Liebe Freunde des OSM,

es ist echt toll, wenn das Glück hold ist – und das würde ich zurzeit absolut von mir und meinem Umfeld behaupten wollen. Dafür gab es in den letzten Tagen gleich mehrerlei Anlässe. Zunächst schien das Gegenteil der Fall zu sein: am 28. April verlor ich meine Geldbörse im Zug und hatte daraufhin einige Schwierig­keiten, wieder heimzukehren.

Am Tag darauf meldete sich überraschend mein universitärer Arbeitskollege: ob ich meinen Geldbeutel vermissen würde. Es habe eine Frau von der Uni angeru­fen, die ihn gefunden habe… ich dachte, ich träume. Tat ich nicht. Binnen weni­ger Stunden war mein Geldbeutel wieder vollständig heimgekehrt, und ich hat­te der Finderin dankbar meine Print-Storysammlung „Lustvoller Schrecken“ ge­schenkt, in jedem Fall ein persönlicheres Präsent als ein schnöder finanzieller Finderlohn.

Am 30. April spielte die Technik hervorragend mit bei meinem zweiten Archiv­besuch im Hauptstaatsarchiv Hannover. Und am Abend desselben Tages lernte ich auf dem Event „Digitaler Dienstag“ der KreativRegion e.V. einen Software­entwickler und Jungunternehmer aus dem Raum Salzgitter kennen, und wäh­rend des Gesprächs entdeckten wir unglaublich viele gemeinsame Interessen, insbesondere in Hinblick auf phantastische Filme… was dazu führte, dass wir uns bis Mitternacht verquatschten.

Klasse.

Und als ich dann heute früh „kreativen Kassensturz“ für den Monat April mach­te, entdeckte ich fasziniert, dass nicht weniger als 50 eigenständige kreative Werke in diesem Monat abgeschlossen werden konnten. Wenn das kein Grund zur Freude ist!

Heißt das jetzt, ich habe 50 neue OSM-Werke geschrieben? Oje, nein, da erwar­tet ihr jetzt zuviel von mir, Freunde! Ganz so hypertroph war der Monat dann doch nicht. Aber es ist eine Menge an schönen Dingen entstanden, die in den Bereich des OSM hineinrechnen. Vieles entfiel – wie üblich – auf die Blogartikel (17 Werke). Eine Menge investierte ich auch in die Digitalisierung der alten Fantasy-Serie „Horrorwelt“ (18 Werke) sowie in Rezensionen. Und folgendes blieb dann an interessanten Projekten übrig:

Blogartikel 330: Work in Progress, Part 76

(OSM-Wiki)

(E-Book BdC 2: Gestrandet in Bytharg)

12Neu 58: Blick auf das Paradies

12Neu 59: Der Plan des Wahnsinnigen

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

14Neu 65: DAS TOR NACH KAWEKOR

(14Neu 67: Sturm der Untoten)

(14Neu 68: Die Graue Eminenz)

(14Neu 69: Mordanschlag auf den WÄCHTER)

(14Neu 70: Verfolgungsjagd zur schwarzen Welt)

(Die Kondenswesen – OSM-Story)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

Blogartikel 331: Close-Up – Der OSM im Detail (7)

Blogartikel 335: Close-Up – Der OSM im Detail (8)

12Neu 60: Die Weltenkette

HdH 4: Schmelztiegel Shallakhon

Anmerkung: Das ist OSM-Band 1900, und nach diesem Band hatte ich den Kopf wieder frei für eine Vielzahl alter und neuer Projekte, die ich nun mit zunehmen­der Energie verfolgen konnte und kann. Ich denke, da erwartet euch in der nä­heren Zukunft noch so manche kleine Überraschung, die ich in meinen Work in Progress-Blogartikeln über den Rest des Jahres 2019 verstreuen werde…

12Neu 57: Meilenstein im All

(Roxanne – Archipel-Story)

Anmerkung: Das war wirklich nur eine sehr kleine und kurze Stippvisite, die nur 4 weitere Textseiten erbrachte. Aktuell, stellte ich danach fest, bin ich definitiv nicht in Archipel-Schreibstimmung.

(12Neu 61: Stern der vielen Gesichter)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“)

Anmerkung: Die Ausarbeitung von OSM 1900, die ja zugleich Band 4 dieser lan­ge ruhenden Serie war, zeigte mir, dass sowohl das Lexikon dieser Serie wie auch das Glossar auf dem Stand des Jahres 2012 versteinert waren. Das konnte so natürlich nun nicht mehr bleiben und erforderte deutliche Veränderungen. Und davon löste Band 4 HdH wirklich jede Menge aus.

Blogartikel 336: Logbuch des Autors 29 – Jenseits von OSM 1900

(Lexikon der Serie „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“)

Anmerkung: Wie eben schon gesagt war auch diese Reaktivierung und Aktuali­sierung durch HdH 4 ausgelöst worden und lange überfällig.

14Neu 66: Die Hassflotte

(Bewusstwerdung – OSM-Story)

Anmerkung: Irgendwie lag es auf der Hand, dass wenn ich an der HdH-Serie ge­danklich arbeitete und sogar schon neue Titel für die Titelvorschau generierte, es fast unvermeidlich war, eine neue Szenenblende einzuarbeiten. So entstand der erste Abschnitt von HdH 8, einer ganz neuen Episode, die den Handlungs­strom von HdH 4 unmittelbar fortsetzt.

Was ich eher nicht so ahnte, war eben die jähe Entstehung von neuen Titeln. Denn wie die Arbeit an der Serie hatte auch die Planung derselben nach 2012 stagniert. Bislang kannte ich nur die Titel bis Band 9… nun entstanden an einem Nachmittag die Titel bis inklusive Band 15! Ihr seht hier also einen unglaubli­chen inneren Druck, der sich in einer Fortschreibung der Storyline des KON­FLIKTS 7 äußerte. Tolle Sache!

Ach ja, und diese Story… die spielt ebenfalls in Hyoronghilaar, weswegen es ir­gendwie sehr nahe lag, daran weiter zu feilen. Hier ist das so ähnlich wie bei der Hushhin-Story in KONFLIKT 2 „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI)… auch diese Geschichte liegt, durchaus analog zu „Heiligtum der Shonta“ in der TI-Serie quasi „neben“ der Haupthandlung und fließt dann nach Fertigstellung in den Zyklus der Episoden 5-7 der HdH-Serie. Weswegen ich diese Story favorisiert fertigstellen muss, ehe ich an der Serie selbst weiter feile.

(HdH 8: Fremde im Hellen Dom)

Blogartikel 327: Legendäre Schauplätze 13 – Milchstraße

Blogartikel 328: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 62

(12Neu 62: Der Schattenstrudel)

Anmerkung: Was ein „Schattenstrudel“ sein mag? Oh nein, Freunde, das möch­te ich an dieser Stelle noch nicht vorwegnehmen, auch nicht natürlich, wer die Protagonisten dieser Episode sein werden. Ich verrate nur soviel: es sind Tasva­ner. Aber welche und unter welchen höchst abenteuerlichen Umständen sie an diesen Punkt der Serienhandlung gelangen, das würdet ihr mir kaum glauben, selbst wenn ich es euch hier schon verriete. Doch glaubt mir: es ist sehr lesens­wert.

OSM-Time # 1 – Fanzine

Anmerkung: Ich bin nach wie vor Teil der APA FAN und steuere so – in den letz­ten Jahren, zugegeben, etwas erratisch und stockend – Beiträge zu den viertel­jährlich erscheinenden FAN-Ausgaben bei, die im Grunde genommen Sammel­becken von Individual-Egozines darstellen. Das letzte Mal schrieb ich hier etwas zu meinem E-Book „DER CLOGGATH-KONFLIKT 1: Vorbeben“. Diesmal dachte ich darüber nach, etwas zum E-Book „BdC 1: Im Feuerglanz der Grünen Gala­xis“ zu verfassen, aber dafür hat’s nimmer gereicht.

Ich begnügte mich also damit, ein kleines neues Mikro-Zine aus dem Boden zu stampfen und lieber etwas zu OSM 1900 „Schmelztiegel Shallakhon“ zu ma­chen. Das habe ich noch gerade eben bis zum Einsendeschluss hinbekommen. Puh, Glück gehabt…

(TI 48: Das graue Ei)

(TI 55: Die Anthrazitlegion)

(TI 57: Depot der Baumeister)

(TI 58: Das ZYNEEGHAR-EXIL)

Anmerkung: Hieran sieht man übrigens deutlich, dass ich zunehmend Zeit in länger suspendierte Projekte investiere, nachdem ich OSM 1900 (s. o.) abge­schlossen habe. Es ist sehr zu erwarten, dass ich in diesem Jahr noch die eine oder andere aktuelle TI-Episode neben den TI-E-Books, die ich geplant habe (vgl. dazu meinen Maiblog 2019 vom 1. Mai), schreiben kann. Drückt mir mal die Daumen, dass sich mein Aufmerksamkeitsfokus nicht wieder verschiebt.

Blogartikel 337: Legendäre Schauplätze 14 – NISCHE

(12Neu 63: TOTAMS EXIL)

(Aktion TOTAMS Ende – OSM-Roman (Überarbeitung))

Anmerkung: Das war eine durchaus witzige Sache. Eigentlich wollte ich nur hier noch mal eine Szene nachlesen… und blieb prompt mehr als eine Stunde an die­sem schon mehr als 160 Seiten langen Text hängen, ehe ich mich losreißen konnte. Da ich ein paar offenkundige Schreibfehler korrigierte, gilt auch dieses Werk als leicht nachbearbeitet, weswegen es oben auftaucht.

Ansonsten entfallen alle weiteren Positionen der 50 fertigen kreativen Werke auf andere Felder und Welten als den OSM und den Archipel. Ich bin aber zu­versichtlich, dass sich das bald besser fokussieren lässt. Ob mir das gelingt, er­fahrt ihr aller Voraussicht nach in meinem nächsten Artikel dieser Reihe, der dann dem Monat Mai 2019 gewidmet sein wird.

In der nächsten Woche kehren wir ins Universum 14 des OSM zurück und in die Welt der Cranyaa. Bleibt gespannt, Freunde!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 226: Kein Fall für Mr. Holmes

Posted Juli 24th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

wie jüngst berichtet – heute haben wir den eher ungewöhnlichen Fall eines Sherlock Holmes-Romans ohne Sherlock Holmes vor uns. Ich war selbst etwas verdutzt, als ich auf dieses unscheinbar aussehende Buch stieß. Und dann faszi­niert, denn wir erfahren hier einiges mehr zu einer Randperson des Holmes-Kosmos, nämlich zu seiner Vermieterin, der guten Mrs. Hudson.

Außerdem, und das ist dann für eingefleischte Holmsianer, die mit dem Überna­türlichen vielleicht so ihre Schwierigkeiten haben, finden wir hier eine recht massive Intervention des Spiritismus-Elements. Das hat durchaus seine Gründe. Nicht nur in der Streaming-Serie „Houdini & Doyle“ wird dieser Punkt strapa­ziert. Auch wer sich ein wenig näher mit Arthur Conan Doyles Vita beschäftigt hat, wird wissen, dass der Schöpfer des Sherlock Holmes – im Gegensatz zu sei­nem beinhart rationalistisch operierenden Detektiv – dem Übernatürlichen in späteren Lebensjahren zunehmend zugeneigt war. Er glaubte an Seancen, an El­fen und dergleichen, und insofern ist Hosiers Roman auf dieser Ebene auch eine dezente, aber sehr passende Anspielung auf eben jene Tatsache.

Wer immer glaubt, ein Holmes-Roman ohne den Detektiv sei langweilig, der lasse sich auf faszinierende Weise vom Gegenteil überzeugen. Ich denke, der vorliegende Roman lohnt unbedingt eine Neuentdeckung.

Vorhang auf also für:

Kein Fall für Mr. Holmes

(OT: Elementary, Mrs. Hudson)

Von Sydney Hosier

Econ 25182

192 Seiten, TB (1997)

Aus dem Amerikanischen von Antje Knoop

ISBN 3-612-25182-1

Als das Telegramm in der Baker Street 221B eintrifft, kommt es zur Unzeit: Sher­lock Holmes und Dr. Watson befinden sich für wenigstens 14 Tage in Schottland und sind unerreichbar. Die einzige Person, die anwesend ist und den Haushalt aufrecht erhält, ist die Haushälterin, Mrs. Emma Hudson. Wir kennen sie als eher im Hintergrund befindliche Hauswirtin, und Watson war so ungerecht, äu­ßerst wenig über ihre Person und ihre Vita zu verkünden.

Nun, das ändert sich jetzt dramatisch.

Denn das Telegramm stammt von einer Frau namens Violet Warner, und die ist für Emma Hudson wirklich keine Unbekannte – zu Zeiten, als ihr Ehemann noch am Leben war, unternahmen die beiden mit Violet Warner und ihrem Gatten zahlreiche Unternehmungen und standen sich sehr nahe. Inzwischen haben sich die beiden Frauen längst aus dem Blick verloren – bis dieses vermaledeite Telegramm eintrifft.

Violet Warner benötigt dringend die Dienste des Sherlock Holmes auf dem Gut Haddley Hall nahe dem Dörfchen Twillings bei London. Mrs. Hudson, die über dieses Ansinnen mindestens ebenso erstaunt ist wie über das überraschende Wiederauftauchen ihrer alten Freundin, entschließt sich kurzerhand dazu, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen – und fährt nach Haddley Hall, das wirklich am Ende der Welt liegt, wie man schnell entdeckt.

Das Problem, mit dem sich Violet plagt, ist schnell offenkundig: die Hausherrin, Mrs. St. Clair, ist verstorben und Violet ist fest davon überzeugt, dass sie ermor­det worden ist! Der Hausarzt Dr. Morley insistiert allerdings, sie sei an einem Herzanfall gestorben. Violet Warner meint jedoch, Chloroform im Todeszimmer gerochen zu haben. Zu dumm, dass das sonst niemand mitbekommen hat, der zugegen war.

Als Violet dann schließlich auch noch ihrer alten Freundin beichtet, dass sie zum Todeszeitpunkt in Form einer astralen Projektion im Schlafzimmer der alten Dame gewesen ist und sah, wie jemand Schattenhaftes mit der Lady kämpfte, wird die Geschichte wirklich kurios. Wenigstens auf den ersten Blick.

Kurz darauf wird jedoch im Park des Herrenhauses eine junge, unbekannte Frau erschlagen aufgefunden. Und nun ist Emma Hudson fest davon überzeugt, dass hier ein Mörder sein Unwesen treibt – er muss nur noch ausfindig gemacht und überführt werden. Während sie sich mit dem unfähigen Polizisten Thackeray herumärgert, kristallisiert sich immer klarer heraus, dass Violet Warner tatsäch­lich übersinnliche Begabungen besitzt. Und sie setzt sie schließlich dazu ein, das Geflecht von Geheimnissen und Lügen aufzuhellen, das Haddley Hall dichter umstrickt, als sich das irgendwer in seinen kühnsten Träumen vorstellen konnte.

Das erzeugt natürlich das nächste Problem: denn welcher Polizist wird schon Er­kenntnissen Glauben schenken, die auf Spiritismus basieren? Da kann man ja auch gleich Hellseher einschalten. Emma Hudson ist also klar, dass sie handfes­te Fakten braucht. Und das bringt sie in Lebensgefahr…

Mit dem vorliegenden kleinen Büchlein liegt eine kurzweilige Geschichte vor, die neckischerweise mal ein Holmes-Roman ohne Sherlock Holmes ist. Etwas, was man sonst für kaum möglich hält (allerdings kann man auch meinen, eine Doctor Who-Episode ohne Doctor Who sei undenkbar, was ebenfalls nicht stimmt. Das geht durchaus, und es ist auch schon vorgekommen). Die Autorin versteht es ausgezeichnet, die sonst nur eher schattenhaft gezeichnete Mrs. Hudson wesentlich deutlicher und lebendiger zu charakterisieren, als es Sir Ar­thur Conan Doyle jemals in den Sinn kam. Er hatte Mrs. Hudson erkennbar als Schablonenfigur angelegt und es Hosier damit natürlich leicht gemacht, eine ei­gene Version der Vita ihrer „Heldin aus der zweiten Reihe“, wie man sagen könnte, zu kreieren. Die Umsetzung kann als gelungen gelten.

Ein wenig schwieriger ist es dann allerdings, die Astralreisen Violet Warners mit den notwendigen harten Fakten eines Kriminalromans in Deckung zu bringen. So pfiffig und witzig dieses Element auch sein mag, es fungiert mancherorts doch als eine Art von „deus ex machina“, mit dessen Hilfe unerklärliche Dinge erklärt werden sollen. Während es also jede Menge Verdächtige gibt (und nein, es ist nicht der Butler, der ist vielmehr ein Verbündeter Emma Hudsons) und die potenziellen Tatmotive sich nur recht langsam entwickeln, gewinnt das spiritisti­sche Element mehr und mehr an Bedeutung.

Leser, die sich also bei Holmes-Fällen mit Übernatürlichem nicht auseinander­setzen wollen, sind hier eindeutig fehl am Platze und werden das Buch sicher­lich mit säuerlicher Miene lesen. Personen hingegen, deren Geist deutlich flexi­bler genannt werden darf, kommen hier durchaus auf ihre Kosten. Alles in allem ist die Geschichte recht konventionell gestrickt, aber durch das übernatürliche Element auf neckische Weise unberechenbar. Und es gibt sogar gegen Ende eine Stelle, bei der ich beim Lesen laut herausplatzen musste vor Lachen. Warum? Es hat damit zu tun, dass Sherlock Holmes mit Jack the Ripper verwechselt wird! Glaubt ihr nicht? Das ist aber die reine Wahrheit. Ihr solltet die Stelle auf alle Fälle lesen, die ist echt göttlich… und wenn ihr deutlich mehr als bisher über Mrs. Hudson in Erfahrung bringen wollt, dann seid ihr hier goldrichtig.

Angenehmes Lesevergnügen!

© 2017 by Uwe Lammers

Im nächsten Beitrag machen wir eine weitere Zeitreise, die aber dieses Mal nicht gar so weit zurückgeht wie beim obigen Buch. Wir bleiben gewissermaßen in relativer zeitlicher Nähe zum Umbruch des 19. zum 20. Jahrhundert. Ich nahm mir vor über dreizehn Jahren eine Lektüre zum Anlass, einen modernen Mythos zu durchleuchten, weshalb der nächste Beitrag weniger eine Rezension als ein literaturwissenschaftlich-historisch-biografischer Beitrag ist.

Zu welchem Buch und welchem Autor? Das sei heute noch nicht verraten.

Schaut einfach wieder rein, Freunde!

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Liebe Freunde des OSM,

als ich vor fünf Wochen an dieser Stelle von meinen kreativen Aktivitäten im Frühjahr 2016 berichtete, deutete ich an, dass die Talsohle meiner Arbeitsleis­tung noch nicht wirklich erreicht war. Dahin kommen wir jetzt.

Ich befand mich seit Jahren endlich wieder einmal voll im Arbeitsleben, auf ei­ner 40-Stunden-Stelle, hatte mit einem unglaublich spannenden Thema zu tun, das die Schnittfläche zwischen Philosophie, historischer Wissenschaft und Bio­technologie im weitesten Sinne bearbeitete, und im Grunde genommen hätte ich glücklich sein müssen, nicht wahr? Ja, das Projekt war befristet, das stellte natürlichen einen Wermutstropfen dar, aber daran hatte ich mich in den zu­rückliegenden rund 15 Jahren eigentlich schon gewöhnt.

Aber wir reden hier halt von mir, und ich bin nicht ein 08/15-Arbeitnehmer, sondern ein Mensch, der Schriftstellerei seit Jahrzehnten als Berufung versteht und dafür selbstverständlich auch entsprechenden Freiraum braucht, um aus­geglichen zu bleiben. Dieser Freiraum blieb mir nun nicht, und das hatte fatale Rückwirkungen auch auf meine wissenschaftliche Leistung im Projekt. Die dort in der Folge auftretende allgemeine Unzufriedenheit wirkte dann wiederum zu­rück auf meine mentale Ausgeglichenheit im Alltag, und die Konsequenz ließ meine Kreativität stocken.

Ja, ich glaube, so kann ich das aus der Distanz von rund drei Jahren am ehesten charakterisieren. Im Juli 2016, über den ich hier zunächst reden will, zeigte es sich, dass der quantitative Zuwachs zuerst stagnierte. Ich konnte gerade einmal 15 Werke fertigstellen. Davon waren nicht weniger als sechs Blogartikel, die aus dieser Betrachtung hier herausfallen. Interessanterweise entstanden aber auch zwei Non-OSM-Geschichten, die ich kurz erwähnen möchte.

Bis dieser Beitrag erscheint, dürfte die erste davon, „Wahltag 2040“, einer brei­teren Öffentlichkeit durch die Publikation auf der Webseite des Vereins Krea­tivRegion e.V. in Braunschweig bekannt geworden sein. Eigentlich eine dystopi­sche Vignette, die ich am 2. Juli 2016 in einem Rutsch niederschrieb und die sich zweifellos aus den Wahlerfolgen populistischer Parteien der Gegenwart speiste. Die zweite Story, „Everstons Traum“, wurde durch eine Bildanregung aus einem Fotobildband ausgelöst. Bei ihr handelt es sich eigentlich um einen erotisch-phantastischen Alptraum.1

Ansonsten entstanden eigentlich überwiegend Rezensionen und Abschriften… aber ich versuchte mich auf allen möglichen Gebieten bei den Fragmenten, ohne irgendwie dort auf einen grünen Zweig zu kommen. Schwerpunktmäßig kümmerte ich mich um Archipel-Fragmente. Um welche? Um folgende Werke: „Das Geheimnis des Vungash“, „Blindlings“, „Gashhoys Geschichte“, „Kapitän Taisanors Geschichte“, „Raubgut“ und „Auf und nieder“. Allzu weit kam ich bei keiner davon. Ihr merkt, der Fokus war verloren, ich konnte mich echt nicht konzentrieren.

Was half es mir da schon, den 100. Rezensions-Blog zu schreiben und mit dem normalen Wochen-Blog mit Folge 203 die Reihe der „Legendären Schauplätze“ zu beginnen? Das stellte mich definitiv nicht zufrieden.

Wo waren die Arbeiten an E-Books geblieben? Wo die Arbeiten an OSM-Projek­ten? Quasi verdunstet. Nein, das konnte mir natürlich nicht gefallen.

Well, ich hoffte, im August würde es besser werden.

Wurde es das?

Nun, sagen wir es vorsichtig: rein numerisch klappte es durchaus. Ich rappelte mich auf 22 fertige Werke wieder auf. Aber wie verteilten sie sich? Da werden die Gesichter dann schon länger: 12 Werke waren fertig gestellte Blogartikel. Endlich gelang es mir, mit „Späherin der Cestai“ ein E-Book-Skript zu vollenden, außerdem schrieb ich „Der Handspiegel“ ab, eine erotische Novelle von 1991, bei der ich damals noch nicht sagen konnte, wann und wo sie wohl Verwendung finden würde. Dass sie anno 2018 in Überarbeitung ihren Platz in der Publikati­on „Grey Edition 12: Lustvoller Schrecken“ des TCE finden würde, war damals eher noch kein Plan.

Neben der intensiven Arbeit für das universitäre Projekt, in dem ich beschäftigt war, lenkten mich natürlich zusätzlich immer noch die Nachwehen des Todes meiner Mutter im Mai 2015 und die Erbschaftskomplikationen ab, die erst jetzt allmählich abebbten. Man sollte es nicht für möglich halten, wie lange man mit solchen Dingen zu kämpfen hat, Freunde. Nehmt so etwas nicht auf die leichte Schulter, das kann unglaublich viel Zeit und Energie verschlingen.

Auch in diesem Monat übertraf die Zahl der „eingeklammerten“ Einträge – also jener Projekte, an denen ich arbeitete, ohne sie in diesem Monat zum Ab­schluss bringen zu können – die der „freien“ Zeilen bei weitem. Ich zähle allein in diesem Monat 27 derartige Zeilen. Und auch jetzt schwankte ich heftig zwi­schen dem Archipel und dem OSM hin und her. Ob es sich um zahlreiche provi­sorische Episodenhülsen handelte, die ich für die kommentierte Abschrift des KONFLIKTS 18 des OSM („Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“) an­legte, ob es sich um Fragmente des Erotic Empire handelte oder Archipel-Ge­schichten… ich kam irgendwie nirgendwo auf einen grünen Zweig.

Im Archipel kümmerte ich mich etwa um „Mariannes Kursänderung“, „Julian­na“, „Zwei Mädchen auf der Insel“ und „Falsche Voraussetzungen“. Im OSM ver­suchte ich mich an „Rescaz“, „Mein Freund, der Totenkopf“ (hier immerhin in der E-Book-Version) und „Beas Freund“. Aber wie schon erwähnt: sonderlich weit kam ich damit nicht.

Im September stürzte ich wieder ab. 18 beendete Werke. Davon wieder einmal 8 (!) Blogartikel. Herausragendes Highlight war in diesem Monat etwas, was mit dem OSM nur sehr bedingt zu tun hatte, was mich aber stärker in der kulturel­len Szene Braunschweigs verankerte: Meine Freunde von der KreativRegion e.V. fragten mich kurzfristig an, ob ich Lust hätte, auf ihrer Veranstaltung „Markt­platz 3.0“ eine Lesung zu absolvieren.

Das kam wie eine kalte Dusche über mich, zugegeben, weil ich normalerweise nicht der Mensch bin, der extrem kurzfristig situativ reagiert… aber ich fühlte mich geschmeichelt, entwickelte in Eile ein Leseskript und saß dann echt auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz in Braunschweig auf einer Bühne und las aus mei­ner OSM-Story „Heimweh“… allerdings in sehr arg verkürzter Fassung.

Nun, das Wetter war kühl und feucht, die Zuschauermengen hielten sich in Grenzen, und der Ablenkung gab es gar viel… ich konstatierte denn auch in mei­nem danach geschriebenen reflexiven Beitrag „Ein kreatives Attentat“, dass die Rahmenbedingungen durchaus hätten besser sein können. Aber es war eine in­teressante Erfahrung… und zu dem Zeitpunkt war mir ja schon klar, dass im Ok­tober eine weitere Lesung, diesmal „indoor“, im Kulturpunkt West in Braun­schweig anstehen würde.

Aber ihr versteht sicherlich, dass mich diese außergewöhnlichen Events gründ­lich vom Schreiben an den wesentlichen Werken abhielten. Es entstanden in diesem September 2016 also alle möglichen merkwürdigen Dinge: Gedichte. Rezensionen. Leseskripte. Lesungsberichte. Aber sonst? Ich konnte mich echt nicht konzentrieren, sondern oszillierte auch weiterhin zwischen den Werkpo­len der zahllosen Fragmente hin und her.

Im OSM war da neben den kommentierten Abschriften aus KONFLIKT 18 und KONFLIKT 14 „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“ sowie KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“ solche Werke wie „Kämpfer gegen den Tod“ und „DER CLOGGATH-KONFLIKT“ (reine Abschriften indes nur). Kleine Stippvisiten im Archipel lasse ich hier mal unter den Tisch fallen, sie zählen nicht wirklich.

Nein, ich konnte mit diesem Quartal echt nicht glücklich sein. Ich hatte das quä­lende Gefühl, einfach auf der Stelle zu treten und nirgendwo richtig vom Fleck zu kommen. Als wenn ich in Treibsand feststeckte oder in einem Sumpfloch, um mich wie weiland Indiana Jones an einer Liane festzuhalten und nicht mehr vor noch zurück zu gelangen.

Witzig nenne ich was anderes.

Wurde das gegen Jahresende besser? Davon erzähle ich euch dann lieber beim nächsten Mal, Freunde. In der kommenden Woche schreibe ich dann lieber über meine kreativen Erträge aus dem April 2019.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Die Story wird erstmals abgedruckt werden in der zweiten Print-Storysammlung erotisch-phantastischer No­vellen, die als Band 13 in der Reihe „Grey Edition“ im Terranischen Club Eden (TCE) im Herbst 2019 erschei­nen soll. Ein Bandtitel steht derzeit noch nicht fest.

Rezensions-Blog 225: Die Entdeckerzeitung

Posted Juli 17th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

manchmal, wenn ich ziemlich alte Rezensionen für meinen Rezensions-Blog auf­bereite, stoße ich auf Werke, die ich nicht eben wohlwollend kommentierte. Mitunter stelle ich das etwas zu spät fest – das hier ist so ein Fall.

Das vorliegende Buch habe ich anno 2003 gelesen, also vor mehr als fünfzehn Jahren. Interessanterweise – und möglicherweise, weil es der Vollständigkeit diente, da es eine ganze Reihe ähnlicher Kinderbücher aus diesem Verlag gab – rezensierte ich es, obwohl aus dem Tonfall der Rezension relativ deutlich klar wird, dass ich damit während der Lektüre einige Schwierigkeiten bekam.

Nun, ich wiederhole mich mal in zweifacher Hinsicht: zum einen bin ich Histori­ker. Man sollte also davon ausgehen, dass ich gerade bei Werken, die histori­sche Kontexte durchdringen wollen, besonders genau hinschaue und mein Ei­genwissen dann zur Anwendung bringe. Im vorliegenden Fall gereichte es dem Buch nicht zum Vorteil, um es vorsichtig zu sagen.

Zweitens aber, und das relativiert meine Worte von eben etwas, habe ich auch verschiedentlich betont, dass ich hier keinen Schönwetter-Blog betreibe. Was ihr hier also ausdrücklich NICHT finden werdet, und nicht einmal bei Autoren wie etwa Clive Cussler, den ich wirklich mag, das sind schönfärberische Rezensionen, die kurzerhand immerzu die Kritikpunkte unter den Teppich kehren. Vielleicht bin ich da ein wenig voreingenommen, aber ich hoffe doch sehr, dass mancher von euch meinen Rezensions-Blog aus genau diesem Grund liest: weil ich eben nicht der Lobhudelei diene oder den Verlagen, Autoren oder Überset­zern nach dem Maul rede. Dann könnte ich auch Marketingleiter eines Verlags sein, der seine Kritikfähigkeit bisweilen an der Garderobe abgibt, wenn es den Vorgesetzten in den Kram passt, selbst schlechte Werke mit warmen Worten wohlfeil zu verteidigen.

Nein, das ist meine Sache nicht. Ich versuche, einigermaßen ehrlich und aufrich­tig zu sein, und deshalb ist zu konstatieren, dass das heute vorgestellte Buch zwar ein Kinderbuch ist, das Geschichte allgemeinverständlich vermitteln soll. Es enthält meiner Ansicht nach aber solche didaktischen Geschichtsklitterungen, dass es den eigentlichen Zweck nicht erfüllt.

Warum nicht? Nun, ich schlage vor, um das herauszufinden, solltet ihr weiterle­sen:

Die Entdeckerzeitung

(The History News: Explorers)

von Michael Johnstone

Kinderbuchverlag (kbv) Luzern

36 Seiten, gebunden

Übersetzt von Christa Holtei

Ohne Zweifel, das Zeitalter der Entdecker ist länger, als man allgemein an­nimmt. Für den Macher dieser „Zeitung“ beginnt dieses Zeitalter im Polynesien vor rund 3500 Jahren. Jeder, der sich ein wenig mit dieser Materie auskennt, wird dieser Einschätzung zustimmen können. In der Tat sind die polynesischen Seefahrer die Prototypen der Abenteurer, die dargestellt werden.

Der Bogen der Handlungszeit spannt sich vom Polynesien des zweiten vorchrist­lichen Jahrtausends bis zur Gegenwart. Wir treffen die Phönizier, die chinesi­schen Forscher, natürlich die reiselustigen Wikinger und den erstaunlichen, fuß­festen Ibn Battuta. Kolumbus darf nicht fehlen, eben sowenig Magellan und die spanischen Konquistadoren. Sucht jemand Captain Cook? Ist drin. Afrikafor­scher? Polarforscher? Ebenfalls vorhanden. Selbst Tiefseetaucher sind zu fin­den.

Alles in Ordnung? Leider nein.

Wer sich an „Die aztekische Zeitung“1 und „Die Wikinger-Zeitung“2 entsinnt, die auch rezensiert wurden, muss von diesem Band zwangsläufig enttäuscht sein. Man merkt es bereits beim ersten Artikel, also zurück zu den polynesi­schen Wagemutigen und gelauscht, wie der betreffende Text beginnt:

„Als ich gebeten wurde, diesen Artikel zu schreiben, habe ich mir vorgestellt, was es bedeutet haben muss, ohne Kompass oder Seekarte auf das riesige offe­ne Meer hinauszusegeln und nicht zu wissen, wo das nächste Land lag…“

Netter Versuch, aber im ganzen Text über die Polynesier schwingt die auswärti­ge Position mit, ein eher hilfloses Staunen, das mit keiner Silbe in der damaligen Zeit wurzelt. Der große Reiz, den diese „Zeitungen“ bislang ausmachten, speiste sich ja gerade daraus, dass die Autoren sich richtig in die Zeit und das damalige Alltagsleben hineinversetzten. Das passiert in diesem Buch nur sehr selten.

Doch, es kommt vor. Beispielsweise bei den Phöniziern und den Chinesen. Da­nach kehrt der Stil zurück zur „Reportage“ . Dann, bei Ibn Battuta, wechselt es wieder in die Interview-Weise zurück. Bei Kolumbus erzählt ein Mitreisender, und Kolumbus selbst meldet sich mit einem „Leserbrief“ vom 23. März 1506 zu Wort, in dem er betont: „…An einem Punkt muss ich jedoch etwas richtig stel­len. Trotz allem, was die Leute sagen, glaube ich fest, dass ich keine ‚Neue Welt‘ entdeckt habe. Ich behaupte immer noch, dass ich nur eine Insel an der Küste Japans erreicht habe. Ich hoffe, Sie berichtigen diesen Fehler, bevor ihn jeder für richtig hält…“

Köstlich.

Ab Seite 20 wird das Buch indes zu einem Werk mit moralischem Zeigefinger, es wird wirklich fast nur noch „berichtet“, es kommen keine „Zeugen“ mehr zu Wort, was die Lektüre dröge macht und den Eindruck erweckt, hier sei hastig und schlampig gearbeitet worden. Ärgerlicher ist aber noch, dass allein der „entdeckerische“ Aspekt einseitig in den Vordergrund gestellt wird.

Wäre dieser Effekt durch eine Quasi-Historisierung (Reporter, die beispielsweise bei karthagischen Expeditionen vor Christi Geburt dabei sind) hervorgerufen, so könnte man dagegen wenig einwenden. Da diese Einseitigkeit sich aber ver­stärkt in der zweiten Hälfte des Buches niederschlägt – wo die Quasi-Historisie­rung nicht mehr greift – und einen sehr naiven Eindruck erweckt, ist er kritik­würdig.

Nehmen wir, nur als ein Beispiel von mehreren, den Afrikareisenden Henry Morton Stanley, der hier als heldenhafter Kämpfer auf der Suche nach dem ver­schollenen Dr. David Livingstone dargestellt wird („…wir verließen Sansibar am 21. März 1871 und kämpften uns sieben Monate lang durch ein Land voller kriegerischer Stämme und hatten mit vielen Krankheiten zu kämpfen…“).

Der Berichterstatter vergisst geflissentlich zu erwähnen, dass Stanley ein ausge­prägter Rassist war und die „kriegerischen Stämme“ deswegen kriegerisch wur­den, weil Stanley während seiner Suche in Afrika ziemlich wahllos Dutzende (manche behaupten, es seien Hunderte gewesen) von Afrikanern umbrachte, die ihm auf seinem Weg begegneten. Dass deren Angehörige daraufhin ihm nicht gerade Sympathie entgegenbrachten, ist wohl verständlich.

In diesem Bericht kommen diese aufgebrachten Angehörigen aber einfach nur als „kriegerische Stämme“ rüber, also als blindwütig-aggressive Leute, die dem „armen, guten Stanley“ an den Kragen wollen. Dass es sich, streng genommen, umgekehrt verhielt, wird unter den Teppich gekehrt.

Solche Details machen das Werk leider ziemlich ungenießbar. Mehr oder weni­ger der ganze Esprit, der die ersten beiden „Zeitungen“ adelte, fehlt hier, und da das Konzept des historisierenden Erzählens nicht konsequent durchgehalten wird, macht es einen zusammengestoppelten Eindruck.

Leider also nicht empfehlenswert.

© 2003 by Uwe Lammers

Das war etwas ernüchternd? Da kann ich nicht anders, als euch beizupflichten. Ich war von der Lektüre auch eher enttäuscht. Das gilt allerdings nicht für das Werk, das ich euch in der kommenden Woche vorstellen möchte. Ein Sherlock Holmes-Roman ohne Sherlock Holmes.

Gibt es so etwas? Oh ja. Und das ist durchaus nicht uninteressant. Ihr werdet es sehen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Vgl. dazu den Rezensions-Blog 62 vom 1. Juni 2016.

2 In Vorbereitung für den Rezensions-Blog.

Liebe Freunde des OSM,

kehren wir heute in den April des Jahres 2013 zurück. Ihr erinnert euch, dass ich im letzten Eintrag dieser Artikelreihe (Blogartikel 324) das erste Quartal dieses Jahres darstellte. Ich hatte mit meinem E-Book-Programm angefangen und flan­kierte es rege mit Blogartikeln für die neue Webseite. Allein in dem Monat April entstanden sieben weitere Artikel. Bis zum Monatsende sollte ich insgesamt auf 32 fertige Werke kommen. Die meisten davon entfielen allerdings auf die jüngst begonnene Neuformatierung des KONFLIKTS 15 „Oki Stanwer“, nämlich nicht weniger als 10 Episoden. Ebenfalls investierte ich viel Arbeit in andere Digitali­sierungen von OSM-Werken, so etwa für KONFLIKT 18 „Kampf gegen TOTAMS Dämonen und Schergen“ und KONFLIKT 22 „Oki Stanwer – Der Schattenfürst“ und KONFLIKT 12 „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“.

Weitere Arbeitszeit floss in OSM-Glossare, ein wenig in die Abschrift des hand­schriftlichen Romans „Der stählerne Tod“ und in den Archipel-Roman „Die Suyenka“. Aber sonst gibt es aus dem Monat keine nennenswerten autonomen Geschichten zu vermelden.

Der Mai 2013 schloss mit 28 fertigen Werken. Herausragend sind hier im Rah­men der „Annalen“ das E-Book „Der Schiffbrüchige“ und das erste „Annalen“-E-Book „In der Hölle“, die beide in diesem Monat fertig wurden. Flankierend brachte ich ihm Rahmen von FAN das Egozine „E-Book-Times #1“ und kam bei der kommentierten Abschrift der OSM-Serien gut voran (s. o.).

Ebenfalls in diesem Monat begann ich mit der Digitalisierung älterer Non-OSM-Stories, die später in einer E-Book-Storysammlung erscheinen sollten. Die Rede ist von „Die Schule“ und „Der Weg zum Regenbogenmeer“. Ebenso nahm ich mir die OSM-Geschichten „Heimweh“ und „Heiligtum der Shonta“ vor, die be­kanntlich inzwischen ebenfalls beide veröffentlicht sind.

Die Stippvisiten im Archipel wurden in diesem Monat zahlreicher. So tauchte ich wieder ein in die „Brigitta“-Geschichte und formatierte den Roman „Abenteuer im Archipel“ neu (unvollendet, aber das Fragment hat immerhin ein paar hun­dert Textseiten bisher). Etwas Zeit investierte ich außerdem in den Erotic Empi­re-Roman „Die Kolonie Saigon II“ und in die Rohanlage neuer E-Book-Skripte. Als ich gegen Monatsende die Neuformatierung von Band 50 der „Oki Stanwer“-Serie erreichte, konnte ich schon recht zufrieden zurückschauen auf den Monat.

Im Juni kam ich dann auf 27 beendete Werke. Das Bild blieb relativ homogen. Bei KONFLIKT 15 erreichte ich Band 60 in der kommentierten Abschrift, kam hier also aufgrund der sehr knappen Episodenlänge sehr rasant voran. Sechs neue Blogartikel entstanden, ferner das E-Book „Wenn der Sternenhammer fällt…“.

Sehr stark auffallend ist in diesem Monat das Kontingent eingeklammerter Text­zeilen, also solcher Geschichten, die ich begann oder weiter bearbeitete, aber noch nicht vollständig fertigstellen konnte. Da war wirklich viel Interessantes zu sehen. Natürlich gab es Archipel-Werke: „Die Suyenka“, „Kapitän Taisanors Ge­schichte“ und „Abenteuer im Archipel“. Natürlich gab es die unvermeidlichen vorgeplanten E-Book-Texte. Ebenso OSM-Episoden aus den KONFLIKT-Univer­sen 22, 21 „Oki Stanwer – Fürst von Leucienne“ und 4 „Oki Stanwer – Der Insel-Re­gent“ und 18.

Darüber hinaus ergänzte ich Glossare und werkelte ein wenig an autonomen OSM-Geschichten wie „Geister“, „Auf Sklavenjagd“ oder „Spurensuche in Ba­bylon“. Beendet habe ich aber keine davon.

Am Ende des Monats Juni hatte ich also 182 Gesamtwerke für die erste Jahres­hälfte 2013 erreicht, aber die E-Book-Erstellung fraß eine Menge Energie, die ich für neue Projekte jetzt sicherlich dringender gebraucht hätte.

Ach, dachte ich mir, einerlei. Da muss ich jetzt einfach durch. Das sind Anfangs­schwierigkeiten, das wird sich schon geben.

Und es sah ja auch tatsächlich danach aus – kam ich nicht mit der Digitalisie­rung der OSM-Episoden-Altbestände bestens voran? Doch. Kam ich nicht mit den neuen E-Book-Texten und den Blogartikeln gut klar? Ebenfalls klare Zustim­mung. Außerdem war ich es gewohnt, sowohl beruflich wie privat, dass aller Anfang ein wenig „schwergängig“ sein würde, das war ein vertrautes Phäno­men.

Sicherlich würde alsbald auch wieder das berufliche Licht über mir leuchten und mich aus dem prekären aktuellen Tal der Erwerbslosigkeit herausholen.

Also machte ich mich im Juli 2013 daran, energisch an allen Fronten voranzu­kommen. Und es sah toll aus: der Monat schloss mit 45 fertigen Werken! Dar­unter befanden sich mit „Der Bibliothekar“ und „Die Schuttwelt erwacht“ zwei E-Book-Skripte, ebenfalls 7 Blogartikel und ein Interview, das ich zu meinem E-Book-Programm gab. Die OSNEU-Serie (KONFLIKT 15) kam auf Band 70.

Das 30jährige Jubiläum des Science Fiction-Clubs Baden-Württemberg (SFCBW) warf seinen Schatten voraus und nötigte mich, einen Jubiläumsartikel zu verfas­sen, was ich aber gern tat. Für die intensivere strukturelle Durchdringung des Oki Stanwer Mythos entwickelte ich die „OSM-Wiki“, deren erste Zeilen in die­sem Monat geschrieben wurden.

Äh, ja, und dann wurde ich am 6. Juli irgendwie ein wenig verrückt. Der Grund dafür lag natürlich in der stürmischen Digitalisierung des KONFLIKTS 15 „Oki Stanwer“, ich weiß. Immerhin war ich bis Band 70 bereits gekommen, und die Serie hatte nur 91 Episoden. Es war also bei dieser Neuformatierungsgeschwin­digkeit realistisch, anzunehmen, dass ich mit dieser Aufgabe bis September fer­tig sein würde (was auch tatsächlich klappte).

Also, dachte mein Unterbewusstsein wohl, höchste Zeit, eine neue Aufgabe an­zugehen. Oje, sagt ihr da? Neue Baustelle? Ja, richtig. Die Baustelle hieß: KON­FLIKT 14, also die Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“, an der ich von 1983-1988 schrieb. Anfangs noch, ganz wie in der „Vorgängerserie“ „Oki Stan­wer“, per Hand. Bis jedenfalls in die frühen 40er-Bände, dann stieg ich auf Schreibmaschine um, zunächst anderthalbzeilig, später dann ziemlich dicht ge­drängt einzeilig. Am 6. Juli begannen die Abschrift- und Kommentierungsarbei­ten.1

Es kamen noch Gedichtabschriften als Nachzügler hinzu, aber auch Arbeiten an den E-Books „Ian und der Stein der Götter“ und „Rätselhafte Retter“, außer­dem an der OSM-Geschichte „Monsterjagd“… alles in allem ein Monat, mit dem ich durchweg zufrieden sein konnte.

226 fertige Werke hatte ich bis Ende Juli schon erarbeitet, das war durchaus ein Grund, stolz zurückzublicken. Well, natürlich war mir bewusst, dass der sehr viel größere Berg an Arbeit noch vor mir lag, und ich arbeite seither Tag für Tag – wenn es zeitlich und von der Motivation her möglich ist – daran, mich hier wei­ter voranzuarbeiten. Aber auf einen Schnitt von mehr als 30 Werken pro Monat zurückzublicken, also quasi auf ein beendetes Werk pro Tag, das fühlte sich wirklich phantastisch an. Und mochten es vielleicht auch nur neu formatierte OSM-Episoden sein oder abgeschriebene Gedichte.

Ich hatte noch keine Vorstellung von den biografischen Schatten, die das zweite Halbjahr 2013 verdunkeln sollten. Aber noch ist es nicht soweit, davon zu erzäh­len. Zunächst geht der kreative Höhenflug weiter. Wie sich das im August 2013 auswirkte, davon erzähle ich das nächste Mal.

Bis bald, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Es mag genügen, wenn ich erwähne, dass ich im Monat Mai 2019 gerade mal bis Band 68 in der Digitalisie­rung dieser Serie gekommen bin. Und die inhaltsreichsten Bände liegen noch vor mir. Das kostet mich zwei­fellos noch ein paar Schreibjahre.

Rezensions-Blog 224: Power Play – Opalherz (4)

Posted Juli 10th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

eine Trilogie hat üblicherweise drei Bände… ich weiß das, Freunde. Dennoch ist das hier absolut richtig unter „4“ rubriziert, denn inhaltlich schließt dieser auto­nome Roman eng an die „Sweet Sins“-Trilogie an. Da aber Renee Maurice und die Agentur „Sweet Sins“ hier nur eine Nebenrolle spielen, ist auch das „E“ hin­ter dem Band „Fesselnde Blicke“ jüngst absolut berechtigt gewesen. Ich kann der Autorin das wirklich nicht übel nehmen, dass sie sich von den Protagonisten nicht trennen mochte… ähnliche Strukturen habe ich jüngst bei Lauren Rowes Zyklus „The Club“ gefunden und bei Beth Kery.1

Meine unten gemachten Bedenken hinsichtlich des ausgelebten Sadismus und Masochismus erhalte ich gleichwohl aufrecht. Ich habe es wirklich nicht so gern, wenn Männlein und Weiblein ausgesprochenen Gefallen an der intensi­ven Vermengung von Qual und Lust empfinden, das fühlt sich für mich unge­sund an… aber das ist so meine Privatansicht. Das war auch der zentrale Grund, warum ich etwa Linda Mignanis „Federzirkel“-Romane nicht rezensiert habe. Sie lesen sich ganz nett, ja, aber die Schwelle zum „Sind sie rezensionswürdig?“ wussten sie nicht zu überschreiten.

Der untere Band wird eigentlich auch eher aus Gründen der Vollständigkeit da­mals rezensiert worden sein und die Besprechung deshalb hier abgedruckt. Wer also gern etwas tiefer in die sadistisch-masochistische Gedankenwelt eintau­chen und gleichwohl romantischen Lesestoff vorfinden möchte, der schmökere einfach mal weiter und entdecke das vorliegende Buch:

Power Play – Opalherz

Von Ivy Paul

Plaisir d’Amour

292 Seiten, TB (2016)

ISBN 978-3-86495-229-6

Preis: 12,90 Euro

Gleich mal zur Vorwarnung: wer nicht auf Hard Limits steht und definitiv etwas dagegen hat, wenn Mädel Hiebe verabreicht bekommen, ist in diesem Roman fehl am Platze – es setzt hier reichlich Hiebe, und das hat mit der finsteren männlichen Hauptperson der Geschichte zu tun, mit Isak Söderblom und sei­nem infamen Rachetrip. Zugleich jedoch, und das sollte ebenfalls sogleich ange­merkt werden, handelt es sich um eine ausdrückliche und leidenschaftliche Lie­besgeschichte. Und diese widersprüchliche Message dröselt sich folgenderma­ßen auf:

Isak Söderblom, erfolgreicher Jung-Reeder aus Schweden, hat den Tod seiner geliebten Schwester Greta noch nicht überwunden, und da er den Verursacher kennt, einen dominanten Mistkerl namens Wayne Durham, glüht in seinem finsteren Herzen der Zorn und die Rachsucht unbeschreiblich heiß. Sein ganzes Leben ist nur noch in tiefschwarze Nacht getaucht, und es vergeht kein Tag, an dem er nicht heiß und innig danach dürstet, Wayne seiner gerechten Strafe zu­zuführen. Doch dies ist unmöglich – zwar hat Wayne Greta mit perversen BDSM-Spielen an den Rand ihrer Nervenkraft geführt und sie anschließend ver­gewaltigt, so dass sie nur noch in den Selbstmord flüchten konnte… aber Wayne hat sich in seine Heimat England abgesetzt, ein Verfahren gegen ihn wurde nicht eröffnet.

Da scheint sich für Isak ein Fenster für eine Rachemöglichkeit zu öffnen: sein Todfeind Wayne hat doch wirklich eine Schwester, Julie. Und über das Internet macht Isak Julie Durham am anderen Ende der Welt ausfindig, in Australien. Hier betreibt sie offensichtlich einen Seifenladen.

Wie grausam muss es für Wayne Durham sein, malt er sich aus, wenn er Julie in seinen erotischen Bann zieht, ihre Liebe und Hingabe gewinnt und sie schließ­lich aus kaltem Kalkül im Stich lässt und so ihr Glück ebenso zerstört, wie Wayne es mit dem seinen und Gretas Harmonie getan hat? Dies hört sich für den rachsüchtigen Schweden höchst konsequent an. Da er selbst eine starke dominante, ja ausgesprochen sadistische Ader hat, nimmt er nicht an, dass das „graue Mäuschen“, für das er Julie Durham hält, ihm lange Widerstand wird entgegensetzen können. Er weiß, dass er auf das weibliche Geschlecht sehr gut wirkt, geradezu magnetisierend gut.

Was soll also schon schief gehen?

Nun, einiges.

Zunächst einmal macht Isak eine Stippvisite bei alten Freunden in Sydney, näm­lich bei Renee Maurice, der Inhaberin der Erotik-Agentur „Sweet Sins“ (!), und schon hier stößt er auf arge Vorbehalte. Renee billigt seinen infamen Racheplan nämlich überhaupt nicht.

Er lässt sich nicht aufhalten, sondern sucht den Kontakt mit Julie Durham, wo­bei er natürlich den wahren Grund der Kontaktanbahnung nicht durchschim­mern lässt. Zu seiner vollkommenen Überraschung entpuppt sich die junge Sei­fensiederin als bildhübsch und aufregend gerundet… und um die Überraschung perfekt zu machen, stellt sich recht schnell heraus, dass sie unerfüllte erotische Phantasien in sich trägt, in denen es um wilde Liebeserfüllung in der Rolle einer devoten Gespielin geht.

Und dann ist da auch noch die Sache mit Isaks und Julies Herzen…

Der Roman ist eine interessante Form von erotisch-exzessiver Achterbahnfahrt – strukturell natürlich recht vorhersehbar, weil die Strickmuster romantisch-ero­tischer BDSM-Romane sich doch grundsätzlich sehr ähneln. Aber es gibt auch hier ein paar nette Überraschungen, mit denen der Leser nicht sogleich rech­net.

Überraschung Nummer eins war wenigstens für mich das Auftauchen von Re­nee Maurice und dem Journalisten Nicholas Brady, die aus den „Sweet Sins“-Romanen bekannt waren. Es ist interessant, zu sehen, wie diese Romane ein personelles Kontinuum zu bilden beginnen. Dabei stellte ich noch etwas fest – es wird auf Handlungsstrukturen angespielt, die im Buch „Sweet Sins 3 – Fes­selnde Blicke“ abgehandelt werden, das ich noch nicht besitze.2 Insofern kam die Lektüre ein wenig zu früh, doch macht das nicht viel aus, da die Überschnei­dungsflächen begrenzt sind.

Überraschung Nummer zwei war die verblüffende Entdeckung, dass die weibli­che Hauptperson zwar eine ausgesprochene Abneigung gegen Kontrollfreaks hat, sich aber unter Isaks vollständiger Kontrolle komplett hingeben kann und das dann sogar als erfüllend versteht. Eine psychologische Struktur, die man nicht auf Anhieb erwartet, die aber das Wechselspiel der Emotionen der Protagonisten um einiges interessanter macht, als wenn man einem plumpen Schematismus folgt.

Der ausgelebte Sadismus und, man muss es dann leider doch aussprechen, die wirklich sehr ausgeprägte masochistische Ader Julies passen dann wie Schlüssel und Schloss ineinander. Dennoch fand ich es an einigen Stellen etwas zu exzes­siv, was Isak Julie antat, und noch beunruhigender, dass beide daran solchen Gefallen fanden.

Wie gesagt, wenn man sich für derlei absichtsvolle Grausamkeiten erwärmen kann, mag man diese Geschichte für höchst anregend halten. Ich hätte lieber ei­nen Gang zurückgeschaltet und weniger Hiebe denn andere anregende Liebes­praktiken in der Darstellung bevorzugt. Ich hatte das Gefühl, die Autorin habe mal versucht, sich auf ein etwas härteres erotisches Terrain zu bewegen. Ob das wirklich gelungen ist, müssen die Leute entscheiden, die ausgesprochene Sadis­ten mit letzten Endes weichem Herz als Protagonisten mögen. Ich habe da so meine Vorbehalte.

Ach ja, und was den Titel angeht… sowohl „Power Play“ als auch „Opalherz“ treffen meines Erachtens den Inhalt nicht. Es gibt da zwar einen Opalherz-An­hänger, und es wird auch kurz mal von Power Play gesprochen, aber das war’s dann auch schon. Der Verlag hätte vielleicht gut daran getan, einen geschick­teren Titel zu wählen. Oder alternativ die Autorin.

Möge der Leser entscheiden, ob dies eine Leseempfehlung ist oder nicht – gut lesen ließ er sich jedenfalls, in meinem Fall binnen von drei Tagen…

© 2017 by Uwe Lammers

Seltsame Kost gab es heute zu entdecken? Wohl wahr, meine Freunde. Und mit den Entdeckungen machen wir in der kommenden Woche auch gleich munter weiter. Inwiefern? Nun, da lasst euch mal überraschen.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Beide Zyklen – einmal ein Siebenteiler, zum zweiten ein nicht klar so deklarierter Vierteiler – sind in Vorbe­reitung für den Rezensions-Blog, voraussichtlich für 2020.

2 Wie ihr als regelmäßige Leser meines Rezensions-Blogs wisst, ist diese Info inzwischen überholt. Vgl. dazu meinen Rezensions-Blog 219 vom 5. Juni 2019. Das ändert nichts daran, dass ich den dort rezensierten Ro­man noch nicht kannte, als ich obige Rezension schrieb. Es kann hier also Überschneidungen geben.

Wochen-Blog 331: Close Up: Der OSM im Detail, Teil 7

Posted Juli 7th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

ich denke, es ist gut, wenn ich gleich „in medias res“ gehe, wie die Lateiner sa­gen, denn es gibt heute eine Vielfalt von komplizierten Zusammenhängen und Ereignissen zu berichten, das braucht Raum. Ich werde mich darum auch in der Rückschau kurz halten.

Rückblick: Das 14. Universum des Oki Stanwer Mythos ist dabei, im Chaos zu versinken. Eigentlich soll Oki Stanwer als Feldherr der Cranyaa in der Galaxis Hun’arc dem Imperium der insektoiden Cranyaa beistehen. Doch das ist inzwi­schen durch die Aktivitäten der Diener der Dämonenwaffe Rookax weitgehend ausgeschaltet worden.

Dank der Intervention des Helfers des Lichts Klivies Kleines und seiner Lichtfes­tung OREOC konnte Schlimmeres vereitelt werden, doch stehen die Dinge nun im Herzen von Hun’arc, in dem Reich des Rookax, nicht eben gut.

Oki Stanwer ist derweil fernab als Geistwesen erschienen und in den Körper des risalischen Versuchspiloten Morn geschlüpft. Seine Parafähigkeiten sind aller­dings außer Kontrolle und erzeugen erratisch Traumkrieger, die weiteres Chaos generieren. Außerdem zerrütten die Konsequenzen von Raumzeit-Experimenten der Risaler und Wukariner das Universum und schaffen eine immer gigantischer anschwellende Schockzone. Oki Stanwer und sein Werkzeug, die STELE DER EWIGKEIT, scheinen auf verlorenem Posten zu stehen…

Episode 31: Schwarze Raumer greifen an!

(22. April 1984, digitalisiert 2016)

Während der Versuchspilot Morn nach Wukarin unterwegs ist, um die Völker­freundschaft mit den Wukarinern physisch herzustellen (vgl. Bd. 25), wird in Ri­salon das Unternehmen KOSMOPOL aktiviert, mit dem ein Portal zu anderen Di­mensionen geöffnet werden soll. Doch der intrigante sechsarmige Hüne Soffrol, der berüchtigte „Rächer von Breeth-Fgahn“, dessen Ziel es ist, älter zu werden als TOTAM und der eher unabsichtlich vom Cranyaa-Helfer des Lichts Ureg-Ni aus seiner Hülle als Oltrav befreit wurde (vgl. Bd. 20), mischt sich ein und bringt das Experiment zum Scheitern. Damit legt er den Keim für die sich unkontrolliert ausufernde Schockzone, die ein Raumfahrervolk nach dem nächsten auslöscht. Soffrols Ziel besteht darin, TOTAM und seine Vasallen anzulocken – was auch gelingt. Der Dämon Untrok und der Troohn Crefreckt werden von den ausgelösten Chaosenergien verschlungen und ausgelöscht.

Oki Stanwer selbst versucht ebenfalls mit Hilfe der STELE DER EWIGKEIT, die chaotische Zone zu begrenzen, doch das gigantische kristalline Raumschiff wird in die Zone hineingezogen… in der unmöglicherweise ein Planet existiert…?

Episode 32: Die Waffenfestung

(1. Mai 1984, digitalisiert 2016)

Blende ins Herz von Hun’arc: Klivies Kleines und seine Gefährten sind hier zur­zeit unterwegs, um das Reich der doppelköpfigen Echsenwesen als Gefahren­quelle auszuschalten. Die Calnarer sind Rookax´ Raumschiffskonstrukteure ge­wesen und derzeit desorientiert, seit OREOCS Lichtroboter die Rookax-Stelen auf ihren Welten zerstört haben.

Da Kleines zwischendurch einen organischen Zusammenbruch hatte, wurde von OREOC eine Heilungsmission beschlossen, bei der die Cranyaa Kama-Ke und Lasa-On sowie der Soogrer Goonex mikrominiaturisiert in Kleines´ Körper einge­schleust wurden. Doch der Kontakt zu ihnen ist jäh abgerissen. Kleines geht es nun besser, aber er ist bestürzt, als er hört, was passiert ist. Seiner Befürchtung nach müssen die Freunde in seinem Körper auf Wesen gestoßen sein, die er mit „Timor-Dol“ und den „NEGATIVEN“ benennt (womit noch niemand etwas an­fangen kann).

Derweil gehen im makrokosmischen Bereich natürlich die Ereignisse weiter. OREOC befindet sich im Zielanflug auf das Herzsystem des Calnarer-Reiches, auf das System Le-Konji.

Das Sonnensystem Le-Konji ist zu einer massiven Waffenfestung ausgebaut worden. Bei dem Versuch, die Kontrolle über die Abwehrsysteme zu gewinnen, geraten Kleines, Gruhl und die Angehörigen der genetischen Armee in eine Fal­le, die sich zu einem mörderischen Blutbad entwickelt. Ihr Antagonist ist der subversive Calnarer Zephir-Gort, der sich insgeheim zum Herrscher des Systems aufgeschwungen hat.

Und dann tauchen auch noch Dämonen von TOTAM auf…!

Episode 33: Unter dem Bann eines Dämons

(13. Mai 1984, digitalisiert 2016)

Die Ereignisse im Le-Konji-System laufen aus dem Ruder, als die Dämonen Der­dusuum und Tekalotiir auftauchen, um die Calnarer für TOTAM zu unterjochen. Zephir-Gort, der heimliche Herrscher von Runix, überreagiert und löst damit ein robotisch gelenktes Blutbad unter den Moogs der genetischen Armee aus. Nur Gruhl, der dritte Helfer des Lichts im Körper eines Moogs, kann mit dem Leben davonkommen.

Während sich die Suggestivstrahlung der Dämonen im System ausbreitet und die zweiköpfigen Echsenwesen in Lethargie versinken lässt, kommt es bei dem kristallinen Helfer Klivies Kleines zu einem gesundheitlichen Rückfall. Auf ein­mal beginnt sein Körper explosionsartig zu wuchern und sich zu vergrößern. Und laut seinen letzten verständlichen Worten soll Gruhl verschwinden, „ehe Timor-Dol und die NEGATIVEN erscheinen und alles vernichten!“

Episode 34: ANTI-TOTAM

(14. Mai 1984, digitalisiert 2016)

Handlungsblende wieder zurück zur Schockzone bei den Galaxien Wukarin und Risalon und damit zu Oki Stanwer und seiner STELE DER EWIGKEIT. Das giganti­sche Kristallschiff ist in die Schockzone hineingestürzt, und während das ge­schieht, ist in unklarer Distanz zur sich ausdehnenden entropischen Zerstö­rungszone der Dämon Naamie von TOTAM unterwegs und verführt ein rätsel­haftes Volk von Dimensionswanderern – die Gerlakos.

Diese nebelhaften Wesen, die stets in eine Art von Dunstwolke gehüllt sind und von deren Körpern man nur mörderische Krallen erkennen kann, werden von Naamie dazu bewogen, gegen Oki Stanwer zu kämpfen – nicht zuletzt deswe­gen, weil Naamie Oki Stanwer die Entstehung der Schockzone anlastet.

Derweil ist die STELE DER EWIGKEIT auf einem Planeten gelandet, der aus un­begreiflichen Gründen im Innern der Schockzone existieren kann. Als der Kris­tallwächter Xyllom, ein Bordmitglied der STELE, diese Welt zu erforschen be­ginnt, stellt er einigermaßen konsterniert fest, dass es sich um eine Kopie des Planeten TOTAM handelt, allerdings aus strahlend weißem Kristall. Eine Art „ANTI-TOTAM“, womit die Welt einen Namen bekommt. Sie ist offenkundig eine extreme Emanation von Oki Stanwers eskalierenden Parafähigkeiten.

Während Xyllom die geheimnisvolle und vollständig durchtechnisierte Welt er­forscht – ein klarer Kontrast zu dem Planeten TOTAM der Gegenwart – , werden er und der in seinem Kristallsarg „träumende“ Oki Stanwer Zeugen davon, wie die Gerlakos den Planeten besetzen.

Oki erschafft Traumprojektionen wie Tom, die aber von den Gerlakos umge­hend gnadenlos niedergemetzelt werden. Es gibt weder eine Form von Verstän­digung noch eine Chance zum Kampf. Oki Stanwer ist in der STELE hilfloser Ge­fangener, und jenseits der Sphäre um ANTI-TOTAM existiert nur die Schockzone, in die die STELE sicherheitshalber nicht starten sollte, da sie Gefahr läuft, dort diesmal tatsächlich vernichtet zu werden.

Die Besetzung ANTI-TOTAMS nimmt immer massivere Züge an, und bald sind Millionen der rätselhaften Dimensionswanderer hier…

Episode 35: Glusem – die Biowelt

(20. Mai 1984, digitalisiert 2016)

Handlungsblende in den kosmischen Leerraum nahe der Galaxis Hun’arc: Nach­dem die beiden Helfer des Lichts Ureg-Ni und UCHULON auf der Ruinenwelt miteinander verschmolzen sind (vgl. Bd. 27), gehen sie dem Hinweis des intri­ganten Soffrol nach und gelangen durch Ureg-Nis Hyperraumgehfähigkeiten als PSI-Schalter auf eine Welt, die von einem globalen Plasmaozean bedeckt wird.

Hier werden die Seelen voneinander getrennt, und UCHULON geht in den Kör­per eines schleimigen Ghouls über, während der Cranyaa in den Ozean stürzt und in die grässliche Tiefe gesogen wird, bis er das Bewusstsein verliert. Aber er wird noch gewahr, dass dieser Plasmaozean ein intelligentes Lebewesen ist – und sogar eins, das er kennt.

Er steht der Dämonenwaffe Glusem von TOTAM gegenüber, die zugleich ein Helfer des Lichts ist. Aber Glusem hat grässliche Vorstellungen von seiner Art, ein Helfer des Lichts zu sein – er favorisiert allen Ernstes ein Bündnis mit TOTAM!

UCHULON wird an der Oberfläche zu seinem nicht eben geringen Schrecken mit zwei weiteren Dämonenwaffen konfrontiert: mit einem glühenden Schädel, der GOLEM genannt wird, und mit einem rauchartigen Etwas, das sich Quaramus nennt… allerdings sind dies, ursprünglich Todfeinde Glusems, nicht die Origina­le, sondern vergleichsweise kraftlose Projektionen Glusems geworden, die er sich eher wie Schoßtiere hält.

Und diese Wesen haben mindestens ebenso verschrobene Ansichten wie Glu­sem selbst: GOLEM etwa verkündet lauthals, er werde Oki Stanwer warnen! Da­mals war das immerhin sein Todfeind. Und als UCHULON ratlos rückfragt, vor wem er Oki Stanwer warnen möchte, heißt es: „Vor dem WÄCHTER“, also dem amtierenden Matrixkoordinator.

Nun versteht UCHULON natürlich gar nichts mehr und hält die Projektionen für ebenso gestört wie Glusem selbst.

Ihr seht, die Komplexität nimmt weiterhin zu, es tauchen seltsame neue Prot­agonisten auf, die bisweilen intrigante oder noch verwirrendere Absichten ver­folgen. Und immer noch laufen die Pfade nebeneinander her und führen nicht wirklich zusammen.

In der nächsten Ausgabe der „Close Up“-Artikel wird sich das noch etwas stei­gern, aber es deuten sich schon gewisse Harmonisierungen an, vertraut mir. In vier Wochen seid ihr schlauer – versprochen!

Bis nächste Woche, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

Rezensions-Blog 223: Killerwelle

Posted Juli 2nd, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

üblicherweise stehen die Romane von Clive Cussler ja relativ alleine für sich. Sie besitzen zwar meist ein wiederkehrendes Personal, etwa die NUMA-Kämpen Dirk Pitt, Albert Giordino, Joe Zavala und Kurt Austin oder eben – siehe unten – die Crew der Corporation um Juan Cabrillo… aber sie sind doch nur sehr selten so angelegt wie dieser hier. Hier haben wir, was die Voraussetzungen des vorlie­genden Werkes angeht, mit etwas zu tun, was ich als Quasi-Mehrteilerstruktur bezeichnen möchte. Das heißt, ohne die Kenntnis des vorigen Bandes „Teufli­scher Sog“ hat man hier gewisse Verständnisprobleme.

Das klingt jetzt vielleicht negativer, als es gemeint ist. Ich fand es sinnvoll und geschickt, auch wenn mir die daraus resultierenden Konsequenzen nicht wirk­lich schmeckten. Aber das ist zweifellos von Leser zu Leser unterschiedlich.

Der Roman packte mich ungeachtet gewisser Indifferenzen in der Storyline defi­nitiv, und ich würde ihn als einen der besseren Kooperationsromane von Cuss­ler und du Brul einstufen. Abgesehen von der Tatsache, dass der Verlag sein Bestes tat, den Roman vollkommen falsch zu bewerben und zu betiteln, schwei­gen wir mal vom absolut irreführenden Titelbild, haben wir hier einen definitiv spannenden Actionroman vor uns. Ohne Taucher. Ohne Haie. Vertraut mir, die werdet ihr da nicht finden.

Was dann? Lest weiter, wenn ihr das wissen wollt:

Killerwelle

(OT: The Jungle)

Von Clive Cussler & Jack du Brul

Blanvalet 37818

528 Seiten, TB, 2012

Aus dem Amerikanischen von Michael Kubiak

ISBN 978-3-442-37818-0

Man schreibt das Jahr 1281 nach Christus, als ein Reisender aus der Ferne, der einen chinesischen Heerzug begleitet, Zeuge einer seltsamen Begebenheit wird. Bei der Erstürmung einer belagerten Festung erlebt er die gespenstische, un­glaubliche Waffe, die man „Drachenblick“ nennt und die zur Erblindung der un­glückseligen Verteidiger der Feste wird. Aber das Geheimnis dieser rätselhaften Waffe versinkt offenkundig in der Vergessenheit. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass dieser Zeuge den Namen Marco Polo trägt…

Mehr als siebenhundert Jahre später und völlig unzusammenhängend damit hält ein Forscher namens William Cantor notgedrungen schlecht besuchte Vor­träge über seine Arbeit, namentlich über die Forschung am Leben Marco Polos. Im Anschluss an einen solchen Vortrag verschwindet er spurlos.

Vier Monate darauf, in der Jetztzeit, stoßen wir dann auf Seite 35 des Romans endlich auf vertraute Personen – in einer Region namens Nord-Wasiristan im af­ghanischen Bergland nahe Pakistan. Juan Cabrillo und einige seiner Mitstreiter von der Corporation haben sich hier für einen riskanten Auftrag anheuern las­sen, der sie in direkte Konfrontationslinie mit den Taliban-Kriegern bringt. Vor­angegangen sind ein paar unschöne Entwicklungen, deren Vorkenntnis das Ver­ständnis des Romans deutlich verbessert. Es empfiehlt sich deshalb, den Roman „Teuflischer Sog“ vorher gelesen zu haben.1 Kurz resümiert, sieht die Lage fol­gendermaßen aus:

Die Corporation, die ja von Juan Cabrillo nach seinem Ausstieg aus der CIA als privates Sicherheitsunternehmen gegründet worden ist und ihren Sitz auf dem heruntergekommen wirkenden, in Wahrheit aber hochmodernen Frachter ORE­GON hat, steht üblicherweise auf gutem und freundschaftlichem Fuß mit der CIA und deren betagtem Chefagenten Langston Overholt III. Doch das letzte Un­ternehmen der Corporation, das im eben erwähnten Roman beschrieben wur­de, führte am Rand der Antarktis zu einer recht krassen militärischen Konfron­tation mit den Argentiniern und den Chinesen, und zwar zu einem Zeitpunkt, als Overholt ein Einschreiten strikt untersagt hatte. Letzten Endes war die Ope­ration ein Erfolg, aber die Corporation gilt seither als unsicherer Kantonist und wird von der CIA nicht mehr unterstützt. Sie steht gewissermaßen auf der schwarzen Liste, und die Regierung der Vereinigten Staaten als finanzstarker Geldgeber für Aufträge fällt darum aus.

Aus diesen Gründen muss Juan Cabrillo andere Aufträge entgegennehmen. Ei­ner davon kommt von einem Mann namens Gunawan Bahar, einem indonesi­schen Geschäftsmann. Wie das Schicksal so spielt, ist sein geistig zurückgeblie­bener Sohn Setiawan unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in einen Zirkel is­lamistischer Fundamentalisten geraten und dann kurzerhand gekidnappt wor­den, um in einem Bergnest in Nord-Wasiristan mit einem Sprengstoffgürtel aus­gestattet zu werden und als lebende Bombe zu einem Märtyrer zu werden. Ca­brillo und sein Team sollen ihn dort herausholen, und dies möglichst diskret.

Zu ihrer nicht geringen Verblüffung stoßen sie dort auf eine zweite Geisel, de­ren Schicksal es offenkundig ist, medienwirksam von den Al Kaida-Fundamenta­listen vor lautender Kamera enthauptet zu werden – der gefangene amerikani­sche Soldat MacD Lawless.2

Auf eine ziemlich atemberaubende Weise gelingt ihnen dieser Auftrag und die Flucht. Sie bringen den armen Setiawan zurück zu seinem Vater, erhalten das Honorar, und Lawless´ Zähigkeit macht auf Cabrillo Eindruck. Während sie den nächsten Einsatz planen, macht er sich Gedanken, ihn als Ersatz für einen Team­verlust (auch dies geschah im genannten Vorgängerroman) in die Corporation aufzunehmen.

Der nächste Auftrag bringt den Chef der Corporation mit einem Schweizer Ban­kier namens Roland Croissard in Kontakt, der die Verbindung zu seiner einzigen Tochter Soleil verloren hat. Sie ist eine junge Abenteurerin, die sich stets Hals über Kopf in Abenteuer stürzt, und diesmal hat sie sich vorgenommen, in ein nahezu unerschlossenes Dschungelgebiet im Goldenen Dreieck im birmani­schen Grenzland vorzudringen. Dort ist sie spurlos verschwunden. Cabrillo weiß, dass allein das schon eine Herausforderung ist, doch Croissard besteht darauf, dass das Team von einem einstigen Fremdenlegionär begleitet werden soll, der sich den Namen „John Smith“ zugelegt hat. Eher widerwillig geht Ca­brillo auf diese Bedingung ein. Der Einsatz soll zugleich MacD’s Feuertaufe sein. Er kostet sie beinahe allesamt das Leben.

Denn der Auftrag entpuppt sich als heimtückische Falle. Das Zielgebiet enthält einen verfallenen buddhistischen Tempel, und sie finden einige Leichen und ei­nen Rucksack. Danach geht alles schief, und ehe sich Cabrillo und MacD verse­hen, stecken sie in den Folterkellern des birmanischen Militärs. Da gibt es wirk­lich ein paar echt widerliche Passagen, wie ich sagen muss. Nichts für schwache Nerven.

Und doch ist der rasante Roman damit erst etwa auf knapp der Hälfte des Tex­tes angelangt, danach dreht er erst richtig auf. Es wimmelt in der Folge von Schießereien, abenteuerlichen Verfolgungsjagden zu Land und zu Wasser, Artil­lerieduellen, Verrätern und Doppelspielen… und was das alles mit einer Bohrin­sel vor Brunei zu tun hat und inwiefern zwei gigantische Kristallkegel zu einer weltweiten Bedrohung werden können… das sollte man gelesen haben, das möchte ich nicht vorwegnehmen. Wenn man dann schließlich bei einem Lese­pensum von 250 Seiten pro Tag angelangt ist und am liebsten noch mehr läse – ich musste mich dann um Mitternacht ernstlich bremsen – , dann kann man ei­gentlich nur sagen, die Geschichte reißt den Leser mit…

Im Grunde dachte ich lange Zeit, dies sei der letzte Roman von Jack du Brul, der über die OREGON-Crew geschrieben werde. Das ist aber, wie ich inzwischen weiß, ein Irrtum. Wenigstens ein weiterer Roman existiert, nämlich „Tarnfahrt“, der im September 2014 in den Handel gelangen wird. Weitere Romane könnten folgen.

Wenn man sich dieses Werk hier anschaut, das sich deutlich darum bemüht, Verknüpfungen zu vorigen Romanen herzustellen und um einiges sorgfältiger ausgearbeitet ist als gerade der letzte Band der Serie, dann würde ich sagen, lohnt es sich, diesen Abenteuern weiter nachzuspüren. Was die Beurteilung der Geschichte angeht, so hatte ich nach Ende der Lektüre das irritierende Gefühl, dass hier eine Veränderung des Handlungsstroms vorgenommen worden ist, und die Titelvergabe sowohl im Englischen wie im Deutschen hat diese Irritati­on höchstens verstärkt.

„The Jungle“ ist ein offensichtlicher Verlegenheitstitel, denn abgesehen von dem birmanischen Abenteuer, das aber gerade mal gut 100 Seiten ausmacht, geht es überhaupt nicht um einen Urwald, und der steht selbst dort nicht im Zentrum. Das wäre etwa so, als würde man ein Werk über den Ersten Weltkrieg schreiben und ihm den Titel „Die große Karpatenschlacht“ geben. Die hat es da auch gegeben, natürlich, aber das ist völlig irreführend. So ist der englische Ti­tel. Der deutsche, „Killerwelle“, ist noch dämlicher. Es geht nicht um eine Welle, es geht weder um Tsunamis noch sonst etwas in dieser Richtung… und schwei­gen wir mal vom Titelbild, wo wir Taucher, Haie und Lava sehen. Nichts davon kommt im Roman vor. Hätte man nicht wenigstens Höhlen, einen buddhisti­schen Tempel oder die Maginot-Linie bringen können…? Nein, gar nichts. Nicht mal eine Bohrplattform, auch das hätte noch einen gewissen Sinn ergeben. Stattdessen nur dumpfe Desinformation.

Manche Desinformationsstrukturen waren zudem recht deutlich zu sehen. Ich habe beiden Neuankömmlingen in der Geschichte misstraut, und ich tat gut daran (wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen). Das war dann ein we­nig platt gemacht. Die letzte Person hingegen, die dann in die Handlung einge­führt wird… ja, ich glaube, Person ist ein falscher Begriff, das ist ein echtes Sci­ence Fiction-Element, Freunde… also, diese Person, um mal dabei zu bleiben, die war dann wirklich interessant gemacht. Nicht wirklich glaubwürdig, finde ich, aber hier könnte ich keine fundierte Kritik anbringen, ohne den zentralen Plot zu verraten. Schade eigentlich, aber nicht zu ändern.

Der zentrale Plot scheint mir im Übrigen etwas verändert worden zu sein, wie ich eben schon andeutete, und zwar während des Schreibens. Die anfängliche Marco Polo-Handlung macht zwar einigermaßen mühsam Sinn, aber im Detail wirkt das dann, verknüpft mit dem Endzweck der Geschichte, einigermaßen verkrampft. So, als hätten Cussler und du Brul so auf Seite 300 gedacht: Mist, das ist aber zu geradlinig gedacht, das ist nicht spannend genug… machen wir lieber DAS daraus! Ein wirklich konsequenter roter Faden fehlt deswegen, und einige Details der Geschichte bleiben auch völlig im Ungewissen.

Dennoch – alles in allem ein durchaus packender, interessanter Roman, der den Tiefpunkt der Serienhandlung im vergangenen Roman dann wieder abmildert. Man darf auf weitere Abenteuer der Corporation gespannt sein…

© 2014 by Uwe Lammers

Es ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt. Und nicht alles, was es auf die New York Times-Bestsellerliste schafft (was Cussler seit Jahrzehnten mit seinen Büchern gelingt), muss deshalb jenseits des amerikanischen Umfeldes auch wirklich interessant oder gelungen sein. Das hier ist eine seltsame Form von Zwischending.

Noch interessanter aber sind in meinen Augen die Werke, die man eigentlich überhaupt nicht im Buchhandel finden kann. Wie jetzt, mögt ihr vielleicht fra­gen, spreche ich von Selfpublishern? Nein, tue ich nicht. In der kommenden Woche stelle ich einen weiteren Roman des Verlags Plaisir d’Amour vor. Und dieser Verlag ist üblicherweise nicht im Buchhandel vertreten – was schätzungs­weise primär damit zu tun hat, dass er Romane präsentiert, die strukturell ero­tische Werke sind, zumeist aus dem BDSM-Milieu.

Ich meine, vor dem Hype um E. L. James´ „Fifty Shades of Grey“ konnte ich die­se Prüderie des stationären Buchhandels ja noch halbwegs verstehen. Aber seit inzwischen zahllose Epigonen von James mit ihren nicht gerade zurückhaltenden Werken im traditionel­len Buchhandel Fuß gefasst haben – viele davon mit Kapiteln, die heftiger als in den PdA-Romanen sind! – , ist mir diese Zurückhaltung doch einigermaßen schleierhaft.

Macht euch einfach in der kommenden Woche ein Bild davon, wenn ich den vierten Band des Australien-Zyklus um die Agentur „Sweet Sins“ vorstelle.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Für das Kurzformat empfiehlt sich dazu mein Rezensions-Blog 214 vom 1. Mai 2019.

2 In meinen Augen ein ausgesprochen bescheuerter Name, aber das kann man sich als Rezensent halt nicht aussuchen…

Liebe Freunde des OSM,

man kann sagen, der Monat März dieses Jahres war einer von der Art, in dem kreativ quasi die Luft brannte, und zwar an allen Ecken und Enden. Zum einen war ich gut eingedeckt mit Terminen seitens der Jobfabrik Braunschweig, dann auch von der KreativRegion e.V., der ich in diesem Monat als zahlendes Mitglied beigetreten bin. Außerdem galt es, eine kleine Archivreise für meine Nebenbe­schäftigung an der TU Braunschweig zu realisieren, vor- und nachzubereiten.

Fernerhin verschlang ich Lektüre, und die meisten dieser Bücher wussten mir zu gefallen – mit der üblichen Konsequenz, dass ich dazu Rezensionen verfasste, die meine inzwischen drei Ablagefächer mit noch zu veröffentlichenden Rezen­sionen bereicherten. Ihr seht also, noch auf Jahre hinaus gibt es definitiv keinen Anlass, um Inhalte meines Rezensions-Blogs zu fürchten (dessen Beiträge so­wieso inzwischen schon bis zum Veröffentlichungsmonat August 2019 fertig ge­schrieben sind).

Die Quintessenz all dessen bestand dann in phänomenalen 45 fertig gestellten Werken im zurückliegenden Monat – ein Pegel, den ich schon lange nicht mehr erreicht habe, wie ihr aus den Blogartikelreihen „Work in Progress“, „Aus den Annalen der Ewigkeit – alt und neu“ und „Was ist eigentlich der OSM?“ schon wissen könntet, auch wenn die letzteren beiden die Gegenwart noch nicht er­reicht haben.

Was aber, und das interessiert uns an dieser Stelle, entfiel davon auf den Oki Stanwer Mythos (OSM) und den Archipel, die beiden kreativen Schreibkomple­xe, für die diese Rubrik recht eigentlich da ist? Nun, da fällt das Fazit ernüch­ternder aus, das kann nicht überraschen. Die Majorität der fertigen Werke wa­ren zwei- bis dreiseitige Rezensionen. Aber es gab auch noch das hier:

Blogartikel 325: Work in Progress, Part 75

(E-Book BdC 2: Gestrandet in Bytharg)

(E-Book BdC 3: Unter Feinden)

(E-Book BdC 4: Der Sonnengarten von Bytharg)

Anmerkung: Es mag ein wenig überraschen, dass ich gerade mal mit dem ersten BdC-E-Book fertig war und schon die nächsten vier „in der Pipeline“ habe, weil das doch für eine „neue“ Serie einigermaßen unüblich erscheint. Das ist aber nur im ersten Moment so. Die Fakten sehen ja völlig anders aus:

Ich habe die BdC-Episodenserie 1987 begonnen und 1993 beendet (die Band­zahl verschweige ich hier mal der Einfachheit halber). Seit 1993 kenne ich also den gesamten Handlungsverlauf der Serie. Als ich dann 2007 mit der digitali­sierten und kommentierten Abschrift begann, dachte ich nicht im Traum daran, daraus E-Books zu entwickeln… aber ihr wisst ja inzwischen, dass sich das geän­dert hat.

Im Zuge der Erkenntnis, dass ich alsbald meine Fotolia-Credits aufbrauchen soll­te, ehe sie verfallen, habe ich im vergangenen Herbst und in diesem Frühjahr reichlich neue Bilder erworben und schließlich auch von meinem Grafiker Lars Vollbrecht montieren lassen. Dazu gehörten die Cover der oben genannten E-Books. Und im März 2019 überlegte ich: wenn ich die digitalen Episodenab­schriften schon vorliegen habe, warum extrahiere ich sie nicht und lege schon mal Rohdatensätze an, die ich später mit wenig Aufwand ausarbeiten kann?

Gesagt, getan. Und so entstanden die obigen E-Book-Rohversionen, die z. T. nur 60 Seiten Textvolumen besitzen und folglich noch sehr intensiv ausgebaut wer­den müssen. Aber die Planungen der BdC-Serie gehen schon sehr viel weiter. Das aktuellste Cover dieser Serie, das vorliegt, ist das für BdC 9. Titel und Inhalt sei hier natürlich noch nicht verraten, da ich schätze, dass ich erst anno 2021 dazu kommen werde, daran zu arbeiten…

(E-Book TI 31: Zeitenwandel)

(OSM-Wiki)

Blogartikel 323: „Was ist eigentlich der OSM?“, Teil 61

(Das Geheimnis von Church Island – OSM-Story)

Anmerkung: Auch in dieser Geschichte kam ich im März einen entscheidenden logischen Schritt weiter und verdoppelte annähernd die Textseiten dieser Story. Ich denke allerdings noch immer, dass ich allerhöchstens ein Drittel, eher wohl nur ein Viertel der gesamten Geschichte überblicke. Höchstwahrscheinlich wird dieses Werk Novellen- oder sogar Romanformat erhalten. Was mich dann wie­der zu der Frage der Illustration kommen lässt… da muss ich mich künftig wohl an Adobe wenden, das Fotolia im Herbst 2019 schlucken wird. Seufz.

14Neu 63: Der Wahnsinnsplan

12Neu 56: Auf der Suche nach Arc

Anmerkung: Hier könnte man jetzt wieder denken, ich hätte die Schreibreihen­folge durchbrochen. Das würde aber bei Digitalisaten keinen Sinn machen, da dort Seiten- und Fußnotenzählung episodenübergreifend aufeinander basieren. Es ist vielmehr (mal wieder) so, dass ich direkt nach 14Neu 63 den Keim für 12Neu 56 legte, die Episode aber dann erst am Monatsende fertig schrieb… deutlich nach den Episoden 53-55. Es wirkt also verwirrend, hat aber in der Dar­stellung durchaus eine innere Logik.

(Die Suyenka – Archipel-Roman)

Anmerkung: Auch in diesem Roman kam ich enorm voran. Das zog sich über Wochen, weil ich die Ursprungsversion im Präsens entworfen hatte – eine Er­zählzeit, die ich manchmal für Fragmente wähle, die aber bei Archipelromanen nichts verloren hat. Ich musste also über Dutzende von Seiten hinweg die Er­zählzeit anpassen und nutzte die Gelegenheit dazu, ebenfalls Dutzende von neu­en Seiten zu verfassen. Das Fragment hat nicht umsonst inzwischen über 140 Seiten Textvolumen…

12Neu 53: Inferno in Bytharg

12Neu 54: Der Letzte Krieg

(14Neu 65: DAS TOR NACH KAWEKOR)

14Neu 64: Todesurteil für die Fremden

12Neu 55: Saat des Grauens

Anmerkung: Ja, und damit senkt sich gewissermaßen das graue Leichentuch des Todes über die Galaxis Bytharg, auf eine Weise, wie sich niemand das vorstellen konnte… mit der Ausnahme von mir, aber selbst mir zog es den Magen zusam­men und kräuselte mir die Zehennägel, als ich all diese Grausamkeiten nach fast 30 Jahren endlich abgeschrieben hatte.

Ehe ihr all das zu lesen bekommt, werdet ihr zunächst das strahlende, lebendige und grausame Bytharg in all seiner finsteren Pracht erleben können, beginnend mit BdC-E-Book 2, voraussichtlich im Herbst 2019. Und danach geht die Achter­bahnfahrt des Schreckens los, die ihr mir aktuell noch gar nicht glauben würdet. Aber ich weiß das schon seit 30 Jahren, Freunde… was denkt ihr wohl, wie oft und intensiv es mich in den Fingern gejuckt hat, darüber mehr zu sagen? Ist im­mer noch der Fall, wenn ich ehrlich sein soll.

Muss mich da selbst zur Geduld ermahnen.

(DSj 49: Zu den Sternen)

Anmerkung: Was, zum Henker, wird DAS denn jetzt?, mögt ihr euch fragen, die ihr aus meinen früheren Blogartikeln wisst, welche OSM-Serie das ist. Ja, ganz recht, das ist „Oki Stanwer – Der Siegeljäger“ (DSj), KONFLIKT 28!

Ich kann euch beruhigen… ich machte nur eine kurze Stippvisite in diesem Frag­ment, weil ich nicht mehr recht wusste, wie weit die Geschichte gediehen war… und schon nach ein paar Zeilen Korrekturtext hatte ich sie wieder verlassen. Es ist noch nicht Zeit für DSj. Eine weitere, hoch komplexe und spannende Baustelle ist es gleichwohl. Beizeiten kehre ich dorthin zurück, versprochen, und dann hal­te ich euch auch auf dem Laufenden, was da los ist.

Der Oki Stanwer Mythos: Gegen das Terrorimperium – Artikel

Anmerkung: Wir schreiben das Jahr 2019, und ich bekam mehrmals inzwischen Post aus Osnabrück, wo für Mai 2019 die „3. Perry Rhodan-Tage Osnabrück“ geplant sind. Diesmal wurde ein Einsendeschluss für das Conbuch genannt, und ich bekam, könnte man sagen, ein wenig Torschlusspanik. Da ich in den letzten beiden Conbüchern jeweils mit einem Artikel zu meinem OSM-E-Book-Pro­gramm vertreten war, wäre es doch zu schade, ging es mir durch den Kopf, wenn ich die Linie nun reißen lassen müsste.

Also verfasste ich einen Beitrag zum Fortgang der Serie „Oki Stanwer und das Terrorimperium“ (TI) ab Band 31, an dem ich gerade schreibe, und sandte ihn ein. Und wer weiß, vielleicht ist der TI-Band 31 „Zeitenwandel“ ja bis dahin auch fertig. Schön wär’s jedenfalls…

(Ani und das Wolkenmädchen – OSM-Story)

Anmerkung: Diese Geschichte begann ich bereits im Jahr 2010, und sie wies ei­nen weitgehend ausgefeilten Handlungsbogen auf. Aber auf der anderen Seite ermangelte sie wesentlicher Zutaten, als da wären: Umgebungsschilderungen, Dialoge, Personen mit Namen und Vita.

Im März 2019 überfielen mich nun, während ich Bildvorlagen für die Protago­nisten suchte (und fand) zunehmend weitere Inhaltsblenden, und ich vertiefte mich darein, baute Passagen aus und fügte ganze Seiten von neuem Text hinzu. Inzwischen ist die Ani-Geschichte auf 30 Seiten Textumfang angewachsen und wird darum mindestens auch eine Novelle werden, ggf. ein Roman. Das ent­scheide ich aber erst später.

Blogartikel 329: Charakterisierungen für Todgeweihte?

(14Neu 66: Die Hassflotte)

(12Neu 57: Meilenstein im All)

Anmerkung: Ach ja, ich könnte jetzt einiges zu Oki Stanwers Expedition mit der SCHATTENBRECHER zur Baumeister-Galaxis Arc erzählen, um die es in dieser Episode geht, aber das wäre natürlich mal wieder alles viel zu früh… und so be­schränke ich mich darauf, zu bemerken, dass Oki, seinen Helfern des Lichts so­wie den Allis in seiner Gefolgschaft sehr damit gedient gewesen wäre, bei VAN­GOORD-4 aufzugeben… aber dummerweise gehört dieses Wort nicht zum akti­ven Repertoire von Oki Stanwers Wortschatz. Und so macht er natürlich weiter – mit fatalen Folgen, wie sich herausstellen wird.

(HdH 4: Schmelztiegel Shallakhon)

Anmerkung: Ja, in KONFLIKT 4 „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“ bin ich auch schon sehr lange nicht mehr gewesen. Das ist wahr. Und Band 4 der Serie klingt jetzt nicht wirklich bombastisch… aber das wird es werden. Das ist nämlich der designierte Band 1900 des Oki Stanwer Mythos.1 Ich las mich erst mal wieder durch die ersten drei Episoden, um ein Gefühl für die Welt und die dort leben­den Wesen zu bekommen, und dann ging es weiter… ich bin zuversichtlich, diese Episode in spätestens 6 Wochen geschrieben zu haben. Wird ein faszinierender Band 1900, soviel steht fest.

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Bezwinger des Chaos“)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Feldherr der Cranyaa“)

(Lexikon der Serie „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“)

(Glossar der Serie „Oki Stanwer – Held der Hohlwelt“)

Anmerkung: Das war dann sozusagen eine zwingende Notwendigkeit, nachdem ich an der Episode 4 der Serie weitergeschrieben hatte. Denn sowohl das Lexi­kon wie auch das Glossar waren doch ziemlich veraltet und konnten ein Update sehr gut gebrauchen.

(HdH 5: Am Großen Strom)

So, und das waren dann alle relevanten Werke aus dem Dunstkreis des OSM und des Archipels, an denen ich im Monat März 2019 gearbeitet habe. Ich fin­de, das ist immer noch recht beachtlich. In der kommenden Woche blende ich wieder im Rahmen der „Close Up“-Reihe zurück in den KONFLIKT 14 des OSM.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.

 

1 Und nein, das ist KEIN Aprilscherz! Offenbar war Erich Herbst von der ESPost neulich diese Ziffer 1900 so su­spekt, dass er sie eigenmächtig in „190“ änderte. Ich musste ihn schmunzelnd darauf hinweisen, dass ich OSM 190 bereits im Jahre 1984 geschrieben hatte und Band 1900 infolgedessen absolut korrekt war. Aber da war es zu einer Korrektur natürlich schon zu spät. Seufz.

Rezensions-Blog 222: Fluch!

Posted Juni 25th, 2019 by Uwe Lammers

Liebe Freunde des OSM,

also, selbst aus weiter Distanz kann ich nicht leugnen, dass ich im Sommer 2007 ein Mordsvergnügen hatte, als ich das unten rezensierte Geschenkbuch schmö­kerte. Leider, wie ebenfalls unten erwähnt, ein schrecklich kurzes Vergnügen, weil das Buch nicht sonderlich viele Seiten aufweist. Dafür aber ein wahnsinnig lustiges, das mit einer Vielzahl von neckischen Sujets spielt. Da ist einmal der klassische „Whodunnit“, es geht um Schätze, es geht um mayanische Kultur, um Beziehungsdramen, und witzig ist das Ganze außerdem.

Eine totale Win-win-Situation, ehrlich, Freunde.

Also, wer Gideon Oliver noch nicht kennen sollte oder keine Angst vor sinistren mayanischen Flüchen und Kriminellen hat, die selbige in die Realität umsetzen… oder wer einfach verdammt unterhaltsame Lesestunden mit einem sehr ver­gnüglichen Buch verbringen möchte, der sollte sich dringend auf die Suche nach diesem Werk machen.

Nach welchem? Ah, ich greife vor. Lest einfach mal weiter:

Fluch!

(OT: Curses)

Ein Gideon-Oliver-Krimi

von Aaron Elkins

Haffmanns Kriminalromane 13

240 Seiten, TB, 1993

ISBN 3-453-06475-5

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger

Man sollte ja nicht abergläubisch sein, wenn man ein Buch mit einem solchen Titel liest, aber es gibt doch schon zu denken, dass es ausgerechnet die Num­mer 13 in der Reihe ist, nicht wahr…? Wer solcherart schon zu Beginn verunsi­chert wird, sollte sich wirklich anschnallen. Es geht genauso weiter, und zwar nicht nur mit Flüchen, sondern auch mit einer subtilen und ausdauernden Atta­cke auf das Zwerchfell. Wie meine gute Freundin Conny in ihrer Widmung schrieb: „Fluch! Das Buch gegen schlechte Laune. Verbessert das seelische Be­finden schon nach 30 Minuten Lesezeit.“ Sie hat nur untertrieben. Das Gekicher fängt bereits auf Seite 1 an. Und das kommt so…

Gideon Oliver, seines Zeichens Anthropologe an einer biederen nordamerikani­schen Universität, seit ein paar Jahren mit seiner schlagfertigen Gefährtin Julie verheiratet, ist gestresst. Die Semesterarbeiten, die er durchschauen soll, sta­peln sich, seine eigene Schrift, an der er arbeitet, schleppt sich von Seite zu Sei­te, und eigentlich möchte er nur möglichst weit weg von alledem. Kann nicht mal wieder das FBI auf ihn zutreten und ihn bitten, ein paar morsche Knochen zu untersuchen, vorzugsweise welche, an denen kein Fleisch mehr hängt (das mag er nämlich nicht so gern)?

Keine Chance.

Stattdessen erhält er einen Anruf aus Yucatan von seinem 78jährigen Mentor Abraham Goldstein, mit dem er 1982 bereits einmal dort unten war, an einer kleinen, fast unbekannten Ruinenstätte namens Tlaloc, die traurige Berühmt­heit durch einen Forschungsskandal erlangte und für die folgenden fünf Jahre gesperrt wurde. Jetzt hat Goldstein es geschafft, die Grabungserlaubnis zu er­neuern, und das erste, was er entdeckt, ist… richtig, eine Leiche.

Also fliegen Julie und Gideon nach Yucatan und stoßen auf das Grabungsteam, das interessanterweise fast dasselbe ist wie bei der Grabungssaison 1982. Auf dem Weg zum Ziel erzählt Gideon seiner Frau auch, was damals passiert war – der Grabungsleiter Howard Bennett, war nach dem Sensationsfund eines unbe­kannten Maya-Codex – also eines heiligen Buches der Maya – völlig ausgerastet, und am Abend der Entdeckung stürzte darauf nicht nur der Treppenschacht ein, in dem die geheime Kammer lag, sondern auch Howard, ein Indio und der Codex verschwanden spurlos. Wobei sich Howard später aus dem Ausland noch einmal brieflich meldete und für die Unannehmlichkeiten, die er bereitet hatte, entschuldigte.

Daraufhin wurde in der internationalen Szene die Existenz des geraubten Codex (Minimalwert: 2 Millionen Dollar!) bekannt gemacht und somit der Verkauf wirksam unterbunden.

In Tlaloc angekommen, werden die beiden auch mit der Existenz eines geschrie­benen Fluches konfrontiert, der aus der mayanischen Epoche stammt und schlimme Strafen für diejenigen ankündigt, die die Ruhe der Toten stören. Schlimmer noch: kaum ist das Grabungsteam angekommen, wird heimlich nachts der Treppenschacht wieder ausgegraben! Der Sinn erschließt sich nicht recht, der Codex ist doch schließlich von Howard ins Ausland entführt worden. Noch unangenehmer ist aber die Folgerung, die Goldstein und Oliver aus den Ereignissen ziehen müssen – der heimliche Ausgräber ist einer von ihrer Crew, wer auch immer.

Motive gäbe es allerdings genug. Vorausgesetzt, man nimmt an, der Treppen­schacht verberge – was nicht ohne Präzedenzfall ist – noch eine zweite geheime Kammer und vielleicht weitere Kodizes.

Worthy Partridge, der gerne Jugendbücher über die alte Mayakultur schreiben möchte, könnte sicherlich etwas mehr Geld gebrauchen.

Leo Rose, Leiter einer Landerschließungsfirma und immerzu auf der Jagd nach neuen „Opfern“, mit denen er Kontrakte abschließen kann, betrachtet die Gra­bung sozusagen als Urlaub, um sich vom Berufsstress zu erholen und alte Kon­takte wieder aufzufrischen. Ähnlich wie Howard Bennett ist er leidenschaftli­cher Hobby-Archäologe. Kann er auch Geld gebrauchen?

Preston und Emma Byers sind ein Fall für sich. Angeblich haben sie es mit einer ökologischen Fast-Food-Kette im Mittleren Westen zu bescheidenem Wohl­stand gebracht. Während Preston völlig farblos und unscheinbar ist, ist Emma auf einem völlig abgedrehten esoterischen Trip. Alsbald versichert sie, in astra­lem Kontakt mit mayanischen Göttern zu stehen, die ihr dringend zu verstehen geben, die Grabung sei abzubrechen, sonst werde „sich der Fluch Stück für Stück vollziehen“ und mit dem Tod aller Beteiligten enden.

Und dann ist da auch noch – als wenn das nicht schon reichte! – die Vermu­tung, dass der untergetauchte Howard Bennett höchstselbst sich herumschlei­chen könnte, um von der Grabung in irgendeiner Weise zu profitieren. Die Indi­zien dafür verdichten sich rasch.

Zu guter Letzt ist da zudem dieser vermaledeite Fluch!

Er kündigt höchst unangenehme Aussichten an, wie alle finden (aber keiner kann sie oder Emmas inbrünstig überzeugte Warnungen ernst zu nehmen). Blutsaugende Wesenheiten werden über sie herfallen, behauptet der Fluchtext, Dunkelheit wird hereinfallen, ein mächtiges Trommel wird die Seele dahinwel­ken lassen, die Götter werden die Eingeweide der Frevler in Feuer und blutigen Ausfluss verwandeln, sodann ihre Schädel durchbohren und die Hirne ausgie­ßen, schließlich wird das Ungeheuer kommen, das Menschen in Stein verwan­delt, und dies gipfelt, wie die Wissenschaftlerin Dr. Garrison erklärt, schließlich im „Ende der Zigarre“ – der mayanischen Metapher für das Ende von allem.

Na, bestens! Schließlich schaltet sich auch noch die mexikanische Polizei ein.

Und dummerweise beginnt die Sache bald darauf auf bizarre Weise real zu wer­den. Ziel der Hauptattacke: Gideon Oliver, der nur mit Müh und Not den ersten Mordanschlag übersteht. Von da an stehen die Zeichen auf Sturm…

Leider ist das Buch so kurz, muss man seufzend sagen. Selbst wenn man sich viel Zeit lässt, ist man in drei Tagen durch, weil man einfach kaum mehr aufhö­ren kann zu lesen. Gewiss, manche Dinge stehen für den findigen Leser sehr schnell fest und überraschen dann nicht mehr richtig, aber man kann nicht be­haupten, es wäre langweilig. Wenn man ohnehin ein Faible für die mayanische Kultur besitzt – wie beim Rezensenten vorhanden – und sich ein bisschen in dem Metier auskennt, für den ist das Buch ein echtes Heimspiel.

Wenn ein ahnungsloser Leser etwas verstört reagiert wegen der anthropologi­schen Termini, so sei er beruhigt – zumindest die anatomischen Begriffe werden hinten in einem Glossar erläutert. Ansonsten ist das Buch wirklich eine ver­flucht gute Lektüre für trübe Tage, am besten zu genießen mit ein wenig Tee im Lesesessel. Ein backofenheißer Bus, in dem man dringend Ablenkung wünscht, tut es aber auch. Doch Vorsicht! Die Haltestelle, wo man raus will, sollte man nicht verpassen. Dieses Buch macht wirklich süchtig und natürlich neugierig auf den damals schon erschienenen Erstling „Alte Knochen“ (1992). Inzwischen soll es weitere Bücher mit dem guten Gideon Oliver geben…

© 2007 by Uwe Lammers

Tja, Freunde, und da war auch diese kurze Rezension schon wieder vorbei. Ich sage es ja immer wieder – alle Texte, die sich flink und geschwind lesen lassen, sind viel zu schnell Vergangenheit. Ich merke das selbst bei 400seitigen Bü­chern, die mich üblicherweise beim heutigen Lesetempo meist nur 3-4 Tage verweilen lassen. Manche, die ich kürzlich goutierte (aber erst frühestens 2020 im Rezensions-Blog vorstellen kann), hielten mich echt bis tief in die Nacht wach. Das kann euch mit dem obigen Buch kaum passieren – dafür ist es ein­fach zu schnell verschlungen. Glaube ich jedenfalls.

In der kommenden Woche kehre ich zu unserem alten Bekannten Clive Cussler zurück und rezensiere ein weiteres seiner Werke. Wer ihn mag, der schaue vor­bei. Ich freue mich über jeden Besucher.

Bis dann, mit

Oki Stanwers Gruß,

euer Uwe.