allee vor der Haustür des Anwesens zu entdecken war.

Dr. Mortimer kommt deswegen, weil der letzte Baskerville aus in London eingetroffen ist, um den er sich schreckliche Sorgen macht. Sir Henry Baskerville, erheblich jünger als der Verstorbe­ne, möchte unbedingt den Familiensitz besuchen und sich dort einrichten. Er ist ein energischer, dynamischer Tatmensch, wie sich rasch herausstellen soll. Neugierig geworden, lernt Holmes Henry Baskerville am kommenden Tag kennen und wird sofort mit neuen, überraschenden Fakten konfrontiert: Baskerville ist ein Schuh im Hotel abhanden gekommen, dann wird ihm eine aus der Zeitung ausgeschnittene Warnung zugestellt, er solle wieder abreisen. Und schließlich stellt Holmes fest, dass jemand den jungen Erben beschattet – jemand, der sich dreist als „Sherlock Holmes“ ausgibt!

Das ist nun zu viel.

Der Detektiv schickt seinen Adlatus Watson mit Henry Basker­ville aufs Moor hinaus, wo der Arzt rasch die düstere Kulisse von Baskerville Hall und seine zum Teil schrulligen Nachbarn ken­nenlernt, beispielsweise den alten, streitsüchtigen Mr. Frankland und den Botaniker Stapleton sowie seine bezaubernde Schwes­ter.

Fernerhin ist offenbar auch das alte Haushälter-Ehepaar der Baskervilles von einem Rätsel umgeben. Warum weint die Ehe­frau so bitterlich wie heimlich? Weshalb gibt Mr. Barrymore nächtens Leuchtsignale? Und hängt die Flucht des mörderi­schen Verbrechers Selden, der vom Boden verschlungen zu sein scheint, mit dem Baskerville-Fluch zusammen?

Ein dichtes Netz von Rätseln, harmlosen und gefährlichen, rankt sich um Baskerville Hall, und schließlich beginnt selbst Watson zu verstehen, dass sein Freund Sherlock Holmes Recht hat – dass hier ein mörderisches Verbrechergenie am Werke ist, so genial, dass auch Holmes dem Feind nichts nachweisen kann, selbst dann nicht, als er sich der ersten Leiche gegenübersieht. Ein tödlicher Wettlauf mit dem Verderben beginnt …

Bereits 1987 las ich „Der Hund der Baskervilles“, doch damals in einer arg gekürzten und schlichteren Fassung, außerdem ohne jedes Vorwissen im Falle Holmes. Folgerichtig konnte ich natürlich den Roman nicht entsprechend würdigen. In der sehr textgetreuen Übersetzung, die vom Übersetzer Gisbert Haefs dezent kommentiert worden ist, gewinnt der Roman, der erst­mals von August 1901 bis April 1902 als Fortsetzungsgeschichte im legendären Strand Magazine erschien, entschieden mehr Profil und lässt sich besser genießen. Durch den auf diese Weise restaurierten Episodencharakter eignet sich das Buch ausge­zeichnet dazu, es in Etappen von 2-3 Kapiteln je Tag zu lesen und sich zwischendrin immer eigene Gedanken zu machen – die klassischen „Whodunnit“-Gedanken natürlich: Wer ist der Mör­der? Warum tut er, was er tut (denn es gibt natürlich immer ei­nen Grund, reine Sadisten oder Serienkiller aus schierem Blut­durst, die eigentlich kein Motiv außer dem Mord selbst brau­chen, sind in solchen Geschichten verpönt), welche Winkelzüge machen Holmes und Watson, um dem Gegner auf die Spur zu kommen?

Altbacken, höre ich da jemanden murmeln? Übertrieben durch stilistische und atmosphärische „Tricks“ in die Länge gezogen? Nun, das muss man wohl am Studienobjekt selbst beurteilen lernen. Ich für meinen Teil habe mich bei der Geschichte nicht gelangweilt, wiewohl mir recht schnell klar war, wie die Lösung aussah. Aber vergesst nicht: ich kannte den Roman auch schon. Für einen Neuleser hat das Buch sicherlich einige Überraschun­gen zu bieten. Und wer Holmes schätzt, wird ohnehin sanftmüti­ger und mit einem seligen Lächeln an diesen Fall herantreten, wo Holmes mit einem Höllenhund konfrontiert wird, und natür­lich mit dem – zum damaligen Zeitpunkt (1888) – finstersten und genialsten Verbrecher, dem er je gegenüberstand.

Doch, es lohnt sich.

© 2006 by Uwe Lammers

Das muntere Kontrastprogramm geht in der nächsten Woche weiter. Dort werden wir uns ein paar tausend Kilometer ostwärts bewegen und ein paar Jahrhunderte weiter zurück, um gerade­wegs im Orient zu landen. Um was genau es geht, werdet ihr in sieben Tagen an dieser Stelle entdecken können.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Vgl. Mike Ashley: „Sherlock Holmes und der Fluch von Addleton“, Bergisch-Gladbach 2003, S. 728.

Liebe Freunde des OSM,

es wird kaum jemanden von euch überraschen, dass auch der Monat April ganz und gar im Zeichen der Corona-Pandemie stand. Aber eine gewisse Gewöhnung stellte sich dabei durch­aus ein. Während Deutschland sich sukzessive immer mehr ma­skierte und so – spaßhaft betrachtet – in ein Land der Bankräu­ber verwandelte, bemühte ich mich erfolgreich, gesund zu blei­ben (das Glück hatten leider nicht alle meiner Bekannten, aber diejenigen, die es erwischte, befinden sich meinen Kenntnissen nach auf dem Wege der Besserung).

Ich nutzte die Zeit erwartungsgemäß fürs Schreiben und kann für den verflossenen Monat 36 fertige Werke vermelden. Mehr noch: es gibt Neuigkeiten von der E-Book-Front. Das hatte maß­geblich zu tun mit meiner forcierten Digitalisierung von KON­FLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“, wo ich solide voran kam. Und natürlich auch damit, dass ich, krisenbedingt, kaum jemals aus dem Haus war.

Das ist also im Detail in diesem Monat April 2020 geschehen, daran habe ich gearbeitet bzw. das konnte abgeschlossen wer­den:

Blogartikel 382: Work in Progress, Part 88

Blogartikel 384: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 71

13Neu 3: Der Horror-Garten

13Neu 4A: Das schleichende Grauen

12Neu 83: Die Phantomschiffe

12Neu 84: Die Schlacht im Sonnenfeld

(OSM-Wiki)

(E-Book-Glossar)

(OSM-Hauptglossar)

Anmerkung: Interessanterweise zog das eine Glossar das ande­re gewissermaßen nach sich. Als ich das E-Book-Glossar erwei­terte, wo ich ja noch sehr weit hinter der Publikationsgegenwart hinterherhinke, stellte ich fest, dass ich Begriffe auch parallel ins Hauptglossar zu übertragen hatte, und so arbeite ich ein­fach dual an beiden Glossaren. Und dankte dem Himmel dafür, dass ich inzwischen mit Hilfe des Computers und der digitali­sierten Dateien so gut arbeiten lässt. Vor 20 oder mehr Jahren wären solche Arbeiten höllisch anstrengend und zeitaufwändig gewesen … was natürlich nicht bedeutet, dass es damals nicht schon durchaus Ansätze zu so etwas wie Glossaren gab. Aber eben nur auf einem sehr rudimentären Level.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

12Neu 85: Spur in die Hölle

(12Neu 88: Expedition nach Quanier)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“)

Anmerkung: Hier passierte etwas sehr Ähnliches wie im obigen Fall. Ich stellte bei Bearbeitung des BdC-Glossars fest, dass da manche Begriffe nicht erklärt waren von denen ich mir sicher war, sie seien es längst … waren sie auch, aber nicht in diesem Glossar, sondern im TI-Glossar. Oder im Hauptglossar. Dafür fehlten die Begriffserläuterungen dann z. B. im DM-Glossar. Und so geriet dasselbe natürlich auch ins Schussfeld … und danach das immer noch unvollständig Glossar des Romans um die rät­selhafte Ghani auf dem Planeten Dawson.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Der Missionar“)

(Glossar des Romans „Eine scharf geschliffene Waffe“)

(Ungleiche Freunde – OSM-Story)

Anmerkung: Während ich an der neuen Senyaali-Geschichte recht stürmisch weiterarbeitete, die inzwischen schon wieder über 30 Seiten Umfang hat und vermutlich noch einmal geteilt werden muss, fiel mir überrascht und etwas genervt auf, dass ich für die Story „Das Versteinerungs-Spiel“, das ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, damals kein Glossar erstell­te.

„Ich sollte mal bei der Sache bleiben!“, murmelte ich missge­launt und holte das dann gleich nach. Glücklicherweise ist die Story sehr kurz, und die meisten Begriffserklärungen konnte ich mir aus den Glossaren zu „Ian und der Stein der Götter“ bzw. zu der Story „Der Platz der Steine“ holen. Das hat die Ar­beit doch sehr erleichtert und auf einen Nachmittag begrenzt.

Glossar der Story „Das Versteinerungs-Spiel“

(Glossar der Serie „Oki Stanwer Horror“)

14Neu 88: Attacke der Dämonen

(14Neu 94: Flug nach Hun‘arc)

(NK 54: Tödliche Entscheidung)

Anmerkung: Da ich vorhabe, diese Episode zum Band 2000 des OSM zu machen, schien es mir nur recht und billig, hier eine Werkeliste anzuhängen … allein das ergab schon ein paar Sei­ten. Am Text selbst habe ich sonst nicht gefeilt. Dafür ist ja auch noch Zeit, ich bin gestern gerade mit OSM-Band 1968 fer­tig geworden …

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

14Neu 89: Der Plan der Lichtmächte

Anmerkung: Das ist dann das Ende der Fahnenstange für den Planet ANTI-TOTAM, wie ihr letzte Woche an dieser Stelle lesen konntet. Zugleich aber auch der Ausgangspunkt für eine Zeit­schleife, die in die Anfänge der Serie zurückreicht. Es tat echt gut, diese Schleife so zu vollenden. Und interessant und erhel­lend war das zudem – denn in den immerhin 33 Jahren seit der Erstabfassung hatte ich doch sehr viel vergessen. Merke: Manchmal ist es durchaus spannend, solche alten Geschichten noch mal zu lesen und auf Fehler durchzuscannen. Es gibt lei­der auch unschönere Fälle, zu denen ich noch kommen werde. Die fielen nämlich auch in den April 2020.

14Neu 90: Im Jahr 563.923 vor Cranyaa

(14Neu 95: Der Ewige von Wislyon)

Blogartikel 385: Close Up – Der OSM im Detail (18)

(E-Book BdC 2: Gestrandet in Bytharg)

Anmerkung: Hieran weiterzuschreiben, war eine echte Wohltat … und zugleich ein Fehler. Ihr müsst dazu Folgendes wissen – es gibt zwei Versionen dieser Geschichte. Die eine befindet sich in meinem Unterordner der E-Book-Skripte, die andere auf dem Desktop. Das hat Sicherheitsspeicherungsgründe. Üblicherwei­se sind beide Versionen deckungsgleich … ja genau, üblicher­weise. Diesmal leider nicht, und das lag daran, dass ich im Un­terordner weiterschrieb und erst nach ein paar Tagen überlegte: Verdammt, ist eigentlich die Desktop-Fassung identisch mit der anderen?

Nein, war sie nicht. Die auf dem Desktop war mehrere Seiten weiter, weil ich da im Oktober 2019 weiter geschrieben hatte, in der Unterordnerversion aber nicht … und diese Mehrseiten verteilten sich auf 86 Skriptseiten und ließen sich nicht gescheit nachverfolgen. Also brauchte ich mehrere Tage, in denen ich abschnittsweise die Desktop-Version demontierte, sie in die Un­terordner-Fassung hineinkopierte und dann Zeile für Zeile, Satz für Satz abscannte, ob die identisch waren.

Ja, das war eine ziemliche Schinderei, das stimmt. Am Ende lös­te ich dann die Desktop-Version auf und kopierte die Unterord­ner-Fassung auf den Desktop hoch. Jetzt sind beide Fassungen wieder identisch.

Blogartikel 389: Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu (XXXVII)

(E-Book CK 2: DER CLOGGATH-KONFLIKT 2 – Monstererwa­chen)

Anmerkung: Auch hieran kam ich voran, zunächst nur ein biss­chen, aber durchaus substanziell. Dabei entdeckte ich mancher­lei Schematismen im Skript, die noch ausgebügelt werden müs­sen. Und ich stellte fest, dass ich unbedingt an der „Church Is­land“-Story weiterarbeiten muss. Vielleicht kann ich aber gewis­sermaßen „beidhändig“ arbeiten. Mal schauen, beim nächsten Monatsanfang seid ihr sicher besser im Bilde, und ich auch.

(12Neu 86: Der Held von Pholyar)

(12Neu 87: Der Täuscher von Pholyar)

(12Neu 89: Rescaz‘ Vermächtnis)

Anmerkung: Hiermit endet der Vierteiler um den „Täuscher von Pholyar“, der in der Serie jahrelang sein Unwesen getrieben hat, auf recht überraschende Weise. Aber was er in diesen we­nigen Episoden für Schaden anrichtet, wird noch mehrere Uni­versen später traumatische Folgen zeitigen.

13Neu 5A: Höllengrüße

13Neu 4: Das schleichende Grauen

Anmerkung: Wer sich wundert, warum ich erst Band 5A und dann Band 4 nenne … das war ein Planungsfehler meinerseits. Ich dachte, ich könne gleich nach Episode 4A den Band 5A schreiben … Pustekuchen. Und hier gab es dann so haarsträu­bende Inhaltsfehler, insbesondere in der 5A, dass ich mich spontan dazu entschloss, dazu einen Blogartikel zu verfassen. Gegenwärtig ist er nur angedacht, aber dazu erfahrt ihr in zwei Wochen mehr an dieser Stelle. Nur soviel vorweg: es ist so aberwitzig, dass es zum Heulen ist. Und nein, nichts davon war von mir damals als Satire geplant.

Ich weiß, ihr werdet das nicht glauben, wenn ihr es lest, but be­lieve me – genau so verhält es sich.

(14Neu 96: Götze der Cranyaa)

(E-Book CK 3: DER CLOGGATH-KONFLIKT 3 – Knochensaat)

(13Neu 5: Höllengrüße)

Alle restlichen fertigen Werke sind entweder Rezensions-Blogs, Rezensionen oder Horrorwelt-Folgen. Summa summarum war ich mit dem Erreichten also durchaus zufrieden. Gewiss, es gibt immer Luft nach oben, natürlich auch in diesem Monat. Aber ihr seht, ich bin da eifrig auch im E-Book-Programm dabei, wieder Fuß zu fassen. Von den aktuellen Schwierigkeiten, die sich da ergeben haben, werde ich ein anderes Mal berichten.

In der kommenden Woche kümmere ich mich um ein brandaktu­elles Thema, das auch einen historischen Widerhall im Oki Stan­wer Mythos hat.

Um welches? Schaut wieder vorbei, dann seid ihr definitiv schlauer. Bleibt bis dahin bitte gesund!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 278: Tarnfahrt

Posted Juli 21st, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es gibt das geflügelte Wort, dass man dann aufhören soll, wenn es am besten ist – die wenigsten Menschen halten sich freilich daran, wie wir wissen. Das ist insbesondere in der Politik der Fall, wo sich Dinosaurier an die Macht klammern, die schon deutlich bessere Tage gesehen haben. Glücklicherweise begeht Jack du Brul, Clive Cusslers Coautor, der Paul Kemprecos beerbt hat, diesen Fehler nicht.

Der vorliegende Roman, der, wie ich richtig erkannte, der letzte Kooperationsband zwischen Cussler und du Brul ist, haut noch mal richtig auf die Pauke – er ist ein klug durchdachtes Feuer­werk phantastischer Ideen, heimtückischer und raffinierter Geg­ner und gefährlicher Auseinandersetzungen. Und das Titelbild, das diesmal gut passt, hat ebenso wie der deutsche Titel seine Berechtigung. Auch das ist bekanntlich nicht selbstverständlich bei Clive Cusslers Bibliothek.

Ein Tarnschiff zu entwickeln, das dem gegnerischen Radarstrahl entkommen kann … wem kommt das doch gleich bekannt vor? Wer murmelt hier etwas von „Philadelphia-Projekt“? Recht hat er. Aber darin erschöpft sich das vorliegende Werk durchaus nicht, wie ihr schnell feststellen werdet.

Was euch noch erwartet? Verdammt rasante Action. Schaut es euch mal näher an:

Tarnfahrt

(OT: Mirage)

Von Clive Cussler & Jack du Brul

Blanvalet 38223

480 Seiten, TB, Oktober 2014

Aus dem Amerikanischen von Michael Kubiak

ISBN 978-3-442-38223-1

Vor der Küste von Delaware zeigen die Kalender den 1. August 1902 an, als der Frachter „Mohican“ unter Kapitän Charles Ur­quhart in ein Unwetter gerät und der Kommandant auf die Brü­cke gerufen wird, um den entfesselten Gewalten die Stirn zu bieten. Aber es sind nicht nur die üblichen Naturgewalten – viel­mehr breitet sich auf der See ein grässlicher, blauweißer Glanz aus, der offensichtlich alles an Bord magnetisiert … unter ande­rem auch einen Schrapnellsplitter im Körper eines Matrosen. Er findet unter furchtbaren, unbegreiflichen Umständen den Tod. Das Phänomen erlischt so rasch, wie es gekommen ist, aus dem Nichts offensichtlich. Dass wenige Meilen entfernt zur gleichen Zeit ein Schiff mit fünf Mann Besatzung spurlos verschwunden ist, ist Urquhart nicht bekannt. Er vertuscht den gesamten Vor­fall.

Viele Jahrzehnte später, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhun­derts, wird ein Krimineller in ein nordsibirisches Gefängnis ein­geliefert – und verhält sich vom ersten Moment an höchst un­konventionell, verletzt mehrere schikanöse Gefangene schwer und landet in Einzelhaft. Das ist genau das, was der Mann möchte, der sich gründlich getarnt hat. Es handelt sich um kei­nen Geringeren als Juan Cabrillo, den Vorsitzenden der so ge­nannten „Corporation“ und zugleich Kommandant des Schiffes OREGON, der hier einen Gefangenen befreien möchte, einen al­ten Freund namens Yuri Borodin.

Doch Borodin hat gefährliche Feinde, allen voran einen Fanati­ker namens Pytor Kenin, der für seine Inhaftierung verantwort­lich zeichnete. Der Ausbruchsversuch endet in einem Fiasko, und am Schluss steht Cabrillo mit wenig mehr als Kenins Namen und ein paar wirr scheinenden Worten da: „Aral – Geisterschiff – Karl Petrowski – Tesla“.

Und von da an ist der „Chairman“ (wie im Buch der „Vorsitzen­de“ durchgängig neu übersetzt wird) auf einer Rachemission unterwegs. Rache an Pytor Kenin, um Yuris Tod zu ahnden. Die­se Rachemission führt ihn in gefährliche Gewässer und zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Damals, so erfährt er auf seiner blutgetränkten Schnitzeljagd durch die Städte und Mee­resregionen des 21. Jahrhunderts, hat der Konkurrent von Tho­mas Alva Edison, Nikola Tesla, eine ganze Reihe unglaublicher Erfindungen gemacht. Es geht auch die Legende um, er habe ei­nen so genannten „Todesstrahler“ erfunden. Weitere Verschwö­rungstheorien bringen ihn in direkte Verbindung mit dem „Philadelphia-Experiment“, bei dem angeblich ein Schiff der US-Mari­ne über Hunderte von Seemeilen transmittiert worden sein soll, mit katastrophalen Nebenwirkungen.

Zutiefst skeptisch verfolgt Juan Cabrillo die Fährte seines toten Freundes Yuri und stößt tatsächlich im fast ausgetrockneten Aralsee auf das „Geisterschiff“ – und auf einen Scharfschützen, der ihn beinahe ins Jenseits befördert. Die Fährte führt zu sei­nem Unglauben weiter zu einer amerikanischen Werft und di­rekt zu Nikola Tesla und dessen Biografen … schließlich auch zu einem absichtlich versenkten Schiff. Und immerzu sind sie den Mördertrupps Kenins und ihren mal mehr, mal weniger listenrei­chen Attacken ausgesetzt.

Dennoch dauert es geraume Zeit, bis ihnen klar wird, dass sie buchstäblich ein unsichtbares Feindschiff mit einer monströsen Waffe suchen – deren Wirkung sie schließlich auch am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Die OREGON gerät an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit – und letzten Endes sogar in „friendly fire“, mitten in einem Kriegsgebiet …

Der siebte OREGON-Roman von Jack du Brul, der unzweifelhaft den Löwenanteil dieses Romans geschrieben hat, ist im Ver­gleich zum thematisch eher durchwachsenen letzten Band, den ich vor ein paar Jahren las, wieder sehr viel stringenter. Man kann wirklich sagen, dass die Spannung niemals wirklich nach­lässt – mit dem sinistren Pytor Kenin (unschwer als Alias von Wladimir Putin zu entziffern, für den die Verfasser keinerlei Sym­pathien hegen) haben sie einen Schurken ersonnen, der sowohl körperlich wie auch in Bezug auf das planerische Vorausdenken die OREGON-Crew an den Rand ihrer Fähigkeiten bringt.

Die „Schnitzeljagd“ rund um den Globus, die solch unvergleich­liche Orte wie das Hinterland des US-Bundesstaates Vermont, den Meeresboden vor der Küste von Delaware, die grässliche Staubwüste des Aralsees und diverse chinesische Schauplätze sowie den Süden des Irak als Handlungsorte in Anschlag bringt, regelmäßige Lebensbedrohungen, außerdem ein Feind, der wie ein Chamäleon untertaucht und schließlich auch noch über ein Tarnschiff verfügt, das vom Radar und von den optischen Sinne nicht zu erfassen ist … das grenzt dann schon an Science Fic­tion. Fast jedenfalls.

Beinahe schon spielerisch werden die Grenzen des Möglichen in diesem Werk ausgereizt oder überschritten, ob es dabei um Na­notechnologie oder Raketenrucksäcke (!) geht – doch stets au­ßerordentlich spannend. Zudem gibt es eine ganze Reihe von Verbeugungen in Richtung der Verschwörungstheorien. Ich sage nur „USS Eldridge“ und Morris Jessup … raffiniert gesponnenes Garn, bis ganz zum Schluss.

Bedauerlicherweise scheint dies der letzte Roman ihrer Zusam­menarbeit zu sein – möglicherweise, weil Jack du Brul anschlie­ßend mit eigenen Romanen ins Rampenlicht trat und sich nicht mehr von den Cusslerschen Figuren einengen lassen wollte. Da­für aber ist ihm dieser Roman als Abschlussvorstellung solide gelungen.

Wie jetzt, es gibt keine OREGON-Romane mehr? Doch, meine Freunde, natürlich wird der Trampdampfer nicht eingemottet. Es gibt schon weitere Romane dieser Romanreihe, nur mit anderen Coautoren. Wir müssen schauen, wie sie sich schlagen werden. Ich halte euch da auf dem Laufenden. Für dieses Werk kann ich jedenfalls eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben.

© 2016 by Uwe Lammers

Ja, Jack du Brul ist damit aus dem Rennen, wie gesagt. Aber die Abenteuer der OREGON gehen selbstverständlich weiter, auch wenn der Wind zunehmend rauher weht.

In der kommenden Woche reisen wir mal ein rundes Jahrhundert zurück in der Literaturgeschichte und besuchen ein finsteres Moor, auf dem ein Ungeheuer sein Unwesen treibt … so wird es zumindest erzählt. Aber wer Sherlock Holmes kennt, weiß natür­lich, dass er das für Mumpitz hält.

Wie es sich wirklich verhält, erfahrt ihr in der kommenden Wo­che hier.

Bis dann, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Blogartikel 385: Close Up: Der OSM im Detail – Teil 18

Posted Juli 18th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

die Serie steuert zügig auf das Ende zu, und die Kontrahenten nähern sich immer stärker den finalen Auseinandersetzungen. Nun, es ist nicht so, als wäre das nicht schon wenigstens seit Band 50 der Serie so gewesen, aber so dramatisch wie bisher war es doch selten. Zunächst ein kleiner Rückblick zum Ein­stieg:

Rückblick: Oki Stanwer und seine Getreuen sind nach wie vor in den Tiefen des Zeituniversums verschollen, aber der Feldherr der Cranyaa kämpft darum, über die Brücke von Zeittransmit­tern des Dämons Craathava aus der tiefen Vergangenheit in die Gegenwart zurückzukehren, um den bedrängten Cranyaa beizu­stehen. Sein letzter Erfolg bestand darin, über den Zeittransmit­ter STÜTZPUNKT VIER rund 25.000 Jahre übersprungen zu ha­ben und der Gegenwart näher gekommen zu sein.

Leider sind in der Zwischenzeit Verluste eingetreten. So wurden der Transmittermond der Plegg‘re und die Lichtfestung OREOC vernichtet, dass als einziger Lichtblick in der tiefen Vergangen­heit nun noch der Planet ANTI-TOTAM existiert. Und hier wird ein Angriff der Dämonen erwartet.

In der Gegenwart hat sich der unheimliche Soffrol mit den Te­kras und dem geschassten Troohn Tronlekk verbündet, außer­dem mit einer Gruppe von Baumeistern, die versuchen, TOTAM eine monströse Waffe abzujagen, den „Kristallriesen“, der von TOTAM aus dem Zeituniversum in die Gegenwart gesandt wur­de. Im chaotischen Plegg‘gon-System nahe der Schockzone kommt es zum Zusammenprall zwischen TOTAMS Truppen und Soffrols Kräften …

Episode 86: Soffrols Horrorplan

(2. August 1987, digitalisiert 2020)

TOTAMS Bergungsmannschaft unter den Dämonen Mrokan und Marock sowie dem Frontenwechsler wider Willen, dem Ritter vom Goldkristall Yorrok, haben das Plegg‘gon-System erreicht und die WAFFE ausgemacht – eine kristalline Gigantstruktur, die der Leser geschwind als den abgetrennten Rest der havarierten STELE DER EWIGKEIT aus dem Ovahaan-System wieder erkennt (vgl. Bd. 65). Aber jetzt ist sie metamorphiert in schwarzen Kris­tall und soll TOTAMS Zielen dienen.

Ein intriganter Baumeister hat sich jedoch dort eingeschlichen und nutzt die Traum-Frequenz der STELE, um „Traumkrieger“ zu erschaffen, die die TOTAM-Streitmacht bekämpfen. Parallel dazu bekämpft Soffrol die Dämonen von TOTAM und kann sie beide ausschalten. Yorrok gerät in seine Gefangenschaft, und die Bau­meister entführen die WAFFE ins Tekonar-System von Hun‘arc, wo sie sie auf einem Asteroiden positionieren und ihn sodann ins Zentrum der Galaxis verschleppen.

Soffrol verrät dem traumatisierten Yorrok höhnisch, was es da­mit auf sich hat: er nimmt kurzerhand die ganze Galaxis in Gei­selhaft – denn wenn die WAFFE nahe dem Zentrums-Black Hole aktiviert wird, zerstört sie den dortigen Ereignishorizont … und Hun‘arc wird untergehen!

Episode 87: Timor-Dols Asyl

(5. September 1987, digitalisiert 2020)

Teil 1 der Lichtmächte-Trilogie

Rückblende ins Zeituniversum: In direkter Anknüpfung an die 60er-Episoden der Serie wird der Handlungsstrang um den entropisch mutierten DIGANTEN Timor-Dol und seine NEGATI­VEN fortgesetzt. Sie entschließen sich, auf einer Paradieswelt außerhalb ihrer Heimatgalaxis, die sie Zykhor nennen, eine neue Heimstatt zu errichten. Der DIGANT beginnt mit seinen Mitstreitern gleichzeitig damit, einen Kleinkrieg gegen sein eige­nes monströses Volk zu führen, das sich nun unter dem Banner des Ewigen Reiches als „ERNEUERER“ versteht und alle paar Jahre mit Entropie-Experimenten Sonnen aus anderen Kontinua raubt, um so weiter existieren zu können.

Im Zuge dieser Auseinandersetzungen kommt es zu dem Drama des negierenden Planeten Ceqqolar und zur Begegnung mit der Lichtfestung OREOC (vgl. Bd. 58). Als Timor-Dol dann bald dar­auf im Ovahaan-System den sterbenden Soogrer Goonex vorfin­det, der ihn bittet, nach ANTI-TOTAM zu fliegen, ist er geraume Zeit unentschlossen.

Zunächst reist er zurück nach Zykhor, doch eine Flotte der ER­NEUERER hat seine neue Heimat inzwischen ausgelöscht – und so sucht er sich jetzt tatsächlich ein neues Domizil: den Plane­ten ANTI-TOTAM …

Episode 88: Attacke der Dämonen

(12. September 1987, digitalisiert 2020)

Teil 2 der Lichtmächte-Trilogie

Timor-Dol und seine NEGATIVEN erreichen ANTI-TOTAM. Hier sind die zunehmend wieder menschlicher werdenden Gerlakos im Bilde darüber, dass ein Angriff der Dämonen von TOTAM un­mittelbar bevorsteht, aber über Form und Ausmaße machen sie sich noch keinerlei Vorstellungen. Sie erforschen verstärkt die Unterwelt des Planeten und entdecken dabei überraschender­weise eine Menge technischer Systeme, die ihnen zur Verfü­gung stehen. Indes – ihnen bleibt nicht genug Zeit zur Erfor­schung und zum Anlernen, da der Feind zu rasch das Panier des Handelns ergreift.

Die Dämonen Creckflog, Tennoros, Soarunof und Zsolseg haben schon vor mehr als hundert Jahren das Käfervolk der Oheetirs auf den Pfad des Ewigen Reiches eingeschworen und ihnen weisgemacht, dass das Erfrieren des Universums nur verhindert werden kann, wenn sie sich unter dem Banner TOTAMS und der Dämonen gegen die Diener der „Schatteninkarnation“ Oki Stanwer auf dem Planeten ANTI-TOTAM wenden. So sammeln sich nun Aberhunderte von Kampfschiffen und Hunderttausende von Oheetir-Bodensoldaten, bereit, die Invasion des Kristallplaneten vorzunehmen. Sowohl die Dämonen wie die Oheetirs glauben, dabei leichtes Spiel zu haben.

Doch annähernd zeitgleich mit dem Eintreffen eines Oheetir-Spähschiffs erscheinen auch Timor-Dols Einheiten, und deren Messinstrumente belegen unzweideutig, dass das fremde Schiff in den Diensten des Ewigen Reiches steht – es wird umstandslos vernichtet.

Während sich im Anschluss daran Timor-Dol und seine NEGATI­VEN mit den Gerlakos/Irrealstrahlern anfreunden, beginnt die In­vasion der Käferwesen, und Kampfpanzer und Bodentruppen werden auf ANTI-TOTAM gelandet. Die NEGATIVEN und ihre menschlichen Kampfgefährten verteidigen sich erbittert …

Episode 89: Der Plan der Lichtmächte

(13. September 1987, digitalisiert 2020)

Teil 3 der Lichtmächte-Trilogie

Es heißt, die Sieben Lichtmächte, Oki Stanwers legendäre Auf­traggeber und die Dienstherren der annähernd gottgleichen Baumeister residierten im so genannten „Jenseitsraum“ weit außerhalb der Grenzen des Universums. Aber mag dies stim­men oder nicht – es hält sie nicht davon ab, in der tiefen Ver­gangenheit im Zeituniversum persönlich einzugreifen.

In sieben Sonnen in relativer Nähe zum „Punkt Zero“, wo ANTI-TOTAM materialisierte, füllen sich rätselhafte Materialisierungs­kammern im Innern der Sterne, und umgeben von einer Aura schierer Primärenergie beginnen sich diese Sterne auf einmal mit Überlichtgeschwindigkeit auf ANTI-TOTAM zuzubewegen.

Dort geht derweil das gnadenlose Gemetzel weiter. Es geht auf eine Anregung von Timor-Dol zurück, den Feinden die Oberflä­che zu überlassen und selbst in die Unterwelt des Planeten AN­TI-TOTAM zu flüchten.

Die Dämonen von TOTAM triumphieren schon und glauben sich auf der Siegesstraße … als die sieben Sonnen eintreffen und den gesamten kosmischen Raum um ANTI-TOTAM und seine Sonne „Point Zero“ in ein apokalyptisches Energieinferno ver­wandeln, in dem drei Dämonen sofort vernichtet werden. Außer­dem havarieren alle Oheetir-Schiffseinheiten. Und dann erfüllen die Lichtmächte ihren Plan.

Sie komprimieren mit massivster Energieentfaltung den Kristall­körper des Planeten ANTI-TOTAM und erschaffen so den Leib ei­nes kristallinen Helfers des Lichts, der später durch die Seele von Klivies Kleines belebt werden wird (vgl. dazu Bd. 10 der Serie). In seinem Leib eingesperrt bleiben Timor-Dol und die überlebenden NEGATIVEN sowie das, was von den unter infernalischen Energien zusammengeschmolzenen Gerlakos/Irrealstrahlern bleibt – seltsam verbrannt wirkende, klumpige und unmenschliche Entitäten, die so genannten „Steins“.

Aus der Sonne „Point Zero“ formen die Lichtmächte ein weiteres Gebilde aus Kristall – eine Lichtfestung namens OREOC, die nun sehr, sehr langsamen Zielkurs auf die Galaxis Hun‘arc nehmen soll. So schließt sich eine Zeitschleife der Serie.

So geht Oki Stanwers letzter Stützpunkt im Zeituniversum un­ter, und ein primärenergetischer Aktivierungsschwall schießt von hier ausgehend durch den Kosmos. So machen die Licht­mächte die Manipulation dreier intriganter Baumeister zunichte, die schon Jahrhunderttausende vor der Gegenwart daran arbei­teten, den KONFLIKT 14 entgleisen zu lassen.

Nun aber agieren die entarteten Baumeister in der Realzeit der Cranyaa … und sie denken nicht im Traum daran, Soffrols Spiel mitzuspielen, sondern haben ihre ganz eigenen monströsen Vor­stellungen davon, was mit Hun‘arc zu geschehen hat …

Episode 90: Im Jahr 563.923 vor Cranyaa

(15. September 1987, digitalisiert 2020)

Die nächste Blende ins Zeituniversum, diesmal zu Oki Stanwer hin. Er ist bekanntlich nach dem Transit mit der verkleinerten STELE DER EWIGKEIT durch den Zeittransmitter STÜTZPUNKT VIER über mehr als 25.000 Jahre in die Zukunft des Zeituniver­sums gelangt und dann ins Gebiet der „blauen Galaxien“ ver­schlagen worden, wo das GEHIRN der STELE den Geist aufgab und das Lichtschiff in ein Wrack verwandelte, das niemand wie­der reaktivieren kann (vgl. Bd. 84).

Dank der Schrottis, die er hier ausfindig machen konnte, ist Oki Stanwer nun nicht mehr ganz so hilflos, aber doch sehr in sei­nen Möglichkeiten begrenzt. Nachdem Doppelporter, UCHULON, der Zoomby Yoghrythekl und Oki Stanwer nun auf die stellaren Navigationsdaten der Schrottis zurückgreifen können, finden sie ihr Ziel relativ bald wieder – die Galaxis Srakkonar, wo das Volk der Zoombys vermutlich immer noch gegen den Dämon Craa­thava kämpft und sich der nächste Zeittransmitter befindet: Srakkonar Eins.

Die Galaxis ist über 20 Millionen Lichtjahre entfernt, und die Schrotti-Tender, auf denen Oki Stanwer fliegt, können nur Sprün­ge von 15.000 Lichtjahren ausführen. Was zuvor mit Hilfe der STELE in wenigen Tagen oder Wochen zu überbrücken gewesen wäre, diese gigantischen Abgründe aus Raum, stellen nun fast unüberbrückbare Hindernisse dar.

Auf dem fünften Zwischenhalt auf ihrem Weg, einem unbewohn­ten Planeten, den sie AUFENTHALT FÜNF nennen, konstruieren die Schrottis deshalb Oki Stanwers neues Raumschiff, das aus drei im Dreieck angeordneten Kugeln besteht und mit Verbin­dungsröhren zu einem Dreieck zusammengefügt wird. Mit die­ser Einheit, der SIEG DES LICHTS, wollen sie dann inkognito in Srakkonar agieren.

Während Oki Stanwer mit den 122 geborgenen Lichtrobotern experimentiert und fast eine Katastrophe auslöst, reißt die Ver­bindung zu Scout-Schiffen der Schrottis ab. Sie sind in eine bi­zarre Energieturbulenz geraten, die offenbar aus der Galaxis Srakkonar stammt und vor rund 25.000 Jahren ausgelöst wor­den sein muss.

Bald darauf erkennt Oki Stanwer, dass es sich um eine massive Ionisierungswoge der Matrix handelt, und als er sich in diese Energiewoge einklinkt, kommt es zu einer gespenstischen Be­gegnung mit einem unheimlichen Wesen, das behauptet, es sei „überall da, wo die Matrix auch ist“.

Es ist der PROPHET, der sich als neutraler Beobachter versteht und Oki von dem Untergang von ANTI-TOTAM in Kenntnis setzt. Nun ist der Feldherr der Cranyaa erst recht voller Zorn und ver­folgt sein Ziel, Craathava zu vernichten, mit wütender Verbis­senheit …

Mehr zu Oki Stanwers Abenteuern in der nächsten Folge der Close Up-Beiträge. Dann erfahrt ihr auch, was sich weiter in der Gegenwart in Hun‘arc abspielt, wo der WÄCHTER und TOTAM annähernd parallel wieder aktiv werden.

Es bleibt spannend, Freunde, ihr merkt es. Und zugleich wird die Luft für die Handlungspersonen immer dünner.

Mehr dazu in fünf Wochen. Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 277: Die Krieger von Assur

Posted Juli 15th, 2020 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

es ist immer ein Abenteuer, wenn im Nachlass von Schriftstel­lern Fragmente gefunden werden oder entsprechende Notizide­en für weitere Romane und Geschichten, die dann mangels Le­benszeit nicht mehr ausgeführt werden konnten. Ich denke, es muss nicht verblüffen, dass der Reiz, Fragmente von bekannten Autoren zu vollenden und sich so als Epigone ein kleines biss­chen von dem Glanz des ursprünglichen Verfassers anzueignen, allgemein sehr weit verbreitet ist.

Man könnte denken, dies sei ein Phänomen der Neuzeit, und man wäre imstande, da auf diverse Autoren zu verweisen, die das Zeitliche segneten und ihre hungrige Fangemeinde erschro­cken und darbend zurückließen. Nennen wir einfach ein paar Namen: Robert Ludlum, Stieg Larsson, Tom Clancy … und das sind nur die, die mir spontan einfallen. Alle diese Autoren sind über ihre Epigonen, die alte Fragmente der Verstorbenen aus­führen oder deren Ideen fortsetzen, immer noch in den Buch­handlungen, z. T. in den Bestsellerlisten vertreten.

Üblicherweise muss aber auch konstatiert werden, dass die sol­cherart entstandenen Geschichten eher Verwässerungen des originalen Stoffes darstellen. Dass das nicht zwingend so sein muss, beweisen etwa die Epigonen von Sir Arthur Conan Doyle, die sich seines Detektivs Sherlock Holmes mit viel Erfolg ange­nommen haben.

Auch Robert E. Howard, der 1936 früh durch eigene Hand ver­storbene Fantasy-Autor, hinterließ eine Vielzahl von Fragmen­ten. Es ist den Howard-Fans aus dem Dunstkreis des Ersten Deutschen Fantasy-Clubs (EDFC) zu danken, dass viele dieser Fragmente in deren Fanzine MAGIRA dem deutschen Publikum zugänglich gemacht wurden. Und natürlich hat Howard Epigo­nen, die sich bemüßigt fühlten, Geschichten von ihm zu Ende zu führen. Ramsey Campbell war einer davon, und der vorliegende Band enthält entsprechende fertig gestellte Collaborations.

War er erfolgreicher in meinen kritischen Leseraugen, als es vie­le Krimi-Epigonen der Jetztzeit sind? Schaut euch einfach mal an, wie ich das anno 2007 sah, als ich die folgende Rezension verfasste:

Die Krieger von Assur

(OT: The Children of Asshur and other Stories)

von Robert E. Howard & Ramsey Campbell

Terra Fantasy 93

Pabel-Verlag, Januar 1982

162 Seiten, Taschenbuch

Aus dem Englischen und Amerikanischen von Lore Strassl & Helmut Pesch

Robert E. Howard ist ein Heroe der klassischen Fantasy-Litera­tur, und niemand, der sich ernsthaft für die Genese der Fantasy in der Frühzeit des 20. Jahrhunderts interessiert, kommt an ihm vorbei. Manch einer pflegt zu sagen, wenn Howard (der 1936 durch Suizid aus dem Leben schied) länger gelebt hätte, wären große literarische Würfe von ihm zu erwarten gewesen. Das mag sein, aber dies ist nicht der Zeitpunkt oder Ort, darüber zu schwadronieren.

Howard arbeitete nicht ausschließlich in fiktiven Welten, wie der Kundige weiß. Er schrieb sowohl reine Fantasy wie die Conan– und King-Kull-Stories, doch zugleich verfasste er, inspiriert durch seine starken historischen Neigungen, auch Werke für sol­che exotischen Genres wie die des damals noch recht unbe­kannten historischen Romans, er begeisterte sich für Piratenge­schichten und dergleichen. Aus diesem Teil seines umfangrei­chen Oeuvres stammt das Material, von dem dieser Band zehrt.

Der 93. Band der seit langem eingestellten Terra Fantasy-Reihe (auf ihre Weise heute eine Legende wie Howard selbst, was schon ein wenig kurios anmutet) enthält vier Geschichten und ein Gedicht. Die erste Story – „Die Straße Azraels“ – stammt aus Howards Kreuzzugszeit, deren andere Geschichten in dem TF-Band 37 „Horde aus dem Morgenland“ viele Jahre zuvor publi­ziert worden waren. Die restlichen vier Werke spielen einige Jahrhunderte später und haben den puritanischen Streiter Solo­mon Kane als Protagonisten, der im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert unterwegs ist. Teilweise gibt es hier vage Über­schneidungen mit Howards karibischen Piratengeschichten.

In „Die Straße Azraels“, die etwa im Jahre 1109 christlicher Zeitrechnung spielt – die Datierung geht aus den genannten Zeiträumen der Geschichte selbst hervor – , hat als Protagonist den jungen muslimischen Tschagatai Kosru Malik, der während einer Flucht durch die Wüste unvermittelt mit jenem Frankenrit­ter zusammenstößt, der ihm einst bei der Erstürmung von Jeru­salem (1099) das Leben rettete. Nach dem Moralkodex jener Zeit ist er deshalb in seiner Schuld und schließt sich, wiewohl das schierer Selbstmord scheint, dem Franken Sir Eric Cogan an, der seine jungfräuliche Nichte Ettaire de Brose aus den Hän­den verräterischer Moslems retten möchte. Zwar gelingt dies, aber dafür finden sich die drei auf einmal zwischen den Fronten zweier machtlüsterner Potentaten und deren Heere wieder – und, schlimmer noch, einer der beiden, Muhammad Khan, ist wie verrückt nach dem blonden Mädchen und lässt bei der Ver­folgung jede Vernunft fahren …

„Die Burg des Teufels“ ist ein düsteres Gemäuer, in dessen Bann der puritanische, düstere Soldat Christi Solomon Kane ge­rät, als er gerade einen hilflosen Jungen vom Galgen geschnit­ten hat. Zusammen mit seinem zufälligen Weggenossen John Silent besucht er die unheildrohende Burg des Barons von Sta­ler, hinter deren Mauern sich ein wahrhaftig tödliches Geheim­nis verbirgt, das nur mit Blut gelöscht werden kann. Mit viel Blut …

„Die Stadt des Mondgottes“ entdeckt Solomon Kane irgend­wann gegen Ende des 16. Jahrhunderts – noch zu Regierungs­zeit der Königin Elizabeth I. – , als er mitten im afrikanischen Dschungel einen Seefahrergefährten entdeckt, der völlig zer­schlissen ausschaut und seltsam „einheimisch“ gewandet ist. Es handelt sich um Jeremy Hawk, und er wird von einer Horde Schwarzer verfolgt … und von anderen Männern, die weit eher semitisch wirken und in einer seltsamen Stadt im Urwald leben, die wie von einem fremden Stern herabgefallen zu sein scheint: eine Inselmetropole namens Basti.

Als Hawk mit Kanes Hilfe nach der Herrschaft dieser Stadt greift, geschehen unheimliche, grausame Dinge, und rasch wird dem Puritaner klar, dass er das Falscheste getan hat, was er nur tun konnte …

Mit den „Kriegern von Assur“ bekommt es Solomon Kane, ebenfalls noch in Afrika, zu tun, als er zu Gast in einem Dorf der Schwarzen ist, das fast komplett niedergemetzelt wird. Er findet sich verletzt unter lauter Leichen wieder und zudem völlig aus­geplündert. Also verfolgt er seine Angreifer und gelangt auf eine Hochebene über der Savanne, wo sich ein wahres Märchenreich ausbreitet – eine Hochkultur, die einstmals aus dem Zweistrom­land hierher flüchtete und nun ein unerbittliches Regiment über die Anrainer ausübt. Und hier wird Kane als Orakel in einem grausamen Machtkampf verwendet …

Zum Gedicht wird hier und jetzt nichts gesagt.

Die Ausflüge Robert Howards in die historische Fantasy, in der es durchaus von Zauberern und übernatürlichen Ereignissen wimmelt, lesen sich, wie das bei Howard oft so ist, flüssig, zügig und angenehm. Langeweile kommt hier nicht auf, denn man steckt übergangslos sofort in der actiongeladenen Handlung. Howard beweist zudem faszinierendes historisches Hintergrund­wissen, was den historisch geschulten Leser beifällig nicken lässt.

Man muss sich freilich auch mit ein paar freundlichen Ungenau­igkeiten anfreunden, es bleibt nichts anderes übrig. Das Titelbild zeigt etwa kämpfende Nordmänner im Schnee … die man im Buch definitiv vergebens sucht. Aber Titelbilder sind immer schon so eine Sache gewesen.

Etwas ärgerlicher ist es dann, Kosru Malik vom „Fluss Oxus“ re­den zu hören. Warum? Weil dies ein definitiv griechischer Name ist und der Fluss im Arabischen natürlich anders heißt. Warum sollte ein Moslem hier einen Fluss mit dem Namen nennen, den seine FEINDE ihm gegeben haben? Es ist evident, dass sich Ho­ward hier an amerikanische Historiker hielt, die ihrerseits die griechisch-byzantinische Bezeichnung des Flusses verwendeten und des Arabischen unkundig waren. Dies zu übernehmen, ist zumindest ungeschickt, fällt aber wohl den wenigsten Lesern je­mals auf.

In gewisser Weise vergnüglich ist es dann schon, im tiefen schwarzen Afrika bei einer Kultur, die niemals zuvor Kontakt mit Europa hatte, „Weizenfelder“ vorzufinden. Da hat der Autor mangels Wissen über afrikanische Landwirtschaft definitiv im­provisiert und sich Anleihen beim ländlichen Amerika geholt, ebenso, wie er die Stadt Basti an Tenochtitlan angelehnt hat, das ist deutlich zu erkennen.

Überhaupt sind die Anleihen an antike Kulturen recht ausge­prägt, doch ist dies einfach ein Zug der Zeit – Edgar Rice Bur­roughs tut es, Henry Rider Haggard tut es ihm gleich, ebenso das Autorenteam mit dem Sammelpseudonym „Kenneth Robe­son“, das die Abenteuer des Bronzemanns Doc Savage be­schreibt. Überall werden in unterentwickelten Weltregionen, die kein amerikanischer Leser so schnell erkunden würde, plötzlich archaische Kulturen entdeckt, die Züge des Zweistromlandes, des alten Israel, der Römer oder keltischer Staaten trugen. Man kann Howard allerdings attestieren, diese Anleihen geschickter als die meisten anderen Autoren gemacht zu haben.

Es bleibt ein zweiter Minuspunkt in dieser Publikation, der aus­gesprochen werden sollte: Alle Geschichten bis auf die zuerst genannte sind Fragmente gewesen, die der britische Schriftstel­ler Ramsey Campbell 1978 vollendet hat. Wiewohl er sich recht­schaffen bemüht hat, Howards Diktion einzufangen, kann man doch bei genauerem Hinsehen nicht bestreiten, dass die Enden der drei Geschichten relativ einfallslos und ziemlich struktur­gleich sind: mehr oder minder ein wildes Hauen und Stechen, aus dem der Protagonist mit mehr oder weniger starken Blessu­ren siegreich hervorgeht.

Meiner Vermutung nach hatte Howard andere Enden im Sinn und spürte instinktiv, dass diese – naheliegenden – Enden alles andere als befriedigend sein würden. Deshalb blieben die Ge­schichten Fragmente. Campbell hat also höchstwahrscheinlich die schlechtest mögliche Lösung realisiert. Ein wahrer Howard-Fan wäre mit den Fragmenten besser bedient gewesen, das ist ziemlich gewiss.

Abgesehen von diesen leichten Eintrübungen der Lektüre ist der Band dennoch dem Interessierten durchaus zu empfehlen, zu­mal dann, wenn man bei Howard auf den Geschmack gekom­men ist. Man bekommt das Buch allerdings nur noch antiqua­risch.

© 2007 by Uwe Lammers

Na, das klingt nicht so wirklich überzeugt, nicht wahr? Aber für einen echten Howard-Fan ist, denke ich, das Buch dennoch ein „Must-Have“, an dem er nicht vorbeikommt.

In der kommenden Woche stürzen wir uns erneut in ein mariti­mes Abenteuer von Clive Cussler, das diesmal eindeutige Sci­ence Fiction-Züge trägt.

Warum das? Nun, um das herauszufinden, solltet ihr in sieben Tagen wieder hierher schauen. Ich meine, das lohnt sich.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

die Sommerhitze beeinträchtigt traditionell meine kreative Leis­tung, das weiß ich schon seit sehr langer Zeit, und in meinen Schreibheften, in denen ich händisch das Auf und Ab meines Schreibdranges ausdrücke und archiviere, erkennt man das ver­mutlich recht klar. Würde man daraus eine Art kreativer „Fieber­kurve“ in Form einer Statistik machen, was ich nie getan habe, wäre das sicherlich noch sehr viel einprägsamer und offensicht­licher.

Im letzten Teil dieser Rubrik kam ich vor sieben Wochen bis zum Ende des Monats Juni 2018, und genau dort möchte ich heute auch wieder ansetzen. Ich sagte damals schon, dass die Hitze jenes Sommers, eines der heißesten der jüngeren deutschen Geschichte (was ich wesentlich auf die vom Menschen verur­sachte globale Klimaerwärmung zurückführe, auch wenn es hartnäckige, notorische Zweifler wie etwa den US-Präsidenten gibt), mich in meinem Schaffensdrang deutlich behinderte. Das setzte sich auch im Monat Juli 2018 fort.

Hatte ich im Monat zuvor noch 28 Werke fertig stellen können, so ging das nun auf 26 zurück, und davon entfielen allein 11 auf Rezensionen. Neun weitere stellten Blogartikel dar. Auch die Tat­sache, dass ich insgesamt 20 Beiträge einklammern musste, d. h. zwar begann oder weiter bearbeitete, aber nicht abschloss, ist ein klares Indiz dafür, dass meine Energie unter den äußeren Einflüssen litt.

Ich kümmerte mich um die weitere Abschrift des „CLOGGATH–KONFLIKTS“ (CK), digitalisierte und kommentierte Episoden aus den KONFLIKTEN 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ (BdC) und 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“, außerdem schrieb ich weiter an dem E-Book „BdC 1 – Im Feuerglanz der Grünen Galaxis“ und diversen Glossaren. Auch wurde die Ab­schrift der alten „Annalen“-Geschichte „Ullikummi“ in Angriff genommen.

Wirklich bemerkenswert ist allerdings in diesem Monat nur die Fertigstellung der OSM-Episode „Grünes Todeslicht“ (Band 39 des KONFLIKTS 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Regent“). Sie brachte mich in den dortigen Finalzyklus und ließ die Protagonisten um den Baumeister Naam und den Techno-Träumer Torkeron einen ersten Blick auf ihr Reiseziel werfen – den schwarzen Planeten TOTAM.

Während ich an dieser Episode arbeitete, die tatsächlich kosmo­logische Geschichte im OSM schreibt, entdeckte ich das, was ich dann im Blogartikel 294 das „kosmische Eidotter“ genannt habe. Eine äußerst passende Bezeichnung, die mich heutzutage immer noch fasziniert.

Ebenfalls gab es Versuche, am KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) weiterzuarbeiten, um die seit Jahren anhaltende Schreibblockade in den 40er-Bänden der Serie zu überwinden. Leider noch nicht von Erfolg gekrönt.

Im August 2018 ließ meine Schreibfähigkeit weiter nach, sie litt nach wie vor unter der drückenden Hitze. Nun wurden lediglich 19 Werke fertig, davon 7 Blogartikel und 7 Rezensionen. Wenn ihr anmerken wollt, dass da ja nicht mehr viel Spielraum zur Endsumme bleibt, kann ich da nur beipflichten.

Ergänzen sollte ich noch, dass ich an 15 Werken weiterschrieb, sie aber nicht zum Abschluss brachte. Darunter befand sich wie­der „DER CLOGGATH-KONFLIKT“, weiterhin die TI-Serie und zahlreiche Glossare verschiedener OSM-Serien. Gerade in Hin­sicht auf den CK sollte ich ergänzend anmerken, dass ich es hier für nützlich befand, die Episoden 51 und 52 der Serie „Oki Stan­wer Horror“ (OSH), auf der der CK fußt, vorzeitig zu digitalisie­ren.

Warum tat ich das? Weil die Handlung des CK genau bis zu die­sem Punkt der Serie gediehen war und ich es sinnvoll fand, ein Digitalisat der entsprechenden Episoden da zu haben … nun, wer irgendwann mal die Gelegenheit bekommt, beides mitein­ander zu vergleichen, wird entdecken, dass das entsprechende CK-Kapitel (Kapitel 37) mit den Episodeninhalten quasi keine Deckung mehr besitzt. Das kann natürlich nicht verblüffen.

Warum nicht?

Nun, weil die OSH-Serie sich stilistisch und strukturell zu diesem Zeitpunkt im Jahr 1985 bewegte und der CK stilistisch zumin­dest im Jahre 2010. Und das macht natürlich eine Menge aus.

Ein klein wenig kam ich im Bereich des Archipels und des Erotic Empire in diesem Monat auch noch vom Fleck, aber es ist nicht wirklich erwähnenswert. Sonderlich produktiv würde ich diesen Monat deshalb nicht nennen.

Leider ist zu konstatieren, dass der September, obgleich es jetzt allmählich etwas kühler wurde, keine signifikante Besserung brachte. Das Gesamtfazit beläuft sich hier nur auf 10 beendete Werke, mit weitem Abstand der bisherige Jahrestiefstand. Da von diesen Werken auch noch 2 Blogartikel waren und weitere sechs auf Rezensionen entfielen und natürlich dazu noch die ob­ligatorische BWA-Redaktion zu nennen ist, kam ich wirklich buchstäblich auf gar keinen grünen Zweig.

Ich begann allerdings, drei E-Books zu konzipieren, weil mir end­lich klar geworden war, dass der ursprüngliche Denkansatz, beim KONFLIKT 13 „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ wie anfangs gedacht vorzugehen, sich nicht würde realisieren lassen. Der Roman „DER CLOGGATH-KONFLIKT 1: Vorbeben“ ging ein­fach zu schnell aus dem Teig. Ihr wisst ja, das ist mit über 500 Textseiten mein umfangreichstes bislang publiziertes E-Book ge­worden.

Das zweite E-Book, was ich deshalb daraufhin konzipierte, war „DER CLOGGATH-KONFLIKT 2: Monstererwachen“, gleich gefolgt von „DER CLOGGATH-KONFLIKT 3: Knochensaat“, in dem ich die ersten Episoden des KONFLIKTS 13 (OSH) ausar­beiten werde.

Zurzeit bin ich – seit Januar 2020 – dabei, diese Episoden zu di­gitalisieren, und ich raufe mir wirklich ständig die Haare, weil sie zum Teil so schreiend unlogisch sind wie manche klassischen Star Trek-Folgen mit Kirk und Spock.

Nein, da brauchen mich die Trekkies jetzt nicht mordlüstern an­zuschauen, ihr müsst einfach mal euren gesunden Menschen­verstand und die Logik einschalten. Vieles dort ist nur mit sehr, sehr naivem Gemüt zu akzeptieren oder zu „glauben“. Ist ein bisschen wie mit den Büchern der Bibel, die man auch nicht buchstabengetreu für bare Münze nehmen kann (allein der Sint­flutmythos ist abstrus. Woher sollte wohl all das Wasser kom­men, das die Erde bis zur Spitze des Mount Everest über­schwemmt, und dies wochenlang? Das KANN man einfach nicht wörtlich verstehen! Es ist physikalisch unmöglich).

Also, so ähnlich abstrus sind die frühen Episoden des OSM-KON­FLIKTS 13. Da eine Logik hineinzubekommen, wird verdammt harte Arbeit für mich sein, weil ich mich hier von einem Grund­strukturprinzip des frühen OSM lösen muss: von „Magie“. Magie und OSM-Physik schließen sich strukturell aus, ergo muss ich al­les auf die OSM-Physik zurückführen und all das, was damit nicht kompatibel ist, liquidieren. Das wird eine Menge sein.

Gottlob, muss ich sagen, wurde es im Oktober dann wieder er­heblich kühler, und meine Arbeitsfähigkeit kehrte zurück. Das werdet ihr im nächsten Teil dieser Reihe auch merken.

Soviel für heute zum Jahr 2018. In der nächsten Woche kehren wir in KONFLIKT 14 zurück.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

wie die meisten von euch selbstverständlich wissen, bin ich von Haus aus Histo­riker und lese neben zahlreichen belletristischen Werken, die ich favorisiert im Rezensions-Blog vorstelle, natürlich auch historische Sachbücher. Und mitunter fallen mir da welche in die Hände, die auf bemerkenswerte Weise den eigenen Horizont weiten.

Das vorliegende Buch möchte ich ausdrücklich zu diesen Werken zählen. Erik Durschmied, 1930 in Österreich geboren, aber zwischen 1952 und 1999 in den USA lebend und lehrend, hat sich darin mit Wendepunkten der Weltgeschichte beschäftigt, primär aus nahe liegenden Gründen mit militärischen … mit etwas, das man üblicherweise nicht als wesentlichen Faktor der Weltgeschichte be­trachtet, nämlich etwas, was er als „Hinge-Faktor“ bezeichnete, eine Art Schar­nierfunktion als Wendepunkte des Glücks. Und wie er äußerst lebhaft und beein­druckend zu schildern weiß, können die bisweilen äußerst kuriose Formen an­nehmen.

Welche? Schaut einfach weiter und lasst euch überraschen – ich war es an vielen Stellen dieser bemerkenswerten Lektüre jedenfalls:

Wie Zufall und Dummheit Weltgeschichte schreiben

Der Hinge-Faktor

Von Erik Durschmied

(Sonderausgabe, OT: Hinge Factor)

Komet, o. O., 1998

Aus dem Amerikanischen von Gertraud Broucek und Sabine Bröhl

292 Seiten, geb.

ISBN 3-933366-07-0

Der so genannte „Hinge-Faktor“ ist ein Begriff aus dem Militär-Jargon und war mir vor der Lektüre dieses Buches so auch nicht bekannt. Er bezeichnet einen la­bilen Punkt innerhalb einer militärischen Auseinandersetzung, eine Belastungs­schwelle sozusagen, von der ab das Schlachtenglück umkippen kann und an­fangs positive Schlachtverläufe ins Gegenteil zu verkehren imstande ist. Oftmals hängt nämlich der siegreiche Verlauf von Gefechten durchaus nicht von Mann­stärke oder überlegener Waffenkraft ab. Der Hinge-Faktor hat viel mit Psycholo­gie, mit persönlichen Animositäten, mit Irrationalität, geradezu lebensmüdem Wagemut, mangelnder Voraussicht oder eben auch Wetterkapriolen zu tun. Die Schlacht gewinnt nicht derjenige, der besser dafür gerüstet ist, sondern eher die Seite, die weniger Fehler macht.

Das ist für Militärtaktiker natürlich einigermaßen ernüchternd. Schon der Militärhistoriker John Keegan konstatierte zutreffend, dass mit zunehmender Komplexität der Kämpfe die Übersicht über den Kampfverlauf quasi in dem Moment für die befehlshabenden Offiziere verloren geht, in dem der erste Schuss abgefeuert wird.1 Man kann sich das bei Waterloo oder beispielsweise solchen ausgedehnten Schlachten wie bei Tannenberg im Ersten Weltkrieg gut vorstellen. Aber besonders haarsträubend wird es dann in der modernsten Zeit, wenn die eigentlichen Männer am Drücker Tausende von Kilometern entfernt sitzen und ihre Drohnen, Lenkwaffen und Kampfgeschwader ins Zielgebiet des Konflikts dirigieren.

Der Hinge-Faktor gewinnt also mehr und mehr an Bedeutung, und es ist nicht abzusehen, dass sich das ändert.

Erik Durschmied lotst den Leser in diesem Buch durch gut drei Jahrtausende Konfliktgeschichte. Je nach Faktenlage fallen die Kapitel mal kürzer, mal länger aus. Notwendig sind die frühen darum eher knapp gehalten, etwa „1184 v. Chr., Troja – Ein hölzernes Pferd“ oder auch „25. Oktober 1415, Azincourt“. Gene­rell ist die Struktur der einzelnen Kapitel dergestalt, dass zunächst eine Schilde­rung des Verlaufs gebracht wird, sodann eine kurze Quintessenz, worin der Hin­ge-Faktor des jeweiligen Vorfalles bestand, ergänzt um kontrafaktische Spekula­tionen (was für Phantasten natürlich interessant ist und für Schriftsteller, die nach Ideen suchen, eine schöne Quelle der Inspiration darstellt), um dann noch kurz die Konsequenzen für die Weltgeschichte zu resümieren.

Wir reisen auf diese Weise durch die Jahrhunderte und über die Kontinente. Von Kleinasien des 2. vorchristlichen Jahrtausends zu den Kreuzzügen (1187), von Azincourt in Frankreich zu einem Ort namens Karansebes (1788).2 Wir schreiten über das blutgetränkte Feld von Waterloo, wo eine Handvoll Nägel das Kriegs­glück entscheidet, besuchen Balaklawa (1854), mischen uns in den amerikani­schen Bürgerkrieg bei Antietam (1862) und erfahren hier von den drei Zigarren, die zentral waren (ich stutzte anfangs genauso wie ihr jetzt, vertraut mir!). Von Königgrätz (1866), dem legendären Feldzug zwischen Österreich und Preußen, der die deutsche Reichsgründung vorbereiten half, hatte ich natürlich schon in den Geschichtsbüchern gehört … aber nicht so, wie es hier geschrieben stand.

Auch vom 28. August 1914 und der so genannten Schlacht bei Tannenberg hatte ich schon viel gelesen, naturgemäß, als Historiker, der viel über den Ersten Welt­krieg weiß. Doch auch hier wusste Durschmied Unbekanntes geschickt zu refe­rieren. Vor allen Dingen hätte ich mir nie träumen lassen, dass „ein Schlag ins Gesicht“, und noch dazu Tausende von Kilometern von Ostpreußen entfernt, letztlich solche desaströsen Auswirkungen auf die russische Militärtaktik vor Ort haben könnte.

Inwiefern am 5. November 1914 in Tanga in Afrika „der Stich einer Biene“ schlachtentscheidend war, muss man auch wirklich nachlesen, es ist nachgerade grotesk und blamabel für die britischen Interventionstruppen und die Dummheit des Kommandanten.

Weiter geht die chronologische Reise über Frankreich 1940, dann hinauf auf den kalten Atlantik im Mai 1941 auf der Jagd nach dem monströsen Schlachtschiff BISMARCK (auch diese Geschichte hatte ich schon öfters gelesen, doch auch hier vermochte Durschmied zu überraschen). Ein letztes Kapitel beschäftigt sich dann mit der Spionagegeschichte des Zweiten Weltkriegs und oszilliert zwischen Moskau, Berlin und Tokio.

Ab dem nächsten Kapitel, „31. Januar 1968, Vietnam – Der Tod eines Mannes“ referiert Durschmied dann teilweise aus seinem eigenen Leben, denn er war in Vietnam persönlich dabei. Und das Foto, um das es hier zentral geht, ist selbst mir in erschütternder Erinnerung, wiewohl ich zu dem Zeitpunkt gerade mal knapp anderthalb Jahre alt war.

Ein wenig aus der Rolle fällt der 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer (wo m. E. ein Zitat falsch rückübersetzt worden ist), eben weil es dort ja gerade nicht um einen Schlachtverlauf ging. Das ist hingegen beim „17. Januar 1991 – Der Nullfaktor“ der Fall, der mich frösteln ließ. Besonders der letzte Ab­satz ist es hier wert, bedrückt zitiert zu werden: „Der Hinge-Faktor im Golf­krieg lag in der absoluten technologischen Überlegenheit während der ersten Stunden des Angriffs. Alles, was danach geschah, war kein Krieg mehr, es war nur noch Vernichtung.“

Diese erschütternde Feststellung bestärkt mich leider in meinen über viele Jahre gehegten Annahmen. Auch, dass Norman Schwartzkopf, der Befehlshaber der Streitkräfte, sich anschließend um seinen Sieg betrogen fühlte und in den Ruhe­stand ging, passt sehr dazu, dass am Ende des Golfkriegs die Politiker den Pri­mat der Handlung übernahmen und eben den Feldzug nicht mit der Einnahme von Bagdad und dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein vollendeten. Dies war – politisch – gar nicht der Zweck des Feldzuges gewesen. Stattdessen sollte Saddams Militärmaschinerie zerschlagen werden (was, wie Durschmied nach­drücklich schildert, schnell und glänzend realisiert wurde – mit vermutlich rund 200.000 irakischen Opfern, von den Zivilisten mal ganz zu schweigen). Der Po­tentat selbst blieb an der Macht, und wir wissen ja, dass es erst eines zweiten, durchweg irrationalen Feldzuges eines pathologischen US-Präsidenten Bush jr. bedurfte, um ihn zu entmachten und vor Gericht zu bringen. Frieden hat diese Aktion der Region aber nicht gebracht.

Es ist also ein wenig bedauerlich, dass Durschmieds Buch so alt ist und speziell die Konflikte des frühen 21. Jahrhunderts hierin notwendig nicht enthalten sein können. Ich bin der Überzeugung, der Verfasser wäre heutzutage mehr denn je der Ansicht, dass der „Hinge-Faktor“ an Bedeutung eher noch gewonnen hat. Ich bin zumindest dieser Auffassung, weil moderne Militärstrategen leider auf beklagenswerte Weise dazu neigen, sich auf Hightech-Waffen zu verlassen und dabei den Individualfaktor am Boden sträflich vernachlässigen.

Solche Kontexte wie Familienehre, das Rächen gefallener Geschwister oder El­tern, irrationale Dinge wie das Verletzen von religiösen Geboten oder heiligen Stätten, auch das wären zweifellos Hinge-Faktoren der Gegenwart, die heutzuta­ge stärkere Relevanz haben als in Durschmieds Buch.

Alles in allem aber ist dieses Werk ein Sachbuch, das solide mit Fußnoten kom­mentiert worden ist (manchmal mit überflüssigen, sehr häufig aber mit äußerst nützlichen, die informatorischen Mehrwert bereitstellen), das handlungsdicht ge­schrieben ist und vielfach ungewöhnliche Blickwinkel auf bekannte historische Konfliktherde bietet. Bedauernswert fand ich, dass sich kein Literaturverzeich­nis entdecken lässt – aber dies ist eine preiswerte Nachdruckausgabe, da ist das von vornherein zu erwarten. Sehr erwähnenswert sind auch noch die angefügten Kartenmaterialien im Anhang, die besonders bei den komplexen Schlachtverläu­fen dem Leser helfen, den Überblick zu behalten.

Ich habe selbst als Historiker das Buch mit Gewinn gelesen und kann es als Lek­türe, Informationsquelle und Inspiration für kreative Geister guten Gewissens weiterempfehlen.

© 2016 by Uwe Lammers

Wie ihr sehen könnt – ein Buch, das mich vor rund vier Jahren schwer beeindruckt hat. Inzwischen schätzungsweise längst vergriffen und nur noch antiquarisch zu bekommen. Aber die Suche danach lohnt sich.

Das gilt auch für das Buch, das ich euch kommende Woche vorstellen möchte und das noch ein paar mehr Jahre auf dem Buckel hat. Lasst euch mal überraschen, worum es sich handelt.

Bis dahin, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

1 Vgl. hierzu John Keegan: „Das Antlitz des Krieges“, Frankfurt am Main 1991.

2 Wer diesen Ort nicht kennt und sich fragt, wieso hier „ein Fass Schnaps“ den Ausschlag über das Schlachten­glück gab, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Liebe Freunde des OSM,

der Tod ist niemals etwas, was man im Leben leicht wegstecken kann – und der Tod der Eltern gehört mit weitem Abstand zu je­nen Geschehnissen, die uns am meisten in der Folgezeit prä­gen. Das gilt natürlich auch dann, wenn sie uns sehr lange be­gleiten. Im Falle meines Vaters waren es fast 80 Jahre, die er existieren durfte, meine Mutter immerhin rund 75 Jahre. Und ich fasse es als Privileg auf, dass ich mich in den letzten Monaten ihres Daseins verstärkt mit ihr treffen konnte.

Kreativ wirkte sich ihr Ableben im Mai 2015 dann jedoch sehr stark auf mich aus. Zwar mag ein Blick in meine handschriftlich geführten Kreativhefte, in denen ich akkurat seit 1985 festhalte, was ich in welchen Monaten geschrieben habe, scheinbar das Gegenteil beweisen, wenn man – wie wir es heute tun – den Mo­nat Juni 2015 anschauen, wo ich immerhin 39 fertige Werke ver­zeichnet habe. Aber der erste Eindruck trügt durchaus.

Nicht weniger als 15 dieser Beiträge entfallen auf Blogartikel, und ihr wisst, dass sie nicht unbedingt durch sonderliche Länge oder Innovativität auffallen, namentlich nicht die Rezensions-Blogartikel. Ich betrachte Blogartikel generell als eine Möglich­keit, kreative Formulierungs-Fingerübungen zu vollführen, aber wenn ich WIRKLICH kreativ sein will, ziehe ich es vor, neue Ge­schichten, neue Rezensionen oder dergleichen zu verfassen.

Gut, im Monat Juni 2015 gelang es mir auch, das nächste E-Book fertigzustellen. Doch „Reinkarnation und andere phantastische Geschichten“ stellte eine Storysammlung dar, und der innovative Mehrwert darin ist eher begrenzt zu nennen und bestätigt eher das, was ich eingangs sagte. Das gilt auch für meine Aufbereitung der OSM-Story „Der Platz der Steine“ in vier Teilen, die bald darauf in verschiedenen Fanzines ihren Platz finden sollte (so in BWA, EXTERRA und den ANDROMEDA-NACHRICHTEN).

Wenn wir uns auf den Fokus der „Annalen“ einschränken, ist der Monat Juni deutlich weniger ergiebig als auf den ersten Blick. Ich arbeitete etwas weiter an der Story „Besuch in der Hei­mat“, ebenso an „Ungleiche Freunde“. Ansonsten arbeitete ich wesentlich an einigen Archipelwerken weiter, schrieb Episo­den ab und kommentierte sie… und ein wenig versuchte ich auch, an den E-Books „Auf Götterpfaden“ und „Hinter der Raumzeitwand“ vorwärts zu kommen. Es gelang eher mäßig.

Mit nur 24 Werken wurde der Folgemonat Juli noch ein wenig schwächer, darunter wieder 12 Blogartikel, aber immerhin dann auch das E-Book „Auf Götterpfaden“. Es begannen die Arbei­ten an „Annalen 5: Jaleenas zweites Leben“, und neben dem Weiterfeilen an den beiden Annalen-Geschichten aus dem Vormonat kümmerte ich mich auch ein wenig um „Beas Freund“, um die Vorarbeiten an den E-Books „Welt der Wun­der“ und „Als Tiyaani noch ein Kind war…“.

Außerdem fand ich es sinnvoll, weiter an „Kämpfer gegen den Tod“ zu arbeiten und entwarf mit „BURTSONS Feuerpro­be“ den Ansatz eines Hintergrundartikels für KONFLIKT 9 „Oki Stanwer – Der Kaiser der Okis“ (DKdO). Gegen Ende des Monats wagte ich mich sogar wieder in die Digitalisierung des CLOG­GATH-KONFLIKTS, kam aber erwartungsgemäß nicht sehr weit, weil der Monat einfach endlich war.

Fazit: Auch eher enttäuschend.

Mit 21 abgeschlossenen Werken verlief die Arbeit im Monat Au­gust 2015 nicht signifikant besser. Sechzehn Blogartikel, aber – erfreulicherweise – auch das E-Book „Hinter der Raumzeit­wand“ sind hier zuvorderst zu nennen.

Reichlich Glossararbeit wäre sowohl für Juli als auch für August zu nennen, aber das tue ich nur am Rande. Stattdessen sei her­vorgehoben, dass ich weiter am „CLOGGATH-KONFLIKT“ schrieb und dabei außerdem an meinem Plan arbeitete, das E-Book „DER CLOGGATH-KONFLIKT 1: Vorbeben“ zu realisie­ren, woraus dann erst Ende 2018 etwas geworden ist. Einiges an Zeit wurde auch in die Fortsetzung der Digitalisierung des KONFLIKTS 1, des Romans „Der Zathuray–Konflikt“, inves­tiert. Notwendig kam auch dieses Projekt im Monat August nicht sonderlich von der Stelle, aber das konnte mich nicht wirklich überraschen.

Wenden wir uns zum Schluss in diesem Beitrag noch flink dem Monat September 2015 zu. Mit 29 beendeten Werken sieht es so aus, als sei das Tief in diesem Jahr endgültig überwunden. Das sollte allerdings ein Trugschluss bleiben.

Auch in diesem Monat fällt die Dichte an neu geschriebenen Blogartikeln deutlich auf: 14 entstanden dieses Mal. Hinzu kam allerdings erfreulicherweise das nächste E-Book „Welt der Wunder“, womit der Zhoncor-Zyklus in KONFLIKT 2 „Oki Stan­wer und das Terrorimperium“ (TI) seinem Höhepunkt entgegen­strebte, vollendet werden.

Da ich inzwischen wieder an der TU Braunschweig mit einer ge­ringen Stundenzahl angefangen hatte zu arbeiten, wurde ich ein wenig von meiner Schreiberei abgelenkt, was mir vermutlich gut tat. Um das ein wenig zu kompensieren und die nächsten Monate kreativ vorzubereiten, kümmerte ich mich darum, Kon­densationskerne für die nächsten E-Books zu entwickeln. Darun­ter waren „Das Sternenreich des Windes“, „Gelüftete Schleier“, „Audienz bei Quin“ und „Baumeister-Pläne“. Ihr wisst, wenn ihr der TI-Serie gefolgt seid, dass alle diese Ge­schichten inzwischen längst veröffentlicht sind.

Gab es sonst noch Lichtblicke in diesem Monat? Bezogen auf die „Annalen“ leider nicht. Irgendwie kam ich mir immer noch orientierungslos vor, und das hatte nicht zuletzt damit zu tun, dass sich die Schlussakkorde der notariellen Nachbeben des Ab­lebens unserer Eltern noch nicht gelegt hatten. Das sollte dann erst anno 2016 geschehen.

Doch in diesem Jahr änderte sich für mich sowieso beruflich ei­niges auf längere Sicht, und das würde dann massive Auswir­kungen auf meinen kreativen Schreibprozess haben. Das war in diesen Wochen und Monaten nicht wirklich abzusehen. Meine Beschäftigung für die Universität betrug 15 Monatsstunden, was mir ein kleines Salär jenseits des ALG II eintrug, von dem ich mein Leben zurzeit finanzierte. Well, angenehmes Leben sah echt anders aus. Aber wer mich gut kennt, weiß, dass ich ein recht anspruchsloser Mensch bin, der mit wenig auskommt. Und ebenso, dass ich eine solche Situation seit meinem Studienab­schluss im Sommer des Jahres 2002 schon öfter durchlebt hat­te.

Ich machte mir keine Vorstellungen von der nahen Zukunft. Aber ihr werdet davon hören, in den nächsten Abschnitten die­ser Artikelreihe. Demnächst.

Bis nächste Woche, Freunde, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.